Beiträge

Ach so, deswegen

Die beste Unterhaltung, die ich in einem Forum seit langem gelesen hab, muss hier verewigt werden. Folgendes Setup: im Thread wird eine Party angekündigt, einer der Veranstalter postet postet, wie in Party-Foren üblich, den Flyer, und zwar ein einer ziemlich riesigen, weit über 1000 Pixel breiten Variante. Daraufhin entspannt sich folgender Dialog zwischen dem Veranstalter und – nennen wir ihn Joe.

Joe: Auf diesem Flyer kann man ja gar nichts lesen…hast ihn vielleicht auch noch eine Spur größer? Weiterlesen

Beenie Man sucht den besten Breakdancer

Wer die richtigen Moves drauf hat, kommt am Ende noch ins Fernsehen – das war schon immer so, siehe Fred Astaire :mrgreen: Derzeit sucht Beenie Man, Dancehall-Aushängeschild mit MTV-Appeal, den richtigen Tänzer für sein nächstes Video. Der Gewinner reist zum Videodreh und bekommt $2.500, auf den Zweitplatzierten wartet die gleiche Summe, der Dritte bekommt $1.000. Die Konkurrenz hat allerdings schon ordentlich geübt, wie dieses Video zeigt:

Weiterlesen

Nokia N97at: Die Gewinner und die Party

So denn – alle Lose wurden penibel ausgezählt, die Gewinner der fünf Nokia N97 Smartphones steht fest. Und um die Übergabe gebührend zu zelebrieren, laden Meral, Luca, Helmut am kommenden Dienstag (4. August) zu einer Abschlussparty ins WerkzeugH ein – nähere Details und Anmeldung via Facebook. Die gute Nachricht: Nokia sponsert die Drinks.

Aber nun zu den glücklichen Gewinnern – je ein Nokia N97 bekommen:

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und vielen Dank an alle Teilnehmer fürs Mitspielen! Wer am Dienstag zur Party kommt, erhält sein N97 gleich vor Ort, wer keine Zeit hat, bekommt sein neues Mobiltelefon mit der Post. Wir sehen uns hoffentlich am Dienstag!

#n97at Abschlussparty auf Facebook

Datum / Zeit: Dienstag, 4. August, 19:00 Uhr
Ort: : WerkzeugH, Schönbrunnerstrasse 61, 1050 Wien

Gewinnspiel: 2×2 Karten für Shackleton am kommenden Freitag

skulldiscoIm Wiener Sass rollen am kommenden Freitag die tiefen Basslines über den Dancefloor: Sam Shackleton (Skull-Disco) wird mit seiner speziellen Dubstep-Mischung aus Wanddrücker-Basslines und leichtfüßig-hypnotischen Orient-Sounds auf Einladung von Dogs Bollocks die Wiener Crowd rocken. Diese einzigartige Mischung aus State-of-the-Art Produktion und Worldmusic-Percussions hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen, und ich freue mich auf Shackleton’s erstes DJ Set in Wien. Dank Simon Lebon habe ich die Ehre und das Vergnügen, unter meinen Lesern 2×2 Gästelistenplätze für die Party des Monats zu verlosen.

Der Modus dürfte bereits bekannt sein: eine Registrierung ist nicht erforderlich, wer mitspielen möchte, hinterlässt einfach hier am Blog einen Kommentar. Die Gewinner werden am Donnerstag via E-Mail verständigt, im übrigen gelten die Teilnahmebedingungen für datenschmutz-Gewinnspiele. Aber nun zu Shackleton – der folgende Satz beschreibt die Soundscapes des Skull Disco Aushängeschild sehr treffend:

Sam Shackleton betreibt mit seinen perkussiv wummernden Dubstep-Tracks bassverliebte Tiefenforschung. Und statt des Rülpsens der Apokalypse stehen ein libanesischer Akkordeon-Spieler und ein türkischer Saz-Maestro bei seinem Sound Pate.

Dogs Bollocks presents Shackleton

An diesem Abend werden zwei Sams die Turntables bedienen: Slack Hippy übernimmt den restlichen und sorgt für kompetente musikalische Umrahmung des Gaststars. Der wuchs im Nordwesten Englands auf und ist laut eigener Aussage an die boomende britische Dubstep-Szene nur “lose” angebunden. Während sich die Produktionen der Big Names immer technoider anhören, drosselte er bei seinen neueren Produktionen das übliche 140er-Tempo auf 100 bis 120 Beats pro Minute:

Meine Hauptinspirationen sind Erkan Ogur, der unglaublich gute türkische Saz-Maestro, Ziad Rahbani, ein libanesischer Akkordeon-Spieler und Band-Leader, und Fatale, westafrikanische Percussionisten. Diese Einflüsse wird man bei mir immer raushören. Und natürlich Dub Reggae. Ich liebe einfach den ‘puren’ Basssound. Ach ja, und Chronomad. Er hat im letzten Jahr ein brillantes Album veröffentlicht und ich kann nur hoffen, dass ich irgendwann einmal etwas Ähnliches schaffe.

