Beherrschendes Thema der Woche: der neue WordPress-Release. Denn "Coltrane", so der Codename der aktuellen Version 2.7., bringt eine Reihe gravierender Änderungen. Am auffälligsten ist sicherlich die neue Optik im Backend: Matt und sein Team ließen (fast) keinen Stein auf dem anderen. Jene User, die gleich nach dem Release die neue Anordnung der einzelnen Elemente kritisierten, haben übrigens eines der Hauptfeatures nicht kapiert: via "Screen Options" lässt sich jeder einzelne CMS-Screen via Drag und Drop bequemst an die eigenen Editing-Bedürfnisse anpassen. Eine gute Nachricht für Technik-Hasser ist die automatische Update-Funktion: analog zum bisherigen Plug-In-Update-Verfahren lässt sich ab 2.7 das ganze WordPress ohne ftp-Transfer direkt via Web-Interface aktualisieren.
Ich bin jedenfalls sowohl von der Überarbeitung des CMS-Backends als auch von den neuen Features restlos begeistert, außerdem konnte ich nach dem Update diverse nicht mehr benötigte Plug-ins deaktivieren, da einige bislang nur extern nachrüstbare Funktionen in den Core übernommen wurden. Keine Wunder: noch nie haben annähernd so viele Programmierer direkt zu einem Release beigetragen: 150 Personen trugen Codeschnipsel zu dieser Version bei. Dieser Screencast vom offiziellen WordPress-Blog gibt einen Überblick über die neuen Features:
Ein lahmer Gag wird beim zweiten Mal auch nicht unbedingt besser: trotzdem war die Frage des Auftauchens von Dotcomtod 2.0 bloß eine Frage der Zeit. Der These, dass sich alles zyklische wiederholt, stimme ich zwar zu - allerdings knüpft das erste Posting über SPON vs. Huffington Post nahtlos an die Tradition des Originals, ungefährliches Halbwissen in semi-unterhaltsamer Form zu präsentieren, an. Ein symptomanisches symptomathisches Zitat:
Beweisen kann ich es nicht, nur einmal meine jahrelangen Erfahrungen als SEO einbringen … die externe Verlinkung von Huffington sieht auf dem zweiten Blick nicht mehr ganz so natürlich aus, doch das will ich gar nicht kritisieren. Sollen Investoren und Anzeigenkäufer glücklich damit werden.
Mal sehen, was Matthias noch so draus macht - aber let's face it, Captain Lummaland ist schwer zu widersprechen, und auch wenn weite Teil des deutschen Feuilleton sogar temporär aus der selbstverschuldeten Lahmarschigkeit aufwachen: herbeischreiben wird man die Krise nicht können:
Es gibt keine größenwahnsinnig bewertete Nullnummern mit IPO-Aspirationen, es gibt einen kleinen M&A-Markt, es gibt zwar viele kleine Startups und nicht alle schaffen es, aber die großen wilden Dinger wie vor 8 Jahren gibt es nicht zu beobachten.
...hatte Max vor kurzem:
Der Gerichtsvollzieher meinte das er einen "Arbeitsnachweis" für seinen Chef braucht, deswegen wollte er das ich zum Gericht gehe und bei ihm 1.000 Euro in bar einzahle. Darauf fragte ich warum ich das machen soll, wenn alles mit einem Telefonat geklärt werden kann. Darauf sagte er: "Das können sie so machen, aber dann merke ich mir ihren Namen und wenn jemals wieder etwas gegen sie vorliegt breche ich ohne Vorwarnung gleich die Wohnungstür auf".
Er hat's mit seinem phlow-Magazin in die letzten c't Ausgabe geschafft, und zwar in die heißbegehrte Rubrik Linktipp:
Die Promotion per Schneckenpost in Form einer CD-ROM plus "Waschzettel" mit unseren Phlow-Compilations hat also funktioniert. Diese habe ich vor ein paar Wochen an die c't Redaktion geschickt. Also auch die alten Medien wie Post plus analoge Datenträger funktionieren noch. Wer wissen will, was Jo über Phlow geschrieben hat, liest einfach den c't Linktipp (ganz unten auf der Webseite).
