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Yigg is a joke in your Town + Werbeplatz gesucht

datenschmutz-buttonFrüher war Yigg echt mal ganz okay, und so aus reiner Gewohnheit reicht man halt immer noch die eine oder anderen Nachricht ein – die Seite kommt mir vor wie früher mal cooler Club, der eigentlich nur von seinem Ruf lebt; und von der Tatsache, dass man dort ziemlich unter sich ist. Nun, einerseits kann man den Betreibern ja nur dazu gratulieren, dass sie trotz monatelanger Kritik am völlig missglückten Relaunch so dickes Fell zeigen und sich voll und ganz auf die Werbekunden-Akquise konzentrieren. Rein aus Neugier (nicht Mitleid) wollte ich gerade ein kleines Kategoriesponsoring auf Yigg buchen, doch die Betreiber wollen anscheinend nicht bloß die Community vergraulen, sondern auch keinesfalls Geld verdienen.

Andererseits kann ich mir nicht erklären, dass mir die Buchung nahezu unmöglich gemacht wird. Da wäre erstmals die äußerst minimalistische Eingabemaske, die vor allem eine Frage offen lässt – welche Leistung respektive welchen Zeitraum buche ich denn da eigentlich? (Wohlgemerkt: der Click auf “Sponsor werden” führt direkt auf diesen Screen, ohne zwischengeschaltete Erklärungsseite)

yiggspons

Doch wer suchet, der findet – in den Sponsoring-FAQs im Footer findet sich gut versteckt des Rätsels vermutete Lösung:

Sie können ihre Produkte und Dienstleistungen in den Nachrichten-Kategorien IT & Technik, Politik, Wirtschaft, Unterhaltung, Wissenschaft & Bildung, etc. einbringen, indem Sie die jeweilige Kategorie sponsern; d.h. Sie buchen ein Sponsor-Paket zu einem Fixpreis für die Dauer eines Monats.

Also gut, dachte ich mir, probiert ich eben mal die IT-Kategorie für 30 Tage um EUR 49,- aus – der 125x125er Button war schnell gebastelt, anschließend klickte ich auf “Preview” – und siehe da, der 125er-Button mutierte zu einem vollkommen unlesbaren 50x50er Pixelhaufen, sowohl bei der direkten Preview als auch bei der Voransicht der gebuchten Seite (Screenshots in 1:1 Größe):

yigg-vorschau

Selbstverständlich habe ich den Button nicht gebucht – dass Yigg auf meine 49 nicht unbedingt braucht, ist mir klar. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass bei diesem Schlamassel irgendjemand bucht – und Werbung ist schließlich das Kern-Businessmodell der Social News Community. Tja, so wird das nix – gut zu wissen, dass ich mir das Einstellen von News bei Yigg zukünftig sparen kann.

datenschmutz-Button zu vergeben

Weil die datadirt media group Finanzabteilung die Buchungskosten bereits der Ausgaben-Seite zugerechnet hat, suche ich verzweifelt nach einem Ersatz-Werbeplatz, gerne auf Blogs. Also wer bei sich diesen armen, heimatlosen 125er-Button (siehe Titel-Icon) unterbringen möchte, möge mir einen Vorschlag an datenschmutz@gmail.com schicken. (Maximalpreis: EUR 49,- für ein Monat, Zeitraum/Kosten variabel, ich bezahle via PayPal).

welt|weit|wort: Der Schmutzzulage Bedeutung geben

weltweitwortlogoFrüher glauben manche Männer, sie müssten unter anderem einen Baum pflanzen und ein Haus bauen. Aber Baugründe steigen immer weiter, und das mit den Bäumen ist in der Stadt auch ein schwierige Sache – also verleiht man in der Informationsgesellschaft wahlweise einfach einem Wort neue Bedeutung, und das ist mir letzthin gelungen: bei welt|weit|wort wird ds gelistet als jene Homepage, die dem Begriff neue Bedeutung verliehen hat.