Viel Glück bei der Verlosung – wir sehen uns am Freitag im Sass – dieses Video gibt einen kleinen Vorgeschmack:

YouTube Preview Image

2×2 Freikarten für Legowelt am Samstag

Der Beitrag geht raus ans Wiener Partyvolk: Wolfram aka marfloW lädt am kommenden Samstag wieder in die Fluc-Wanne zum e-nix gang bang. Der holländische Gaststar Legowelt, legendär für seine darken, Chicago-House beeinflussten Produktionen auf den Labels Clone und Bunker, wird ein mit Sicherheit denkwürdiges Live-Set spielen; ich lass mir das keinesfalls entgehen und darf meiner ravenden Leserschaft dank Felix da Houserat 2×2 Freikarten anbieten. Wer am Samstag in Wien weilt, dem kann ich nur wärmestens empfehlen, mitzumachen – Legowelt ist ein hammermäßiger Act, mir gefallen die Sets, die ich bisher gehört habe, ausgesprochen gut.

legowelt beim e-nix Gangbang

Weiterlesen

Blogistan Panoptikum KW47 2008

obamoidaDas österreichische Parlament rüstet schon mal seine Mailserver-Infrastruktur hoch, denn Max will die Abgeordneten mit mittelmäßig unsanften Mitteln zur direkten Demokratie überreden. Tja, Messianismus á la Obama gilt in Österreich als tendenziell visionär und erfordert seit spätestens seit Vranz ärztliche Prokura. Die kann man echt nur sagen: Obamoida!. [via Helge] Ich könnte mir ja durchaus vorstellen, dass sich die Polit-Elite von MyOnId eher angesprochen fühlt als von der lästigen Aufgabe, E-Mails des kleinen Mannes Geeks beantworten zu müssen…

Facebook und der Anzeigenmarkt

Der “Marketplace” in Facebook ist so belebt wie der Hauptplatz von Hinterstinkenbrunn am Donnerstag um 2 Uhr früh. Der Gedanke, die zwei Konzepte “Kleinanzeigen” und “Social Network” zusammen zu führen, liegt zwar nahe, die Listings aber lagen brach. Und weil man ja schließlich nicht alles selber machen kann, suchten sich die Betreiber und anscheinend einen Partner – schließlich hat man mit externen Applikationen ja Erfahrung. TechCrunch berichtet, dass Oodle den Job übernehmen wird und wünscht FB viel Glück: denn der US-Markt ist mit Ebays Kijiji, Microsofts MSN-Anzeigen und vor allem der guten alten Craigslist mehr als übersättigt. Dafür entdecken die Österreicher langsam das Genre der Classifieds: gab es vor drei Monaten noch bloß insgesamt 2 Anzeigen (eine davon von HP), so tröpfeln mittlerweile täglich im Durchschnitt bereits an die drei neuen Verkaufsgesuche (österreichweit) herein.

Anleitung zum Arschkriechen

Mit dem metaphorischen Eingang durch den Enddarm beschreibt man unangebracht schleimig-devotes Verhalten zur Erlangung eines persönlichen Vorteils. Das gehört gefördert, dachte Dr. Isis und erklärte in einem Beitrag auf Scienceblogs ausführlich, warum hartnäckige Anbiederung und regelmäßiges frühes Auf-der-Matte-Stehen bei ihr zum Erfolg führen. Tobias Maier hat eine exzellente Antwort verfasst:

Wenn ich, als hypothetischer Prof morgens um halb sieben vor meinem hypothetischen Büro einen Studenten vorfinden würde, gäbe es zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Typ durchgeknallt, und ich schicke ihn sofort nach Hause. Oder er schläft den Rausch der Uni-Party vom Vortag aus, dann biete ich ihm vielleicht noch einen Kaffe an, und ich schicke ihn anschließend ebenfalls nach Hause.

SEO-News der Woche

SEO-United.de füttert Tante G. mit einem umfangreichen Glossar, Semplicity berichtet über das neue Beta-Interface für AdWords und der Mobile SEO gibt eine ausführliche Einweisung ins Thema Suchmaschinenoptimierung für mobile Endgeräte.

Outgoing-Link Autorität

Hub oder Linkschleuder? Dieser Frage geht Seokratie nach und kommt dabei in punkto Link-Autorität zu Ergebnissen, die doch so manchen überraschen dürften:

Hubs sind sehr oft private Seiten, die es sich bei der Erstellung der Webseite zum Ziel gemacht haben, alle anderen relevanten Seiten zu finden um dem Besucher einen Mehrwert zu bieten. Das fällt natürlich auf die eigene Seite zurück: Der Besucher denkt sich “Wow, der kennt sich aber aus! Er kennt alle relevanten Seiten zum Thema.” […] Google denkt sich das Gleiche wie dieser Besucher!

Wenn Yahoo sich ziert

SEO-Handbuch.de wärmt einen alten Tipp auf: nach wie vor kann man im US-Yahoo-Directory Seiten vorschlagen, während das neue Pendant keine frischen Kandidaten mehr aufnimmt. Einziges Problem dabei: falls es überhaupt einen Editor gibt, dann macht der schon ziemlich lange Party. Und interessiert sich nicht die Bohne für non-englischsprachige Seite. Andererseits kann man sich für 300 Dollar den Weg ins Directory kaufen – müsste da Google nicht eigentlich Yahoo wegen Verstoß gegen Linkverkauf auslisten? :evil:

Facebook monetarisiert Apps

“Verified Apps” sind auf Facebook künftig Primus inter pares: Entwickler, die 375 Dollar pro Jahr bezahlen, dürfen mehr Spam aka Einladungen verschicken und werden bevorzugt behandelt. Irgendjemans muss ja schließlich die Stromrechnungen bezahlen, und es düfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis FB von erfolgreichen App-Entwicklern Werbeeinnahmen-Anteile verlangt – mehr dazu auf Blogwave und bei Pixelsebi.

