Smartphones sind aufgrund diverser Background-Services häufig ohnehin laufend online - ein Webservice als Erweiterung der Gerätefunktionen liegt also nahe. Apple-Telefonierer kaufen ihre Software im iPhone Store, Android-User shoppen und synchronisieren online, und Nokia-Nutzern steht das Full-Service Portal OVI (finnisch: Tür) zur Verfügung. Karli Pletschko, Mein ehemaliger mobilkom-Arbeitskollege Karl Pletschko, Head of Internet Services Markets bei Nokia Österreich, erklärt die Philosophie hinter dem Full-Service Portal im Video-Interview:
Ob Smartphone, Digitalkamera oder mp3-Player: mit unseren handlich-kleinen digitalen Gadgets sind wir überall online und lassen uns mit multimedialen Inhalten versorgen. Doch während die Miniaturisierung bei den diversen Sensoren, Chips und Displays in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht hat, hinkt die mobile Stromversorgung weit hinter her. UMTS und HSDPA sind nicht nur schneller als ihre Vorgänger, sondern brauchen auch wesentlich mehr Strom. Helle, hochauflösende Displays, Bluetooth und Co. tragen ihr Scherflein zur Stromknappheit bei. Der Free Loader, ein portabler Akku mit integrierten Solarzellen, soll zumindest an sonnigen Tagen Abhilfe schaffen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Ab 30. Jänner wird das T-Mobile G1 Handy offiziell in Österreich erhältlich sein, Details zu den Preisen waren allerdings noch keine in Erfahrung zu bringen. Die gute Nachricht für Early Adopters: es wird noch ein Tester gesucht, wer also das G1 so schnell wie möglich in die Finger bekommen möchte, hat noch zwei Tage lang Zeit, sich zu bewerben:
Du willst dabei sein? Dann schicke uns deine Emailadresse, den Link zu deinem Blog und deine Ideen für G1-Beiträge auf mobileblogger.at an support@mobileblogger.at. Achtung: Die Bewerbungsfrist läuft nur bis 21.1. 23:00 Uhr!
Details gibt's auf Mobileblogger.at - die Seite, die alle Berichte der österreichischen Blog-Tester aggregiert, ist mittlerweile an den Start gegangen. Ein Faktum kristallisiert sich allerdings aus den verschiedenen Testmeinungen bereits recht deutlich raus: die vorinstallierte Software ist nicht das Gelbe vom Ei, da gibt's noch ziemlichen Verbesserungsbedarf - so beherrscht etwa das Standard-OS kein Multitouch Feature, obwohl die Hardware dies durchaus zuließe. Allerdings steht zu erwarten, dass in den nächsten Wochen laufend Updates rauskommen - dass das G1 vorerst aber ein "Bastlerhandy" bleibt, sollte jedem Interessierten klar sein.
In punkto Hardware hat Max mit seinem letzten Beitrag eigentlich schon alles gesagt: in der Tat wünscht man sich eine bessere Verarbeitung, von wertigen Materialien kann jedenfalls keine Rede sein. Schlampereien offenbaren sich an vielen Enden und Ecken, so etwa auch bei der durchwegs kontraproduktiven Tastaturbeleuchtung, welche die Ablesbarkeit der Tasten eher erschwert als erleichtert.
Schmerzlich vermisse ich im Vergleich zu meinem HTC-Gerät eine dynamisch eingeblendete Software-Tastatur: bei jeder kleinen Eingabe, und sei's nur die Suche nach einem Kontakt, muss ich das Gerät aufklappen und mit der Tastatur arbeiten. Meinen persönlichen Bedürfnissen kommt da die Arbeitsteilung zwischen Softkey und Tastatur in Kombination mit dem zielgenauen Stift viel eher entgegen als das Konzept des G1, nicht mal ein virtueller Ziffernblock wird zur Direktwahl von Telefonnummern eingeblendet. Die vielfach kritisierte fehlende T9-Unterstüzung vermisse ich dagegen gar nicht - die drehe ich normalerweise sowieso als erstes ab.

