Wenn eine eine Reise tut, dann kann sie was erzählen, sagt der Volksmund. Aber wenn Studenten auf den Erasmuszug aufspringen, dann wirkt in 80 Tagen um die Welt dagegen geradezu fad. Denn die Auswahl ist schier erdrückend. Wohin soll die Reise gehen? Ute Hanel und Stefan Reinhart haben immensen Stress.
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Nach einigen Wochen Pause gibt's nun wieder massiv viel neues u-ton Material. Seit der offiziellen Abschaffung der Mittelwelle durch die Eu-Norm 573/446/BE-3 gibt's PowLee's auditive Eskapaden nur mehr exklusiv als Podcast. Wir gehen also mit der Zeit, könnte man behaupten. In dieser Ausgabe: Paul Lohberger traf den multiplen Popaktivisten Thomas Meinecke im Café Westend, um mit ihm über seinen Roman "Jungfrau" zu sprechen.
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Joke der Woche: Google sperrte kurzfristig aufgrund eines Malware-Generalverdachts das gesamte Internet. Vizepräsidentin Marissa Mayer höchstpersönlich erklärte am Google-Blog die Paranoiawelle mit einem simplen händische Fehler: blöderweise hatte ein Mitarbeiter in die Sperrliste die URL "/" eingetragen. Das Resultat: Google erkannte weltweit für rund vierzig Minuten lang jede einzelne Internetseite - inklusive sich selbst - als gefährliche Malware.
Schade, dass es sich bloß um eine Panne handelte, denn die Aktion hat durchwegs Medienkunst-Potential. Man stelle sich das mal vor: Millionen Surfer, die ausschließlich Big G als Gateway zum Netz benutzen und noch niemals eine URL direkt in die Adresszeile getippt haben, stehen plötzlich vor verschlossener Tür. Auf Twitter und zahlreichen Blogs hagelte es auch dementsprechend hämische Kommentare - und so mancher Webmaster sollte sich wohl über die Diversifizierung seines Traffics Gedanken machen:
Dieser Ausfall blieb nicht ohne Folgen: billigemarken.de berichtet von einem Userschwund von 90 %!
Google erstellt die Liste teils manuell, teils werden Daten von Stopbadware.org übernommen. Dort wurde am Blog schnell klargestellt, dass der Fehler automatisch übernommene Daten zurück zu führen ist.
Hans-Peter hat einen exzellenten Beitrag über die Stärken und das Potential des Affiliate Marketings veröffentlicht. Den acht Gründen für eine selbständige Existenz als Affiliate ist wenig entgegen zu setzen: mit Ausdauer, Grips und den richtigen Infos versorgt lassen sich gewaltige Revenue-Streams abseits von lästigen Faktoren wie Personal, Chefs, Lager etc. aufbauen. In Österreich steckt dieses Thema noch in den Kinderschuhen - HP und ich sind gerade am Überlegen, ob wir demnächst mal einen Einführungsevent für Interessierte in Wien veranstalten. Dass allerdings auch in Deutschland diverse Mythen und Mären rund um dieses Thema kursieren, zeigt ein aktuellen Beitrag von Mediadonis.
Max hat den großen Analyse-Generator angeworfen und der Krone-Leserbriefseite ein paar äußerst spannende statistische Daten entlockt. So ist Franz Köfel mit knappem Vorsprung von 2 Briefen auf Franz Weinpolter der ungekrönte König der Volksmeinung. Ein Schelm, wer Manipulation unterstellt:
Diese 4766 Leserbriefe wurden mit 1994 unterschiedlichen Namen unterschrieben, somit ergibt sich ein Durchschnitt von 2,4 abgedruckte Briefe pro SchreiberIn, deutet auf etliche StammschreiberInnenn hin.
