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DJ Uppercut: The Attack of the Ninja

Dieser Kurzfilm hat alles: Spannung, Spaß, Action, großartige Animation. Das Genre des Musikvideos, den unehelichen Kindern von Major Labels und MTV, war am absteigenden Ast: aber im Netz kommen sie zurück, diverser und mannigfaltiger denn je. Ein Meisterwerk speziell für alle Pirates vs. Ninjas Fan habe ich gerade auf Vimeo gefunden. Von Shane Lester stammt das grandiose Video zu DJ Uppercuts The Attack of Ninja. Die Soundqualität passt auch super, also Subwoofer aufdrehen, Fullscreen-Mode hochstarten, Ton und Bild genießen!

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Arrr! Wie feierst du, erster Maat?

international pirate dayHeute ist der 19. September, seines stolzen Zeichens wichtigster Feiertag der internationalen Freifahrtsschifferei: weltweit feiern Totenkopf-Fans und Säbelrassler nun bereits zum 13. Mal den “Talk like a pirate day”. Die ursprünglich rein private Feierei hat mittlerweile eine ganze beachtliche Eigendynamik entwickelt, denn das Segeln und/oder Surfen unter der Totenkopf-Flagge hat in den letzten Jahrhunderten nichts von seinem Reiz eingebüßt.

Das zeigen unter anderem die Beiträge auf Rivva zeigen, allerdings ist dort vom “Look-like-a-pirate-day” die Rede. Uarrr hat dazu eine großartige gif-Animation gebaut, aus der auch das Titelbild zu diesem Posting stammt und Johannes ist noch auf der Suche nach einem Totenkopftuch, Amy&Pink sehen die ganz Sache eher metaphorisch: und in der Tat, Multimedia-Player sind die Schatztruhen der Gegenwart: voller gestohlener Güter, und keiner kann was dagegen tun :mrgreen:

Also ich persönlich werde jedenfalls zur Feier des Tages mein “Music Pirate” Shirt aus dem Schrank holen, dem Papagei auf meiner Schulter eine Packung kandierte Ingwer-Sauerkirschen spendieren und mit einer Buddel Rum auf das Wohl des legendären Gentleman-Piraten Jean Lafitte anstoßen, und zwar heute zur Geisterstunde am Alten Schloss in Gmünd. Ich kann ja nur hoffen, dass dort keine Ninjas auftauchen: denn die sind bekanntlich die Erz- und Todfeinde von uns Totenkopfträgern.

Nochmal Technorati-Blogkette: die Reaktionen

Unsere sommerliche Technorati-Favorite Aktion hat weit weitere Kreise gezogen als angenommen – ein herzliches “Vergelt’s Google” an dieser Stelle allen BloggerInnen, die nichts mit freiwilliger Selbstbeschränkung anzufangen wissen. Ich habe einiges an Feedback bekommen, das an dieser Stelle nochmal zur Diskussion gestellt werden soll.

Eine Woche in den dbc

Jens, der alte Ninja, findet unsere Piraterie gar nicht lustig:

Der einzige Sinn der Aktion ist es, im Technorati-Ranking sowohl bei den Links als auch den Favoriten zu steigen. Man mag das als “lustig” empfinden – für mich ist es das nicht. Durch solche Aktionen wird nichts anderes getan als die Grundprinzipien, mit denen Suchmaschinen arbeiten, anzugreifen. Sie verfälschen Suchmaschinenergebnisse und führen irgendwann dazu, dass Suchmaschinen überhaupt nicht mehr zu gebrauchen sind.

Zum ersten Satz: gut erkannt! Zweifellos haben wir nicht die Absicht, unser t-Ranking zu verschlechtern. Lustig find ich’s auch nur bedingt, eher wichtig. That’s what hackers and pirates do: Grundprinzipien angreifen. Die Weiterentwicklung der SMs antreiben :-)

Ich hab’s schon mal geschrieben und kann mich an dieser Stelle nur wiederholen: freiwillige Unterwerfung unter Algorithmen muss nicht sein, unbezahlte brave Mitarbeit am Businessplan von Suchmaschinen ebenfalls nicht. Wer als Micro-Publisher die Spielregeln der Big Players einhalten will, dem steht das frei… daraus einen Regelkanon für “Bloggen an sich” abzuleiten, finde ich einfach nur skurril. Longtail hin oder her, die Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu generieren, sind für Blogger viel geringer als für professionelle Medienkonzerne. Ein bisschen Nachbarschaftshilfe macht hochgradig Sinn, und ich freue mich, dass so viele bloggende KollegInnen das genauso sehen.

