| 14. Dezember 2009 | ||
| 18:00 | bis | 19:00 |
Das Hochkultur-Karussell dreht sich unerbittlich weiter - die neben Cannes und der Oscarverleihung drittwichtigste Veranstaltung der internationalen Kinowelt findet zum Jahresausklang nach der frenetisch bejubelten Premiere im Sommer ihre Fortsetzung mit einem Weihnachts-Special. Die Impresarios aus dem Umfeld der Forschungsgruppe Internet zeigen und kommentieren Netz-Clips zum Thema Das Sakrale und das Profane: Christmas revisited. Aufgrund dieses zu Profanity (engl.: Fluchereien) und wilden sexuellen Ausschweifungen neigenden Themas sollten selbst volljährige Besucher gute Nerven ins Museumsquartier mitbringen.
Update: Um 18:30 geht's los mit dem Tweet-Up, die Fest-Gala startet dann pünktlich um 19:30 Uhr im Raum D des Wiener Museumsquartiers. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, für freie Platzwahl kann dennoch kaum garantiert werden. Der Programmablauf:
18:30 X-Mas Tweet-Up (Smartphones, Netbooks und andere internetfähige Geräte bitte beim Security Check-in abgeben!)
19:30 Begrüßung des Publikums und der Pressevertreter durch Jana Herwig, Künstlerische und kaufmännische Leiterin der Wiener Online-Video Filmfestspielreihe (im Volksmund "Youtube Kino"), Gremiumsmitglied des Vorstands des österreichischen Internetrats, Microblogging-Forscherin und Promi-Bloggerin.
19:03 Filmprogramm mit Erläuterungen der Kuratorinnen und Kuratoren (Details folgen)
19:58 Podiumsdiskussion mit Vertretern der österreichischen Film- und Musik-Urheberrechtsgesellschaften. Moderation: Sigrid Jones
19:59 Diskussion: Das Publikum hat Gelegenheit, sich Fragen für das gemütliche Zusammensein anschließend auszudenken
20:00 Verabschiedung des Publikums und der Kuratoren durch den ersten Wiener Twitter-Chor.
Anschließend Afterparty, ebenfalls im Raum D. Motto: "Kein Networking". Dresscode: Als Vogel verkleidet kommen! (Anm.: Für ORF Moderatorinnen keine Verkleidung erforderlich.)
Achtung: KEIN NETWORKING im Anschluss. Wenn Sie Leute treffen, die Sie schon von anderswo kennen - fein. Unterhalten Sie sich. Wenn nicht, auch gut. Mit weniger Visitenkarten passt die Geldtasche sowieso leichter in den Hosensack.
Event-Einträge auf Facebook: TweetUp | Youtube Kino
Unser Lieblings-Online-Radio soll die Räumlichkeiten im Museumsquartier räumen. Das quartier21/MQ möchte die Play.fm Lounge bereits am September "anderweitig" nutzen und hat den Vertrag mit Play.fm daher nicht mehr verlängert. Dabei gibt es keinen besseren Platz für das semi-öffentliche Radiostudio als das am Reißbrett entworfene Herz der Wiener Kulturszene - daher haben wir gestern auf Facebook eine Support-Gruppe gegründet, der in bis dato in den ersten Stunden bereits 404 (!) User beigetreten sind, weitere Unterstützerinnen und Unterstützer sind natürlich hoch willkommen!
Play.fm verschreibt sich ganz der DJ-Kultur: einerseits werden diverse Sets aus Clubs präsentiert, andererseits legen Gast-DJs jeden Tag live in der Lounge auf, die Streams sind live, aber auch on demand verfügbar. Seit dem kürzlich erfolgten Relaunch der Homepage bietet der Player aufgefeilte Annotations- und Crowd-Sourcing-Playlist Features. Das Repertoire an nach Genres geordneten Sets und Radioshows ist mittlerweile riesig und fast schon sowas wie das "DJ Wayback-Archive" der elektronische Musikszene. Siehe dazu dieses Video, in dem Georg Hitzenberger Play.fm vorstellt:
http://www.vimeo.com/5994159Die Lounge im Museumsquartier funktioniert als ideale real-life Extension und beliebter Treffpunkt der Wiener Musikszene - der geplante Rausschmiss kommt für Play.fm äußerst ungelegen:
Seit über 5 Jahren bereichert Play.fm mit seinem täglichen Live Radioprogramm und den Ausstellungen junger Künstler das kulturelle Angebot im MQ. Mehr als 70 Sendungsmacher präsentieren seit 2004 unentgeltlich jedes Monat ihre Sendungen live in der Play.fm Lounge, tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit sind in den Aufbau des Radiobetriebs geflossen, und das soll jetzt plötzlich ein Ende haben?
