Ich kann kaum schreiben, so geblendet bin ich von den strahlend weißen Wänden meines Büros. Dank massivem Abdeckfolien-Einsatz haben alle elektronischen Devices die Streichaktion farbkleks-frei überstanden. Wer auch demnächst mal die Silhouetten einstigen Wandschmucks in die ewigen Jagdgründe schicken will, dem kann ich die Innenraum-Dispersionsfarbe, die Hornbach als Eigenmarke verkauft, nur empfehlen: tolle Deckkraft und hohe Ergiebigkeit - was ich wieder zurück bringt zum dieswöchigen Panoptikum, denn dasselbe kann man mit Fug und Recht von Filesharing respektive Torrent-Downloads behaupten.
Naja, zugegeben - vielleicht nicht Deckkraft und Ergiebigkeit, sondern Marktdurchdringung und Geschwindigkeit, und genau deshalb werden Torrent-Pages auch nicht so schnell verschwinden, so Erik Dubbelboer und Niek van der Mass im Futurezone-Interview. Die Namen der beiden Herren lassen fraglos auf niederländische Herkunft schließen, aber was sie darüberhinaus zu dieser Aussage qualifiziert ist ihr Job: das Duo betreibt Mininova, laut eigenen Aussagen die populärste Torrent-Suchmaschine. Zwar kommt bald ein Prozess auf die Firma zu, aber dem sieht das Duo recht gelassen entgegen: [via phlow]
Wir denken, dass die klassischen Medien wie das Fernsehen nicht mehr funktionieren. Der freie Informationsfluss im Internet ermöglicht viel bessere Distributionswege. Ich selbst sehe kaum noch fern. Ich möchte Inhalte sehen, wenn ich Zeit dafür habe - und nicht dann, wenn sie gerade von einem Sender ausgestrahlt werden. Manche Unternehmen beginnen schon umzudenken und fragen uns etwa, wie sie von unserem "Content Distribution"-Modell profitieren können. Sie erkennen, dass der Kampf gegen Filesharing aussichtslos ist.
Man kann auf Twitter gar nicht öffentlich rülpsen - also was sollen schon für Benimmregeln gelten, fragt sich der Unbedarfte Neoblogger! Und zwar genau 20 Stück, glaubt man dem PR-Blogger. Und weil journalistische Reduktionsleistung und Fakten richtig wiedergeben Bloggern nicht liegt, wie Armin Durnher in Falter-Editorials dauernd schreibt, hier ein exklusiver Remix der Regeln 12. und 16. für datenschmutz-Leser:
Unerwünscht Twitter-Betteln ohne jeglichen Kontext ist "Gute Idee!" Und Zusammenhang nervt nur. Deshalb verzichten Sie auf Freiwilligkeit. Es funktioniert ebenso bei Tweets: jeder folgt Ihren Twitter-Gesprächen. Antworten irritieren. Ein wirrer Tweet für jeden, der das Prinzip "Klick mich" nicht kennt.
Drei Jahre alt wurde Microblogging-Service gestern, und sprechen hat er auch schon längst gelernt! Als Spätzünder kann man das Baby mittlerweile wirklich nicht mehr bezeichnen - es wird immer schwieriger, Personen zu finden, die nicht auf Twitter vertreten sind
TechCrunch hat aus jubilativen Gründen das Gründungslogo noch mal ausgepackt. Herzliche Gratulation!
Nicht Geheimagenten, um die muss man sich im Zeitalter der Constant Paranoia nun wirklich keine Sorgen machen. Aber Travel Agents, Stock Agents und so weiter... Seth Godin bringt's auf den Punkt:
The problem with being a helpful, efficient but largely anonymous middleman is pretty obvious. Someone can come along who is cheaper, faster and more efficient. And that someone might be the customer aided by a computer.
Und wie immer hat Seth auch die passende Antwort bereit - die liegt seiner Meinung in der vielbeschworenen Nische. Mit anderen Worten: die Paradigmen des Online-Marketing greifen langsam auf die "echte" Welt über:
To thrive in a world of self-service, agents have to hyperspecialize, have to stand for something, have to have the guts to say no far more than they say yes. No, you can't publish this book. No I won't represent you. No, don't take that flight. No, I won't sell this house, it's overpriced, list it yourself.
Eine eigene Rubrik zu diesem Thema bietet sich mittlerweile definitiv an - schließlich erscheinen jede Woche spannende Artikel zu den vielen Facetten des Zusammenbruchs klassischer Marketing-Modelle. Futurelab hat eine kurze Definition des Begriffsfeldes für Neueinsteiger:
Social media is part of the same "sharing" meme that has brought us the open-source movement, open APIs, Wikipedia and other examples of mass collaboration. An opportunity exists for "sharing" to penetrate into new areas of society and business via new innovations in social media. Opportunities also exist in the creation of new business models in which companies "outsource" tasks (i.e. marketing, R&D) to consumers.
Wer lesefaul ist, muss dagegen mit solchen Videos vorlieb nehmen. Aber der Wagen der rollt, und das Interesse steigt, weiß die Statistik. Und wie eine solche Social/Viral Kampagne im Bereich Soziales aussehen kann, zeigt ein aktueller Beitrag im Weburbanist.
Die Rückblicke auf die SEO-Campixx nehmen kein Ende: die SEOnauten haben ein Video mit den obligatorischen Crackhuren und Carlos hat 12 Teilnehmer vor seine Kamera gebeten, um sie zu Traffic-Tipps & Co. zu befragen [via SEOnauten].
Es soll ja SEOs geben, die aus abgelaufenen Domains ganze Satellitenstädte errichtet haben. Die SEOuxindianer stellt mehr und weniger empfehlenswerte Services zur rechtzeitigen Identifikation von Kaufkandidaten vor. Was mich doch einigermaßen überrascht, ist der die Tatsache, dass dieser Markt mittlerweile auch in .de sehr umkämpft scheint, schenkt man diesem Zitat Glauben:
Zonespy aktualisiert ein paar Mal in der Minute und ist damit sehr aktuell. Neben der Echtzeitsuche gibt es auch ein Archiv, mit den Domains der letzten 30 Tage. Dort findet man aber so gut wie nie etwas, da die Daten meistens nicht mehr stimmen und gute Domains nie länger als eine viertel Stunde frei bleiben. Trotzdem ganz interessant.