Die Pythons auf Youtube

“For 3 years you YouTubers have been ripping us off,” begins a recent Monty Python announcement “taking tens of thousands of our videos and putting them on YouTube.”

Anstatt in mühsamer Kleinarbeit sämtliche User zu verklagen, hat sich die Monty-Python-Truppe für den affirmativen Ansatz entschieden und betreibt ab sofort einen eigenen Channel, der neben den bekannten Sketches auch rares Archivmaterial enthalten wird: ich wette, die Fanquote des Monty Python Channels wird rasant die Höhe schnalzen! [via Laughing Squid]

Video der Woche: Nicholas Patten

Twitter geht immer noch ab wie Schmidts sprichwörtliche Katze – und es vergeht keine Woche, in der nicht neue, spannende Net-Citizens kennen lerne. Und dass Twitter mal eine meiner primären Versorgungsquellen für net.music direkt vom Erzeuger wird, hätte ich vor einem halben Jahr auch nicht vermutet. Eine meiner Neo-Bekanntschaften dreht ausgesprochen flowige Filme und designed – passend zum gestrigen Schneetreiben in Wien – nicht nur Twitter Backgrounds, sondern auch Snowboards. Sein Portfolio postet Nicholas Patten auf Posterous, die komplette Videosammlung gibt’s bei Vimeo. Neuester Streich: meditative Handkamera-Impressionen aus New York City, unterlegt mit Bonobo’s Terrap – Today is now:

Und damit wären wir auch schon wieder am rückblickstechnischen Ende dieser Woche angelangt – ich danke für die Aufmerksamkeit, wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

ATV Programmpräsentation: Feiern mit Katrin und Sascha

ATV ProgrammpräsentationIm Museumsquartier lud der österreichische Privatsender ATV gestern Abend zur Programmpräsentation. Der offizielle Teil verlief sehr zügig, nach einem kurzen und gelungenen Live-Auftritt der A Capella Heroes Bauchklang begann der ausgedehnte inoffizielle Part. Und Fernsehpartys sind nun mal um einiges glamouröser als Internet-Events – in der Hinsicht können Geeks definitiv nicht mithalten. Sehr gelungen auch das visuelle Setup in der Halle E: Strukt projizierten ihre organisch-verspielten Visuals auf mehrere Leinwände, darunter eine riesige, geschwungene Konstruktion, die mittels eines überdimensionierten Touchscreens (siehe Titelfoto) von Besuchern mit Logos und Botschaften beschickt werden konnte.

Programmtechnisch gab’s wenig Überraschungen: ATV setzt weiterhin auf die Quotenbringer Doku Soaps und auf Dominic Heinzl, den Meister des losen Mundwerks – der war natürlich auch mit seinem Kamerateam bei der Arbeit. Spannend wird’s ab Jänner im österreichischen Bewegtbild-Internet, wenn ATV die erstmals am vergangenen Wiener Barcamp präsentierte neue Videocommunity launcht. Für early birds wird’s natürlich hier am Blog im Dezember einige Beta-Keys geben.

Einziges Ärgernis des Abends: ich hätte eine brauchbare kleine Digitalkamera einstecken sollen… denn so blieb mir nur das Handy für zwei Erinnerungsfotos – und bei dem schummrigen Licht reicht’s gerade mal für Wiedererkennbarkeit.

Katrin Lampe und ritchie

Katrin Lampe zog in einem grandiosen silbernen Abendkleid ziemlich viele Blicke auf sich.

Sascha Walleczek und ritchie

Wieder was gelernt: Sascha Walleczek tanzt gerne – ihr hat die Party anscheinend auch gut gefallen.

Samir H. Köck

Für die passende Soundkulisse sorgte Samir H. Köck.

Das Catering war selbst für Buffet-Verwöhnte Feier-Profis ein absolutes Highlight. Von Copaloca habe ich nur die ausgezeichneten Vorspeisen mitbekommen, weil ich später mehrmals zu Gast am Asia Buffet, powered by Indochine 21, Halt machte – das war definitiv das beste Rote Rindercurry meiner bisherigen kulinarischen Laufbahn. Danke and Judith und ATV für die Einladung, war ein spitzenmäßiger Abend.

Gravity mit Ren, Koe und Kulix

gravitypartyMitte August steppt endlich wieder mal der Mashup-Bär im Wiener Fluc: Gravity feiert genre-grenzen-übergreifend mit DJ Ren aus Ungarn, DJ Koe von der PaxNicht Crew und Kulix Beats (disco 404). Die residents kodini und silent.wolf lassen sich den Platz hinter den 1210ern natürlich nicht nehmen. Wäre der Eintritt nicht sowieso gratis, würde ich ja Freikarten verlosen. Aber die Sause steigt überirdisch, in der Wanne sind die jungen Herren vom Club HotShit! mitsamt dem Live-Act “The Nothing Experience” zu Gast.

Die PA mag tief unter dem Praterstern (naja, so tief auch wieder nicht) zwar respekteinflössender grummeln, aber Gravity-Parties waren immer eine Garant für fröhliche Feierei, außerdem regiert der Flyer souverän:

gravityfluc1

Kostproben der bezaubernden Miss Ren gibt’s auf myspace, dort treiben sich auch Koe und Kulix rum. Schade eigentlich, dass man sich den ganzen myspace-Stuff nicht gleich (vielleicht via Twitter?) als Klingelton aufs Handy beamen lassen kann… auf den genannten Profilen gäb’s den einen oder anderen Track, der da durchwegs in Frage käme.

