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WikiLeaks als Verkaufstool einsetzen

Nein, es folgt keine Step-by-Step-Anleitung, wie Sie kommerziell-virale Inhalte in brisanten Dokumenten und diese auf WikiLeaks platzieren – das wäre zwar jetzt, wo Julian Assanges Beichtstuhl für Schuldgefühl-geplagte Systemfunktionäre ausnahmsweise gerade so überdurchschnittlichen viel Aufmerksamkeit von den bezahlten Hütern der Demokratie genießt, nicht der Pläne dümmster – allerdings sollte für das strategisch geschickte Platzieren von Markenbotschaften in gefälschten Botschafts-Depeschen (Obama an Putin: “A wengal an Hang zum Rassistischen ham’s scho, die Canyon-Shitters! But they know damn well how to bake Mannerschnitten!”) keine Schritt-für-Schritt-Anleitung erforderlich sein. Weniger trivial dagegen erscheint die Frage, ob solche Formen teilfreiwilliger Transparenz eine ergänzende Funktion im bestehenden demokratischen System einnehmen können oder als transformativer Impuls von “außen” verstanden werden müssen.

The trouble with WikiLeaks (datadirt cartoon)
[zum Vergrößern bitte anklicken.]

Man kann also, wie Kulturwissenschaftler Wolfgang Müller-Funk dies kürzlich im Ö1 Journal Panorama tat, die Frage stellen, ob in der repräsentativen Demokratie as we know her das Privileg der Vertraulichkeit (noch) eine signifikante Rolle spielt oder wie Judith Denkmayr eine realistischere Sichtweise pflegen und Plattformen wie Wikileaks als notwendiges Korrektiv eines Systems deuten, das Intransparenz instrumentalisiert hat und den Wähler/Kunden recht effizient von Entscheidungsprozessen ausschließt. Weiterlesen

Symposium: Digitales Managen

Der Leiter der Hauspost spielt schon wieder stundenlang “Farmville” – fast hätte ihn die elektrische Post um seinen Job gebracht, aber die eBay Eil-Pakete des Marketingleiters, der in seinem Eckbüro Orchideen züchtet, werden sich wohl auch auf absehbare Zeit noch nicht durch Datenleitungen quetschen lassen. Was lässt sich digitalisieren, was nicht? Jan A. Poczynek und die Beratergruppe Neuwaldegg beim Symposium digitales managen stellen die Frage einen Deut spezifischer: “Wie verändern Facebook, Twitter & Co. Entscheidungen und Kommunikation Unternehmen?”

Piratengruppe Neuwaldegg

Dass Social Networks ein Dialogmedium sind, das ausnehmend direktes und durchwegs nicht immer erwünschtes Feedback auf direktem Weg notfalls auch bis in die Chefetage befördert, musste schon so mancher Pressespreche auf die harte Tour lernen. Überhaupt stellen Social Media Strategien hohe Anforderungen an die interne Kommunikation und zweifellos auch an die Nerven der EDV, die wirklich besseres zu tun hat, als was auch immer man gerade von ihr braucht. Weiterlesen

Jaron Lanier verflucht die Netzkultur

Wenn irgendwo ganz weit vorne auf der Netz-Avantgarde-Welle ein Rasta surfte, dann handelte es sich mit ziemlicher Sicherheit um den Digital-Pionier Jaron Lanier. Zahllose eingeritzte Kerben zieren die Rückseite seines Smartphones – eine für jedes selbst erfundene Buzzword, und dazu gehören in Jarons Fall Heavyweights wie “Virtual Reality” (ja, das stammt von ihm) oder “Schwarmintelligenz”. Die Rastazöpfe sind zwar länger geworden, aber der einstmalig affirmative Optimismus hat sich nahezu in sein Gegenteil verkehrt. Dieser Tage spricht Lanier im FAZ-Interview lieber Ende des digitalen Maoismus und vom “digitalen Mob”.

Er sieht im gegenwärtigen Status des Internet nämlich alles andere als die technologische Verwirklichung der alten Versprechung des “freien Zugangs für alle”. Der habe sich, so Lanier, in eine beispiellose Ausbeutung von Kreativen gewandelt:

Ich bin unter anderem zu dem ziemlich verstörenden Schluss gekommen, dass das Phantasiebild von den Musikern, Journalisten, Geistesarbeitern, die zwar durch file sharing und soziale Netzwerke ökonomisch in Bedrängnis gerieten, aber so auch neue Geldquellen aufspürten, falsch ist. Viele Leute geben immer noch vor, dass dies jetzt geschieht, weil sie an die vorherrschende Ideologie glauben, aber die Daten widersprechen ihnen.

Als Lösung des gegenwärtigen Dilemmas, dass alte Einkommensmodell wegbrechen, während Ersatz nicht in Sicht ist, greift Lanier auf einen Klassiker zurück: Ted “Xanadu” Nelson, geistiger Vater des Konzepts Hypertext, schlug schon in den 60ern ein System-immanentes Micro-Payment Verfahren vor. Dieses dürfe aber nicht von einer einzelnen Firma, sondern müsse zwischenstaatlich entworfen werden und damit universell gültig.

Denn der Preis der Offenheit dürfe nicht die Entrechtung von Individuen sein, so Lanier, der sich mittlerweile offensichtlich in der Rolle des Robin Hood ganz gut gefällt. Ich denke keineswegs, dass die angesprochene Problematik auf das Fehlen eines Zahlungssystems zurück zu führen ist und schon gar nicht, dass Kreativität notwendigerweise ans ökonomische System rückgebunden sein muss. Ausgesprochen originell finde ich dagegen Jaron Laniers Urteil über Facebook und Co.:

Websites, die ich am meisten kritisiere, sind zufällig auch jene, die nicht profitabel sind. Sie bieten Mash-ups an, bei denen die individuelle Stimme nicht mehr zu hören ist: Facebook, Twitter, Wikipedia. Gut, sie sind nicht alle gleich schlimm, Wikipedia ist schlimmer als Facebook, aber keine von ihnen hat einen Profit vorzuweisen. Wikipedia ist gemeinnützig, Twitter und Facebook versuchen profitabel zu sein, können es aber nicht über triviale Summen hinaus. Ihre Existenz verdanken sie ideologischen Gründen, aber als Firmen sind sie gescheitert.

