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	<title>datenschmutz &#187; Pixelwelten</title>
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	<description>Ritchie Blogfried Pettauers Weblog</description>
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		<item>
		<title>Gigapixel-Fotografie: höher aufgelöste Wirklichkeiten</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2007-09/gigapixel-fotografie-hoeher-aufgeloeste-wirklichkeiten/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 13:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Foto-Streaming Technologien und Gigapixel-Fotografie eröffnen dem menschlichen Auge völlig neue Pixelwelten: vom hochauflösenden Stadtpanorma bis zur detailgetreuen Online-Darstellung eines Deckenfrescos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vermessung nicht nur der virtuellen Welt schreitet unaufhörlich voran, doch das alte Kartographengesetz hat nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt: eine Karte, welche alle Details der von ihr dargestellten Landschaft wiedergibt, müßte genau so groß sein wie die Landschaft selbst. In Zeiten von Gigapixel–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/fotografie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Fotografie">Fotografie</a> und stufenlosen Zooms bezieht sich Größe allerdings nicht mehr auf die Ausdehnung, sondern bloß auf die zur Verfügung stehende Datenmenge.</p>
<p>Die Trägermedien haben sich verändert, und zwar sehr zum Vorteil jener, die das Kartenfalten schon immer zutiefst verabscheuten: bei Systemen wie <a href="http://maps.google.com/" class="liexternal">Google Maps</a> bleibt die einzige Beschränkung in der Auflösung die Verfügbarkeit passenden Bildmaterials. Dass da plötzlich bei besonders gelungenen “Schnappschüssen” in der höchsten Zoomstufe an der einen oder anderen Straßenecke plötzlich eine Person identifizierbar wird, stellt die Betreiber derartiger Dienste vor neue Privacy-Herausforderungen, zugleich machen solche virtuellen Globen die Welt auf eine Art betrachtbar, mit der kein Globus mehr mithalten kann. Möglich macht die stufenlose Betrachtung der Welt eine spezielle Image–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/streaming/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Streaming">Streaming</a> Technologie: anstatt die gesamte Datenmenge zu übertragen, werden immer nur die momentan benötigten Ausschnitte von den Servern nachgeladen. Vereinfacht erklärt stellt Google-Maps ein riesiges, auf die Globenform montiertes Foto der Erde dar, in welches der Betrachter hinein zoomt.</p>
<p>Auf dem gleichen Prinzip beruht die Darstellung extrem hoch aufgelöster statischer Bilder im Browser. Eine italienische Firma hat sich auf solche Gigapixel-Schnappschüsse spezialisiert: das ehemals höchstauflösende Foto der Welt wurde im Juni diesen Jahres ins Netz gestellt und besteht aus 9,9 Gigapixeln. <a href="http://haltadefinizione.deagostini.it/" class="liexternal">La Gloria di Sant’Ignazio</a>, ein Deckenfresco des italienischen Künstlers Andrea Pozzo, entstand im Original zwischen 1685 und 1694, die finale Version wurde an einem Tag aus über 1.000 einzelnen Digitalfotos zusammengesetzt und erlaubt stufenloses Zoomen von der Gesamtansicht bis hin zur Oberflächenstruktur des Materials. </p>
<p>Inzwischen investieren zahlreiche Firmen einen beträchtlichen Teil ihrer Forschungsbudgets in derartige Bildtechnologien, denn die Faszination solcher <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/pixelwelten/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Pixelwelten">Pixelwelten</a> ist immens. Der amerikanische Fotograf Gerard Maynard stellte mit Hilfe der Software “Autopano” ein <a href="http://www.harlem-13-gigapixels.com/" class="liexternal">hochauflösendes Panorama</a> des New Yorker Stadtteils Harlem zusammen: innerhalb von rund 2 Stunden entstanden die 2000 Einzelfotos, die das Ausgangsmaterial der datenintensiven Montage bilden. Von der Zentralperspektive zum einzelnen Häuserziegel und wieder zurück kann sich der Betrachter im wahrsten Sinn des Wortes “durch das Bild” bewegen. Ob potentielle Touristen per Stadtpanorama präventiv den Reinigungsgrad der Gehsteige überprüfen oder Kunsthistoriker Remote-Einblicke in Originale erhalten, die möglicherweise mehr Details enthüllen als das bloße Auge: die Gigapixel-Fotografie wird den Umgang mit digitalem Bildmaterial nachhaltig verändern. </p>
<h2 id="toc-mehr-auflsung-fr-bewegtbilder">Mehr Auflösung für Bewegtbilder</h2>
