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Artikel-Schlagworte: „Performance“

Springeight: der zweite Tag

A-Trak bei der ArbeitDer gestrige Spring-Abend hätte ein Reinfall werden können - die Vice-Party im Arcadium bzw. Monsieur A-Trak aus den USA gab uns dann um halb drei endlich das, was wir vorher den ganzen Abend lang vergeblich gesucht hatten: kontemporäre High-Tempo und Hi-Tech Beats, bei denen man ob des spontanen Bewegungsdrangs die Abwesenheit von Couchen plötzlich nicht mehr misste. Und das kam so: für uns drei Partytouristen begann der Abend im Stadtpark, wo Simon LeBon feine Warm-Up House-Platten verlegte; ob der relativ unfreundlichen Außenbedingungen machten wir uns dann aber zur Geisterstunde auf in Richtung Dom im Berg.

Dort hatte bereits der Live-Act von XRS und den Drumagick-Brüdern begonnen, deren Red Bull Music Academy Vortrag Ulrich und ich am Nachmittag gehört hatten. Juan Atkins, der ursprünglich aus seinem reichen Erfahrungsschatz zum Thema Detroit (und Bookings-in-letzter-Minute-absagen) berichten hätte sollen, blieb konsequent unauffindbar, und so sprangen die Samba-n-Bass Könige aus Sao Paolo kurzfristig ein.

Bei der abendlichen Performance legte XRS Platten auf, während die beiden Drumagicks an ihren zwei Laptops mit den einzelnen Spuren sozusagen Live-Remixes drüber dubbten. Das war eine Weile recht fein (vor allem der Remake von LK hat gerockt), nach einer guten Stunde allerdings wurden die Beats im gemütlicher, die Intros und Outros immer länger und der Wunsch nach ein wenig Rummms immer übermächtiger. Als der folgende DJ Edgar nach zehn Minuten immer noch beim Intro war, beschlossen wir, dass es an der Zeit wäre, ein Hauseck weiter zu ziehen - sogar Anja, sonst ziemlicher Brazil-Fan, begannen nämlich langsam die Füße einzuschlafen. Kurz vorher hat uns übrigens noch Elisabeth abgeschossen - ich glaube, das ist meine Premieren-Appearance in einer Online-Partygallerie :mrgreen: Ulrichs Fazit, dem ich mir nur anschließen kann: "Wenn auf eine Brasil-Party geht und exakt dieselben Signature Tunes hört wie vor fünf Jahren, spricht das nicht gerade für Weiterentwicklung."

Arabian Prince aka Professor XDie derbste Enttäuschung sollte allerdings erst noch folgen - an den Gedanken, dass Juan "Magic" Atkins nicht mehr aufkreuzen würde, hatten wir uns bereits gewöhnt. Trotzdem wollten wir natürlich der Legende Professor X aka African Prince im PPC einen Besuch abstatten. Mir ist klar, dass der Mann eine lebende Elektro-Legende ist - was er im PPC abgeliefert hat, war allerdings - perfekt gemixte - Skikurs-Romantik: von Technotronix' "Pump up the Jam" über Michael Jackson bis House of Pain's "Jump around" wurde fast jede Nummer ausgespielt, und als er dann auch noch Prodigy's "Firestarter" als Big-Tune des Abends ankündigte, war uns endgültig klar, dass wir unsere Aufmerksamkeit gerade dem falschen Set widmeten. Hilflosigkeit vor europäischem Publikum? Generelle Motivationslosigkeit? Wir werden's nie erfahren. Und auch keine African Prince Party mehr besuchen. Was uns trotzdem vor Ort hielt, war die bekanntlich zuletzt sterbende Hoffnung auf Egyptian Lover und Jamie Jupiter. Die beiden musikgeschichtlich und körperlich schwergewichtigen Classic-Elektro Legenden hatten am Anfang ein paar Sync-Probleme, danach war's eigentlich recht nett - und immer noch zu gemütlich, oder wie der gelernte Wiener sagt: zaach. In Ermangelung einer Couch schauten wir mit meinem gaposlovakia-Kollegen Paul, der uns von härtester Elektro-Prügelei berichtete, voller Vorfreude ins Arcadium. Und diesmal wurde die Erwartungshaltung nicht enttäuscht. Ich würd sogar sagen, A-Trak hat einen extrem faden Abend vollständig gerettet und wir bekamen doch noch die für die Party-Gesundheit so wichtige Dosis an körperlicher Bewegung ab.

egyptian princeDer Protagonist des Abends war ja eine ganze Weile lang recht erfolgreicher Hip Hop DJ und benutzt mittlerweile Final Scratch: die Liebe zur technischen Präzision und diese geradezu abartigen DJ-Skills, die man in dieser perfekten Ausführung fast nur bei den Scratch-Königen findet, hat er auch im Rahmen seiner Electro-Karriere beibehalten, wenn nicht ausgebaut: die Dichte an Tracks pro Minute war unglaublich hoch, die Mixes rasant, aber niemals gab's Effekt um des Effekts willen. Es muss unglaublich viel Zeit und Crate-Digging erfordern, ein solches Set vorzubereiten, das einerseits alle technischen Tricks und Register zieht und andererseits mit einem extrem gelungenen Spannungsbogen begeistert... der Gag des Abends folgte, als A-Trak dann auch "Jump Around" spielte - in einem kurzen, aber extrem sicken Remix. In punkto Electro gewann sozusagen die Next Generation gestern Abend haushoch gegen die Living Legends.

Fazit: A-Trak war ein Fehlbooking - aber nur location-technisch gesehen. Der Mann hätte um zwei Uhr als Hauptact auf der Dom-Bühne stehen sollen - sein Set war einfach nur cutting-edge, sowohl soundmäßig als auch technologisch.

Und jetzt? Heute Abend um 21:00 ist das Orpheum eindeutig the place to be, denn der unglaubliche, einzigartige Senor Coconut tritt mitsamt Orchester und Special Appearance von Louis Austen mal wieder ein paar Genregrenzen nieder. Und dann geht's in den Dom: denn ich bin mir 99prozentig sicher, dass uns Larry Heard aka Mr. Fingers nicht langweilen wird. Und auf Robert "The House of Voice" Owens' DJ-Set bin ich ebenso gespannt wie auf seine Live-Performance.