Das oft zitierte Problem der Informationsflut respektive Reizüberflutung sieht Lanier nicht in der schieren Menge der Information, sondern in deren Fragmentierung. Das Mash-Up, das Informationsfragmente aus seinem Zusammenhang reißt, sei das eigentliche Problem, und der Faktor “Mensch” dürfte nicht aus der Gleichung “Internet” herausgenommen werden. Freilich: manches mag nach “nona” klingen, und ich bezweifle, dass die Netzwelt tatsächlich jemanden braucht, der ihr erklärt, dass das Internet keine “Superlebensform” sei. Dennoch hebt sich JL nach wie vor angenehm vom schaumgebremsten Mainstream angenehm ab:

Eine Maschine wird gern für intelligenter gehalten, als sie ist. Die Leute, die für Suchmaschinen verantwortlich sind, geben vor, dass ihre Apparate verstehen, wonach gesucht wird. Das stimmt natürlich nicht. Aus neurowissenschaftlicher Sicht sind Suchmaschinen nichts als Schund. Es gibt noch keine technologischen Mittel, Semantik oder Logik darzustellen.

Allein dafür hab ich mir gerade sein neues Oeuvre bestellen müssen:

Jaron Lanier: You Are Not a Gadget: A Manifesto

15 Mann auf des toten Manns Liste drauf

Thomas Heher, ein alter Kampfgenosse aus den frühen gap Hardcore-Zeiten, hat mich eingeladen, den folgenden Text über die Piratenpartei für die kommende Ausgabe von TBA zu verfassen. Mal sehen, ob er ihn unterbringen kann – bei der Längenbegrenzung hab ich natürlich wieder mal über die Stränge geschlagen: altes Bloggerleiden :mrgreen:

Zwar ist Piloten sprichwörtlich nichts verboten, aber nur Piraten sind die idealen Kandidaten – zumindest für geistig-eigentümliche Freisegler. Weiterlesen

1k BLs: Wer sind die datenschmutz-Piraten?

1000 Backlinks auf des blauen Frosch’s Seite drauf / und ‘ne Buddel voll Rum!

Zur nofollow-Diskussion habe ich schon einiges geschrieben – und 3 Jahre Blog-Erfahrungen haben mich in meiner Meinung, dass Weblogs vom Geben und Nehmen leben und Kommentare einer der wichtigsten Bestandteile des Blogs sind, täglich neu bestärkt. Das Top-Commentators-Plugin habe ich auf der Startseite schon länger im Einsatz, es handelt sich dabei um eine dynamische Blogroll: die Top-Kommentatoren der jeweils letzten 14 Tage bekommen einen Backlink von der Startseite. Im Zuge des kürzlich erfolgten datenschmutz-Redesigns habe ich darüber nachgedacht, wie sich dieses Konzept ausbauen ließe, was schließlich in der Einrichtung des “datenschmutz-Piraten” Widgets gipfelte: die fünf Top-Kommentatoren seit Beginn des Blogs bekommen auf einen Schlag über 1000 Backlinks, nämlich von jeder einzelnen datenschmutz-Beitragsseite – in vollem Effekt zu bewundern auch hier ganz unten in der rechten Seitenspalte. Weiterlesen

Facebook-Beitrag auf ATV

Gestern vormittag besuchte mich ein Kamerateam von ATV, um ein Statement für einen ATV-Aktuell Beitrag zum Thema “Facebook und der Datenschmutz” einzuholen – Geeks wissen in der Regel recht gut über die drei W’s des symbolischen Datentauschs (Welche Daten gebe ich wem und was für einen Vorteil hab ich dadurch?), Otte Normaluser dagegen ist nicht mal unbedingt klar, dass potentiell jeder jede ins Netz gestellte Information finden kann, es sei denn, man trifft explizit Vorkehrunge. Das mag sich ziemlich hypotethisch anhören, Max, Francis und ich bekommen aber immer wieder mal Mails von neu aufgenommenen Piratencharts Blogbetreiber, die vollkommen schockiert drüber sind, dass ihre Blogspot-Seite plötzlich von Technorati und damit auch in weiterer Folge von uns gefunden wird. Ein schwieriges Thema, das sich in kurzer Zeit natürlich nur grob anreißen lässt – aber sehen Sie selbst:

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Arrr! Wie feierst du, erster Maat?

international pirate dayHeute ist der 19. September, seines stolzen Zeichens wichtigster Feiertag der internationalen Freifahrtsschifferei: weltweit feiern Totenkopf-Fans und Säbelrassler nun bereits zum 13. Mal den “Talk like a pirate day”. Die ursprünglich rein private Feierei hat mittlerweile eine ganze beachtliche Eigendynamik entwickelt, denn das Segeln und/oder Surfen unter der Totenkopf-Flagge hat in den letzten Jahrhunderten nichts von seinem Reiz eingebüßt.

Das zeigen unter anderem die Beiträge auf Rivva zeigen, allerdings ist dort vom “Look-like-a-pirate-day” die Rede. Uarrr hat dazu eine großartige gif-Animation gebaut, aus der auch das Titelbild zu diesem Posting stammt und Johannes ist noch auf der Suche nach einem Totenkopftuch, Amy&Pink sehen die ganz Sache eher metaphorisch: und in der Tat, Multimedia-Player sind die Schatztruhen der Gegenwart: voller gestohlener Güter, und keiner kann was dagegen tun :mrgreen:

Also ich persönlich werde jedenfalls zur Feier des Tages mein “Music Pirate” Shirt aus dem Schrank holen, dem Papagei auf meiner Schulter eine Packung kandierte Ingwer-Sauerkirschen spendieren und mit einer Buddel Rum auf das Wohl des legendären Gentleman-Piraten Jean Lafitte anstoßen, und zwar heute zur Geisterstunde am Alten Schloss in Gmünd. Ich kann ja nur hoffen, dass dort keine Ninjas auftauchen: denn die sind bekanntlich die Erz- und Todfeinde von uns Totenkopfträgern.

Meedia.de: Dirk Manthey hat gelauncht

meedialogoDer bekannte Medienmacher Dirk Manthey, in den 90ern unter anderem mit Max und TV Spielfilm erfolgreich, konzentrierte sich in den letzten Monaten ganz aufs Online-Geschäft: daraus resultierte ein kürzlich gelaunchtes – und in seiner Breite sehr ambitioniertes – Medienportal, das den Platzhirschen Horizont.net und WUV.de gar nicht gefallen dürfte.

