In meiner heutigen AT-KFOR Vorlesung an der Publizistik Wien musste dieses Thema natürlich auf die Tagesordnung: denn das, was sich "Wissenschaftsminister" Johannes "Gio" Hahn da geleistet hat, kann allen österreichischen Forschern, Studenten und Lehrenden nur peinlich sein, sogar jenen, die sich weit abseits der Physik bewegen: überraschend und einseitig kündigte er einseitig die Zusammenarbeit mit dem CERN. Eine kurzfristig ins Leben gerufene Petition gegen diesen peinlichen Irrsinn kann und sollte man unbedingt auf sos.teilchen.at/petition/ unterschreiben.
Warum? Dafür gibt es eine ganze Reihe ausgezeichneter Gründe:
CERN steht für Forschung in Elementarteilchenphysik und Kosmologie. CERN ist ein leuchtendes Beispiel für Exzellenz durch europäische Zusammenarbeit. CERN bedeutet Vision für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Die CERN-Beteiligung kostet jeden Österreich €2 pro Jahr, anders ausgedrückt beträgt die Gesamtsumme 16 Millionen Euro. Das sind 0,47 Prozent des Wissenschaftsministeriums-Budgets, welches 2009 gegenüber 2008 um 15% erhöht wurde. Dem gegenüber stehen im Zeitraum 1994-2007 CERN-Aufträge an die österreichische Industrie im Wert von 73 Millionen Euro.
In wirtschaftlichen Krisenzeiten aus einem solchen Projekt auszusteigen - Albanien hat übrigens kürzlich seinen Aufnahme-Antrag gestellt - bedeutet eine nachhaltige Schädigung der österreichischen Spitzenwissenschaft, Qualitätseinbußen bei der Ausbildung und Verdienstentgang in Hi-Tech Branchen. Waren das nicht genau jene Felder, die Sie, Herr Hahn, beim Antritt Ihres Amts mit Elite-Unis und der Steigerung des Arbeitsplatzes Österreich für ausländische Spitzenkräfte steigern wollten?

Ihr Wissenschaftsministerium hat im Vorfeld der überraschenden Aufkündigung unserer Partnerschaft weder mit österreichischen Experten noch mit dem CERN in irgendeiner Form einen Dialog gesucht. Erklären kann sich Ihre Entscheidung niemand - es gibt lediglich Spekulationen:
Da es bei rationaler Betrachtung sehr unwahrscheinlich ist, dass jemand zu dem Schluss gelangt, ein CERN Austritt könne nützlich sein für Österreich, sind es wahrscheinlich irrationale Gründe. Auch Wissenschafter und Ministeriumsbeamte sind Menschen mit Emotionen, und diese umfassen nicht nur positive wie Liebe, Begeisterung und Hingabe, sondern auch negative, wie Angst, Neid oder Gier.
Auch Science Buster Prof. Heinz Oberhummer, für seine Forschungen in theoretischer Physik nominiert für den Nobelpreis, zeigte sich beim Alien-Special am letzten Samstag im Rabenhof äußerst indigniert über diese "historische Fehlentscheidung" (Zitat Prof. Dr. Herbert Pietschmann): seine galgen-humorige Erklärung: die niederösterreichischen VP-Politiker haben möglicherweise bemerkt, dass sich in Seibersdorf (das hiesige Forschungszentrum kooperierte bislang eng mit dem CERN) keine Günstlinge aus dem Bauernbund jobtechnisch unterbringen lassen. Das mag überspitzt formuliert sein, trifft den Nagel der österreichischen Kleinkariertheit allerdings auf den Kopf. Völlig ernst zu nehmen dagegen ist seine Anmerkung, dass mit dem Betrieb des neuen LHC (Large Hadron Collider) sozusagen die "Erntezeit" für zahlreiche, auch österreichische, Forschungsprojekte vor der Tür steht. Zitat aus dem Beitrag No we can't am Science-Busters Blog:
Es geht um jährlich 16 Millionen Euro. Um das ins richtige Maß zu stellen: Das sind etwa die Verluste, welche die Österreichischen Bundesbahnen derzeit in gerade einmal drei Tagen einfahren. Damit ist die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Teilchenphysik in Österreich überhaupt gefährdet.