<p>Verströmten die ersten zögerlichen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/video/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with video">Video</a>–Streaming Versuche noch den Breitbildcharme einer Briefmarke, so schicken <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/internet/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Internet">Internet</a>–TV-Sender inzwischen bereits ihre Live-Sendungen bildschirmfüllend über den 01er-Äther. “Auflösung” lautet nun mal eines der magischen Sesam-öffne-Dich Stichwörter der zukünftigen Mediengesellschaft: DVDs, von der Industrie noch vor vergleichsweise sehr kurzer Zeit als Non-Plus Ultra einer heim-cineastischen Filmkultur angepriesen, verlieren ihren Status im Zuge von Nachfolgeformaten wie Blue Ray und Co. quasi in Echtzeit. Schon beklagen Jäger und Sammler das eingebaute Verfallsdatum ihrer mühevoll in Tauschbörsen raubkopierten Filmsammlungen: denn divX-codierte Filme, obwohl qualitativ deutlich besser als  weiland die VHS-Kassette, wirken im Vergleich zu aktuellen Formaten am Flachbildfernseher ganz schön flau. Japanische Wissenschaftler experimentieren mit Auflösungen im Gigapixel-Bereich, die das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges überschreiten — und damit Marschall McLuhans Theorie von heißen und kalten Medien technisch überholen. Denn das Charakteristikum der Bildröhre, so der amerikanische Medienforscher, bestehe in der geringen Menge an Bildinformation: aus einer relativ groben Pixelmatrix und den rund 25 Bildern pro Sekunde müsse der menschliche Wahrnehmungsapparat ja erst das Bewegtbild  in Eigenleistung zusammensetzen. Wenn also demnächst die diversen Flimmerkisten mehr Bildinformationen liefern, als unser Wahrnehmungsapparat aufnehmen und verarbeiten kann, dann zeigt die symbolische Karte womöglich irgendwann mehr Details, als die kartographierte Landschaft je aufwies.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Linklove: Standard verkauft “Power User”</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2007-06/linklove-standard-verkauft-power-user/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jun 2007 06:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Standard-User müssen bezahlen, wenn sie Poweruser sein wollen: gegen Bares gibt's einen Link auf die eigene Seite und einen winzigen Avatar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soll keineswegs heißen, dass der aktive Teil der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/community/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Community">Community</a> nun einem Sklavenhändler gehört. Vielmehr schaltet die Tageszeitung ihren Website-Diskussionsteilnehmern die beliebte “Avatar”-Funktion gegen Extra-Cash frei.</p>
<p>Nicht gerade erfolglos feilt <a href="http://derstandard.at" rel="nofollow" class="liexternal">Der Standard</a> seit Jahren an seiner Webpräsenz: neben zahlreichen Spin-Offs wie diestandard.at sorgt vor allem die rege Community mit vielen Kommentaren für Aktivitäten und Pageviews — und für stetig fließende Werbeeinnahmen. Beim Kommentieren bin ich soeben auf ein Premium-Service gestoßen, das für mich in dieser Form bisher neu ist und eine eigenartige Möglichkeit, ein gut laufendes <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/forum/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Forum">Forum</a> zu monetarisieren, darstellt. Sanft werde ich aufgefordert, mich ganz der Poesie der Power hinzugeben und endlich mein Schwachmatiker-Dasein zu beenden:</p>
<blockquote><p>Werden sie jetzt Power UserIn und geben Sie Ihrer Meinung mehr Platz:</p>
<ul>
<li>Als Power UserIn scheint immer Ihr Logo zu jedem ihrer Beiträge auf.</li>
<li>Auf Wunsch versehen wir auch gerne Ihr Logo mit einem Link auf Ihren Webauftritt.</li>
<li>Sie erhalten auch mehr Platz für Ihre Meinung. Statt den regulären 750 Zeichen stehen Ihnen 1500 Zeichen zur Verfügung. Ihre Kommentare fallen also nicht nur durch Ihr Logo auf, sondern auch durch die Länge Ihrer Beiträge.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Die gute alte Avatarfunktion soll hier als freigeschalten werden, das ganze sieht dann <a href="http://derstandard.at/Corporate/?url=/?id=776429" class="liexternal">so</a> aus. Ausgedehnte <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/pixelwelten/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Pixelwelten">Pixelwelten</a> wird man nicht abbilden können, die Größe des Logos beschränkt sich auf 100 x 20 Pixel. Preislich differenziert die kaufmännische Abteilung der wirtschaftsliberalen Tageszeitung zwischen privat und geschäftlich:</p>
<blockquote><p>Power User Logo normal: EUR 42,- pro Jahr<br />
Power User Logo mit Verlinkungsmöglichkeit: EUR 60,- pro Jahr<br />
Damit sind beliebig viele Beiträge im o.g. Zeitraum abgegolten.<br />
Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt.</p>
<p>Firma EUR 350,- p.a. oder EUR 500,- p.a. mit Link<br />
Kommerzielle Nutzung für <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/marketing/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marketing">Marketing</a>.</p></blockquote>
