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Artikel-Schlagworte: „netlabel“

Musik.Marketing: Todesmagnetismus mit Metallica

metallica 1219239173 Musik.Marketing: Todesmagnetismus mit MetallicaMit Spannung erwarten riff-süchtige Fans überproduzierter Metal-Hymnen das neue Album von Metallica: 5 Jahre lang war totale Studiopause, am 12. September lüften die alten Männer mit den langen Federn weltweit gleichzeitig das Geheimnis ewiger Rock-Jugend, das da lautet: multiply revenue streams! Denn Death Magnetic Musik.Marketing: Todesmagnetismus mit Metallica erscheint in drei Varianten: die Standardausgabe hat bloß ein ausgesprochen hübsches Cover bekommen, während das limitierte DeatLtd. Deluxe Coffin Boxset Musik.Marketing: Todesmagnetismus mit Metallica mit Miniaturleiche von Lars Ulrich daherkommt essentielle Extras wie eine Metallica-Fahne und ein T-Shirt im Set mit-offeriert.

Next Level Metallica Marketing

Ein wenig erstaunt war ich dann doch, als ich bei Amazon rumgesurft bin: da gibt's einmal die beiden erwähnten Versionen plus die Death Magnetic Vorbestellbox mit Mission Metallica Zugangscode und Vor-Reservierung der Limited Deluxe Edition Musik.Marketing: Todesmagnetismus mit Metallica. w00t? Der Begleittext erklärt, wie man auch im Zeitalter von netlabels maximal abcasht:

Diese Box enthält keine Tonträger, sondern ausschließlich eine Platinum Membership Card für exklusiven Content auf missionmetallica.com. Versand nur innerhalb Deutschlands. Mit dem Erwerb dieser Box reservieren wir außerdem ein Exemplar des Limited Deluxe Coffin Boxsets von Death Magnetic für Sie. Bitte beachten Sie: Durch den Kauf des Limited Deluxe Coffin Boxsets entstehen für Sie weitere Kosten. Die Vorbestelloption für das Boxset gilt nur bis zum 05. 09. 2008. Das Limited Deluxe Coffin Boxset ist auch einzeln bestellbar, eine garantierte Auslieferung erfolgt wegen der limitierten Stückzahl nur an Kunden dieser Vorbestellbox.

Interessant ist dabei auch die Preisstruktur: Death Magnetic Musik.Marketing: Todesmagnetismus mit Metallica kostet 14,97€, für die Vorbestellbox muss man 14,95€ abdrücken und die eigentliche Limited Edition kostet dann nochmal einen saftigen Hunderter, nämlich 99,97€. Letzere ist natürlich strikt limitiert.

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Wer also Death Magnetic nicht 2 Stunden nach dem Release via Torrent von Portalen wie torrentz.com ziehen möchte [1. Das wäre übrigens verboten. Ich kann mir natürlich überhaupt nicht vorstellen, dass irgendwelche bösen Menschen das tatsächlich tun.], kann das Album bereits vorbestellen. Die Hard Fans bekommen aber *nur* mit der Vorbestellbox Zugang zu nicht näher genannten "Premium Inhalten" auf der Homepage - und welche echte Rocksau will schon bis 12. September warten? Die Burschen müssen sich also wohl keine Sorgen um ihre Pensionsversicherungen machen - ob die vier Freunde noch Spaß am Musizieren haben, steht auf einem anderen Blatt, aber bei den Preise kann man sich ja ruhig ein paar Therapiestunden beim Rockband-Whisperer leisten...

Nothing else matters

Seit Lars Ulrich befürchtete, aufgrund von Napster über Nacht mittellos zu werden, sind die Gitarrenschrammler in meiner Pop-Achtung weit gesunken (sozusagen The Unforgiven). Dennoch muss ich gestehen, dass ich das legendäre Black Album für ein Highlight der Mainstream-Rockgeschichte halte - ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass "Whereever I may roam" die einzige Rock-Country-Nummer mit Spitzen-Chartplatzierung ist, bei der ich nicht sofort akuten Brechreiz verspüre.