Ein Wort, ein Website – und laut Beschreibungstext soll dabei der Kuriositäten-Kabinetts-Faktor nicht zu kurz kommen:

Mit welt|weit|wort entdeckst Du außergewöhnliche Websites: einmalig informativ, überraschend interessant, erstaunlich witzig oder auch völlig absurd. Oder Du gibst selbst Begriffen neu Bedeutung: Suche ein Wort und verlinke es zu Deiner außergewöhnlichen Website – Deine Website definiert dann den Begriff. Damit ist welt|weit|wort eine neue und ungewöhnliche Art, im Internet Begriffe zu definieren.

Freilich steckt auch eine ökonomische Motivation dahinter. Und die Monetarisierungs-Idee des neuen “Schlagwortkatalogs”, der am 1. Juni gelauncht wurde, finde ich ausgesprochen originell. Es handelt sich sozusagen um eine remixte Neuauflage des Million Dollar Wiki:

Brich mit gängigen Definitionen und zeige anderen, was Du von einem Begriff hältst! Für den Preis von 1 Euro je Buchstabe kannst Du ein Wort kaufen und ihm eine Website zuweisen. Jedem Wort kann nur einmal eine Website zugeordnet werden, also gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ein schlafender Fuchs fängt kein Huhn. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Den letzten beißen die Hunde. Und, ach ja: Reden ist Silber, Schreiben ist Gold! ;-)

Soviel dazu – etwas schade finde ich, dass man keine eigenen Wörter vorschlagen kann, sondern lediglich bestehende Begriffe aus der Datenbank auswählt, diese umfasst aber bereits einen recht beachtlichen “Stock” an Keywords. Denn natürlich geht’s in erster Linie um Keywords. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob eine Einzelseite ohne Beschreibungstexte, nur mit Begriff und Link, für einen SERP-Bonus ausreicht; allerdings finde ich die Idee originell und hab gleich mal 25 Euro in ein paar Begriffe investiert, darunter Werbung, Medienrummel und Medienplanung – nützt es nix, so schadet’s auch nicht.

Sehr gut gelungen sind Bedienung und Bezahlvorgang: ganz ohne Registrierung wählt man lediglich den gewünschten Begriff, gibt die zu verlinkende Adresse ein und zahlt bequem und in Echtzeit via Paypal:

weltweitwortscreen

Auch die Regeln und Bedingungen wären ziemlich okay – die Seiten bleiben bis mindestens 31.12.2011 aktiv, danach behalten sich die Betreiber eine Abschaffung oder eine weitere Bezahlrunde vor – fairer Deal. Was mich allerdings stört, ist Punkt 6 der Nutzungsbedingungen:

Wir behalten uns vor, diese Regeln und Bedingungen jederzeit und ohne vorherige Ankündigung zu ändern.

Wozu dann überhaupt Nutzungsbedingungen? Zweifellos hat diese “Generalklausel” im Streitfall einen gewissen proaktiven Argumentationswert, Vertrauen weckt sie allerdings nicht gerade.

Nochmal die Schmutzzulage

Wie ich allerdings zum Betriff Schmutzzulage komme, bleibt ein Rätsel: falls es sich um eine Promotion-Aktion des Anbieters handelt, dann ist diese gelungen: immerhin lesen Sie grade meinen Review über welt|weit|wort. Der Terminus Technicus existiert übrigens da draußen in der realen Welt wirklich, wie mir ein Blick ins Lindeonline-Forum verriet:

Der KV-Arbeiter im Eisen- und Metall verarbeitenden Gewerbe sieht eine stundenweise Schmutzzulage für Arbeiten vor, die im Vergleich zu den allgemein üblichen Arbeitsbedingungen eine außerordentliche Verschmutzung von Körper und Bekleidung des Arbeitnehmers zwangsläufig bewirken. Bei der Prüfung, ob diese Voraussetzung vorliegt, ist letztlich ein gewisser Beurteilungsspielraum gegeben. Schlosser haben sicher nicht schlechthin Anspruch auf Schmutzzulage, sondern es hängt von der konkreten Tätigkeit ab (vgl. zB bei Tankwart: nur Tätigkeiten wie Ölwechsel oder Anbringung von Unterbodenschutz werden als außerordentlich und zwangsläufig verschmutzend angesehen, siehe Lohnsteuerrichtlinien Rz 1134).