Derlei Eingabe-Inkonvenienzen lassen sich zukünftig vermutlich via Zusatz-Software beheben. Zwar offeriert der Software Market bereits jetzt eine Lösung für englische Texteingabe, diese funktioniert allerdings - ebenso wie ein Großteil der Zusatzprogramme - schlicht und einfach nicht. Ganz hervorragend dagegen bewährt sich der griffige Trackball, der trotz seiner geringen Größe schnelles und präzises Navigieren erlaubt:

Generell wirft dieses Gerät für mich die Frage auf, inwieweit es Sinn macht, der zukünftigen Community die Entwicklung eines konkurrenzfähigen Usability-Konzepts zu überlassen: ich erwarte mir von einem Mobiltelefon, das nicht explizit als Beta-Version verschleudert wird, eine wesentliche durchdachtere Bedienung. Wäre das G1 das einzige Smartphone auf der Welt, fielen diese kleinen Mängel vermutlich gar nicht auf, aber die Konkurrenz hat in diesem Bereich ja schon einiges vorgelegt. Dementsprechend gespannt bin ich auf die Preisentwicklung im Market - bislang sind kommerzielle Angebote noch sehr dünn gesät; ob sich hier der Open Source Ansatz durchsetzt oder ob eher das iPhone-Modell Schule macht, muss die Zukunft zeigen.
Die private Verschuldung (Stichwort: Konsumschulden) nimmt zu, und hat man in Deutschland erst mal einen Schufa-Antrag, dann verschließen sich von heute auf morgen jede Menge Türen: unter anderem war es bislang mit negativer Bonitätsbewertung nicht möglich, bei etablierten Netzbetreibern ein Vertragshandy zu erhalten. Weissfunk ändert dies und bietet unter dem Slogan "telefonieren mit weißer Weste" ein Tarif-Modell an, das jeder unabhängig von Schufa-Einträgen nutzen kann.
Wie auch bei anderen Providern üblich bekommen Weissfunk-Kunden zum Erstvertrag ein Gratis-Handy, und zwar nach Wahl ein recht aktuelles Modell von Nokia, Samsung oder Sony-Ericsson. Zugleich bestimmt der Kunde ein monatliches Limit und hinterlegt in Abhängigkeit von der Höhe dieses Limits ein Kaution, nach Ablauf des Vertrages wird diese inklusive Zinsen zurückerstattet.
Bei einer Grundgebühr von 10 Euro telefoniert man mit für Deutschland recht moderaten Tarif von 15 Cent pro Minuten in alle Netze. Die Netz-Abdeckung dürfte sehr gut sein, weil Weissfunk das Netz von E-Plus mitnutzt. Interessant ist dieser Tarif nicht bloß für Privatschuldner, sondern auch für vorsichtige Telefonierer, die auf keinen Fall in eine gröbere Kostenfalle (Stichwort: Kinder und Handys) tappen möchten. Gerade für Arbeitssuchende ist ein Handy von großem Vorteil - wer die lästige und teure Aufladerei vermeiden will, findet meiner Meinung nach in Weissfunk eine sehr interessante Alternative.
Wenn man schon (freiwillig?) dem allgemeinen iPhone-Hype entsagt, dann bleibt umso mehr Energie für die Schlacht an anderen Innovations-Fronten: denen widmet die mobilkom eine neue Seite, die als zentraler Hub für die Anbindung der freien Entwicklerszene fungieren soll. Hier werden also Spezifikationen zu offenen APIs publiziert und Programmierer, die mit Instant Messaging und SIP auf Mobiltelefonen herumspielen wollen, werden hier geholfen.
Um die Motivation der Teilnehmer zu steigern, koppelt A1 die Aktion an ein Gewinnspiel:
Kreative Köpfe werden nun aufgerufen, im Rahmen der A1 InnovationDays vom 29. August bis 1. September 2008 ihre Ideen zu verwirklichen und mit den Prototypen attraktive Preise zu gewinnen. Die Einreichphase für die Ideen startet am 3. Juli 2008.
Angeregt wurde die Idee nicht zuletzt durch die Policy großer Plattformen wie Facebook: anstatt die eigenen Schnittstellen zu hüten wie der Teufel seinen Schwefeltopf, entschied man sich fürs Crowdsourcing. Daraus entstanden eine Menge beliebter Games und Mash-Ups, und genau das ich auch die Idee der A1 Innovations Plattform:
Als Voraussetzung für die Teilnahme an den A1 InnovationDays genügen Kundenverständnis, Programmierkenntnisse und eine Portion Kreativität. Damit lassen sich verschiedene Dienste wie Sprachtelefonie, Text-Messaging und Video miteinander kombinieren bzw. mit zusätzlichen Elementen wie etwa Location-Informationen sinnvoll ergänzen. "Wir bieten Technologiebausteine, die ganz einfach zu bedienen sind. Damit wollen wir die freie Entwickler-Szene in Österreich aktiv fördern und ein Umfeld schaffen, in dem sie eigene Ideen verwirklichen können", beschreibt Dr. Hannes Ametsreiter, Vorstand Marketing, Vertrieb und Customer Services bei mobilkom austria und Vorstand Marketing und Customer Services, Telekom Austria TA, die Ziele der A1 InnovationDays.