Beim neuen Album freilich gehen die Lorbeeren in erster Linie an die Marketingabteilung: Lars, der alte Master of Puppets kann sich gut mit The Thing that should ne be anfreunden, schließlich sind Fans disposable Heroes. Als Leper Messiah forderte er No Remorse und schickte Seek and Destroy Patrouillen auf die Suche nach jenem Phantom Lord, der diese Damage Inc. namens Musikdownload ins Leben gerufen hatte. Sad but true, abler: The Memory remains!

überklang wird 50 und ehrt Philip K. Dick

ueberklang50Der großartige überklang podcast feiert am 22. Juni seine 50. Sendung - und die ist niemand geringerem gewidmet als "unserem ewigsten Lieblingsschriftsteller Philip K. Dick", wie Sendungsmacher Dr. Nachtstrom schreibt. Schriftstellerkollege Stanislaw Lem stand ja schon mal im Zentrum einer Sendung - außerdem liegt die Verbindung von Science Fiction und elektronischer Musik ja wirklich nicht sehr fern.

Die Sendung selbst bleibt allerdings nicht das einzige Präsent: zeitgleich erscheint am 22. Juni der erste bruit-Labelsampler. Zum Launch des netlabels der Brandner-Brothers hab ich vor einiger Zeit ein Interview geführt, inzwischen weist der Katalog bereits ein recht umfangreiches Portfolio auf. Auf dem erwähnten Sampler werden sich 19 KünstlerInnen, von Pita bis Karlheinz Essl, dem Phänomen Dick nähern, dessen Geschichten als Inspirationsquelle der Musik fungierten. Ich bin schon sehr gespannt auf das Album - sobald ich reingehört hab, folgt die Review.

Über Philip K. Dick

Philip K. Dick neben Stanislaw Lem als einen der Väter der modernen Science Fiction zu bezeichnen, stellt keine Übertreibung dar: in der Tat dürfte es weitaus schwieriger fallen, einen SF-Film der letzten 20 Jahr zu finden, der in keinster Weise vom komplexen Gedankengut dieses Autors zumindest inspiriert ist. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen steht bei Dick nie die Technologie im Fokus der Story. Der Amerikaner, Zeit seines Lebens reichlich versorgt mit Drogen *und* psychischen Problemen (hell of a combination), interessierte sich herzlich wenig für die Faszination der Raumfahrt: seine Dramen, Mini-Epen und Short Stories sind kluge, detailreich gezeichnete Psychogramme seiner Hauptdarsteller. In der Differenz zu außerirdischen Rassen, zu unbegreiflichen Handlungsmustern geht Dick der alten Frage nach "Was ist der Mensch?" Hoffen dürfen seine Protagonisten im allgemeinen nämlich recht wenig: Blade Runner, dank der Verfilmung wohl Dicks bekannteste Short Story, stellt konsequent die Frage nach Identität(skonstruktion) - leider bemerkt Harrison Ford nur im Directors Cut ganz am Ende, dass er selbst, der Androidenjäger, ein künstlicher Mensch ist - und flieht mit Rachel.

Drogen als Differenz-Kriterium, als Nullsummenspiel der sozialen Identität, steht auch im Zentrum des Romans "A Scanner Darkly" (deutsch: Der dunkle Schirm), der vor zwei Jahren von Richard Linklater verfilmt wurde. Der Mischung aus Realfilm und Animationstechnik gelingt es besser als den meisten Hollywood-Umsetzungen, die zugleich skurrile und hyperrealistische Welt des Autors einzufangen, ohne an erzählerischer Komplexität zu verlieren. Viele von Dicks Kurzgeschichten erschienen in amerikanischen SF-Periodika, ein großer Teil des Oeuvres findet sich derzeit nicht im Handel - ein akribischer Blick bei 2nd Hand Händler lohnt allemal.

