Fast allen großen Religionen dieser Welt gilt der Sonntag als der Tag des Blogistan-Panoptikums. Da machen auch wir atheistischen Laizisten keine Ausnahme und zelebrieren die Tradition mit dem gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datadirt auf sieben Tage ganz normalen Social Media Wahnsinn. Von während der Wehen twitternden Twitter-Gründer Ehefrauen bis zur specklastigen Feinkostabteilung reicht das Themenspektrum, kurzum: dieses Panoptikum hat wieder mal alles, also ohne weitere Ausschweifungen direkt in medias res:
Am 13. August brachte Mashable die Breaking News: Project Retweet verhilft der altbekannten Best-Practice zu offiziellem Feature-Status. Beim Retweeten setzt man ein "RT" an den Beginn der weiterzuleitenden Nachricht, in gewisser Weise handelt es sich um ein Äquivalent der E-Mail-Forwarding-Funktion (z.B. RT @linzerschnitte oder RT @datadirt). Retweets könnten sich - analog zu Backlinks bei Google - zu einer Art Twitter-Popularitäts-Währung entwickeln, die Integration die API und in weiterer Folge in 3rd Party Apps ist daher ein logischer Schritt. Noch sind aber nicht alle Details bekannt:
1. You can see if someone retweets a link with a small line that says "Retweeted by ___" under the tweet and the time when the tweet was sent.
2. Hovering over a tweet will soon make two options appear: Reply and Retweet. Reply is already supported by Twitter – it’s that little arrow that appears on the right when you hover over a tweet.
3. Clicking on the “Retweet” button will confirm if you really want to retweet this tweet to all of your followers
4. The retweet is done. It apparently shows the people that have retweeted it in your timeline. We’re unsure as to how many people can be listed in the "Retweeted by" section of any tweet.
Früher: Check, Cross-Check, Re-Check, Double-Check Jackson, wie die Zeitungswissenschaftler zu sagen pflegten. Heute dagegen: Retweet, Retweet, Nix-Check. Denn wie digiom richtig stellt:
NEIN, Sony hat KEINE Selbsthilfegruppe für Social Media-Abhängige gegründet! Das wäre eine eigene Studie wert: Inwieweit stimmen geretweetete Kurzdarstellungen mit der tatsächlichen Nachricht überein? Recht häufig klafft dazwischen eine gewaltige Lücke – z.B. auch in dem von Nicole Kolisch analysierten Fall 'Twittensnobelpreis', in dem Mark Pfeifle, "ein (ehemaliger) Sicherheitsberater der (ehemaligen) US-Regierung" vorgeschlagen hatte, dass Twitter für den Friedensnobelpreis nominiert werden solle. Was wurde re-re-re-tweetet? "Twitter für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen." Klingt natürlich toll – da ehemalige Sicherheitsberater aber noch immer nicht das Vorschlagsrecht bei der Vergabe des Friedensnobelpreises haben, war's natürlich Blödsinn.
Sehr lesenswertes Posting über multiple Social Media Wahrheiten: unbedingt auch die Videos im Beitrag anschauen - Bruno Kammerls Megawoosh ist verdammt gut gemacht.
Das legt zumindest eine aktuelle Studie aus dem CyberPsychology & Behavior Journal nahe:
The report concludes that there is a "significant association between time spent on Facebook and jealousy-related feelings and behaviors experienced on Facebook."
Das alte Bon-Mot "Was ich nicht weiß, macht mich heiß" findet also seine Fortsetzung im Social Web der Zwischenmenschlichkeiten. Man könnte natürlich auch sagen: je mehr Kommunikation, desto mehr Missverständnisse
Twitter hat Link-Shortener Services zu ungeheurer Popularität verholfen. Je nach Eleaboriertheitsgrad bieten die verschiedenen Services bloß die Basics oder weitergehende Features wie etwa Klick-Tracking Statistiken. adjix geht einen anderen Weg, schaltet via Frameset relativ dezente Werbung über die verkürzten Links und beteiligt den Nutzer an den Einnahmen.
Für mich hat sich, seit ich PrettyLinkPro einsetze, das Thema 3rd Party Short-URL Services völlig erledigt. PLP verbindet flexible, frei anpassbare Statistik-Reports mit einer ganzen Reihe von Cloaking-, Word-Replacement und Twitter-Publishing Funktionen und erlaubt über den "PrettyBar" optional auch das Einblenden von (Eigen)Werbung. Ein weiterer relevanter Unterschied zwischen 3rd Party Services und PLP besteht in der Zeit-bezogene Sicherheit (wer weiß, ob TinyURL und Co. ewig bestehen). Grundsätzlich wäre adjix ein interessantes Tool für Power-Tweeter - aber gegen PrettyLinkPro und Short-URLs auf der eigenen Domain kommt der Service nicht an.
Vor einigen Wochen erzählte Axel Maireder von einer aktuellen Studie über Social Networks, die an der Uni Wien durchgeführt wurde. Eines der erstaunlichsten Ergebnisse: aus nicht nachvollziehbaren Gründen würden viele Teenager mit ca. 16 Jahren, nach zwei jähriger Social-Networks-Aktivität plötzlich Reißaus nehmen und die diversen Plattformen mehr und mehr zu einer Gammelfleisch-Party mutieren. Über die Gründe wusste man zum damaligen Zeitpunkt noch nichts Genaueres. Ein Artikel im britischen The Guardian lieferte diese Woche allerdings erste Interpretationsansätze zu dieser Massenflucht: Die coolen Kids hauen ab, weil ihre Eltern (und Lehrer) plötzlich in den Social Networks auftauchen! Und das ist ihnen einfach URpeinlich...
Although their love of being online shows no sign of abating, the percentage of 15- to 24-year-olds who have a profile on a social networking site has dropped for the first time – from 55% at the start of last year to 50% this year. In contrast, 46% of 25- to 34-year-olds are now regularly checking up on sites such as Facebook compared with 40% last year.
Liebe Leser, wir gehören nun wohl alle offiziell zum alten Eisen!
Wie die FutureZone berichtet, will Facebook im Allgemeinen "kommerzielle Userprofile" verbieten und im Speziellen das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden:
Das Soziale Netzwerk Facebook hat am Dienstag erneut Änderungen bei den Nutzungsbestimmungen vorgeschlagen. Diese beinhalten unter anderem ein Statement, dass private Nutzerprofile nicht dazu verwendet werden dürfen, kommerzielle Gewinne zu erwirtschaften. Konkret angeführt wird das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden. Werbekunden dürfen freilich weiterhin bezahlte Anzeigen schalten.
Facebook geht mit dieser neuen Regelung den gegenteiligen Weg des Microblogging-Diensts Twitter. Mit dem Dienst Sponsored Tweets können Twitter-Nutzer ihre 140-Zeichen-Nachrichten an Werbekunden verkaufen.
Dazu wäre noch anzumerken, dass es sich bei SponsoredTweets *nicht um ein offizielles Twitter-, sondern ein 3rd Party Service handelt, genauer gesagt um ein Start-Up von Izea. Ich hab mich dort mal umgeschaut und kann die ganze Sache (noch) nicht ernst nehmen: Beim Launch wurde aufs Affiliate Programm vergessen, Anzeigenkunden gibt's noch so gut wie keine. Um einiges früher dran war übrigens Magpie, über das man wenigstens sagen kann, dass es so vor sich hindümpelt
Dass Werbekunden auch weiterhin bezahlte Anzeigen schalten dürfen, ist allerdings beruhigend. Und wer seine Statusmeldungen trotzdem verkauft, sollte sie wenigsten mit [bezahlte Quasi-Anzeige] kennzeichnen, damit Facebook die betroffenen Accounts auch zuverlässig sperren kann *rofl*
Bisher war Facebook ein riesiger Moloch, der eine Unmenge Daten in sich hineinfraß, hermetisch abschottete und nichts nach außen dringen ließ. Das wird die Plattform auch weiterhin bleiben - vorerst. Aber um mehr Übersichtlichkeit zu gewähren gibt es ab sofort eine bereits teilweise implementierte Suche. Ähnlich der Twittersearch werden die Suchergebnisse laufend aktualisiert, außerdem kann man in der Suche nun filtern: nach Pages, Gruppen usw. Und dann wäre da noch das neue Schlüsselfeature: die Keywordsuche mit dem Filter "Everyone"!
The new Everyone filter makes Facebook like Twitter in search, but it will take some time for people to learn to use Facebook the way they do Twitter, and it's not clear that the two models will mesh well on one social platform.
Erstmals lässt Facebook also zu, dass die Schranken des eigenen Freundeskreises durchbrochen werden. Keyword-Search auf Facebook - das bedeutet wohl feuchte Träume für die gefühlten 78 Prozent Marketer und Partyveranstalter auf Facebook...
In der Schlacht der Aggregationsgiganten 2.0 - Tech-, TweetMeme, SocialMedian und Co. sind die neuen Diggs - scheint Tweetmeme vorerst klar Sieger vorne zu liegen. TechMeme verlässt sich auf multiple, nicht dokumentierte Quellen:
At this moment, the must-read stories in technology are scattered across hundreds of news sites and blogs. That's far too much for any reader to follow.
Fortunately, Techmeme arranges all of these links into a single, easy-to-scan page. Story selection is accomplished via computer algorithm extended with direct human editorial input. Our goal is for Techmeme is to become your tech news site of record.