<p>Dies wirft natürlich gleich eine Reihe von Fragen auf und erstaunt   angesichts der riesigen Zahl an Seiten, auf denen man seine Meinung kundtun kann. Während andere um die Gunst der User buhlen, um diese zu möglichst viel Aktivität zu bewegen, lässt sich Der Standard ein wenig Linklove ganz schön teuer bezahlen.</p>
<p>Auf jedem Blog, auf jedem Forum ist es üblich, beim Kommentieren den eigenen Backlink zu hinterlassen. Diese Seiten leben ja von der Beteiligung: jeder sinnvolle Kommentar erhöht die Attraktivität der Seite, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/web-20/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Web 2.0">Web 2.0</a>–Ökonomie basiert auf der Aggregation von Useraktivitäten. Den umgekehrten Weg zu gehen, bedeutet einerseits, sich seiner Alpha-Stellung sehr sicher zu sein und andererseits eine implizite Zustimmung zum Spammen: denn wenn ich schon EUR 500,- / Jahr für meinen Firmenlink bezahle, was sollte mich dann davon abhalten, möglichst überall einen Beitrag zu posten, egal ob passend oder nicht? Die Redaktion hat sich aber auch hierzu etwas überlegt:</p>
<blockquote><p>derStandard.at behält sich vor, User, deren Website und Postingverhalten gegen die fair use policy von derStandard.at verstoßen, jederzeit zu überprüfen und ohne Angabe von Gründen zu sperren. </p></blockquote>
<p>Das klingt ja fast nach Google… Wenn man sich die aktuellen Diskussionen so ansieht, so sind derzeit freilich kaum Poweruser anzutreffen. Und ob der Link mit “nofollow” oder ohne gesetzt wird, geht aus dem Bestellformular auch nicht hervor. <strong>Ausverkauf</strong> schreien die einen, <strong>innovative Marketingidee</strong> sagen die anderen: ich habe noch keine Meinung zur ganzen Aktion, werde mich mit Postings aber stark zurückhalten. User zweiter Klasse mit beschnittenem Beitragsvolumen mag ich nicht sein.</p>
<p>PS: Wie genau wird eigentlich zwischen “privat” und “Firma” getrennt? Wo fiele zB dieses Blog rein?</p>
<p>PPS: Ein Link auf die Standard-Startseite in diesem Text kostet für Privatpersonen nix, für Tageszeitungen aber EUR 6.000 / Jahr plus Mehrwertssteuer. Bei Interesse können Sie mich gerne kontaktieren.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Web 2.0 — Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2007-02/web-20-internet-fuer-dummies-in-der-neoliberalen-medienwelt-von-werner-reiter/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Feb 2007 15:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Reiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werner Reiter hat fürs gap eine illustre Runde zur Diskussion über die neue Medienwirtschaft eingeladen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image388" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/02/web20.jpg" alt="web20 Web 2.0   Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)" style="float:right; margin-left:6px; margin-bottom:2px;" title="Web 2.0   Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)" /><a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">the gap</a> feiert dieser Tage den 10. Geburtstag. Für das gestern erschienen Jubiläumsheft hat Werner Reiter <a href="http://blog.datenschmutz.net/2007-01/gespraechsrunde-zu-web-20/" class="liinternal">wie berichtet</a> zu einer Diskussion über das Schlagwort <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/web-20/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Web 2.0">Web 2.0</a>, über Copyright, partizipative Medien und neoliberale Märkte eine, wie man so schön sag, illustre Runde eingeladen. Hier nun der aus der Diskussion entstandene Artikel im Volltext. Werner ist damit auch der erste Gastautor auf datenschmutz — viel Vergnügen mit diesem multi-facettierten Text; wir sind beim Diskuttieren natürlich ganz schnell vom 100sten ins 1000ste gekommen, aber lesen Sie selbst:<br />
<span id="more-387"></span> </p>
<p> </p>
<h1 id="toc-werner-reiter-web-2-0-internet-fr-dummies-in-der-neo-liberalen-medienwelt"><small>Werner Reiter</small>: Web 2.0 — <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/internet/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Internet">Internet</a> für Dummies in der neo-liberalen Medienwelt</h1>
<p>erschienen in: <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/the-gap/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with the gap">the gap</a> #73, Februar 2007. Scans des Originalartikels:</p>
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	<!-- Pagination -->
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</div>

<p> </p>
<p><strong>Das gehypte Schlagwort Web 2.0 entzieht sich beharrlich allen Definitionsversuchen und ist trotzdem — oder gerade deswegen — Ausgangspunkt für viele Diskurse um die Verfassung der heutigen Medienwelt und die Rolle der User. the gap beteiligt sich daran und lädt zur Expertenrunde.</strong></p>
<blockquote><p><strong>Die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/diskussionsrunde/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Diskussionsrunde">Diskussionsrunde</a>:</strong></p>