Spezialtipp für Wiener Dick Fans: Die Wiener Stadtbücherei betreibt eine Filiale im 22. Bezirks, nahe der Erzherzog-Karl-Straße. Dort gibt's eine 70er-Jahre Hardcover-Ausgabe von Dicks Kurzgeschichten in, wenn ich mich recht entsinne, 20 Bänden. Und darin finden sich zahlreiche Stories, die sonst nirgends erhältlich sind: der lange Weg nach Transdanubien lohnt sich also allemal!

#Twittergrill: das inoffizielle Video

twittergrillWir hatten gestern Glück mit dem Wetter und verbrachten einen sehr chilligen Nachmittag auf Hannes' Dachterrasse - dieser Twittergrill sollte zu einer mindestens jährlichen fixen Institution werden. Barbecue über den Dächern von Wien - nice! Die Spatzen pfiffen quasi T-Bone Steaks von den Dächern und zwischen den Holzkohle-Sessions wurden (Start-Up) Anekdoten ausgetauscht. Et voilá: hier gibt's die erste datenschmutz.podcast Sonderausgabe: 8 Stunden, komprimiert auf 4 1/2 Minuten.

Und Lifestyle-Reporter (that would be me) war mit seiner brandneuen 90-Euro Speicherkarten-Videokamera von Hofer (.de: von Aldi) vor Ort* und freut sich, das p.t. Publikum nun virtuell an der gestrigen Party teilhaben zu lassen - Partyfotogallerien sind so Neunziger :mrgreen:

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Soundboys: Folgende netlabel-Releases kamen bei diesem Video zum Einsatz: Delayscape - Breaking the square waves von mtk, Tusnami Wazahari - Fat Leg Dub von Aldente Records und Bitbasic - Shroom von mtk.


*) Bin hochgradig zufrieden mit dem Teil! Wirklich unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, hehe.

Blogvorstellung: Hypebot

hypebotEnglischsprachige Blogs mit zweifelhaften Download-Angeboten sind dick gesät, und auch so manches netlabel unterrichtet die Netzöffentlichkeit regelmäßig von den eigenen Vorhaben. Wirklich rar allerdings sind top-aktuelle, gut recherchierte und aufbereitete News über das Musikbusiness als solches. Aber glücklicherweise gibt's ja den Hypebot.

Die Tagline music. technology. the new music business beschreibt die Mission sehr treffend: ob Majorlabel oder Web 2.0 Unternehmen: Hypebot weiß Bescheid. Spannende Marktanalysen wie The Amazon Effect, Briefings und Roundups machen das Blog für Branchenangehörige zur Pflichtlektüre und lassen interessierte Hörer, die sich schon lange auf die DRM-freie Zukunft und mehr Vielfalt im Musikbiz freuen, immer wieder zufrieden schmunzeln.

Leider bietet das auf Typepad-Blog zwar eine Kategorienavigation, aber kein Archiv an, aber dafür gibt' glücklicherweise eine Suchfunktion. Ebenfalls unbedingt einen Klick wert: die Hypebot-Linksammlung mit Music 2.0 Ressources: grandiose Tipp- und Tricksammlung für alle potentiellen net-Artists und Labelgründer, die über Online-Promotion und Vertriebsmodell nachdenken.


Wie immer gilt: wer selbst mit seinem Blog in dieser Serie vorgestellt werden möchte, die/der sagt einfach via Kommentar Bescheid.

bruit netlabel.nacht in Graz

20. Dezember 2007
21:00

bruitSchnell nochmal abfeiern vor Weihnachten? Wer heute Abend in der steirischen Metropole weilt, dem kann ein Besuch der bruit Netlabel-Nacht trotz tiefer Temperaturen nur wärmstens empfohlen werden. Gegründet wurde das Online-Label für freie Musik von Gert Brantner und Dr. Nachtstrom, hier am Blog habe ich schon mehrmals über die hochinteressante Selection geschrieben.

Die Labelnight findet im Rahmen des Interpenetration Festivals statt, Veranstaltungsort ist das Forum Stadtpark Graz (malerisch gelegen mitten im Grazer Stadtpark), genauer gesagt dessen Keller, am Programm steht einerseits die Präsentation des demnächst bei bruit erscheinenden Releases "Tempelhof / Graz. A Virtual Journey" von TV-Victor (Berlin, Tresor Rec.) und die folgenden Liveacts:

  • Herwig Holzman (aka Photophob, laridae)
  • Kabelton (Houseverbot Rec.)
  • Tomoroh Hidari (Isolate Rec.)