Springeight: Day One

Robyn @ KasemattenBeim Auftakt zum diesjährigen Springfestival hatte Petrus ein Einsehen: die Open Air Kick-Off Party in den Kasematten blieb vom Regen verschont - statt fetter Tropfen stellten sich phatte Beats en masse ein. T-Mobile, Hauptsponsor des Opening-Events, dürfte zufrieden sein: motivierte Musikanten und eine feierwillige Partycrowd über den Dächern von Graz - das Opening Concert war ein würdiger Auftakt for things to come. Die charmante Schwedin Robyn sollte eigentlich um drei Uhr früh auf Technoparties auftreten - mit Doppelschlagzeug-Besetzung und beeindruckender Stimmenergie lieferte sie eine sympathische Interpretation von Post-Pop-Electro ab, die etliche Beinpaar in Bewegung versetzte.

Kasematten CrowdDanach folgte meine persönliche Überraschung des Abends: ich hab Roni Size nämlich noch nie mit seiner Band Reprazent live gehört. Kurz gesagt: triple wow. Vor allem der unglaublich präzise und schnelle Drummer und der Bassist rangen wohl so ziemlich jedem Breakbeat-Afficionado Bewunderung ab. Von Roisin Murphy hab ich aufgrund eines zwischenzeitlichen Ausflugs in die Homebase nur die letzten zwei Nummern mitbekommen - ebenfalls sehr solides und grooviges Handwerk. So richtig mies fand ich den Hauptact The Streets: klar mag ich (wer nicht?) seine ersten beiden Alben, aber diese Playback-Performance mit pubertären Stimm- und Showeinlagen kann Mike Skinner meinetwegen im Seniorenclub aufführen... außerdem fand ich die dauerenden Drogen-Zwischenansagen (Gimme some cocain. Gimme some LSD. Gimme some extasy. No, seriously. I want drugs.) sowas von deplatziert und kindisch... da hätt ich mir weit mehr erwartet - und bin dann auch frühzeitig in den Dom im Berg runter spaziert.

robyn 150x150 Springeight: Day OneBtw: danke am T-Mobile (für's nächste Eletronic Beats wird's auf datenschmutz ein paar Karten zu gewinnen geben) für die Einladung und die Übernachtung im Weitzer - sehr nettes Hotel, wobei ich allerdings vergleichsweise wenig Zeit am Zimmer verbracht habe: denn nach den Kasematten ging's wie erwähnt weiter in den Dom, der sich ab 12 ziemlich schnell füllte. Tanzen mitten im Berg, das ist wohl ziemlich einzigartig. marfloW sorgte für einen vergleichsweise gemütlichen Start, Punks Jump Up rissen mich mit ihren quick'n'dirty Remixes nicht gerade vom Hocker - aber Busy P brachte dann gemeinsam mit Mehdi, der übrigens voriges Jahr im WUK bei der gap 10-Jahresfeier die ehrenvolle Pflicht des Hauptact-Seins übernahm, ziemlichen Schwung in die Hütte. Brodinski hab ich dann nicht mehr gehört, weil ich von der Drumandbass-Sause im PPC noch was mitbekommen wollte.

reprazent 225x300 Springeight: Day OneAls ich gegen halb vier dort den Floor enterte, war gerade Liquid-Legende Fabio am Werken - und zwar mit heftiger MC-Action von LowQui, SP:MC und Rage. War eine Zeit lang recht nett, aber relativ bald wurde mir die Wort-pro-Sekunde-Dichte geringfügig zu hoch. Nach der ersten halben Stunde von Bryan G machte ich mich auf den Heimweg - schließlich folgt mein Highlight heute Abend: in der Postgarage techno-re-tisieren Arabian Prince aka Prof. X, den ich gestern auch schon bei der Opening Party getroffen habe, gefolgt von Egyptian Lover und Jamie Jupiter, fürs Grande Finale um vier Uhr ist Juan "Magic" Atkins zuständig, dessen RB Music Academy Lecture heute Nachmittag um vier stattfindet; vielleicht geht sich ja sogar ein Interview aus. Jedenfalls ein gelungener Auftakt - schöneres Wetter steht noch ganz oben auf der Wunschliste für den Rest des Festivals, zum Vor-Chillen im Stadtpark (heute mit Simon LeBon) ist's momentan fast zu kühl. Generell kann ich nach zwei Jahren Spring-Pause bisher nur eine alten Wicki-Spruch zitieren: ich bin entzückt!

WP-Security Update: Version 2.5.1

wordpressDas aktuellste WordPress-Update 2.5.1 sollte ganz dringend eingespielt werden, denn neben diversen Performance-Verbesserungen behebt der erste Bugfix für den 2.5er Branch auch ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem mit der Registrierung.

Hier geht's zum Download von WordPress 2.5.1 (englischsprachige Version), die DE-Edition sowie das zugehörige Upgrade-Paket sind ebenfalls bereit zum Download.

Wer aus welchen Gründen auch immer vor dem kompletten Update zurückscheut, bekommt auf Wunsch auch nur die drei veränderten Dateien, die das erwähnte Registrierungsproblem beheben. Worum es sich bei dem Bug genau handelt, wird das WordPress-Team in Kürze bekannt geben, aber vorher sollen noch alle Blogger ausreichend Zeit zum Stopfen der Sicherheitslücke bekommen. Allerdings empfiehlt sich in jedem Fall ein Komplett-Upgrade, denn die Version 2.5.1 enthält auch zahlreiche Detailverbesserungen.

Wichtige Änderungen

  • Die Konfigurationsdatei wp-config.php im Wordpress Root-Folder hat eine neue Variable namens "SECRET_KEY" bekommen. Hier wird ein Zufallsstring eingetragen, der die Randomizing-Funktion zum Generieren neue Passwörter sicherer macht. Generieren lassen kann man sich die betreffende Zeile hier (jeder Aufruf erzeugt einen neuen Zufalls-String), eingetragen werden muss die betreffende Zeile anschließend manuell.
  • Der Media-Uploader wurde überarbeitet.
  • Einige Layout-Fixes für den IE flossen in den aktuellen Release ein.
  • Zusätzlich integrierten die Programmierer etliche Performance-steigernde Maßnahmen (vor allem für die Seiten Dashboard, Write Post, Edit Comments und für Blogs mit zahlreichen Kategorien) und einige Usability-Verbesserungen.
  • Weitere Infos gibt's am offiziellen WordPress Blog. Selbstverständlich sollte vor dem Einspielen des Updates ein vollständiges Backup von Datenbank und wp-Folder erfolgen.

    PS: Mit der Version 2.5 sind die lokalisierten Sprachdateien von wp-includes/languages nach wp-content/languages gewandert - nach dem Update kann also der languages-Folder im wp-includes Folder ersatzlos gelöscht werden.