Betrieben vom gemeinnützigen Verein "Play" ist die Play.fm Lounge immer ein Raum für Experimente geblieben und bietet im Gegensatz zum sonstigen kulturellen Angebot des MQ spannendes Programm für kleinere Zielgruppen. Sollte Play.fm tatsächlich ausziehen müssen, würde die kulturelle Vielfalt, die wir am MQ so schätzen, großen Schaden nehmen.
Wir fordern daher, dass Play.fm im MQ bleibt!
Was kann man tun? Ein Beitritt zur Play.fm Gruppe wäre toll, und wer den Ausdruck seines Missfallens auch analog zum Ausdruck bringen möchte, ist herzlich eingeladen zu den Play.fm Movement Days: am 20./21./22. August wird die Creme de la Creme der Wiener DJ-Szene jeweils von 18:00 Uhr bis Open End unter dem Motto "70 DJs, 33 Sendungen in drei Tagen" die letzten fünf Jahre zelebrieren.
Zum Abschluss des Semester lud die Forschungsgruppe Internet (= studienübergreifende Crew außergewöhnlich netz-affiner DoktorandInnen) ins Museumsquartier. Aufgrund der aprilartigen Wetter-Unbeständigkeit wurde der Kurzfilmabend in den Raum D verlegt. Thematische Klammer an diesem inhaltlich sehr breit gestreuten Abend war das Thema "Fake" - jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer stellten zwei bis drei kurze Clips vor und erklärten, was die einzelnen Filmchen mit dem Thema Fake zu tun haben.
Die gesamte Playlist mit allen vorgestellten Beiträgen gibt's bei Jana. Mir hat der Abend großen Spaß gemacht und ich würd diese Youtube-Kinosession gerne mal wiederholen. Hier ein paar lose zusammengeschnittene Statements der KuratorInnen:
| 7. Juli 2009 | ||
| 20:30 | bis | 22:00 |
Was im Internet veröffentlicht wird, *muss* einfach wahr sein! Getreu ihrem Motto hat die interdisziplinäre Dissertandengruppe Internetforschung ein abendfüllendes Internet-Video-Programm zusammengestellt. Das Motto lautet Fake! Realität und Illusion, dazu werden die Bücherwürmer von der Uni (ich darf das so abwertend sagen, bin schließlich selber einer) in bester Hip Hop Jam Tradition auch die eine oder andere Wortspende droppen. Und bei dem vielen Niederschlag momentan können wir ja eines lauschigen Sommerabends fast sicher sein!
Das Spektakel beginnt mit Einbruch der Dämmerung, also ca. 20:30 Uhr auf der Wiese vor dem Quartier 21. (Wiese mag ein wenig euphemistisch sein - der Rasentreifen zwischen MQ und 2er Linie ist gemeint, also außerhalb der MQ-Festungsmauern.) Das Detailprogramm sieht folgendermaßen aus:
Vorbei ist die Show um 22:00, danach gibt's kurz Gelegenheit für Autogramme und Reflexion. Sollte Schlechtwetter notwendig sein, übersiedelt das moderne Kabarett in den Gang des Quartier21.
PS: Letztendlich haben wir uns dann doch gegen das Autokino am Rande von Donaustadt und fürs MuQa entschieden. Aber nur wegen der Anreise.
In der vergangenen Woche habe ich weniger RSS-Meldungen gelesen als üblich, weniger Tweets geschrieben, kaum Status-Updates an Facebook geschickt und meine Nase stattdessen in FTP-Clients, Text-Editoren und dergleichen gesteckt. Ziemlich tief sogar - das Resultat dieser exegetischen ASCII-Tätigkeiten nennt sich noxed 3.3 und fungiert bis zur nächsten Design-Ablöse als mein neues Template für datenschmutz und datadirt. Überaschender- und schockierender weise hat sich allerdings die Erde trotz mehrerer Server-Downtimes weitergedreht und mit ihr auch die Blogosphäre. Mit anderen Worten: rückblickend betrachtet gab es News!
Nein, hier geht's nicht um die Feuerwehr, sondern um den Brääänd. Also die Marke, in diesem konkreter um die Eigenmarke. Dan Schawbel, eine Kapazität auf dem Gebiet des Personal Branding (früher auch als "strategische Eitelkeit" bzw. "Rampensau-Faktor" bekannt), hat auf Mashable einen Gastartikel mit 5 Instant-Tipps zur Fundamentlegung des persönlichen Internet-Königreichs veröffentlicht. Am besten gefällt mir Tipp Nr. 4 in seiner geradlinigen Eindeutigkeit: "Have a reputation management strategy":
Do you have a system in place where you're reacting to comments in a specific way? For instance, if someone tweets something negative associated with your brand, how are you responding? Depending on what is said, it might be wise or foolish to respond back. If someone says something positive, I think you should at least say "thank you" and if you’re lucky, you might even get an endorsement out of it.