Der Eintrag ist auf jeden Fall mehr als verdient - wer an aktueller netlabel-Musik interessiert ist und täglich mit frischen, qualitativ beängstigend hochwertigen Tracks versorgt werden will, sollte den RSS-Feed ganz schnell in seinen Reader eintragen.
Aber sicher doch! Piraten sind cool, und damit meine ich *nicht* Johnny Depp. Captain Jack Sparrow stinkt... aber Jean Lafitte und Co. rocken und kommen im Zuge der Urheberrechtsdebatte zu neuen Ehren. Der elektrische Reporter hat diese Zusammenhang in einem nicht nur inhaltlich, sondern auch grafisch extrem gelungenen Video fürs ZDF aufbereitet. Die Kurzversion: selber Regie führen, schauspielen und singen (und komponieren). Oder einige hundert Jahre alte Gesetze werden endlich an die Gegebenheiten der Netzwelt angepasst:
In jedem Kinderzimmer steht ein Filmkopierwerk, auf jedem Schreibtisch eine Plattenpresse, und das Internet ist ein riesiger Piratenmarkt für kostbare Kreativ-Inhalte. So sieht es die Entertainment-Industrie und versucht mit immer neuen Maßnahmen, Raubkopien zu bekämpfen - bisher wenig erfolgreich.
Allblogs hat ein Brainstorming zum Thema "Geld verdienen mit dem YouTube Partnerprogramme" begonnen, Gretus blick aufs Jahr zurück und der Hodenkaiser stellt ein fragwürdiges Softwarepaket zu Forschungszwecken zur Verfügung - ohne Sandbox und entsprechende Proxy-Infrastruktur würd ich da aber die Finger davon lassen.
Die Beeinflussung der internen Linkpopularität bezeichnet man als Pagerank-Sculpting. Baynado empfiehlt dazu das Automatic SEO Links Plug-In, mit dem Keywords automatisch verlinkt werden können. Da gibt's eine ganze Latte von Plug-In - wer allerdings ohnehin Simple Tagging einsetzt, kann genauso gut dessen interne Linkfunktion verwenden (allerdings natürlich nur dann, wenn die zu erwartenden Resultate im Einklang mit der eigenen Tagging-Policy stehen).
Sistrix sieht die aktuellen Entwicklungen im Linkbuilding-Markt mit gesunder Skepsis:
Und wenn ich sehe, dass offenbar Schwachsinnige eine Subdomain eines großen und alten Versandhandels mit massivem Kommentarspam pushen, dass große und starke Brands Massen von zwielichtigen Links aus Russland erhalten und Myriaden von Studenten und „Textern“ Unsinn für Artikelverzeichnisse und Webkataloge schreiben, dann hoffe ich, dass Google als einzige Institution, die dem Treiben Einhalt gebieten kann, endlich handelt und den großen Worten bald Taten folgen lässt.
Da kann man wohl nur zustimmen - auf mittelfristige Sicht wird dies zu einer deutlicheren Unterscheidung von spammigen, sinnlosen Massenaktionen und qualitativ hochwertigen Links führen: für alle SEOs, die qualitätsorientiert arbeiten, anstatt auf Human Spam Power zu setzen, zweifellos ein großer Vorteil: und die Kunden lernen ja auch was dazu. Spätestens dann, wenn sie mal mit Big G in der Sandkiste spielen durften.
Duftstoffe funktionieren im Netz bekanntlich nicht, also hilft nur geschicktes Linkbaiting. Stefan Johne hat einen ausführlichen Guide geschrieben, der Newbies ordentlich auf die Sprünge helfen dürfte und in dem sich alte Hasen wiedererkennen sollten:
Wer einen wirklich guten Linkbait machen will sollte jedoch definitiv alles lesen. Linkbaits sind ein sehr komplexes Thema und ihr könnt damit schnell auf die Füße fallen ;-).