<ul>
<li>Niko Alm, Herausgeber the gap <a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">thegap.at</a></li>
<li>Adrian Dabrowski, Webentwickler und Aktivist bei quintessenz — Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter <a href="http://www.quintessenz.at" class="liexternal">quintessenz.at</a></li>
<li>Frank Hartmann, Dozent für Medienphilosophie an der Uni Wien. Aktuelles Buch: Globale <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/medienkultur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with medienkultur">Medienkultur</a> (WUV-Facultas, Wien 2006) <a href="http://www.medienphilosophie.net" class="liexternal">medienphilosophie.net</a></li>
<li>Gregor Matjan, Zuständig für Trend Exploration und Produktpotenzialanalysen bei mobilkom austria <a href="http://www.mobilkomaustria.com" class="liexternal">mobilkomaustria.at</a></li>
<li>Tassilo Pellegrini, Zentrumsleiter der Semantic Web School, Herausgeber des ersten deutschen Sammelbandes zu semantischen Technologien (Springer 2006). Schwerpunkte: Technikfolgeabschätzung, Marktforschung und Policyanalyse <a href="http://www.semantic-web.at" class="liexternal">semantic-web.at</a></li>
<li>Ritchie Pettauer, Web-Consultant und Journalist (unter anderem the gap), beschäftigt sich praktisch und theoretisch mit Social Media und Web 2.0 Applikationen <a href="http://www.datenschmutz.net" class="liexternal">datenschmutz.net</a></li>
<li>Dieter Rappold, Mitbegründer und Geschäftsführer von knallgrau new media solutions <a href="http://www.knallgrau.at" class="liexternal">knallgrau.at</a></li>
<li>Marie Ringler, Grüne Landtagsabgeordnete in Wien, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kultur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kultur">Kultur</a>- und Technologiesprecherin, bloggt seit 2003 <a href="http://www.marieringler.at" class="liexternal">marieringler.at</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>Ende 2004 stellt Tim O’Reilly, erfolgreicher Herausgeber von Technologiebüchern fest, dass im Internet etliche recht unterschiedliche Pflanzen gewachsen sind, die sich von dem abheben, was das Web bis dato ausgemacht hat: Plattformen für Social Networking, massenhaft genutzte Angebote zur Publikation selbst produzierter Inhalte (Texte, Fotos, Videos…) und einige technologische Neuerungen, die etwa komplexere Anwendungen über Web-Browser nutzbar machen. Insgesamt also Services, die den Anwendern mehr Interaktionsmöglichkeiten bieten. All das wird bei einer Konferenz in einen Topf geworfen und einer von O’Reillys Mitarbeitern erfindet dafür den Begriff Web 2.0. Publizisten, Analysten und Consulter löffeln begierig die Suppe. Große Internet– und Medienunternehmen versuchen, sich die Löwenanteile zu sichern. Dort wo sich viele User tummeln, ist in der Regel ja auch viel Geld zu machen. Spätestens 2006 ist Web 2.0 ein regelrechter Hype und mit dem Erwerb der Videoplattform YouTube um 1,65 Milliarden US Dollar sorgt Google für die größte Finanztransaktion in dem Bereich. Anfang 2007 lädt the gap einige Experten ein, um die Zutaten des Eintopfes zu analysieren und den Gesamtgeschmack zu beurteilen.</p>
<h4 id="toc-web-2-0-oder-das-wesen-des-web-im-jahr-2007">Web 2.0 oder das Wesen des Web im Jahr 2007</h4>
<p>Wie erwartet sorgt schon die Frage nach der Eigendefinition des Begriffes für Kontroversen in der Runde. Während die Pragmatiker und Techniker im Web 2.0 eine evolutionäre Weiterentwicklung des Bestehenden sehen, identifizieren die anderen aus der Makroperspektive einen Paradigmenwechsel, der sich weniger in technischer als vielmehr in inhaltlicher Vernetzung und neuen sozialen Praktiken äußert. Die dritte Fraktion sieht darin nur einen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/marketing/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marketing">Marketing</a>–Hype, der im Grunde nur denen nützt, die Web 2.0 Plattformen als Marktplätze etablieren wollen. Deshalb widmet man sich bald den Diskussionen, die von Web 2.0 ausgehen und lässt den Begriff ohne eindeutige Definition im Raum stehen.</p>
<blockquote><h4 id="toc-zitate-aus-der-diskussion">Zitate aus der Diskussion:</h4>
<p>Es gab viele, die im Web als einer Anwendung des Internet keine optimale Lösung sahen. Nun wird so getan, als gäbe es sie, weil eine light Version da ist. <small>Frank Hartmann über die Web 2.0 Euphorie</small></p>
<p>Die meisten großen Player aus der Zeit des ersten Internet-Booms haben die Entwicklung komplett verschlafen. Nun zahlen sie hohe Beträge, um sich wieder in den Markt einzukaufen. <small>Dieter Rappold über alte und neue Profiteure</small></p>
<p>Die Frage, ob es heute so etwas wie eine nicht-kommerzielle Netzöffentlichkeit gibt, muss ich mit nein beantworten. <small>Marie Ringler über alte Hoffnungen, die enttäuscht wurden</small></p>
