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	<title>datenschmutz &#187; Rhythmus</title>
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		<title>US Election Monitor: Automatische PR-Analyse</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 10:10:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der US Election 2008 Monitor erlaubt interessierten Hobby-Politologen, die Medienberichterstattung über die einzelnen Kandidaten genau zu verfolgen und auszuwerten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten ist bereits Monate vor dem entscheidenden Urnengang medienbeherrschendes Thema. Die KandidatInnen fahren die volle Palette an PR-Maßnahmen auf, Heerscharen von Imageberatern zimmern den passenden Kontext und feilen an der Außenwahrnehmung der von ihnen betreuten potentiellen PräsidentInnen. [<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/oe1/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ö1">Ö1</a> <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/netzkulturkolumne/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Netzkulturkolumne">Netzkulturkolumne</a>, veröffentlicht auf <a href="http://oe1.orf.at" rel="nofollow" class="liexternal">oe1.orf.at</a>]</p>
<p>Ein unmittelbares Spiegelbild ihrer Erfolge ist die Medienberichterstattung: keine größere Firma, keine Partei verzichtet freiwillig auf die laufende Auswertung der aktuellen Berichterstattung. Rein quantitative Methoden greifen dabei zu kurz: zwar mag in manchen Bereichen durchaus die umstrittene Maxime “Jede Werbung ist gute Werbung” gelten, die Politikberichterstattung allerdings hat in diesem Punkt ihre eigenen Gesetze. Während Papierdokumente vergleichsweise mühsam zu erfassen, lassen sich Trends im Netz quantitativ viel leichter fassen. Der wohl bekannteste Service in diese Richtung, <a href="http://www.google.de/trends" class="liexternal">Google Trends</a>,  nutzt die Suchanfragen der Benutzer, um die Liste der heißesten Begriffe zu erstellen.</p>
<p>Andere Analyse-Instrumente gehen mangels derartiger Primärdaten den umgekehrten Weg und setzen ähnliche Crawler ein wie Suchmaschinenbetreiber. Diese analysieren eine bestimmte Anzahl von Contentquellen — egal ob New York Times oder Blogs — und liefern statistische Informationen über die Verbreitung der einzelnen Keywords. Wählt man die Grundgesamtheit dementsprechend aus — beispielsweise deutschsprachige Fanseiten von Multiplayer-Computerspielen — lassen sich Trends schon rein aus der quantitativen Analyse recht gut ablesen.</p>
<p>Ein Team der <a href="http://www.modul.ac.at" class="liexternal">Modul University Vienna</a> hat nun ein Analyseinstrument ins Netz gestellt, das sich auf die Berichterstattung über die amerikanischen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wahlen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wahlen">Wahlen</a> konzentriert. Der <a href="http://www.ecoresearch.net/election2008/" class="liexternal">US Election 2008 Monitor</a> wertet zahlreiche Seiten aus, wie die zugehörige Webseite erklärt:<br />
Der US Election 2008 Web Monitor bietet wöchentliche Schnappschüsse der globalen Web-Berichterstattung. Contentquellen sind internationale Medien aus den <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a>, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland, Umweltschutzorganisationen, die “Fortune 1000″ (die größten US-Firmen nach Umsatz) sowie 1.000 populäre <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politik">Politik</a>–Blogs. In Summe analysiert das System somit pro Woche mehr als 800.000 Dokumente.<br />
Das Script beschränkt sich dabei aber nicht auf bloßes Abzählen — anhand eines entsprechend aufbereiteten Wörterbuchs wird der Kontext einer Namensnennung eruriert — also ob der Kandidat in positivem Zusammenhang erwähnt oder kritisiert wurde. Beide Auswertung, die quantitative und die “Sentiment” getaufte Kontext-Analyse, werden in wöchentlichem <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/rhythmus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Rhythmus">Rhythmus</a> aktualisiert und auf der Homepage zur Verfügung gestellt. </p>
<p>Mittels einer intuitiv bedienbaren Ajax-Applikation hat jeder Interessierte die Möglichkeit, die aktuelle Entwicklung und die Media-Coverage der einzelnen KandidatInnen online genau zu verfolgen: Zeitraum-, Kandidaten-, Medientyp– und Länderfilter ermöglichen dem Hobby-Wahlforscher die Erstellung eigener Diagramme. Wer’s genauer mag, wirft einen Blick auf das zugehörige <a href="http://www.ecoresearch.net/election2008/mediawatch/" class="liexternal">Mediawatch-Portal</a>, das alle indizierten Artikel mit geographischen Referenzdaten und einer Landkarte der Verlinkungen präsentiert.</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2008-03/us-election-monitor-automatische-pr-analyse/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Der US Election Monitor ist ein gelungenes Werkzeug, das zeigt, welches Potential in der semantischen Auswertung riesiger Inhaltsmengen liegt. Semantische Technologien in Verbindung mit quantitativen Rechercheverfahren treten an die Stelle der fehlprognostizierten “künstlichen Intelligenz” — und werden sich in naher Zukunft mit Sicherheit nicht auf die Auswertung von Wahlkämpfen beschränken.