Identicons: datenschmutz Avatare für alle!

Für die Anzeige von User-Avataren neben Kommentar-Postings existieren eine Reihe von Plugins mit diversen Vor- und Nachteilen. Mit dem neuen Identicons-System, das seit drei Tagen hier auf datenschmutz zum Einsatz kommt, erhält erstmals *jede/r UserIn* ein eindeutiges Bildchen. All Hail Identicon!

Bislang kam hier am Blog das Favatar-Plugin zum Einsatz: wenn ein User zu seinem Kommentar eine URL hinterlässt, dann checkt das Programm, ob unter der betreffenden Adresse ein sogenanntes Favicon hinterlegt ist - das sind die kleinen Grafiken, die von aktuellen Browser rechts neben der Seitenadresse angezeigt werden. Falls ja, wird dieses Icon als Avatar verwendet, ansonsten gibt's keine grafische Repräsentanz.

Eine Alternative wäre WP-Gravatar: bei Gravatar.com kann sich jeder anmelden, ein Userpic hochladen und an die eigene E-Mail Adresse knüpfen. Seitenbetreiber können die Gravatars einbinden und so Usern ermöglichen, über verschiedene Blogs hinweg denselben Avatar anzuzeigen. In der Vergangenheit hatte der Service allerdings immer wieder mal Performanceprobleme, welche die Ladezeit gravierend verlängerten - dies ist mittlerweile behoben, allerdings funktioniert die Anzeige natürlich nur dann, wenn der betreffende Kommentator auch bei Gravatar.com registriert ist - ansonsten wird ein frei wählbares Platzhalterbildchen angezeigt.

Enter WP-Idencticon! Das Plugin zeigt wahlweise das Favicon bzw. das Gravatar-Bild an, so vorhanden - und falls nicht, wird für jede/n UserIn ein eindeutiger Avatar erstellt, und zwar anhand eines Algorithmus, der aus verschiedenen Formen und Farben abstrakte Userbilder erstellt:

So what is an Identicon? It's a randomly generated assortment of shapes that is specific to a commenter's email (or if you prefer IP address). Identicons allow visual representations of commenters without requiring any external sites or user interactions. With 40 possible shapes (about 70 with inversions) in 3 possible positions, around 8000 distinguishable colors and four different rotations for each part, there should be several billion possible shape combinations which, even with the increasing chance of overlap with each additional user, should be quite enough for almost any blog.

Das ganz kann in schwarzweiß etwa so aussehen:

identicon shapes Identicons: datenschmutz Avatare für alle!

Die Installation ist denkbar einfach - Plugin-Folder hochladen und den darin enthaltenen Subfolder identicon Schreibrechte am Server geben (unter Linux via chmod). Konfigurieren lassen sich alle Einstellungen unter "Settings/Einstellungen -> Identicon". Hier wählt man die gewünschte Bildgröße und wahlweise eine fixe Farbe bzw. ein Farbspektrum für Vorder- und Hintergrundfarbe. Außerdem lässt sich hier bestimmen, ob die Bilder automatisch eingefügt werden sollen, oder man den Code lieber händisch ins Template integrieren möchte. (Praktisch, falls man zusätzliche CSS-Formatierungen, z.B. ein float-Attribut oder eine border einbauen will.)

Stellt man Farben bzw. Anzahl der Formen oder die Größe um, muss anschließend der Cache gelöscht werden - die Bilder legt Identicon im erwähnten Subfolder ab. Großartige Idee, denn so bekommt jeder Kommentator a Büdl, (wie man in Wien sagt) - und dank der flexiblen Farb- und Größenanpassung sollten sich die Identicons problemlos in jedes Template-Design integrieren lassen.

WordPress um OpenID Funktionalitäten erweitern

Vor wenigen habe ich meinen neuen Lieblings-Open-ID Provider meinguter.name vorgestellt. Der passende Anbieter samt Delegation-Funktion wär also gefunden, nun stellt sich die Frage: wie kann man das OpenID System am einfachsten ins eigenen WordPress Blog einbinden?

Auslöser für meine Beschäftigung mit diesem Thema war natürlich der Kommentar von Co-Pirat Francis; wenn man sich beim Infopirat neuerdings via OpenID einloggen darf, dann darf datenschmutz natürlich nicht zurückstehen :-)

Grundsätzlich muss man zwischen zwei Anwendungsfällen unterscheiden unterscheiden: einerseits kann man die eigene Blog-URL als OpenID verwenden, andererseits könnte man Usern, die bereits über eine OpenID verfügen, erlauben, diese als Blog-Login respektive zum Kommentieren zu verwenden.

Meine WordPress-URL, meine OpenID

Meinguter.name bietet die Delegation-Funktion jedem User an:

Es ist möglich eine beliebige Homepage, z.B. den eigenen Blog als OpenID zu nutzen. Anfragen werden ganz einfach auf MeinGuter.Name weitergeleitet.

Zu diesem Behufe müsst man zwei Codezeilen im Header unterbringen - einfacher und vor allem Template-Wechsel resistent funkt's mit WP-Yadis: das Plugin muss lediglich hochgeladen und aktiviert werden, anschließend kann man unter dem Punkt "Optionen" beliebig viele OpenIDs verwalten; die Einstellungen für Yahoo, WP.com etc. sind bereits vorkonfiguriert, wer Meinguter.name verwenden möchte, wählt im Dropdown-Menü "Add a new OpenID provider" die unterste Option "Other". Das Feld "Username" ist recht selbsterklärend, bei OpenID Server wird folgende Adresse eingetragen:

https://meinguter.name/index.php/serve

Und als OpenID Delegate kommt die eigene Meinguter.name Page zum Einsatz, also:

https://username.meinguter.name

Das war's auch schon - ab sofort kann die eigene Blog-URL dank der Magie der Delegation als OpenID angegeben werden; so bleibt alles in der (Domain)Familie :mrgreen:

Bitte nicht nochmal registrieren dürfen müssen!

Einer der Hauptvorteile der OpenID besteht in ihrer Funktion als Multi-Login; die wenigsten BlogleserInnen registrieren sich, um sich beim Kommentieren die Captcha-Funktion zu ersparen; ansonsten gibt es aber eigentlich wenig Grund für das Anlegen eines Accounts. Wenn OpenID unterstützt wird, kann jede/r KommentatorIn das eigene OpenID Login verwenden - und so nicht nur ohne Capture Comments verfassen, sondern zugleich seine/ihre Identität verifizieren.