<p>Was jetzt mit Web 2.0 Anwendungen passiert, ist der Versuch, Marktplätze zu optimieren. Das trägt dem neoliberalen Gedanken Rechnung, Anbieter und Konsumenten möglichst nah zusammen zu bringen. <small>Gregor Matjan über die Kommerzialisierung des Web</small></p>
<p>Früher war es aus kommerziellen Gründen schwierig zu publizieren. Heute gibt es andere Barrieren, wie etwa die der Menge an veröffentlichen Inhalten, aus der man sich abheben muss. <small>Niko Alm über niedrige Zugangsschwellen für die Publikation</small></p>
<p>Auch wenn die technischen Zugangshürden gesenkt wurden, die Menschen müssen trotzdem erst lernen, mit den neuen Möglichkeiten umzugehen und zu verstehen, was es bedeutet, die Kontrolle über persönliche Daten und Inhalte abzugeben. <small>Adrian Dabrowski über Programmierkenntnisse und Media Literacy</small></p>
<p>Ich würde mir wünschen, dass das Abspielen von CDs immer unkomfortabler wird und dass Windows Vista übelste Datenüberwachung ermöglicht. Vielleicht würde das auch Leute, die mit Open Source nichts am Hut haben, in die Arme von Creative Commons treiben.<small>Ritchie Pettauer über seine Hoffnung, die Industrie werde mit DRM den Bogen überspannen</small></p>
<p>Der User generated Content ist der Marketing-Rohstoff, weil er den Kontext bildet, in dem Marekting wirkt. <small>Tassilo Pellegrini über Marketing auf Web 2.0 Plattformen</small></p></blockquote>
<h4 id="toc-das-web-als-spiegel-der-realen-welt">Das Web als Spiegel der realen Welt</h4>
<p>YouTube und MySpace sind wohl prototypische Web 2.0 Anwendungen: Aus Usersicht geht es um einfach zu bedienende Publikationsmöglichkeiten und Social Networking. Interessant ist aber der ökonomische Blick darauf. YouTube wurde von Google gekauft und MySpace von Rupert Murdochs News Corporation. Google, selbst Betreiber einer Videoplattform, kontrolliert damit mehr als 70% des Online <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/video/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with video">Video</a> Marktes und hat somit eine Monopolstellung erlangt. Gleichzeitig ist Google Suchmaschinenbetreiber und Vorreiter für kontextsensitives Online Marketing und wird deshalb auch hier passende Werbemodelle entwickeln. Dass Murdoch sich um viel Geld bei MySpace eingekauft hat, ist für Rappold ein Beispiel dafür, wie die großen Player die Entwicklungen der letzten Jahre verschlafen haben. Für Ringler offenbart sich das gesamte Dilemma einer Generation, die in Zeiten des ersten Internet-Booms auf die große Befreiung durch eine nicht kommerzorientierte Netzöffentlichkeit gehofft hat: Partizipation ja, aber auf Basis kommerzieller Software und in einem von Marketingbotschaften durchsetzten Umfeld. Das Web ist für Matjan damit zum Abbild und Teil einer neo-liberal verfassten Medienwelt geworden, in der die selben Regeln gelten wie sonst auch.</p>
<h4 id="toc-dabei-sein-ist-pflicht">Dabei sein ist Pflicht</h4>
<p>Regel Nummer 1 scheint zu sein, dass man schlicht und einfach dabei sein muss. Die Online Identität gehört — zumindest bei etwas höher gebildeten jungen Menschen — zum guten Ton und Rappold meint, dass derartige Profile in Zukunft den geschriebenen Lebenslauf ersetzen und ein höheres Maß an Authentizität vermitteln werden. Dass Dabrowski als Datenschützer auf die Missbrauchsmöglichkeiten hinweist, wird zur Kenntnis genommen. Allerdings kann und will niemand ein Gegenrezept anbieten. So bleibt nur die Erkenntnis, dass wohl die User selbst ihre Identität auf derartigen Plattformen managen müssen und es ein bildungspolitischer Auftrag ist, diese Media-Literacy zu schulen und auch in Lehrplänen zu verankern.</p>
<h4 id="toc-die-gegenffentlichkeit-ist-teil-des-systems">Die Gegenöffentlichkeit ist Teil des Systems</h4>
<p>Auch wenn die neuen Technologien prinzipiell jedem Menschen mit Internetzugang die Möglichkeit eröffnen, selbst ohne Kosten zu publizieren, tun die meisten das auf Plattformen, die klare Profitinteressen verfolgen. Natürlich würden Peer to Peer Netzwerke eine brauchbare und sympathischere Alternative darstellen. Wer sich aber ein größeres Publikum verschaffen will, wird wohl oder übel auf die weit verbreiteten Services zurückgreifen. — Und sich dort gegen eine Vielzahl anderer Inhalte mit unterschiedlichster Qualität durchsetzen müssen. Das Instrument dafür heißt Tagging. Je besser die Contents beschlagwortet sind, desto eher erreichen sie andere interessierte User. — Und können im selben Maß von der Werbewirtschaft genutzt werden. Die Inhalte sind somit der Bezugspunkt für Marketingtreibende, die ihre Botschaften punktgenau platzieren wollen. Google hat mit AdSense genau das passende Angebot. Der wesentliche Vorteil von Online Marketing liegt nicht nur in der Zielgenauigkeit, sondern auch in den Chancen, die direkte Feedback– und Interaktionsmöglichkeiten bieten. Ritchie Pettauer hat selbst Erfahrung mit Viral Marketing Kampagnen großer Unternehmen. Mittlerweile verlassen sich gute Marketiers nicht einfach auf das Platzieren von Botschaften, sondern planen Kampagnen, die ganz gezielt in Diskussionen eingreifen und diese steuern. Die User merken nicht mehr, dass bezahlte Agents dahinter stehen. </p>