Pete wirtschafts-philosophiert über die psychologischen Paradoxien der Wirtschaftskrise: Papier ist eben umso geduldiger, je mehr Buchstaben drauf gedruckt sind - da ändern noch so viele Sicherheitsmerkmale und Notenbank-Chefunterschriften nichts dran:
Nicht ganz, heute hat sich nämlich etwas getan. Eine Paradoxie ist aufgetreten. Ich wollte eigentlich nur kurz ein Buch kaufen, bin dann aber wie so oft nicht bei den günstigen stw Bänden hängen geblieben sondern hatte plötzlich ein ziemlich teures Buch in Händen. Der erste Reflex war, “warten bis es die Paperback Variante gibt, es liegen eh noch genug ungelesene Seiten zu Hause herum”. Da war dann plötzlich die Paradoxie: Was solls, das Buch kostet einen Bruchteil dessen was ich letztes Jahr verloren habe und schneller als man Lehman Brothers sagen kann habe ich es gekauft.
Loki hat seinen ersten Podcast Online gestellt: es geht dabei um das immer beliebter werdende Browser-Game Urban Rivals. Wer also nach einer neuen Möglichkeit sucht, Online gepflegt ein paar Minuten tot zu schlagen, werfe einen Blick auf die Einführung:
In dem zwölf einhalb minütigen Filmchen zeige ich euch das Browsergame Urban Rivals und erkläre einige wichtige Bereiche des Spiels, wie etwa den Marktplatz, den Laden, oder die Duelle. Insgesamt dürfte es ein interessanter Einblick in das MMO-Trading Card Game sein und man kann auch einige Tipps mitnehmen.
Wer allzu dreist King Content klaut, muss mit unerwarteten Bannern rechnen - zum Glück siegt Dreistigkeit eben nicht immer; es sei denn, man ist im Domaingrabber-Markt tätig. Wer lieber Bücher grabbt, sollte dagegen ein Ohr auf den aktuellen SEO-Podcast von Radio4Seo werfen.
Der Mann ist im Suchmaschinenmarketing nicht wenig als eine Legende - Mr. Hemken führte mit dem Berater und Uni-Vortragenden ein ausführliches Gespräch über die aktuelle Online-Marketing Landschaft und Googles Vormachtstellung. Zitat:
Suche im Internet und “Google” sind ja fast schon Synonyme geworden. Wenn man schon "googlen" sagt, wenn man “suchen” meint, dann ist Google eben nicht mehr nur eine, sondern DIE Suchmaschine. Und was bei Google nicht vorkommt, ist im Web quasi nicht existent. Insofern ist Deine "Assoziation" eher eine Untertreibung: Wer über "Suchen im Internet" sprechen will, muss zunächst über Google sprechen - das ist der Maßstab an dem alle anderen sich messen lassen müssen.
Wer eine Reise durch Blackhat-Foren tut, kann anderen was erzählen - tiefe Einblicke in die Mysterien passwortgeschützter Torrents und anderer Auto-Traffic-Strategien bringt ein aktuelles Posting auf Geld-Verdienen.tv:
Eine ähnliche Methode ist das Posten von eBooks als Torrent. Man schreibt ein eBook mit 10-20 Seiten und stellt es als Torrent bereit. Man suggeriert im Titel, dass dieses eBook eine wahnsinnige Summe gekostet hat und als free Download angeboten wird. User laden das eBook runter und lesen es voll Begeisterung. Im eBook hat der Blackhat Affiliate Links versteckt, die die Leser anklicken und dem Blackhat entsprechende Signups bringen. Beispiele dafür gibt es Unmengen. Eine Idee wäre z.B. ein Adult Dating Portal, dass man promotet. Das eBook müsste dann suggerieren, dass man mit Hilfe des eBooks kostenlos heiße Kontakte im Internet findet. Der User liest das eBook, findet die Empfehlung zum Portal, meldet sich dort an und der Blackhat hat verdient! Einfach aber genial.