Das SEO-Handbuch empfiehlt Rücksichtnahme auf die stetig steigende Gruppe der Lohas - und in der Tat frisst der frühe Vogel den Wurm, denn eines steht fest: "ungespritztes Gemüse" ist ein weit weniger stark umkämpftes Keyword als "Klingelton":
Zugegeben, schaut man sich auf diversen Affiliate-Marketing Plattformen um, so muss man Öko-Produkte teilweise noch mit der Lupe suchen. Aber es gibt sie - auch außerhalb der etablierten Anbieter! Man muss nur etwas Suchen.
Themenspezifische Social News Portale bringen beträchtliche Vorteile gegenüber Generalisten - anlässlich dieser Tatsache preist Carlec-Webdesign die Vorzüge von SEOigg gegenüber Yigg:
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es mir in diesem Mini-Test nicht darum ging, wie viel Besucher ich direkt über Yigg oder SEOigg bekommen kann. Das wird die Statistik erst in einiger Zeit hergeben, sondern lediglich über den positiven Effekt eines themenspezifischen, vertrauensvollen Links in den Suchergebnissen.
In der Tag - SEOigg rockt und ist so gut wie spamfrei... kein Wunder, dass Big G der Seite hohen Trust ausspricht.
Tja, blöd gelaufen: da rennt man dem saftigen, riesigen Knochen hinterher, und dann ist da diese blöde Wand dazwischen! Moment mal, wo bin ich hier überhaupt? Legendärer Sleepwalking-Fail von Wuffi - entnommen übrigens aus dem grandiosen Failblog, dessen RSS-Feed in keinem zynischen Newsreader-Portfolio fehlen darf.)
Und das war's auch schon wieder mit dieser Woche: besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Und ein besonderes Shout-Out an RowC, der mich bei Mr. Tweet mit folgender Begründung empfohlen hat: "because he invented the Blogistan Panoptikum." Das freut mich natürlich - besten Dank und schönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!
Vimeo schickt ganz schön viel Post - aber wenn man mal damit begonnen hat, die Empfehlungen zu goutieren, kann man kaum mehr damit aufhören: kein Newsletter, in dem nicht mindestens ein Video-Highlight enthalten wäre: wie dieses Musikvideo zu "Codebreaker feat. Kathy Diamond: Fire (Jimmy Edgar Remix)" von Erik West. Ja, es handelt sich ausschließlich um "echte" Aufnahmen: der Matchbox-Animations-Look rührt rein von der Perspektive bzw. Nachbearbeitung her:
Tja, es gibt da eine TV-Werbung, deren Soundtrack bei Dauerwiederholung eine gewisse Ohrwurmqualität nicht abzusprechen ist. Es geht dabei um einen Schokoriegel, beim gleichnamigen Protagonisten handelt es sich um niemand geringeren als Ferreros Maxi King, den gekrönten Un-König des Werbepausen Hip Hop. Da trifft es sich ja ganz hervorragend, dass in der virtuellen Heimatstadt des Maxi King gerade ein großer Remix-Wettbewerb läuft, bei dem man sich eine Alternativversion zusammenklicken kann: 2 Wochen Miami sind der Hauptpreis, remixed wird über eine simples Flash-Applikation, und die sorgt durchwegs für ein paar Minuten fröhliche Song-in-a-Box Unterhaltung. Diesen Beitrag weiterlesen »
Früher glauben manche Männer, sie müssten unter anderem einen Baum pflanzen und ein Haus bauen. Aber Baugründe steigen immer weiter, und das mit den Bäumen ist in der Stadt auch ein schwierige Sache - also verleiht man in der Informationsgesellschaft wahlweise einfach einem Wort neue Bedeutung, und das ist mir letzthin gelungen: bei welt|weit|wort wird ds gelistet als jene Homepage, die dem Begriff neue Bedeutung verliehen hat.
Ein Wort, ein Website - und laut Beschreibungstext soll dabei der Kuriositäten-Kabinetts-Faktor nicht zu kurz kommen:
Mit welt|weit|wort entdeckst Du außergewöhnliche Websites: einmalig informativ, überraschend interessant, erstaunlich witzig oder auch völlig absurd. Oder Du gibst selbst Begriffen neu Bedeutung: Suche ein Wort und verlinke es zu Deiner außergewöhnlichen Website – Deine Website definiert dann den Begriff. Damit ist welt|weit|wort eine neue und ungewöhnliche Art, im Internet Begriffe zu definieren.
Freilich steckt auch eine ökonomische Motivation dahinter. Und die Monetarisierungs-Idee des neuen "Schlagwortkatalogs", der am 1. Juni gelauncht wurde, finde ich ausgesprochen originell. Es handelt sich sozusagen um eine remixte Neuauflage des Million Dollar Wiki:
Brich mit gängigen Definitionen und zeige anderen, was Du von einem Begriff hältst! Für den Preis von 1 Euro je Buchstabe kannst Du ein Wort kaufen und ihm eine Website zuweisen. Jedem Wort kann nur einmal eine Website zugeordnet werden, also gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ein schlafender Fuchs fängt kein Huhn. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Den letzten beißen die Hunde. Und, ach ja: Reden ist Silber, Schreiben ist Gold!
![]()
Soviel dazu - etwas schade finde ich, dass man keine eigenen Wörter vorschlagen kann, sondern lediglich bestehende Begriffe aus der Datenbank auswählt, diese umfasst aber bereits einen recht beachtlichen "Stock" an Keywords. Denn natürlich geht's in erster Linie um Keywords. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob eine Einzelseite ohne Beschreibungstexte, nur mit Begriff und Link, für einen SERP-Bonus ausreicht; allerdings finde ich die Idee originell und hab gleich mal 25 Euro in ein paar Begriffe investiert, darunter Werbung, Medienrummel und Medienplanung - nützt es nix, so schadet's auch nicht.