Die Turntables bedienen She-Ra, Dr. Nachtstrom und v93r, um 21 Uhr geht die Sause Los und - der Eintritt ist gratis, also gibt's auch keine Freikarten zu gewinnen :mrgreen:

ritchie’s Kolumnen

Auf dieser Seite finden Sie ein Archiv meiner Kolumnen und Glossen. Meine Texte erscheinen regelmäßig in verschiedenen Print- und Online-Medien. Regelmäßige Kolumnen schreibe ich für the gap, Ö1 und SRA.

 

Die Kolumne

diekolumneTodernste Betrachtungen aus dem Alltag, liebevoll illustriert anhand von mir persönlich verifizierter biographischer Tatsachen. Dies hier sind weder der Ort noch die Zeit für Satire. Es gibt nichts auf der Welt, das ernster gemeint wäre als der Spasz - das esszett sagt schon alles! [erscheint in the gap]

 

Ö1 Medienkultur Kolumnen

oe1 kolumnenFür die Ö1 Mediensendung "matrix" schreibe ich abwechselnd mit verschiedenen KollegInnnen aus der matrix-Redaktion die Medien-Kultur Kolumne, des ORF, die zweimal in der Woche auf der Homepage von Ö1 veröffentlicht wird. [erscheint auf oe1.orf.at]

 

d-news SRA Kolumne

sraAuf SRA veröffentliche ich eine monatliche Kolumne zum Thema Musik online - sie trägt in Anlehnung an meine erste Online-Publikation, einen Newsletter über mp3 und die Folgen, den Namen d-news und beschäftigt sich mit Internet-Musikvertrieb, netlabels und verwandten Themen. [erscheint auf sra.at]

bruit referenziert Stanislaw Lem

bruitÜber bruit, das Netz Label von Gert Brantner und Dr. Nachstrom, habe ich an dieser Stelle schon mehrmals berichtet. Seit 11.11. steht der aktuelle Release des Neuzugangs Herwig Holzmann: die Literatur meines polnischen Science-Fiction Heroes Stanislaw Lem (herzliche Grüße an Ijon Tichy und Trurl!) fungierte als Inspirationsquelle für das Album Lem..

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Gewinnspiel: Supershirt – Du bist super

supershirtSupershirt haben ihr Debutalbum veröffentlicht - ich war von der Vorab-Single "Teitmaschine" bereits so geflasht, dass ich die Teitness gern mit meinen LeserInnen teilen möchte: et voilá, datenschmutz verlost einmal das komplette Album, ABER: bei diesem Gewinnspiel gibt's keine VerliererInnen. Denn Jede/r, die/der mitspielt, gewinnt einen Download-Code für die erste Single Teitmaschine. Und die rockt ganz gewaltig! Außerdem inside: ein Interview mit der Band sowie eine Reihe von Live-Videos - viel Vergnügen mit poppigem Konsumkritikwahnsinn á la Supershirt! Crazy abgefahrn eben!

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"Kauf weniger ein - dann brauchst du weniger Geld - dann musst du weniger arbeiten geh'n - und hast mehr Zeit für dich selbst." Wer solche Texte schreibt, der hat offensichtlich eine enge Beziehung zur Sprache: in der Tat kommen das Duo aus der Hip Hop-Ecke, kreuzt aber wild Elektro, Technobeats und Punkrock-Attitude mit den originellsten deutschsprachigen Texten, die mir seit langem zu Ohren gekommen ist. Zitat aus dem Pressetext, dem ich nur vollinhaltlich zustimmen kann:

Aber was tun, wenn man so teit ist? Die gute Erziehung von Faxe System und Tim Brenner ließ nur eine Antwort zu: Sie wollten die Teitness gerecht unter allen Menschen auf der Welt verteilen. Und es funktionierte: Die Menschen wurden teit und teiter. Sie waren schön, fröhlich und sexuell unersättlich.