Klingt in der Theorie einfach, bringt in der Praxis aber schnell schlechtes Karma - wer ist schon gerne ein Bottom-Feeder?
"Wir tun das nicht, um Geld zu verdienen." Oder: "Die Vorstellung, dass jemand in der Früh seinen Computer aufdreht und am Bildschirm die Nachrichten liest, ist gar nicht so weit hergeholt, wie man meinen könnte." Das sagt ein KRON-Report über die frühen Anfänge des Internet aus dem Jahr 19681. [via TechCrunch]
Und das war's auch schon wieder für diese Woche - genießen Sie die verbleibenden Sonntagsstunden! Ich werd heute Abend wohl mal bei James B. reingucken (Halle Berry als Bondgirl hab ich bisher nur im Trailer gesehen); irgendwie ist mir heute sehr nach Anachronismen und überzogenen Actions-Szenen. In diesem Sinne: bis nächste Woche, wir lesen uns am Montag.
"Arbitratus" steht im Lateinischen für "Gutdünken, freies Ermessen". Im Internet versteht man unter Arbitrage Marketing das smarte Jonglieren mit Click-Preisen, Conversion und Affiliate-Kickbacks. Im folgenden Podcast-Video (der Pilot einer neuen losen Serie "wtf is...?") erkläre ich anhand eines einfachen Rechenbeispiels kurz und knapp, wie Arbitrage Marketing funktioniert und wie sich schon so mancher Einzelunternehmer seine eigene Gelddruckmaschine gebastelt hat:
"Nur die Männer setzen sich um, die Frauen bekommen eine Nummer und bleiben den ganzen Abend lang am selben Platz sitzen." Hier kann nur die von Speed-Dating sein: Sophia Aichinger, Ute Hanel und Stefan Reinhart haben sich zur Primärrecherche ins Reich der beziehungswütigen Singles begeben. Rendezvous im Schnelldurchlauf bedeutet Maximierung der Kontakte an einem Abend, was statistisch gesehen das Auffinden eines paarungswilligen Vertreters des anderen Geschlechts beträchtlich erleichtern sollte. Wie die Sache in der Praxis funktioniert, erfahren Sie nach dem Klick auf den Play-Button.
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Der britische Schriftsteller James Graham Ballard fühlt sich in unterschiedlichen Genres zuhause. Unter anderem stammt auch die Romanvorlage zu David Cronenbergs "Crash" aus der Feder des Kultschreibers, dessen Bücher auf Deutsch in den letzten Jahren quasi nur antiquarisch erhältlich waren. Anlässlich der Neuübersetzung von "The Atrocity Exhibition" führte Radio u-ton ein Gespräch mit Editor T. Ballhausen.
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Bernhard Lichtenberger war mit dem Rucksack zwei Wochen lang in Indien unterwegs - eine zu kurze Zeitspanne, um dieses ausgedehnte Land genau kennen zu lernen, aber lange genug, um einige sehr spannende Sound-Impressionen und etliche Tipps für potentielle Indienreisende mitzubringen. Indische Musik spielt sich irgendwo auf dem weiten Spektrum zwischen Ravi Shankar und Panjabi MC ab - hören Sie sich das an! Diese Sendung gehört zur Serie "Wenn einer eine Reise macht - u-ton zu Gast in der weiten Welt":
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| 8. November 2008 | ||
| 18:30 | bis | 20:00 |
Die Langen Nacht der Forschung am kommenden Wochenende bietet the full scientific Monty: von verrückten Professoren bis hin zu hochseriösen Wissenschaftlern, von gegenwärtiger bis zu historischer Forschung. Einmal im Jahr öffnen die Labore und geheimen Forschungsstationen in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg, Wien und Wiener Neustadt ihr Pforten, um den "kleinen Mann" (ich finde, dieser Ausdruck sollte endlich auch außerhalb der Wahl-Propaganda Zeit eingesetzt werden) im Reagenzglas umrühren zu lassen. Neben Weltpremieren, Auto-Gewinnspielen und frischen Forschungsergebnissen ist auch Ö1 mit einem brisanten Thema vertreten: Franz Zeller (Ö1-Digital.Leben) spricht mit Erich Möchel (Privacy International) und Alexander Schatten (TU-Wien) über sichtbare und unsichtbare Überwachung:
17 Millionen Euro lässt sich der österreichische Staat allein die Telefonüberwachung seiner Bürger jährlich kosten. Was bedeutet es für Demokratie und Gesellschaft, wenn für den Bürger nicht mehr die Unschuldsvermutung gilt, sondern jeder Mensch als potentieller Verbrecher betrachtet wird?