Sehr gut gelungen sind Bedienung und Bezahlvorgang: ganz ohne Registrierung wählt man lediglich den gewünschten Begriff, gibt die zu verlinkende Adresse ein und zahlt bequem und in Echtzeit via Paypal:

Auch die Regeln und Bedingungen wären ziemlich okay - die Seiten bleiben bis mindestens 31.12.2011 aktiv, danach behalten sich die Betreiber eine Abschaffung oder eine weitere Bezahlrunde vor - fairer Deal. Was mich allerdings stört, ist Punkt 6 der Nutzungsbedingungen:
Wir behalten uns vor, diese Regeln und Bedingungen jederzeit und ohne vorherige Ankündigung zu ändern.
Wozu dann überhaupt Nutzungsbedingungen? Zweifellos hat diese "Generalklausel" im Streitfall einen gewissen proaktiven Argumentationswert, Vertrauen weckt sie allerdings nicht gerade.
Wie ich allerdings zum Betriff Schmutzzulage komme, bleibt ein Rätsel: falls es sich um eine Promotion-Aktion des Anbieters handelt, dann ist diese gelungen: immerhin lesen Sie grade meinen Review über welt|weit|wort. Der Terminus Technicus existiert übrigens da draußen in der realen Welt wirklich, wie mir ein Blick ins Lindeonline-Forum verriet:
Der KV-Arbeiter im Eisen- und Metall verarbeitenden Gewerbe sieht eine stundenweise Schmutzzulage für Arbeiten vor, die im Vergleich zu den allgemein üblichen Arbeitsbedingungen eine außerordentliche Verschmutzung von Körper und Bekleidung des Arbeitnehmers zwangsläufig bewirken. Bei der Prüfung, ob diese Voraussetzung vorliegt, ist letztlich ein gewisser Beurteilungsspielraum gegeben. Schlosser haben sicher nicht schlechthin Anspruch auf Schmutzzulage, sondern es hängt von der konkreten Tätigkeit ab (vgl. zB bei Tankwart: nur Tätigkeiten wie Ölwechsel oder Anbringung von Unterbodenschutz werden als außerordentlich und zwangsläufig verschmutzend angesehen, siehe Lohnsteuerrichtlinien Rz 1134).
Hmmm... schon blöd, dass dieses Blog mein eigenes Projekt ist und ich nicht beim datenschmutz-Imperium angestellt bin: denn dann könnte ich zweifellos Schmutzzulage verrechnen:mrgreen:
Oder: Rambazamba deluxe, der alle popkulturellen Strömung der letzten 990 Jahre aussehen lässt wie 1000jährige Straußeneier. So bezogen sich die "Immer wieder Österreich" Sprechchöre während Non-Cordoba 2.0 wie man hört gar nicht auf das Spiel, sondern das brandneue Greatest-Hits Album der österreichischen Post-Situationisten monochrom. Oder, wie es der Pressetext - und nicht etwa dessen Schreiber - formuliert: "Erleben Sie live: Nicht nachzuvollziehende Stimmungsschwankungen, hormonelle Desorientierung, Identitätsschlamassel vom feinsten, Rebellion ohne Grund aber gut begründet, ausgesuchte gemischte Peinlichkeiten, legendäre Rollenkonflikte und natürlich jede Menge Verstocktheit, Unsicherheit und Kommunikationsverlust und splitterndes Glas."
Am 10. Juni fand im Klub Ost das Fest des fünfzehnjährigen Bestehens statt. Die Sache mit dem undankbaren Alter haben sie allerdings falsch erkannt:
Fünfzehn ist ein undankbares Alter. Du siehst aus wie siebzehn und man behandelt Dich wie dreizehn.
Das gilt bloß für Menschen, mit Künstlergruppen ist das so ähnlich wie mit Hundejahren: die ersten zwei zählen bloß halb, die nächsten drei normal, das sechste doppelt und ab dann geht's los wie bei der Schachlegende, von wegen Reiskorn-Verdopplung pro Feld uns so - in Wahrheit sind die monochroms also schon 2050 Jahre alt. Herzlich Gratulation jedenfalls!
Und das wichtigste: diese CD gibt's (noch) nicht bei Amazon, man könnte aber bestellen:
Die CD kann ab sofort per Remail bestellt werden und für die Vinylausgabe (erscheint voraussichtlich im August können Vorbestellungen gemacht werden.)
Die CD kostet 15,- Euro + 2,- Euro Porto.
Die LP wird voraussichtlich billiger abgegeben.
Und die ersten 10 LP-Vorbestellungen bekommen sie natürlich portofrei.
Natürlich gibt es die Stücke auch bereits in allen relevanten Onlineshops als Downloaden für die ganz Anspruchslosen.
Mehr Infos und jede Menge weitere bestellbare Goodies, inklusive diverser Print-Publikationen, findet man im monochrom Verlagsprogramm. Aber wieder zurück zum Album: Es beinhält neue und in der Regel komplett überarbeitete Versionen von alten Hits wie "Garz", "Let’s network it out", "Farewell to overhead, "Ebay the force" (im
absoluten Wahnsinns-Remix von Hans Nieswandt) etc. und einige neue Stücke wie "Lidl Girl" und "Killing Capitalism with Kindness" (feat. Gerald Votava). Eine ausführliche und sehr lesenswerte Rezension des Werkes hat Christian Heller aka plomplom verfasst, Hintergrundinfos zu den einzelnen Tracks stellen die Artisten selbst bereit, zum Anhören gibt's leider nix: aber manche Katzen muss man eben mit Sack kaufen, zumindest, wenn's letzteren gratis dazu gibt. In diesem Sinne möchte ich aus dem Opener-Track zitieren: "Dark-Waver! 16jährige Dark-Waver! Wir kommen, um euch zu holen!"