<h4 id="toc-verbreitetes-wissen-vermehrt-wissen">Verbreitetes Wissen vermehrt Wissen</h4>
<p>Jedes Gespräch über digital vorliegende Inhalte kommt früher oder später beim Copyright-Thema an. So auch unsere Diskussion. Bei selbst produzierten Contents mag es vielleicht manchmal ein mulmiges Gefühl verursachen, sie in großen Datenspeichern abzulegen, die kommerziell erschlossen werden. Auch hier sieht die Runde die Hauptaufgabe in der Bewusstseinsbildung bei den Anwendern. Wenn es um industriell produzierte Musik und Videos geht, macht sich ein noch viel mulmigeres Gefühl breit. Digital Rights Management als Gegenreaktion der Industrie unterwandert das Recht auf private Kopien. Ausgehend von der auch von Ringler unterstützten These, dass verbreitetes Wissen — Musik und Videos sind letztlich auch Wissen — für die Entstehung von noch mehr Wissen sorgen, unterbricht DRM genau diesen Prozess. Ritchie Pettauer hat mit seinem Wunsch, dass die Industrie zusätzliche Hürden bei dem Abspielen der Files einbaut und die User dann endgültig auf Filesharing umsteigen auch ein recht dramatisches Wunschszenario parat. Trotzdem glaubt niemand so recht an den großen Durchbruch von Creative Commons.</p>
<h4 id="toc-ordnung-im-datendschungel">Ordnung im Datendschungel</h4>
<p>Parallel zu Web 2.0 als userzentrierte Sicht gibt es mit Semantic Web eine datenzentrierte Sicht auf die Vielzahl von unstrukturiert vorliegenden Inhalten. Über Ontologien wird versucht, die Contents so weit zu beschreiben, dass sie von Maschinen verarbeitet und verknüpft werden können. Tassilo Pellegrini von der Semantic Web School räumt aber ein, dass beide Sichten ineinander greifen müssen. Für die breite Masse an Inhalten werden die User immer die Aufgabe in Form von Tagging übernehmen. Für stark spezialisierte Themen oder klar umrissene Aufgabenbereiche wird es automatisierte Methoden geben. Eine Universalontologie hält er für utopisch, da diese auch eine universale Definitionsmacht bedeutet. </p>
<h4 id="toc-schne-neue-medienlandschaft">Schöne neue Medienlandschaft</h4>
<p>Wenn die nicht kommerzorientierte Netzöffentlichkeit schon nicht existiert, so gibt es im Web zumindest mehr alternative und differenziertere Informationsangebote als in der klassischen Medienwelt. Damit stellt sich auch die Frage, in welcher Form diese genutzt werden. Der Faktor Zeit wird hier zum Schlüssel. Während schon wenige Personen Interesse haben, sich neben klassischen Medien neue Quellen zu erschließen, haben noch weniger die Zeit, dies zu tun. Die Möglichkeiten zur Teilnahme an Diskussionen sind gegeben, werden aber nach wie vor nur von Eliten genutzt, die das zumeist auch im Rahmen ihres Jobs machen können bzw. müssen. Hartmann bringt eine alte Erkenntnis der Kommunikationswissenschaft ein: Medienkonsum dient nicht primär der Informationsbeschaffung, sondern dem ganz simplen Wunsch, bei den großen Themen mitreden zu können. Dafür reichen zumeist klassische Massenmedien aus. </p>
<h4 id="toc-web-2-0-entwicklungsland-sterreich">Web 2.0 Entwicklungsland Österreich</h4>
<p>Die großen Web 2.0 Plattformen sind rein US amerikanischer Provenienz. Die Gründe, warum aus Österreich keine nennenswerten Web 2.0 Impulse kommen, werden mit drei Punkten erklärt: Mangel an Risikobereitschaft, schlechte Vorbereitung von Studierenden für das Unternehmertum und das Fehlen von Venture Capital. Klarerweise will sich niemand von sozialstaatlichen Errungenschaften verabschieden, um die Risikoschwelle auf amerikanisches Niveau zu senken. Auf die Notwendigkeit der Verankerung des Unternehmerwesens in Ausbildungsplänen einigt man sich aber recht schnell. Etwas schwieriger wird es bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Alte staatliche Fördermodelle sind in einer globalen Wirtschaft überholt. Deshalb wünscht man sich vor allem weniger Gießkanne und größere Summen für Einzelprojekte, längerfristige Modelle und den Abbau von bürokratischen und steuerlichen Barrieren für Jungunternehmer.</p>
<h4 id="toc-mehr-experten-braucht-das-land">Mehr Experten braucht das Land</h4>
<p>Grundtenor aller Beiträge zum Thema Politik ist der Wunsch nach mehr Expertise der Politiker in dem Bereich. Damit ist nicht das verpflichtende Führen eines Wahlblogs gemeint, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen, medienpolitischen und datenschutz– und urheberrechtlichen Aspekten des Internet. Auch wenn sich die Runde nicht einigen kann, wie viel Regulierung von Seiten des Staates nötig und wünschenswert sei und wie viel Selbstregulierung und Standardisierung von den großen Playern selbst übernommen werden kann und darf: In jedem Fall sollten sich Politiker gemeinsam mit Experten des Themas annehmen, um Antworten auf diese Fragen zu suchen.</p>
