"Was wäre Internet ohne O und R und F?" fragt die ORF Enterprise via Inserat auf der ersten Seite des dieser Tage erschienen Handbuch Nr. 5 von Werbeplanung.at. Nun, die Antwort ist simpel: es wäre ein Intenet.
Allerdings finde ich, dass im Anzeigentext einige essentielle Informationen fehlen und schlage daher für die kommende Ausgabe folgende überarbeitete Fassung vor:
Österreichs beste und zugleich schlechteste, weil nämlich einzige mit Steuergeldern und GIS-Gebühren finanzierte Seite: ORF.at, ab sofort im Portfolio der ORF-Enterprise. Mit 38,5% Netto-Monatsreichweite, das entspricht rund 1,9 Millionen Unique Usern pro Monat ist der ORF dank einer zauderhaften, demokratiepolitisch verantwortungslosen und generell abwesenden Medienpolitik als staatlicher Rundfunk nun auch im Web klare Nr. 1. Somit bieten wir Ihnen mit TV, Hörfunk und nun auch Online drei marktführende elektronische Medien, welche die Genese eines wirtschaftlich tragfähigen privaten elektronisch/digitalen Mediensystems wirksam verhindern - denn Österreich hat zu lange Zeit an der Grenze zum Ex-kommunistischen Block verbracht, um die Vorteile politisch besetzter Intendantenposten nicht zu kennen. Das perfekte 360 Grad Kommunikatioinsspektrum aus einer Hand - effizienter kann man nicht werben.Woanders auch nicht.
Während viele User ihre ersten Quoten-Erfahrungen mit Twitter sammeln, ist Reichweite für den österreichischen ZIB2 Anchorman Armin Wolf ganz und gar nichts ungewohntes: durch seine für ORF-Verhältnisse außergewöhnlich kritischen Interviews mit Studiogästen gewann der Journalismus-Profi rasch Fans. Vor einigen Monaten begann Armin Wolf, Twitter intensiv als "Fernseh-Rückkanal" zu nutzen: er fordert die Seher auf, Interviewfragen vorzuschlagen, berichtet über seine Arbeit und unterhält sich mit seinen Seherinnen und Sehern. Innerhalb kürzester Zeit avancierte @arminwolf zu einem der meist-gefollowten Microblogging-Accounts Österreichs. Nach seinem Eröffnungsvortrag am Werbeplanung Summit 2009 habe ich Herrn Wolf vor die datenschmutz-Cam gebeten und ihn unter anderem gefragt, warum es in Österreich keine relevanten Blogs gibt. Zwar versuchte ein äußerst hartnäckiger Müllwagen mehrfach, unser Interview vor der Nationalbibliothek zu stören - aber wir haben uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen:
Wir kämpfen den gerechten Kampf - gegen Windmühlen, den Küniglberg und das Vergessen. Und für die Rückkehr des Mannes, den sie Heinz Prüller nannten. Dass selbst ich bei meiner ausgeprägten Abneigung gegen fern-elektro-mediale Sportbeobachtung (mit Ausnahme von K1) diesen Namen kenne, liegt einzig und allein daran, dass Meister Prüller eine wandelnde Motorsportlegende ist.
Ja, man könnte durchaus so weit gehen zu behaupten, dass jeder Österreicher, der im Lauf seines Lebens die markigen Worte des Formel-1-Kommentators geradezu mit der Muttermilch aufgesaugt hat. Doch nun der große Schock:
Erdbeben in der österreichischen Formel-1-Medienlandschaft: Heinz Prüller, seit 1965 ununterbrochen Grand-Prix-Kommentator für den öffentlich-rechtlichen TV-Sender 'ORF', wird 2009 abgelöst. Als Nachfolger wird der bisherige Boxengassenreporter Ernst Hausleitner das Mikrofon übernehmen.
Eine offizielle Bestätigung seitens des 'ORF' steht noch aus. Ein Sprecher des Senders erklärte jedoch auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com', dass es zu diesem Thema heute noch eine Presseaussendung geben wird.
So spricht die Facebook-Gruppe, die sich in bester Social Media Campaigning Tradition für die Rückkehr der Legende ans Mikro einsetzt. Die Zitate der User sagen alles:
"Ich werde es vermissen, wie er "Hydraulik" sagt... seufz!"
"heinz prüller ist österreichs john madden!!! ohne den geht's nicht!!!"
"Formel 1 ohne Heinz macht keinen sinn !!!"
Vorschläge, Protestaktionen, öffentliche Fernseher-Verbrennungen (man weiß eh nicht, wohin mit der alten Röhrnkiste) sind angesagt. 1.123 Mitglieder erreichte die Gruppe in Rekordzeit, und mir fällt eigentlich nur ein einziges Exit-Szenario ein: wenn die Rückkehr zum Staatsfunk nicht klappt, dann muss Heinzi zukünftig eben auf ATV Motorsport moderieren. Die Formel 1 Rechte werden zwar kaum leistbar sein, aber da der sowieso der Kommentator im Vordergrund steht, tut's ja vielleicht auch die österreichische Auto-Crash-Meisterschaft in Wolkersdorf.