Ein sehr ausführliches Portrait über den Verleger und die Gründe für sein Ausscheiden aus der Printbranche veröffentlichte die Wirtschaftswoche:

“Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann überhaupt keine gedruckten Zeitungen mehr geben wird. Beispielsweise unsere 14-jährige Tochter liest außer Tokio-Hotel-Heften alles im Internet.”
[...]
Doch die Anzeigenkrise nach dem Platzen der New-Economy-Blase setzte den bunten Blättern zu. Der Rivale Burda, der sich über einen Umweg in der Milchstraße eingekauft hatte, drängte Manthey Stück für Stück aus seinem Unternehmen.

meedia.de: Dirk Mantheys B2B Spielplatz

Der am 14. Juli erfolgte Launch stellt für den Pagemacher (ist dieser Begriff das neue Äquivalent zu “Blattmacher”?) eine Art Betaphase dar, der finale Launch folgt dann im September – das nenne ich mal kreative Ausnutzung des Sommerlochs. Der Malibu-Fan wird übrigens auch selbst eine Kolumne verfassen, und zwar über aktuelle Trends aus den USA. Dass er seine einstige stückweise Montage durch den Burda-Verlag und das Zusammenschrumpfen der früher so erfolgreichen Milchstraße-Gruppe allerdings via meedia.de “rächen” wolle, bestreitet Manthey entschieden.

Was mich ebenso verwundert wie Medienrauschen ist die unsinnige vorgeschaltene Logoseite (“Zum Betreten der Homepage bitte auf das Logo klicken”) und die Tatsache, dass Typo 3 (immerhin mit Rewrite-Modul) zum Einsatz kommen. Naturgemäß entsprechend launig fiel der Kommentar aus, den Horizont.net zum Start abgab (Zaunpfahlwink: URL-Rewrites täten euch auch nicht schlecht!):

Angeblich arbeiten 15 Redakteure und Vermarkter an dem von US-Websites inspirierten Dienst. Für einige Lacher über die Qualität der Mannschaft sorgte in der Szene eine “Welt”-Meldung, dass eine Meedia-Fotoredakteurin bei HORIZONT nach Bildern der bei Lesern überaus beliebten HORIZONT.NET-Bildergalerie gefragt hatte. Merkwürdig auch: Für die Akquise ist Martin Fischer, schon zu Milchstraßen-Zeiten die rechte Hand des Verlegers (und 1999 HORIZONT-“Medienmann des Jahres”), zuständig, doch Abwicklung, Technik und Dispo kommt vom Quality Channel, dem Online-Vermarkter des Spiegel Verlags.

Ganz groß geschrieben werden bei meedia Zahlen: Reichweiten, Auflagen, Clicks und quantitative Analysen auf Tod und Teufel. Und da ich selten Radiospots oder Zeitungsanzeigen schalte, wird meedia – nicht zuletzt wegen der fehlenden RSS Subfeeds für die einzelnen Channels – wohl nicht meiner neuer Informationshub, auch wenn das Design des Video Channels recht gut gelungen ist.

Für die digitale Zahlenkrämerei hat sich Herr Manthey übrigens den Popkulturjunkie geholt, der als Mister Analyzer bloggt. Ich frag mich, ob er die Zahlen auch so willkürlich “korrigiert” wie bei seinen deutschen Blogcharts*… also ich hätt mich da eher an die Blogpiraten gewandt.


*) Dort stehe ich skurrilerweise mit angeblich nur 225 Trackbacks auf Platz 77. Warum? Das weiß nur der Herausgeber, der Transparenz vorzugsweise mit kleinem “t” schreibt.

Von Wunschszenarien und harten Realitäten

residentmagEine weitere Diskussionsrunde zum Thema Online-Musikvertrieb – die Redaktion des resident drum’n’bass mag lud eine illustre Runde zu wilden Spekulationen ein – ich hatte die Ehre und das Vergnügen, den Round Table aus Musikern, Labelmanagern und Distributionsexperten zu moderieren. Der Text erscheint in der kommenden resident-Ausgabe, datenschmutz LeserInnen sind natürlich wie immer früher informiert…
Die Zeiten waren immer schon hart, und wir waren stets härter. Doch während die ehemaligen Piraten der Weltmeere kein Königreich zu Fall brachten, sondern lediglich den Staatssäckel lästig piesackten, tun die modernen digitalen Musik-Kopieranten der von ihnen angeblich so geschätzten Kunstform ein Übel an – oder versetzen ihr gar den Todesstoß, darf man den drastischsten Ausführungen der Major Labels glauben.
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Neuer Minimal Club: mal lang feiern

psstAm Badeschiff heißt’s ab April pssst! – es wird gefeiert, und zwar lang und ausgiebig: also fast wie in einer “richtigen” Großstadt. Das K35 Kreativ hat nämlich einen Ring geschmiedet: sie alle zu finden, aufs Badeschiff zu treiben und ewig zu binden. Oder zumindest 14 Stunden lang.

Alle Minimal-Techno DJs und Produzenten zur Abwechslung mal an einem Platz versammeln, so lautet der Plan von Felix und Dietmar, im auch bekannt als K35 aka pssst!, und der wird nun Anfang kommenden Monats erstmals in die Tat umgesetzt. Als Ort des Geschehens fungiert das Badeschiff am Wiener Donaukanal (ungefähr Höhe Schwedenplatz). Auf drei Floors – Laderaum, Hauptdeck und Susihaus – wird Freitag und Samstag jeweils 14 Stunden gefeiert werden können, genau genommen von 22 Uhr abends bis zum Mittagsläuten des Folgetags.