Blogvorstellung: Twitter-Log.de

twitter-logSeite berichtet über aktuelle Zusatzservices rund um den beliebtesten aller Microblogging-Anbieter (aktuell z.B. Tweetparty und Summize), aber auch über diverse Kuriositäten, aktuelle Trends und technische Probleme der perma-überlasteten Infrastruktur. Kurz gesagt: es gibt viel zu berichten und jeder Fan des 140-Zeichen Kults sollte die Seite in seinen RSS-Reader aufnehmen. Ich hab mit Metty ein kurzes ICQ-Interview zu seiner neuen Seite geführt:

datenschmutz: In den letzten Monaten hat Twitter auch im deutschsprachigen Raum einen enormen Popularitätsschub erlebt. Warum sind deiner Meinung Micro-Formate so populär?

Metty: Warum das im Allgemeinen so populär geworden ist kann ich nicht beantworten, ich kann nur für mich sprechen. Twitter habe ich vor ca. einem Jahr erstmals getestet aber ich bin absolut nicht damit warm geworden. Mittlerweile hat sich das geändert, second chance, und ich bin zum Fanboy geworden. Wirklich sinnlos ist es nicht, aber den Sinn kann man nicht erklären. Die Aktuelle Stunde hat es mal auf den Punkt gebracht, muss es einen Sinn ergeben solange Leute daran Spaß haben?
Es ist die Schnittmenge aus kurzem Mitteilungsbedürfnis, Voyeurismus, Interesse an neuen Trends, oder einfach nur der daily-hippe heiße Scheiß. In Summe eine Mischung aus IRC, Newsreader und Messenger.

?: Warum hast du das Twitter-Log begonnen? Liegt der Schwerpunkt eher auf technischen oder inhaltlichen Aspekten?

!: Mir ist aufgefallen das viele in ihren Blogs vermehrt nur noch über Twitter schreiben oder die Blogposts fast ausschließlich aus den gesammelten Tweets bestehen. Auch bei mir waren Ansätze erkennbar, da ich das jedoch nicht wollte musste ein eigenes Blog dafür her. Twitter biete einfach zu oft zu Interessantes das es einfach im Byte-Nirwana verschwindet.
Ich versuche auf Twitter-Log die Trends der Twittosphäre zu erfassen, wobei mein Augenmerk eher auf dem inhaltlichen als auf dem technischen Aspekt liegt. Klar, technisches gibt es auch, z.B. Tools rund um Twitter, aber dann doch eher vom Nutzen betrachtet als auf die technische Realisation.

?: Wer sollte das Twitter-Log lesen?

!: Jeder ;-) Naja Jeder mit einem Herz für Twitter und den Fail-Whale!

tweetparty: Rudeltwittern leicht gemacht

tweetpartyTwitter verfügt zwar über die Follow-/Unfollow-Funktion, bei einer großen Anzahl von “Froinden” vermisst man schnell eine zusätzliche Gruppenfunktionalität, um beispielsweise allen Followers, die Otto heißen, gleichzeitig zum Namenstag zu gratulieren. Dazu loggt man sich mit dem eigenen Twitter-Konto ein, worauf die Applikation die Freundesliste synchronisiert.

Anschließend kann man neue Gruppen anlegen und mit dem Link “Manage” bequem via drag-and-drop neue Members einfügen. Sobald man den Twitter-User tweetparty zu den eigenen Freuden hinzugefügt hat, lässt sich die Gruppenfunktionalität ganz simpel direkt aus Twitter bzw. Clients wie twhirl heraus nutzen:

How do you send a message to a group?
In order to send a group a message send a direct message to your friend tweetparty on twitter with what you would like the message to say. For example:

#roommates Rent cheques are due in a few days.

This will send the message Rent cheques are due in a few days to all members of the group roommates. Make sure put the # before the group name.

tweetparty verwendet also das Tagging System und leitet die Messages über die eigenen Server um: daraus resultiert, wie die FAQ erwähnt, möglicherweise eine verspätete Zustellung, da Twitter bekanntlich regelmäßig Uptime-Probleme hat und nicht umsonst auf den Kosenamen Failwhale hört.

Wer sich nicht mehr an die angelegten Gruppen erinnert, kann jederzeit ein Direct-Message folgenden Inhalts abschicken und erhält dann eine Liste seiner Gruppen:

d tweetparty #getgroups

Communities sind ja bekanntlich Stämme, und Twitter-User zerfallen schnell mal in einzelne Tribes: Heavy User werden sich daher gewiss über die neue Funktion freuen. Es gibt zwar Alternativen, die ebenfalls private Gruppen implementieren, tweetparty gefällt vor allem aufgrund der simplen Bedienung und der gut gelösten Integration. Was mich allerdings verwundert: das Back-follow erfolgt nicht automatisch… man muss sich also ein wenig gedulden, bis man die Zusatzfunktionen nutzen kann.