Seit der Eröffnungsdiskussion zum diesjährigen Elevate Festival freut sich die Duden-Redaktion über eine neue Redewendung: einen Lorenz performen steht für gut getimte Pauschalverurteilungen zum Zwecke des (möglicherweise gar unbeabsichtigten) Linkbaiting. Aber genug gelacht, die Macher des Festivals riefen gemeinsam mit dem Studiengang Journalismus und Unternehmenskommunikation (FH Joanneum) eine Seite ins Leben gerufen, die den konstruktiven Dialog fördern soll.
Scheissinternet oder Superinternet - für wen wird sich unser Kandidat, der österreichische Rundfunk, entscheiden? Unter letzterer Adresse haben willige Mitgestalter die Möglichkeit, entweder via E-Mail Formular oder nach erfolgter Registrierung auch als öffentliches Posting diverse Verbesserungsvorschläge und Wünsche zu deponieren. Alle Beiträge werden zur späteren Aufbereitung in einem Wiki gesammelt - und sollen keineswegs ungehört verhallen:
Der ORF hat bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert und der Geschäftsführer von ORF.at, Karl Pachner, hat sich bereit erklärt, sogar in Form von Workshops Zwischenergebnisse zu evaluieren. Somit kann mit diesem Projekt konkret etwas bewegt werden, wenn ihr zahlreich mitarbeitet und den Druck aufrecht erhält!
Die ersten öffentlichen Vorschläge machen ja schon mal hochgradig Sinn: Manu wünscht sich eine Veröffentlichung aller Eigenproduktionen unter CC-Lizenz und Clemens wünscht sich direkte Kontakt- und Feedbackmöglichkeiten zu allen ORF-Mitarbeitern. Durchaus erfüllbare Forderungen, alles nur eine Frage des politischen Willens. Da kann man ja nur hoffen, dass die Gespräche erst beginnen, wenn die neue Regierung ihre Fernseh-Führungsriege installiert hat, sonst wär's schade um den Aufwand.
Der österreichische Nationalratswahlkampf zeigte bereits erste Ansätze einer Integration neuer Medien. Dabei steht keineswegs die Technikverliebtheit im Vordergrund, sondern direktes Feedback, Wählfragen und -kommentare sollen integriert werden. Das Fernsehen als klassisches Einweg-Medium zieht beratende Experten hinzu, lässt Zuseher Videos auf Youtube hochladen, die dann teilweise in den Live-Sendungen abgespielt werden. Einen ganz anderen Ansatz in Sachen Realtime-Feedback wählte die aktuelle Twitter/Current-Kooperation: unter genialen Titel Hack the Debate wurden Twitter-User aufgerufen, während der Übertragung der Live-Debatte am 15. Oktober mit dem Tag #current ihre Meinung über die Konfrontation und die Argumente von Obama und McCaine zu tweeten.
Current integrierte so viele Tweets wie möglich als Laufschrift in den Live-Videocast und schafft dadurch eine Art Meta-Layer. Hier bekommen also nicht die Diskutanten direktes Feedback, sondern die Zuseher chatten live via Twitter. Simpel umzusetzen und eine nette Idee: zweifellos wird in zahlreichen Chats ohnehin diskutiert, aber kurze und knappe Meldungen auf diese Weise zu bündeln, hat einen besonderen Reiz.
Da Twitter die Aktion mit einem sehr prominenten Link direkt unter dem Hauptmenü bewarb, war die Teilnehmerzahl entsprechend hoch. Man sieht also: auch im Web 2.0 fällt die gute alte Gatekeeper-Funktion keineswegs flach. Und so sahen die Regeln in der Praxis aus:
- Tune in on October 15th at 9pm EST/ 6pm PST for the Live Presidential Debate. Find Current TV on your local cable/satellite provider or come here to watch the live stream of our broadcast.
- Make sure you’ve registered with Twitter to participate. NOTE: You’ll need to have your Twitter timeline set to public to participate.
- During the debates, chime in by including "#current" in your tweet. Example:
"This discussion about universal healthcare makes me want to pop some pills! #current"- We won't be able to air every single tweet on TV, but you can see all of the #current tweets by searching #current on Twitter search.
Das wär doch mal eine Anregung für ORF, ATV oder puls4 für die nächsten Live-Debatten!
Noch nie wurde abseits des Staatsfunks so engagiert und umfangreich über den Wahlkampf berichtet wie in diesem Jahr. Mit puls4 und ATV hat der unentschlossene Österreicher gleich zweimal die Möglichkeit, Zusatzinformationen einzuholen. Im Gegensatz zu den klassischen Konfrontationen und Elefantenrunden im ORF bemühten sich die privaten Sender um dynamischere Formatgestaltung und vor allem die um direkte Einbeziehung des Publikums über Online-Videos: jeder Zuseher kann via VideoplattformFragen an die Politiker stellen, ein Feature, das der klassischen Selbstdarstellungsplattform Fernsehen eine ganz neue Dimension verleiht.
Wer den Wahlkampf ausschließlich im ORF verfolgt, könnte durchaus auf die Idee kommen, dass es in Österreich nur eine Meinungsforscherin (Sophie Karmasin) und einen Politikwissenschafter (Peter Filzmaier) gibt: nach der jeweiligen Sendungen dürfen die beiden ihre wenig kontroversiellen Statements abgeben, die inhaltliche Oberhoheit in den Diskussionsrunden liegt bei der äußerst kompetenten und angenehmen Diskussionsleiterin Ingrid Thurnherr. Neu waren in diesem Jahr die Jugendrunden, bei denen Schüler live Fragen an Kandidaten der einzelnen Parteien stellten.