In der Praxis klingt das ganze ungefähr so:

Kauf weniger ein:

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Wie es funktioniert

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Mehr Infos über die Band gibt's am obligatorischen myspace-Profil, und statt einer old-school Homepage betreibt die Band ihre eigenes Weblog.

Gewinnspiel: 1x "Du bist super" auf CD

Wer das liebevoll gestaltete Album auf CD sein eigen nennen möchte, muss wie gewohnt lediglich einen Kommentar zu dieser Story hinterlassen. Mitmachen lohnt sich diesmal aber in jedem Fall, denn jede/r TeilnehmerIn bekommt einen Downloadcode für die erste Single-Auskopplung "Teitmaschine" - die digitale Musikdistribution lässt grüßen! Also wie immer bitte unbedingt eine korrekte E-Mail Adresse eintragen, sonst wird's nix mit der Gewinnverständigung. Das Gewinnspiel endet am 11. November.
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Preise können nicht in bar abgelöst werden. Im übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.

Interview mit Teitmaschine

datenschmutz: Der Titel "Teitmaschine" lässt irgendwie drauf schließen, dass Hip Hop in eurer Vergangenheit durchwegs eine gewissen Rolle spielt. Musikalisch allerdings sitzt das Album auf originelle Art zwischen Elektro-, Techno- und Rock-Stühlen. Wie würdest du euren Sound beschreiben?

Hendrik: Das stimmt - wir waren mal eine HipHop-Band und haben uns auch sehr viel mit der Musik beschäftigt - wir kennen wohl jeden Deutschen Rap-Song, der bis 2001 erschienen ist. Der Hype hatte sich aber damals totgelaufen, die Musik wurde langweilig, die Szene unangenehm und wir langsam erwachsen. Natürlich haben wir zu dem Zeitpunkt schon viel andere Musik gehört. Tim eher Rock und Pop - Faxe eher Techno und Elektro. Und als dieses Mashup- Electroclash-Zeug langsam hochkam haben wir uns wieder in der Mitte getroffen. Unser Sound heißt AlkoPop - das passt ganz gut, obwohl es natürlich ein schnöder Gag ist.

? Wie produziert ihr und welche Hard- bzw. Software benutzt ihr dabei?

! Hardware benutzen wir kaum noch. Wir produzieren eigentlich alles am PC. Naja, Gitarren sind ja auch Hardware - die nehmen wir dann aber auch auf und verwursten sie in Cubase oder Cakewalk Sonar. Manchmal ist es etwas kompliziert das wir unterschiedliche Software benutzen, aber unsere Ansprüche sind einfach anders. Außerdem will auch keiner zugeben "Okay, Dein Programm ist besser"

? Du betreibst mit Kasabi Tunez selbst ein netlabel - was hat euch dazu bewogen, "Du bist Super" auch als Offline-Album rauszubringen?

! KasabiTunez ist ja kein Netlabel. Das war immer als "normales" Label gedacht. Und wir haben auch fast alle Veröffentlichungen physisch rausgebracht. Ich bin einfach ein Fan von schönen Produkten, Verpackungen und so - und ich kenne auch viele Leute, die eine mp3-Datei einfach nicht als wertvolles Etwas ansehen. Für diese Leute mit gutem Musikgeschmack bringen wir Platten raus.

? Welche Bands bzw. Produzenten (aktuell und/oder old school) findet man so auf euren persönlichen Playlists?

Supershirt Duo

 

! Mal die aktuelleren Sachen: Timbaland, Justice (sowieso der ganze Ed Banger-Kram), The Knife, Familjen (und die ganzen upcoming schwedischen Superbands), ach es ist soviel - da fällt mir adhoc kaum was ein. * Wie war euer persönlicher Weg zur Musik? Ist Supershirt eure erste Band? Jein. Wie gesagt waren wir vorher "Halbe Hemden", aber fast in derselben Besetzung. Wir haben als Teenies angefangen zu rappen, immer mehr Musik gehört, Platten gekauft, gesampelt, angefangen zu produzieren. Wie das halt so läuft.