Eines haben Elektronik-Festival mit Skikursen auf jeden Fall gemeinsam: am dritten Tag folgt unausweichlich ein leichter konditioneller Einbruch. Da kam's ganz gelegen, dass gestern im Dom relaxter und deeper klassischer Chicago-House am Programm stand. Die Überraschung des Abends lieferte dabei Robert "The House of Voice" Owens, der nach seinem Live-Auftritt die Crowd mit einem großartigen, energetischen Set in verleichsweise ekstatische Bewegung versetzte. Aus essens- und chilltechnischen Gründen mussten wir Senor Coconut, der das Orpheum bereits um 21 Uhr beehrte, allerdings leider auslassen.
Clemens Neufeld begann mit einem recht netten Warm-Up Set, in dessen letztem Drittel dann auch einige Floorsmasher folgten. Danach war allerdings eine Stunde Tanzextase-Pause angesagt, denn bei Robert Owen's Live-Auftritt ging's ein paar Ecken ruhiger zu. Das Live-Konzert selbst fand ich ganz großartig - man muss Owens ja fast mal live singen hören, um sich vorstellen zu können, wie wenig Studio-Wizardry bei seinen Stimm-Parts erforderlich ist. Top war auch der Perkussionist, der später noch das folgende Set mit eleganten Trommelwirbeln aufpeppte. Als vorletzte Nummer folgte dann noch "I don't make you happy" und ich war mit der Housewelt restlos versöhnt.
Eigentlich hatte ich ja vermutet, dass Owens beim Plattendrehen auch eher der soften Spielart frönen würde, but no: die stimmgewaltige Ikone kann mit Vinyl genauso gut umgehen wie mit Stimme: ein Chikago-Klassiker (Remix) folgte auf den nächsten, Miami-Bass Einlagen und uralt-Parts ("Today we gonna take you back to 1985 - just as if house music was stille alive.") wurden gekonnt mit ruhigeren Synthie-Flächen gewechselt: jeder Drop ein Volltreffer, sozusagen. Also mehr als ein würdiger Opener für Grandmaster Larry Heard, der dann gegen halb drei die Kontrolle über die 1210er übernahm. Mr. Fingers gilt ja nicht grundlos als einer der Housemusik Grand-Seigneurs - und seit Set fand ich erwartungsgemäß ganz hervorragend: wenig bis gar keine Effekthascherei, stattdessen perfektionistisch gemixte, deepe Housetracks - rolling Sound, der allerdings beim Publikum nicht so recht anzukommen schien: entweder lag's am besagten Konditionstief oder daran, dass alle unbedingt die Whignomy Bros und Josh Wink in der Postgarage hören wollten: jedenfalls war der Dom um halb vier höchstens noch zu einem Drittel gefüllt; ich hab die Postgarage gestern ausgelassen und mich nach Larry auf den Nachhauseweg gemacht. Einzig die Visuals hinkten gestern im Dom ein wenig... die simplen, Winamp-Visual ähnlichen geographischen Konstrukte von Lichtarbeit ohne jegliche originelle Elemente fielen weiter hinter die Qualität der Musik zurück - aber ich war ja nicht zum Gucken, sondern zum Hören im Dom, und in dieser Hinsicht war's für mich ein sehr gelungener Festivaltag.
War jemand aus der verehrtnen LeserInnenschaft gestern in der Postgarage bzw. vorher im Orpheum? Würd mich interessieren, was Josh Wink so getrieben hat. Und heute? Egal ob's regnet oder nicht, am späteren Nachmittag werden erstmal ein paar monströse steirische T-Bone Steaks über glühende Kohlen gejagt, und anschließend geht's erstmals ins PPC zu Kid Blue, Hannah Holland und MC Chickaboo, danach dann weiter in den Dom zu Marky + Stamina. (Aber bloß nicht zu früh. Ein voller Bauch studiert nicht nur nicht gern, er bleibt auch ungern wach, wenn Gilles Peterson auflegt.) Je nach Quecksilberstand des Partythermometers werden wir das Springeight dann entweder mit Mr. C im Dom oder mit Herrn Luke Vibert in der Postgarage ausklingen lassen.
Beim Auftakt zum diesjährigen Springfestival hatte Petrus ein Einsehen: die Open Air Kick-Off Party in den Kasematten blieb vom Regen verschont - statt fetter Tropfen stellten sich phatte Beats en masse ein. T-Mobile, Hauptsponsor des Opening-Events, dürfte zufrieden sein: motivierte Musikanten und eine feierwillige Partycrowd über den Dächern von Graz - das Opening Concert war ein würdiger Auftakt for things to come. Die charmante Schwedin Robyn sollte eigentlich um drei Uhr früh auf Technoparties auftreten - mit Doppelschlagzeug-Besetzung und beeindruckender Stimmenergie lieferte sie eine sympathische Interpretation von Post-Pop-Electro ab, die etliche Beinpaar in Bewegung versetzte.
Danach folgte meine persönliche Überraschung des Abends: ich hab Roni Size nämlich noch nie mit seiner Band Reprazent live gehört. Kurz gesagt: triple wow. Vor allem der unglaublich präzise und schnelle Drummer und der Bassist rangen wohl so ziemlich jedem Breakbeat-Afficionado Bewunderung ab. Von Roisin Murphy hab ich aufgrund eines zwischenzeitlichen Ausflugs in die Homebase nur die letzten zwei Nummern mitbekommen - ebenfalls sehr solides und grooviges Handwerk. So richtig mies fand ich den Hauptact The Streets: klar mag ich (wer nicht?) seine ersten beiden Alben, aber diese Playback-Performance mit pubertären Stimm- und Showeinlagen kann Mike Skinner meinetwegen im Seniorenclub aufführen... außerdem fand ich die dauerenden Drogen-Zwischenansagen (Gimme some cocain. Gimme some LSD. Gimme some extasy. No, seriously. I want drugs.) sowas von deplatziert und kindisch... da hätt ich mir weit mehr erwartet - und bin dann auch frühzeitig in den Dom im Berg runter spaziert.