Hmmm… schon blöd, dass dieses Blog mein eigenes Projekt ist und ich nicht beim datenschmutz-Imperium angestellt bin: denn dann könnte ich zweifellos Schmutzzulage verrechnen:mrgreen:

Schon wieder 1 Million Pfund gewonnen

Was hab ich mic gefreut, als heute in meinem Spamordner mal wieder ein Mail der UK LOTTERY COMMISSION auftauchte – ich hab schon auf so viele Millionengewinne verzichtet und würd aber demnächst gern mal wieder nach London fliegen, da kommen die vielen Pfünder recht gelegen. Also schickte Cpt. Jean Lafitte gleich mal eine Nachricht an David Mark, seines Zeichens Foreign Services Validation Officer mit Hotmail-Adresse: nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk.

Hier das Protokoll unserer Unterhaltung… bin ja mal gespannt, ob das was zurückkommt und daraus mein erstes Spambaiting wird…

Subject: NOTIFICATION ON WINNING ((WINNING DATE: 28th february 2008))
From: UK LOTTERY COMMISSION <123claimsaward2@charter.net>
Reply-to: nl.claimsdepartment11@hotmail.co.uk
Date: 29.02.2008 00:39
To: undisclosed-recipients:;

NOTIFICATION ON WINNING:

Your email has just won the sum of £1,628,360.00 in cash credited to file in the just concluded International Award Programme held on the 28th february 2008.

Your e-mail address attached to:
Ticket Number: 8603775966738
Reference Number: UK/776090X2/23
WINNING NUMBERS: 11, 16, 20, 22, 27, 29
(BONUS.29)

WINNING DATE: 28th february 2008.

For Claims,Contact:
……………………………………………….
Name:Bar. David Mark
Foreign Services Validation Officer,
Telefone: +447024043160 / +447045783368
E-mail:nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk
E-mail:nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk
……………………………………………….

Online co-ordinator
Yours faithfully, Earl Martins


Subject: Cashing in Big Time
From: Jean Lafitte
Date: 01.03.2008 13:33
To: nl.claimsdepartment11@hotmail.co.uk; nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk

Dear UK LOTTERY COMMISSION,

thanks for the million pound, I wanted to buy a new house anyways. I guess, the easiest way to do the transfer for you is to just send the money to my paypal-account, I’ll mail you the adress once everything is setup. I have one huge concern though: you’re based in Great Britain, right? What about taxes? Austrian lotteries do post-taxes payouts, what about the UK LOTTERY COMMISSION?

btw: it’s really time I win, I’ve been playing your lottery for so many years and literally spent 1000s of Lunden Dollars.

yours even more faithfully,
Captain Jean Lafitte


PayPerPost.com: wie man sofort an Schreib-Aufträge kommt

ppp logoNach dem Vorbild von ReviewMe.com bzw. Trigami will PayPerPost zwischen Blogger auf der Suche nach Nebeneinkommen und Companies, die einen Teil ihres Werbebudgets in den Longtail investieren möchten, vermitteln. Neben der übersichtlichen Applikation gefällt vor allem das ausgefeilte Affiliate-Marketing Programm des Anbieters.

Da ich mich gerade erst registriert habe und datenschmutz noch nicht freigeschalten ist, kann ich über die Effektivität von PayPerPost für deutschsprachige Weblogs noch nichts sagen – vorerst scheine ich mit datenschmutz aber ziemlich einsam unter lauter US-Blogs zu sein. Zwar fand ich nirgends eine explizite Beschränkung auf Englisch als Blogsprache, aber ich bin jedenfalls mal neugierig, ob ds approved wird und ob ich in weiterer Folge über PayPerPost Aufträge bekomme.

Affiliate-Potential: hoch

review my postAuf ein Affiliate-Marketing Programm verzichtet so gut wie kein Online-Werbeservice, und PayPerPost macht da natürlich keine Ausnahme – um eine rasche Verbreitung zu gewährleisten, hat man sich allerdings eine Menge mehr einfallen lassen als eine simplen Referrer-Link. Den gibt’s zwar auch, aber der eigentliche Clou ist das ReviewMyPost Programm. Man baut dazu auf dem eigenen Blog einen PayPerPost-Button ein, der idealerweise bei jeder Story aufscheinen sollte – also gleich ab ins Template damit. Hier auf datenschmutz findet man den betreffenden Button am End des Textes:

payperpostbutton

 