Wahre Worte - speziell Neo-Blogger sollten sich das Tutorial ausdrucken und unter den Kopfpolster legen
Lautet bekanntlich eines der zehn Gebote für länderorientierte Distributoren. Wer seinen deutschsprachigen Online-Shop bisher beim US-Hoster betrieben hat, kann auf SEO Handbuch nochmal im Detail nachlesen, warum er auf einen große Teil seiner potentiellen Besucher verzichtet:
Ein lokaler Serverstandort in Verbindung mit den passenden lokalen Länderdomains (wie z.B. .de für Deutschland oder .fr für Frankreich) kann z. B. bei Verwendung der Suchfunktion “Seiten aus Deutschland” (oder entsprechendes lokales Land) eine positive Auswirkung auf das Google-Ranking von bis zu 30% haben!
Diese Jungs stürzen sich aus hunderten Metern Höhe in die Tiefe - ohne Fallschirm, sondern einfach nur von norwegischen Klippen. Wie man das überlebt und dabei aussieht der fliegende Petrelli-Bruder aus Heroes (nein, sorry, das wär eine Beleidung, so elendig schlecht, wie die dritte Staffel angeblich ist), verrät das folgende elegische Video: eine der farbenprächtigeren Variationen zum alten Thema Traum vom Fliegen. [via Blogpiloten].
Und das war's auch schon wieder für diese Woche - ich hab mich beim Schreiben heute beeilt, denn vor mir liegt noch eine wichtige Aufgabe: ich muss die postatomare, überzeichnete 50er-Jahre Welt von Fallout 3 erkunden. Hat ja lange genug gedauert, an die original-englische Version ranzukommen: ich musste dem Amazon-Marketplace Händler sogar einen Scan meines Passes schicken (Volljährigkeit!) und dem Rechner eine XP-Partition spendieren: und jetzt geht's los in die verstrahlten Weiten von Washington. Ich wünsche Ihnen, hochverehrte Leser, einen erfreulichen Sonntag, wir lesen uns morgen.
Vor kurzem gab's bei der Wiener Stadtzeitung einen äußerst gelungenen Relaunch mit optischer Auffrischung und neuer Klammerung. Meine persönliche Meinung dazu: noch nie habe ich in Österreich einen derart gelungenen Printmedien-Relaunch erlebt. Auf meiner völlig subjektiven "Les-ich-gern-Skala" stieg die letzte brauchbare Wochenzeitung dieses Landes locker um zwei Stufen. Die Digitalia-Kolumne der letzten Ausgabe motivierte mich allerdings ob der hanebüchenen Darstellung der Causa PsykoMaN zu meinem ersten Leserbrief, und zwar als Reaktion auf diese Kolumne (Falter #44/2008, 29.10.2008, S. 23):

Mal wieder eine Bildschirmreinigung fällig? Mit dem praktischen Onlince-Cleaner geht's ganz simpel und umweltschonend! [via Max] Ebenfalls ganz am Puls der Hightech-Zeit und auch bei Max gefunden: Tipps zum Beschleunigen von WordPress ohne Caching, die ich mir demnächst mal en detail zu Gemüte führen werde.
Bei der Gelegenheit bietet sich natürlich auch gleich die Aktivierung des WordPress'schen hausinternen Cache-Speichers an... ich hab das nach Michaels Ladezeit-Beschwerden gleich mal gemacht, mal sehen, wie sich das Zwischenlager denn so auf die Performance auswirkt. Bei all den php-sql-Interna bleibt natürlich kaum Zeit für einen längeren Wochenrückblick - aber der Advent sei die Zeit der Besinnlichkeit, behauptet der in unseren Breiten vorherrschende Glaubenskanon - in diesem Sinne präsentiere ich an dieser Stelle die schönsten Adventkränze Europas, handgefertigt von Sabrina: einer für jeden der vier Sonntage.
Die burgenländische BVZ macht in dieser Woche mit einer Aufsehen erregenden Reportage über eine dreisten Holzdieb von sich reden:
"Wir selber brauchen gar kein Brennholz", beteuerte die Gattin des Beschuldigten. Trotzdem kaufte ihr Mann Holz in großen Mengen an und transportierte es mit seinem PKW zu einem Lagerplatz. Dieses Holz habe er verkauft oder verschenkt, sagte der Beschuldigte.
Klingt ein bisschen nach Ro(b)bin' Wood... trotzdem konnte die burgenländische Polizei bislang, ganz klischeegetreu, keinerlei Zusammenhänge herstellen.