Ganz anders präsentierte sich die Vorwahlzeit bei puls4, ATV und Wahltotal.at: Ich habe nicht alle Konfrontationen und Präsentationen verfolgt, muss im großen und ganzen allerdings sagen, dass die private Konkurrenz der Wahlberichterstattung sehr gut tut: vor allem die Zwischenunterbrechungen mit wirklich knackigen Expertendiskussionen auf puls4 gefielen mir ausgesprochen gut, während ATV vor allem mit der geschickten Einbindung von Youtube-Videos punktete. Alexandra Damms, Pressesprecherin von ATV, hat mir im Rahmen einer Mini-Serie einige Fragen zu den Schwerpunkten der Wahlberichterstattung beantwortet. Demnächst folgen ein Interview mit den Machern von Wahltotal und mit Politik-Chefredakteur von Puls4.
datenschmutz: Das duale Fernsehsystem ist in Österreich eine vergleichsweise junge Einrichtung, bislang hatte der ORF das Wahlkampf-Berichterstattungs-Monopol. Das hat sich mit den privaten Sendern geändert - was sind die Spezifika der ATV-Wahlberichterstattung und wodurch unterscheidet sie sich von den klassischen ORF-Runden?
Alexandra Damms: ATV möchte mit dem Konzept die althergebrachte Elefantenrunde wo Fragen von Journalisten beantwortet werden durch einen neuen Zugang ergänzen. Da unser Zielpublikum jünger ist (12-49 Jahre) und auch vor allem bei diesen Nationalratswahlen sehr viele Erstwähler zwischen 16 und 18 Jahren die Möglichkeit haben, mitzubestimmen ist das Konzept frischer und auf jüngere Seher aufgebaut. Die Kandidaten müssen direkt auf Wählerfragen antworten, die diese via YouTube online gestellt haben, bzw. haben wir auch eine Österreich-Tour gemacht, wo Bürger ihre Fragen in die Kamera stellen konnten.
?: Welche Rolle spielt das Internet in der Wahlberichterstattung von ATV?
!: Wie gesagt, durch das Konzept der ATV-Wahlberichterstattung spielt das Internet eine große Rolle dabei.
?: Wie sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Wahlberichterstattung auf ATV zufrieden? Gab es Reaktionen von Seiten des Publikums oder gar parteipolitische Proteste?
!: Bis jetzt sind 171 Fragen online, das ist sehr zufriedenstellend Parteipolitische Proteste gab es nicht, jene Spitzenkandidaten die zugesagt haben, waren sofort dafür bereit.
?: Wie schätzen Sie persönlich den Einfluss der ATV-Berichterstattung ein? Und was sagen Sie zur Weigerung Werner Faymanns, an den privaten "Elefantenrunden" teilzunehmen?
!: Für eine österreichischen Privatsender sind Nachrichten und politische Berichterstattung sehr wichtig, da es auch zu unserer Identität beiträgt und zur Positionierung von Privatsender in Österreich einen wichtigen Beitrag liefert. Wir sehen unsere politische Berichterstattung als Kontrapunkt zu jener des Öffentlich-Rechtlichen, und vor allem auf unsere Zielgruppe zugeschnitten. Werner Faymann ist leider terminlich verhindert, er bleibt bei uns bis zum Sendungsbeginn eingeladen, und wenn wir ihn unterstützen können, seinen Termindruck zu entzerren, wird ATV alle Hebel dafür in Bewegung setzten. Allerdings finden wir es sehr schade, dass er sich die Gelegenheit entgehen lässt, direkt auf Wählerfragen im Fernsehen zu antworten, vor allem da es sich an ein jüngeres Publikum richtet.
Die österreichische Journalisten Ute Fuith hat etlichen Kollegen und mir ein paar konkrete Fragen zum "unabhängigen" Journalismus in Österreich geschickt. Natürlich sehe ich mich nicht primär als Journalist, sondern als Blogger - ich hab zwar am Aufbau diverser Online-Redaktionen mitgearbeitet und verdiene als freier Journalist seit über 10 Jahren kein äußerst bescheidene "Anerkennungshonorare", verfüge also durchwegs über rudimentäre Primär-Erfahrungen in der österreichischen Profi-Schreiberlings-Szene. Dass beim Bloggen jegliche externe Zwänge wegfallen, gefällt mir natürlich besonders gut: die einzige Schere befindet sich in *meinem* Kopf, und die lässt sich gut verbiegen und an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Und ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich datenschmutz überhaupt nicht als aufklärerisches, sondern als rein kommerzielles Projekt betrachte und betreibe - für mich persönlich stellt sich also die Frage nach externer Einflussnahme nur sehr begrenzt. Dennoch habe ich mich sehr über die Fragen gefreut und bin schon gespannt auf den resultierenden Artikel.