Jeder, sich über diesen Link am Marktplatz registriert, erhält sofort seinen ersten Auftrag, und zwar eine Rezension über datenschmutz.net für $7,50. Bezahlt wird via PayPal, sobald sich der neue User registriert, sein Blog freigeschalten und den datenschmutz-Review online gestellt hat. Das reicht zwar noch nicht ganz für eine Weltreise, aber mir gefällt die Idee, dass man neuen Usern sofort die Möglichkeit gibt, den ersten Auftrag zu erfüllen und dabei gleich mal das System kennen zu lernen. Die $7,50 kommen dabei nicht aus meiner Tasche, sondern werden von PayPerPost bezahlt: es handelt sich dabei sozusagen um die Affiliate-Prämie.

Direktverkauf: kein Killerfeature

Neben dem eigentlich Marktplatz bietet PayPerPost auch den Direktverkauf ein: nach Einbau eines Plugins können potentiell Interessenten den Blogger direkt kontaktieren, der organisatorische Teil und die Zahlung werden dabei über PPP abgewickelt. Nette Idee, aber ziemlich sinnlos: denn wer über sein Blog selbst Reviews verkauft, braucht natürlich gar keinen Dienstleister, an den er Provision bezahlt – die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, potentielle Werber auf das eigene Blog aufmerksam zu machen. Und hier ist die Marktplatzfunktion als Aggregationsinstrument wesentlich mehr wert als ein Plugin (das übrigens ohnehin bereits als self-hosted Variante verfügbar ist: WP-Bankroll).

Fazit: die Gestaltung der Applikation übersichtliche, die Usability vorbildlich. Die langfristige Qualität eines solchen Marktplatzes steht und fällt natürlich mit der Zahl der Teilnehmer, und die fand John Chow im März noch nicht ausreichend. Aber seitdem scheint sich einiges getan zu haben, doch ob die Seite auch für deutschsprachige Weblogs Sinn macht, muss erst die praktische Erfahrung zeigen.

PayPerPost.com

q/talk: Im Netz der Finanz-Phisher

quintessenzNein, das wird kein Ablästern über zu hohe Bankkonto-Gebühren und absurde Kundenbindungsstrategien; es geht schlicht um die Ankündigung des dritten q/uintessenz Fachvortrags im MQ Wien: Ing. Wolfgang Trexler, Produktmanager Online Banking bei BA-CA, spricht über das Thema “Wege und Strategien, wie man sein eigenes Geld schützen kann”.

Datum: Dienstag, 28. August 2007, 20.00 (Einlass ab 19.00)
Ort: MQ Wien, Electric Avenue, quartier21, QDK Vortragsraum [Übersichtsplan]

Gemeint sind damit keineswegs konsumtechnische Sparmaßnahmen, sondern die Prävention gegen die Gefahren diverser Phishingmails – eine Spezies, die neben Viagra-Fachverkäufern und Penisverlängerungen immer mehr Raum in Postfächer einnimmt. Gerade heute Morgen hab ich wieder eine fake PayPal-E-Mail bekommen: mein Konto sei aufgrund einer gestoppten Zahlung gesperrt und ich müsse mich einloggen, um das Problem zu beheben. Ziemlich gut gefälscht, echter Absender und alles: bloß der Link zum Login führte natürlich nicht auf die Original PayPal-Seite, sondern auf die präparierte Page der Fischer. Wer hier seine echten pp-Daten eingibt, der dürfte in Kürze ein leeres Konto vorfinden. Und sollte es doch mal passieren: sofort Passwort ändern und PayPal bzw. Ihre Bank verständigen!