Heute erstmals online: meine neue SRA-Kolumne zu meinem Lieblingsthema "Musikdistribution online": das Web 2.0 und die Popkultur. Zuerst ist mir kein passender Titel eingefallen, dabei böte sich doch eigentlich d-news an... mal sehen, was Fadi so dazu meint. Hier am Blog ist der Text natürlich auch online, an einem Gesamt-Kolumnenarchiv arbeite ich gerade.
Fadi hat dieses wunderbare Stück symphonischer Musikgeschichte aufgetrieben. Der Sound ist vor Ort ist sicherlich unbeschreiblich, das Konzept dagegen lässt sich leicht zusammenfassen: The Jori Hulkkonen Acid Sunfonia from Finland play on TB303 only. Enjoy!
PS: in diesen wilden Zeiten des Identitätsklaus kennt man sich wirklich nicht mehr aus in diesem anarchischen Internet? Wer von beiden ist denn nun der richtige Dichand? Also ich persönlich denk ja, dass der Patriarch des Kleinformats gewiss nicht unter der eigenen Domain tagebuchschreiben würden täte... oder?
Fadi hat mich eingeladen, auf der neu relaunchten SRA-Seite eine monatliche Kolumne über das Thema Musik und Web 2.0 zu schreiben. Meine erste eigene regelmäßige Online-Publikation waren die "d-news", ein zweiwöchentlicher Newsletter über mp3 und digitale Musikdistribution, den ich von 1999 bis 2001 an über 500 AbonnentInnen verschickt habe. Seit damals hat sich viel verändert, Napster spielt keine Rolle mehr und neben E-Mule und Co. existieren zahlreiche legale Shops und Online-Labels. Social Communities wie myspace haben die "Demotape-Kultur" quasi demokratisiert, und immer mehr Musiker agieren nicht nur als Kreative, sondern kümmern sich zugleich selbst um Aspekte wie Distribution, Vermarktung und Booking.
Das Zeitalter der großen Majors scheint vorbei, trotz iPod und Co. vermiesen user-unfreundliche DRM-Systeme immer noch weite Teile des legalen Musikgenusses. Strukturen werden kleiner, Produzenten und Musiker vernetzen sich: noch nie waren Kollaboration so einfach abzuwickeln wie über das Netz. Musik produzieren wird auch technologische einfacher, Studiozeit oder sogar Homestudios immer leistbarer, in bare Münze lassen sich klingende Töne aber anscheinend immer schwieriger verwandeln. In meiner SRA-Kolumne, die auch hier auf datenschmutz erscheint, werde ich regelmäßig über meiner Meinung nach besonders spannende Beispiele für Überschneidungen von Netz- und Popkultur berichten - viel Spaß beim Nachlesen und -surfen. Über Kritik, Anregungen und Tipps freu ich mich natürlich.
Das Internet greift auf vielfältige Art und Weise in das weite Feld der Musikproduktion und -distribution ein: in den vergangenen Jahren zeichneten die Massenmedien, vorwiegend dank finanziell durchaus aufwendiger IFPI-Kampagnen, ein durchwegs verzerrtes Bild: von Raubkopierern und dem Ende kontemporären Kulturschaffens war häufig die Rede, während die riesigen Chancen der Vernetzung und Direkt-Distribution allen Beteiligten erst langsam bewusst werden.
erschienen auf SRA.at
Um eine typische Kategorienverwechslung zu vermeiden, hilft die klare Trennung zwischen Musikindustrie und Musik, denn trotz anderslautender Beteuerungen waren ökonomische Gründe nie die einzige Motivation für Musikschaffende. Zweifellos stimmt die Feststellung, dass die seit den 50er Jahren konsequent gewinnoptimierten Distributionsstrategien der Major Labels durch verschiedenste Online-Dienste unter Druck geraten sind - doch in dieser Kolumne wird nicht von strukturellen Vertriebsproblemen die Rede sein, sondern vom anderen Ende des Spektrums: von jenen Möglichkeiten, die das Netz Musikern bietet, um in Echtzeit zu kooperieren, um ihre Arbeit zugänglich zu machen und um sich zu vernetzen.