Und weil ich mich die eine Woche auf Platz 79 so heimisch gefühlt hab, bauen wir übrigens gerade unsere eigenen Blogcharts: gleiches Prinzip, alle de-sprachigen Blogs aus Technorati; bloß ohne menschlichen Filter. Die Filterung kommt mir nämlich arbiträr spanisch vor.

Das ist ja kein Karneval hier

Ich habe die Initiative zur Rettung aussterbender Favorite-Gattungen unter “weitere Blogaktionen” auch bei Blogparade.de eingetragen und daraufhin folgendes Mail von Michael Wöhrer bekommen, dessen Blog ich sehr schätze (und natürlich sein Simple Tagging Plugin):

Hallo Ritchie,

danke für Deinen Beitrag auf Blog-Parade.de. Allerdings können wir keine Aktionen unterstützen, die primär dazu dienen, mehr Incoming Links fürs Blog zu bekommen und/oder bessere Ränge bei Diensten wie Technorati zu erhalten. Dies geht völlig am Sinn und Zweck vor allem bei Blog-Paraden bzw. -Karnevals vorbei: tolle, interessante Artikel von Blogger für die Leser.
Viele nutzen übrigens Technorati dazu, interessante Blogs zu finden, die aufgrund ihrer Texte einen guten Technorati-Rang erzielen. Leider machen Aktionen wie eben die “Technorati-Blogkette” auch dies zunichte.

Grüße,
Michael Wöhrer

Für die tollen, interessanten Beiträge bräuchte man freilich erst gar keinen Karneval; man müsste sich überhaupt nicht untereinander verlinken, Gugl wird’s schon richten… nein, glaub ich eigentlich nicht. An Reverse Engineering aber schon, doch ich verstehe die Position von Michael gut. B-P Soll ja nicht zu einer SEO-Seite “verkommen”…

Automatisiert favorisieren

Es gäbe theoretisch ein lässiges Progrämmchen bei InternetDuctTape: Technorati Favorite your Fans dient dazu, alle User, die das eigenen Blog favorisiert haben, automatisch zurück-zu-faven:

If someone has gone to the trouble of adding you to their favorites, this program will return the favor, without requiring you to go through all of the people who have favorited you and trying to find the ones you haven’t favorited back. This is something people already do, and this program is intended to save them time by automating the process.

Klingt praktisch, also hab ich die Software runtergeladen; das Programm läuft ohne Installation, stürzt allerdings bloß ab. Der Version-Check sagt, dass meine Version nicht mehr funktioniert, allerdings handelt sich’s um den aktuellen Download von der Seite des Autors. Keine Ahnung, ob Technorati das API geändert hat oder ob die Software einfach buggy ist – schade jedenfalls, wäre wirklich praktisch.

Das S-O-S SEO Blog hebt ebenfalls den mahnenden Zeigefinger:

Jungs und Mädels, das ist kein witziger Linkbait, das ist ein Pyramidenspiel, das ist grenzwertig, das ist ein offener Regelverstoß, das versaut die Qualität der Technorati und Google Maßeinheiten und ist damit eine Provokation für beide Firmen.

Okay… auch eine Meinung. Zwar verstehe ich sowohl unter “Pyramidenspiel” als auch unter “grenzwertig” was anderes… Freestyle Medienexperiment würd ich’s nennen statt grenzwertiges Pyramidenspiel – wie immer alles eine Frage des Labels.

Sistrix beschlägt dieselbe Kerbe:

Infopirat ruft in einem Posting dazu auf, sich gegenseitig zu verlinken, um den Technorati-Rang sowie die Zahl der Backlinks zu steigern. Teilgenommen hat bereits eine stattliche Anzahl von Blogs, darunter auch einige, denen ich eigentlich zugetraut hätte, die Reichweite ihrer Handlung aus SEO-Sicht einzuschätzen. Ist SEO mittlerweile nicht schon kompliziert genug? Gibt es nicht bereits genug, ungewollte Stolperfallen als dass man sich diese jetzt selber bauen muss?