Dieses Szenario illustriert ein weiteres Problem: so gut wie alle sensiblen Dienstleistungen (Finanzen, persönliche Daten) müssen mit ihren Kunden via E-Mail kommunizieren. Starke Verschlüsselung bzw. Authentifizierung sind weit davon entfernt, sich auf breiter Basis durch zu setzen. Und das gute alte E-Mail Protokoll stammt schlicht aus einer Zeit, in der Absenderfälschung kein Thema war. Nun betonen zwar die meisten Firmen, dass sie niemals Passwörter direkt via E-Mail einfordern – aber Phishing Mails wie die oben beschriebenen werden in der Zukunft noch viele, viele Online-Diebstähle ermöglichen. Derzeit liegt das gesamte Risiko beim Anwender, der immer ganz genau darauf achten sollte, ob er sein Passwort auch gerade bei der Original-URL eingibt! Solange im geschäftlichen E-Mail Verkehr auf Authentifizierung verzichtet wird, bleibt das Problem bestehen, dessen Facetten der kommende q/talk beleuchtet:

Ein internationales Netzwerk versucht mit großem Aufwand die Naivität
und Unbekümmertheit der Internetnutzer für ihre dunklen Machenschaften auszunutzen. Durch Phishing-Attacken, Trojaner und Key-Logger versuchen sie an unser Geld zu gelangen.
Im Zuge dieses Vortrages wird Ing. Wolfgang Trexler über die realen Gefahren und Hintergründe informieren. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen zum Thema in angenehmer Atmosphäre diskutiert werden.

Phishing ist übrigens ein Kunstwort aus “Password” und “fishing” und steht für das “Fischen” von Passwörtern; dabei versuchen Betrüger mittels Tarnung und Täuschung an Ihre Zugangsdaten (z.B. PayPal) zu gelangen.

Subvertandprofit.com: Social Media als Geldquelle

subvertandprofit“We have a task for you” lautet die Titelzeile jener Mails, mit denen ein relativ neuer Werbedienstleister seine Viral Agents davon informiert, dass wieder mal Stories gediggt bzw. gestumbled werden müssen. 50 (Dollar)Cent gibt’s für jeden erledigten Auftrag von Subvertandprofit.com – damit allein wird man zwar nicht der nächste John Chow, aber die Plattform ist auf jeden Fall eine nähere Betrachtung wert: so leicht hat man noch nie ohne eigene Homepage ein Taschengeld im Internet verdient.

Funktionsweise und Frequenz

Nach erfolgter Registrierung muss man erst einmal den gewünschten Digg- und/oder StumbleUpon User angeben. Daraufhin folgt der Link zu einer Story, die bewertet werden muss. Subvertandprofit überprüft den betreffende Eintrag und schaltet daraufhin den Account frei. Ich vermute ja, dass dies händisch geschieht und nicht etwa durch eine API-Abfrage, denn die Prüfung dauert in der Regel mehrere Tage.

Fortan trudeln per E-Mail besagte Aufträge ein, die meistens ein recht kurzes Ablaufdatum haben und möglichst schnell erledigt werden sollten. Das erklärt sich übrigens durch die Funktionweise: Werber kaufen ein bestimmtes Kontingent an Stimmen, wer zuerst kommt, mahlt zuerst: sind die Votes aufgebraucht, so verschwindet der Auftrag ohne weitere Benachrichtigung aus dem System.

Ein einzelner Task besteht dabei aus einer Artikelliste im Umfang von drei bis fünf Einträgen. Nachdem man alle Stories beim jeweiligen Service bewertet hat, klickt man auf den Button “I’m done” und erhält nach erfolgter Überprüfung die erwähnten 50 Cent gut geschrieben. Den Betrag, der sich so im Lauf mehrerer Aufträge ansammelt, kann man entweder auf das eigene Paypal-Konto transferieren (Mindestauszahlungssumme: 5$) oder verwenden, um eigene Kampagnen in Auftrag zu geben. Ein Vote kostet dabei 1$, mindestens 50 und maximal hundert können pro Story eingekauft werden.

Am durschnittlichen Auftrag verdienen die Betreiber 50 Cent – denn nur für einen Link wird bezahlt, die restlichen Geschichten sind zufällig ausgewählte Camouflage aka Verschleierungstaktik: wenn alle Agents die gleichen Stories diggen, so fiele es Plattformbetreibern leicht, Agents auszusperren. Dank der Zufallsverteilung dürfte es allerdings sehr, sehr schwierig werden mit der Unterscheidung zwischen “echten” und “gekauften” Votes. Für Advertiser bietet die Seite im Vergleich zu konventioneller Werbung also eine unschlagbar günstige Möglichkeit, für nur 75$ auf die Startseite von Digg zu kommen. Das macht zweifellos nur Sinn für englische Inhalte, beschert aber garantiert eine Menge Besucher. Dass sinnloses Zuspammen mit schwachen Inhalten bloß kontraproduktiv wirkt, wissen die Betreiber fordern daher auch auf, nur Stories zu bewerben, die “glaubwürdig” wirken:

Do not submit articles that would very obviously never make the front page of Digg. This includes articles written in languages other than English.