? Wie steht's mit der Arbeitsteilung im Studio, und mit welchem Setup tretet ihr live auf?

! Im Studio mache ich (Tim) schon das meiste. Ich übernehme das Aufnehmen und Mischen. Mastern lassen wir in dann woanders. Man muss dann auch mal Abstand vom eigenen Kram schaffen und jemand anderen ranlassen. Live passiert noch viel Playback, da wir mit dem Singen und Rappen schon recht ausgelastet sind. Außerdem ist es oft albern 2-3 Knöpfe in Ableton zu drücken, da kann man's auch sein lassen. Wir haben auch schon mal Gitarren live probiert, aber das sitzt noch nicht teit genug. Unsere tollste Live-Erfindung ist die Beat-Tanz-Matte. Da haben wir eine Tanzmatte von einem Konsolen-Tanz-Spiel für den PC umgebaut und nutzen das quasi als Midi Controller. Wir können also einen Sampler mit den Füßen ansteuern und so den Beat tanzen. Das hat (soweit ich weiß) noch niemand gebracht.

superhirt

 

? Wie sehen die näheren Zukunftspläne von Supershirt aus?

! Wir wollen möglichst viel Live spielen und Leute von uns überzeugen. Am 19.10. erschien/erscheint unser erstes Album "Du Bist Super" auf KasabiTunez. Wir hoffen auf gute Presse und viele Interessierte. Wir wissen, dass die Platte gut ist, aber als Newcomer ist es schwer reinzukommen.

Live-Dates

In diesem Jahr stehen noch einige Live-Auftritte am Programm. In folgenden Städten gibt's die Gelegenheit, die Band live zu erleben:

  • 27.10. - Berlin - vorWien
  • 21.11. - Amsterdam (NL) - MS Stubnitz
  • 24.11. - Rostock - Mau Club
  • 30.11. - Reutlingen - Zelle

Wie's dabei so zugeht, verraten die kürzlich produzierten Live-Videos von Fortschritt.tv:

 

Teitmaschine live

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Kauf weniger ein

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Teiter, teiter

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elevate-Ankündigungstext: Krisen und Freuden

elevateDas elevate Festival in Graz habe ich bereits angekündigt. Für die Festivalhomepage bzw. den Katalog habe ich den folgenden kurzen Text geschrieben. Anregungen, Ideen und Fragestellungen für die Diskussionsrunde sind natürlich jederzeit willkommen, und natürlich freue ich mich, wenn der eine oder andere Blogleser* zum Festival nach Graz schaut - das komplette Line-Up kenne ich noch nicht, die Homepage sollte aber dieser Tage online gehen.

Des einen Krise, des andern Freud

In Kürze feiern die Klagen der Major-Labels über den Internet-bedingten Niedergang der Popkultur ihr 10jähriges Jubiläum, und trotzdem ist das Gedränge im Frequenzband der globalen Popkultur nicht geringer geworden. Denn wo Apokalyptiker, da auch Integrierte: und zweitere sehen in mp3 und seinen Nachfolgeformaten, im Filesharing und in einer neuen Vertriebsstruktur keine Bedrohung, sondern eine riesige Chance.

Das Elevate Festival wirft in diesem Jahr einen genaueren Blick auf jene Reibungsflächen, die notwendigerweise entstehen müssen, wenn Kultur zum internationalen Handelsgut Pop wird und ein vergleichsweise anarchisches Netzmedium eine gut geölte Maschine blitzartig verrosten lässt. Denn das Internet verweigert sich hartnäckig der Einsortierung in den Kanon gut kontrollierbarer Distributionsmedien, es weigert sich, das effektivere Formatradio zu sein und kopiergeschützte Files schmecken den UserInnen auch nicht so recht. Zugleich boomen netlabels und Musiker werden zu ihren eigenen A&Rs und Vertriebsspezialisten in Personalunion. Die neue Pop-Vielfalt oder das beklagenswerte Ende einer Industrie?