Piloten ist bekanntlich nix verboten, und Matrosen haben die Hosen – an, was Sperrstunden betrifft. Schließlich gilt ja fast schon internationales Seerecht, vor (Musik)Piratenangriffen muss man aber höchsten am Dancefloor Angst haben. Und anderem im DJ-Pool schwimmend: Bertl Gollini, Patrick Pulsinger, Ickemicke-Baumann, Wurstsalon’s very own Friedrich Locke, Tina 303 und viele weitere fröhliche Beat-Animateure. Das Line-Up der Premierenfeier sieht folgendermaßen aus:

  • hosted by willFling & Leiter (K35, pssst!)
  • Franz “Jazzin” Otto (PLAY.FM)
  • max lindner + flo scheibein (stadtparkmusik)
  • Ken Hayakawa (Flex, Liga Elektronika, Vekton)
  • Maeximilianâ„¢ [Eisler Studio]
  • friedrich locke (wurstsalon)
  • Tom Braider (eclectic, mybeat)
  • crazy sonic (flex schallplatten / crazy)
  • thomas grün + philipp blecha (movimiento / club pompadour)
  • Smacs & Patrick Kong (Flexschallplatten/Club 7/Klanggut Rec.)
  • tina 303 (fm4 laboumdeluxe, muellerecords)
  • chris esycho (soundframe, can´t mix won´t mix)
  • irriadiation (temp~records/mir music/backlab)
  • flow_budget & evaluation (susiklub)
  • slack hippy (fm4 laboumdeluxe, dogsbollocks)
  • baumann (icke micke)
  • dj nice (karat, frankreich)
  • DJ 3Volt (Cheap Records/FM4 La Boum Deluxe)
  • fritz plöckinger (black market)
  • umberto gollini (vienna wildstyle)
  • patrick pulsinger (cheap)

Million Dollar Wiki: Ich habe gewonnen!

mdwNicht die Million Dollar, die Projekt-Gründer Graham ursprünglich verdienen wollte: dafür aber eine Gratis-Seite auf einem der smarteren Online-Marketing Projekte der letzten Jahre. Blog Money lautet der Begriff, den ich mir ausgesucht habe, und diese Seite gehört mir nun für die nächsten fünfzehn Jahre. Auch wenn Graham mittlerweile schon wieder plant, das komplette Wiki mit 8.000 Kunden via Online-Auktion zu verkaufen.

Die betreffende Seite hab ich deshalb gewählt, weil ich mal wissen wollte, wie’s im en-sprachigen Internet so mit dem Blogs-und-Geld-Verdienen Traffic aussieht, allerdings hatte ich bisher so gut wie keine Zeit, mich um die Page zu kümmern und ordentliche Inhalte online zu stellen – aber die Idee finde ich prinzipiell klasse, und immerhin hat der Gründer damit bereits 100.000 Dollar verdient – nicht die allerschlechteste Bilanz für ein Monat Nettoarbeitszeit. Wir kennen das ja von der Million Pixel Homepage – ein Wiki nach derselben Systematik bietet natürlich eine Menge zusätzlicher Vorteile.

Wie funktioniert’s?

Wer eine Seite am Wiki sein eigen nennen möchte, sucht sich einen freien Begriff aus und bezahlt via Google Checkout 100 Dollar. Anschließend kann die eigene Seite beliebig editiert und mit Texten, Bildern und Links befüllt werden. Das Kontingent ist auf insgesamt 10.000 Seiten limitiert, und Graham garantiert, dass das Wiki mindestens 15 Jahre lang online bleiben wird. Das bedeutet, die jährliche Seitenmiete beträgt 6,66 Dollar oder weniger als 0,5 Euro pro Monat. Nun gut, werden sich einige fragen, warum sollte ich mir um 100 Dollar eine Seite kaufen, wo doch an allen Ecken und Enden Gratis-Webspace-Provider auf nicht zahlende Kundschaft warten?

Warum eine Seite kaufen?

…wo’s doch an allen Ecken und Enden des Netzes gratis Webspaces gibt… und Wikis. Nun, in erster Linie deshalb, weil der Betreiber bemüht ist, das ganz Ding ordentlich zu verlinken, SEO-tauglich zu machen und vor allem werbefrei für einen längeren Zeitraum unverändert im Netz stehen zu lassen – bis jetzt haben sich solche long-term Investments in gute Rankings so gut wie immer ausgezahlt. Bezieht man die Gesamtlebensdauer der Seite ein, so kostet die monatliche Miete so gut wie nix.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ebenfalls eine Seite im Million Dollar Wiki zuzulegen, kann natürlich gerne meinen Affiliate-Code “ritchie” verwenden und damit fünf Dollar sparen:

Ritchie,
You also might want to mention that I am going to start promoting heavily in German, as well as other languages, so this is the perfect time to buy
words in German because almost none of them are taken.

And: Your affiliate code has been activated.
Your code is: ritchie
This code will give customers a $5 discount off their page. Good luck and please remember that the sale must be processed through
Google Checkout to use the promo code.

Cheers,
Graham

Million Euro Wiki

Manchmal kopieren Leudde einfach unverschämt irgendwelche Seiten. Die deutschen Piraten Blogcharts etwa haben jede Menge Nachahmer gefunden, und im Zeitalter des copy-paste Pragmatismus muss das Plagiat endlich seinen schurkischen Nimbus verlieren. Dachten sich die Macher des Million Euro Wiki und klonten wie ein Genlabor. Am Resultat gehört mir ebenfalls die Seite Blog Money. Das europäische Pendant wird mit unvorstellbarem Elan betrieben, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der aktuellste Beitrag am Projektblog vom 7.12. stammt – und der davor vom 26.10.. Bei soviel Enthusiasmus ist’s kein Wunder, dass noch keine 1000 Seiten über die virtuelle Ladentheke wanderten. Irgendwann war da auch mal die Rede von einem Gewinnspiel, aber seitdem hat das MEW auch schon mindestens einmal den Besitzer gewechselt… das Million Dollar Bizznizz ist eben kurzlebig und gnadenlos :twisted:

Hochinteressanter Mica-Job zu vergeben

micaDas mica (Music Information Center Austria) hat einen hochinteressanten Job ausgeschrieben – wer sich für digitale Musikdistribution und Didaktik interessiert, sollte definitiv einen näheren Blick aufs Jobprofil werfen: gesucht wird ein/e ExpertIn für digitale Musikwirtschaft. Finanziert wird die Stelle mit EU-Geldern, vorerst ist der Job auf ein Jahr befristet.

Die Bewerbungsfrist endet am 7.1.2008 – und wenn ich nicht zu 120% mit mindestens ebenso spannenden Projekten ausgelastet wäre, würd ich mich sofort dort bewerben. Mein erster Fulltime-Job war die Betreuung der (leider) längst nicht mehr existierenden österreichischen Musikplattform mp3.lion.cc, und seit damals hat das Thema meinen Interessensfokus nie mehr verlassen – Online-Musikwirtschaft ist und bleibt (auch im Web 2.0) ein hochspannender, dynamischer Bereich: und während der Diskurs der letzten Jahre vor allem geprägt war von IFPI-Panikmache und Piratenjagden, beginnen die ersten Online-Geschäftsmodelle inzwischen tatsächlich zu funktionieren. Über dieses Thema werde ich in Zukunft auch regelmäßig hier am Blog und bei SRA berichten – quasi ein Comeback meiner ersten Online-Publikation d-news.