Ute Fuith: Wie frei sind Österreichs Medien wirklich?
ritchie: Ich denke, es gibt keine wirklich "freien" Medien: mit ökonomischen Sachzwängen ist jedes (semi)professionelle Medium konfrontiert, politische Einflussnahmen (nicht selten über parteinahe Anteilseigner) stehen wohl auf der Tagesordnung. Informell und in geselliger Runde weiß fast jeder langjährige Journalist hochinteressante Geschichten zu erzählen - doch ich vermute mal ganz stark, dass die handelnden Personen ihre Agreements weitgehend mündlich treffen und konkrete Recherchen wenig Anhaltspunkte und stichhaltige Beweise fänden. So etwas wie ausgewogene Berichterstattung kann meiner Meinung nach nur eine gewisse Vielfalt von Standpunkten gewährleisten: der Medienkonsument muss sich sozusagen aus verschiedenen "Biases" seinen persönlichen Mittelwert bilden. Nicht nur aufgrund der verhältnismäßig geringen Einwohnerzahl hat Österreich in diesem Bereich allerdings tatsächlich einige Kuriositäten aufzuweisen: angefangen von einem äußerst halbherzigen implementierten dualen System im elektronischen Bereich bis hin zur weitreichenden Dominanz eines einzigen Printmediums.
?: Welche Tabuthemen gibt es?
!: Tabus ändern sich im Lauf der Zeit - aus Konsumenten-Sicht allerdings habe ich den Eindruck, dass im ORF diese Tabus direkt und unübersehbar mit der jeweiligen Regierungskoalition zusammenhängen, was sich in lächerlich-überdeutlicher Art und Weise an der Personalpolitik abzeichnet: der Legende eines vorgeblich "objektiven" Staatsfunks ist dies sicherlich nicht gerade förderlich.
?: Haben Sie in Ihrer journalistischen Karriere jemals inhaltliche Einschränkungen erlebt, wenn ja welche?
!: Keine drastischen - ich war allerdings zu keinem Zeitpunkt meiner beruflichen Laufbahn Vollzeit-Journalist, sondern habe immer nur als freier Autor gearbeitet; da kann man die Aufträge entsprechend auswählen und auch mal die Ablehnung eines Textes verkraften. Vor rund zehn Jahren wollte ich für die Presse Kulturredaktion einen Bericht über Graffiti schreiben (damals waren gerade drei Sprayer zu sehr hohen Geldstrafen verurteilt worden); ich bekam zuerst das ok und einen Tag später die Ergänzung: "Graffiti muss aber schon negativ und als Sachbeschädigung dargestellt werden." Den betreffenden Bericht habe ich nicht geschrieben. In der politischen Berichterstattung ist das Problem sicherlich virulenter, in diesem Bereich war ich allerdings nie redaktionell tätig.
?: Sind Ihnen Fälle vorauseilenden Gehorsams in Punkto Inhalt bekannt? Welche?
!: Ich denke, die Grenzen zwischen vorauseilendem Gehorsam und der Einhaltung der Blattlinie sind fließende; man spricht ja häufig von der "Schere im Kopf". Ich kenne keine konkreten Fälle, schreibe aber selbst Texte über dasselbe Thema beispielsweise für mein Blog recht anders als etwa für eine Tageszeitung; das hat allerdings mehr mit formellen als mit inhaltlichen Kriterien zu tun. Im Kulturjournalismus tritt dieses Problem allerdings, behaupte ich mal, seltener auf als in anderen Genres.
?: Wurden Ihre Artikel jemals so umgeschrieben, dass sie sie nicht wiedererkannt haben? Oder kennen Sie Fälle, wo das passiert ist?
!: Es gab eine relativ irrelevante Geschichte, bei der ein Festivalbericht, den ich über Holzstock geschrieben hatte, einen meiner Meinung nach etwas sexistischen Titel, den ich so nie gewählt hätte, bekam. Ganze Artikel wurden jedoch nie derart umgeschrieben. Ich erwarte mir zumindest eine "Feedbackschleife"; auch wenn das auktoriale Prinzip ein Relikt der Vor-Postmoderne sein mag, soviel Professionalität und Respekt, gegebenenfalls nochmal nachzufragen, erwarte ich mir auf jeden Fall. Bei jenen Medien, für die ich regelmäßig tätig bin oder war, hab ich in dieser Hinsicht allerdings durchwegs positive Erfahrungen gemacht.
Alle registrierten User des wow-forums bekamen gestern eine ziemlich offiziell aussehende Mail - angeblich sei der Account wegen Benutzung unzulässiger Drittsoftware gesperrt worden; da dürften wohl einige Menge Gamer, die nicht auf die Absenderadresse geachtet haben, gleich mal panisch geworden sein.
Auch äußerst gelungen: die Wiener Agentur Communication Matters lancierte via OTS die Meldung, dass im ungarischen Teil des Neusiedler Sees eine Offshore-Plattform errichtet werden soll:
Der ungarischen Erdöl-Auffindungsgesellschaft "ÃÂprilis Köolaj Társaság kft. (AKT)" ist eine sensationelle Exploration gelungen. Direkt im Neusiedlersee etwa fünf Kilometer nordöstlich vom Seeort Fertöboz wurde ein Erdölreservoir aufgespürt, das jetzt mit modernen Methoden ausgebeutet werden soll.
[...]