Am 3. Juli begann die Einreichphase, bis zum 15. August werden noch Ideen gesammelt, am 1. September gibt A1 die Gewinner bekannt. Nett daran: es geht keineswegs darum, eine fertige Software hochzuladen, sondern lediglich um das Skizzieren einer Idee. Über die eingereichten Konzepte stimmen alle registrieren A1 UserInnen ab - die derzeitige Top-Idee, das Wearable SIP Videophone, liegt derzeit bei 179 stimmen: wer also eine gute Idee und viele Social Media Freunde hat, könnte durchaus noch den Hauptpreis abstauben.

Einzelne Projekte können dabei sowohl von Einzelpersonen als auch Teams bearbeitet werden und können während der gesamten Laufzeit durchstöbert und kommentiert werden: potentielle SIP-Jongleure finden dabei sicherlich die eine oder andere Anregung für eigene Service Sketches.
Meistens leb ich ja recht gern hier in .at-Land. Aber immer, wenn's ein cooles US-Start-Up gibt, das irgendwas mit mobile Usage zu tun hat UND sich die Mühe macht, europäische Länder mit lokalen Einwahlnummern zu integrieren, ärgere ich mich darüber, dass die Alpenrepublik viel zu klein ist, um sich extra die Mühen einer +43er Nummer auf sich zu nehmen. France, Sweden, Switzerland, UK, Italy... no Aut. Das würd dann wohl richtig teuer werden, dabei verpassen wir einige ziemlich coole Services.
Zum Beispiel Utterz: ich hab bei Loren von dem Mobile-Mash-Up gelesen, das aus (via Handy oder Web) eingesandten Bild-, Text-, Audio- und Videoschnippseln Postings macht, die dann wahlweise am eigenen Blog bzw. auf Twitter, FlickR, Youtube und Co. erscheinen. Die Seite ist auf maximal einfache Bedienbarkeit ausgelegt - alle Inhalte, die innerhalb eines 10-Minuten-Timeframes einlangen, werden zu einem Posting vermantscht: also einfach ideal für jede Art der Liveberichterstattung, auch wenn der Slogan "be herd" ausgesprochen unsympathisch rüberkommt. Wie das Teil in der Praxis funkt, werd ich allerdings wohl so schnell nicht erfahren, denn Österreich findet sich nicht auf der Liste der unterstützten Länder; und irgendwie vermute ich, dass bevölkerungsreichere Länder da höhere Priorität genießen. Dabei hört sich die Idee wirklich gut an: die Webwelt braucht zweifellos kein weiteres Mashup, das einen Meta-Meta-Feed aus allen Metafeeds generiert, aber die simple Mobile-Einbindung macht durchaus Sinn:
Utterz is the first way you can instantly blog your experiences, thoughts and ideas, anywhere, using all the capabilities of your mobile phone. Utterz mashes together the voice, video, pictures, and text you call or send in and creates an 'Utter' that can immediately update your existing web pages on sites like Blogger, WordPress, Facebook, LiveJournal, MySpace and more.
Und dann ist da noch Zong: von diesem Billing-Dienstleister habe ich bei Jeremy erfahren: es handelt sich nicht um die Rückkehr einer alten Fernsehshow in neuem Gewand, sondern um den ersten frei verfügbaren Dienstleister für Micropayments via SMS:
Zong is the only web service that enables you to create and launch mobile services in 10 countries in under 10 minutes and generate revenues from each transaction. Through Zong's intuitive interface, you will create your service in a few clicks, you will then be able to market it to your user base and make money today! Zong is a service of Europe's Mobile Media solutions leader, Echovox, which has direct connections and relationships with over 50 mobile operators.