Die Idee funktioniert erstaunlich gut, ich bin seit rund zwei Monaten registriert und habe mich immer wieder über die originellen und großteils lesenwerten Beiträge gewundert, die übrigens auch dazu führen, dass man gerne mal beim Voten “hängen bleibt” und sich dabei ertappt, die ganze Geschichte zu lesen. Die Plattform versorgt ihre Agents nach meinen Erfahrungswerten und denen einiger Kollegen mit rund 20 bis 30 Aufträgen pro Monat – das heißt, 10 Dollar sind locker drin. Also auch eine Möglichkeit, das eigenen Serverhosting zu refinanzieren. Sollte die Nachfrage steigen und das Portfolio wachsten, könnte sich das Monatseinkommen des gemeinen Agenten zukünftig aber auch beträchtlich erhöhen. Über aktuelle Entwicklungen rund um das Projekt informiert das Black Marketing Blog, in dem einer der Betreiber unter dem Pseudonym “Ragnar Danneskjold” wissenswerte Neuigkeiten rund ums Geldverdienen mit Social Media Manipulation veröffentlicht.

Fair Warning: ein leicht riskantes Business

Selbstverständlich goutieren die Betreiber von Social News Plattformen derlei finanz-motivierte Hacks ganz und gar nicht. Kein Wunder also, dass in der Vergangenheit also immer wieder mal Digg-Accounts gesperrt wurden. Subvertandprofit.com verwendet zwar De-Referrer, dennoch würde ich niemandem raten, einen tatsächlich benutzten Account einzutragen: wer als Viral Agent tätig werden möchte, der sollte sich auf jeden Fall die Mühe machen, dedizierte Logins für Stumble-Upon und Digg anzulegen. Benutzt man normalerweise Firefox, so empfiehlt es sich, für die viralen Tätigkeiten den Internet Explorer zu benutzen und vice versa: so kann man die Log-Ins bequem im Browsercache speichern ohne dauerende Accountwechsel. Für andere Browser sind die entsprechenden StumbleUpon Buttons derzeit noch nicht verfügbar. Stumbleupon selbst macht in den FAQs übrigens folgendes denkwürdige Statement zum Thema rechtliche Aspekte:

No. Violating a website’s Terms of Use is not illegal. Digg or StumbleUpon can, however, delete your account if they discover that you violate their Terms of Use. We encourage you to violate any Terms of Use at your own risk.

Um Accountlöschungen zu vermeiden, empfiehlt Subvertandprofit längere Pausen zwischen den einzelnen Diggs sowie das Voten für “unverdächtige” Einträge. Zur “moralischen Dimension” der Geschäftsidee kann ich nur sagen: die Seite macht bloß transparent, wie leicht hackable derartige Plattformen sind und rückt den Internet-Hype auf eine gesunden Maßstab zurecht. Aufmerksamkeit ist ein Gut, dessen Preis erst langsam und testweise beziffert wird. Ich sehe S+P daher auch in erster Linie als ein lustiges Experiment zum Thema Social Media, Glaubwürdigkeit und neue Werbeformen.

Technologisch mangelhaft

Von der technischen Seite her bietet Subvertandprofit.com gerade mal das Nötigste, und teilweise nicht mal dies: immer wieder gibt es technische Probleme mit der Seite, die anonymen Betreiber scheinen ihr System nicht so ganz im Griff zu haben: nach der ersten Registrierung verlor ich mein Passwort und wunderte mich über die fehlende Retrieval-Funktion: eine Anfrage an den Support ergab die verwunderliche Auskunft, dass die Passwörter verschlüsselt in der Datenbank stünden und man leider nichts machen könne, außer mein Guthaben auf einen neu zu eröffnenden Account übertragen. Den alten zu deaktiveren überstieg indessen die Fähigkeiten: seither bekomme ich eben alle Aufträge doppelt.