Darüber hinaus ist der Neusiedlersee wegen oft plötzlicher Windeinbrüche und der wechselhaften Wetterbedingungen kein einfaches Terrain. Wir wissen heute, wie man in Meerestiefen bis zu 3.000 m Erdöl abbaut, so Generaldirektor Kosics, aber es gibt noch keine Praxis im Seengebiet in Tiefen von ein bis zwei Metern.
Der eigentliche (unfreiwillige) Joke folgte dann ein Weilchen nach dem Rückruf der Meldung - die burgenländische FPÖ fühlte sich bemüßigt, zu protestieren:
Schwere Bedenken gegen die von Ungarn geplante Erdölförderung am Neusiedler See äußerte heute FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer, der die österreichische Bundesregierung und die burgenländische Landesregierung dringend aufforderte, mit den ungarischen Behörden die möglichen Folgen für das Naturschutzgebiet und das Grenzland auf österreichischer Seite abzuklären.
Wie jedes Jahr lancierte auch Google eine ganze Reihe von Falschmeldungen, darunter die Google Manpower Search, bei der tausende Chinesen in maximal 32 Sekunden Papier- und Onlineressourcen durchforsten sowie die Gmail Custom Time, mit der man angeblich Gmail-Messages aus der Vergangenheit verschicken könne.
Einen recht aufschlussreichen Bericht über Aprilscherze als neues Businessfeld gibt's auf ORF Online, ob die Madonnenerscheinung in Vo-Berg allerdings ein Scherz war, vermag bis heute niemand mit Bestimmtheit zu sagen - aber wayne interessiert's?
Die Krone der Aprilscherze geht allerdings wie in jedes Jahr an den Heise Verlag: mittels destruktiver Wärme-Interferenz sollen sich künftige Multicore-Systeme äußerst effizient cool bleiben.
Andi Schabus hat mit dem MS Robotics Studio einen Tennisroboter programmiert, den er bei den Big Days vorführen wird. Auf msdn wurde die ganze Sache in Comicform festgehalten - ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte, ob gezeichnet oder gerendert. Auch sonst war die vergangene Woche ebenso wie ihre Vorgängerinnen keineswegs arm an bemerkenswerten Ausschlägen des Blog-Oszillometers.
Der bekannt amerikanische AI-Forscher Jaron Lanier steht der Wikipedia äußerst misstrauisch gegenüber. Das Kollektivprinzip "die Gruppe weiß mehr als der einzelne" erinnert ihn an faschistoide Strukturen, wie ein sehr lesenswerter Artikel in der Zeit berichtet:
In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind. Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.
[...]
Tatsächlich trage Wikipedia totalitäre Züge, weil es die Meinung vertrete, Kollektive könnten Ideen und Intelligenzformen hervorbringen, die jenen von Individuen überlegen seien. Damit negiere das Internet-Forum das Wissenspotenzial des Einzelnen zugunsten einer anonymen, gleichförmigen und gleichmacherischen Einheitsbewegung. Einer Bewegung, die Ähnlichkeiten mit Ideologien aufweise, die wie Nationalsozialismus und Bolschewismus auf schiere Masse setzten.
Hart ausgedrückt und ziemlich tendenziös - eine Glorifizierung des Konzepts Autorenschaft erinnert mindestens so sehr an Totalitarismus wie die Glorifizierung der Masse an Faschismus... deswegen jegliches kollektive Wissensprojekt vorzuverurteilen greift zu kurz, weil diese Argumentation das klassische Verlagssystem zum Heiligen Gral der Wissensproduktion stilisiert. Dennoch trifft Lanier einige neuralgische Punkte, an denen die Wikipedia noch hart zu knabbern haben wird: und wenn demnächst Brockhaus mit seinen 300k Artikel online geht, dann wird sich - zumindest im deutschsprachigen Raum - deutlich zeigen, welches der beiden Autorenschaftskonzepte sich als das überlegene erweist.
20% der dänischen Bevölkerung sind nicht zum Frühaufsteher geboren, sagt die SZ:
Sechs Prozent der Bevölkerung macht nach Meinung des dänischen Schlafforschers und Neurologen Morten Møller der harte Kern der Morgenmuffel aus, die ohne Vergewaltigung ihrer selbst nicht früh aufstehen und schon gar nicht frühmorgens bei der Arbeit funktionstüchtig sein können. Auf 15 bis 25 Prozent schätzen die Wissenschaftler den Anteil der Gesamtgruppe an "B-Menschen" an der Bevölkerung. So nennen die Dänen Langschläfer, die ganz einfach viel besser funktionieren, wenn sie ein bisschen länger in den Federn bleiben können.
Vor sechs Wochen erhob SEOMoz demographische Daten über den gemeinen Suchmaschinenoptimierer; die Ergebnisse sind nun eingelangt und in Kurzform als Blogartikel sowie als umfangreiche Auswertung mit Charts verfügbar. Dabei treten ein paar recht interessante Fakten zutage: SEO lernten fast alle Befragen im do-it-yourself Verfahren - kein Wunder, formalisierte Ausbildungen sind samt und sonders zu langsam für die rasante Google-Achterbahn
"Der schlaue Farmer düngt draußen statt drinnen", so eine alte Bauernregel aus den USA. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum Word aus "Presseaussendung" bei der Rechtschreibkorrektur gerne Presseaußendung machen möchte - das nenn ich mal eine originelle Interpretation der neuen alten Rechtschreibung!