Blogger etwa können mit Zong im Handumdrehen Paid Content anbieten, wie das 1938media neulich getan hat: wer die betreffenden Premium-Inhalte lesen möchte, schickt eine SMS an die betreffende Nummer und bezahlt im vorliegenden Beispiel 99 Dollar-Cent für 7 Tage Zugriff auf das gewünschte Posting. Ganz entgegen dem weit verbreiteten Paradigma von "Content wants to be free" machen bezahlte Postings in vielen Fällen durchaus Sinn; zwar ist bisher noch jeder Anbieter von massentauglichen Premium-Inhalten mehr oder weniger elegant gescheitert, aber das wird sich in Zukunft gravierend ändern: wer nix zu sagen hat, darf auch nicht erwarten, dafür bezahlt zu werden; aber für SEO-Artikel von Rand Fishkin und Co. würd ich sofort bezahlen; werd ich aber nicht, denn natürlich wird auch von Zong .at (noch) nicht unterstützt.
PS: Ich hab zwar keinesfalls vor, hier auf datenschmutz bezahlte Inhalte anzubieten, wär aber sehr dran interessiert, wie die werte Leserschaft dieses Thema grundsätzlich sieht? Besteht Zahlungsbereitschaft oder sind solche Mehrwert-Artikel grundsätzlich undenkbar? Und wie hoch wäre ein akzeptabler Preis für einen Artikel?
Ajax-lastige Templates, reichhaltige Bebilderung und komplexes Templating kennzeichnen moderne Webseiten. Für die Darstellung auf verbreiteten mobilen Devices eignen sich die häufig ganz und gar nicht ladezeit-optimierten Pages häufig dagegen recht schlecht, doch blog4mobile schafft Abhilfe: der kostenlose Service bereitet RSS-Feeds so auf, dass die Ladezeiten selbst mit Nicht-UMTS Handsets im erträglichen Rahmen bleiben.
Machen Sie Ihren Blog mobil lautet der Claim der Seite, und dazu sind keinerlei technische Hintergrundkenntnisse erforderlich: die Betreiber haben größten Wert auf einen möglichst einfach bedienbaren Service mit sinnvollen Zusatzfunktionen gelegt, aber alles der Reihe nach. Zwingend erforderlich sind lediglich die Eingabe von Blog-URL, RSS-Feed und E-Mail Adresse. Wer vor der Registrierung eine Vorschau seines künftigen mobilen Blogs sehen möchte, erhält diese sofort. Nach erfolgter Registrierung stehen weitere Optionen zur Verfügung wie die Auswahl eines Templates oder die (optionale) Eintragung ins zugehörige Verzeichnis mobiler Blogs. Außerdem können registrierte User diverse Werbemittel einbinden, die den Verstand eines WAP-Push-Links direkt vom Blog aufs Handy potentieller Leser erlauben. Dieser Service ist völlig kostenlos, funktioniert allerdings nur mit deutschen Handy-Providern.

Recht rudimentär geraten ist vorerst noch die Kategorien-Auswahl: Unterhaltung, Politik, Sport, Business, Technik und Tagebuch stehen zur Auswahl. Da die überwiegende Mehrzahl der Blogs sich nicht nur mit einem einzigen Thema beschäftigt, wäre eine Mehrfachauswahl an dieser Stelle durchaus zu begrüßen. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt - davon abgesehen ist der eigenen Accent in nicht mal fünf Minuten erstellt. Nach erfolgter Registrierung erhält man sofort eine URL, unter der die mobile Version hinkünftig erreichbar ist. datenschmutz erreicht man unter folgender Adresse: http://handyblogger.mobi/fs0005/
Den Entwicklern war klar, dass viele Blogger anstatt des Fulltext-RSS-Feeds nur gekürzte Beiträge anbieten. Praktischerweise verlässt sich blog4mobile aber nicht ausschließlich auf die RSSS-Infos, sondern liest auch bei gekürzten Feeds automatisch die vollständigen Beitragstexte aus. Damit stehen im Fall von WordPress zwar nicht die Inhalte statischer Seiten, aber in jedem Fall die Volltexte der Beiträge zur Verfügung - inklusive eingebundener Fotos, die auf passende Größe herab skaliert werden; youtube-Videos und andere eingebundene Multimedia-Inhalte fallen allerdings flach.
Derzeit dürfte es noch Probleme mit der Parsing-Technologie geben: bei mir wurde nur ein Drittel der Beiträge übernommen, die restlichen Texte in der Mobil-Version bestehen lediglich aus der Überschrift - hier sollten die Betreiber auf jeden Fall noch nachbessern. In den FAQs steht dazu:
Obwohl Blog4Mobile mit der eigens entwickelten Contentgrabber Technologie neben dem XML eines RSS-Feeds auch Inhalte aus den eigentlichen Blogseiten ausliest, kann es in Einzelfällen vorkommen, dass die Inhalte nicht vollständig bzw. unzureichend erfasst werden. In solchen Fällen empfiehlt es sich, auf den kostenlosen Dienst von Feedburner.com zurück zu greifen, der Ihre Bloginhalte einheitlich und vollständig aufbereitet und darüber hinaus auch einige Analysetools für Ihren regulären Blogfeed anbietet.