TweetMeme setzt ganz auf Twitter-RTs (siehe auch weiter oben) und liegt derzeit in der Gunst der User klar weiter vorne. Die Zahlenbasis ist durchwegs beeindrucken: für einen Platz in den Top-in-7-Days Charts braucht man derzeit rund 5.000 Retweets, für einzelne Kategorien wie Security reichen aber auch schon 5 Stück für einen Platz in der Top-in-24-hourse Liste.
Letzte Woche hat es auf Twitter wieder mal richtig gemenschelt. Denn es gibt sie noch - die Menschen, die Twitter zur Befriedigung privater Kommunikationsbedürfnisse nutzen - und nicht nur zur beruflichen Selbstdarstellung und als Trafficgenerator für die eigene Website. In diesem besonderen Fall gewährt @Sara, Ehefrau von Twitter CEO Evan Williams sehr private Einblicke:
Nun, auch aus privaten Meldungen kann man einige interessante Schlüsse ziehen - so verrät dieser Tweet wohl, dass man auf die Twitter-Monetarisierung noch länger warten wird müssen...
Anm. li schni: Bei @ev handelt es sich um Twitter-CEO Evan Willams... Mashable kennt weitere intime Details.
Moslems finden Schweine ganz und gar nicht lecker, weite Teile der westlichen Welt tragen dagegen stolz Schildkappen mit der Aufschrift "Baconize it". Naja, eigentlich habe ich eine solche Schildkappe nur bei Frank in 30 Rock gesehen - aber wie auch immer: geräucherte Sau-Teile, in dünne Streifen geschnitten und liebevoll als "Speck" betitelt (Nachfrage unnötig: ja, die Osttiroler sind die Weltmeister in der Herstellung dieser Delikatesse), umhüllen gegrillten Schafkäse, finden ihren Weg zwischen Burgerhälften, auf morgendliche Eierteller... falls Sie Vegetarier sind und Ihnen an dieser Stelle bereits schlecht ist, entschuldige ich mich - ich hätte Sie vorwarnen sollen, aber besser später als nie: es wird noch schweinischer! Auf Recipestar.com finden Afficionados ein liebevolles Tutorial mit dem vielsagenden Titel How to use Bacon to make your life incredible & amazing. Mein Favorit:
Attach bacon to your hard drive.
Every time you download a large file, the smell will be glorious.
Auf derselben Seite gibt's auch ziemlich unterhaltsame Quizzes rund ums Thema Feststoffzufuhr durch den Mund. Ich bin übrigens "extremelely experienced in the foods of the world", und wenn mich ein Kannibale essen würde, "I would most likely taste like barbequed beef". Mhmmm, yummy!
Großartiger B/W Shot eines Kicksportkampfes von Latente Le Balene Fossili al Governo. Das Bild heißt übrigens Lo sport di quelli che si tirano i calci in faccia:
Joe Simon hat Regie geführt beim neuen Video von Mutiny Bikes, das ab September auf DVD und Blue-Ray erhältlich sein wird. Auf Vimeo gibt's den Trailer zu "Let's get mystical" und weitere Videos einer der weltweit besten BMX-Crews. Die Jumps und die Kameraarbeit sind ein Hammer, ich freu mich auf die Vollversion:
http://www.vimeo.com/5859589Die Welt ist wieder sicher!
Der Online Reputation Manager ist tot, hoch lebe die absolute Datensicherheit! Google bietet nun das lang erwartete, absolute Datenschutzkonzept: Das Google Opt Out inklusive Google Opt Out Village.
Über die Mietpreise in Opt-Out Village sind noch keine näheren Details bekannt - Ihre Web-Chronisten Linzerschnitte und datadirt bleiben selbstverständlich Woche für Woche für Sie am laufendenden. Danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns am Montag.
Contenture [sprich: Kontänntscha, Oida!] halte ich für eines der vielversprechendsten Longtail-Monetarisierungs Networks der letzten Jahre. Kein neues Affiliate Netzwerk, keine personalisierten Ads: nein, Contenture ist ein Anti-Ad Network, in dem User dafür bezahlen, dass sie Seiten werbefrei sehen und/oder Zugang zu Premium Inhalten bekommen. Klingt ungewohnt und kommt sicherlich relativ früh - aber der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm.
Gelauncht wurde die Seite vom gleichen Team, das für meine Lieblings-Webstat-Applikation Clicky verantwortlich zeichnet - und die Jungs haben definitiv eine Menge Ahnung davon, wie Micro-Traffic Stream funktionieren. Bezahlt wird an die Webmaster übrigens anteilsmäßig je nach Besucherzahl. Warum ich glaube, dass Contenture eine blühende Zukunft bevorstehen könnte, habe ich in einem ausführlichen Review auf datadirt beschrieben:
Contenture - Support the Sites you love auf datadirt [in Englisch]
Am Freitag war ich mit Judith in der ATV-Küche mixend und filmend tätig - die ersten Rohaufnahmen für unsere Cocktail-Serie, eine Koproduktion von ATV, datenschmutz und cocktail-blog.com, sind Kasten. Oder besser gesagt auf Solid State... watch out for Daiquiri Madness, demnächst mehr dazu. Ansonsten habe ich in der vergangenen Woche wieder mal, wie Pete zu sagen pflegt, "viel gelacht, viel geweint, viel gelernt". Trotz aller Social Media Schnickschnackerein können auch Diskussionen auf den guten alten Mailingliste ganz schön hitzig werden. Und wie auf Twitter kann man Personen unfollowen, allerdings nur allen auf einmal ("Bitte nehmt mich von der Liste! Diese Spamflut! Mami, ich muss Bäuerchen machen.") oder sie sogar blocken (if sender = datenschmutz -> move to trash). Tja, "new media contains old media" - da hätte Mac schon recht.
Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die linken Fundis bei den Grünen loswerden möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den ganzen Tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde
Diese und ähnliche Sprüche wurden innerhalb eines verdächtig kurzen Zeitraums in Max' Bannergenerator eingetippt. Mit dem kann man personalisierte Banner erstellen, um Support für die Aktion Grüne Vorwahlen kundzutun. Die ganze Sache hat eine längere Vorgeschichte: im Gegensatz zu allen anderen Parteien erlauben die Grünen "Unterstützern" bei der Erstellung der Kandidatenlisten mitzustimmen, ohne aber Parteimitglied zu sein. Helge und einige weitere unzufriedene potentiell-Grün-Wähler nutzten diesen Passus auf smarte Weise aus und riefen besagte Vorwahlen ins Leben, mehr zu diesem Stück partizipative Demokratie gibt's bei Helge nachzulesen. Und jetzt kommt der Hammer: die obenstehenden Banner haben sich die Grünen, die mittlerweile wohl ebenso viel Angst vorm Internet zu haben scheinen wie der ORF Programmdirektor, selbst gebastelt! Ich sag nur: a) Eisenhintern. b) Don't mess with Karli's toys!
Clear - Concise - Compelling. Das empfiehlt zumindest der Copyblogger:
Writing for the web is a minimalist affair. Your words, sentences and paragraphs are short. Precise. Lean. Tight. Web writing trades in sheering off useless words. Cutting flabby paragraphs…
Even shedding entire pages.
Think that's harsh? Jakob Nielson recommends you cut up to half of the words for every print page you plan to put on the web.
Ich bin ja kein großer Nielsen-Fan - aber die grausame Wahrheit ist: man muss den persönlichen Trade-Off finden. Ich zum Beispiel schreib nicht immer nur für meine Leser (pardon), sondern auch für mich, weil ich gerne mit Sprache rumspiele. Das macht manche Sätze komplizierter und missverständlicher als nötig... aber wenn ich keinen Spaß am Schreiben hätte, dann gäb's dieses Blog überhaupt nicht. Insofern muss man, da Schreiben nun mal eine der Haupttätigkeiten jedes Bloggers ist (wenn auch bei weitem nicht die einzige), einen persönlichen Mittelweg finden. Und ganz ehrlich: wenn sich alle an clear-concise-compelling hielten, dann wären einige meiner Lieblingsblogs mit einem Schlag nur mehr halb so lesenswert. Wie sehen Sie das?
Während sich altgediente SEOs über die mittlerweile doch schon recht raschen Index-Update-Zeiten von Google freuen, wächst und gedeiht derweilen anderswo die Echtzeit-Suche - Scoopler etwa verwirft die Idee eines starren Index völlig und präsentiert aktuelle Ergebnisse aus mehreren Quellen als Live-Stream:
Scoopler is indexing live streams from Twitter (Twitter reviews), Digg (Digg reviews), Delicious (Delicious reviews), Flickr (Flickr reviews) and Identica in real-time, and not only that; it’s also indexing links, videos and photos from these data sources, which is similar to what Twitter has been planning to do. As a result, Scoopler doesn’t feel so much as a search engine, more like a news site with a constant stream of live updates in the middle (paused when you mouseover, a nice touch), list of hot topics on the left, and most popular results on the right.
Details zum neuen Suchservice kennt Mashable - Reviewer Stan Schroeder freut sich einerseits über die elegant aufbereiteten Ergebnisse und die integrierte Relevanzwertung, hält diese jedoch für verbesserungswürdig: im Fall von Twitter etwa berücksichtigt Scoopler nur den nackten retweet-Rank, lässt sich also mit anderen Worten sehr leicht manipulieren.