Man vergleiche hierzu auch dieses Zitat von Prof. Herman Feshbach, Nobelpreisträger 2004:
Scientific prospects at CERN have never been brighter and more exciting, as the great Large Hadron Collider (LHC) project approaches its operational phase. Many years' investment in research, development, and construction are about to bear fruit. There are good reasons to anticipate discoveries that will dramatically advance our most basic understanding of what the physical world is made of, how it works, and even how it came to be. While the primary goal of CERN is to address such fundamental issues, the laboratory is also a treasury of engineering marvels. It has been a seedbed of innovation in computer and communications technology, cryogenics, and large-scale, high-tech project management. Young people learn cutting-edge skills at CERN that they take back to businesses and schools of their home countries. For these reasons I believe that CERN has yielded, and will continue to yield, excellent long-term returns on investment, just as a matter of economics, even apart from its unique scientific value. In addition, since its origins in the aftermath of World War II, CERN has been an inspiring, visible symbol of European unity and cultural vitality. It would be a great loss for Austria, and a blow to Europe and the scientific world, if short-term thinking and lack of vision caused Austria - birthplace of Ludwig Boltzmann, Erwin Schrödinger, Wolfgang Pauli, Victor Franz Hess, and Lise Meitner - to pull out of CERN now.
Unterschreiben Sie die Petition (das funktioniert ganz simpel online): Sie soll das Parlament dazu bewegen, die Hahn'sche Entscheidung abzulehnen. Bereits über 10.000 Personen (Stand: 12. Mai) haben ihre Unterstützung kund getan. Hinterlassen Sie einen Kommentar auf der Seite des Instituts für Hochenergie-Physik oder am besten: schreiben Sie direkt einen Brief an Wissenschaftsminister Johannes Hahn und/oder die zuständigen Politiker. Nutzen Sie Ihre Social Media Kontakte, informieren Sie Ihr Umfeld über diese kurzsichtige aber schwer rückgängig zu machende Entscheidung - auf Facebook gibt's bereits eine Gruppe, der man beitreten kann. Und wenn Sie selbst ein Blog betreiben: machen Sie Stimmung und lassen Sie nicht zu, dass eine so wichtige Entscheidung im in .at so beliebten Blitzverfahren getroffen wird - DANKE!
Schmeckt ja auch besser als Benzin... Man sollte aber wirklich am Physikunterricht in der Schule mal was ändern - wie kommt's sonst, dass offenbar immer wieder (Amerikaner) auf den alten "Bau dein Auto von Benzin- auf Wasserverbrennung um" Joke reinfallen. Einige "Firmen" versuchen sogar, damit richtig was zu verdienen; und ich muss zugeben, dass ich mich heute Vormittag 10 Minuten lang köstlich amüsiert habe. Allerdings handelt sich's wohl tatsächlich nicht um Realsatire, sondern um MLM-Marketing in des Kaisers neuen (Wasser)Kleidern.
Begonnen hat das ganze mit einer neuen Spam-Followerin (die häufen sich in letzter Zeit wie Sommerfliegen um frischen Kuhmist) auf Twitter mit dem klingenden Usernamen Waterfuel101. Die junge Dame war äußerst aktiv und hat bislang 2 Tweets verschickt, die beide die URL www.the6figureteam.com enthalten. Dort findet äußerst spannende Informationen zum besagten Umbau - natürlich ein verlockendes Angebot in Zeiten galoppierender Benzinpreiserhöhung:
Converting your car to run on water is proven to lower fuel costs, increase mileage - and help the environment. But, up until recently, it was also pretty expensive - the only way to convert your car to water was to get it done professionally, which could cost as much as $2,000. Even stand-alone conversion kits can sell for as much as $500.
Sehr geil sind auch die Testimonials:
48% improvement in my fuel economy. Run Your Car On Water helped us save $1,000's.
Von dieser Seite kommt man über drei Clickbank-Links zu drei ähnlichen Seiten, die des Pudels Kern schon bedenklich nahe kommen. www.runyourcarwithwater.com/ kennt dann schließlich die Antwort auf alle Fragen:
Create your own water hybrid for under $150! Did you know that you can convert your car to a water-burning car? You can run your car on water, supplemental to gasoline, to increase your car's fuel efficiency and reduce your fuel costs significantly.
Hmmm... 150 Dollar also. Was für ein ausgeklügeltes MLM-Programm; auf die nähere Erläuterung war ich jedenfalls ausgesprochen gespannt, und nicht zu Unrecht:
Our easy conversion guide will show you how to use electricity from your car's battery to separate water into a gas called HHO (2 Hydrogen + 1 Oxygen). HHO, also called Brown's Gas or Hydroxy, burns smoothly and provides significant energy - while the end product is just H2O! HHO provides the atomic power of Hydrogen, while maintaining the stability of water.
Preisfrage: mal angenommen, dieses 150-Dollar-Conversion Kit, laut Aussage des Vertriebs "mit im Baumarkt erhältlichen Teilen für 60$ von jedem, egal ob er eine Ahnung von Autos hat oder nicht, leicht selbst zu bauen" (man bekommt anscheinend nur die Anleitung) wäre nicht die feuchte Fantasie eines kreativen Wasserkopfs. Angenommen, man könnte in Automotoren herkömmlicher Bauart auch Wasserstoff verbrennen. Warum wäre es dann trotzdem vollkommen idiotisch, diesen Wasserstoff mittels Elektrolyse mit Gleichstrom aus der 12-Volt Autobatterie zu gewinnen? Wer diese Frage beantworten kann, gewinnt einen Backlink im datenschmutz Link Directory.