Update, 11.3.: Die Betreiber sind ausgesprochen flott beim Fixen von Parsing-Troubles - datenschmutz wird nun fehlerfrei mobil dargestellt. So schnellen Initiativ-Support hab ich noch nie erlebt - ich wollte eigentlich eine Mail schreiben, aber noch bevor ich dazu kam, meldete sich blog4mobile bei mir um mir mitzuteilen, dass man die Probleme bemerkt - und bereits beseitigt habe.
Am Format kann's in meinem Fall allerdings nicht liegen - der datenschmutz-Feed ist natürlich "feed-geburned", scheint aber trotzdem Schwierigkeiten zu machen.
Unter der Adresse http://www.handyblogger.mobi/ findet sich ein (ebenfalls mobiltaugliches) Blog-Verzeichnis. Registrierte UserInnen können nach Angabe von Adresse und vollständigem Namen die Aufnahme beantragen, aus Spam-Präventionsgründen wird jede Seite von der Redaktion vor der Freischaltung händisch geprüft.
Wie erwähnt befindet sich der Dienst derzeit in der Betaphase. Nach dem offiziellen Launch soll mit der Vermarktung der mobilen Blogs begonnen werden: jeder Teilnehmer soll mit bis zu 70% an den Werbeerlösen beteiligt werden. Klingt nach einem fairen Modell - ob mobile Blogs allerdings in absehbarer Zeit so beliebt werden, dass am Ende des Monats lukrative Summen auf der Abrechnung stehen, muss die Zukunft zeigen.
Derzeit befindet sich die Applikation noch im Beta-Stadium. Parsing Technologie, Usability und vor allem die Ladezeit beim Upload des eigenen Logos bieten noch Optimierungspotential - im großen und ganzen allerdings füllt blog4mobile bereits jetzt recht elegant eine eklatante Marktlücke: zwar existieren verschiedene WordPress-Plugins, die ebenfalls die News-Inhalte des Blogs für die mobile Nutzung optimieren, blog4mobile allerdings besticht einerseits durch die extrem einfache Bedienung und andererseits durch das integrierte Blogverzeichnis und sinnvolle Zusatzoptionen wie WAP-Pushes.
Letztens konnte - oder besser: musste - ich in den guten alten Verkehrsmitteln ein Telefonat mithören, oder zumindest zwei Drittel davon. Eine junge Dame so um die 25, offensichtlich im Marketing tätig und vorher Studentin an der WU, unterhielt sich mit einer Freundin über die persönliche Jahresplanung.
Zitat: "Ich bin gerade aus dem Urlaub in Kuba zurück und hab gestern zusammen mit meinem Freund unseren Sommerurlaub in Thailand gebucht - das sind so die Highlights meines Lebens für dieses Jahr, alles andere ist unspektakulär und fad." Das muss echt übel sein - soweit ich weiß, bekommt man als Angestellter ja grade mal 6 Wochen Urlaub im Jahr. Das heißt, 46 Wochen widerwillig arbeiten, um sich dann 6 Wochen entspannend zu können? Für mich ein unbegreifliches Missverhältnis und eine Situation, die ich nie auf Dauer akzeptieren könnte.
Klar ist die Lage am Arbeitsmarkt "schwierig" - das ist sie vermutlich immer. Und natürlich wären genug Leudde froh drüber, einfach irgendeinen Job zu haben... und selbstverständlich brauchen wir alle Kohle zum Leben, der eine mehr, die andere weniger. Und ich hab in den letzten 12 Monaten sicherlich keine sechs Wochen Urlaub gemacht - im Sinne von Gar-Nichts-Tun. Und ich hab auch nicht das geringste Bedürfnis nach mehr Freizeit: einfach deshalb, weil mir meine Arbeit unglaublich großen Spaß macht. Die Medien- und Blogberaterei ist ein hochgradig dynamischer Bereich, in dem sich ständig alles ändert - und zu je mehr Chefetagen sich das Wissen, dass eine Webseite nicht nur aus Code, sondern vor allem aus Kontext besteht, verbreitet, desto mehr Jobanfragen bekomm ich.