Mashable for Dummies, aber durchaus im positiven Sinn: welche Schritte muss ich beachten, wenn ich einen Veranstaltung mit Social Media Tools und Strategien planen bewerben möchte? Und welche Werkzeuge eigenen sich? Ben Parr hat die Antworten:
Events, whether they are a local tweetup, a championship game or the world’s largest conference, can be notoriously difficult to plan, promote, and execute. But the end result can be amazing, and that is why we plan them in the first place.
Da stehen vor allem für Newbies ein paar gute Tipps drin - dass Facebook mittlerweile E-Mail und SMS als beliebtestes Event-Promotion-Tool abgelöst hat, seh ich in meinem Umfeld jedenfalls sehr deutlich!
Max' Inhaltsanalyse einer aktuellen ÖBB-Anzeige in der Kronenzeitung bringt wohl jeden regelmäßigen Bahnfahrer zum Schmunzeln:
Die ÖBB braucht für die Strecke Wien-Salzburg mit ihrem Vorzeigeprodukt "Railjet" 2 Stunden, 38 Minuten. Die Deutsche Bahn braucht für die vergleichbare Strecke Berlin-Hamburg 1 Stunde, 36 Minuten! Die Deutsche Bahn ist auf der gleichen Streckenlänge um eine Stunde schneller!
Tja, Max versteht halt nicht, dass visionäre österreichische Politiker in Zeiten einer schwächelnden Auto-Industrie nach immer neuen Wegen suchen, potentielle Kunden vom Bahnfahren abzuhalten!
Genug von bit.ly und Co.? Dann wird's möglicherweise Zeit für ein wenig Abwechslung: wie wär's denn mit den kürzest möglichen Short-URLs überhaupt? Uni-Code und tinyarro.ws machen's möglich, aber ob sich jemand traut, auf eine Adresse zu klicken, die aus einem Pfeil und einem eigenartigen Zeichen besteht, ist eine andere Frage. Dann vielleicht doch lieber eine baconized Adresse?
Bacn.me is a public service from the folks at Bacn.com. We love bacon so much we just had to bring you a way to share the love too.
Sie sind Veganer und mögen romantische Literatur? Dann auf zu Dickensurl.com! Die resultierenden Links bestehen aus Charles Dickens Zitaten und sind nicht wirklich kurz, aber äußerst abschreckend. Aber auch wer die kurze Version verwendet, kommt am Zitat nicht vorbei... mein aktueller Favorit ist jedenfalls qurl.cc: kein Funfaktor, aber schnell, laufend erweitert und äußerst SEO-freundlich.
Twitseeker tut sich - hervor, und zwar ganz gewaltig. Der äußerst praktische Service vereinfach das Auffinden thematisch verwandter Personen ungemein. Besonders angetan hat's mir die "Advanced Search": hier kann man sowohl nach Boole'schon Wortkombis als auch nach geographischer Entfernung forschen. Twitseeker durchstöbert dazu wahlweise Tweets oder Profile, und das beste kommt zum Schluss: bis zu 50 Tweepern kann man bequem mit einem Mausklick nach Passworteingabe folgen. Immer brav das 20%-Limit beachten (man sollte maximal 20% mehr Leuten followen, als einem selber folgen) und die maximal 100 Requests pro Stunde beachten, dann kann eigentlich nix mehr schief gehen:

Aber auch beim Originator selbst gibt's News: letzte Woche wurde das Interface um zwei neue Features ergänzt: in der rechten Seitenleiste finden sich nun Suchbox sowie die aktuellen "trending topics", die man auf Wunsch aber auch ausblenden kann.
Für eher visuelle Typen hab ich von Max einen guten Tipp bekommen: VisibleTweets.com gehört definitiv zu den stylisheren Vertretern der "Twitterwall"-Zunft: nach Eingabe eines oder mehrere Tags bietet das Script drei verschiedene Visualisierungen, die gerade recht kommen - denn die Live-Twitter-Walls werden als Veranstaltungs-Gadget immer populärer. Ebenfalls zum Einsatz wird das Tool am 5. Mai bei der 2. Digitalks-Auflage zum Thema Twitter und Co. kommen - eine ausgiebige Link-Nachlese der diversen Tools und Mash-Ups, die beim April-Termin vorgestellt wurden, hat Luca zusammengestellt. Ich hab am kommenden Dienstag ebenfalls wieder die Ehre und das Vergnügen, im Wiener Museumsquartier ein bisschen aus dem Twitter-Marketing Nähkästchen zu plaudern.