Btw: danke am T-Mobile (für's nächste Eletronic Beats wird's auf datenschmutz ein paar Karten zu gewinnen geben) für die Einladung und die Übernachtung im Weitzer - sehr nettes Hotel, wobei ich allerdings vergleichsweise wenig Zeit am Zimmer verbracht habe: denn nach den Kasematten ging's wie erwähnt weiter in den Dom, der sich ab 12 ziemlich schnell füllte. Tanzen mitten im Berg, das ist wohl ziemlich einzigartig. marfloW sorgte für einen vergleichsweise gemütlichen Start, Punks Jump Up rissen mich mit ihren quick'n'dirty Remixes nicht gerade vom Hocker - aber Busy P brachte dann gemeinsam mit Mehdi, der übrigens voriges Jahr im WUK bei der gap 10-Jahresfeier die ehrenvolle Pflicht des Hauptact-Seins übernahm, ziemlichen Schwung in die Hütte. Brodinski hab ich dann nicht mehr gehört, weil ich von der Drumandbass-Sause im PPC noch was mitbekommen wollte.
Als ich gegen halb vier dort den Floor enterte, war gerade Liquid-Legende Fabio am Werken - und zwar mit heftiger MC-Action von LowQui, SP:MC und Rage. War eine Zeit lang recht nett, aber relativ bald wurde mir die Wort-pro-Sekunde-Dichte geringfügig zu hoch. Nach der ersten halben Stunde von Bryan G machte ich mich auf den Heimweg - schließlich folgt mein Highlight heute Abend: in der Postgarage techno-re-tisieren Arabian Prince aka Prof. X, den ich gestern auch schon bei der Opening Party getroffen habe, gefolgt von Egyptian Lover und Jamie Jupiter, fürs Grande Finale um vier Uhr ist Juan "Magic" Atkins zuständig, dessen RB Music Academy Lecture heute Nachmittag um vier stattfindet; vielleicht geht sich ja sogar ein Interview aus. Jedenfalls ein gelungener Auftakt - schöneres Wetter steht noch ganz oben auf der Wunschliste für den Rest des Festivals, zum Vor-Chillen im Stadtpark (heute mit Simon LeBon) ist's momentan fast zu kühl. Generell kann ich nach zwei Jahren Spring-Pause bisher nur eine alten Wicki-Spruch zitieren: ich bin entzückt!
Vor nicht allzu langer Zeit hab ich hier auf datenschmutz Identicons aktiviert und vorgestellt. Es handelt sich dabei um automatisch generierte Avatare für KommentatorInnen, die keinen Gravatar verwenden. Denn wenn nur einige wenige User Gravatare benutzen, dann führt das zu einer recht ungleichen Verteilung der Aufmerksamkeit - Identicons lösen das Problem recht elegant, indem sie jedem User entweder anhand des Logins bzw. anhand der IP-Adresse eine eindeutige, automatisch generierte Grafik zuweisen, die beim ersten Mal serverseitig erstellt wird und dann bei jedem weiteren Kommentar des gleichen Schreibers zum Einsatz kommt.
Ich persönlich bin ja hochgradig zufrieden mit den geometrischen Musterchen, die man im Backend frei farblich konfigurieren kann. Da aber MC-Escher'sche Muster zweifellos nicht jedermann/fraus Sache sind, hat Scott Sherill einen "Remix" angefertigt: WP_MonsterID funktioniert analog zum Original, allerdings mit einem kleinen, feinen Unterschied: anstatt Muster werden Monster generiert. Die haben einerseits einen recht hohen "Cuteness-Faktor", andererseits passen sie grafisch vermutlich auch um einiges besser auf verspielte Blogs. Wie das ganze aussieht, verrät ein Blick in den Kommentarthread auf der Downloadseite.
Ich werd vorerst trotzdem beim Original bleiben - zumindest so lange, bis irgendein talentiert Grafiker WP_SkullID programmiert und jeder Besucher eine customized Totenschädel bekommt
Bin auf jeden Fall gespannt, ob Scotts Idee weitere Plugin-Remixes inspiriert!
| 6. Dezember 2007 21:00 | bis | 7. Dezember 2007 4:00 |
Die Wiener Drumfunk-Crew Gravity feiert am Nikolaustag ihren vierten Geburtstag - und zwar mit einem Meister breakbeatigen Sound-Wahnsinns: Fanu is in the house, genauer gesagt in der Fluc Wanne. Und ich würd ja Karten verlosen, aber das erübrigt sich in diesem Fall, denn der Eintritt ist gratis.
Ort des atmosphärischen Trommelwirbel-Geschehens ist die Fluc_Wanne (Praterstern 5, 1020 Wien). "The Otherness. A cetain degree of David-Lynchism", so beschreibt der Finnen seinen Sound, in dem sich Jungle-Einflüsse ebenso wiederfinden wie Electronica-Klangwolken. Fanu ist übrigens nicht nur gefragter DJ, sondern auch begehrter Remixer, kürzlich unter anderem für die Nine Inch Nails und Bill Lasswell. Also sagen wir's, wie es ist: ein Pflichttermin.
Line-Up:
Sowas kommt raus, wenn sich Doktoranden zu lange mit soziologischen Erklärungsmodellen beschäftigen. So denn - nachdem sich die Kommunikationswissenschaft schon jahrelange mit jenem Modell abplagt, das alles und jedes erklären soll, freut sich die datenschmutz Remix-Abteilung, Ihnen exklusiv das ultimative Modell der "reziproken Massen- und Indiviualkommunikation" präsentieren zu dürfen, das schließlich doch noch alles erklärt:

Am 26. Oktober erschien Wolfgang Dorningers aktueller Longplayer "8k" - datenschmutz verlost zwei Stück des aktuellen Albums. Von einem abgeschlossenen Werk kann freilich keine Rede sein: die acht Stücke sind erst die Ausgangspunkte für eine Serie von Performances, die das Klangmaterial laufend neu interpretieren und mittels Tubeplug-Software die klassische Konzertsituation mit Online-Kollaboration verbindet:
Das Stück 8K=8K+-(G)<>(A)<>(N) besteht aus acht abgeschlossenen elektro-akustischen Kompositionen. Diese werden auf einer CD veröffentlicht. Das Werk ist in dieser Form aber noch nicht abgeschlossen, weil alle acht Musikstücke (8K) auf unterschiedlicher Weise (G)<>(A)<>(N) neu live interpretiert werden. Diese Neu-Interpretationen werden dann laufend im Internet auf der Homepage des Künstlers veröffentlicht. Erst durch diesen Prozess wird das Werk abgeschlossen.