...hat auf den ersten Blick nur bedingt mit dem Austausch zwischenmenschlicher Körperflüssigkeiten zu tun, handelt es sich doch um eine Gleichung aus der guten alten Physik, die Teilchenstromdichte, im Volksmund auch als "Fluss" bezeichnet in Beziehung setzt zum Konzentrationsgradienten und der Diffusionsrichtung. Wenn man also irgendwo was reinspritzt und/oder fließen lässt, dann bestimmt dabei die Konzentration vereinfacht gesagt, wie viel hinten wieder austritt. Adolf Fick hat das im ersten Fick'schen Gesetz unglaublich elegant zusammengefasst:
Nach dem Ersten Fick'schen Gesetz ist die Teilchenstromdichte (Fluss) proportional zum Konzentrationsgradienten entgegen der Diffusionsrichtung. Die Proportionalitätskonstante ist der Diffusionskoeffizient.
Und wo's ein erstes Gesetz gibt, da folgt natürlich so sicher wie das Amen im Gebet auch ein zweites - welcher Jurist kann schon von sich behaupten, dass er zwei Gesetze aufgestellt hat, die bis heute gelten? Das zweite Fick'sche Gesetz macht allerdings alles wesentlich komplizierter, denn es beschränkt sich nicht nur die Eindimensionalität ("Alles, was für dich zählt, ist Sex!"), sondern beschreibt einen länger währenden Vorgang:
Die Diffusionsgleichung stellt eine Beziehung zwischen zeitlichen und örtlichen Konzentrationsunterschieden dar und eignet sich somit zur Darstellung instationärer Diffusion, im Gegensatz zum 1. Fick'schen Gesetz, das einen zeitlich konstanten Diffusionsfluss beschreibt. Es existieren für diese Differentialgleichung zahlreiche analytische und numerische Lösungsansätze, die jedoch stark von den Anfangs- und Randbedingungen abhängen.
Diese zeitlichen und örtlichen Konzentrationsunterschiede kennt man ja: mal hat einer keine Lust, dann ist die andere wieder für ein Wochenende Weg. Wie Adolf Fick richtig erkannt hat, ergibt sich die jeweilige Lösung der Gleichung meist nur im konkreten Fall, häufig jedoch auch gar nicht. Wichtig zum Verständnis Fick'scher Diffusionsprobleme, dass der Physiker drei Arten von Diffusion unterscheidet, die nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge auftreten, meist jedoch schon: Tracerdiffusion ("Aufriss"), Klassische Fick'sche Diffusion (meist relativ kurz) und, manchmal nach wenigen Minuten, fallweise auch erst nach mehreren Jahren, die Gegendiffusion. Wer tiefer in die die Geheimnisse von Adolf Ficks Theoriegebäude eindringen möchte und das Bedürfnis hat, bis zum intellektuellen Orgasmus Integrale zu penetrieren, dem sei dieser Wikipedia-Artikel ans Herz gelegt: Diffusion.
Überhaupt nichts zu tun mit Diffusion (oder zumindest nur sehr indirekt) hat dagegen das sogenannten Fick Prinzips, mit dessen Hilfe Ärzte den Blutfluss durch bestimmte Organe bestimmen:
Das Fick-Prinzip erlaubt unter Steady-state-Bedingungen bei bekannter Eingangs- und Ausflußkonzentration die Berechnung des Blutflusses im untersuchten Organ.
| 11. April 2008 | ||
| 20:00 | bis | 22:00 |
Die größte Maschine der Welt hat keine zwei Räder, sondern beschleunigt winzige Teilchen. In Kürze erhält CERN ein gewaltiges Hardware Updgrade; im Metalab spricht Tobias Nöbauer morgen im Metalab über den Large Hadron Collider.
Der Ankündigungstext lässt ebenso wie die Berufs-Kombi des Vortragenden - er ist Physiker und Soziologe - einen ausgesprochen spannenden und originellen Vortrag erwarten. Und die Frage, ob neoneueste Erkenntnisse der Quantenfeldtheorie erneut unser ohnehin bereits hochgradig Einstein'sch-relativistisches Weltbild auf den Kopf stellt, darf natürlich keinen Hobby-Existenzialisten kalt lassen!
Im Juli 2008 soll nun endlich die wahrscheinlich größte Maschine der Welt, der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf in Betrieb gehen. Ohne mit der Wimper zu zucken tauschen die Hochenergiephysiker dabei in einer globalen, wahnwitzig komplizierten Kollaboration etwa 4 Gigaeuro Geld und 200 Megawatt Strom gegen 14 Teraelektronvolt Kollisionsenergie von Protonen, was etwa der Energie einer Handvoll motiviert fliegender Mücken entspricht.