Das Gespräch findet im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft in der Akademie der Wissenschaften (Wollzeile 27a, 1010 Wien) um 18:30 statt.
Digital.Leben läuft von Montag bis Donnerstag um 16:55 Uhr auf Ö1, die Sendung ist auch als frei zugänglicher Podcast [XML-Url | iTunes URL] verfügbar.
Podcasts waren gestern, wer heutzutage die virtuelle Radiowelt beeindrucken will, muss schon mindestens 24 Stunden Liveprogramm präsentieren. Kein Problem für Xsara, die sich kürzlich ihr eigenes Heimstudio eingerichtet hat:

Heute, am 15. Oktober 2008, findet der Blog Action Day 2008 statt. Die äußerst lobenswerte Aktion schreibt sich folgendes auf ihre virtuell wehenden Fahnen: em>Today thousands of bloggers will unite to discuss a single issue - poverty. We aim to raise awareness, initiate action and to shake the web!Den deutschsprachigen Teil findet man unter http://blogactionday.org/de/ - ich war ganz verwundert, dass Rob noch gar nix drüber geschrieben hat - immerhin nehmen in diesem Jahr bereits über 10.000 (!) Blogger und Podcaster an der Aktion teil, sodass unter der angegebenen Adresse ein riesiges Instant-Verzeichnis entsteht. Wer auch gelistet werden möchte, registriert das eigene Blog und bindet wahlweise ein JavaScript oder eine Bannergrafik von blogactionday.org in seinen Bericht ein.
"Kampf der Armut" lautet also das diesjährige Thema, und das hat im Zuge der derzeit vor unseren Augen ablaufenden Finanzmarktkrise ganz neue Aktualität bekommen. Und der Zynismus der US-Regierung ist kaum zu überbieten: Man darf nicht die Augen davor verschließen, dass zuerst ganz gezielt Panikmache erfolgt, um dann mit möglichst wenig Widerstand die maroden Banken mit Steuergeld aufpäppeln zu können. Denn wie Max völlig richtig schreibt:
Es gibt Menschen/Firmen/Banken/Staaten die sich gerade massig billige Anteile von Unternehmen kaufen und sobald alles wieder (mit Steuergeldern) gerettet ist wunderbar damit verdienen werden, irgendwie grauslich, oder?
Dass die USA ohne nachhaltige Garantien Staatsmittel in Finanzinstitute pumpen, wird sich auf Dauer als weit teurer erweisen, als beispielsweise eine staatliche Kreditübernahme jener verschuldeten Hauseigentümer, die nun tatsächlich obdachlos geworden sind. Was hat das mit dem Thema Armut zu tun? Nun, Armut tritt in vielen Facetten auf, auch in Wohlstandsstaaten. Wenn wir aber auf Regionen, Länder, Kontinente blicken, in denen Armut kein Rand-, sondern ein Mainstream-Phänomen ist, in denen teilweise nicht mal die Grundversorgung mit Nahrung, frischem Wasser etc. gesichert ist, dann wird eines ganz schnell klar: um den "Vicious Circle" zu beenden, *müssen* der lokalen Bevölkerung Investitionsmittel und Möglichkeiten zum Aufbau intrinsischer Wirtschaftsmodelle in die Hand gegeben werden. Dass das Geld dafür da ist, aber der Wille keineswegs, zeigt die derzeitige Finanzkrise wohl über-über-deutlich.