SEO what? Niemand hat dazu aufgerufen, sich gegenseitig zu verlinken. Es ging um t-Faves… aber egal. Hauptsache, gleich mal Francis bashen und behaupten, er wär aus technorati gekickt worden. Soviel vorauseilender Gehorsam macht mir viel mehr Angst als ein möglicher Google-Malus. Ich schreib mein Blog nun mal nicht für Big G (auch wenn die fleißig mitlesen).

Baynado hat übrigens den betreffenden Beitrag kommentiert; besser kann man’s imho nicht formulieren, daher er erlaube ich mir ausnahmsweise ein Fullquote:

Hallo Johannes, auch ich bin ein Teilnehmer der Infopirat Aktion. Mir ist schon klar, dass eine Verlinkung mit der Absicht Suchergebnisse manipulieren zu wollen nicht Google konform ist. Ich habe bei der Aktion trotzdem mit gemacht. Warum? Mir ist egal was Google von solchen Aktion hält. Diese Aktion zielt einzig und allein auf Technorati ab, wenn der Algo so schlecht ist das zu erkennen, ist das deren Problem.
Solche Aktionen sind für die US-Blogosphäre normal und auch vorher gab es hier den einen oder anderen Blogkarneval. Die Politik von Google ist nicht mehr die es mal war. Wenn ich an das Linkkauf Verbot denke, wird mir schlecht. Damit wollen die doch nur ihr quasi Monopol festigen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob solch eine “AGB” wettbewerbswidrig ist in Deutschland (UWG). Aber alle SEO und Webmaster halten brav den Mund und kuschen. Ist ja auch klar die Hand, die einen füttert schlägt man nicht.
In ein paar Jahren, wenn die Entwicklung so weitergeht und wir alle die Rechnung für die vielen “kostenlosen” Dienste präsentiert bekommen, ist das Geschrei groß.

Word!

Was ist Social Media Piraterie?

Vor nicht allzu langer Zeit rotteten sich einige unerschrockene BloggerInnen zusammen, um Blogg-Buzz zu übernehmen, das sich im nachhinein allerdings, wie’s Michi so schön formulierte, als Geisterschiff entpuppte. Vor noch kürzerer Zeit begann die bislang höchst erfolgreiche Technorati-Blogkette. Aber dies ist nur der Beginn der Legenden rund um Captain Jean Lafitte und seine tapfere Piratenmannschaft.

Witzigerweise ging dieser Tage eine neue Social Media Plattform in Deutschland online, welche die gleiche Software wie Blogg-Buzz benutzt. Die Blogperlen möchten aber nicht der 1000ste Digg-Klon werden, sondern legen ihren Fokus in erster, zweiter und dritter Linie auf kleine, (noch) unbekannte Blogs. Deren lesenswerten Geschichten soll zu mehr Aufmerksamkeit verholfen werden – ein hehrer Plan, dem ein entsprechender Vorschlag von Robert vorauseilte.

Die Rules of Thumb sind relativ strikt: non-Blog Beiträge werden gekickt (ich bin schon gespannt auf das neuerliche Aufflammen der Was-ist-ein-Blog Debatte), Alphaschreiber sind unerwünscht; ein Vorschlag etwa lautete, die Top 100 der deutschen Blogcharts generell außen vor zu lassen. Diskutiert wird derzeit unter anderem ob es moralisch statthaft sei, eigene Beiträge dort einzureichen (wie man sieht, sind meine diesbezüglichen moralischen Schamgrenzen extrem niedrig).

Streng gegen Verschmutzung

Der Fokus ist klar definiert, die Plattform befindet sich derzeit in einem erstaunlich raschen Wachstum. Fleißige ModeratorInnen wachen über die Einhaltung des Regelkanons, kurzum: die Perlen erfreuen sich größter Beliebtheit. Da hier Profis versammelt sind, scheint Manipulation so gut wie unmöglich – da müssten sich schon eine ganze Menge Blogger koordinieren und gegenseitig für ihre Stories abstimmen, um diese auf die Startseite zu pushen.