Mashable hat eine Reihe von Statistik-Tools für Twitter zusammengetragen und spricht relativ hochtrabend von "Research Tools":
Fortunately, there are several tools out there that can help analyze Twitter data, understand user behavior, and graph it for analysis and presenting to others. Today, we’ve picked out five great tools to get you started.
Die meisten kennt man als 140-Zeichen-Junkie ohnehin schon, aber zumindest die hübschen Xefer Charts waren neue für mich.
Wir arbeiten an der großen Zerstreuungs- und Ablenkungsmaschine Computer, was so manches Problemchen mit sich bring. Lifehack hat vier Tipps für außergewöhnlich gestresste Mitarbeiter. E-Mails nur zu bestimmten Zeitpunkten checken und so - Prokrastinierer sollten mittlerweile ohnehin wissen, dass sämtliche Alert-Pop-Ups ihre natürlichen Feinde sind, die es zu deaktivieren gilt. Hilariös fand ich allerdings diesen Satz:
In times past, when training budgets were somewhat normal the solution was easy. Sign up for a class in New Jersey, make sure that the boss is involved in the planning, offer a one page post-course “summary,” and email a thank-you for the life-changing opportunity.
Tja... vom Angestellten 2.0 wird eben erwartet, dass er sich selbst fortbildet. Da kann man sich doch auch gleich selbständig machen!
Bottom Feeder können sogar bei Xing ein paar Backlinks abgreifen (als ich dort noch ein Profil hatte, war die About-Seite quasi ein vollgestopftes Kontext-Link-Directory). Mehr als PR1-2 wird's zwar nicht, aber einem Free-Account schaut man bekanntlich nur dann ins Maul, wenn mal das Kind im Brunnen liegt. Oder so. Yannick hat da sicherlich andere Tricks an Lager - er startet gerade mit seiner neugegründeten Agentur durch - Gratulation und guten Start! Ich sag ja nur: David gegen Goliath!
Was tun mit expired content? Rand Fishkin empfiehlt die von den Seonauten auf deutsch erklärte "Hybridmethode":
Der schlechteste Weg ist, die Seite einfach zu entfernen. Die Suchanfrage gibt ein 404 aus und aus ist die Maus. Zumindest wenn du die 404 im Standard behältst.
Der zweit-schlechteste Weg ist die Seite so zu lassen wie sie ist. Sicherlich werden noch ein paar Leute nach dem alten Zeug suchen, aber macht das einen Sinn ?
Besser ist es die Seite gänzlich zu redirecten per 301 und damit dauerhaft umzuleiten auf eine Seite, die am besten themenrelevant ist zu dem alten Thema. Beispiel : iPhone zu IPhone 3G oder ähnliches
Was nach meiner Meinung aber eine noch bessere Methode sein kann (auch wenn sie nicht immer passt) ist die Teil-Trust-Übergabe an eine neue URL durch Verlinkung mit passenden Anchor Texten oder der Teil-Trust Übertrag an eine URL einer neuen Domain.
Oder sei einer, aber dann bitte richtig - im Matthias Süß erklärt dem Netten SEO im Interview nämlich die Unterschiede zwischen URL-Händlern und URL-Optimierern:
Aus der Sicht eines Suchmaschinenoptimierers interessieren mit an einer Domain andere Faktoren als einem Domainer. Einem Domainer sind die eingehenden Links beispielsweise völlig egal, da sind der Domainnamen und die Top Level Domain viel wichtiger. Bindestrichdomains würde eine Domainer i.d.R. nie anfassen. Und dann gibt es noch die Projektentwickler, die wiederum andere Ansichten mitbringen.
Auf Suchmaschinentricks.de gibt's eine interessante Statistik zu bewundern - und zwar die numerische Beantwortung der Frage, wer in Google am häufigsten (also mit den meisten populären Keywords) auf Platz 1 steht:
Um diese Frage zu beantworten, habe ich einen kleinen Blick in meine Datenbank geworfen und mir die Websites herausgefischt, die die meisten Top-Platzierungen in Google erreichen. Als Suchbegriffe habe ich die zehntausend häufigsten Suchanfragen der letzten Jahre (Quelle: meine Keyword-Datenbank) zugrunde gelegt. Diese Liste geht von Google bis Planetarium und sollte den "Short Head" der deutschen Suchanfragen umfassen.
Die Zahlen gelten für Deutschland, wenig überraschend landete die Wikipedia auf Platz eins und zwei (de und en), Bronze geht am Amazon. Chip und Focus sind mit Platz 5 respektive 9 auch sehr gut vertreten - die komplette Top-100-Liste gibt's als Excel-Download.
Das Video der Woche ist in dieser Woche kein Video, nicht mal im weiteren Sinn - sondern ein Panorama, sogar ein unendliches. Und definitiv eines meiner kontemporären 10 Lieblingskunstwerke:
Das Unendliche Panorama ist eine Endloszeichnung der Filmemacherin und Autorin Andrea Maria Dusl. Es erscheint seit Herbst 2008 - in kontinuierliche wöchentliche Folgen unterteilt - in der Wiener Stadtzeitung Falter. Das Unendliche Panorama ist die kolorierte Fassung jenes legendären Projekts, das Dusl zwischen 1985 und 1995 im legendären österreichischen Diskurs-Organ FORVM publizierte.
Man kann also auf legalen und dubiosen Wegen versuchen, sämtliche Falter-Ausgaben seit Herbst 2008 zu ergattern und sich anschließend mit einer Schachtel Buntstifte unverzagt an die Arbeit machen. Oder man nutzt einfach den Webbrowser der Wahl und geht nach http://bureau.comandantina.com/panorama/ (Embedding spielt's leider nicht). Und das beste dran: man setzt das Panorama via onMouseOver in Bewegung, und es läuft und läuft - also irgendwie doch quasi ein Video. Den Link hab ich übrigens gerade frisch von @Matthias_Cremer bekommen, besten Dank dafür!
Und zum Drüberstreuen gibt's noch das neue Oeuvre der Fibro Twins (das sind die Jungs, die auch für das Skatevideo "Fire Pit Hunt" von letzter Woche verantwortlich zeichnen - imho sehr gelungene Bild-Text-Collage mit Effekten satt:
Und das war sie auch schon wieder, die Rückschau auf die vergangenen sieben Tag. Nächste Woche wird's hier give-away technisch wieder äußerst spannend, denn dank Susanne Holzer verlose ich ein Ticket für die meshed #1 Konferenz am 28./29. Mai in Linz im Wert von €680,-. Und weil das bisher der teuerste Preis ist, den ich je auf datenschmutz verschenkt habe, müssen sich alle, die gewinnen wollen, auch richtig anstrengen
Ich werde ab Montag für drei Tage lang ein Twitter-Quiz starten, und wer die meisten Fragen richtig beantwortet, hat freien Eintritt bei dieser spannenden Online-Marketing Konferenz - ich werde übrigens auf vor Ort sein und Ende Mai live berichten. Nähere Details zur Verlosung gibt's ab Montag. Ich wünsche einen schönen Sonntagabend, wir lesen uns morgen.
| 31. März 2009 | ||
| 14:00 | bis | 20:00 |
On short notice: bereits morgen, am 31. März, findet im großen Sendesaal des RadioKulturHauses (Argentinierstrasse 30a, 1040 Wien) das von Ina Zwerger und Armin Medosch organisierte Ö1 Symposium "Creative Cities" statt. Bei freiem Eintritt lädt die Ö1 Wissenschaftsredaktion zu einer hochkarätig besetzten Reflexion der immer wieder gern zitierten Utopie, Kunst und Wirtschaft täten sich vertragen wollen können.
Anlass ist nicht zuletzt das von der EU 2009 ausgerufene "Jahr der Kreativität und Innovation" (ich freu mich schon aufs "Jahr der Einfallslosigkeit und des Rückschritts") und die große Hoffnung, welche Regierungen weltweit in die "Creative Industries" setzen. Die Veranstalter fragen im Einladungstext nicht ganz unsuggestiv, ob möglicherweise eine neues intellektuelles Proletariat entstünde, eine Art "Tagelöhnertum im Web 2.0":
Arbeitsplätze – so wird suggeriert – schafft man sich selbst, im "Home Office", im virtuellen Netzwerk. Befristete "Projekte" ersetzen immer öfter den Job auf Lebenszeit. Lebenslanges Lernen soll die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch von der Wertschöpfung der "Ideenwirtschaft" profitieren nur ganz wenige, meist große Unternehmen der Kulturindustrie. Das durchschnittliche Einkommen der "Cultural Workers" ist sehr gering.