Und wer sich schon mal die Frage gestellt hat, ob man denn auch irl twittern kann, dem sei dieses College Humor Video ans 140-Schläge-Pro-Tweet-Herz gelegt:
Keine Woche ohne neue SEO-Domain-Verkaufsnews: diesmal ging seo24.de über den Ladentisch, immerhin für 1.500 Euros. Gratis gibt's dafür einen anonymen Redirect!
Teurer zu stehen kommen manchen Webmaster da schon eingehende links, aber was eingeht, muss irgendwo anders bekanntlich auch ausgehen. "Halb so wild," meint SEO-United.de, und da kann ich nur zustimmen:
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ausgehende Links derzeit keinen ernst zu nehmenden Einfluss auf das Ranking haben. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass Google bald aktiv gegensteuert. Wenn man in der Lage ist, wirkliche Empfehlungen von gefakten Links zu erkennen, wird Google dieses auch tun. Bis dahin werden Webmaster wohl weiterhin nichts zu verschenken haben bzw. Mitbewerber nicht unterstützen...
Das SEO-Handbuch berichtet über einen interessanten Domain-Verkauf: Ma.tt bzw. WordPress hat WP.com vom Vorbesitzer Yahoo übernommen, der Preis ist nicht bekannt. Und dann war da noch die neue Suchmaschine, die Stephen Wolfram von Wolfram Research vor kurzem vorgestellt hat. Natürlich geht's wieder mal um Semantik, das Konzept erklärt der Meister in einem fast zweistündigen Video. Spannender wird's allerdings, wenn man WolframAlpha dann auch tatsächlich benutzen kann: derzeit steht da nämlich noch "Launching May 2009.".
Die Ästhetik von Skate-Videos gehorcht bewusster in Abgrenzung zur filmischen Mainstream-Stilistik einem durchwegs stringenten Stilkanon, der gewiss ein taugliches Doktoratsthema für Filmwissenschaftler abgäbe. Dass es auch ziemlich anders geht, zeigen die Fibro Twins in ihrem Musikvideo zu Ian Naismith' "Fire Pit Hunt":
Ian Naismith is an experimental ethnoambient composer based in Florida. His music is an amalgam of acoustic ethnic, world electric, ambient, progressive rock, and jazz fusion wrapped within a fourth world vibe. You can visit his website and purchase his deliciously unique music at ethnoambient.com/.
Ach ja, noch ein kurzes: technisch nicht ganz so ausgefeilt, aber inhaltlich umso überzeugender: es gibt sie nämlich doch, die Bremer Stadtmusikanten! Behold: "Rat on a cat on a dog, crossing the street":
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Wochenrückblicks angelangt - danke für Ihre Aufmerksamkeit respektive Whuffies! An Feedback zum neuen Blogdesign bin ich natürlich sehr interessiert, nähere Details zu einigen der Tools und Plug-Ins, die ich verwendet habe, folgen nächste Woche - und das angekündigte Video mit Hannes Swoboda ebenfalls. In diesem Sinne: einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!
Früher waren spontane Menschenansammlungen unmotiviert und hießen Flash-Mobs, dank Micro-Blogging findet sich inzwischen so gut wie immer ein Grund für temporäre Verlagerung der Kontaktpflege vom Netz nach IRL. Am Donnerstag lud Jana aka @digiom in die Electric Avenue: vor der WienWeb 2.0 Installation wurde eine Flasche Prosecco geköpft (okay: entkorkt), um das 5.555ste Tweet-Update von Jana zu feiern:
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Man kann nicht dauernd nur arbeiten - zwischendurch muss man schließlich auch mal reflektieren, wie und warum man arbeitet. Prokrastination per se ist nämlich weder Schlüssel zum Erfolg noch zur Zufriedenheit. Die spannendsten Medienprojekte sind an der Schnittstelle von Technologie, Wissenschaft, Unterhaltung und Kunst angesiedelt, und mit diesem Job-Biotop beschäftigt sich das Festival Coded Culture von 27. bis 31. Mai in Wien und von 14. bis 18. Oktober in Yokohama.
Österreich fungiert als Gastgeber für das mehrtägige Symposium, in Japan wird die zugehörige Ausstellung präsentiert. Die binationale Veranstaltung findet im Rahmen des offiziellen "Österreich-Japan Jahres 2009" statt, das ausgerufen wurde, um 140 Jahre diplomatische Beziehungen (ich wusste gar nicht, dass unsere Kontakte zum Reich der aufgehenden Sonne so jung sind) zu zelebrieren.