Aber genau das soll den Blogperlen ja erspart bleiben: die inhärente Verschmutzung solcher Social Media Plattformen. Leben wir doch in Zeiten, in denen wildgewordene Technorati-Algorithmen anhand extrem simpler quantitativer Kriterien eine Wertschöpfungskette begründen, die in Summe stark an ein Pyramidenspiel erinnert. Klar wollen eifrige SEOs ihre Links überall platzieren, und wenn Mods ihre Arbeit gewissenhaft machen, dann beginnen die SEOs eben, hochwertigen Content anzubieten und ihre gecloakten Affiliate Links dort drin unterzubringen. Ein Wettrüsten, das zwangsläufig in einer immer stärkeren Vermischung von Inhalt und Werbung gipfelt – die nicht verhindert, sondern bloß erkannt werden kann.

Aber das macht gar nix! Man darf eben nur nicht den Fehler begehen, sich vom allgemeinen Hype anstecken zu lassen und plötzlich der “Blogosphäre” oder “Social Media” zu vertrauen, nur weil Leute wie du und ich anscheinend über die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit einzelner Contents entscheiden. Jeder, der auch nur eine rudimentäre Ahnung von diesem New Media Shizzle hat, sollte als erstes kapieren, dass wir in einem zunehmend manipulierbareren Umfeld leben. Der Versuch, über externe Kontrollmechanismen und scheinbar überschaubare Kausalzusammenhänge eine Illusion von Gewissheit herzustellen, erzeugt einfach nur Medieninkompetenz. Der logische Schluss daraus: immer kritisch bleiben und die eigenen Urteilsfähigkeit *niemals* an die “breite Masse” auslagern: die Geschichte der Menschheit zeigt an zahlreichen Beispielen, wie solche Bestrebungen enden.

Um einen kleinen Eindruck der “Scales” zu vermitteln: mit rund 100 Stimmen kommt man bei Digg auf die Startseite, und mehrere Agenturen verkaufen diese Votings. Das kostet gerade mal einen Hunderter, eine Lächerlichkeit im Vergleich zu jeder Zeitungsanzeige.

In diesem Kontext bin ich sehr darauf gespannt, wie sich das Blogperlen-Projekt weiterentwickelt und ob es gelingt, die Seite auch mittelfristig unverschmutzt und fresh zu halten. Oder ob irgendwann das Regelwerk umfangreicher wird als die eingereichten Beiträge selbst.

Social Media Piraten

Social Media Piraten verstehen sich als illegitime Bastarde, als herbe Mischung einiger Gedankenfetzen von Marshall McLuhan, Alexej Shulgin, Hans Luzius, Vilém Flusser, Heinz Förster und vielen anderen… teilnehmende Medienbeobachtung und immersive Experimente könnte das Hauptkapitel der SocialPiratenBibel heißen. Analyse bedeutet Objektivität, bedeutet Abstand, bedeutet Blick-von-außen. Wir sind aber mittendrin in unserer hochkomplexen Medienwelt, sind automatisch immer selbst Teil von Beobachtung, Experiment und Biotop. Kein Wunder also, dass zwischen Piraten und Ninjas eine jahrhundertelange Feindschaft herrscht:

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Anstatt sich behutsam vor und manchmal auch zurück zu tasten, sorgfältig getarnt in enganliegenden schwarzen Gewändern, sind Piraten ganz einfach – auffälliger. Unerschrockener. Impulsiver. Trinken mehr Rum. Und gehorchen vor allem niemals einem strengen Regelkanon… sondern zeigen lieber die Schwachstellen bestehender Systeme auf. Und das wichtigste: Piraten werden viel häufiger von der Nachwelt verklärt als Ninjas. Oder Blackhat SEOs.

CD-Review: DJ Food + DK: Now listen again

Das aktuelle Mixtape von DJ Food lässt Genregrenzen hinter sich und benützt Hip Hop als genre-verbindendes Format.