<blockquote>
<h4 id="toc-glossar">Glossar</h4>
<p><strong>AdSense: </strong><br />
Ein Dienst von Google um Werbeanzeigen gegen Entgelt auf eigenen Webseiten zu platzieren. Die Auswahl der Anzeigen ist inhaltsbezogen und wird automatisch durch Google erzeugt.</p>
<p><strong>Creative Commons:</strong><br />
Gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken usw. einräumen können.</p>
<p><strong>DRM (Digital Rights Management):</strong><br />
Ein Verfahren, mit dem die Verbreitung digitaler Medien (v.a. Musik und Film) kontrolliert werden kann. Damit sollen Rechteinhabern prinzipiell neue Abrechnungsmöglichkeiten für Lizenzen und Rechte sowie Kontrollmechanismen über die Nutzung der Daten ermöglicht werden.</p>
<p><strong>Ontologie:</strong><br />
Eigentlich eine philosophische Disziplin, die die Grundstruktur des Seienden beschreiben will. Im Zusammenhang mit Sematic Web geht es um die Beschreibung von Konzepten und ihren Beziehungen innerhalb einer Wissensdomäne. Damit werden Maschinen unterstützt, Inhalte im Web interpretieren zu können. </p>
<p><strong>Peer to Peer (P2P):</strong><br />
Gegenmodell zum Client Server Prinzip. In einem Peer-to-Peer-Netz sind alle Computer gleichberechtigt und können sowohl Dienste in Anspruch nehmen als auch Dienste zur Verfügung stellen. PCs können als Arbeitsstationen genutzt werden, aber auch Aufgaben im Netz übernehmen.</p>
<p><strong>Semantic Web:</strong><br />
Verfolgt das Ziel, die Bedeutung von Information auf eine standardisierte Weise beschreiben zu können, damit “Intelligente Agenten” im Namen eines Anwenders quer über unterschiedliche Quellen Information miteinander verknüpfen können</p>
<p><strong>Social Software:</strong><br />
(Software-)Systeme, die die menschliche Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit unterstützen.</p>
<p><strong>Tagging </strong><br />
Indexieren bzw. Beschlagworten von (Web-)Inhalten durch User, damit diese untereinander vernetzt werden können.
</p></blockquote>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Kunst als Zielscheibe</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Dec 2006 10:38:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das in der Überschrift skizzierte Konzept ist nicht wirklich neu — eine ganze Legion von Hobbymalern etwa ist in den ländlichen Gefilden Österreichs damit beschäftigt, sogenannte “Ehrenscheiben” für diverse Hobbyschützen-Bewerbe zu bemalen. Medienkünstler Chris Reilly hat die Idee quasi für die digitale Welt weiterentwickelt — nachzulesen im we make money not art blog.
Everything I Do [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/12/reilly1.jpg" class="imagelink" rel="lightbox" title="Screenshot Everything I Do is Art"><img id="image258" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/12/reilly1.thumbnail.jpg" alt="reilly1.thumbnail Kunst als Zielscheibe" style="float:right;margin-left:6px;margin-bottmo:3px;" title="Kunst als Zielscheibe" /></a>Das in der Überschrift skizzierte Konzept ist nicht wirklich neu — eine ganze Legion von Hobbymalern etwa ist in den ländlichen Gefilden Österreichs damit beschäftigt, sogenannte “Ehrenscheiben” für diverse Hobbyschützen-Bewerbe zu bemalen. Medienkünstler Chris Reilly hat die Idee quasi für die digitale Welt weiterentwickelt — nachzulesen im <a href="http://www.we-make-money-not-art.com/" class="liexternal">we make money not art blog</a>.</p>
<p><a href="http://chris-reilly.org/everything.html" class="liexternal">Everything I Do is Art, But Nothing I Do Makes Any Difference</a> stellt eine Reaktion auf die jüngste Aktion “Everything I do is Art” von Pat Rios dar: der hatte einen New Yorker Gallerieraum mit einem Sammelsurium aus sperrmüllartigen Gegenständen gefüllt. Reilly transferierte den Gallerieraum in die virtuelle Welt von Half-Life: während der Live-Videoperformance “interagierte” der Künstler mit seiner virtuellen Umgebung, indem er Rios’ Installationen mit dem Raketenwerfer sprengte und mittels Maschinenpistole “Chris” an die Wand schrieb. Reilly dazu:</p>
<blockquote><p>After all, if everything you do is art, that’s kind of like saying nothing you do is art; everything’s on the same level. That condition goes along well with a <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/video/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with video">video</a> game, where everything is basically without consequence. If you die, just start over and everything’s back to the way it was.</p></blockquote>
<p>In einer weiterentwickelten Version, deren Titel sich an meine absoluten Lieblings-Kubrick anlehnt, durften die Besucher selbst eine nachgebaute Gallerie erkunden — allerdings waren sie dabei ständigen Angriffen der Original-Monster aus dem Spiel ausgesetzt; wüste Zerstörung von Kunstwerken brachte dabei Extrapunkte ein. <a href="http://chris-reilly.org/everything_ptII.html" class="liexternal">Everything I Do is Art, But Nothing I Do Makes Any Difference, Part II Or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Gallery</a></p>