Das klingt mir zwar alles gar ein wenig negativ: ein "lebenslanger Job" wär meine persönliche Hölle, und wenn der Tagessatz stimmt, dann bin ich liebend gern vortragender oder coachender Tagelöhner. Und ja, meinen "Home Office" Arbeitsplatz hab ich mir tatsächlich selber geschaffen - vor 20 Jahren wär's schlicht undenkbar gewesen, mit einem digitalen Produktionsstudio um rund 10k Euro mit "professionellen" Corporations zu konkurrieren. Aber andererseits bin ich ja auch kein freischaffender Künstler, sondern freischaffender Marketing-Berater und "geringes Einkommen" liegt natürlich immer im Auge des Betrachters, aber ich kann mich definitiv nicht beschweren
Doch weiter im Text:
Was macht diesen Lebensentwurf dennoch attraktiv? Ist es die Vorstellung, aus dem Hobby einen Beruf zu machen? Ist es die Hoffnung auf Ruhm? Oder einfach der Mangel an Alternativen? Muss nun "jeder ein Künstler" werden, frei nach Joseph Beuys? Oder müssen alle Künstler/innen ins Betriebswirtschaftsseminar? Und ist nicht der Zwang zur ökonomischen Verwertbarkeit für das kreative Schaffen letztlich kontraproduktiv? Lässt sich Innovation auf Knopfdruck herstellen? Vor welchen Herausforderungen stehen Kunstförderung und Aus- und Weiterbildungsinstitutionen?
Diese versuchen unter anderem Martin Netzer von der Sektion Erwachsenenbildung des BM für Unterricht und Kunst, Richard Barbrook von der Westminster University London, Diedrich Diederichsen, das kulturwissenschaftliche Aushängeschild Berlins, Geert Lovink vom Amsterdamer Institute of Network Cultures und Inke Arns vom Hartware MedienKunstVerein Dortmund in ihren Referaten zu klären. Der erste Teil des Programms hat für mich durchaus einen gewissen Zeitreise-Aspekt: soweit ich mich erinnere, diskutieren die üblichen Verdächtigen die gleichen Themen seit Mitte der Neunziger, damals noch vorwiegend auf der nettime-Mailingliste. Seither hat sich die Situation - je nach persönlicher Einschätzung - drastisch verbessert oder verschlechtert, eines ist jedenfalls klar: in Zeiten der Wirtschaftskrise erhöht sich das Interesse ans Kapital-/Liberalismuskritik beträchtlich. Wird jedenfalls sicherlich ein spannender Nachmittag, den ich aber leider ob Creative-Industry-Business-Stress nur teilweise werde verfolgen können. Genauere Details finden Kurzentschlossene Besucher Programm-PDF.
| 23. März 2009 | ||
| 19:00 | bis | 22:00 |
Bereits in 150 Städten treffen sich weltweit Mobil-Experten immer wieder montags zum Erfahrungsaustausch. Initiiert 2000 in Helsinki, der Heimatstadt Nokias, kommt der mobile Montag mit nur neun Jahren Verspätung dank eines engagierten Organisationsteams endlich auch nach Österreich. Im Rahmen der "mobile internet 2009" Konferenz lädt das MoMo Austria Team am 23. März ins NH Danube City Hotel in Wien (1220, Wagramerstrasse 21), dieses erste Treffen ist der Auftakt zur einer Veranstaltungsserie, die dem traditionell recht veranstaltungslosen Montag einen Teil seines Schreckens nehmen soll.
"Just another manic Monday," sangen die Bangles in den Achtzigern. Und Momo, so die Abkürzung des Mobile Monday, hieß die Hauptfigur des gleichnamigen Romans von Michael Ende. In der Tag hat die Veranstaltung ein wenig mit Fiktion bzw. deren optimistischer Schwester Vision zu tun:
MobileMonday (MoMo) hat in über 150 Städten weltweit eine globale Community mobiler Visionäre geschaffen – und ist nun ab 23.3.2009 endlich auch in Österreich zu Hause.
Was im Jahr 2000 in Helsinki klein begann, ist mittlerweile zu einer weltweiten Institution herangewachsen: MobileMonday ist ein Raum zum Netzwerken sowie zum Wissens-, und Erfahrungsaustausch für Pioniere, Experten, Forscher als auch Unternehmer in der mobilen Industrie - stets in entspannter Atmosphäre und immer an einem Montag Abend.
Der Event könnte zwar auch MoMoMo heißen, denn Hauptsponsor ist die mobilkom Austria. Dennoch soll der Konkurrenzkampf zwischen den Big Players an diesem Abend keineswegs im Vordergrund stehen, internationale Vernetzung wird dagegen groß geschrieben, so die Organisatoren:
Wir müssen alle an einem Strang ziehen, denn nur gemeinsam werden wir die mobile Industrie in Österreich weiterentwickeln und wachsen lassen können. Es liegt uns am Herzen internationale Gäste und Referenten aus anderen MoMo- Communities einzuladen.
Dass T-Mobile und die mobilkom an einem gemeinsamen Strang ziehen, kommt wohl nicht allzu häufig vor, doch das Organisationsteam ist in diesem Fall äußerst bunt gemischt:
Das MobileMonday Chapter in Österreich wird ehrenamtlich von Experten aus der Branche organisiert. Hierzulande besteht das Gründerteam aus sechs "MoMo-nauten": Aleksandra Schmid (Country Manager - MMS GmbH), Markus Kritscher (CEO - Melon Mobile), Philipp Nagele (Produkt Manager T-Mobile), Jörg Hotter (CEO - Blackbetty), Peter Höflehner (Unternehmer) und Mark Kramer (Forscher "Mobile Learning"). Finanziell ermöglicht wird der MobileMonday Austria durch Sponsoren. Unterstützt wird die Initiative im Jahr 2009 durch die Hauptsponsoren mobilkom austria und DIMOCO.
In der Tat sind neue Ideen für die mobile Wertschöpfungskette gesucht: die Tarife sind längst im Keller, an SMS verdienen die Betreiber auch nur mehr dank der jüngsten Zielgruppe und mittelfristig wird Sprachtelefonie ein Datendienst neben anderen sein. Insofern dürften die Networking-Gespräche im Anschluss an die Podiumsdiskussion "Landscape of the Mobile Industry in Austria" (unter anderem mit Reinhard Zuba (mobilkom Marketing) und Jochen Punzet (Paybox) sehr interessant verlaufen. Die Veranstaltung richtet sich keineswegs ausschließlich an Branchen-Insider, wie Aleksandra Schmid erklärt:
Es ist uns wichtig auch Experten und Sprecher aus nicht-mobilen Branchen anzuziehen, denn gerade die Sicht einer Agentur oder eines Handelsunternehmens das mobile Technologien anwendet, ist eine Chance für uns Mobilisten über den Tellerrand zu schauen und innovativ Probleme zu lösen.
Für Buffet und Drinks ist gesorgt, die Teilnahme ist gratis, die Veranstaltungssprache Englisch und die Platzanzahl begrenzt. Anmelden können sich Mobil-Interessenten auf www.mobilemonday.at - ich werden mir den ersten österreichischen MoMo jedenfalls nicht entgehen lassen.
Da steht der brandneue, Full-HD taugliche 40-Zoll Fernseher im Wohnzimmer, und es gibt einen brauchbaren HD-Zuspieler. Ich hab das aktuelle Marktangebot in den diversen Geräteklassen näher angesehen und mich nach längerem Überlegen gegen eine Mediabox oder Spielkonsole entschieden - denn ein Wohnzimmer-Barebone bietet, wenn man auch Singstar & Co. verzichten kann, bei weitem die größte Flexibilität als Media-Center. Man kann zwischendurch auch mal problemlos ein Vimeo-Video anschauen oder beim Pokerabend die Kumpels mit kompromittierenden Facebook-Fotos am Fernseher schocken.
Die Festplatten der Spielkonsolen sind lächerlich klein, und als Kaum-Gamer nerven mich die diversen Restriktionen: wenn ich mal ein flac-File abspielen möchte, dann will ich nicht an der Hard- oder Firmware scheitern. Ein ähnliches Problem haben die derzeit populären HDMI-Disks, im wesentlichen externe Festplatten mit Decoder-Chip und diversen Anschlüssen. Will man eingebauten WLAN dazu, sind schnell mal 200 Euro ausgegeben - ohne Laufwerk und mit den genannten Codec-Einschränkungen. Daher entschied ich mich für einen AMD-Barebone aus der "Glamor" Series mit stromsparenden Komponenten. Onboard bietet der Mini-Rechner 8-Kanal Audio, 6 USB Anschlüsse, 2 interne und 2 externe Satas sowie 2 Firewires und integrierte Geforce VGA-Grafik. Angetrieben wird Dieter, so der Netzwerk-Name meines Mediacenters, von einem AMD Athlon 64 X2 4850e, dem 4GB Samsung-RAM zur Verfügung stehen. Da die Daten sowieso am Fileserver liegen, reicht eine leise und stromsparende SpinPoint Platte mit 640 Gigs:

Im Netzwerk hängt der Rechner via Cisco N-Draft USB Stick, ein altes DVD-RAM hatte ich noch zuhause rumliegen. In Summe hat mich diese Hardware knapp 400 Euros gekostet - dazu kommt dann noch ein Funk-Keyboard mit Trackpad, und ich kann zukünftig sämtliche Bild-, Ton- und Videoformate abspielen, die sich auf einem PC wiedergeben lassen, bequem am Fernseher surfen und habe elegant die "Kein Desktop PC im Wohnzimmer Policy" meiner Freundin unterlaufen.