Die Formel 8K=8K+-(G)<>(A)<>(N) steht dabei für die drei verwendeten Bearbeitungsweisen: granulare, analoge und virtuelle Eingriffe erlauben ein komplexes Wechselspiel, das den Blick auf das Thema "Remixen" erweitert. Klingt abstrakt, aber höchst spannend: irgendwo zwischen Industrial, Ambient und Experimenten der durchwegs auch mal brachialeren Sorte ist das Ergebnis angesiedelt und hört sich folgendermaßen an:
8k
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Easy Moneyk
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
min/max
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
datenschmutz verlost zweimal 8k - wer gewinnen möchte, hinterlässt wie üblich einfach einen Kommentar zu dieser Story. Bonusrunde: wer selbst ein Blog schreibt und dort die 8K Verlosung ankündigt und verlinkt, bekommt ein zweites Los für die Ziehung und hat damit doppelt so hohe Gewinnchancen!
Bitte unbedingt eine korrekte E-Mail Adresse eintragen, sonst wird's nix mit der Gewinnverständigung. Das Gewinnspiel endet am 25. November. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Preise können nicht in bar abgelöst werden. Im Übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.
Wie bist du auf die Idee zu dem Remixprojekt 8k gekommen?
Die CD "8k" ist das Basismaterial für das Remixprojekt "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)". "8K" ist die technoide Seite von mir und "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)" die experimentelle. Mich haben immer die Ränder interessiert, nie der Mainstream, auch nicht das, was gerade angesagt war. Mich haben immer die Entwickler mit all ihren Ecken und Kanten mehr interessiert, als die Bands, die dann die Zeichen geglättet haben.
Bei "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)" erforsche ich selbst, wie weit ich meine eigene Musik an den Rand drängen kann.
Wie genau sind die einzelnen Remixes entstanden? Und wie funktioniert bei tubeplug der Arbeitsablauf?
Die einzelnen Remixe entstehen immer nur live. Folgende Techniken werden da eingesetzt: (G) ist die granulare Bearbeitung, (A) die analoge und (N) die Netzwerkbearbeitung. Beim Prozess (G) re-komponiere ich Teile von "(k"-Stücken mittels einer granularen Software, die es mir erlaubt "on the fly" teile oder größere Abschnitte meines Loops, Sounds neu zu gestalten, neu zu komponieren. Aus einem Beat entsteht z.B.: eine Fläche und aus der Fläche wiederum ein zerhackter Beat. Bei (A) geht es dann eher traditioneller zu. Ich habe bis auf 2 Stücke alle Stücke von der CD "8k" in 1-taktige Loops zerlegt und bei dr.dub auf Dubplates schneiden lassen. Pro Dubplate sind da ungefähr 70 Loops auf einer Seite. Diese Loops werden dann live ganz DJ-mäßig neu zusammen gemixt. Bei (N) kommt das von dir bereits erwähnte tubeplug vor. Das tubeplug wurde im Auftrag der t-u-b-e München (eine Klanggalerie für radiophone Kunst, Installationen und Audio-performances) von Dr. Jörg Stelkens (Crusher X, Peer Synth, ...) programmiert.
Das tubeplug ist ein VST-plugin, das ich innerhalb meiner gewohnten Hard-Disk-Recording-Software sowohl als Sender, Receiver und Server verwenden kann. Also ich sende meine Musik via Sender an alle Mitspieler, via Receiver erhalte ich alle Signale von den Mitspielern und der Server ist die Schaltstelle. Kommunizieren tun wir über den Chat, der im Receiver implementiert ist. Wichtig ist eine fette Internetleitung, weil es dann weniger Latenzzeit und bessere Soundqualität gibt. Ganz wichtig ist auch: tubeplug ist Freeware und kann über die t-u-b-e (http://www.t-u-b-e.de/) heruntergeladen werden.

3) 8K thematisiert konzeptionell stark die Prozesshaftigkeit des Entstehens von Musik. Muss der Hörer den Entstehungsbackground kenne, um die Musik zu "verstehen"?
Wenn man die CD "8k" ein bißchen im Ohr hat, dann wird man beim Remix-Konzert "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)" größere und kleinere Teile wieder erkennen und die Prozesse besser verfolgen können. Nötig ist das überhaupt nicht. Jeder Abend ist ein neues Abenteuer, wo ich am Anfang auch noch nicht weiß, was wirklich passiert. Ich kenne den Weg ganz genau, habe auch eine klare Partitur für den Abend vorbereitet und dennoch ist alles möglich.
Warum? Ich selbst mische und rekomponiere mit unterschiedlichen Medien (G) & (A) und spiele mit Kollegen (N) zusammen, die ganz wo anders vor ihrem Computer sitzen, keine direkte Interaktion mit mir und dem Publikum haben, für ein Publikum, mit dem ich als einziger im Kontakt stehe. Bei stop.spot 2007 in Linz waren die (N)-Mitstreiter Werner Jauk (Graz) und Marcus Obst (Crottendorf, D). Wir haben sehr schöne Proben gehabt, aber live hatten wir sehr unter der Wechselhaftigkeit der Internetleitung gelitten. Da musste ich einiges umwerfen, was meinen Kollegen sicher alles abverlangt hat.
Marcus hat alle Jams/Proben, an denen er teilnahm, mitgeschnitten und hat letztes Wochenende in seinem Studio sein eigenes "8k"-Stück davon "geremixt". Es wird demnächst auf seinem Label fieldmuzick auf CD erscheinen. Seit diesem Moment weiß ich, dass ich ein sehr schönes Projekt am Laufen habe
4) Wo beginnen die Grenzen zwischen Remix und Neuaufnahme zu verschwimmen?
Bei stop.spot 2007 war "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)" schon mehr Neuaufnahme denn Remix. (A) ist Remix, (G) liegt zwischen Remix und Neuaufnahme und (N), so ist meine Erfahrung ist schon kein Remix mehr, auch wenn meine Kollegen mit meinem "8k" Material von der CD arbeiten, definitiv eher Neuaufnahme. Da höre ich zwar meine Sounds, aber ziemlich fremde Stücke.