Aber zurück zum Thema – den/die gesuchte/n ExpertIn erwartet ein vielfältiger Aufgabenbereich, hier die zugehörige Job-Description:

mica – music austria ist ein von der Republik Österreich gegründeter gemeinnütziger Kulturverein, der über alle Sparten zeitgenössischer Musik informiert und Musikschaffende und Multiplikatoren in berufspraktischen Fragen begleitet. Wir suchen im Rahmen eines von der EU geförderten Projektes ab sofort einen Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin (40 Wochenstunden, vorerst befristet auf 1 Jahr) für die Stelle:

ExpertIn für digitale Musikwirtschaft
mit folgendem Anforderungsprofil:

  • Kenntnis des Musikgeschäfts und der dessen Mechanismen
  • Erfahrung im Medienjournalismus, gute Ausdrucksfähigkeit in englischer
  • und deutscher Sprache

  • Selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten
  • Analytisches Denken, methodische Vorgangsweise
  • Erfahrung im Projektmanagement, Kenntnis der gängigen Hilfsmittel
  • Belastbarkeit und Teamfähigkeit
  • Idealerweise: Erfahrung bei der inhaltlichen Gestaltung von Workshops
  • und Lehrmaterialien.

Ihr Aufgabenbereich umfasst unter anderem:

  • Die Weiterentwicklung einer Wissensbasis zum digitalen Musikgeschäft:
  • Monitoring, Recherchen, Kommunikation mit FachexpertInnen

  • Die zentrale Redaktion für ein Online-Magazin: Koordination der
  • Projektpartner, Lektorat, Qualitätskontrolle

  • Die Durchführung von Workshops
  • Die Erstellung eines Curriculums und von Lehrmaterialien für eine
  • Ausbildung zum digitalen Musikmanager sowie

  • Die inhaltliche Unterstützung bei der Anbahnung von Kooperationen mit
  • Forschungs- und Bildungseinrichtungen

Neugierig geworden? Interessierte potentielle ExpertInnen richten Ihre (aussagekräftige, nona) Bewerbung bis zum 7. Jänner an:

bewerbung [at] mica.at
oder per Post an: mica – music austria, Stiftgasse 29, 1070 Wien

Blog-Chartereien

blogchartsNexuslex hat eine umfangreiche Liste diverser Blogcharts und -toplisten zusammengestellt. Die infamösen Vergleichslisten, mal mit mehr, mal mit weniger Background sind ja bekanntlich ein permanenter Stein des Anstoßes, oder freundlich formuliert: permanentes Work-in-Progress. Oder perpetual beta, wie’s im Web 2.0 Kontext so schön heißt. Und damit natürlich extrem medienadäquat, auch wenn die Rückführung des Streites um des Trackbacks Bart (Echt? Nur mit Gütesiegel!) auf konsensuale Moralwerte ein a priori zum Scheitern verurteiltes Unterfangen darstellt…

Das schmälert aber keineswegs meine Freude über meinen Lieblingschartplatz auf Wikio, dort bin ich nämlich just während ich diesen Artikel verfasst auf der 33 gelandet.

Das Bloggeramt listet mich gar auf Platz 9, bei den Topblogs.de steht d/s mit Platz 19 auch noch knapp in den Top Twenty. Dafür bleib ich bei den German Top 50 Blogs (hübsches Design!), bei den Top 100 Business Blogs und beim Blogcounter Schwanzvergleich komplett außen vor. Also alles relativ? Nein, natürlich nicht: die einzige, wahre und letztgültige Wertung gibt’s natürlich nur bei den Deutschen Piraten Blogcharts, wo ich derzeit Platz 27 (bzw. 3hoch3) okkupiere.

Mein akut gestiegenes Interesse an Hitparaden hat übrigens einen Grund, der voraussichtlich Mitte Dezember erstmals in einer Sneak Preview gezeigt wird. Ich kann nur soviel verraten: Wissen belastet, Helge, Comdao, Blögger und datenschmutz haben eine kleine Überraschung für die blog-interessierte .at-Öffentlichkeit; mehr dazu asap.

Der Journaille misstrauen

Lanu hat die Liste der ersten echten deutschen Blogger zusammengestellt. Echt bezieht sich in diesem Fall anders als bei Bio-Nahrung nicht auf die heilige Dreifaltigkeit kernig-heimatlich-rustikal, sondern die Autorin vertritt die These, dass jemand, der (auch) anderweitig harte Dollars und/oder Euros mit dem Aneinanderreihen von Buchstaben verdient, kein/e BloggerIn sein kann:

Da die deutschen Blogcharts immer mehr von Journalisten unterwandert werden, die ja bekanntlich keine Blogger sind, sehe ich mich gezwungen, in Kürze die echten deutschen Bloggercharts herauszugeben.

Interessante Idee – und ein gutes Beispiel für Old vs. Newschool bzw. für die völlig unterschiedlichen Konzepte, die hinter dem Begriff Weblog stehen: für manche sind Blogs eben private und vor allem nichtkommerzielle, nicht professionelle Webseiten, während andere darin einfach nur täglich aktualisierte Webmedien sehen. Und spätestens seit Erfolgsstories wie Techcrunch dürfte klar sein, dass Problogs längst fixer Bestandteil im Medienmix sind. Aber warum ich rausgefallen bin, verstehe ich nicht: zumal ich ja Journalist und Werbeheini bin, hebt sich denn das nicht gegenseitig auf?

Übrigens: die neue Ausgabe der dbc ist ebenfalls draußen und Jens wundert sich über Zeitbudgets:

Es ist manchmal absolut unfassbar, mit welchen Dingen manche Leute ihre Zeit vertrödeln. [...] Wie gesagt: ich habe keine Ahnung, warum jemand so viel Energie und Zeit ver(sch)wendet, [...]

Da kann ich nur sagen: think out of the box! Es ist unfassbar, über welches Thema manche Leute ihre Dissertation schreiben.


Fotocredits: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Blogistan Panoptikum Woche 44 2k7

Die neuen Ausgaben der deutschen Blog Charts bin ich einmal auf Platz 35 und einmal auf 60 gelandet; seit mehreren Monaten erstmals wieder haben die Top 100 insgesamt wieder mal an Links gewonnen, wie Robert schreibt. Markus Pircher hat sich ebenfalls Gedanken zum Thema Toplisten gemacht – Tenor:

Glaubwürdigkeit und Vertrauen erwirbt man sich nur durch Transparenz.