<div align="center"><img id="image259" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/12/reilly2.jpg" alt="reilly2 Kunst als Zielscheibe"  title="Kunst als Zielscheibe" /></div>
<blockquote><p>The entire 50,000+ square foot gallery has been meticulously modeled, along with some of the artwork from the show [mostly that of my friends and classmates].<br />
The sophisticated Ai systems of the Source engine have been utilized in this version to unleash attacks of monsters, aliens, robots and zombies on unwitting virtual gallery attendants. Luckily, health points and extra ammo can be earned by destroying the artwork. Players/performers are also given more options for expressive destruction of the gallery walls, including cans of brightly colored paint, in addition to sawblades and harpoons.</p></blockquote>
<p>1995 zeigte Orhan Kipcak auf der Ars Electronica eine Installation namens <a href="http://www.aec.at/en/archives/festival_archive/festival_catalogs/festival_artikel.asp?iProjectID=8643" class="liexternal">ARSDOOM</a> — basierend auf der Doom-Engine metzelte sich der Spieler durch’s Linzer Bruckernhaus:</p>
<blockquote><p> In the agony of a hermetic world, the visitor, armed with color gun and water hose, slips on the character masks of Beuys, Rainer, Baselitz or Koons. The desperate efforts of a misguided will to create — trapped in a loop of desperate creativity, tapping the aesthetic arsenal — and at the same time, destruction.</p></blockquote>
<p>Nicht nur die bloße Darstellung visuell und akustisch immer realistischerer <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/3d/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with 3D">3D</a>–Welten beschäftigt also Künstler — sondern auch der inhärente Faktor Gewalt. Die avanciertesten und besten <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/3d/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with 3D">3D</a>–Simulationen für handelsübliche Rechner wurden erst mal programmiert, um darin exzessiven Waffengebrauch zu üben. Allerdings besagt das Gesetz der Entropie, dass destruktive Interaktion schlicht leichter umzusetzen ist als konstruktive: ein Maschinengewehr stellt sozusagen das naehzu primitivstmögliche <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/interface/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Interface">Interface</a> in einer 3D-Welt dar. Erst mit avancierteren Modellen, Programmiertechniken und mehr Erfahrung mit 3D-Simulationen werden sozusagen “konstruktive” Prinzipien tragfähig — Second Life wird noch viele Nachfolger finden.</p>
<p>Kontext/Switch:<br />
Solche Installationen sind ein spannender Beitrag zur momentan wieder verstärkt aufflammenden Diskussion um “Killerspiele” — natürlich werden wohl auch in diesem Jahr unter zahlreichen Weihnachtsbäumen Konsolen und Games liegen. Die Frage nach dem kausalen Zusammenhang von medialer Gewalt und realen Gewaltausbrüchen ist indes ja keine neue. Einigermaßen überrascht im pessimistischen Chor der Massenmedien hat mich das <a href="http://www.heise.de/ct/06/26/003/" class="liexternal">Editorial der aktuellen c’t Ausgabe</a>: eine äußerst lesenswerte satirische Stellungnahme gegen überzogene und einseitige Reaktionen. </p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Einfache Mittel nutzen</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Dec 2006 13:42:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tja, wer kann der kann eben — dieses Video aus der Rubrik “Bildungsfernsehen zum Sonntag” zeigt eindrucksvoll, dass nicht immer teure Grafikprogramm herhalten müssen: der Könner zaubert auch mit MS Paint einen hinreißenden Roadster auf die Pixel-Leinwand. Zeichnerische Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen allerdings lassen sich dabei allerdings nicht in den Rechner auslagern… [via the last [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tja, wer kann der kann eben — dieses <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/video/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with video">Video</a> aus der Rubrik “Bildungsfernsehen zum Sonntag” zeigt eindrucksvoll, dass nicht immer teure Grafikprogramm herhalten müssen: der Könner zaubert auch mit MS Paint einen hinreißenden Roadster auf die Pixel-Leinwand. Zeichnerische Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen allerdings lassen sich dabei allerdings nicht in den Rechner auslagern… [via <a href="http://www.thelastbeat.com/2006/12/10/690/" class="liexternal">the last beat</a>]</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2006-12/einfache-mittel-nutzen/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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