Wer immer schon mal wissen wollte, warum Blasenkammerfotos nicht in Kunstbänden zu finden sind und welche grandiosen Überlegungen hinter Feynman-Diagramme stecken, sollte dem Metalab auf jeden Fall einen Besuch abstatten:
An der Übersichtlichkeit und Bescheidenheit des LHC-Projekts will sich der Vortrag orientieren: physikalische Hintergründe und Designüberlegungen zum LHC und den Detektoren sollen ebenso zu Sprache und Bildern kommen wie einige Grundkonzepte der Quantenfeldtheorie, die Funktionsweise von Teilchendetektoren, FPGA-Firmware-Programmierung, verteilte Steuersysteme aus Web-Services und Zukunftsperspektiven der Hochenergiephysik. Wir besprechen Blasenkammerfotos und Feynman-Diagramme, Supraleiter und Halbleiter, die Erfindung des WWW und die Entdeckung der neutralen Ströme, Quarks, Gruppendynamik, Berufsaussichten und den Weltuntergang. Kurz: Die Systemintegration des Globalen Müonentriggers für das CMS Experiment am CERN.
Ort: Metalab, 1010 Wien, Rathausstr. 6
So, zurück aus London... der europäischen Hauptstadt der phatten Wohnungsmieten, leiwanden Taxis und immer aufs Neue verwirrenden Linksregelung. (Nein, ich bin nicht mit dem Auto gefahren, aber man geht ja auch links.) Der Reisebericht folgt asap, vorher muss ich noch meine fünfhundert Fotos sortieren und natürlich gibt's heute erstmal den längst dienenden Wochenrückblick der deutschsprachigen Blogosphäre. Danke für Ihren Flug mit datenschmutz Airlines, bitte schließen Sie zum Start Ihre Gurte!
Georg hat einen äußerst spannenden Beitrag über die Facebook-Penetration im Ländervergleich verfasst - die Daten stammen dabei aus der Ad-Applikation. Erstaunlich: auf Platz 1 sind dabei nicht etwa die USA, sondern Kanada mit 226 Usern je 1000 Einwohner (vs. 65 in den USA, die damit nur auf Platz 10 liegen.) Ebenfalls wahnsinnig beliebt ist die Seite mit den vielen Gesichtern in Skandinavien: wer norwegische, schwedische oder finnische Bekannte sucht, ist hier gut aufgehoben. Die Schweiz liegt auf Platz 16, Österreich hat den 3 hoch dritten Platz erwischt, Deutschland ist nicht unter den Top 30. Auf jeden Facebook-Japaner kommen zwei Rumänen, und 232.360 Italiener streiten sich mit 582.840 Mexikanern darüber, ob Burritos oder Pizzaschnitten besser schmecken. Die 865 Liechtensteiner haben sich vermutlich alle gegenseitig in den Kontaktlisten und repräsentieren immerhin 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ihres Landes. Da sind die Luxemburger kontaktfreudiger: 4,4 Prozent poken sich, während bloß 0,98 Prozent aller Letten Profile betreiben. Und nun die Preisfrage: gibt's auf Facebook mehr australische Krokodiljäger oder mehr neuseeländische Kiwizüchter? Wer die richtige Antwort weiß, gewinnt einen Gratis-Account seiner oder ihrer Wahl, entweder bei Facebook oder datenschmutz
Ebenfalls hardcore: heutzutage darf auch schon jeder ins Fernsehen, was die 2 schrägen Vögel der Welt mitzuteilen haben, sollte aber lieber geheim bleiben:
Mehr Barcamp-Videos gibt's ebenfalls bei Georg.
Der bekannteste männliche Pornodarsteller aller Zeiten hat seine aktive Karriere bereits vor einigen Jährchen beendet - 1.300 Filme und 4.000 Partnerinnen waren genug. Doch nun kehrt der Italian Stallion ins öffentliche Leben zurück, und zwar mit seiner eigenen Modelinie:
Der italienische Pornostar Rocco Siffredi startet eine neue Karriere als Designer. Der 44-Jähriger debütiert bei der Modemesse Pitti Uomo in Florenz mit seiner neuen Marke "Rocco". Vorgestellt wird Casual-Mode für Männer und Frauen. Logo der neuen Marke ist ein "R" in phallischer Form. Der Start in der Modebranche feiert Siffredi mit einer großen Party in der Nähe von Florenz.