Trotz all dieser Einschränkungen ist Subvertandprofit.com derzeit völlig konkurrenzlos und floriert ganz prächtig. Sobald jedoch ein technisch fitterer Anbieter eine Plattform baut, die weitere (deutschsprachige) Social News Plattformen einbindet, ein eleganteres Userinterface und bessere Auszahlungsbedinungen bietet, dürften die Tage der Plattform wohl gezählt sein. Bis dahin können aber noch einige Monate ins Land ziehen.

Fazit: Stumbleupon.com bietet eine der wenigen Möglichkeiten, ohne eigenen Webseite mit ein paar Mausclicks im Monat ein bescheidenes Taschengeld zu verdienen.

Verdienst: ca. EUR 10,- / Monat (oder mehr bei entsprechender Zunahme des Auftragsvolumens)
Zeitaufwand: 90 Minuten
Subvertandprofit.com – zur Registrierung


Mehr zum Thema Geld verdienen mit Blogs

Blogistan Panoptikum Woche 28 2k7

Diese Woche wurde in Blogistan ausgiebig die Zulässigkeit gesponserter Links in WordPress Themes diskutiert, nachdem Matt Cutts angekündigt hat, solche Templates von WordPress.org zu entfernen – BloggingPro hat eine gute Zusammenfassung der Diskussion online, Jeremy hält die Entscheidung für schwachsinnig. Und dann ist da natürlich noch diese gewaltige Hitzewelle, deshalb fällt der Wochenrückblick diesmal etwas kürzer aus als sonst…

Nein, im Ernst: die sonntäglichen Mußestunden zur Zusammenfassung der Wochengeschehnisse wichen den ersten Schritten am Weg zum Dedicated Server: seit vorgestern nenne ich das Root-Login zu einer dedizierten Maschine mein eigen, und heute habe ich meine ersten Einschulung in die Untiefen von Debian 64 Bit und Webmin bekommen – danke Ben! Ich bin ausgesprochen zuversichtlich, dass ich den nächsten Tagen datenschmutz übersiedeln werde – die fallweisen Performanceprobleme zu Peak-Zeiten werden dann der Vergangenheit angehören… außerdem bietet ein dedizierter Server einfach mehr Flexibilität. Also hab ich derzeit eher weniger Zeit zum Schreiben und schraube dafür virtuell in den Eingeweiden meines DS5000 rum.

Evil Marketing Tactics

BloggerInnen sind sich weitgehend einige, das hat auch die Abstimmung auf datenschmutz ergeben: Feeds will man werbefrei lesen. Wer die Wahl hat tut sich leicht… aber ich prognostiziere mal ganz ohne Glaskugel, dass eine weite Verbreitung von Werbung in RSS-Feeds bald genauso gängig sein wird wie Werbeschaltungen auf Blogs. Begrenzt Feedburner derzeit Werbeschaltungen noch auf jene Einträge, die mindestens 500 Abonnenten haben, so bietet Text-Link-Ads bereits jetzt die Möglichkeit, auch den RSS-Teil des eigenen Blogs zu monetarisieren. Nach dem Aufkauf durch Google könnte sich die Werbepolitik Feedburners ebenfalls schnell ändern – Werbung in RSS-Feeds kommt so sicher wie das Amen in der (katholischen) Kirche. Eine recht interessante Alternative zu Aggregatoren stellte John Chow vor: das Feed Footer WordPress Plugin rotiert bis zu zehn Code-Schnipsel – die natürlich auch Werbeschaltungen sein können – im Footer-Bereich des Feeds. Der Autor des Plugins ist sozusagen Mikro-Monetarisierungs-Spezialist und zeichnet auch für das beliebte Buy-me-a-beer Plugin verantwortlich. Prost!

Geschichtliches und Nützliches

Robert bloggt über die Anfänger der Blogosphere: der Erfinder des Begriffs durchlebte anscheinend einen gravierenden sozialen Abstieg, man kann nur hoffen, dass dies nicht das unabwendbare Schicksal eines jeden Blogpioniers darstellt :-) Perun trägt neue Kleider, Subvertandprofit nimmt ab sofort auch StumbleUpon Aufträge entgegen und Iza kämpft mit ihrer Küche. Und ich verbringe die restlichen 30 Sonntags- und die ersten paar Montagsminuten mit weiterer Rumbastlerei am Sörva!