Was noch fehlt, ist eine HDMI-fähige, passiv gekühlte Low-Profile Grafikkarte. Am Board gibt's einen PCI-E Anschluss, allerdings passen meine beiden alten GraKas aufgrund der größeren Bauhöhe dort nicht rein, da werd ich mich in den nächsten Tagen mal umschauen. Wider Erwarten habe ich heute allerdings sogar beim Saturn ein brauchbares Gadget gefunden: eine Universalfernbedienung von One4All, welche die UPC-Decoderbox, einen Amp, einen Fernseher und - via USB-Empfangseinheit - einen PC steuert. Ohne fancy Touchscreen wie bei Logitech, dafür im Abverkauf um 10 Euro. Die Programmierung dauerte via Codeeingabe laut PDF circa 2 Minuten, sogar mein relativ exotischer Marantz-Verstärker reagierte auf Anhieb. Und die PC-Steuerung funktioniert dank Richtungskreuz mit der mitgelieferten Software sogar einigermaßen brauchbar.
Passend zur aktuellen Debatte, warum deutsche Medienjournalisten soviel Zeit haben, mit Twitter und Facebook rumzuspielen, wo sie doch eigentlich andere User, die mit Facebook und Twitter rumspielen, über Twitter und Facebook interviewen sollten, fragt Günter nach den Schwerarbeitsbedingungen österreichischer Online-Journalisten. Die E-Mail trägt Siegel der Mediengruppe Online, bei der es sich, anders als der Name vermuten lassen könnte, keineswegs um radikal-aktionistische Medienkünstler handelt, sondern um eine Interessensgemeinschaft österreichischer Netzjournalisten
In Kooperation mit der Journalistengewerkschaft der GPA-djp werden anonym harte Daten und Fakten über die tägliche Einfuhr ins virtuelle Buchstabenbergwerk erhoben:
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Bedingungen und Akzeptanz für Online-JournalistInnen zu verbessern - egal, ob in klassischen Medienbetrieben oder in freien Unternehmen. Um gesicherte Daten über Online-Journalistinnen und Online-Journalisten zu erhalten brauchen wir Infos von euch, etwa zu Arbeitsbedingungen in Onlineredaktionen, Bezahlung, konkrete Arbeit, die Anbindung an andere Redaktionen usw.
Mit Günter habe ich anno dazumal diverse Seminararbeiten gemeinsam geschrieben, unter anderem erforschten wir seinerzeit die Arbeitsbedingungen von Journalisten im Irakkrieg (mir Primärinterviews und so) - eine gewisse Kontinuität lässt sich also durchwegs nicht verleugnen. Hier geht's zur Umfrage und hier geht's direkt zur Umfrage.
Die Mediengruppe Online veranstaltet regelmäßige Treffen (das letzte fand am 2. Dezember statt) und vernetzt professionelle Netz-Schreiberlinge (also quasi eine Art Mini-Barcamp für Lohnsklaven). Die großen Verlage leiden bekanntlich darunter, dass sich Online mit den gewohnten Geschäftsmodellen nicht genug Geld verdienen lässt, also muss man nicht nur Stift und Papier, sondern auch Korrektor und aufwändige Recherchen einsparen: it's not Show Business!
Aber egal, was Gatekeepern zu ihrer eigenen Rolle einfällt: Moritz Fürst hat letztens bei mir in der AT-KFOR Lehrveranstaltung eine kurze und knackige Präsentation gehalten, welche die tatsächlichen Veränderungen besser auf den Punkt bringt als seitenlanges Rotieren um ein unbestimmtes Gravitationszentrum: wie Seth Godin in seinem Tribes-Buch schreibt, übernehmen über digitalen Medien (ab)gebildete und vermittelte Netzwerke die Funktion eines dynamischen Gatekeepers: If an information is important enough, it will find me! Aber kein Grund zur Beunruhigung für die Betroffenen: solange bloß eine Hand voll Geeks bis zum Hals in die Web 2.0 Informationsflut eintaucht, werden sich Redaktionsräume nicht so schnell leeren. Auf mittelfristige Sicht allerdings wird Journalismus im klassischen Sinne in der Informationsvermittlung zur Nischentätigkeit, auch wenn die seltsame deutschsprachige Vorgeschichte samt Pressegesetz und Vierter-Gewalt-Idee seit Jahrzehnten konsequentest die streng riechenden Verbindungen zwischen Big Business und Big Meinungsspektrum wegdiskutieren lässt.
Eine kurze Nachlesen zur "Knüwer-Affäre" gibt's bei Matthias Suess, der Artikel des Anstoßes hat mir bereits einmal ein Schmunzeln entlockt, da ich unangenehm an normative Entwürfe der frühen 70er erinnert fühlte: die Journalisten müssten dies und das tun, damit die Welt im Lot bleibt - Bullshit-Alarm! Die Journalisten müssen einfach nur das tun, was ihre Arbeitgeber wollen, oder sie machen sich selbständig und verlieren nicht nur den Lohnzettel, sondern auch die institutionelle Credibility. Und: Blogger sind keine Journalisten, die wenigsten wollen das überhaupt sein - bei Thomas dagegen liegt die Situation natürlich arbeitsrechtlich komplizierter, immerhin ist "Indiskretion Ehrensache" ja schließlich Teil des Handelsblatt-Portfolios. Wenn's ein "echtes" Blog wäre, dann könnte er sich allerdings diese arbeitsrechtlichen Verrenkungen sparen und einfach nur sagen: "Ich hab den Kommentar gelöscht, weil er mir nicht gefallen hat." Das ist keine Zensur, sondern völlig legitim - Zeitungen machen das dauernd. Mit dieser Instant-Beschwörung des alten Metternich'schen Konzepts entlarven sich Internet-Illiterati doch bloß selbst: unter den Bedingungen des digitalen Mediensystem bedeutet Zensur die Kontrolle über Informationszugang und Publikationsmöglichkeit - und sicher nicht das Löschen eines unliebsamen Kommentars am eigenen Blog.
Die Viral Marketing Agentur Unruly Media ist spezialisiert auf das Seeding (=Verbreitung) von Videokampagnen. Ich wurde vor einigen Wochen von den Betreibern angeschrieben und gefragt, ob mich das Angebot interessiert - und ich kann nur sagen: Volltreffer. Vom sauber und übersichtlich programmierten Backend über den raschen und freundlichen Support bis hin zur - und das ist der wichtigste Punkt - Qualität der Video-Inhalte bin ich von dieser Werbeform ziemlich begeistert. Durchdachte und funktionierende Longtail-Werbeangebote sind in Europa nämlich beängstigend dünn gesät, daher war ich sehr daran interessiert, ein Interview mit Scott Button, CEO von Unruly Media, zu führen. Vielen Dank an Vivian Wagner (Campaign Manager Deutschland) für das Übersetzen des Videos! Die englische Originalversion des Interviews gibt's übrigens auf datadirt.
Nach der Registrierung kann man beliebig viele Seiten eintragen - jeder Adresse wird dabei ein primäres "Zielgebiet" zugeordnet, denn Unruly Media teilt die Kampagnen nach Ländern ein. Auf Wunsch wird man via E-Mail verständigt, sobald ein passendes Video verfügbar ist, der Einbau des Players erfolgt über einen simplen JavaScript Code.
Jeder Kampagne ist dabei ein bestimmtes Gesamtbudget zugeordnet, die Übersichtsseite zeigt den Pay-per-View Preis des jeweiligen Videos sowie das verbleibende Guthaben als Balkengrafik - ist das Budget verbraucht, bleibt das Video zwar online, bringt jedoch kein Einkommen mehr. Manche Videos werden ausschließlich nach Clicks bezahlt, manchmal gibt's aber eine zusätzliche Einmalzahlung fürs Onlinestellen. Unruly wirbt für namhafte Kunden wie MTV, die Sony Playstation der Nokia - entsprechend aufwändig und unterhaltsam fallen die meisten Videos aus. Wer sich nicht um Kampagnen-Updates kümmern will, verwendet das "AutoUnit", in dem automatisch die aktuellsten Kampagnen bzw. ein Fallback-Inhalt, der vom User frei wählbar ist, gezeigt wird. Bei mir ist die durchschnittliche View-Rate mit 20% recht hoch - wesentlich lukrativer als Adsense sind die Videos auf jeden Fall.
Einziger Nachteil: Unruly Media betreibt (derzeit) kein Affiliate Marketing System - gerade bei Video würde aber eine Embed-Funktion im Player hochgradig Sinn machen. Und die meisten Videos zielen auf den englischen Markt ab, aber bei der derzeitigen großen Nachfrage vermute ich ganz stark, dass sich dies in Kürze ändern wird.
Unruly Media funktioniert meiner Ansicht nach deshalb so gut, weil es sich bei der "Werbung" großteils um Videos handelt, die so originell und/oder skurril sind, dass ich (und viele Blogger denken da sicherlich ähnlich) sie auch ohne Bezahlung online stellen würde. Unruly bringt seine Longtail-Werber damit gar nicht erst in den Gewissenskonflikt "nervige Werbung vs. Monetarisierung" und setzt auf Originalität - selbstverständlich kann jedes Video vor dem Publishen im Backend begutachtet werden. Der Player selbst kennzeichnet außerdem das Video als bezahlte Werbung, hier fliegt also niemand unterhalb des Legalitätsradars dahin. Soviel zum Background - und jetzt geht das Wort an Scott Button, CEO und Unruly Media.
datenschmutz: Wann und mit welcher Intention wurde Unruly Media gegründet?