Die Poolbar öffnet ihre Pforten für gaposlovakia

cccpgappoVorarlberg ist zwar weit weg – aber ab und an muss man auch in die Ferne schweifen. Insofern freu ich mich schon auf unseren gaposlovakia Ausflug zur Poolbar am 14 August. Zumal der 15. in Österreich ein Feiertag (irgendein Gutes muss der Katholizismus ja haben) und damit arbeitsfrei ist, rechnen wir durchaus mit einigen BesucherInnen. Angeblich sind die Tickets für den ÖBB-Anreisezug mit Mobile gaposlovakia Disco bereits restlos ausverkauft: aber für Poolbar sind noch Restkarten erhältlich.

gaposlovakia krocht in die Poolbar

Beim Festival-Line-Up befinden wir uns in so illustrer Gesellschaft wie der von Saul Williams, Zoot Woman, Roni Size, Delinquent Habits, The Notwist, Monofreaks, Bauchklang und Trouble over Tokio (nein, nicht Tokio Hotel.) – ohne Zweifel viel zu viel der Ehre, und das, obwohl’s in Vorarlberg überall zu steil ist, um mit dem Privatjet zu landen!

poolbar2

Vor uns, um 20:30, werden die Schwedenbomber Friska Viljor ihren vollrauschigen Indie-Pop herunterfideln, anschließend treten Stofi aka 50% von Leitstrahl, der unvergleichliche Paul “Space Disco” Raal und meine Wenigkeit an die Laptops treten. Von südlibanesischen Falsettchören bis zu taoistischer Papiermusik kann alles passieren, ich persönlich schwanke noch zwischen Hardcore Ethno Shuffle, Minimal Noise und Nasenflöten-Tango, hab aber auch noch genau ein Monat Zeit zum Komplettieren der Trackliste.

Poolbar Festival: 6 Wochen lang kultureller Overkill

Der Rest des Festivals, den die Organisatoren rund um den Auftritt von gaposlovakia gebastelt haben, ist allerdings wie bereits erwähnt auch nicht von schlechten Eltern: die 15. Poolbar-Saison beginnt diesen Freitag in Feldkirch mit Wein, Weib und Gesang Musik und Kultur von Nischen bis Pop, beschränkt sich aber keineswegs auf akustischen Input:

Zwar macht die Musik von Bands und DJs einen Großteil des Programms aus, aber die poolbar ist mehr: Kino, Kabarett und Performance gehören ebenso untrennbar zur poolbar-Identität wie Party, Kunst, Architektur oder Grafik. Wettbewerbe (Architektur, Kunst und Mode) sowie Workshops gehen Hand in Hand mit dem nächtlichen Treiben.

Der Newsletter klingt ja schon mal recht vielversprechend – wenn Stofi seine Pyro-Show bis dahin fertig eingeübt hat und Raal erstmalig seine “Percussion-Symphonie für drei Pobacken und eine übermalte Red-Bull Dose” aufführt, dann bleibt in Ländle kein Stein mehr auf dem anderen!

Viele der jährlich 20.000 internationalen BesucherInnen wollen am sommerlichen Hotspot der Region stilvoll feiern und abtanzen… denn das Ende eines Konzertes ist niemals das Ende der Party.

Im Fall von gaposlovakia behaupte ich sogar: das Ende Party ist niemals das Ende Party! Auch wenn böse Zungen behaupten, man habe uns nur gebucht, um die während des Festivals in beängstigende Höhen kletternde Kulturbelastung auf EU-Standard zu senken – wir bleiben dogmatischer als ein Wendehals, weicher als Karbon und unnachgiebiger als Naturkautschuk, denn:

gaposlovakia sounds pretty much like a crunchin cracker during the explosion scene of your favorite silent movie. it’s loud and oh so yummy yummy thrilly funny.

Breaking News: realtime generation festival

realtimegenerationDank außergewöhnlich guter Kontakte zur Presseabteilung der Neigungsgruppe Computeranimation darf datenschmutz schon heute abend, also jetzt – eben in Echtzeit – ein international computer animation festival ankündigen: von 4.-20. Juli zerrt realtime generation im quartier21 eine Subkultur ans grelle Sommerlicht des Museumsquartiers. Zusätzlich stehen Podiumsdiskussionen, ein Open Air Kino sowie Partys im Metalab, im werkzeugH und im Wirr am Programm.

Veranstaltet wird das Festival von dvision – dieselbe Crew, die uns auch schon zahlreiche großartige Demoscene-Meetings im werkzeugH beschert hat, also verwundert’s auch nicht weiter, dass Eintritt zu allen Veranstaltungen völlig gratis ist. Das detaillierte Programm gibt’s auf der überarbeiteten (imho ist das Facelifting sehr gut gelungen) Homepage von dvision. Aus dem offiziellen Pressetext (der morgen rausgeht, hehe):

Was sind “Demos” und die Demoscene?
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Videoanimationen sind Demos audiovisuelle Filme in Echtzeit, sie werden Pixel für Pixel “live” berechnet. Demogruppen demonstrieren damit ihre Fähigkeit, besonders effektiven Code zu programmieren. Beruflich sind Mitglieder dieser Szene oft bei Spieleproduzenten oder Animationsstudios tätig, ihr Können ist auch in Hollywood gefragt. Entstanden ist die Demoscene in den 80ern aus ehemaligen Crackern, die den Kopierschutz von Spielen

Am besten also die erste Julihälfte gleich mal pixelig-rot anstreichen! Und bei der Celebrate the scene Party am 19. Juli um 22:00 Uhr im Wirr legt nach den Live-(Nerd)-Acts gaposlovakia-Kollega Meister-DJ Paul Raal auf.

Viceparty: gelungenes Viral-Konzept

vicepartyNiko, frisch von der Novarock-Müll-Famiglia um 5 Euro gerippt, hat mich zur von Vice mit veranstalteten Rudi Dassler Night in den Volksgarten eingeladen – dort galoppiert am Montag der New Young Pony Club live, die Gang Bang Deejays von Modular, Munk und Marflow bedienen die 1210er. Sicher eine feine Party; Vice hat bislang in dieser Hinsicht noch nie enttäuscht. Extra-spannend find ich in diesem Fall allerdings die Viral-Kampagne zur Kartenvergabe.