Was gab's ansonsten in dieser Woche noch so an weltbewegenden Geschehnissen? Nun, ich hab die oberste virtuelle Zweiradliga bei Onetrack erreicht und darf nun endlich das Hellbike mein eigen nennen. Sozusagen das Äquivalent zu WoW Level70 und T6 Equipment... naja, nicht ganz. Dennoch: der fahrbare Untersatz des Ghost Rider hat schon was, obwohl ich aufgrund des dekorativen Totenschädels ja eher von einem Piratebike sprechen würde... wie auch immer: angenehmen Restsonntag wünscht Ihr datenschmutz-Rider!

Vor einigen Tagen war ich bei Ö1 im matrix-Studio zu Gast, um meine Replik auf Armins Facebook-Kolumne zu verlesen.
Der Text steht mittlerweile auch auf oe1.orf.at und stößt dort auf geteilte Unzustimmung - bin gespannt, ob und wie die Diskussion weitergeht. Jedenfalls tat ich mir ordentlich schwer damit, meine eigenen Zeilen zu lesen - freies Sprechen ist da schon wesentlich einfacher. A propos: gestern war ich wieder bei Paul und Radio uton live zu Gast, wir schnackten wieder eine Runde über Social Networks, Fluchtgeschwindigkeiten und Musikmythen, die Sendung gibt's demnächst hier zum Nachhören.
Hier die matrix-Aufzeichnung, die ich von Franz bekommen habe - die Einleitung und Armins Teil hab ich drin gelassen, sonst wär meine Audio-Antwort zu sehr aus dem Kontext gerissen. Kommentare hochwillkommen!
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Jürgen hat den ersten Googlehupf Österreichs gefunden, Seth Godin philosophiere unter dem Titel "Nickel and diming" über zwei grundverschiedene All-Inclusive Strategien und Pete kennt die letzten Neuigkeiten zum Ende des Drehbuchautoren-Streiks (Yippie! Neue 30 Rocks und Earls in Kürze!) Was für eine actionreiche Woche
Sometimes they can be funny, sometimes thought provoking, other times they just mess with your mind. They'll always take your breath away though and make you wonder at the skills of the people that created them.
So heißt's auf Vertustech, und dieser Ansage kann man sich nach eingehender Betrachtung dieser Photoshop-Meisterwerke nur uneingeschränkt anschließen. Ebenfalls optisch beeindruckend: dieser HD-Zeitraffer zum Thema 24 Stunden San Francisco.
Auf ORF Science hat Frank Hartmann vergangene Woche einen kleinen Vorgeschmack auf sein im April neu erscheinendes Buch "Medien und Kommunikation" (UTB) veröffentlicht: Sein Gastbeitrag in der Serie "Sprechen Sie Wissenschaft?" befasst sich mit der steilen Karriere des Begriffs Kommunikation im 20. Jahrhundert:
Als Ersatz für das nach 1945 verbrämte Wort "Propaganda" avancierte der Ausdruck innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem der 100 prägenden Begriffe des 20. Jahrhunderts, an den ebenso prägende Begriffe wie "Medium" und "Information" anknüpfen.
Vor über 10 Jahren saß ich Prof. Wolfgang Langenbuchers Einführungsvorlesung in die Kommunikationswissenschaft - dass der ehemalige Vorstand des Wiener IPK mal beginnen würde zu bloggen, hätte ich nicht vermutet. Und seiner Argumentation in punkto Zusammenarbeit von WAZ und öffentlich-rechtlichem Rundfunk kann man kaum widersprechen - handelt es sich doch um eine spitzzüngig formulierte und hochgradig berechtigte Kritik:
Man muss das dreimal lesen, um es zu glauben und in seinen Dimensionen richtig zu gewichten: Die WAZ, dieser kapitalistische Zeitungskonzern, u.a. mit der Wiener Krone im Paket - eine Zierde der Qualitätspresse! Die gebührenfinanzierte größte und drum reichste Landesrundfunkanstalt der Republik entdeckt nach Jahrzehnten schärfster Systemkonkurrenz wunderbarerweise so intensive Gemeinsamkeiten, dass man die digitale Welt nun miteinander gestalten will, ja muss. Und der Herr Ministerpräsident wird bei einer Pressekonferenz in ein paar Wochen - wenn clevere Juristen und bilanzbesessene Betriebswirte alles längst unter Dach und Fach gebracht haben - seinen Segen dazu geben. Beide mächtigen Medienakteure werden ihm diese Großmut danken; ganz gewiss, denn dafür gibt es täglich genug ganz praktische Möglichkeiten.
Das Womma Blog weiß alles über den amerikanischen Durchschnittsblogger:
According to research from WOMMA member company BIGresearch, of the 26% of U.S. internet users who blog, 53.7% are male, 44.7% are married, they bring in slightly less income than the average adult, and are slightly more educated than average. Bloggers are also younger, with an average age of 37.6 compared to 44.8 - which is the average age of the rest of U.S. adult population.