Das notwendige Framework für diese Aufgabe stellt WP-OpenID bereit. Nach Installation und Aktivierung überprüft das Plugin, ob serverseitig alle Anforderungen erfüllt sein - wer alle Funktionen nutzen will und auf hohe Performance wert legt, sollte darauf achten, dass PHP libcurl unterstützt und nativ mit GMP kompiliert wurde.

Die Optionen gestalten sich relativ simpel: einmal wird ausgewählt, ob OpenID Kommentar generell freigeschalten werden sollen, anstatt in der Moderation Queue zu landen (derzeit verwenden Spammer noch keine OpenIDs, aber sobald sich das System ein wenig verbreitet, wird das rasant ändern.), zum zweiten wählt man, ob der Code im comments.php Template automatisch eingefügt werden soll - oder ob man lieber ein Extra-Feld händisch definieren möchte; die dazu nötigen Infos findet man in der readme-Datei.

Standardmäßig verwendet WP-OpenID das Homepage-Feld. Wer hier seine OpenID einträgt, braucht die anderen Felder nicht auszufüllen, da E-Mail und Username vom OpenID Provider übernommen werden. In der Praxis erfolgt beim Kommentieren ein Redirect, der User wird von seinem jeweiligen OpenID Provider gefragt, ob er die Daten einmal oder zukünftig automatisch ans betreffende Blog übermitteln soll - und das war's auch schon.

Eigentlich simpel und elegant - für mich in der Form aber leider nicht verwendbar, da sich WP-OpenID nicht mit Math Comments Anti Spam verträgt. Als langfristiger Spamschutz macht OpenID sowieso nur dann Sinn, wenn Whitelists und Trust Authorities bereits etabliert sind, eine Antispam-Strategie ersetzen wird das System nie können. In der Praxis tritt das Problem auf, dass die Math Comment Antispam - also die Antwort auf die Rechenaufgabe, die auf datenschmutz ein grafisches Capture ersetzt - nicht mit-referred wird, sodass nach Nutzung der OpenID Option in jedem Fall die Meldung "Sie haben die Rechenaufgabe nicht gelöst" erscheint. Math Comment Anti Spam hat mir aber in der Vergangenheit so gute Dienste erwiesen, dass mir derzeit die simple Kommentarmöglichkeit für unregistrierte User wichtiger ist - also werd ich mit der OpenID-Integration beim Kommentieren noch ein wenig zuwarten... ideal wär's, wenn der Autor sein Plugin so umbaut, dass bei Verwendung der optionalen OpenID-Angabe die Rechenaufgabe unberücksichtigt bleibt.

Veranstaltungstipp: Flexible Cities

16. April 2008
19:30bis21:30

flexiblecities1 150x150 Veranstaltungstipp: Flexible CitiesArchitekten und Baumeister bauen gemeinhin unsere Städte, und die wiederum produzieren ein charakteristisches Klangbild. Beim aktuellen Sound/Visualisierungs/Konzept von Wolfgang "Fadi" Dorninger und Dr. Dietmar Bruckmayr geht's allerdings um eine Umdrehung des klassischen Kausalverhältnisses: Sound wird zum Konstrukteur und Baumeister virtueller, vielschichtiger Pixel-Stadtlandschaften. Wer die Klang/Bildräume live durchschreiten möchte, sollte am kommenden Mittwoch in der Klosterneuburger Essl Museum besuchen.

Konzeptionell gehen die beiden Linzer Multimedia-Künstler damit ein ganzes Stück weiter als jene net.artists, die in den späten 90er Jahren die 3D-Welten von Spielen wie Unreal als virtuelle Ausstellungsräume nutzten. Die virtuellen Städte werden zwar innerhalb eines dreidimensionalen Koordinaten-Referenzsystems dargestellt, "Taktgeber" und vierte Dimension allerdings ist die Musik: manifeste und latente Komponente werden umgekehrt, anstatt statisch determinierter Environments lässt Musik die Städte nicht nur pulsieren, sondern überhaupt erst entstehen: Geräusche kreieren und bebildern die künstlichen Stadträume. In der Ankündigung zur Performance schreiben Bruckmayr (Musik) und Dorninger (Visualisierung):

In den Flexible Cities herrschen verschiedene Gravitationszustände, Tektoniken und Lichtverhältnisse gesteuert von Klängen. Durch neue Gravitationszustände oder das völlige Fehlen von Gravitation tritt die Tektonik als ästhetischer Ausdruck der Gravitation in den Hintergrund. Ihre Aufgabe ist nunmehr die Sichtbarmachung von Licht in seinen vielfältigen Erscheinungsformen von Licht, Schatten, Schattierungen, Gradienten und Transparenzen. Unterschiedliche Lichtquellen, die in Form und Position wechseln, illuminieren, erzeugen und manipulieren Räume und Sektoren. Mehrere künstliche Sonnen ziehen ihre Bahnen und erhellen eine Dunkelheit, die Strukturen beständig ausspuckt und wieder verschluckt.

flexible citiesMit der Revolution der "Technischen Bilder", die der Kommunikationsphilosoph und Foto-Theoretiker Vilém Flusser bereits vor Jahrzehnten so treffend voraussagte, entstehen völlig neue bildgebende Verfahren: im technische-medizinischen Bereich steht längst nicht mehr die Abbildungsfunktion, sondern die Konstruktion visuell-virtueller Realitäten im Vordergrund. Die "Flexible Cities" orientieren sich an derartigen neuen bildgebenden Verfahren wie Mehrperspektivenprojektion und Schichtröntgen: es handelt sich nicht um Landschaften, in den sich "Spielfiguren" orientieren: eben keine klar definierten, abgegrenzten Formen, sondern Dichteverteilungen, Transformationsvektoren und Skalierungen im beständigen autogenerativen Fluss.

Zum mathematischen Grundgerüst tritt weißes Rausches Zufallsmatrizen als "Störfaktor" hinzu - aber natürlich sind Zufallszahlen aus dem Hauptprozessor ebenso formel-determiniert, bloß komplexer, oder wie die Künstler schreiben

Korrekterweise muss in Zusammenhang mit dem Computer als deterministisches System von Pseudozufallszahlen gesprochen werden. Entwürfe als absichtsvolles, zweckgerichtetes Tun werden durch aleatorische Prozesse in Form von ganzen Serien formaler Transformationen ersetzt, aus denen der Programmierer und Künstler nach ästhetischen Kriterien auswählt. Er lässt die Maschine rechnen und ist dabei wachsam genug, die eigenen Zwecke zu erkennen, wenn sie ihm im Fluss der Formen begegnen.