In einer (durch das Internet mit-) globalisierten Welt kann niemand mehr wegsehen und sich versichern, "dass die da drüben mich nichts angehen". Globale Armut zu beseitigen, ist ohnehin solidarische Pflicht. Was das moralische Konto der ersten Welt allerdings noch weit stärker belastet, ist die Tatsache, dass weite Teile dieser angesprochenen Armut weder selbst- noch unverschuldet entstanden, sondern direkt wirtschaftlichen Interessen und Profiten reicherer Staaten geschuldet sind.
Ich wünsche mir, dass Europäer trotz der angeblich prekären Börsensituation nie mehr vergessen, dass kein Kontinent eine Insel ist - und dass Umverteilung endlich nicht mehr innerstaatlich, sondern weltweit zu funktionieren beginnen muss. Und überhaupt wäre heute ein guter Tag für eine Spende an eine Hilfsorganisation Ihrer Wahl.
Aus aktuellem Anlass beschäftigte sich Radio U-Ton am 20. September mit den österreichischen Wahlen - und zwar in satirischer Form. Diese ist, wie das Ergebnis zeigte, bekanntlich von der Realität rechts außen überholt worden. Inmitten sovieler anständiger Menschen bleibt einem das Lachen ja fast im Hals stecken...
[podcast]http://blog.datenschmutz.net/wp-content/audio/20080922-uton-wahlsatire.mp3[/podcast]
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Bei der Eröffnungsrunde habe ich mit meinem Medion-Tricorder ein paar Aufnahmen gemacht und zu einem kurzen Video zusammen geschnitten. In Kürze steht mir für derlei bebilderte Feldstudien eine wesentlich bessere Kamera zur Verfügung, die Tonqualität ist diesmal leider ziemlich suboptimal. Aber wie auch immer: alle meine Video-Podcasts gibt's zukünftig auf Vimeo zu sehen, dort habe ich heute den datadirt Channel eingerichtet.
Am vergangenen Montag war ich bei Paul zu Gast im Radio U-Ton Studio. Live-Radio Sendungen aufzunehmen macht großen Spaß - und bei der Funkhaus Studioausstattung kann man als Podcaster nur neidisch werden
Geplaudert haben wir in dieser Ausgabe über Popkultur bzw. die aktuelle Spex-Ausgabe, in der einige Schwanengesänge über den Niedergang der Subkulturen zu finden sind. Außerdem beschäftigen wir uns mit der im Feuilleton-Sommerloch die Runde machenden Frage, ob das Internet in der Tat verdummt. Hier die Sendung in voller Länge, nur die Songs hab ich aus Copyright-Gründen rausgenommen.
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Der großartige überklang podcast feiert am 22. Juni seine 50. Sendung - und die ist niemand geringerem gewidmet als "unserem ewigsten Lieblingsschriftsteller Philip K. Dick", wie Sendungsmacher Dr. Nachtstrom schreibt. Schriftstellerkollege Stanislaw Lem stand ja schon mal im Zentrum einer Sendung - außerdem liegt die Verbindung von Science Fiction und elektronischer Musik ja wirklich nicht sehr fern.
Die Sendung selbst bleibt allerdings nicht das einzige Präsent: zeitgleich erscheint am 22. Juni der erste bruit-Labelsampler. Zum Launch des netlabels der Brandner-Brothers hab ich vor einiger Zeit ein Interview geführt, inzwischen weist der Katalog bereits ein recht umfangreiches Portfolio auf. Auf dem erwähnten Sampler werden sich 19 KünstlerInnen, von Pita bis Karlheinz Essl, dem Phänomen Dick nähern, dessen Geschichten als Inspirationsquelle der Musik fungierten. Ich bin schon sehr gespannt auf das Album - sobald ich reingehört hab, folgt die Review.