Der Physiker versteht unter Translation etwas völlig anderes als der Sprachwissenschaftler - letzterer könnte geradezu in Verzückung geraten über die smarte Idee von Facebook, doch einfach die User übersetzen zu lassen. Die Seite ist zwar so gut finanziert, dass man sich problemlos eine ganze Truppe von Professionisten leisten könnte - aber wer weiß besser, wie die idealen Bezeichnungen lauten, als die Community selbst? Angewandtes Crowdsourcing... die Betreiber beweisen einmal mehr, dass sie verstanden haben, wie das Netz funktioniert!
Webmaster Pauls Blogparade ging dieser Tage zu Ende - Congrats, exakt 100 TeilnehmerInnen sind ein beachtlicher Erfolg! Hier die komplette Liste:
In diesem Sinne wünsch' ich der p.t. Leserschaft einen unvorstellbar angenehmen Restsonntag - bei mir geht's nächste Woche nach Berlin: zwar auch recht groß, aber vom subjektiven Style- und Wohlfühlfaktor her überhaupt kein Vergleich mit der britischen Metropole... wenn dort nur die Mieten nicht so absurd hoch wären!
Diese Woche zu Gast: Prof. Anton Zeilinger mit seinem nicht nur für PhysikerInnen ausgesprochen lesenswertem Blog Quantinger und Seoblitz.de mit einem bunten Strauß News aus der wunderbaren Welt der Suchmaschinenoptimierung.

Vor wenigen Tagen erst bin auch auf das Weblog des berühmten österreichischen Physikers Anton Zeilinger gestoßen. Welchen passenderen Titel könnte die Online-Publikation des Forschers tragen als Quantinger? Die Fragen, mit denen sich der Forscher beschäftigt, sind längst nicht mehr nur rein physikalischer Natur - das ist mir spätestens klar geworden, als ich Prof. Zeilinger vor einigen Jahren auf einer Veranstaltung des Waldzell-Insituts erleben durfte, wo er mit Paulo Coelho über das Wesen der Realität diskutierte. Anton Zeilinger ist kein Fachnerd, er relativiert gerne schaut über den Tellerrand hinaus - Paradigmen wird man hier vergeblich suchen:
In der Wissenschaft wird oft gesagt, wenn Einstein nicht die Relativitätstheorie gefunden hätte, dann hätte das jemand anders gemacht. Das setzt voraus, dass es nur eine einzige lineare Entwicklung geben kann. Es ist aber durchaus denkbar, dass wesentliche Schritte in Neuland in Wirklichkeit immer auch Weggabelungen waren. Und wenn wir uns da jeweils anders entschieden hätten, sähe unser Weltverständnis vielleicht heute ganz anders aus. Und trotzdem konsistent und ebenso Vieles erklärend wie unsere heutige Wissenschaft.
SEO Blogs gibt's einige, denn wenn irgend jemand wissen muss, wie sehr big G die ehemaligen Privat-Tagebücher liebt, dann Suchmaschinenoptimierer. Der Berliner Nils Kambach berichtet über seine Erlebnisse im Wettstreit um die vorderen Plätze und trägt immer wieder spannende Links zusammen - außerdem wissen wir dank seiner Umfrage, dass eine knappe Mehrheit der Berufsgruppe Es-Eh-Oh sagt (as opposed to Seo). Premiere feierte das Blog im Februar diesen Jahres - wer an Tipps und Tricks rund ums Thema "Wie krieg ich Aufmerksamkeit im Netz" interessiert ist, der hat mit Seoblitz.de die richtige Adresse gefunden.
Diese endlosen Listen von Viagra-Einkaufs Links sind ja wirklich extrem einfallslos, aber die Russen Spammer mit den .ru-E-mails haben sich gebessert. In den letzten Tagen hab ich eine Menge auffallend netter Späm-Kommentare bekommen... von sliplosen Girls in Kalifornien bis hin zum Fantum jenseits der Sprachbarriere, sodass ich nicht umhin kann, ein kleines Best-Of zu präsentieren.
I Googled for something completely different, but found your page...and have to say thanks. nice read.
Gern geschehen! I found your comment using akisment and I have: nice try.
Hi, This stuff gives the real information one needs. One can feel like reaching the destination.
Ich hoff doch, das ist nicht die final Destination. Naja, für diesen Kommentar schon.
I have a query though - Usual sites like dig.com and muti.com declare "spam" when I try bookmarking there.
Versuch's mal mit den Unusual sites, z.B. Blogg-buzz.com.
I couldn't understand some parts of this article, but it sounds interesting.
So geht's den meisten Boulevard-Tageszeteitungs-LeserInnen andauernd!
Meet Swapping Couples In California, CA area. It is recommended to couples who wish to enter into a swinging lifestyle to have a strong bond. Find local adult clubs in California. Horny girls with and without panties!
In Kalifornien scheint's ja echt abzugehen. Ob's da wirklich Frauen gibt, die in der Öffentlichkeit Slips tragen?