Veranstaltet wird die Exploration der kreativ-kommerziellen Sphäre von der Gruppen 5uper.net:
Im Mittelpunkt steht eine neue Generation von Medien- und Entwurfskulturen und deren kreative Praktiken. Vielfältige Szenen und Projekte, die unter Zuhilfenahme von elektronischen Medien neue Anwendungsbereiche schaffen, werden vernetzt und für Außenstehende zugänglich gemacht. [...] Eine noch nie dagewesene Anzahl japanischer KünstlerInnnen, KuratorenInnen und WissenschaftlerInnen wird in Wien ihre Erfahrungen und ihr Wissen im Rahmen des Symposiums (28. – 31. Mai) und der Ausstellung (27. Mai – 07. Juni) von Coded Cultures mit KollegInnen aus Österreich, Europa und einem interessiertem Publikum austauschen. Um die kulturellen Beziehungen beider Länder zu intensivieren, sind schon im Vorfeld des Festivals zwei Künstler und ein Wissenschaftler als Artist in Residence bzw. Professor in Residence in Wien anwesend.
2004 fand die Premiere des Festivals statt, damals noch unter dem Titel "Decoding Digital Cultures". Der Schwerpunkt des im Wiener Museumsquartiers angesiedelten Vereins liegt auf der teilnehmenden Erforschung neuer Medien und auf der didaktischen Aufbereitung der Ergebnisse, die diesjährigen vier Themenbereiche tragen so buzzige Namen wie Designing Complexity, Assembling Things, Expanding Locality und Creating Proto-Culture:
5uper.net besteht aus ProduzentInnen die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine erforschen, existierende Medienkanäle optimieren sowie neue Kommunikations-, Distributions- und Diskursformen entwickeln. Seit 2003 vermittelt die Gruppe in Form von Ausstellungen, Workshops und Symposien die Themenbereiche, die sich im Umfeld von Medienkunst und den Hybridbereichen zwischen Kunst und Technologie bewegen.
Weitere Infos über die Aktivität von 5uper.net gibt's im Newsfeed, persönlich trifft man die Proponenten am besten beim sonntäglichen MedienKunstCafe. Hier der genaue Terminplan:
Pressekonferenz: 27.05. 2009, 10.30 Uhr, Freiraum / quartier21 – MQ
Eröffnung: 27.05. 2009, 19.00 Uhr, Freiraum / quartier21 – MQ
Ausstellung: 28.05. – 07.06. 2009, Freiraum / quartier21 – MQ
Symposium und Präsentationen: 28.05. – 31.05. 2009, MUMOK – MQ
Abschlussveranstaltung und Party: 31.05. 2009, 20.00 Uhr, Hofstallungen – MQ
| 25. November 2008 | ||
| 18:00 | bis | 22:00 |
Jan A. Pocynek lädt am 25. November ins Museumsquartier zum ersten Wiener Punsch-O-Rama. In Anlehnung an das Open Space Prinzip ist dabei jede/r fürs eigene Häferl Punsch zuständig, die Messe zu Ehren des Heiligen St. Punschius beginnt um 18:00 Uhr und endet, wenn der letzte Schneemann geschmolzen und das letzte Häferl leergetrunken ist. Oder der Adventmarkt im Museumsquartier zusperrt.

Im Museumsquartier lud der österreichische Privatsender ATV gestern Abend zur Programmpräsentation. Der offizielle Teil verlief sehr zügig, nach einem kurzen und gelungenen Live-Auftritt der A Capella Heroes Bauchklang begann der ausgedehnte inoffizielle Part. Und Fernsehpartys sind nun mal um einiges glamouröser als Internet-Events - in der Hinsicht können Geeks definitiv nicht mithalten. Sehr gelungen auch das visuelle Setup in der Halle E: Strukt projizierten ihre organisch-verspielten Visuals auf mehrere Leinwände, darunter eine riesige, geschwungene Konstruktion, die mittels eines überdimensionierten Touchscreens (siehe Titelfoto) von Besuchern mit Logos und Botschaften beschickt werden konnte.
Programmtechnisch gab's wenig Überraschungen: ATV setzt weiterhin auf die Quotenbringer Doku Soaps und auf Dominic Heinzl, den Meister des losen Mundwerks - der war natürlich auch mit seinem Kamerateam bei der Arbeit. Spannend wird's ab Jänner im österreichischen Bewegtbild-Internet, wenn ATV die erstmals am vergangenen Wiener Barcamp präsentierte neue Videocommunity launcht. Für early birds wird's natürlich hier am Blog im Dezember einige Beta-Keys geben.