Meine eigene Arbeit funktioniert zu einem hohen Grad experimentell: Weblogs und Viralmarketing sind so neue Themen, dass es noch keine eingespielten Gesetze gibt, sondern eigentlich nur Best Practices. datenschmutz ist dabei meine persönliche integrierte Forschungs-, Entwicklungs- und PR-Abteilung: mein hier gewonnenes Wissen über Methoden und Praktiken, die effizient funktionieren, verkaufe ich an meine Kunden. Um erfolgreich zu sein, muss ich sozusagen immer am Ball bleiben - und das verhindert zuverlässig, dass jemals Fadesse aufkommt. Ich will keineswegs behaupten, dass für jede/n Medienfreak der Weg in die Selbständigkeit die ideale Option darstellt, aber ich bin im nachhinein sehr froh drüber, dass mich Red Bull seinerzeit beim vorzeitig eingestampften Givemewings-Projekt nicht anstellen wollte: denn das war damals der ausschlaggebende Grund für mich, mir einen steuerschonenden Gewerbeschein als Alternative zum Worst-of-both-Worlds Szenario "freier Dienstnehmer" zu holen.
Also nix gegen Urlaube in der Karibik, in Kuba und sonstwo - aber wenn's nach mir geht, lieber mit Notebook als ohne. Sonst müsst ich mich am Ende noch drüber beschweren, dass die Wochen im Freizeitparadies "unspektakulär und fad" waren... aber immer noch viel besser als umgekehrt!
Yeah! Die breiten Zeiten haben nun auch bei mir zuhause begonnen - am neuen Samsung 22-Zöller sieht das alles gleich viel übersichtlicher aus... jetzt hab ich bis zu drei Blogs nebeneinander Platz! Tja, die Technik macht multisensorische Input-Überladung so einfach wie nie zuvor. Acid Tekkno DJs wissen ein Lied davon zu singen (big up an Lego und Groove Bagasch für das gestrige Set in der Arena), Computernutzer dagegen weiten ihr Sichtfeld bloß im Mehrjahresabstand aus. Werden die Bilder in 10 Jahren direkt auf die Netzhaut projiziert? Oder verwenden wir dann all 50-Zoll Flatscreens? Ich bin gespannt, wenn ich das noch erleb'. (Ha. Die Phrase wollte ich schon immer mal zum Einsatz bringen.)
Die mobilkom bietet ihren KundInnen ab sofort Facebook am Hendi an, zum Anfixen erstmal gratis und dann via Datenvolumen... das könnte endlich mal ein Treiber werden für die mobile Netz-Nutzung und bei Tarifen mit wenig inkludiertem Datenvolumen ganz schön ins Geld gehen:
Diese Version wurde speziell für mobile Nutzung optimiert und bietet alle Networking- und Messaging-Funktionen. Die Nutzung von Facebookî mobil und das anfallende Datenvolumen sind für alle A1 und B.FREE Kunden bis 31. März 2008 kostenlos. Nach Ende des Aktionszeitraums werden die anfallenden Daten je nach Tarifmodell verrechnet.
Applikationen dürften wohl eher nicht funktionieren (Attack in der U-Bahn! Yeah!), aber in Zukunft laufen wir eh alle mit Asus EEEs statt Mobiltelefonieknochen rum, oder?
Ich hab mich ja schon mal gewundert, dass die besagte URL vor wenigen Wochen noch immer frei war... und man würde ja eher ein Angebot aus dem Rotlichtmilieu oder ein Kunstprojekt erwarten bei diesem Urwiener Schimpfwörterl. Stattdessen scheint ein Shop zu entstehen - den muss man im Augenwinkel behalten!
...hat zumindest einen Play-Button. Und/oder eine Autostartfunktion. Worin sich populäre Player allerdings im Detail unterscheiden, hat phlow dieser Tage näher untersucht: von Yahoo-Video bis Youtube wurden die Charakteristika digitaler Flimmerkisten übersichtlich zusammengefasst. Dabei geht's sowohl um die Bildqualität, die Usability als auch die angebotenen Extra-Features. Ich find übrigens den Brightcove-Player, der mir neu war, ziemlich gelungen.