 

*) Splitting: normalerweise ja. Bzw. dort, wo sinnvoll möglich. Aber "die/der eine oder andere BlogleserIn" geht nicht. Das holpert zu übel, natürlich sind aber auch Leserinnen mit kleinem i herzlichst willkommen.

bruit: Gert und Nachtstrom im Interview

bruitAm Samstag habe ich über den sonntäglichen Launch des netlabels bruit berichtet und ein Interview angekündigt - Mica war noch schneller, hier meine virtuelle Unterhaltung mit den zwei Labelgründern und einige Hörbeispiele aus dem aktuellen Repertoire.

ritchie: Einerseits bieten netlabels durch kostengünstige Veröffentlichungen riesige Chancen, andererseits besteht gerade durch die geringen Eintrittshürden die Gefahr, in der Masse an Labels unterzugehen. Wie möchtet ihr euch von anderen Labels abheben?

bruit:: Also erstmals sind die Downloads von unserem Label Frei (allerdings nicht gratis, wir entwickeln da gerade eine entsprechende Lizenz); wir verstehen uns grundsätzlich als Präsentationsplattform für Künstler, die teilweise schon viele Releases auf anderen Labels herausgebracht, für unser Label allerdings exklusiv komponiert haben.

Von inflationären Seiten wie mp3.com unterschieden wir uns zuallererst mal durch unser schmales Angebot; und das ist wirklich handverlesen; wir würden auch keine eingesandten Demos akzeptieren. Wichtig für uns ist, dass WIR auf die Künstler zugehen, die wir entdecken und gut finden, und sie um einen Release für bruit bitten. Das ist sozusagen auch unsere Qualitätskontrolle. Es wird auch in Zukunft keine "Releaseschwemme" auf bruit geben.

?: Der Fokus eures Programms liegt auf experimenteller Elektronik - wie würdet ihr die Kriterien beschreiben, die ein Track erfüllen muss, um ein potentieller Release-Kandidat für *bruit* zu sein?

bruit!: Der Fokus auf die experimentelle Elektronik hat sich für den Labelstart eher zufällig ergeben; da ist in Zukunft eine Ausweitung auf andere Styles auf jeden Fall drinnen. Für uns ganz wichtig sind originelle, in sich schlüssige Konzepte, die sich ein Künstler für einen bruit-Release ausdenkt. Alles was wir derzeit auf bruit präsentieren, war für uns "alte Hasen" in gewissem Sinne Neuland- ob es nun die trickreichen harmonischen Schwankungen eines Robert Lepenik, der High-Speed -Noise eines Jon Eriksen oder das konsequente "zwischen zwei Stühlen" von Gerald Schauder aka Kabelton ist (der sich absichtlich nie zwischen avanciertem Experiment und furztrockenen Technobeats entscheidet), das sind die Experimente die uns interessieren. Spannend ist auch, wenn ein gstandener Elektronikmusiker für bruit ein anderes Instrument bedient- wie Maru mit seinem Gitarren-Doom-Inferno...

?: Was war der Grund dafür, dass ihr euch entschieden habt, ein eigenes netlabel zu gründen, anstatt eure eigenen Releases auf anderen netlabels zu veröffentlichen?

bruit!: Erstens war dies ein schon lange gehegter Wunsch von uns Brüdern, mal gemeinsam ein Label zu machen. Zweitens geht es uns ja auch um Größeres, denn bruit ist einfach ein "neues Element" in unserem Portal Listening.at, welches ja bereits seit längerem aus einem wöchentlichen Podcast, einem riesigen Sendungsarchiv (wo auch unsere Vorgängersendung "Hörbar Abstrakt" zu finden ist) und einem Blog besteht. Das ist alles noch sehr ausbaufähig, um zu einer großen Anlaufstelle für diejenigen zu werden, die sich für musikalische Nischen interessieren.

?: Ihr seid beide schon seit Jahren in der Elektronik-/Kunstszene aktiv. Wie würdet ihr die netlabel- oder überhaupt die Label-Entwicklung der letzten Jahre beschreiben?