Ob selbiger in Europa wohl auch weniger verdient als der Durchschnittsbürger? Wir werden es nie erfahren
Auf Gert Lovinks Blog gibt's eine interessante Zusammenfassung von Frank Hartmanns Vortrag am Einstein Forum Potsdam, Zitat:
Media, so Vilém Flusser, are a "continuous stream of unlikely images." What is the use, so Hartmann, to deconstruct the technical media with a deterministic method a la Friedrich Kittler if we insist on illusion. Freedom is the freedom to object audience rating. Media art and media activism could show us help us in this effort to formulate media criticism. The problem that we face is the real, the hyper-real character of the televisual image. The impossibility to distinguish between Sein (being) and Schein (illusion). There is a pleasure, so Hartmann, to appear as a phantom, and intellectual are called upon to acknowledge their pleasure in media appearances so that we can come to a second-order media critique.
Ansonsten bleibt nur anzumerken, dass die Woche mal wieder rasend schnell vergangen und das Mauracher Gewinnspiel zu Ende ist. Ich wünsch allen ds-LeserInnen einen schönen Restsonntag - ich werd mich weiter meinen Facebook-Experimenten widmen und vielleicht meinen WoW Char ein bisschen hochleveln; bis morgen!
Niemand auf der Welt fängt die Essenz der von ihm abgelichteten Persönlichkeiten so eindrucksvoll ein wie der weltberühmte Fotograf Helge. Umso glücklicher darf ich mich schätzen, nun schon zum zweiten Mal von ihm mittels photonischer Digitalmagie festgehalten worden zu sein.
Helge hat eine spezielle fotografische Technik erfunden, die sogenannte organische Matrizen-Typographie, eine faszinierende Verbindung aus T-Shirt Popkultur und posenhafter, aber genau geplanter doppelter Verwendung von Körperteilen. Ein Statement, ganz im Sinne von Gilles Deleuze, das unweigerlich an eine Kombination der Detailverliebtheit des späten Pieter Brueghel den Älteren mit der Abstraktionsfähigkeit eines Matt Groening gemahnt. Wie weiland Francis Bacon gewinnt der Fotograf scheinbar alltäglichen Dingen des Alltags ("Legenden sterben nicht im Bett") eine ganz neue, nur scheinbar überraschende Dimension ab:

Außerdem war ich grade mal wieder bei Pow.lee und Radio U-Ton zu Gast - der Podcast folgt demnächst. Wir überlegen grade, den bisherigen Jahresrhytmus auf ein Monat zu verkürzen... also nicht wundern, wenn's demnächst einen regelmäßigen Social Network Podcast, aufgenommen in perfekter ORF Funkhaus Qualität, gibt.
Interessante Infos über nofollow-Blogs (vor allem, wie man selbige findet) hat Malte zusammengestellt. kA, wie ich in die digerati Suchmaschine geraten bin - coole Sache jedenfalls! Auch ansonsten war's blogtechnisch für mich eine sehr erfreuliche Woche: in den nächsten Wochen folgt wieder eine Serie von Gewinnspielen!
Bevor ich gegen Shorty in Serie verloren hab, dachte ich irgendwann mal, ich hätte Attack ganz gut im Griff... aber dieser Screenshot erinnert eher an die "Ganz Gallien! Ganz Gallien?" Situation - und das schon zum dritten Mal hintereinander. Gebt diesem Mann bloß keine Atomwaffen:

Der umtriebige Thomas Knüwer hat eine aufschlussreiche Zusammenfassung der langerwarteten Podiumsdiskussion mit Konken, May, Donsbach und Co. geschrieben. Der gesamte Bericht ist absolut lesenswert, speziell, weil die geplante Live-Übertragung aufgrund des großen Interesses der Bewohnerschaft Blogistans gleich zu Beginn zusammenbrach. Besonders gut gefällt mit Thomas' selbstregulative Ethikdisposition:
Um es klar zu sagen: Nach meiner Meinung hat ein Pressekodex allein keinerlei Wirkung. Punkt. Entscheidend sind die Berufsehre der Journalisten und das Unternehmensklima in den Verlagen. Ein Journalist, der eine solche Ehre verspürt, braucht keinen Kodex. Ein Journalist, der sie nicht verspürt, kümmert sich nicht um den Kodex.
The infamous Don Alphonso hat ebenfalls sehr klare Worte gefunden, denen ich genauso wenig widersprechen kann:
Gewisse Entwicklungen sind unumkehrbar, und wenn die Medien weiterhin Blogs in die Ecke drängen, ist das vielleicht gar nicht so schlecht - jedenfalls nicht schlechter, als von diesen Medien vereinnahmt zu werden.
Völlig verwirrt? Dann hilft nur Wirres.net, dort gibt's die ultimativ objektive Zusammenfassung eines anscheinend unwürdigen Events.
Quasi schon "old news", aber ich hab's gerade erst bei Dimido, Gordo und KRiZZi gelesen: gulli wechselt von Typo zur WP.
Sehr interessant ist der Plattformwechsel von gulli, da es zeigen wird, wie sich das doch kleine, einfache WordPress, was mal als reines Blog-System gedacht war, in großen Dimensionen eines News-Portals schlagen wird.