Scott Button, CEOScott: UnrulyMedia wurde in Januar 2006 gegründet. Wir haben erst mal damit angefangen, die coolsten Videos im Web zu sammeln und haben dann im September 2006 viralvideocharts.com ins Leben gerufen. Die Webseite verwendet eine Art Blogsuchmachine, die herausfinden kann, welche Videos am schnellsten von Bloggern verbreitet werden und wer sie verbreitet und erstellt dann daraus eine TOP 20 der populärsten Videos im Internet.
Das hat uns dann 2007 veranlasst, in den Vertrieb von Videos einzusteigen, weil es auch eine gute Möglichkeit war, das Projekt Viralvideocharts.com finanziell zu unterstützen, außerdem war die Nachfrage so riesig, dass wir eine Art Online Werbeagentur eröffnen konnten.
Heute haben wir eine Network von über 3000 Webseiten und Bloggern in ganz Europa und Nordamerika, die damit Geld verdienen können, Videos, Film- und Spieletrailer auf ihren Seiten zu zeigen.
?: Wie schätzen Sie die Zukunft des Video-Seeding ein?
!: Ich denke wir werden von den Begriffen "Viral Marketing" wegkommen. Wir sehen einen natürlichen Wechsel von 30-Sekunden Spots zu 60 bis 100-Sekunden Inhalt, damit es noch mehr Spaß macht und vor allem für Zuschauer unterhaltsamer gestalten werden kann.
Zuschauer mit kurzen kommerziellen und störenden Spots zu bombardieren wird jedes Jahr teurer und ist nicht mehr sehr effektiv oder attraktiv. Es wird selbstverständlicher werde, dass die Marken für Ihre Zuschauer etwas mehr bieten und etwas, was die Kunden und Fans auch wirklich sehen wollen.
Was uns angeht, wir bieten einfach eine Plattform, die qualitativ hochwertige Videos für Zuschauer anbietet, die ehrlicherweise daran interessiert sind diese zu sehen.
Natürlich werden das auch viele "klassische" Videos sein, die auf Sex und Witz setzen, aber es wird auch viele Videos geben, die außergewöhnliche Informationen bieten; etwa die so genannten "Infommercials", die spezielle Inhalte habe analog zu Filmvorschauen oder Spieletrailer.
?: Welche Reaktionen gab es bisher von Bloggern bzw. Webmastern, die als Affiliates am Netzwerk teilnehmen?
!: Wir bekommen jede Menge positives Feedback. Natürlich müssen wir das sagen! Aber im Ernst: Bloggers und Webmasters lieben wirklich unsere Model [1. Anmerkung von ritchie: Yup, kann ich mir vorstellen. Ich bin auch ziemlich angetan vom Unruly Network.].
Sie lieben es eben, ihren Lesern gute Inhalte zu bieten und keine langweilige Werbung und dafür noch bezahlt zu werden. Sie mögen es, dass die Besucher auch tatsächlich auf ihrer Seite bleiben, wenn sie Interesse an dem Video haben. Und unsere Blogger schätzen selbstverständlich die Tatsache sehr, dass Sie mehr verdienen können als bei AdSense oder anderen Anbietern.
?: Unterscheidet sich der deutschsprachige Viral-Marketing Markt vom amerikanischen. (z.B. in Bezug auf die Bereitschaft von Bloggern, bezahlte Postings online zu stellen.)
!: Wir finden, dass der deutsche Markt etwas schwerer zugänglich ist als der englische oder amerikanische Markt. Das ist aber durchaus unser Fehler. Obwohl wir deutschsprachige Mitarbeiter haben, die den diesen Markt betreuen, ist unser Network ausschließlich in englischer Sprache und mit US-Dollar als Währung verfügbar. Wir verstehen, dass das deutsche Kunden möglicherweise abschreckt, aber wir hoffen, dass wir dies in näherer Zukunft ändern und auf die jeweils nationale Sprache umstellen können.
?: Was sind Ihrer Meinung die Voraussetzungen für eine erfolgreiche virale Videokampagne?
!: Um erfolgreich zu sein, muss eine Kampagne besonders gut in einem der folgenden Features sein: Sex, Humor, Horror, Originalität, spektakuläre oder inspirierende Geschichten. Das sind die primären Gründe, warum ein Video verbreitet wird. Danach muss die Kampagne demographisch richtig vermarktet werden, meist an tausende User, für die die jeweilige Botschaft von Interesse sein könnte. Und natürlich muss das Video leicht zu verbreiten sein, besonders unter Bloggern; ein einfacher Code, der ohne besonders technisches Know-How problemlos auf jeder Seite platziert werden kann.
?: Wie wird die Zukunft aussehen und wie werden sich Ihrer Meinung nach in den nächsten 12 Monaten die Preise am Viralmarkt entwickeln?
!: Es wird viel mehr Inhalt geben, viel mehr Trubel. Die Sache ist doch, dass es immer schwieriger wird sich Gehör zu verschaffen. Ich meine, es ist schon jetzt sehr schwer, pro Tag werden alleine 30000 Video auf Video-Sharing Seiten hochgeladen. Aber wir haben noch lange nicht alles gesehen.
Vivian Wagner, CampaignAuf der einen Seite wird der Bedarf für mehr Werbung die Preise in die Höhe treiben. Ich denke, dass der Fokus jetzt mehr auf die Qualität von Webseiten gerichtet wird, vor allem auf solche Seiten, die eine hohe Zahl an Besuchern aufzeigen können. Auf der anderen Seite wird ein Kunde, der aktiv an einem Video teilnimmt, weiter an Bedeutung gewinnen. Denn interessierte Kunden stellen eine lukrative Wechselwirkung zwischen Verkauf und Kundenzufriedenheit her. Das wird wiederum die hohen Preise der Werbung ausgleichen.
CPMs (Cost per 1000) sind jetzt schon in schaurige Höhen gestiegen, lassen sich aber trotzdem nicht vergleichen mit den Preisen, die etwa für Werbezeiten im Fernsehen kalkuliert werden müssen. Dazu kommt noch, dass ein Kunde, der sich entscheidet, einen 2-min Clip freiwillig anzuschauen, indem er drauf klickt, wesentlich wertvoller ist als ein Zuschauer vor dem Fernseher, der bei einem 30-Sekunden Werbespot durchaus auch gerade abgelenkt sein kann und womöglich gar nicht hinschaut. Wie gesagt: ein Kunde, der im Internet aktiv teilnimmt, ist besser als jemand, der vielleicht gerade aus dem Zimmer geht, dafür wird man dann auch in Zukunft gerne mehr zahlen.
Zusätzlich muss auch gesagt werden, dass der Werbemarkt im Internet viel ethischer und durchsichtiger werden wird. Wir sind besonders glücklich darüber, dass die EU Richtlinien für unerlaubte kommerzielle Tätigkeiten jetzt auch wirklich in fast jedem Mitgliedsstaat eingeführt hat. Das bewirkt, dass unethische und falsche Marketing Praktiken endlich unterbunden werden können. Darüber sind wir sehr froh, denn solche falschen Marketingstrategien gehen oft als "Viral Marketing" durch und ziehen damit Firmen, die ehrliches "Viral Marketing" betreiben, mit in den Dreck. Somit wird hoffentlich die Zukunft des Internets frei von Schleichwerbung, falschen Votings, geheuchelter Publicity und unlauterem Wettbewerb sein und Platz für fantastische Inhalte und durchschaubare Distributionswege bieten.
Wenn ein 62jähriger Kapuziner-Mönch zum Heavy-Metal Apologeten wird, dann... ist das immer noch kein Grund für einen Kirchen-Wiedereintritt. Aber lustig anzusehen. Fast so realsatirisch wie der österreichische Neuwahlkampf, den Max ge-yahoo-piped hat: mit dem gesammelten unnützen Wissen belastet er nun die Subdomain wahl08.wissenbelastet.com: Twittermeldungen, Blogpostings und Forenbeiträge werden (natürlich nicht lückenlos) 15-minütig aktualisiert - für Politikmüdigkeit durch schiere Quantität übernimmt der Betreiber keine Haftung. Im übrigen möchte ich festhalten, dass ich in der Causa Bankhofergate ganz Roberts Meinung bin. Viele Journalisten sind zweifellos Aasfresser, aber was die gute alte Selbstgerechtigkeit betrifft, können sie Bloggern das Wasser nicht reichen. Ob die auch dauernd so wie in der Hybrid-Car Southpark-Folge dauernd an ihren eigenen Fürzen riechen?
Der Bloggonaut verlost 3 Classic-Lizenzen von WP-SEO - seit der Version 2.5 ist dieses genialste aller WordPress-SEO-Optimierungsplugins ja nicht mehr frei erhältlich (zumindest nicht für kommerzielle Blogs und solche, die Werbung schalten). 20 Euro kostet die Classic-Lizenz, mit der man das Plugin auf einer Seite einsetzen kann. Ich würd ja mitspielen, brauche aber aufgrund diverser eigener und Kundenblogs sowieso die Premium-Lizenz... und für solche Masterpieces werf ich beim Programmierer gern ein paar Münzen ein, ganz besonders, wenn man schnell und unkompliziert via PayPal bezahlten kann. [via Blogtopf]
Über Black- und Greyhat Tipps und Tricks berichtet der aktuelle Podcast von radio4seo. Und der Sendungsmacher hat scheinbar beim Aufnehmen eine Menge gelernt:
Die Themen aus dem Interview werde ich hier nicht posten. Alle die, die entsprechenden Links haben möchten, bekommen diese, wenn sie selber etwas zu dieser Ausgabe posten und hier als Trackback erscheinen. hehe.