!: Kleine (physische) Labels abseits des Mainstreams tun sich seit längerem ja unglaublich schwer, so es sie denn überhaupt noch gibt. Ich erinnere nur an den Tod von Mego oder Cheap, um nur mal an Wien zu denken. Und da man sich heutzutage eh sowieso mehr oder weniger alles im Netz anhört bzw. herunterlädt, hat sich die Entscheidung zum "Netlabel" eigentlich ganz natürlich ergeben.

?: Wie sieht die Planung der nächsten Schritte mit *bruit* im Detail aus?

!: Zwei Sachen sind uns für die nähere Zukunft ganz wichtig: Zum einen möchten wir die Vernetzung der bruit-Artists untereinander fördern und würden uns freuen, wenn da Neues, Kreative entsteht. Zum anderen wollen wir auch beginnen, uns um Liveauftritte für unsere Musiker zu kümmern, da die Situation bei experimentellerer Musik hier ja nicht ganz einfach ist.

?: Denkt ihr, dass Online-Labels Musikern Chancen auf Einkommen bieten, oder sehr ihr die Online-Distribution primär als Marketing-Kanal, wo eigentlich nur gratis Musik eine Chance hat?

bruit!: Marketing-Kanal ist ein Wort mit schlechtem Karma, finde ich :)) Präsentationsplattform mit Zukunftschancen gefiele mir da wesentlich besser. Ich (Nachtstrom) kann da nur von mir sprechen, ganz bewusst soll es bei unserem Label bzw. Portal NICHT um Geld gehen, das ist ein reines "Labour of Love", für uns sowie die gefeatureten Künstler. Wenn sich allerdings für irgendjemand von uns finanzielle Zukunftschancen ergeben würden, hätte ich ganz sicher nichts dagegen.

bruit
Listening Blog

netlabel-Vorstellung: *bruit* startet morgen

15. Juli 2007

bruitAm Sonntag geht *bruit* on air - oder besser gesagt on IP. Bei besagtem Unterfangen handelt es sich um eine Kollaboration der beiden Brüder Walter (Dr. Nachstrom) und Gert (v93r) Brantner, zweifellos zwei einschlägig bekannte Proponenten elektronischer Musik der experimentellen Sorte. Zum Start gibt's neue Releases der beiden Labelgründer sowie Tracks der Grazer Musiker Robert Lepenik, Maru und Kabelton sowie Werke von Ophibre aus den USA und Jon Eriksen aus Schweden.

Neben dem Online-Labelbetrieb möchte sich *bruit* als Veranstaltungsplattform etablieren und strebt die Vernetzung mit anderen Labels an. Die Gründer bezeichnen ihr neues Projekt als Schritt auf dem Web zum Listening Portal für Liebhaber außergewöhnlicher Nischen-Musik. Zum Gesamtkonzept gehört ein wöchentlicher Podcast:

Unter der Webadresse www.listening.at erwartet euch außerdem wie gewohnt unser wöchentlicher Podcast Überklang, ein umfassendes Sendungsarchiv und ein Weblog. Die aktuelle Folge unseres Podcasts (Graz lokal: Radio Helsinki, 92,6 MHz 14.00 - 16.00. Stream/Download: www.ueberklang.net wird ab 15. Juli in einem 2-stündigen Special ausführlich über Philosophie und Hintergrund von bruit berichten, außerdem unsere Artists mit vielen Hörbeispielen ausführlich vorstellen.

Ich bin schon sehr gespannt auf das Portfolio des Labels - Dr. Nachtstrom kenne ich seit 1999, er war damals einer der ersten Artists, der Tracks auf der ehemaligen Lion.cc mp3-Homepage veröffentlichte. Gert dürfte vielen Netzkunst-Afficionados unter dem Projektnamen Farmers Manual bekannt sein. Aufgrund der langjährigen Erfahrung und der spannenden Musik, die ich von den beiden Brüdern bisher kenne, stelle ich natürlich unverschämt hohe Ansprüche an das neue Label; demnächst folgt ein Interview zur Labelgründung, ab morgen, 15. Juli, ist die Seite online: bruit.at