Einziges Ärgernis des Abends: ich hätte eine brauchbare kleine Digitalkamera einstecken sollen... denn so blieb mir nur das Handy für zwei Erinnerungsfotos - und bei dem schummrigen Licht reicht's gerade mal für Wiedererkennbarkeit.
Katrin Lampe zog in einem grandiosen silbernen Abendkleid ziemlich viele Blicke auf sich.

Wieder was gelernt: Sascha Walleczek tanzt gerne - ihr hat die Party anscheinend auch gut gefallen.

Für die passende Soundkulisse sorgte Samir H. Köck.
Das Catering war selbst für Buffet-Verwöhnte Feier-Profis ein absolutes Highlight. Von Copaloca habe ich nur die ausgezeichneten Vorspeisen mitbekommen, weil ich später mehrmals zu Gast am Asia Buffet, powered by Indochine 21, Halt machte - das war definitiv das beste Rote Rindercurry meiner bisherigen kulinarischen Laufbahn. Danke and Judith und ATV für die Einladung, war ein spitzenmäßiger Abend.
| 26. August 2008 | ||
| 19:30 | bis | 22:30 |
Die q/uintessenz lädt am heute zum q/talks in den Raum D des Museumsquartiers: aus aktuellem Anlass stellt Georg Markus Kainz brisante Fragen zu den Themen Datenschmutz, Bürgerrechte und Überwachungsstaat an vier Parteikandidaten: Martin Prager (SPÖ), NR Peter Pilz (Die Grünen) und NR Peter Fichtenbauer (FPÖ) haben bereits zugesagt, bei BM Maria Fekter (ÖVP) wurde angefragt. Diese Veranstaltung erfreut mein Herz, denn in Zeiten von Wahlzuckerln, Diskussionen über Steuernachlässe und wahlwerbender Beihilfe-Erhöhungen geht das Thema Datenschutz gerne unter: zu komplex sind die Zusammenhänge, als dass sie sich auf publikumstaugliche Plakat-Slogan-Größe schrumpfen ließen.
Wann immer in einem Krimi die Polizei ihre Befugnisse überschreiten möchte, wird diese mit den Worten legitimiert: "Sie haben ja nichts zu verbergen" - Jeder der auf seine Rechte besteht macht sich damit automatisch verdächtig. Dieser laxe Umgang mit unseren Rechten erinnert fatal an Strategien nach dem Anschluss.
Diese Argumentation dürfe jeder, der schon mal gegen die Mauer der Datenbürokratie angerannt ist, aus eigener Erfahrung kennen: da gibt's Beispiele, bei denen einem schlecht wird: da hat etwa mal vor Jahren ein Polizist dem kleinen Bruder eines Bekannten am Bahnhof ein Klappmesser abgenommen, als dieser zwölf war - gemacht hat er damit gar nix, also keine Rede von "offiziellem" Eintrag. 15 Jahre später, also mit 27, steht derselbe Typ auf der österreichischen Polizeiwache im Zuge einer Einvernehmen, als der Polizist zu ihm sagt: "Sie kennen wir ja schon, da war doch damals diese Messersache." Datenlöschung laut Gesetz? Die konnte sich anscheinend schon vor dem Zeitalter der Terrorismusangst niemand leisten - und die Schlingen werden gezielt enger gezogen:
Schrittweise werden immer mehr Bereiche unseres Lebens elektronisch überwacht. Neben Videoüberwachung öffentlicher Plätze und dem öffentlichen Verkehr wird auch der Individual-Verkehr durch Section-Control, Autobahn-Maut und Nummerntafelerfassung immer lückenloser überwacht. Durch Speicherung der Verbindungsdaten werden unsere Emails, unser Surf-Verhalten und unsere Telefonate überwacht.
Ich hoffe, dass BM Maria Fekter erscheint, denn die amtierende Innenministerin hätte mit Datenschützer Peter Pilz wohl so manches Henderl zu entfedern... Ziel der Veranstaltung ist es jedenfalls, klar Fronten zu schaffen: und vielleicht traut sich ja sogar jemand zu sagen, dass er für die uneingeschränkte Totalüberwachung steht:
Wahlkampf ist Wahlzuckerzeit und wir wollen wissen, wer unsere Bürgerrechte mit entsprechendem Respekt betrachtet und auf Augenmaß und Demokratie achtet. [...] Auf unseren Datenschatten haben wir weder Einfluss, noch Möglichkeit vor diesem zu entfliehen. Unser Preis ist ein transparentes Leben und der Verlust unserer persönlichen Freiheit.