Seocial berichtet über den Launch von Googles Wikipedia-Konkurrenz knol (steht für knowledge, nicht für Knollenblätterpilz): dort gibt's zumindest derzeit hübsche follow-Links und jede Menge gute Keywords zu grabben: die SEO Basics hat sich Aaron Wall schon geschnappt, ich hab mal ganz auf die Schnelle ein paar Zeilen über SMO verfasst - mal sehen, wie sich die Knolle so weiterentwickelt.
"Man kann SEOs einen Sack Mehl geben", denkt sich der Herr Fachinformatiker, "oder aber einen 2.000 PS Dieseltraktor samt Ackerfläche." Oder zumindest eine Harke, die dem SEO zeigt, wo er hängt: und zwar in Form einer beängstigend hilfreichen Mindmap, die aufbauend auf dem kultigen SEOMoz-Video Schritt für Schritt die wesentlichen Punkte einer SEO-Analyse erklärt... denn jeder selbständige SEO weiß: Struktur spart Mühsal.
Gestern früh hat mir die Social Community Spock einen kräftigen Lacher beschert: was die Welt zweifellos *dringend* gebraucht hat, war ein weiteres Social Network voller Google-Werbung respektive in Mash-Up aus eigenartigem Friendfeed und halbgarem Business-Netzwerk. Zum Glück hat sie Spock bekommen! Ich hab mich dort vor einiger Zeit mal registriert und keinerlei spezielle Profileinstellungen gemacht, hab dort auch nur einen einzigen Freund - der zum Glück für meine Inbox nicht besonders regelmäßig twittert. Denn heute früh bekam ich folgende "Notifications":

PS: Wer denkt sich eigentlich sowas aus? E-Mail Notifications für Twitter-Nachrichten?
Der bekannteste Ostfriese der Welt, Erfinder Ottifanten, altert im Gegensatz zu Harrison Ford, Bud Spencer & Co. kein bisschen - das sind eben die Vorteile schütteren Haares in jungen Jahren. Dass Otto Waalkes am 22. Juli seinen 60er feierte, sieht man ihm nun wirklich nicht an - das findet auch Locoloki.
Der Herr Hornauer, belastet mit der schweren Bürde der von ihm erfundenen "telemedialen" Begabung, ist dank youtube längst nicht mehr nur Sat-Schüsslern mit seiner Sendung "telemedial" bekannt. Und berüchtigt ist er auch. Wer das alles nicht fassen kann, sucht einfach auf youtube nach der Sendung oder nach Hornauer. Den folgenden Remix finde ich ganz besonders gelungen - und das geile ist: der hängen gebliebenen Bongo-Typ und die dicke Tänzerin meinen das wirklich ernst! Verdammt, ich kann überhaupt nicht mehr aufhören, mir dieses Video wieder und wieder anzusehen. Bin ich besessen?
Morgen beginnt eine sechsteilige Serie, in der ich österreichische Online-Branchenbücher aus SEO-Sicht ein wenig unter die Lupe genommen habe. Außerdem gibt's einem Gratis-Mix des neuen Stereotyp-Projekts "Kubo" und ich stelle einige neue Twitter-Services vor - und übernächste Woche gibt's dann Lesestoff für angehende MedienphilosophInnen zu gewinnen. Ich wünsche entspannte restliche Sonntagsstunden - wir lesen uns morgen!
Ein Blick in meine Keepass-Datenbank bestätigt zweifelsfrei: Yup, ich bin bei Trocado registriert - wenn's schon ein österreichisches Affiliate Netzwerk gibt, dann muss ich dort natürlich einen Blick reinwerfen. Genau genommen hab ich mich ja eigentlich nur bei Trocado registriert, weil dort auch Pay-Click Programme angeboten werden - unter anderem von Microsoft.
Der Erlös von 5 Cent pro Click ist zwar recht erbärmlich, aber für sonst ungenutzte Bannerplätze bieten sich solche Affiliate-Programme durchaus als Lückenfüller an. Konkret wollte ich auf datenschmutz Banner zu Microsofts KMU-Produkten einbinden - eine shared office Lösung hab ich vor einiger Zeit mal im Auftrag von trigami rezensiert. Doch was musste ich heute in meiner Mailbox mit Entsetzen nach nur "wenigen" Wochen Bearbeitungsdauer lesen?
Wir bedauern!
Ihre Bewerbung zur Teilnahme am Partnerprogramm 'Microsoft KMU' mit Ihrem URL-Account 'datenschmutz blog' wurde leider abgelehnt.Gründe dafür können sein:
* Ihre Seite entspricht nicht den inhaltlichen Vorstellungen des Anbieters
* Ihre Seite ist nicht fertiggestellt oder funktioniert nicht einwandfreiDie Anbieter von TROCAODO haben das Recht Bewerbungen ohne Angabe von Gründen abzulehnen. Wir empfehlen Ihnen jedoch, sich dadurch nicht entmutigen zu lassen und sich bei anderen Anbietern zu bewerben.
mit freundlichen Grüßen | Das TROCADO Team
Ja, stimmt. Meine Seite funktioniert nicht einwandfrei - es gibt immer wieder mal Probleme, zum Beispiel beim Kommentieren mit FF3 am Mac, weil sich OpenID und SpamFree irgendwie nicht vertragen; aber ich wusste gar nicht, dass MS-Mitarbeiter auf Macs surfen :devil: Jetzt bin ich aber beleidigt und werd nur mehr nie mehr was über Windows schreiben. Das entspricht nämlich auch nicht meinen inhaltlichen Vorstellungen und ist entweder nicht fertiggestellt oder funktioniert häufig nicht einwandfrei.
Für das Cloaking von Affiliate Links können Wordpress mittlerweile auf tüchtige Plugins zurückgreifen - aber der schönste Redirect in ein noindex-Directory hilft nix, wenn immer mehr Affiliate Marketeers diese nervigen 1-Pixel Images sogar bei reinen Textlinks vorschreiben - Pepperjam hat da eine wesentlich elegantere Lösung. Außerdem böte das beliebte, aber leider sehr auf englisch-sprachige Sites fokussierte Affiliate-Netzwerk Pepperjam lukrative Quoten und einige sehr interessante Programmpartnerschaften.
Die Backend-Applikation ist ausgesprochen übersichtlich, Support erfolgt rasch und freundlich. Am besten gefällt mir allerdings in technologischer Hinsicht, dass Pepperjam zwar auch aus Tracking-Gründen die 1x1 Pixel Images verwendet, diese allerdings ebenso wie den eigentlichen Affiliate-Link standardmäßig cloaked, also verschleiert: das Zählpixel wird von einem "harmlosen" Server geladen und verhindert so allfällige SERP-Abwertungen.
Bei Amazon lässt sich das Pixel ja noch verschmerzen - ich rechne keinesfalls mit SERP-Abwertung aufgrund von Amazon-Links; auch wenn ein nofollow in solchen Fällen niemals schaden kann. Bei Zanox hat man mir auf Nachfrage zwar mal mitgeteilt, dass das Pixel nicht unbedingt eingebaut werden muss und das Cookie-Tracking auch ohne funktioniert, trotzdem finde ich die Pepperjam-Lösung wesentlich eleganter. Two thumbs up! Wenn da nicht wieder mal die böse alte Sprachbarriere wäre:
Hi Ritchie,
Thanks for reaching out. At this time, we are not allowing affiliates to promote the PJN Referral Program if their websites are not in English.
Yuck. So geht's halt fast immer, wenn man ein auf ein gut gemachtes, interessantes Affiliate-Programm stößt...
Die sogenannten Keyworddichte spielt für die SERP (Search Engine Result Pages) Optimierung eine nicht unbeträchtliche Rolle. Ideal funktioniert ein Suchalgorithmus bekanntlich dann, wenn er Informationen respektive Texte möglichst ähnlich wie ein menschlicher Leser bewertet - aber von einer Annäherung der maximalen Keyworddichte an natürlichsprachliche Bedingungen kann noch lange keine Rede sein. SEO-Profis können übrigens getrost direkt bis zum letzten Teil dieses Postings springen - wer den Begriff Keyworddichte schon mal gehört hat, aber nix damit anfangen kann, findet im ersten Teil eine Erklärung dieses wichtigen Webseiten-Parameters.
Zum besseren Verständnis ist ein Blick in die frühe Webgeschichte hilfreich: als die Suchmaschinen-Algorithmen noch jung und dumm waren und Larry Page das nach ihm benannte Ranking-System noch nicht erfunden hatte, gingen Suchmaschinenbetreiber davon aus, dass eine Seite umso relevanter sein müsste, je häufiger das gesuchte Keyword respektive die betreffende Keywordkombination im jeweiligen Text vorkommt. Dieser allzu simple quantitative Ansatz evozierte in weiterer Folge das sogenannten "Keywordstuffing": eine Seite, auf der einfach nur 10.000 Mal das Wort "Keyworddichte" stand, hätte viel besser gerankt als beispielsweise ein Text, der erklärt, was Keyworddichte ist. Googles Pagerank-Verfahren löste dieses Problem zumindest teilweise: den die Anzahl der Backlinks als Ranking-Kriterium lässt sich nicht durch simples Keywordstuffing überlisten. Aber erstens gab's und gibt's - man glaubt es kaum - neben Big G noch andere Suchmaschinenbetreiber, und zweitens verlässt man sich ungern auf ein einzelnes Kriterium; denn der Pagerank lässt sich ja wiederum durch gekaufte Backlinks und/oder Linknetzwerke immer noch sehr gut "überlisten". Also spielt die Keyworddichte auch weiterhin eine beträchtliche Rolle, wenn auch unter völlig verändern Vorzeichen.