Arrays. Learn how to multiplicate them. Please!
Auf Vektor-/Tensorrechnung hatte ich im zweiten Semester Technische Physik einen Dreier. Da bin ich wohl doch nicht der richtige Ansprechpartner.
Und nun mein Alltime-Fav, ein so schönes Kompliment hab ich noch nie bekommen:
lfnttgyb
Da kann ich drauf antworten: bvjruivbduf!
Und das war's auch schon... besonders viele unerwünschte werblich motivierte Meinungsabgaben schaffen's nämlich gar nicht erst bis in meine Akismet-Queue. Und ungewollt veröffentlicht wurde schon lange kein Dosenschinken mehr. Wer ebenfalls auf hochfrequentes Amusement durch ungeliebte Besucher verzichten möchte, für die/den hab ich hier ein kleines Tutorialm zum Thema WordPress komfortabel spamfrei halten geschrieben.
Die Kolumne erscheint regelmäßig in the gap.
Diesmal: Klimaeskalationen treten sanft die Himmelstür ein.
"Eine Aufregung war das, sag ich dir! Gewissenhafte, hübsche Teilzeit DJs, die Provinz-Intelligentsia, GästelistInnennschnorrer, Rockernachwuchs der zweiten Generation, Kopfhörer-Models, Autoerotiker und arbeitswillige Cineasten, all nur auf ein Ziel programmiert," ereiferte sich Tante Brigitte. "Sprich nicht so abwertend über die Teilnehmer am gap Ässässmänt-Sänta, schließlich hast du auch mal klein und nackt angefangen," bremste ich ein.
Diesen Beitrag weiterlesen »
Ich verlose ein Elixier des ewigen Glücks - um zu gewinnen, muss man nur folgende, ganz simple zwei Fragen beantworten: wie viele Liter sind 34,7 PS? Und: wie viel Zentimeter sind 13 Candela? Zugegeben: darauf wird auch Umrechnung.org keine Antworten wissen. Aber bei so gut wie allen SI-Einheiten und sonstigen gebräuchlichen Maße für Länge, Gewicht, Druck, Geschwindigkeit und Co. springen die verschiedenen Umrechnungs-Tools hilfreich in die Bresche.
Die Oberfläche verströmt funktionalen Charme - simpel, aber sofort verständlich. Anstatt den User vorweg eine Auswahl der Einheiten treffen zu lassen, wird der jeweilige Bereich - z.B. Energie - in einer Gesamttabelle mit leeren Feldern dargestellt. Trägt man bei einer der angegebenen Einheiten einen Zahlenwert ein, aktualisiert die Applikation die übrigen Felder in Echtzeit. Manchmal sind die einfachsten Lösungen Usability-technisch eben doch die besten.

Unter anderem erfahren wir wenig überraschende Fakten ("99 Joule sind 0.099 Kilojoule und 0.000099 Megajoule"), aber auch Werte, die man nicht so ohne weiteres im Hinterkopf bereitbehält. ("99 Joule sind 2,270773 Einheiten Hartree-Energie bzw. 23,661 Kalorien"). Folgende Messgrößen sind bei Umrechnung.org derzeit vertreten:
Der durchschnittlichen Nicht-Physiker muss ja nun nicht gerade jeden Tag Pascal in Torr (Druckeinheiten - 99 Pascal sind übrigens 0,74 Torr) oder Yard pro Quadratsekunde in Galileo (beides Maßeinheiten für Beschleunigung) umrechnen; für die gelegentlichen Transformationen etwa von Yards in Ellen, Meter oder sonstiges ist die Seite hervorragend geeignet.
Umrechnung.org beschränkt sich dabei nicht nur auf physikalische Maßeinheiten, sondern bietet auch diverse andere Rubriken, bei denen eindeutig Zahlen im Spiel sind. So gibt werdenden Müttern ein Schwangerschaftskalender Auskunft über den voraussichtlichen Verlauf der einzelnen Phasen, Unerschrockene testen ihre (nur sehr grob geschätzten) Blutalkoholwerte mit dem zugehörigen Rechner, daneben gibt's zahlreiche Kalender-Tools, die Berechnung des eigenen Alters in Sekunden, Währungskurse, Umrechnungen zwischen Zahlensystemen... kurz gesagt: ein Paradies für Zahlenliebhaber!
Sogar an den bedürftigen SEO wurde gedacht: in der Webmaster-Tools Bereich finden sich nicht etwa Affiliate-Banner und Partnerprogramme, sondern nützliche Tools wie Metatag-Interpreter, ein Speed-Check, ein gut gemachtes Keyword-Tool und einige Netzwerk-Spielereien mehr.