Der Einlass beginn um 19:00, die Diskussion um 20:00 Uhr. Und so kommt man zum Raum D respektive zum Quartier 21: Lageplan.
| 28. Juni 2008 | ||
| 12:00 | bis | 17:00 |
"Das einzige, was Kunst wirklich kann, ist Realität darzustellen, ohne sie darstellen zu müssen“, sagt Johannes von der Kunst-Neigungsgruppe monochrom. Am Samstag veranstaltet daher monochrom die erste Zombie-Zivilschutzübung Österreichs. Dem Künstler David Fine, der ursprünglich damit begann, die Bevölkerung ein ausgewählten Städten auf den Ernstfall einer Zombie-Invasion vorzubereiten, geht es vor allem um die Schaffung von Bewusstsein: wenn die Zombies dann wirklich kommen, soll niemand sagen, er sei überrascht worden. Gegessen vielleicht, aber nicht überrascht!
Wer mit marschieren möchte, kann sich am kommenden Samstag ab 12:00 im monochrom-Büro im Museumsquartier Make-Up technisch in einen echten Untoten verwandeln lassen, und zwar ganz im klassischen Horrorfilm-Stil. Anschließend formiert sich der Mob und walzt ab 14:15 plündernd und mordend und Menschenfleisch-fressend Richtung Mariahilferstraße. Die genaue Route: MQ - Mariahilfer Straße (bis Libro) - Gumpendorfer Straße - Karlsplatz - Oper - MQ. Natürlich mangelt es nicht an theoretischer Unterfütterung:
Zombies bewegen sich meist auf einem bestimmten Pfad. Dieser Pfad mag beinahe geplant wirken, aber er könnte ebensogut willkürlich sein. Zombies haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Sie riechen silbernes Gaffer-Band. Sollte Textilklebeband am Torso eines Passanten oder einer Passantin gefunden werden, dann werden die Zombies angreifen, die Kleidung besudeln und das Gehirn essen. So wird die Zombie-Horde größer. Und größer. Und größer. Sie wälzt sich einer gottlosen Fleischmasse gleich durch die hellgrauen Straßen der dunkelgrauen Stadt. Hat sie ein Ziel? gewiss.
Vergangene Woche, gerade rechtzeitig vor Sommerbeginn, hat PLAY.FM bereits das 10.000. (in Worten: zehntausendste) DJ-Set online gestellt - damit ist und bleibt das ambitionierte Wiener Projekt das größte legale Audioarchiv für Clubmusik. In der Tat gibt's mittlerweile kaum einen großen Namen, zu dem sich nicht mindestens ein Eintrag im riesigen Archiv findet. Zum Jubiläum hat sich die Redaktion mal genauer im Gesamtbestand umgesehen und die beliebtesten Sets identifiziert.
Die komplette Liste umfasst Namen wie Juan Atkins, Kid Koala, Larry Heard, Derrick May, DJ Hell, DJ Marky, Anthony Shakir und Kevin Saunderson, um nur einige zu nennen: all diese Sets rufen registrierte play.fm UserInnen per Mausclick ab; und dann ist da natürlich noch das allabendliche Live-Programm, das nach dem Grundsatz des "open radio" gestaltet wird. Die play.fm Lounge im Museumsquartier ist nicht erst seit den EM-Übertragungen beliebter Abhäng-Treffpunkt geworden. Seit April sind Georg und sein Team auf play.fm/loungeblog/ unter die Blogger gegangen, nach der Sommerpause folgt eine neue Homepage.
Von 10.000er Müdigkeit kann also keine Rede sein - ich bin seit dem Launch ein großer Fan des Projekts. Etwa 90% meines Streaming-Radio Zeitbudgets gehen an play.fm, einziger Punkt auf der Wunschliste: bitte auf der neuen Homepage nicht alles so winzig klein machen! Speziell die Hauptmenüpunkte hätten etwas mehr Beachtung verdient. Wer play.fm noch nicht kennt und neugierig geworden ist, schau einfach mal abends vorbei, die Adresse lautet: quartier21/MQ / Museumsplatz 1, 1070 Vienna, Austria
Wie's dort zugeht, verraten die Protagonisten selbst im Portrait-Video:
| 10. Juni 2008 | ||
| 20:20 | bis | 22:22 |
Morgen wird gebechert und kutschiert, was das Zeug hält. Schließlich ist ja auch Fußball-Meisterschaft in Wien. Ne, Blödsinn: die Pecha Kucha Night Vienna Vol. V importiert ein mittlerweile in unvorstellbar vielen Städtchen unglaublich beliebtes Präsentationsformat: jeder Vortrag dauerst 20:20, das bedeutet 20 Folien zu je 20 Sekunden. Die Blitzrechner unter meinen verehrten LeserInnen haben an dieser Stelle bereits erkannt, dass somit jede Präsentation exakt 6 Minuten und 40 Sekunden dauert. Nach soviel Aufregung folgen dann im Anschluss Chillout-Sounds, Drinks und das allgegenwärtige Networking, sozusagen der böse Zwilling des Abhängens.