Für die Errechnung pseudo-organischer Funktionen tritt im Konzept die Superformula des belgischen Mathematikers Johan Gielis sozusagen als Antipode der Zufallsgeneratoren auf: mittels dieser spezifisch erweiterten Kreisformel lassen sich eine Vielzahl in der Natur vorkommender Formen berechnen:

superformular Veranstaltungstipp: Flexible Cities

Bei den Sounds handelt es sich einerseits um binaurale Tonaufnahmen aus München und andererseits um komponierte Teile. Um die komplexe Klangwelt für die Besucher der Installation erlebbar zu machen, kommen zwei verschiedene Tonanlagen mit unterschiedlichem Schall-Abstrahlverhalten zum Einsatz. Das insgesamt 6-kanalige System erlaubt den Besuchern, die Klangkonstruktion zu durchschreiten und sich selbst akustisch im Raum zu verorten.

Die Multimedia-Performance "Flexible Cities" beginnt am 16. April pünktlich um 19:30 im Museum Essl, der Eintritt ist gratis.

Anfahrtsinfo

Die Performance findet ihm Rahmen der Serie KlangRausch statt; von Wien aus muss man um diese Uhrzeit je nach Verkehrslage zwischen 25 und 45 Minuten für die Fahrt nach K-Neuburg einplanen. [Ich werd, wenn's nicht regnet, über die Kahlenberg-Höhenstraße mit dem Bike hinfahren. Wird eh Zeit für die 2008er Erstbefahrung.]

Adresse: Essl Museum - An der Donau-Au 1, Klosterneuburg bei Wien [Anfahrtsplan] Weitere Infos zur Performance gibt's auf Fadis Blog und beim SRA.

Gläserner Mensch dank Social Media

26. März 2008
19:00bis21:00

Oder trotz? Oder doch wegen? Diese Frage darf demnächst am net culture lab Podium im Museumsquartier diskutiert werden, denn die Innovationsinitiative von Telekom Austria TA AG hat bemerkt, dass das alles eigentlich gar nicht so leiwand ist mit den ganzen (Verbindungs)daten.

Wobei in my humble opinion schon das Thema eine These suggeriert, die zu hinterfragen wäre: nämlich, dass gerade Social Networks zu jener Ausspionierbarkeit führen, die digitale Bürgerrechtsorganisationen wie die quintessenz schon seit Jahren anprangern - noch lange vor Facebook und Co. Social Networks sind das geringste Problem, weil moderne Networks sehr elaborierte Privacy-Einstellungen erlauben, siehe Facebook. Mit anderen Worten: UserInnen entscheiden selbst, welche Daten sie wem preisgeben möchten.

Eine viel gewaltigere Bedrohung liegt in der Aushöhlung der Gewaltentrennung, in der freien Verfügbarkeit von Abhörmechanismen für die Polizei ohne jegliche richterliche Beschlüsse, wie sie nun in .at Realität ist. Die Kombination aus Telekommunikations-, Internetverbindungs- und bargeldlosen Zahlungsdaten - ganz zu schweigen von RFIDs in zukünftigen Ausweisen - sollte auch Nicht-Paranoiker schlucken lassen: dagegen sind Social Networks wirklich ein läppisches Problem - insofern finde ich den Ankündigungstext auch stark übertrieben; aber die monochrom Performance könnte auf jeden Fall lustig werden.

Interaktion im Social Web erfolgt datenbasiert: Wer sein Profil reichhaltig mit persönlichen Informationen füllt, Bilder veröffentlicht und ausgiebig virtuell kommuniziert, wird zum sozialen Erfolg im Netz. Vielen Usern ist aber nicht bewusst, dass ihre Daten nicht nur ihren virtuellen Freunden zugänglich sind: Über offene Programmierschnittstellen (APIs) können (User-)Daten extrahiert und neu kombiniert werden - solche Mash-Ups haben den Erfolg von Web 2.0 mitbegründet. Aber ist auch rechtlich und ethisch vertretbar, was technisch möglich ist? Und ist der Mensch überhaupt in der Lage, mit den technischen Szenarien, die er selbst erschaffen hat, in seinem Alltag adäquat umzugehen? Neben einer moderierten Diskussion wird das internationale Kunst-Technologie-Philosophie Kollektiv Monochrom live soziale Mash-Ups präsentieren.

Näheres über die Diskutanten gibt's Anton Geist, Bernhard Lehner, Jaro Sterbik-Lamina, Jana Herwig und Begrüßer Martin Bredl gibt's auf der netculture Seite nachzulesen.

Nie mehr punkten bei Blogfever

blogfeverIch hab nach anfänglicher Begeisterung das Blogfever Widget aufgrund der gravierenden Ladeprobleme vor einiger Zeit rausgeworfen und nur von meinen Affiliate-Points profitiert - inzwischen ist die Seite auf einen neuen Server umgezogen (There is only one Hetzner...), die Performanceschwierigkeiten sollen damit der Vergangenheit angehören - und das Punktesystem wurde bei der Gelegenheit auch gleich abgeschafft.

Statt des gewohnten Sidebar-Widgets steht nun wahlweise auch ein Post-Widget zur Verfügung:

Wir möchten alle User bitten, das Widget neu auszuprobieren. Insbesondere die Erfahrungen mit dem Post-Widget interessieren uns. Nach unseren Test sind die Klickraten damit deutlich höher als mit dem Sidebar-Widget.

An einem weiteren Schwachpunkt des Systems arbeiten die Macher ebenfalls: die Themenrelevanz der eingeblendeten Schlagzeilen konnte bislang ganz und gar nicht erzeugen, und die Schuld daran trägt offensichtlich das Punktesystem:

Der Suchalgorithmus des Widgets findet eigentlich immer relevante Schlagzeilen, muss aber die meisten (bzw. alle) aussortieren, da die dazu gehörigen Blogs keine Punkte mehr haben. In dem Fall müssen dann irgendwelche anderen Schlagzeilen genommen werden, zuerst wird die Kategorie abgegrast, und dann wird genommen was kommt. Auf diese Weise sind wirklich aktuelle, relevante Schlagzeilen meist sehr schnell aus dem System, es sei denn der Blog dahinter generiert sehr viele Punkte.