Philip K. Dick neben Stanislaw Lem als einen der Väter der modernen Science Fiction zu bezeichnen, stellt keine Übertreibung dar: in der Tat dürfte es weitaus schwieriger fallen, einen SF-Film der letzten 20 Jahr zu finden, der in keinster Weise vom komplexen Gedankengut dieses Autors zumindest inspiriert ist. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen steht bei Dick nie die Technologie im Fokus der Story. Der Amerikaner, Zeit seines Lebens reichlich versorgt mit Drogen *und* psychischen Problemen (hell of a combination), interessierte sich herzlich wenig für die Faszination der Raumfahrt: seine Dramen, Mini-Epen und Short Stories sind kluge, detailreich gezeichnete Psychogramme seiner Hauptdarsteller. In der Differenz zu außerirdischen Rassen, zu unbegreiflichen Handlungsmustern geht Dick der alten Frage nach "Was ist der Mensch?" Hoffen dürfen seine Protagonisten im allgemeinen nämlich recht wenig: Blade Runner, dank der Verfilmung wohl Dicks bekannteste Short Story, stellt konsequent die Frage nach Identität(skonstruktion) - leider bemerkt Harrison Ford nur im Directors Cut ganz am Ende, dass er selbst, der Androidenjäger, ein künstlicher Mensch ist - und flieht mit Rachel.
Drogen als Differenz-Kriterium, als Nullsummenspiel der sozialen Identität, steht auch im Zentrum des Romans "A Scanner Darkly" (deutsch: Der dunkle Schirm), der vor zwei Jahren von Richard Linklater verfilmt wurde. Der Mischung aus Realfilm und Animationstechnik gelingt es besser als den meisten Hollywood-Umsetzungen, die zugleich skurrile und hyperrealistische Welt des Autors einzufangen, ohne an erzählerischer Komplexität zu verlieren. Viele von Dicks Kurzgeschichten erschienen in amerikanischen SF-Periodika, ein großer Teil des Oeuvres findet sich derzeit nicht im Handel - ein akribischer Blick bei 2nd Hand Händler lohnt allemal.
Spezialtipp für Wiener Dick Fans: Die Wiener Stadtbücherei betreibt eine Filiale im 22. Bezirks, nahe der Erzherzog-Karl-Straße. Dort gibt's eine 70er-Jahre Hardcover-Ausgabe von Dicks Kurzgeschichten in, wenn ich mich recht entsinne, 20 Bänden. Und darin finden sich zahlreiche Stories, die sonst nirgends erhältlich sind: der lange Weg nach Transdanubien lohnt sich also allemal!
Wir hatten gestern Glück mit dem Wetter und verbrachten einen sehr chilligen Nachmittag auf Hannes' Dachterrasse - dieser Twittergrill sollte zu einer mindestens jährlichen fixen Institution werden. Barbecue über den Dächern von Wien - nice! Die Spatzen pfiffen quasi T-Bone Steaks von den Dächern und zwischen den Holzkohle-Sessions wurden (Start-Up) Anekdoten ausgetauscht. Et voilá: hier gibt's die erste datenschmutz.podcast Sonderausgabe: 8 Stunden, komprimiert auf 4 1/2 Minuten.
Und Lifestyle-Reporter (that would be me) war mit seiner brandneuen 90-Euro Speicherkarten-Videokamera von Hofer (.de: von Aldi) vor Ort* und freut sich, das p.t. Publikum nun virtuell an der gestrigen Party teilhaben zu lassen - Partyfotogallerien sind so Neunziger
Soundboys: Folgende netlabel-Releases kamen bei diesem Video zum Einsatz: Delayscape - Breaking the square waves von mtk, Tusnami Wazahari - Fat Leg Dub von Aldente Records und Bitbasic - Shroom von mtk.