Dem möchte ich hinzufügen: oder durch den Anschein von Transparenz… denn die liegt auch bei Blogs immer im Auge des Betrachters.

Der Stern lässt sich lumpen

Die 10hoch2 Reporter sind die Social Newsplattform des Stern, die von uns unter dem Motto 15 Piraten gegen 1000 Reporter recht früh geentert wurde. Nun fragt der Stern um die Meinung der p.t. Nutzerschaft:

Unter allen tausendreportern, die uns Ihre Meinung bis zum 11.11.07 senden, verlosen wir einen Trust SP-2993BI Radiowecker
für Ihren iPod. Die Dockingstation kann als Lautersprecher, Wecker und Radiowecker genutzt werden – und den iPod gleichzeitig noch aufladen.

Bräuchte man nur noch einen ipod, damit eine Beteiligung an der Umfrage auch Sinn macht – es soll ja nach wie vor Musikhörer geben, die keine erklärten Fans von Apples Vision eines tragbaren Players sind.

Photoshop Video-Tutorial

Phlow weist auf kostenlose Photoshop-Videolektionen hin, die der Galileo Verlag online gestellt hat – vor allem für PS-Einsteiger eine tolle und didaktisch gelungen aufbereitete Einführung in die wichtigsten Grund-Techniken der digitalen Fotobearbeitung.

Yoda goes Podcast

In dieser Woche stellte Yoda sein Podcast-Debut online – es handelt sich um seinen ersten Versuch mit Garage Band. Besonders gut gefällt mir die Musikauswahl – und das Hochdeutsch am Ende wär gar nicht nötig gewesen, ich bilde mir ein, alles bestens verstanden zu haben. (Es geht doch um die Herstellung von Alpenkräutermarmelade, oder?)

RSS Biachl ( = österr. für “Buch”)

Wie ich bei Yannick gelesen habe, veröffentlichte Nico Zorn dieser Tage ein kostenloses eBook zum Thema E-Mail und RSS-Marketing. Den Download-Link bekommt man nach Eingabe einer E-Mail Adresse (soviel zum Thema *fg*), wer seine Real-Life Wohnadresse hinterlässt und den Newsletter abonniert, hat die Chance auf eines von 50 Verlosungsexemplaren der gedruckten Version.

Facebook wirbt personalisiert

Die amerikanische Social-Plattform stellte vergangene Woche ihr neues Werbeprogramm vor. Wie Heise berichtet, soll Facebook Ads genau auf die demographischen Daten des Users zugeschnittene Werbung einblenden. Mit Microsoft, eBay, Coca Cola und Sony sind etliche große Werbebudget-Fische mit an Bord. Außerdem wird’s zukünftig virtuelle Filialen diverser Brands geben:

Außerdem können bei Facebook die Unternehmen künftig eigene Seiten aufbauen, geht aus einer Mitteilung hervor. Wie die bisherigen Facebook-Mitglieder sollen die Unternehmen ihre Präsenzen mit Inhalten wie Texte, Fotos, Videos und Musik befüllen können. Die Facebook-Mitglieder können sich als “Fan eines Unternehmens” outen und zum Beispiel als “Social Ads” auch ihre Freunde automatisch über ihre Einkäufe auf dem Laufenden halten.

Trigami-Überlegungen

Goggi stellt anlässlich einer misslungenen Rezensions-Schnorr-Aktion einige sehr interessante Fragen zum Thema “Zukunft bezahlter Blogeinträge”. In erster Linie geht’s dabei um die Preisgestaltung:

Die bisherige Praxis ist die, dass der Kunde den Preis eines Blogs erst erfährt, nachdem sich der Blogger beworben hat. Das muss sich ändern. Der zahlende Kunde muss sich im Klaren sein, worauf er sich finanziell einlässt und dass er mit einem Budget von 500 Euro nicht 100.000 Leser erreicht wird.

Diesen Vorschlag halte ich für hochgradig sinnvoll – natürlich ist der Markt recht neu und die Preise müssen sich erst einspielen; dass Trigami konsequent gegenseitiges “Unterbieten” verhindert, halte ich für sehr sinnvoll – und 100 Euro für eine sorgfältig recherchierte Rezension oder einen Testbericht sind im Vergleich zu professionellen Usability-Tests und PR-Aktionen immer noch eine Okkasion.

Projekte in der Pipeline

Auf Englisch könnt ich jetzt schreiben: “I’m very excited about our new projects in the pipeline”, aber in Tschörmänn klingt “Ich bin sehr aufgeregt über unsere neuen Projekte in der Ölleitung” eigenartig – aber wie auch immer: da kommt einiges in den nächsten Wochen und Monaten… Genaueres kann ich derzeit noch nicht verraten, aber ein paar kryptische Anmerkungen sollen an dieser Stelle dennoch folgen.

Gestern haben Bernd und ich unseren Antrag für die Lifestyle Advertising Förderung eingereicht – was wir vorhaben, ist für nicht ganz Innenstehende mit Sicherheit schwierig nachzuvollziehen, aber jedenfalls sitzt Mario Sixtus in der Jury, dem dürfte gleich mal klar sein, was wir vorhaben… ich rechne ja nicht ernsthaft damit, dass ein Geldregen über uns ausgeschüttet wird, aber es würde den Bau unserer Plattform, die wir ohnehin launchen werden, doch gravierend beschleunigen. Momentan herrscht ja eine recht erhitztes Diskussionsklima zum Thema “Web 2.0 Werbeformen” – ich denk, uns sind da ein paar auf gut Wienerisch “Schmähs” eingefallen, die in dieser Kombination hohen Novitätswert haben. Naja, mal gucken.

Wenn sich die schreckliche Streitmacht der Blogpiraten mit Blögger auf ein Packerl haut, dann erzittert deutsch-Blogistan, idealerweise vor lauter Vorfreude. Yup, wir haben da was in der Schublade, immerhin haben uns die Deutschen Blogcharts durchaus auf den Geschmack gebracht. Mehr in Bewegtbild, Word und XML voraussichtlich Anfang nächsten Jahres, vielleicht gibt’s aber auch schon im Dezember eine Sneak Preview – datenschmutz LeserInnen erfahren’s garantiert als erste. Und Wissen belastet Abonnentinnen natürlich auch.