Mix- und scratchtechnisch werden hier sowieso nur Übergänge vom feinsten serviert, die Deluxe-Trackauswahl von Primal Scream über Aphex Twin und Pepe Deluxe bis zu Pendulum erstaunt, überrascht und erfreut das Herz des Beatdiggers. Der erste Soundtrack zum Sommer 2k7, serviert von zwei Meistern ihres Fachs.

Mit der Jazz Breaks Serie stellt DJ Food sein Talent fürs Crate-Digging schon seit Jahren unter Beweis – dass der Solid Steel (a Subdivision of Ninja Tunes) Mastermind auch an den Turntables einiges drauf hat, hört man jeder Sekunde von “Now listen again” an. Perfekt getimte Scratches, minutiöse Planung der Übergänge – natürlich handelt es sich um einen Studiomix, der allerdings genau jenes Quentchen Perfektion verströmt, das man sich von einem solchen Unterfangen erwartet.

Label: Solid Steel

Pirates versus Ninjas

Die einen sind unsichtbar und effektiv, die anderen laut, betrunken und stets auf der Suche nach Beute. Die Rede ist natürlich von Piraten und Ninjas: die fiktive Schlacht zwischen den beiden auf ewig verfeindeten Fraktionen findet in Zeiten der Web 2.0 Videoapplikationen ihren Austragungsort nicht nur in theoretischen Diskussionen: Inszenierungen von Spielberg’schem Format lassen das historische Drama in seiner ganze Pracht filmisch neu auferstehen.

Matters of small concern should be treated seriously; matters of big concern should be treated easily. (Hagakure, zitiert nach Ghost Dog)

Wo viel Information ist, dort rauscht’s auch ganz gewaltig. Nicht nur am Buffet, auch im Internet werden die unglaublichsten Schlachten ausgetragen: schon lange, bevor Kämpfe zwischen Orks, Zwergen, Elfen und ähnlichem Geziefer in simulierten 3D Welten neue Einkommensmodelle für Gamedesigner und virtuelle chinesische World of Warcraft Bergarbeiter ermöglichten, richteten Geeks und Nerds ihre Aufmerksamkeit auf eine hochgradig theoretische Frage: Wem fiele der Sieg anheim in einer fiktiven Schlacht zwischen Piraten und Ninjas?

Die Google Suche nach “Pirates Ninjas” ergibt nicht weniger als 1,6 Millionen Ergebnisse, was wohl eindeutig für die Gravität, Ernsthaftigkeit und vor allem Langlebigkeit des Themas spricht. Von der dramatischen Inszenierung des immerwährenden virtuellen Kampfes ganz im Stile historischer Re-Enactments auf Youtube über einen ausführlichen Wikipedia-Eintrag bis hin zu satirischen Feiertagen (seit 1995 fungiert der 19.9. als “Talk Like a Pirate Day“, dem 2003 der 5. Dezember als Ninja-Day folgte) hat die Auseinandersetzung zwischen den flinken, nahezu unsichtbaren asiatischen Killern mit den bunten, lauten, häufig betrunkenen und schatzkarten-zeichnenden Piraten überall ihre Spuren hinterlassen. Kurz gesagt: wenn du ihn siehst, ist er kein Ninja – und wenn er nicht “Arrr arrr” sagt, kein Pirat.

Die stereotypen Antagonisten repräsentieren hier ausnahmsweise mal nicht Gut und Böse, sondern zwei Grauzonen, die in voller Wucht aufeinander treffen. Und totale Sinnentleerung soll beim einen oder anderen Zen-Buddhisten schon öfter mal zur spontanen Erleuchtung geführt haben. Eine etwas andere Inszenierung des alten Konflikts fand ja letzthin zwischen Schweizer Kopierschutz-Ninjas und Subline-Piraten statt: also Zeit, Flagge zu bekennen. Der geneigte Leser merkt’s schon an der Formulierung: ohne mir einen Metallhaken-Arm zu wünschen: das Ninja-Outfit find ich einfach doof – vom Coolnessfaktor her steckt der charismatische Piratenkapitän den gesichtslosen Ninja locker in die Tasche bzw. seinen Flachmann. Damit dürfte klar sein, auf welcher Seite datenschmutz steht. Das folgende Filmfilmfilm-Highhigh-Light der Woche lässt die entscheidende Frage offen:

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