PS aka Das Tool zum Wochenende: bei Blackhat-SEO hab ich einen Keyword-Recherche Helfer gefunden, der anscheinend durchwegs was taugt.

Spam-Alarm: Paypal verschickt KEINE Software!

Aktuell ist ein Virus in Form einer Spam-Mail in Umlauf, die sich als offizielle Paypal-Aussendung tarnt. Der Betreff der Mail lautet in etwa “PayPal E-TAN Software Nr” und der Empfänger wird aufgefordert, eine E-TAN Software für bessere Sicherheit zu installieren. Es handelt sich um einen Virus – löschen Sie die Mail ganz einfach!

Viele Blogger verwenden die Services von PayPal, da Dienste wie etwa Linklift, Trigami oder Text-Link-Ads in der Regel eine unkomplizierte Auszahlung via Paypal ermöglichen. Mussten sich deutschsprachige User bislang vorwiegend über Viagra-Spam und ähnliches ärgern, werden die Methoden der Spam-Mafia immer gefinkelter.

Im aktuellen Fall etwa versuchen die Absender, durch offizielle Ansprache und deutschen Text (in dem allerdings einige Fehler stecken), arglose User zur Installation des beigelegten Virus zu bewegen. Geschickt werden den Tatsachen entsprechende Behauptungen (Paypal respektive Besitzer eBay erhielt tatsächlich vor kurzer Zeit eine Banklizenz) mit frei erfundenen, aber eben nicht völlig absurden Aufforderungen verbunden. Jeder Online-Banking User kennt das übliche TAN-System: durchaus möglich, dass Paypal irgendwann etwas derartige Einmal-Codes einführt – allerdings wird die Software dann mit Sicherheit nicht via Mail verschickt! So lautet der Text der Spamnachricht, die ich mehrfach bekommen habe:

Wichtig
Mit diesem Schreiben erhalten Sie einmalig ein Exemplar von Ihrem personlichen E-TAN Generator ID 667053540 . Bitte installieren Sie umgehend ihre personlich Software und entfernen Sie aus Sicherheitsgründen diese Email aus ihren Postfach. Die Aktivierung der E-Tan Software wird gleich mit dem ersten Einloggen in Ihren PayPal Kundenbereich erfolgen.

WICHTIG – AUS SICHERHEITSGRUNDEN IST DAS PROGRAMM KEINE EXE DATEI – SIE KONNEN DIESE ABER ABSOLUT SICHER UND PROBLEMLOS INSTALLIEREN

Was ist eine E-TAN?
Das E-TAN System besitzt die hochste Sicherheitsstufe im Onlinebanking. Es wird fur jede Transaktion aus ihrem personlichen Schlussel der schon im Programm implementiert ist eine sechs stellige Nummer erstellt, die nur eine bestimmte Zeit und nur für eine Transaktion gultig ist.

Was muss ich tun um meine PayPal Konto weiterhin zu nutzen?
Bitte installieren Sie umgehend das mitgeschickte Programm. Ohne die Installation wird in naher Zukunft Ihr PayPal Konto gesperrt.

Ikarus.at schreibt zu der aktuellen Welle:

In den Emails wird vorgegeben, dass sich der Benutzer eines PayPal Kontos ein Programm, welches sich im Attachment der Email befindet, installieren muss, um ein neuartiges Sicherheitssystem benutzen zu können. Bei dem Attachment mit dem Namen PayPal-Software.zip handelt es sich um einen Virus, den wir unter dem Namen Win32.Outbreak.PayPal-E-Tan erkennen.

Bitte updaten Sie umgehend Ihren Virenschutz und löschen Sie derartige Emails sofort!

Generell kann man nur immer wieder betonen, dass man niemals Attachments von unverlangten Mails öffnen sollte – eine zuverlässige Virenscanner/Firewall Kombination ist für jeden Online-Arbeiter ohnehin Pflicht, einfacher zu vervir(r)en als Maschinen sind eben doch die User: also immer schön vorsichtig bleiben :-)