Yes, I know, das klingt alles ein wenig nebulös, aber gute Dramaturgien leben ja bekanntlich davon, dass man nicht genau weiß, was als nächstes passiert. Jedenfalls wollt ich an dieser Stelle mal ganz offiziell was loswerden: thx an alle die konspirativ-kooperativen BloggerInnen da draußen. Nach vielen Semestern FT- und Uni-Unterricht und wiederholtem Theoretisieren über Netzkultur und Online-Kollaboration bin ich immer noch schlichtweg böse geflasht (wie wir Hip Hopper sagen) von einer ganzen Reihe extrem erfreulicher und produktiver Online-Bekanntschaften. You know who you are, let’s take this shit to the next level!

In diesem Sinne hier die aktuelle Folge des Elektrischen Reporters: Boing-Boinger Cory Doctorow spricht über Science Fiction, Netzkultur, Privatsphäre und Blogmonetarisierung. Schönes Zitat:

I think that it (Kritik an Blogwerbung) focusses on the wrong aspect of what makes blogging distinctive. The thing that makes blogging distinctive isn’t its non-commerciality, but the way that influences the subject matters of a blog.

Full akk, Captain D.!

Pagerank Abstrafungsrunde: Google schlägt rundum

googleIch hätt ja was geschrieben zur aktuellen PR-Abstrafungsrunde. Aber SEO Scene hat die zentralen Punkte so präzise zusammengefasst, dass ich mir einfach mal ein etwas ausführlicheres Zitat als üblich erlaube:

Google greift also manuell ein und führt seinen eigenen Algorithmus – auf dem Googles Erfolg als Suchmaschine basiert! – ad absurdum. Gleichzeitig versucht Google dadurch, das Finanzierungsmodell des Linkverkaufs zu zerschlagen. Hier hatte ich schon an anderer Stelle geschrieben, dass beispielsweise viele Seiten von Open Source Projekten Links verkaufen und vor allem dadurch die hohen Serverkosten decken können. Durch diese Abstrafung entzieht uns Google also die Existenzgrundlage! Ist diese Tragweite überhaupt irgend jemandem klar? Kann in diesem Kontext wirklich noch jemand glauben, dass Google “nicht böse” sein will?

Es gibt nur noch ein Modell, das man dann relativ einfach fahren kann: Adsense. Wer betreibt Adsense? Google. Dies bedeutet, dass Google seine Marktposition ausnutzt, um als einziger Linkverkäufer attraktiv zu sein. Mich würde interessieren, wie dieses Vorgehen von Anwälten aus dem Wettbewerbsrecht fachlich eingeschätzt wird.

Heises telepolis, für die ich in der Vergangenheit öfter mal geschrieben hab, hat’s also auch erwischt. Die kurzfristig wegfallenden Einnahmen durch Linkvermietung mögen allenfalls ärgerlich sein, aber was tut Google sich mittelfristig selbst an, wenn solche Institutionen wie das älteste deutschsprachige Netzkultur-Magazin manuell herabgesetzt werden? Falls nur der PR in Mitleidenschaft gezogen wird, richtet sich der Schlag bloß gegen Linkverkäufer wie Linklift und Co., sollte die Abstrafung aber auch Auswirkungen auf die SERPs haben, dann bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als dass Google sein eigenen Core-Businessmodell – nämlich die jeweils relevantesten Suchergebnisse möglichst weit vorne anzuzeigen – zerstört. Und das fände ich wieder äußerst positiv, denn eine solche Situation schüfe? Markteintrittschancen für die Konkurrenz.

Zweifellos war die Google-Idee, vom Full-Service Portal wegzugehen hin zu einer minimalistischen Suchbox, vor 10 Jahren revolutionär. Ich glaube aber erstens weder, dass im Web 2.0 die G-Suche in ihrer jetzigen Form der Weisheit letzter Schluss ist, noch halte ich es zweitens in irgendeiner Art und Weise für gesund oder wünschenswert, wenn eine einzige Firma ganz allein die Spielregeln eines kompletten Marktes festlegt. Und drittens fuckt Google alle aufgekauften Services langsam aber sicher ab: weder bei Blogger noch bei Feedburner noch bei Analytics geht irgendwas weiter: scheint ganz so, als wär da jemand dabei, sich ordentlich zu “zersprageln”, wie wir in .at sagen.

Stark verwundert bin ich in diesem Kontext durchaus über F!XMBRs Meinung im Hinblick auf trigami:

Die Trigami-Blogger scheint es auch erwischt zu haben. Der Journalist und Optimist ist allem Anschein nach von 2 auf 0 gefallen, caschy hat nur noch einen PR von 3 und der Live-PR vom Upload-Magazin zeigt auch einen kommenden Abfall auf 3. Ich sage dazu mal nichts weiter – gewarnt wurde vorher lange genug und auch Google selbst hat diesen Schritt angekündigt.

Weder gibt trigami Linktexte vor noch geht’s dabei um SEO: ich verstehe ganz ehrlich gesagt nicht, warum man es gut findet, wenn Google bezahlte Rezensionen auf Blogs verbietet. Nehmen wir mal an, die Welt der Printmedien wäre ebenso monopolisiert wie die Online Suche und ein einziger Anbieter verbietet sämtlichen Zeitschriften, Werbung zu schalten – außer über die eigene Agentur. Alle würden aufschreiben und “Kartellrecht” rufen. Wenn Google Rezensionen auf Blogs verbietet und *nur* Adsense zulässt, dann schwappt die braune Suppe endgültig über, metaphorisch gesprochen. Wie man eine solche Marktdominanz begrüßen kann, erschließt sich mir nicht.

datenschmutz ist von dem aktuellen Update nicht direkt betroffen, die Seite bekam bereits vor vier Wochen einen PR-Dämpfer von fünf auf vier. Dass die letzten zwei Tage PR3 angezeigt wurde, lag wohl an dem altbekannten “Google Dance” während des Updatens der einzelnen Datacenter. Dennoch:

  • Ich hab trigami Rezensionen geschrieben. Das werd ich auch weiterhin tun, warum, habe ich hier ausführlich erklärt.
  • Google hat mich als Linkverkäufer eingestuft – immerhin berichte ich regelmäßig über alle neuen Linkmiet-Plattformen.
  • Google unsere Blogketten- und Piraten-Aktionen nicht.
  • Google findet meine Berichterstattung über Google nicht gut. (Für alle, die jetzt rufen: “Maßlose Selbstüberschätzung, alter Schwede!” hier eine kleine Anekdote: mein Bericht über unsere gap-Diskussion zum Big G – Der Google Zauberbesen – führte zu einem Anruf von Google Europa in der gap-Redaktion: warum wir denn keinen Vertreter von Google Österreich eingeladen hätten, lautete die Frage. Hatten wir, aber kein österreichischer Firmenvertreter wollte kommen, gefragt hätten wir durchaus – soviel zum Thema “Unterm Radar durchfliegen”.)