Die dieswöchige Debatte zwischen Hillma und Oballery, äh, Hillary und Obama, verlief spektakulär unspektakulär, wie auf facts.ch nachzulesen ist - es handelte sich wohl um eine Mischung aus Untergriffen und Freundschaftsgesten, man weiß ja nicht genau, wie's auf demokratischer Seite weitergeht:
Obwohl sich Clinton jetzt Mühe gibt, wie eine liebe Tante zu wirken, wirkt sie als Figur weiter berechnend und kalt, und solche Attacken stärken ihr frostiges Image. Obama war denn auch, so scheint es, erkältet... Es bleibt abzuwarten, ob sich die Zeile "Change you can Xerox" dennoch als Anti-Obama-Bazillus durchsetzt, denn die Zeile ist spektakulär getextet.
In diesem großartigen Video über Scott "Spamkönig" Richter, der sich selbst als "high volume e-mail deployer" bezeichnet, und behauptet, dass sich seine Kundschaft beschwert, wenn das tägliche Viakkra-Mail ausbleibt. Sehr abgehoben! [gefunden bei Shoemoney]
In unseren Breiten tragen inzwischen die meisten Menschen ein Handy bei sich, also auch die meisten Unfallopfer. Eigentlich ein ideales Tool, um im Fall des schlimmen Falles eine Kontaktperson zu verständigen - aber woher weiß der Rettungsfahrer, wen er anrufen soll?
Die zu verständigende Person sollte im Telefonbuch unter dem Kürzel ICE - in case of emergency - abgespeichert werden, so die Idee, entstanden in Großbritannien:
Die Retter und Ambulanzfahrer haben bemerkt, dass bei Strassenunfällen die meisten Verwundeten ein Mobil-Telefon bei sich haben. Bei den Einsätzen weiß man aber nicht, wer aus diesen langen Kontaktlisten zu kontaktieren ist. Ambulanzfahrer haben also vorgeschlagen, dass jeder in seine Kontaktlisten die im Notfall zu kontaktierende Person unter demselben Pseudo einträgt.
Das international anerkannte Pseudo ist: ICE (= In Case of Emergency). Unter diesem Namen sollte man die Person eintragen, welche in Notfall durch Polizei, Feuerwehr oder erste Hilfe anzurufen ist.
Im deutschen Sprachraum wird allerdings stattdessen das Kürzel IN (im Notfall) empfohlen, sagt wikipedia:
Im deutschen Sprachraum wird statt "ICE" besser "IN" verwendet. Sowohl deutsche als auch österreichische Initiativen zum Thema verwenden dieses Kürzel, das auch als englische Abkürzung ("IN case of emergency") verwendet werden kann.
Dafür gibt es mehrere Gründe: In Großbritannien vermittelt unter dem Namen ICE eine kostenpflichtige Serviceleistung Kontakte zu Angehörigen. Der Begriff ist auch markenrechtlich geschützt. ICE hat international noch keine hohe Bekanntheit, es gibt keine Normierungsbestrebungen. Darüberhinaus wird die Abkürzung ICE im deutschsprachigen Bereich eher mit dem Bahnwesen (Intercity-Express) assoziiert.
Die Telefonbuchspeicher-Problematik dürfte im Zeitalter von UMTS endgültig gelöst sein, besonders Vorsichtige tragen also einfach beide Kürzel in ihr Telefonbuch ein.
Noch nie lag so viel Aufmerksamkeit auf jener Stadt, welche die Verpackung klassischer Würste zu einem Teil ihres Namens gemacht hat. Zwar hat der G8 Gipfel noch gar nicht begonnen, das tut vorauseilenden Krawallen indes keinen Abbruch. Manchmal muss es aber gar nicht nackte Gewalt sein - was den DarmstädterInnen dieser Tage in den Briefkasten flatterte, erinnert an eine Schlingensief-Aktion und erfreut die Herzen friedliebender G8-Gegner.
Ein hochoffiziell aussehender Brief fungiert als Stein des Anstoßes, wie die Frankfurter Rundschau berichtet:
Darmstadt (dpa/lhe). Eine Fälschung als Protest gegen den G8- Gipfel: In Darmstadt haben Unbekannte in Schreiben mit Briefkopf der Stadt die Bevölkerung aufgerufen, während des Gipfels "auf unnötige Mobiltelefonate" zu verzichten. Dies helfe den Behörden, terroristisch relevante Gespräche zu erkennen, hieß es in dem Brief, der am Donnerstag im Stadtgebiet verteilt wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen.