Die Herausforderung lautet damit also ausnahmsweise mal nicht "Kann ich das Publikum eine Stunde lang fesseln, faszinieren und unterhalten?" sondern "Schaff ich's auch in kürzester Zeit, alle zu langweilen?" Und das gelingt, so berichtet das Hörensagen, so gut wie keinem. Der Name stammt übrigens aus dem Japanischen und bedeutet soviel wie Tratsch oder Geplapper. Die erste PK-Night fand anno domini 2003 in Tokyo statt, initiiert von Klein Dytham Architecture. Sozusagen ein Barcamp auf Fliegersalz, das regelmäßig Freiraum/quartier21 im Wiener Museumsquartier stattfindet, um 20:20 Uhr beginnt und sich an keine besonders eng definierte Zielgruppe richtet:
Im Rahmen der PECHA KUCHA NIGHT wird schnell und pointiert – quasi um die Wette – präsentiert. Kreative, Architekten, Künstler, Designer und Freidenker – Alle die etwas zu sagen haben – können ihre Projekte, Ideen und Gedanken einem gespannten Publikum vorstellen.
Bin gespannt, ob die üblichen Verdächtigen anzutreffen sind oder endlich mal einer der Rosenverkäufer und/oder Punks von der Mariahilferstraße sein Geschäftsmodell erklärt... ich werd mir das morgen jedenfalls mal ansehen. Präsentationswillige richten ihr Gesuch entweder via Elektropost an 20-20 [at] pechakucha.at oder wählen +43 699 150 500 17.
| 3. Juni 2008 | ||
| 19:00 | bis | 22:00 |
Immerhin heißt das Thema ja Do it yourself, kurz DIY. Im Raum D [Q21] im Wiener Museumsquartier diskutieren heute im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung Karel Dudesek (TakeAway, London), Gerin Trautenberger (Industriedesginer, Wien) und Bircsák Eszter (Kitchen, Budapest) über selbstgebaute Zeit- und Espressomaschinen. Die Veranstalter sehen in der Ärmel-Hoch-Mentalität des Web 2.0 einige Parallele zur Baumarkt-Bewegung und Bastler-Vers(t)andhäuser der 50er, 60er und 70er Jahre.
Die Wikipedia schreibt dazu:
DIY heißt für seine Anhänger oft, den Glauben an sich selbst und die eigene Kraft als Triebfeder für Veränderungen zu sehen. Die Do-it-yourself-Bewegung der 60er und 70er war geprägt von einem Glauben an Selbstermächtigung, Selbstorganisation, Improvisation, Eigeninitiative, und oft einem Misstrauen gegenüber etablierter Autorität, gegenüber passivem Konsum, Produkten der Industrie und Vorgaben der Medien. Oftmals sind aber auch einfach Spaß, Kreativität oder wirtschaftliche Gründe der Anlass, Dinge selber zu machen.
Ich werd nie erfahren, ob sich die Diskussion um bloße Affirmation dreht oder ob das Panel über die meiner Meinung nach spannende Frage, wie und in welcher Form kapitalistische Produktionsstrukturen Selbstermächtigungs-Philosophien strukturell assimilieren (können) - und ob DIY in unserer modernen, hochkomplexen Welt überhaupt einen alternativen Produktionsansatz darstellen kann.
Das mag jetzt ein wenig (zu) negativ rüberkommen - und um keine falschen Eindrücke zu wecken: meine Lötstation ist nach wie vor einsatzbereit, und ein analoges Radio oder ein Filter-Netzteil zu reparieren: kein Thema. Aber ich hab halt noch nie jemanden getroffen, der im eigenen Arbeitszimmer einen brauchbaren Silikon-Wafer, geschweige denn eine CPU hergestellt hat. Vielleicht bin ich aber auch nur ein bisschen Kittler-geschädigt von wegen "es gibt keine Software" - aber andererseits kann man ja nicht dauernd nur die Tastatur bedienen. Ab und an ein wenig im metaphorischen Gatsch zu wühlen, tut der eigenen Ausgeglichenheit bekanntlich sehr wohl.