Da d/s zu den meistgelesenen österreichischen Blogs gehört, eine mittlerweise phatte ungefakte Technorati-Authority besitzt und ausreichend starke Backlinks hält sich der Schaden in infinitesimal engen Grenzen. Warum genau ich von vier auf fünf gefallen bin, werde ich mit Sicherheit nie erfahren – denn auskunftsfreudig war Big G noch nie. Jedenfalls bin ich in dem Zusammenhang heilfroh, dass mittlerweile nur mehr weit unter 40% meiner Besucher über besagte Suchmaschinen eintrudeln – Google can’t kill me. But sooner or later, Google will eat itself. :mrgreen:

Subvertandprofit.com manipuliert wieder

subvertandprofitEiner der längsten Serverumzüge ging heute zu Ende: die Social Media Manipulations-Plattform Subvertandprofit.com (siehe auch: Social Media als Geldquelle), hat ihren Betrieb nach über einem Monat wieder aufgenommen. Seit vergangenem können Auftraggeber wieder Kampagnen anlegen und die sogenannten Agents mit Digg- und Stumble-Votes ein paar Cent verdienen.

Subvertandprofit macht sich die Überschaubarkeit der Social Media Portale zu Nutze: selbst bei Digg, dem größten us-amerikanischen IT-News Aggregator, reichen rund 100 Stimmen locker aus, um für einen Tag lang die Startseite zu erreichen. Einen Dollar verlangen die Betreiber pro eingekaufter Stimme.

Wer sich auf der Plattform als Agent registriert, erhält regelmäßig Aufträge via E-Mail. Pro derartigem Task muss für vier bis fünf Stories gevotet werden, eine solche Runde zahlt 50 Cent an Provision. Um die manipulativen Absichten besser zu verschleiern, kombiniert s&v die bezahlte Stimme mit Zufallsstories – meistens ist allerdings recht klar ersichtlich, für welchen Beitrag bezahlt wurde.

Reich wird damit wohl niemand, trotzdem gefällt mir die Idee grundsätzlich sehr gut, da sie deutlicher als jede unter dem Wahrnehmungsradar dahinfliegende Viral-Kampagne klar macht, wie leicht sich jene Strukturen, die Apologeten des Crowdsourcing zu Unrecht als legitime Nachfolger redaktioneller Filterung betrachten, eigentlich manipulieren lassen: marktgetriebene Subversion, ein durchwegs neues Web 2.0 Phänomen!

Die Aktionen der Blogpiraten funktionieren nach ganz ähnlichem Muster, mit einem beträchtlichen Unterschied: wir verdienen nix an den Votes, sondern ziehen unsere Voting-Runden einfach nur aus Spaß an der Sache durch – teilnehmende Feldforschung in Sachen Social Media Manipulation, sozusagen. Trotzdem tippe ich stark darauf, dass früher oder später der ersten Subvertandprofit.com Klon für den deutschsprachigen Markt auftaucht: Yigg, Webnews und Mister Wong wären jedenfalls lohnende Ziele – die Applikation selbst ist vergleichsweise simpel gestrickt. Eine einfache Auftragsverwaltung, ein De-Referrer hier, ein Abfragescript dort, und fertig wär manipulierenundprofitieren.de…

Subvertandprofit.com – zur Registrierung

Gratis T-Shirt für schnelle Schnorrer

Vistaprint gehört nicht gerade zu den aller-zurückhaltendsten Firmen, was Online-Marketing betrifft. Manche Kunden bevorzugen ja durchwegs dezentere virtuelle Verkaufsumgebungen, ich freu mich über die permanenten Gratis-Gadgets. Die Jäger- und Sammler-Vergangenheit schlägt eben manchmal durch, ganz speziell wenn Vistaprint ein Gratis T-Shirt ohne Haken (und Ösen) anbietet. Nix peinliches mit Firmenloge, sondern beliebig anpassbar.

Gratis T-ShirtDer britische Digitaldrucker bannt Wunschmotive nämlich neuerdings auch auf Textilien, und um zukünftige Kunden von der Qualität des Stoffs und des Verfahrens zu überzeugen, greift man zum Vistaprint-typischen Werbemittel: get one for free. Das Shirt-Rohmaterial ist zum Glück kein Billigmüll, der nach erstmaligem Waschen jegliche Form verliert, ganz im Gegenteil: die Ware liefert der renommierte Hersteller Hanes, verfügbar sind die gepimpten Shirts in den Größen S, M, L, XL und XXL sowie in verschiedenen Grundfarben. Das nebenstehende Piraten-Exemplar hab ich mir auf die Schnelle zusammengeklickt und testweise bestellt – der Editor funktioniert sehr gut, beim Gratisangebot sind Farbdruck und Vorderseite inkludiert, wer seinen Rücken schmücken oder eine andere Shirtfarbe als weiß oder grau will, müsste einen kleinen Aufpreis zahlen; darauf hab ich verzichtet. Wer unter den angebotenen Standard-Motiven kein passendes Design findet, kann auch eigene Bilder hochladen. Mit “langsamen Versand” kostet mich das einseitig bedruckte T-Shirt lediglich EUR 4,70, die Vistaprint für den Transport nach Österreich berechnet; das dauert bis zu 21 Tage, wenn’s eilt, empfiehlt sich die Option Eilpost für 5,89 Euro mit 7 Tagen Lieferfrist.

Vistaprint sind bekanntlich die Meister des Upselling – einem Haftnotizblock im passenden Design mit Piratenkopf drauf konnte ich diesmal in der Tat nicht widerstehen, dafür waren nochmal EUR 4,49 fällig. Macht insgesamt 7,72 Euro für ein bedrucktes Hanes T-Shirt und einen custom Haftnotizenblock: das nenn ich durchaus ein Schnäppchen… zur Gratis-T-Shirt Promo geht’s über den folgenden Banner:

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