Doch damit nicht genug - das Schreiben forderte die DarmstädterInnen weiters auf, nach Einbruch der Dunkelheit unaufgefordert (!) ihre Ausweispapiere vorzuzeigen. dafacto, das Darmstädter Rathaus-Journal, weiß genaueres und darf sich dank des G8-Gipfels wohl auch eines neuen Besucherrekords erfreuen:
Auch wird aufgefordert, "nach Einbruch der Dunkelheit der Polizei unaufgefordert Ausweispapiere vorzuzeigen". Zudem müssten Abonnenten bestimmter überregionaler Tageszeitungen und Wochenzeitungen "mit der Überprüfung ihres Briefverkehrs sowie verspäteter Zustellung rechnen". Das Bürger- und Ordnungsamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt weist darauf hin, dass es sich bei diesem Unsinn um eine anonyme Fälschung handelt. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat die Polizei eingeschaltet, die ihre Ermittlungen bereits aufgenommen hat.
Sebastian Schuster hat einen Scan des Briefes auf seinem Blog. Auch wenn die Polizei nicht zu schmunzeln vermag: die Unbekannten, die hier am Werk waren, haben die klassische Technik des Hoaxes benutzt: nicht bloß, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern in erster Linie, um eine sehr direkte Art der Bewusstseinsbildung zu betreiben. Überwachung steht heutzutage an der Tagesordnung, der Sicherheitsaufwand bei G8-Gipfeln ist gewaltig - so hoch, dass der inkriminierte Brief vielen gar nicht als Fälschung erschienen sein wird. Und wenn die Aktion bei den Betroffenen ein Gefühl der Beklemmung und Unfreiheit hervorruft, dann haben die G8-Gipfel Gegner viel mehr erreicht als durch brutale Straßenschlachten mit der Polizei.
Da werd ich doch gern zum unbezahlten Werbeblogger: als alter Datenfreak freut man sich ja über den allgegenwärtigen Netz-Access, und für meine persönlichen Kommunikationsbedürfnisse gibt's einfach nur ein Gerät, dass auf "Kurzstrecken" den Laptop ersetzt: meinen hoch geschätzten Nokia Communicator.
Es schaute eine Weile ja so aus, als ob Nokia das geniale Konzept "Aufklappen im Querformat" ad acta gelegt hätte. Der weibliche Teil meiner Bekanntschaft und sämtliche Strechhosenträger konnten ja ohnehin nie verstehen, warum ich mit Freude einen Gerät von der Form eines mittleren Ziegelsteins mit mir rumschleppe. Dafür gibt's genau zwei Gründe: ich bin geschätzte ein bis zwei Generationen zu alt, um das T9-Interface nicht als Notbehelf wahrzunehmen. Und der 9300er schafft elegant den Spagat zwischen minimal notwendigem Platz für Quertz und maximal erträglicher Bauform.
Allen Interfacetheoretikern zum Trotz: Zeichenerkennung ist die Hölle, darunter habe ich einige Palm-Generationen lang genug gelitten. (An alle Youngsters: ja, wir trugen damals immer Handy UND PDA zugleich mit uns rum. Hat eine paar Jahre gedauert und viel Hosensack-Wärme gebraucht, bis die beiden Geräte untrennbar verschmolzen sind).
Die Kombination von perfekter nativer IMAP-Unterstützung, QUERZ-Tastatur und brauchbarem mp3-Player entspricht bis jetzt trotz Verzicht auf UMTS besser meinem mobilen Kommunikationsbedürfnis als jedes 3G Gerät - umso besser, dass Nokia die Reihe mit dem E90 nun doch fortsetzt, denn der bietet alle bisher fehlenden Features. GadgetGuide hat erste Infos:
GPS, WLAN und UMTS/HSDPA gehören zum Funktionsumfang des neuen Nokia E90 Communicators, neben der 3,2 Megapixel Kamera. Durch den GPS-Chip kann das E90 auch mit der neuen Navigationssoftware von Nokia, Nokia Maps eingesetzt werden.
GPS und UMTS und Kamera? Klingt gut, hoffentlich hat Nokia auch an der verbesserungswürdigen Schmutz-Abdichtung des Front-Displays und der Gehäusestabilität gearbeitet. Und der Prozessor könnte ein paar Hertz mehr ganz gut vertragen... ich kann's ja kaum erwarten, den neuen in die Finger zu kriegen - kann wohl dauern, bis das Gerät in Österreich offiziell im Handel ist. Golem.de hat die bisher bekannten technischen Daten.