Im Backend ist das Blog-CMS bereits im Produktiveinsatz, ausgeliefert werden die Seiten bis zum kompletten Wechsel derzeit noch von der Typo-Engine. Ich war eigentlich nie ein übermäßiger Fan von gulli... wenn man schon "Untergrund-Suchmaschinen" braucht, dann lieber gleich die großen Brüder aus US, aber mit einer Sache haben die Betreiber völlig recht:
Eine lebendige Entwickler-Community hat aus der Blogsoftware ein ausgewachsenes CMS gemacht, das auch Sites wie gulli.com inzwischen antreiben kann. Weiter dürfte der Einsatz von Wordpress hinter den gulli-Kulissen für die eine oder andere interessante Erweiterung für WP sorgen.
Auch nicht gerade ein Nachteil für beide Seiten: ab sofort kann man gulli-News mit Trackbacks beschicken.
Hab mal wieder nach Dimidos Kommentar der Thingama-Seite einen Besuch abgestattet und bin auf Larsons World gestoßen: dort gibt's einige großartige Cartoons. Zwar nicht vom Betreiber selbst, sondern zusammen gesammelt - und wirklich funny stuff.
Wordpress hat sich in den letzten Jahren zur meistverbreiteten Blog-Software entwickelt. Was unter der Prämisse "smart and simple" als vergleichsweise einfaches Weblog-Tool begann, ist mittlerweile ein ausgereiftes Content-Management-System, das dank zahlreicher Plugins flexibel und vielfältig einsetzbar ist.
erschienen auf futurezone.orf.at
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Steel ist zurück - der deutsche Polizist bloggt wieder, und die Fans freuen sich, denn die Berichte aus der Polizeistube haben mittlerweile völlig zu Recht hohen Kultstatus erreicht! Im Übrigen zieht die Weihnachtszeit ihre schreckliche Spur der Verwüstung durch die Einkaufsstraßen - glücklich, wer alles im Internet bestellen und rechtzeitig vor dem Jahreswechsel wieder umtauschen darf, natürlich ebenfalls am Postweg.
Das Four-Letter-F-Word dient Habba.tv als Messgröße und ergibt den fpm-Wert (f*cks pro Minute). Damit das Ganze nicht allzu theoretisch bleibt, gibt's jede Menge Anschauungsmaterial. Die auf ihre Essenz reduzierte Version von Reservoir Dogs hab ich schon mal gesehen, aber ich wusste nicht, dass sich der Cutter ebenso liebevoll um das Southpark Movie und The Big Lebowski stürzt, war mir neu - alle Videos gibt's bei Max.
Der ORF beglückt uns in dieser Woche mit einer seltenen Hochblüte des Wissenschaftsjournalismus - oder wie hieß die Sparte schnell nochmal, in der man
alles frei erfindet? Unter dem Titel Schimpansen merken sich Zahlen besser als Menschen wird da vom überlegenen Kurzzeitgedächtnis unserer angeblich so nahen Verwandten berichtet. Der Planet der Affen steht jedenfalls kurz bevor - und die Sache mit dem Raub für den Paarungsvorteil werden die Burschen schon noch in den Griff bekommen. [via Walters monkey lounge Ankündigung.]
Diese Seite dokumentiert die Transposition eines Codesystems in eine anderes, nicht besonders kompatibles. Derlei Übersetzungen bergen einen gewissen inhärenten Komikfaktor, der sich in diesem Fall allerdings nur dann erschließt, wenn man die betreffenden Rap-Texte, die hier als Business-Diagramme dargestellt werden, kennt. Mein absoluter Fav dabei: Wu Tang Clan ain't nothing to fuck with:

Für alle Jeeps und Landcruisers, die back in the day, als alles noch so simple war, gepennt haben oder zu jung waren, gibt's das Originalvideo auf youtube! (Ja. So hörte sich Mainstream Hip Hop an, bevor ihn Fifty kaputt gemacht hat.)
Auch nicht schlecht: The Luniz' I got five on it:

Seit der letzten Parlamentssitzung des Jahres weht auch in .at ein ganz anderer Abhörwind - vielleicht löst diese Überwachungs-Staat Katastrophe (wider die Gewaltentrennung, frei nach dem Motto: wer braucht schon richterliche Anordnungen?) ja wenigstens die Diskussion darüber aus, ob man sich nicht vielleicht doch Parlamentarier und/oder Minister leisten sollte, die Gesetzesvorlagen *vor* der Abstimmung durchlesen... da kommt's jedenfalls gelegen, dass Bruce Schneier in seinem aktuellen cryptogram Newsletter eine Anleitung zum Verschlüsseln von Festplatten veröffentlicht hat.
So heißt das erste Video von Max, analog/digital komponiert anno 1991 auf der Angewandten. Das Oeuvre befindet sich mittlerweile in der Videosammlung der Kunsthalle und ist von dort als DVD wieder zu Max zurückgekommen, und der hat den Clip auf youtube hochgeladen - umatic Schnitt, Amiga-Grafik und hausgemachte Musik: et voilá:
Damit bleibt mir nur mehr, einen besinnlichen 3. Rest-Adventsonntag zu wünschen - und dezent an die Blog-des-Monats Abstimmung beim Bloggeramt zu erinnern, wo auch datenschmutz nominiert ist.