Nun ja, ich habe die Kiste geöffnet und jetzt geht es ziemlich ab. Gibt es was Schöneres?
5) Sind die Tracks am Album abgeschlossene Stücke, oder siehst du sie eher als Snapshops eines bestimmen Zeitpunkts einer imaginären Entwicklungslinie?
Die Album-Tracks sind abgeschlossene Stücke, aber definitiv mit Blick auf "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)" hin entstanden. Alle Stücke sind, bis auf "Demix", innerhalb eines Monates bei langen Studio-Rallye's entstanden. "Demix" ist im November 2006 entstanden und ist der eigentliche Auslöser zu "8k" und dem Remix-Projekt.
Was habe ich dem base Hausgraphiker Alex Kellas (of Familie Seelig fame) in einem Mail für das Cover geschrieben:
Alex: "Was ist deine core message für 8k?"
Fadi: "tempo, drive, abgedreht, unangepasst, hoch rauf auf den berg - dünne luft, geld beim fenster raushauen, nix mehr kosten vs qualität, high sein (im positiven - nicht wegdröhnen), .......
Was wäre die core message für "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)":
Breiter Bogen zwischen Schärfe und Unschärfe, zwischen Original und Zitat, zwischen Digital und Analog, zwischen Egotrip und collective composition, zwischen live und Archiv, Echtzeit und Verzögerung.
Mehr Infos zum Stück "8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)"
8k" gibt's im base shop, im Fachhandel und hier auf datenschmutz - wer gewinnen will, hinterlässt wie üblich einfach einen Kommentar.
Diesmal habe ich die besondere Ehre und Freude, das Blog eines ehemaligen Studienkollegen vorzustellen: die Graue Eminenz ist inzwischen ebenso wie der Verfasser dieses Beitrags beruflich mit dem Netz liiert. Auch nicht schlecht: die Mighty Optical Illusions zeigen eindrucksvoll, wie sehr man sich in der eigenen Wahrnehmung doch täuschen kann.
Die Graue Eminenz ist umgezogen und bloggt neuerdings auf Wordpress.com. Wir haben gemeinsam Publizistik studiert, in einer legendären Gruppenkonstellation jede Menge Seminararbeiten gemeinsam geschrieben (ich sag nur: "Der Golfkrieg in den Medien") und verschiedenste studentische Belustigungen nicht bloß aufgesucht, sondern mindestens unsicher gemacht. Und der höchste Party-Headcount in Günters damaliger Einzimmer-Wohnung lag irgendwo deutlich jenseits der 50... der Spitzname rührt nicht zuletzt daher, dass Günter nicht gleich nach der Schule mit dem Studium begann, sondern einige Jährchen in der Bank beschäftigt war. Inzwischen haben wir alle den Publizistik/Politikwissenschafts-Parcours absolviert, und die Graue Eminenz hat ihren Wirkungsbereich ins Büro der Presse verlegt - selbstverständlich in die Online-Redaktion. Am Blog stehen keineswegs bloß News im Vordergrund, sondern auch Remixes an der Grenze von Kunst und Tagebuch, schön formuliert unter dem griffigen Titel "Aus dem Leben eines manischen Stadterotinators". Schauen Sie sich das an - ein E-Mail Interview folgt demnächst.
Alles andere als unbekannt und definitiv seit Beginn unter meinen Feedreader-Top-Ten ist ein Blog, das sich mit den Bedingungen der menschlichen Wahrnehmung auseinandersetzt: die Mighty Optical Illusions, die hier täglich präsentiert werden, stammen aus ganz verschiedenen Bereichen: "unmögliche" Architekturen, Spiele mit Distanz und Größe, statische Muster, die Bewegung vortäuschen... die gängigsten Illusionen kennt jeder aus Schul- und Psychologiebüchern, aber auf diesem Blog findet man längst nicht nur bekanntes, sondern auch jede Menge Exoten: von Scheinbar 3dimensionalen Wandbildern bis zu unglaublichen Phantomfarben führen die mächtigen optischen Illusionen dem interessierten Betrachter anhand unerwarteter Effekte die Funktion unserer Wahrnehmung buchstäblich vor Augen. Als großer Bewunderer und Fan Heinz von Försters sind solche "Illusionen" für mich weit mehr als bloß unterhaltsame Spielereien: handelt es sich dabei doch um experimentelle Nachweise der "Beschränktheit", oder besser gesagt Bedingtheit, unserer Wahrnehmung. Denn während die meisten Menschen geneigt sind, ihre primären Sinneseindrücke mit so etwas wie Objektivität zu verwechseln, ist unser Gehirn in Wahrheit pausenlos damit beschäftig, die Welt im Kopf zu konstruieren.
Wie immer gilt: wem der Sinn nach einer Vorstellung hier auf datenschmutz steht, der möge dies in den Kommentaren kundtun - zwar stehen schon einige Blogs auf der Warteliste, aber es gibt ja auch noch viele Montage!
Der SommerSoundTrack Karneval ist zu Ende - vielen Dank an alle TeilnehmerInnen! Insgesamt gab's wie erwartet eine große Bandbreite an Präferenzen, aber auch etliche Überschneidungen.
In diesem Beitrag gibt's die Gesamtliste aller SommerSoundTrack KarnevalistInnen. Die Verlosung der sechs Alben erfolgt am kommenden Montag, wer noch einen Beitrag "nachnominieren" möchte, kann dies bis Sonntag gerne tun.