Um diesen Missstand zu beheben, ist die Einblendung der Schlagzeilen noch gratis - gewertet werden nur mehr die tatsächlichen Klicks, um kleinere Blogs, für die das System ja in erster Linie gedacht ist, nicht über Gebühr zu benachteiligen. Offen sich freilich noch die Frage, auf welche Art und Weise (oder ob überhaupt) Weblogs belohnt werden sollen, die besonders viele Widget-PIs generieren:

Die Einblendung von Schlagzeilen kostet nun erstmal keine Punkte mehr, außerdem gibt es nur noch Punkte für Klicks, nicht für Einblendungen. Auf diese Weise werden die Schlagzeilen im Widget wirklich nur noch auf Grundlage der Relevanz ausgewählt.

Die Blogfever Betreiber bitten dazu um Vorschläge und Ideen - grundsätzlich finde ich die Idee der automatisierten Blogroll sehr spannend. Dass das Widget nun in der Einzel-Beitragsansicht via Plugin direkt unter dem Posting eingebunden werden kann, mach ebenfalls hochgradig Sinn - bei der langen Performance-Schwäche hab ich schon befürchtet, dass die Seite langsam verkommt, aber nun gibt's einige interessante neue Ideen. Ich werd das Widget mit dem neuen Design mal ausprobieren - gestern Abend hab ich begonnen, auf der Basis von Yaml noxed3, den dritten Anlauf für mein selbstgebackenes ds-Template, in Angriff genommen. Andererseits kann's durchaus noch bis Juni dauern, bis das Werkl fertig ist: schließlich haben sich inzwischen eine Menge Einzel-Templates und diverse Tweaks angesammelt, die alle transferiert werden müssen...

Der nächste Uri Geller wird immer crappiger

Die Löffelverbiegen-auf-unerklärliche-Weise Diskussion mal beiseite gelassen, kann man sich von einer zeitgenössischen Bühnenmagieshow doch zumindest erwarten, dass die besten ihres Fachs sich vor Publikum messen. Doch bei "The Next Uri Geller" werden die Tricks laufend schlechter statt besser - was Raven und dieser angeblich kreative Gedankenleser da heute abgeliefert haben, war performance-technisch wirklich schwachbrüstig.

Ich hab nur die zwei genannten Tricks verfolgt - dass die Arbeit auf der Fernsehbühne wesentlich schwieriger ist als vor Live-Publikum, hab ich an anderer Stelle schon mal erklärt: The next Uri Geller. Statt nur eines Betrachtungswinkels gibt's viele Kameras, was die klassischen Taschenspielertricks wesentlich erschwert, wenn man nicht genau weiß, welche Kamera gerade filmt - so ließ vor kurzem Uri persönlich recht elegant einen Löffel in seiner Arschbackenhosentasche verschwinden, nur leider schaltete just in diesem Moment die Regie auf die Von-Hinten-Ansicht... sowas passiert schon mal.

Aber die Sache mit den Papierschnipseln und der vorhergesagten Schlagzeile roch wirklich streng nach Online-Zauberladen. Der präparierte Umschlag, der vorbereitete Schnipsel und dann noch der peinliche Fehler beim Buchstabieren, der selbst dem größten Einfaltspinsel nachdrücklich demonstrierte, dass die Wörter am Zettel von vornherein feststanden. Aber woher wusste der Mentalist, wer welches Wort gewählt hatte? Ganz einfach: beim Schreiben der Buchstaben muss er auf die Reaktionen der Promis achten, aka Cold Reading.

Und dann noch Ravens ausgesprochen peinliche Voodoo-Fluch Performance... zuerst tippt er auf den rechten Oberschenkel, als die blonde Schmerzathletin die Nadel in den linken Unterschenkel rammt, dann die herzig präparierte Jacke mit dem gefakten Herzstich, und am Ende "errät" er dann noch die richtige Box im Zufallsverfahren - bravo! Wirklich eine Schande für alle ehrenwerten Vertreter der Zauberzunft. Dass Uri Geller und Publikum dabei die Fassung bewahrt haben, ist das wahrhaft Übernatürliche an der Sendung.

.at-spezifisch im Netz werben

Das Internet kennt keine Ländergrenzen, allenfalls Sprachbarrieren. Bernd und Martin, die Macher von mediaplanung.at (mit letzterem habe ich am vorjährigen Wiener Barcamp einen Vortrag über above- und below-the-line Online-Werbung gehalten), veröffentlichen jährlich einen Printguide über die österreichische Marketing-Landschaft - sozusagen ein Branchenbuch für Werbeplaner. Für die aktuelle Ausgabe, die dieser Tage erscheint, habe ich den folgenden Text geschrieben - er geht der Frage nach, welche Möglichkeiten das Social Web bietet, länderspezifische Werbung zu schalten: denn Adwords ist gewiss nicht der Weisheit allerletzter Schluss!

onlinewerbungDas World Wide Web bietet vielfältige neue Werbemöglichkeiten: ob above- oder below-the line, ob klassische Bannerkampagne oder virale Videos für youtube und andere Videoplattformen, ob Advertorial oder Präsenz in Social Networks - immer neue Werbeformen und Abrechnungsmodelle buhlen um die Gunst von Webmastern und Schaltagenturen. Zugleich reißt das Internet Ländergrenzen ein und intensiviert den Preiskampf in der Werbung. Sprachbarrieren führen auf natürliche Weise zur Bildung von Inseln und Vermarktungsgemeinschaften - aber innerhalb der Blogosphäre etwa verschwimmen die Grenzen zwischen Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz bis zur Unkenntlichkeit. Wer Produkte oder Services spezifisch nur hierzulande bewerben will, dem stehen weit weniger Möglichkeiten zur Verfügung, als man auf den ersten Blick meinen könnte: denn was nützt etwa einem österreichischen Mobilfunkbetreiber die schönste Blog-Kampagne, wenn die ausgewählten Online-Tagebücher zwar beispielsweise von Österreichern geschrieben werden, aber zu 90% deutsche Besucher haben?

Geotargetting heißt das Zauberwort, mit dem die großen Syndikatoren und Affiliate-Netzwerke das Problem lösen: Einerseits sind Webseiten längst nicht mehr statisch, sondern werden dynamisch beim Aufrufen generiert. Daher besteht von technischer Seite überhaupt keine Notwendigkeit, jedem User die gleiche Werbung zu zeigen. (1) Andererseits lässt sich anhand der jeweiligen IP-Adresse des Nutzers eine ausreichend genaue Lokalisierung vornehmen, um zu wissen, in welchem Land sich der jeweilige Surfer gerade aufhält. (2) Kommerzielle Adserver können ebenso wie das frei erhältliche Open-Source Pendant Openads diese Informationen auswerten und dem österreichischen User daher potentiell auf jeder Seite landesspezifische Werbung anzeigen - in der Praxis allerdings zeigt sich schnell, dass Österreich als sehr kleines Land definitiv nicht auf der Prioritätenliste der internationalen Webvermarkter steht. Welche Alternativen stehen zur Verfügung?