Denn anstatt die bloße Quantität zu werten, gehen Algorithmen von statistischen natürlichen Keyworddichten aus - selbstverständlich werden dabei nur die Inhalte ohne HTML-Tags etc. gezählt. Die zugrunde liegenden Zahlen resultieren aus quantitativen Analysen riesiger Textmengen, die sich bekanntlich problemlos automatisiert durchführen lassen. Weiß man also beispielsweise, dass in statistisch durchschnittlichen Artikel über Winston Churchill dessen Name beispielsweise zweimal pro hundert Wörtern vorkommt, so bedeutet dies eine Keyworddichte von 2%. Natürlich lässt sich dieses Verfahren mittels zusätzlicher (semantischer) Kriterien verfeinern, aber grosso modo kann man durchaus sagen, dass die Keyworddichten-Analyse in erster Linie ein Mittel gegen Keywordstuffing darstellt. Wie stark die einzelnen Suchmaschinen diesen Faktor in ihrer Gesamtbewertung nun tatsächlich gewichten, ist im Detail nicht bekannt - dass er eine Rolle spielt, allerdings schon.
...liegt immer noch, und das ist das Problem, weit über der "natursprachlichen" oder semantischen Dichte. Jedem Journalismus-Studenten wird beigebracht, Wortwiederholungen zu vermeiden, skurrilerweise allerdings sehen SM-Scripts immer noch liebend gerne eine Keyworddichte von drei bis zu fünfzehn (!) Prozent. Das muss man sich mal auf der Stil-Zunge zergehen lassen: in einem mittel-langen Posting von 300 Worten über das Thema Keyworddichte müsste besagter Begriff bei einer Keyworddichte von 10 Prozent nicht weniger als 30 Mal vorkommen! Für SEOs bedeutet das natürlich, bei der Optimierung der Webseiten-Texte auf ausreichende Keyworddichte zu achten - was in der Regel der flockigen Lesbarkeit von Texten nicht gerade zuträglich ist. Ein paar kleinere Experimente meinerseits haben allerdings zweifelsfrei ergeben, dass man sozusagen die Wahl hat zwischen Fokus aus lesefreundlichem Stil oder eben auf optimale Keyworddichte - irgendwie hab ich ganz und gar nicht das Gefühl, dass die vorgegebenen optimalen Keyworddichten auch nur annähernd auf elaborierten semantischen Kriterien beruhen. Zum Glück ist die Keyworddichte allerdings nur ein Faktor unter vielen - also besser nicht übertreiben, aber auch nicht unterhalb der Wahrnehmungsgrenze dahinsurfen: die Minimalhürde von 2% sollte jeder auf Besucher bedachte Web-Publisher sehr wohl überspringen. Weitere Meinungen dazu interessieren mich natürlich brennend.
Online findet man zahlreiche Keyword-Analyse-Tools. Die meisten davon liefern unsinnige und fehlerhafte Ergebnisse oder funktionieren erst gar nicht - uneingeschränkt empfehlen kann ich allerdings das Keyword-Density Tool von Sistrix - es liefert valide Ergebnisse, auf die sich der besorgte Webmaster durchwegs verlassen kann. Wer mehr Parameter checken möchte, muss auf die kostenpflichtigen SEOmoz Profi-Tools zurückgreifen: mit dem Term Target Tool und dem Keyword Difficulty Checker gelingt so manches Kunststück.
PS: Selbstverständlich ist auch dieser Artikel über Keyworddichte nicht bloß ein Posting, sondern ein teilnehmendes Experiment. Aufmerksamen LeserInnen dürfte durchwegs nicht entgangen sein, dass dieser Beitrag den Begriff Keyworddichte wesentlich öfter enthält als üblich
Wenn man eine SEO-Wettbewerb veranstaltet, wählt man in der Regel inexistente Keywords - c't hat seinerzeit irgendeinen Fisch verwendet, den's nicht gibt - und Webmaster Eisy hat sich bei seinem Contest für das schöne Wort Seoflanken entschieden. Der/die Erstplatzierte erhält 200 Euros - aber bekanntlich geht's bei SEO-Wettbewerben ja keineswegs um die Kohle, sondern um Ruhm und Ähre - und da machen auch die SEO-Flanken keine Ausnahme.
Genauere Infos zu Preisen finden sich auf der Bewerbsseite; entstanden ist der Begriff Seoflanken übrigens aus der Zusammensetzung unseres Lieblingshobbys (SEO) mit einem Konzept, welches im Fußball eine gewissen Rolle spielt (flanken). War da nicht letztens grad so ein Großereignis in Wien?
Außergewöhnlich unüblich: Ziel ist nicht Big G, sondern Tante Yahoo: wer hier am höchsten rankt, darf sich am Ende Seoflankenmeister schimpfen. Los ging's am 2. Juni um 12:00 Uhr: da ich einerseits den Start verpasst und andererseits mich noch nie auf Yahoo konzentriert hab, rechne ich mir keine Chancen aus, unter die ersten 10 zu kommen; Zeitvorsprung ist bekanntlich durch so gut wie gar nix wett zu machen. Die genauen Teilnahmebedingungen zum Seoflanken Wettbewerb gibt's auf der Konzept Welt - die Nennung des Keywords in der Domain ins beispielsweise untersagt: http://www.seobewerb/seoflanken/ geht also, http://www.seoflanken.biz/seo/flanken spielt's nicht.
Am besten 5.000 Mal das Keyword Seoflanken in den Content schreiben! Nö, Moment, das ist voll Frühneunziger... hmmm... mal überlegen:
Fragen über Fragen... außerdem wird der Flankengewinn sowieso fast unmöglich - bei dieser starken Konkurrenz. Gibt's Yahoo eigentlich überhaupt noch?
"Alles ist eine Wurst, nur die Zwei hat ein Ende", weiß der österreichische Volksmund. Mit anderen Worten: die Twitterblogger Parade samt vertikal integriertem Gewinnspiel ist seit vergangenem Sonntag sowas von vorüber - und der Gewinner des 50-Euro-Amazon Gutscheins steht fest. Bevor die Spannung ins Unermesslich-trägliche steigt sei gesagt: die fuffzich Piepen für den größten Gemischtwarenladen des Netzes gehen an Michael "RocW" Rosenauer für seinen Beitrag auf RPG-Netzwerk.at. Herzliche Gratulation!
Vielen Dank von Michi, Lukas und mir an alle, die mitgemacht haben, und zwar: Online-Blog, Korsti.de, curiOus.net, Infopirat, Baynado und Ritman.
Auch wenn's nix mehr zu gewinnen gibt, darf natürlich weiter gerne über eigene Twitter-Erfahrungen berichtet werden; wer hier mit seinem Bericht verlinkt werden möchte so unter dem Motto "Ich bin auch ein Twitterblogger", schickt einfach einen Träckbäck und/oder sagt via Kommentar Bescheid.
Zanox, seines Zeichens lukrativstes Affiliate-Marketing Network für europäische Blogger, ändert mit 1. Juni diesen Jahres die Konditionen des "Partner werben Partner" Programms. Die Standardprovision beträgt nun 6 Euro pro Partner, Premium-Affiliates (ab Adrank 6) bekommen 8 Euros.
Während englischsprachige Blogger die freie Qual der Wahl haben, sieht's mit europäischen Affiliate Marketing Networks eher duster aus. Ursprünglich war hier auf datenschmutz affili.net eingebaut, das auf datenschmutz damit erzielbare Einkommen lag allerdings fast unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Zanox bietet die wesentlich attraktiveren Partnerprogramm und vor allem das lukrativere Beteiligungsmodell - und da jede Seite händisch freigegeben wird, bleibt das Netzwerk frei von billigen Klick-Generatoren.
Welche Partnerprogramme man fürs eigene Blog wählt, hängt natürlich einzig und allein von der thematischen Ausrichtung ab. Je enger der thematische Bezug zum Seitenthema, desto höhere die Coversion-Rate. Bei mehreren hundert Werbern - von Feinkostwaren bis zu ADSL-Verträgen - sollte allerdings so gut wie jedes Nischenblog zumindest ein paar kontext-sensitive Werbemittel im Zanox-Portfolio finden.
Nach Anmeldung und Freischaltung muss man sich für jedes Partnerprogramm einzeln bewerben, erfahrungsgemäß erfolgt die Freischaltung oder Ablehnung innerhalb von zwei Tagen. Für das neue Zanox-Leadmodell ist lediglich zu beachten, dass neu geworbene Partner innerhalb von 6 Monaten nach Registrierung ein Guthaben von mindestens 50 Euro erzielt haben - aber das ist selbst für kleinere und mittlere Blogs ohne weiteres möglich.