Dieses schön knorrig gewachsene, surrealistische Stück Wurfholz hab ich von Max bekommen, der wiederum von Zappi's Welt beliefert wurde. Ausgedacht hat sich die vertrackten Fragen der Zufallsfaktor - und ich kontte nicht umhin, diese außergewöhnlich sinnbehaftete Stöckchen-Aktion mit einer Abbildung der genannten "belgischen Kartoffel" zu besehen - die übrigen Kartoffelesser dürfen sich gerne dieses Unlogos bedienen.
Da ich bereits auf einem überdimensionalen Maulwurf sitze, überlasse ich ihm die Entscheidung, nachdem dem Außerirdischen vor Schreck über die Essgewohnheiten des Maulwurfs die Strahlenkanone aus der Hand gefallen ist.
Ich habe dem Maori meine Wahl auch nicht verraten - sowas bringt nur Unglück.
Das hängt bloß vom Betrachterstandpunkt der Kosmonauten ab, die Farbe meiner Unterhose oszilliert unentschieden zwischen mint-metallic und kobaltblau.

[] Ebenso.
[] Könnte besser sein.
[] Es ist schon Abend, werter Herr.
[X] Schau doch, all die schönen Kamele!
Wer von euch hat Hardcore Strache gewählt?
[] Ich werde die Gesetzte der Physik außerkraftsetzen und einen Cheeseburger erschaffen, von dem selbst Gott Magenschmerzen bekommen wird.
[] Nichts, denn ich träume nur.
[] Den Radfahrer mit Tampons bewerfen, bis er blutet.
[X] Ich lass die Mädels erstmal mein Rad aus dem Bus hieven. Dann schauen wir weiter.
Es ist noch gar nicht Zeit.
Mehr oder weniger 1,2.
[] Ein Genie!
[] Ein Wahnsinniger!
[] Beides!
[] Ein Ei, das sich in die Morgensonne verwandelt und glücklich auf uns hernieder lächelt.
[X] nasenfixiert wie jeder größte Künstler seiner Schnurrbartstatur.
He, woher kennst du den Inhalt meiner kommenden Kolumne?
[] war
[] sein
[] Kreuzschlitzschraubenzieher
[] Endoplasmatisches Retikulum
[] ohne weitere Umschweife gebe ich zu, dass ich (selber was schreiben)
[X] etwas, das selber was schreibt. Selber. Selber. Selber. Selber. Selber. Sellber. Selbber. Sellbär. Zellbär. Selbbär. Selbbärr i. Sell Berry. Sellerie.
Weitere Antwortalternativen finden sich bei Gedankenloses, 71 Grad und Nade Online.
Ich geb mal weiter an Yannick, MannQuadrat und Pete, damit der endlich auch mal wieder etwas postet.
[Der folgende Text entstand für die Ö1 matrix Homepage, wo ich eine monatliche Kolumne schreibe. N'joy.] Am 6. März verstarb der französische Philosoph Jean Baudrillard. Als einer der prominentesten Vertreter postmodernen Denkens provozierte der Franzose die Öffentlichkeit mit seinen Thesen zu Simulation, Dissimulation und Gleichzeitigkeit. Dass gerade das digitale Fernsehen die medial Live-Übertragung verunmöglicht, hätte er vermutlich nicht vorausgesagt.
Das mediale Ereignis, das die sedimentierte Realität überdeckt und schließlich überlagert, stand im Fokus von Baudrillards kulturphilosophischen Betrachtungen. Gelten Flusser und Virilio als Philosophen der Geschwindigkeit, so beschäftigt er sich mit den Bildern, die der mit seinen unkonventionellen Thesen angeblich "stürmen" wollte, wie seine Kritiker nie müde wurden anzumerken.