Man muss dazu nämlich wissen: Vice-Partys kosten keinen Eintritt. Dafür gibt’s häufig Gratis-Wodka & Co. in semi-tödlichen Mengen und dazu üblicherweise grandiose Soundtracks. (Wären wir 14, müssten sich unsere Eltern tatsächlich Gedanken über fallweises Komatrinken machen.) Und weil sich das mittlerweile herumgesprochen hat, sind die Ressourcen – naturgemäß begrenzt durch die jeweilige Location – immer schnell aufgebraucht. Also keine künstliche, sondern eine tatsächliche Verknappung.

Wozu also etwas bewerben, das ohnehin gut läuft? Die Partys sind Bestandteil des Vice’schen* Marketingkonzepts – dazu hat sich Mastermind Häckl eine lustige Facebook-Kampagne ausgedacht:

Dieses Mal funktioniert die Gästeliste so, dass man sich hier auf der Microsite anmeldet. Das gibt einen Gästelistenplatz. Willst du mehr Freunde mitnehmen, so musst du die zu deinen Groupies machen. Das geht über Facebook. Ihr kennt das ja. Wer am Ende die meisten Groupies hat bekommt tatsächlich noch weitere Tickets in die Hand

Spannend find ich das in mehrfacher Hinsicht, weil das Konzept wesentlich komplexer ist als das altbekannte Seeden irgendeines Videos, das sowieso alle sehen wollen. Vice nutzt ein etabliertes Produkt, nach dem große Nachfrage besteht – die Party – um seine potentiellen LeserInnen zu Brand-Evangelists zu machen: die Kids sind mittlerweile die dauernden Invitations und Schwanzlängenvergleiche (hehe, ich fahr bei OneTrack schon lang das Hellbike) mehr als gewohnt.) Mit anderen Worten: die Mechanik ist gelernt, jeder nutzt seine Freundeslisten, trägt die Botschaft in die Welt heraus und hat am Ende, wenn er oder sie erfolgreicher Groupie-Sammler war, auch noch was davon. Endlich mal ein originelles Event-Marketingkonzept, das sich auf die klassischen Stärken einer guten Party statt auf schwurbelige Marketingtexte (“diese Party ist ein Kunstevent”) verlässt. Big up! Hier geht’s zur Gästelisten-Anmeldung.

Shirts designen

Ah ja, da war noch was: Vice hat aufgerufen, die Ö-Nationaltrikots neu zu designen:

Einfach die Vorlage des roten oder schwarzen Österreich Trikots runterladen, im Programm deiner Wahl mit Design versehen, wieder raufladen und sich dem User Voting stellen – Das beste Design wird 11 Mal als Trikot produziert. Damit nicht genug, du steckst 10 deiner besten Freunde in die Trikots und ihr kommt als Mannschaft ins PUMA-Haus. Dort wartet eine gediegene, TV-Lounge auf euch, samt riesigen Flatscreens, Getränken ohne Ende und allem, was zu einem VIP-Treatment dazu gehört. In dieser exklusiven Atmosphäre seht ihr euch das Finalspiel der UEFA EURO 2008 an, das am 29.06.2008 steigt.

Ebenfalls sehr steile Idee – ich hab die Aktion zu spät bemerkt, leider ist am 23. schon Schluss, wird also knapp mit der Einreichung… auf jeden Fall lohnt sich ein Blick auf die bisherigen Designs: in der Gallerie finden sich einige sehr phatte Shirts.


*) Über das Heft an sich hatte ich mit gap-CR Thomas Weber auf unserer letzten Redaktionssitzung eine längere Diskussion. Des einen Affirmation, des andern Subversion, sozusagen: naja, ich les Vice sehr gern. Man lernt.

Reisinger’s Cafe feiert Eröffnungsfest

reisingerscafeDiesen Freitag laden Adelheid Reisinger und Michael Vesely zur Opening Party in ihre brandneue Lokalität: Reisinger’s befindet sich am für mich ausgesprochen günstig gelegenen Salzgries 15 im ersten Wiener Gemeindebezirk. Michael kenn ich schon recht lange, der IT-Experte und Unternehmsberater und Koordinator des österreichischen Gemeinde-Intranets als Wirt werd ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Außerdem spiel ich als Hobbykoch und Fan engangierter Wirtshauskultur schon länger mit dem Gedanken, einige meiner Wiener Lieblings-Hang-Outs in loser Folge hier am Blog vorzustellen. [Ideal wär da übrigens ein WordPress-Plugin, das Tupalo anbindet.]

Ab 9. Juni hat Reisinger’s Cafe regulär von Montag bis Freitag jeweils von 11:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Ich bin schon gespannt, ob sich die beiden auf die Fortsetzung der reinen, unverfälschten Wiener Kaffeehaustradition beschränken, oder ob’s neben flüssiger und geistiger Nahrung auch eine Speisekarte gibt. Schon jetzt jedenfalls alles Gute zur Neueröffnung!