Denn das Read-Only Internet der 90er Jahre ist nach und nach zum vielzitierten Web 2.0 geworden. Aus passiven Usern werde aktive Mitgestalter, und was belächelte Home-Use Programme wie Magix Musicmaker vor einigen Jahren am heimischen PC leisteten, funktioniert inzwischen als browser-basierte Multi-User Anwendung. Von Napster zum digital vernetzten Studio: das Internet wird zum Spielplatz und zur virtuellen Begegnungsstätte von Musiker und ihren Fans: die wollen sowieso miteinander kommunizieren, und da das Internet die geeigneten Werkzeug dazu bereitstellt, liegt die "Migration" von immer mehr Bereichen auf der Hand: wie das Beispiel von last.fm nachdrücklich zeigt, ist das Internet nicht bloß günstiger Vertriebskanal: das hässliche Wort Musikmarketing bedeutet im Idealfall ja eigentlich nur, dass Musikhörer miteinander kommunzieren und eben jene Tunes, die sie interessant finden, weiterempfehlen. Diese Art der Verbreitung war früher auf direkte persönliche Kontakte beschränkt - wenn aus dem Schulhof plötzlich potentiell die ganz Welt wird, dann zittern "professionelle" A&Rs zu Recht um ihren Job - für die Kulturschaffenden, die definitiv nicht die Hauptbegünstigten des Musik-Business waren, sind das in der Tat erfreuliche Aussichten!
In der nächsten Ausgabe: was Social Communities für MusikerInnen tun können.
Beim q/talk peer2peer Tauschbörsen am vergangenen Dienstag gab es einige interessante Details zu erfahren. Die zentrale Frage lautete ja: sind Raubkopierer Verbrecher? Juristin Mag. Birke Schönknecht, Mitglied der Big Brother Jury und Rechtsberaterin der quintessenz hatte eindeutige Antworten parat.
Die Höchststrafe für gewerbsmäßiges Raubkopieren (über die Gewerbsmäßigkeit entscheidet dabei der Bezug eines regelmäßigen Einkommens) beträgt 2 Jahre. In juristischer Terminologie sind aber nur jene Delikte Verbrechen, die mit einer Freiheitsstrafe von 3 oder mehr Jahren "dotiert" sind - alles andere heißt korrekterweise eben nicht Verbrechen, sondern Vergehen. Zum zweiten enthält der Tatbestand Raub notwendigerweise die Anwendung von Gewalt, von einer Raubkopie zu sprechen ist daher schlichtweg Blödsinn. Mit anderen Worten: Musikkopierer sind weder Räuber noch Verbrecher.
Ebenfalls sehr interessant: der Download von geistig geschütztem Eigentum für private Zwecke ist zwar nicht legal, aber straffrei. Das schützt zwar nicht vor zivilrechtlicher Verfolgung, widerspricht aber doch ganz vehement jenem martialischen Bild, das die Musikindustrie derzeit gerne mit allem Nachdruck verbreiten möchte. Im übrigen erklärte Birke Schönknecht die aktuelle Gesetzeslage und wies auf die Problematik von peer2peer Clients hin: zwar führt der Download keineswegs ins Gefängnis, ist jedoch häufig mit einem gleichzeitigen Upload gekoppelt: Clients wie e-mule oder Azureus geben bereits heruntergeladene Teile von Dateien automatisch zum Upload frei, sodass man notwendigerweise nicht bloß herunterlädt, sondern eben auch zum Anbieter wird - und genau damit macht man sich eventuell strafbar.
Anhand eines österreichischen Gerichtsfalles aus dem Jahr 2001 erläuterte Mag. Schönknecht die realen Konsequenzen: ein Jugendlicher hatte das damals aktuelle Madonna-Album vor dessen Erscheinungstermin in einer Newsgruppe angeboten - er wurde zu einer Geldstrafe von 60 Tagsätzen (rund 430 Euro) verurteilt sowie zur Übernahme der Kosten für die Bekanntmachung des Urteils in einer einschlägigen Branchenzeitschrift. Fazit also: keine Madonna Alben in Newsgroups anbieten und das olle Geschwafel von den verbrecherischen Raubkopierern einfach nicht ernst nehmen.