Die GewinnerInnen werden von mir Anfang kommender Woche via Email verständigt. Wie angekündigt gibt's ein Los für jede/n, wer die untenstehende Gesamt-Karnevalsliste auf seinem Blog veröffentlicht, bekommt ein zweites Los. [Die Erklärung, warum ich eine solcher Querverlinkung am Ende des Karnevals für sehr sinnvoll und positiv für alle TeilnehmerInnen finde, gibt's hier.] Und bei der überschaubaren Zahl an TeilnehmerInnen eine über 50%ige Gewinnchance auf eines der folgenden Alben:
The Brendan Adams Trio: Pearly Sue
Timbaland: Tim's Bio
Nova Drive: Headtrip
Jay-Z: Greatest Hits
Amaree: Amaree
Moloko: All Back to the Mine - A Collection of Remixes
In diesem Sinne - ein schönes Wochenende + nochmals Danke fürs Mitmachen!
PS: Bis zum 12. November läuft übrigens noch das Supershirt Gewinnspiel. And there's a lot more to come :grin:
Die Blog-Parade Mein SommerSoundTrack dauert noch bis zum 2. November - ich möchte gern von meinen LeserInnen wissen: was war Ihr/euer persönlicher Soundtrack des Sommers? Hier nun wie angekündigt mein eigener Beitrag. Musikalisch betrachtet hab ich einen stilistisch und genre-technisch durchwegs gemischten Sommer hinter mir, wobei allerdings dubbige und hip hoppige Sounds eine durchwegs dominierende 30-Grad-plus Rolle spielten.
Ich hab's zum ersten Mal gehört im Auto auf der Fahrt nach Graz - keine Rede von adäquaten Subwoofern, aber dieser Mix ist solideste Handarbeit: DJ Food & DK: Now Listen Again erschien in diesem Jahr am Solid Steel Label. Dass DK fein scratcht und Food einen exzellenten Musikgeschmack hat, war schon vorher klar. Überraschend allerdings die komplexe Reise durch unterschiedlichste Studiowelten: von Timbaland über Cut Chmist zu Pepe Deluxe und wieder zurück, von Gorgio Moroder zu Aphex Twin - die beiden Reiseführer durchs (broken) Hip Hop Universum packen mehrere Jahrzehnte in ihren Mix und droppen gegen Ende dann sogar noch den Qemists '03 Remix von "Swords in the Dirt" (Roots Manuva feat. Rodney P.) sowie - und spätestens an diesem Punkt sollte die Bassbox bei Fuß stehen - "Tarantula" von Pendulum und Fresh. Großes Ohrenkino... und definitiv eine meiner Heavy Rotation Schreiben im vergangenen Sommer.
"Where my dawgs at?" Irgendwo hab ich vor kurzem gelesen, DMXens alte Produktionen klängen nach Casio-Synthies. Shame on whoever wrote that! "It's dark and hell is hot" von 1998 ist ein episches Meisterwerk. Ich muss ja gestehen, dass ich die Qualitäten dieses Albums seinerzeit durchwegs übersehen hab - vor allem die textlichen: "Damian" und "The Convo" liefen in meiner Neuerwerbung dieses Sommers (ein Sony-MP3-Player. Yup. MP3. Nicht Atrac4.) auf heaviest rotation possible. Die späteren Alben kommen da kaum mehr ran... und irgendwie hat mich DMX in einen unheilvollen Strudel früher Kindheitserinnerungen im Osttiroler Ghetto gesogen... nee, Quatsch. Aber ich hab jede Menge reminisziert, Zeitreisen via Audio: und Wu Tangs "36 Chambers" widersetzt sich immer noch hartnäckig jedem Remastering. "Can it be that it was all so simple then?" Naughty by Nature 1995 in der Wiener Arena, Gang Starr einige Jahre später in der Szene und dann ein zweites Interview mit meinem lyrical Hero Guru, als er mit Jazzmatazz im Metropol auftrat - yup, Hip Hop trägt die Hauptschuld an meiner Liebe zur Musik. Und in diesem Sommer hab ich meine Soundroots extensiv gewürdigt.
Natürlich war da noch eine Menge mehr, über die ich großteils bereits auf datenschmutz geschrieben habe: Dubblestandart, Shantel, Samon Kawamura, D.Kay, Stereotyp (Keepin' me!), Underwolves, MC Mankind, Deep Dish, Spiral Tribe, Trentemoeller, Little Louis Vega, und und und - but first and foremost I can't forget my wicked sound engineers - und hier gibt's auch gleich was zum Anhören. Ladies and Gents, vereinte eklektische Popfans: give it up for the one and only mysterious sound engineers from inner space:
Während für die westlicheren Gefilden .at's Meteorologen demnächst Schneefälligkeit prognostizieren, freue ich mich über weitere Einreichungen beim datenschmutz SommerSoundTrack Karneval. Bis 2. November bleibt Zeit, einen eigenen Beitrag einzureichend und mit ein wenig Glück eines der fünf Alben zu gewinnen.
Sabrina aka Weird Sista, gap-Kollegin seit den frühen schwarz/weiß-Tagen (nein, nicht damals, als the gap noch einfarbig gedruckt wurde, sondern damals, als die Welt noch s/w war!), hat ihre Sommercharts zusammengestellt, und die Selektion deckt sich zu einem hohen Grad mit meiner Playlist - ich sag nur: Stereotyp feat. Sandra Kurzweil: Keepin' Me... Jahrtausendtrack!!!
Greg ließ sich von einer Mischung aus verschiedenen Jahrhunderten beschallen: King Crimson und John Lee Hooker stehen ebenso auf der Liste wie verschiedene klassische Kompositionen aus dem Barock. Und auch die Top 10 des Ostsee-Club24 erstrecken sich über mehrere Dekaden - "Summer Son" gehört auch zu meinen Faves, und den "Say what you want" Remix mit Method Man find ich allein schon deshalb genial, weil ich schwer bezweifle, dass Texas und Meth je gemeinsam im Studio waren... dennoch phat! S.O.S. aka Lady Smiles votiert für Mario Biondis großartiges "This is what you are", der Waldviertel-Blogger ließ sich von heimischen Songs der Band stoahoat und bazwoach beschallen.
Der SommerSoundTrack Karneval läuft noch bis zum 2. November - wer mitmachen möchte bei Karneval und Gewinnspiel ist natürlich herzlich eingeladen. Ob Top-10 Liste oder Kurz-Essay: Form und Inhalt sind völlig frei. Ich freue mich auf weitere Einreichungen!