Releaseparty: DJ Buzz – Episode One

waxobuzzDJ Buzz, ein Drittel der Waxolutionists, umtriebiger Produzent und Mitbegründer des Supercity Soundsystems feiert am 30. Mai im Wiener Luftbad die Releaseparty seines ersten Soloalbums “Episode One”. Erschienen ist der Instrumental-Longplayer am 5. Mai – und wie nicht anders zu erwarten, dürfen sich die Fans grooviger Hip Hop Tracks auf feinste Ware freuen: vielschichtige, abwechslungsreiche Tracks, fein gemastert – anstelle vieler Worte hier ein 9-Minuten-Snippet aus dem Album, das mir The Bionic Kid geschickt hat. Behold DJ Chris Fader und DJ Buzz!

Übrigens: im Herbst erscheint das Supercity-Album, darauf freu ich mich schon sehr… Interview und Verlosung sind schon fix eingeplant :mrgreen: Bei der Releaseparty am Freitag im Luftbad (Luftbadgasse 17, 1060 Wien, 5 Euro Eintritt) bedienen neben Gastgeber Buzz D.B.H. und Mr. Wisdom die 1210er.

Supercity Soundsystem
Waxolutionists

Blogistan Panoptikum KW21 2008

BloggertreffenGmuendDan war letzten Samstag in der Pyramide – aber nicht um Pharaonen bei mittelmäßigen, überbewerteten Ausstellungen zu sehen, sondern Ritchie Hawtin. Warum’s eine miese Party war, lässt sich recht ausführlich und unterhaltsam auf Turnthescrew.com nachlesen. Zum Trost gewann Dan dafür jüngst einen Coypwriter-Bewerb – Gratulation!. Und um an dieser Stelle ausnahmsweise auch in die Zukunft zu blicken: wer am 27. Mai zufällig in San Fran weilt, der sollte wohl der WordPress 5-Jahres-Feier einen Besuch abstatten – ich werd’s leider nicht schaffen, dafür freu ich mich schon auf den morgigen Webmontag. Herzliche Gratulation jedenfalls an Matt und das gesamte Team! Ihr baut die besten Werkzeuge ever – für uns Blogger. Und im Gegensatz zu richtigen Bohrhämmern, Zangen und Schraubenziehern gibt’s die sogar noch gratis – thx!

Helge hatte Premiere

…am Grazer Schauspielhaus, und zwar in Form eines Theaterstücks, das Blogosphärentexte verwendete, um ein “literarisches Statement auf die digitalisierte Lebenswelt” zu montieren. Unglaublich geil ist die Beschreibung aus dem Programmheft:

Sie nennen sich Yvan, Popnutte, Schimmerschnecke und Helge und sind Bewohner der Blogosphäre. Im nie endenden Prozess des Bloggens, Postens, Updatens und Verlinkens basteln sie an ihrem Kosmos, definieren ihre Existenz, […], suchen ganz einfach: die Liebe.

Hehe… Er nannte sich Helge!. Vielleicht wird das ja der deutsche Synchro-Titel von “They called him Machete”.

Personal Rickrolling

Wer sich schon länger fragt, ob die Web 2.0 Szene ihren wirtschaftlichen Zenit überschritten hat, findet beim Command Line Idiot die 12 Signs That The Recession Has Hit The Internet. Mein Favorit ist die Nummer 5:

For $20, Rick Astley will show up to do it in person.

1. Kärntner Bloggertreffen

Am 20. September isses so. Weit. Wie ich gerade von Monika erfahren habe: die alte Burg Gmünd bildet den würdigen Rahmen fürs erste Bloggertreffen im Bundesland mit der besten Polenta Österreichs. Wär jedenfalls ein willkommener Anlass für einen längeren Motorradausflug! Trotz mittelalterlicher Gemäuerkulisse wird’s WLAN geben; ob das Mittagessen im ritchie Ritter-Stil (ohne Besteck und mit viel Sauerei) über die Tafel geht, ist derweil noch nicht bekannt; außerdem haben alle BesucherInnen die einmalige Gelegenheit zur Teilnahme an einer Gmünder Stadtführung 2.0. Nicht Kärntner und Kasnudel-Touristen ohne festen Wohnsitz in Wörtherseenähe dürften aufatmen:

Worüber Ihr bloggt ist egal und natürlich müsst Ihr nicht aus Kärnten kommen. Alle Blogger sind herzlich willkommen.

Videos der Woche

Thx Ulrich – für die Power-Uno Regeln, die fantastischen sizilianischen Melanzani in Tomatensauce (wie schnell kann man davon körperlich abhängig werden?) und für drei großartige Videos! Letztere möchte ich auch der hochverehrten LeserInnenschaft keinesfalls vorenthalten; als da wären: 1. der neueste Trend aus Saudi-Arabien: Street-Skating auf Birkenstocks sowie 2. eine unglaublich gut gelungene Kanye West Parodie und 3. der schlechteste Kampf der Fernsehgeschichte. Schönen Restsonntag!

YouTube Preview Image YouTube Preview Image YouTube Preview Image

Springeight: der zweite Tag

A-Trak bei der ArbeitDer gestrige Spring-Abend hätte ein Reinfall werden können – die Vice-Party im Arcadium bzw. Monsieur A-Trak aus den USA gab uns dann um halb drei endlich das, was wir vorher den ganzen Abend lang vergeblich gesucht hatten: kontemporäre High-Tempo und Hi-Tech Beats, bei denen man ob des spontanen Bewegungsdrangs die Abwesenheit von Couchen plötzlich nicht mehr misste. Und das kam so: für uns drei Partytouristen begann der Abend im Stadtpark, wo Simon LeBon feine Warm-Up House-Platten verlegte; ob der relativ unfreundlichen Außenbedingungen machten wir uns dann aber zur Geisterstunde auf in Richtung Dom im Berg.