Google AdWords

Der Suchmaschinenriese glaubte von Beginn an das freie Spiel von Angebot und Nachfrage und schuf mit dem AdWords/AdSense System das bis heute populärste System für die Schaltung von Textanzeigen. Attraktiv wird das System durch seine Allgegenwart: auf tausenden Seiten finden sich die unscheinbaren kleinen Ads, gesponserte Suchergebnisse und Google Content Network runden das Portfolio auf Publishing-Seite ab. Je begehrter ein Keyword, desto höher der Preis; Geotargetting ist selbstverständlich integriert. Die clickbasierte Abrechnung in Kombination mit der genauen Kostenkontrolle und der Effizienz-Auswertung durch Google-Analytics bescherte dem System großen Markterfolg, allerdings sind die grafischen Möglichkeiten stark eingeschränkt und zunehmende, beim User gelernte Adword-Blindheit lässt die Clickraten von Jahr zu Jahr sinken.

Facebook: Social Network Werbung

Nach Weblogs erleben aktuell Social Network einen riesigen Boom: während in Deutschland anfänglich vor allem StudiVZ und Xing regen Zustrom fanden, ist inzwischen auch in Europa Facebook am besten Weg zur Nummer 1. Der Grund für die geradezu absurd hohe Bewertung des Netzwerks liegt in erster Linie in den hervorragenden Werbemöglichkeiten: anders als informationslastige Seiten leben solche Social Networks von den Interaktionen der Nutzer und weisen eine sehr hohe Verweildauer auf. Microsoft bezahlte Anfang des Jahres für 1,6% Anteile 240 Millionen Dollar, das entspricht einem Gesamtwert von 15 Milliarden Dollar - oder, bei den damals 50 Millionen User einem Wert von 300$ pro Kopf. Angesichts der Tatsache, dass Analysten im angloamerikanischen Raum einen Zeitungsabonnenten mit einem Werbewert von 500$ beziffern, allerdings eine vielleicht doch nicht so übertriebene Summe, wie allerorts kolportiert wurde?

Freilich lassen sich Printmedien wesentlich leichter monetarisieren als ihre virtuellen Pendants; Printmedien nehmen im Mediamix rund 5-10% des Zeitbudgets in Anspruch, schlucken aber zugleich zwischen 15 und 20% des gesamten Werbebudgets. Dafür wissen die Facebook-Betreiber allerdings eine ganze Menge über die User: die überwiegende Mehrheit gibt im Profil nicht nur Land und Geschlecht bekannt, sondern auch Alter, politische Einstellung, Interessen usw... aus diesen Daten lassen sich äußerst genaue Werbeprofile erstellen, von denen nicht nur große Werbenetzwerke profitieren: jeder Facebook-User kann analog zu Google AdWords eigene Kampagnen auf PPV- oder PPC-Basis schalten, der Preis eines Clicks bzw. von 1.000 Einblendungen passt sich dabei dynamisch der Nachfrage an. Da das Facebook-Ad-System vergleichsweise neu ist, stellt es die derzeit günstigste Möglichkeit dar, jenen Teil der österreichischen Bevölkerung, der bereits registriert ist - das sind im Februar 2008 allerdings erst 80.000 User, allerdings dürfte sich diese Zahl in den nächsten Monaten gravierend erhöhen.

Österreichspezifische Webseiten

Auf das beschriebene Geotargetting so gut wie gänzlich verzichten können Unternehmen, die sich für eine ohnehin primär von Österreichern frequentierte Webseite entscheiden. Hermann Futter von Compnet.at sieht die Vorteile eines solchen Umfeldes in erster Linie im entsprechenden "kaufwilligen" Mindset der Surfer: "Als direkter Nachkomme der klassischen Adressbücher bietet compnet.at Werbung im bedarfsdeckenden Umfeld. Das heißt auf compnet.at wird der Werberezipient dort abgeholt, wo er bereits den Wunsch hat einen aktuellen Bedarf zu decken, also genau im Moment der Entscheidungsfindung. Zusätzlich ist compnet eine reine business-to-business Plattform und für Endkonsumenten nur von geringer Bedeutung." Mit Google AdWords sei diese Form der Werbung so gut wie gar nicht vergleichbar, so Futter: "Das ist, als ob man eine Fernsehwerbung mit der Anzeige in einer lokalen Wochenzeitung vergleicht."

Mag. (FH) Violeta Hollinek-Sampson von wlw.at ortet neben dem passenden B2B-Umfeld einen weiteren entscheidenden Faktor: Spezialisierung als Weg aus der Informationsüberflutung: "Weil nicht relevante Fundstellen erst gar nicht auftreten, sparen die Nutzer wertvolle Zeit und finden aktuelle, präzise und unverfälschte Informationen. Ein Beispiel: Google liefert zum Suchbegriff "Büromöbel" über 480.000 Treffer aus Österreich. In dieser Informationsflut die wenigen relevanten Treffer für Hersteller zu finden, ist ein mühsamer Filterprozess. Bei "Wer liefert was?" gewinnt der geschäftlich Suchende dagegen aus über 65.000 eingetragenen Firmen und rund 42.000 Produkt- und Dienstleistungsrubriken ausschließlich relevante Ergebnisse."

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass spezialisierte Suchmaschinen und Branchenverzeichnisse für B2B Werbung sich als attraktives Element im Marketing-Mix präsentieren; allerdings zeigen die neuesten Social-Marketing-Werbemodelle einen deutlichen Trend: wenn nicht bloß, wie im Fall von Google AdWords, nach Keywords gefiltert wird, sondern zusätzliche demographische Faktoren ins Spiel kommen, wird erfolgsbasierte Werbung für beide Seiten sehr lukrativ - zugleich bieten besagte Netzwerke Firmen die Möglichkeit, sich weitgehend gratis zu präsentieren, sodass den klassischen Branchenverzeichnissen in den nächsten Jahren durchaus auch im B2B-Bereich starke Konkurrenz erwachsen dürfte.