In der Selbstwahrnehmung sah sich JB dennoch nie als Kulturpessimist, ja nicht einmal als Theoretiker. Beweisversuche kann man ihm nun wirklich keine nachsagen, seine radikalen "Denkanschläge" sollten den Leser auf Entdeckungsreise mitnehmen. So gelangte er zu seinem geflügelten Dictum von der "Ermordung der Realität": Wenn ich sage, die Realität ist verschwunden, dann meine ich damit das Prinzip der Realität samt dem ganzen damit verbundenen Wertesystem. Schon der Begriff des Realen setzt einen Anfang voraus, Zweckbestimmtheit, Vergangenheit, Zukunft, Kontinuität, Ursachen und Wirkungen, kurz gesagt, Rationalität. All das verschwindet bei der Vernichtung des Realen. Das ist das perfekte Verbrechen. (aus: Das perfekte Verbrechen)
Anders formuliert: in Baudrillards Konzeption der Scheinrealität geht die mediale Berichterstattung als Symptom ihrer Ursache voran - eine ähnliche Umkehrung, wie Jaques Lacan sie in der Psychoanalyse vorschlug. Ein dritter Franzose, Paul Virilio, definierte und begründete zugleich die Wissenschaft der Dromologie: dieser Metaforschungsbereich untersucht die Zusammenhänge von "Geschwindigkeit und Politik", nachzulesen in der gleichnamigen Publikation von 1977. Die Mediengeschichte und die Physik werden zu Hilfswissenschaften der Dromologie - Virilio füllt später enige Bände seiner Bibliographie mit Betrachtungen über die (Kriegs-)Relevanz echtzeitlicher Nachrichtenübertragung. The Speed of light does not merely transform the world. It becomes the world. Globalisation is the speed of light. (Paul Virilio im Interview auf ctheory)
Beide Autoren, und nach ihnen eine ganze Reihe von Epigonen, zentrieren ihre medientheoretischen Konstruktionen wesentlich rund um das Phänomen der sogenannten Echtzeit. Der Physiker widerspräche an dieser Stelle zwar vehement, zumal es genau betrachtet keine "Echtzeit" gibt - nicht mal in unserer unmittelbaren Wahrnehmung, und schon gar nicht in den Medien. Information reist, und sie tut das beileibe nicht körperlos: nur sind die materiellen Aspekte, im Fall der elektronischen Kommunikation also die Elektronen, winzig und bewegen sich mit so hoher Geschwindigkeit, dass in unsere menschlichen Wahrnehmung Ereignis und Übertragung etwa bei jeder TV-Liveübertragung zusammenfallen - "beide kollabieren im temporalen Nullpunkt," um in der Terminologie der französischen Postmoderne zu bleiben. Dieser Nullpunkt ist demnach eben als philosophisches Konstrukt, nicht als physikalische Realität zu begreifen: unsere körperinternes Informationsverarbeitungsnetzwerk, das Nervensystem , arbeitet ebenfalls nicht schneller als mit "Stromgeschwindigkeit".
Zumindest was TV-Liveübertragungen betrifft, geht die Ära der Real-Time Media indes schneller zu Ende als die Kulturtheorie vermutet hätte, und vor allem anders: denn mit der Umstellung des ORF auf digitales Fernsehprogramm und auf neue Hardware für alle terrestrischen Empfänger wird die Zeitverzögerung, wie üblich beim Nachfolgeformat des erfolgreichsten Massenmediums aller Zeiten, circa 1000 Millisekunden betragen. Beim Angebot der telekom, die das Fernsehsignal ebenfalls digital durch ihre Leitungen jagt, beträgt der "Time Lag" gar bis zu 8 Sekunden - das klassische multimediale Song-Content Nutzungsszenario "Bild vom Fernseher, Ton übers Radio" dürfte dann unter Synchronisationsproblemen leiden, ganz zu schweigen von all den Fußballfans, die erst Äonen später vom Tor ihres Lieblingsvereins erfahren.
Time Lag also statt echtzeitlicher Kommunikationskanäle - so haben sich das die Theoretiker dann auch wieder nicht vorgestellt. Ob das Digitalfernsehen wohl zu einem Paradigmenwechsel in der Dromologie führen wird?
In unserem Oberstufen-Chemiebuch seinerzeit zierten die guten alten Elemente in klassischer Darstellungsweise die Innenumschlagseite. Unser Lehrer säte gleich zu Beginn Misstrauen gegen verbrieftes Wissen, denn er hat uns sofort erklärt, dass die Chemie eine recht fluide Wissenschaft ist, Annahmen ständig revidiert werden und auch die Maßzahlen im Peridodensystem dauerender Verfeinerung dank neuer Erkenntnisse und Messmethoden unterworfen sind. Und dass die Messwerte in unserem Buch spätestens nach dem Komma bloß historisches Wissen vermittelten.
Später während des Physikstudiums hörten wir dann von Prof. August Hengge denselben Stoff auf Uni-Niveau, während unser Ex-Physik Prof, der großartige Dr. Jäger, uns gleich zu Beginn klar machte, dass die Physik gerade dabei sei, die Chemie von der Grundlagen- hin zur Anwendungswissenschaft zu transformieren. Wie dies? Die Teilchenphysik erklärt mittlerweile chemische Reaktionen. Die Bausteine der Atome interagieren nach einem wohl nie ganz zu enträtselnden Masterplan, aber der Physik ist's gelungen, einige Ausschnitte davon mittels schlüssiger Erklärungen zu modellieren. Zumindest die anorganische Chemie wird damit zu einer Publizistik unter den Naturwissenschaften: Man forscht, aber die Erklärungsmodelle liefern andere.
Doch was ich eigentlich sagen wollte: Chemie hin, Physik her: Popscience stellt der interessierten Öffentlichkeit einen wunderschönen Periodic Table of the Elements online zur Verfügung, der sich vor allem durch fotografische Abbildungen fast aller Grundstoff auszeichnet. Nawikunst, quasi.