Dort hatte bereits der Live-Act von XRS und den Drumagick-Brüdern begonnen, deren Red Bull Music Academy Vortrag Ulrich und ich am Nachmittag gehört hatten. Juan Atkins, der ursprünglich aus seinem reichen Erfahrungsschatz zum Thema Detroit (und Bookings-in-letzter-Minute-absagen) berichten hätte sollen, blieb konsequent unauffindbar, und so sprangen die Samba-n-Bass Könige aus Sao Paolo kurzfristig ein.

Bei der abendlichen Performance legte XRS Platten auf, während die beiden Drumagicks an ihren zwei Laptops mit den einzelnen Spuren sozusagen Live-Remixes drüber dubbten. Das war eine Weile recht fein (vor allem der Remake von LK hat gerockt), nach einer guten Stunde allerdings wurden die Beats im gemütlicher, die Intros und Outros immer länger und der Wunsch nach ein wenig Rummms immer übermächtiger. Als der folgende DJ Edgar nach zehn Minuten immer noch beim Intro war, beschlossen wir, dass es an der Zeit wäre, ein Hauseck weiter zu ziehen – sogar Anja, sonst ziemlicher Brazil-Fan, begannen nämlich langsam die Füße einzuschlafen. Kurz vorher hat uns übrigens noch Elisabeth abgeschossen – ich glaube, das ist meine Premieren-Appearance in einer Online-Partygallerie :mrgreen: Ulrichs Fazit, dem ich mir nur anschließen kann: “Wenn auf eine Brasil-Party geht und exakt dieselben Signature Tunes hört wie vor fünf Jahren, spricht das nicht gerade für Weiterentwicklung.”

Die derbste Enttäuschung sollte allerdings erst noch folgen – an den Gedanken, dass Juan “Magic” Atkins nicht mehr aufkreuzen würde, hatten wir uns bereits gewöhnt. Trotzdem wollten wir natürlich der Legende Professor X aka African Prince im PPC einen Besuch abstatten. Mir ist klar, dass der Mann eine lebende Elektro-Legende ist – was er im PPC abgeliefert hat, war allerdings – perfekt gemixte – Skikurs-Romantik: von Technotronix’ “Pump up the Jam” über Michael Jackson bis House of Pain’s “Jump around” wurde fast jede Nummer ausgespielt, und als er dann auch noch Prodigy’s “Firestarter” als Big-Tune des Abends ankündigte, war uns endgültig klar, dass wir unsere Aufmerksamkeit gerade dem falschen Set widmeten. Hilflosigkeit vor europäischem Publikum? Generelle Motivationslosigkeit? Wir werden’s nie erfahren. Und auch keine African Prince Party mehr besuchen. Was uns trotzdem vor Ort hielt, war die bekanntlich zuletzt sterbende Hoffnung auf Egyptian Lover und Jamie Jupiter. Die beiden musikgeschichtlich und körperlich schwergewichtigen Classic-Elektro Legenden hatten am Anfang ein paar Sync-Probleme, danach war’s eigentlich recht nett – und immer noch zu gemütlich, oder wie der gelernte Wiener sagt: zaach. In Ermangelung einer Couch schauten wir mit meinem gaposlovakia-Kollegen Paul, der uns von härtester Elektro-Prügelei berichtete, voller Vorfreude ins Arcadium. Und diesmal wurde die Erwartungshaltung nicht enttäuscht. Ich würd sogar sagen, A-Trak hat einen extrem faden Abend vollständig gerettet und wir bekamen doch noch die für die Party-Gesundheit so wichtige Dosis an körperlicher Bewegung ab.

Der Protagonist des Abends war ja eine ganze Weile lang recht erfolgreicher Hip Hop DJ und benutzt mittlerweile Final Scratch: die Liebe zur technischen Präzision und diese geradezu abartigen DJ-Skills, die man in dieser perfekten Ausführung fast nur bei den Scratch-Königen findet, hat er auch im Rahmen seiner Electro-Karriere beibehalten, wenn nicht ausgebaut: die Dichte an Tracks pro Minute war unglaublich hoch, die Mixes rasant, aber niemals gab’s Effekt um des Effekts willen. Es muss unglaublich viel Zeit und Crate-Digging erfordern, ein solches Set vorzubereiten, das einerseits alle technischen Tricks und Register zieht und andererseits mit einem extrem gelungenen Spannungsbogen begeistert… der Gag des Abends folgte, als A-Trak dann auch “Jump Around” spielte – in einem kurzen, aber extrem sicken Remix. In punkto Electro gewann sozusagen die Next Generation gestern Abend haushoch gegen die Living Legends.

Fazit: A-Trak war ein Fehlbooking – aber nur location-technisch gesehen. Der Mann hätte um zwei Uhr als Hauptact auf der Dom-Bühne stehen sollen – sein Set war einfach nur cutting-edge, sowohl soundmäßig als auch technologisch.

Und jetzt? Heute Abend um 21:00 ist das Orpheum eindeutig the place to be, denn der unglaubliche, einzigartige Senor Coconut tritt mitsamt Orchester und Special Appearance von Louis Austen mal wieder ein paar Genregrenzen nieder. Und dann geht’s in den Dom: denn ich bin mir 99prozentig sicher, dass uns Larry Heard aka Mr. Fingers nicht langweilen wird. Und auf Robert “The House of Voice” Owens’ DJ-Set bin ich ebenso gespannt wie auf seine Live-Performance.

Seiten