Anmerkungen:

  1. Mit einer Ausnahme: High Performance Seiten werden für gewöhnlich gecacht, dennoch lässt sich Werbung in vordefinierte Bereich dynamisch einblenden.
  1. Solche IP-to-Country Tabellen sind als kommerzielles Produkt bzw. mit niedrigerer Genauigkeit und Aktualität auch gratis erhältlich, siehe z.B. ip2location.com. Die Genauigkeit der Zuordnung liegt zwischen 95 und 98% - einerseits sind nie alle Adressen verzeichnet, andererseits verfälschen Proxy-Server und Anonymisierungslösungen das Ergebnis.

Fotonachweis:
Bild 1: Uta Herbert, pixelio.de

Myspaceface auf Boingboing

Früher hieß es noch "you've been slashdotted", mittlerweile wird man ge-boingboingt, was den Traffic betrifft. monochroms myspaceface-Performance von den letztjährigen Big Brother Awards dürfte mit der Veröffentlichung auf bb schlagartig eine weltweit Audience erreichen - zu Recht, der Clip ist wirklich grandios!

Gratulation an die monos, hier geht's zum BoingBoing Vidcast:

An original musical production about social networking and your personal privacy, by Austrian art-pranksters monochrom, with Jonathan Mann aka GameJew. Performed at the Austrian Big Brother Awards, where online rights advocates honor "government agencies, private companies and individuals who have excelled in the violation of our privacy."

Die ungekürzte Version gibt's auf monochrom.at. Da bleibt nur mehr zu sagen: Meet us here on myspaceface!

Fotos: Fadi Dorningers 8k im rhiz

Am vergangen Dienstag präsentierte Wolfang "fadi" Dorninger sein aktuelles Album 8k live im Wiener rhiz - mir persönlich hat's extrem gut gefallen, anbei einige Pix.

Timelag-Probleme verhinderten leider die virtuelle Zuschaltung von Volker Kagerer via tubeplug, das tat dem Sounderlebnis aber keinen Abbruch. Fadi spielt seine Dubplate-Loops via 1210er in den granularen Synthesizer und projiziert dessen Oberfläche oberhalb der Bühne - transparente Soundbastelei, sozusagen. Die Manipulationsmöglichkeiten des Programms sind gewaltig, und das Ergebnis liegt irgendwo zwischen Kunstperformance und Rave-Sound: Mitwippen ist unvermeidlich, ich behaupte mal, dass sich die industrial-breaks auch auf einem Rave als Live-Hauptact perfekt eigenen würden. Hier ein paar Fotos vom Konzert:

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8K=8K+-(G)<>(A)<>(N) – Fadi Dorninger live im rhiz

29. Januar 2008
21:00bis23:00

fadi - 8kdatenschmutz-StammleserInnen kennen die Snippets aus Wolfgang "Fadi" Dorningers aktuellem Album 8k bereits - im November habe ich ein Interview zu 8k veröffentlicht und zwei Longplayer verlost. Nächste Woche gibt's Gelegenheit, das ebenso spannende wie groovende Konzept im Wiener rhiz live zu erleben.

Ort: rhiz, Gürtelbogen 37-38, 1080 Wien
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Manches neu auf datenschmutz

Gestern war Pause auf datenschmutz, schließlich muss ja mal einen Tag lang auch Ruhe einkehren - zumindest beitrags-technisch Ansonsten nehm ich das Ding mit der Besinnlichkeit nicht so genau - daher gibt's einige Neuerungen, die ich in den letzten Tagen eingebaut habe. An erster Stelle zu nennen: das umstrukturierte Beitragsarchiv.

Selbiges kann man nun in klassischer Gesamtansicht durchforschen oder nach Kategorien bzw. nach Tags suchen. Dazu gibt's die jeweils passende Subnavigation - in Kombination mit der Suchfunktion in der rechten Spalte sollte damit die Auffindbarkeit jedes Beitrages gegeben sein. Das Draufgabe gibt's noch das Archiv aller bisherigen Umfragen sowie eine Sitemap.

Bei der Gelegenheit hab ich auch gleich mal die Hauptmenüpunkte Kolumnen, Themen und Fotos umstrukturiert - die Übersichtsseiten sehen nun alle gleich aus, außerdem wird jeweils ein Submenü im Content angezeigt. Die p*n*c [pettauer.net consulting] Seite, auf der ich meine unbezahlbaren Beratungsleistungen anbiete, ist noch Baustelle.

Änderungen beim Kommentieren

Bei den Kommentaren gibt's nun die Funktion "direkt antworten": mit dem betreffenden Textlink kann man unmittelbar auf einen bestimmten Kommentar antworten - dabei gibt's allerdings nur eine Hierarchie-Ebene (also Threads wie auf Foren sind nicht möglich). Das scheint mir ein recht brauchbarer Kompromiss für Blogs zu sein. Ursprünglich wollte ich Brian's Threaded Comments einbauen, aber wie ich's auch gedreht und gewendet hab: eingeloggte User wurden beim Kommentieren nicht als solche erkannt. Möglich macht's WordPress Thread Comment, das keinerlei Eingriffe in der comments.php erfordert.

Das weitgehend unnötige aber JS-lastige Live Comment Preview hab ich rausgeworfen und die Ajax Comments von Mike Smullin vertragen sich schlecht mit dem neuen Trackback List: da mir allerdings die getrennte Auflistung von Kommentaren und TBs wichtiger ist als das Ajax-Inserten von Kommentaren, war klar, wer gehen muss.

Pläne für 2008

Im Zuge der erwähnten Umstellungen hab ich da und dort ein paar kleine Performance- und Ladezeitverbesserungen vorgenommen, den unnötigen Ballast rausgeworfen und einige statische Seiten vereinfacht. Ich hab schon öfter das Feedback bekommen, dass ds ein wenig überladen aussieht - das soll sich einerseits ändern, andererseits möchte auf diverse Tools wie Tags, Ratings, Anzeige der letzten Kommentare auf der Startseite etc. keinesfalls verzichten. Mir steht also sozusagen ein Spagat zwischen Funktionsüberfrachtung und Zen-artiger Einfachheit bevor, also mit anderen Worten: Interfacedesign as usual... über Feedback, Anregungen und Fehlerberichte bin ich natürlich immer äußerst dankbar.

Weihnachtsgeschenk WordPress

Wordpress hat sich in den letzten Jahren zur meistverbreiteten Blog-Software entwickelt. Was unter der Prämisse "smart and simple" als vergleichsweise einfaches Weblog-Tool begann, ist mittlerweile ein ausgereiftes Content-Management-System, das dank zahlreicher Plugins flexibel und vielfältig einsetzbar ist.
erschienen auf futurezone.orf.at
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