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/datenschmutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with datenschmutz">datenschmutz</a><br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Radio U-Ton: Cybersex versus anthropologische Realitäten(Kanzleien)</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2008-02/radio-u-ton-cybersex-versus-anthropologische-realitaetenkanzleien/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 06:04:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergangene Woche war ich mal wieder bei Radio U-Ton zu Gast: für die Geschichtsschreiber und audiophilen Leser gibt's hier den Podcast in perfekter Funkhaus-Qualität zum Nachhören.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Die Killerapplikation für Webcams sind Sexchats.” Derlei Pauschalierungen mehr gibt’s bei der aktuellen Ausgabe von <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/radio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Radio">Radio</a> U-Ton nachzuhören, bei der ich vor einigen Tag live zu Gast sein durfte. Pauli und Ritchie, zwei alte Säcke, aber viel schlechter gekleidet als Muppet-Show Senioren, sinnieren uns sinistrieren über Social Networks — hier gibt’s die Sendung zum Nachhören.</p>
<p>Man weiß ja heutzutage nicht, ob man überhaupt noch Musik laut spielen darf, oder ob die Major Labels in Zukunft alles außer Ei-Boot Ohrstöpseln verbieten… ich hab die Songs sicherheitshalber mal rausgeschnitten, war jedenfalls nett, “Connected” von den Stereo MCs mal wieder zu hören — obwohl ich den Song seinerzeit nicht ausstehen konnte. Hier die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/radio-u-ton/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Radio U-Ton">Radio U-Ton</a> Show von letzer Woche, hosted bei Paul Lohberger:</p>
<p>[Im Original-Posting finden Sie an dieser Stelle ein Audio-Snippet.]</p>
<p>PS: Unsere gemeinsame 2007er Show, die Rekordquoten in Rumänien erreichte (es könnte aber auch an einer Fehlkonfiguration der Serverlog-Analyse-Software gelegen haben), feierte kürzlich ihr jährliches <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/jubilaeum/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Jubiläum">Jubiläum</a>, der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/rhythmus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Rhythmus">Rhythmus</a> könnte hinkünftig allerdings noch rasanter werden; Cpt. Pauli hat mich zu einer monatlichen Talkrunde eingeladen, was natürlich ganz praktisch wäre, weil’s somit auch gleich einen kurzen und knackigen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/datenschmutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with datenschmutz">datenschmutz</a> <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/podcast/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Podcast">Podcast</a> gäbe.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Neuer Online-Release von Saul Williams</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jan 2008 08:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sein neues Album The Inevitable Rise And Liberation Of Niggy Tardust veröffentlicht Slam Poet Saul Williams im Internet-Eigenvertrieb. Produziert hat niemand geringerer als Nine Inch Nails Mastermind Trent Reznor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2008/01/saulwilliams.jpg" rel="lightbox" title='saulwilliams' class="liimagelink"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2008/01/saulwilliams.thumbnail.jpg' alt="saulwilliams.thumbnail Neuer Online Release von Saul Williams" id="leftnailorange" title="Neuer Online Release von Saul Williams" /></a>Der Ivan Rebroff des Poetry Slams veröffentlicht sein neues Album ausschließlich im Internet: als Gratis-Download gab’s <a href="http://niggytardust.com/" class="liexternal">The Inevitable Rise And Liberation Of Niggy Tardust</a> in brauchbarer 192kHz Qualität für die ersten 10.000 Downloader, der reguläre Preis (auf Wunsch auch in verlustlosem FLAC) des Albums beträgt gemäßigte 5 Dollar. <a href="http://football-austria.com/wordpress/?p=6" class="liexternal">Walter</a> hat eine sehr lesenswerte Reze über den Longplayer, der unter der musikalischen Ägide von NIN-Mastermind Trent Reznor entstand, geschrieben.</p>
<p>Ich hatte seinerzeit das Vergnügen, mit Saul Williams in Wien über die Veröffentlichung von Amethyst Rockstar (anno domini 2001) zu plaudern — die Audioaufnahme ist leider nicht mal den digitalen Orkus runter geschwommen, sondern ist auf irgendeiner unbeschrifteten Kassette verschollen… Ich hab mir neue Pladde gerade gekauft, Walters Beschreibung klingt ausgesprochen interessant (NIN gefielen mir immer recht gut, aber seit Trent Reznors Solokonzert in Wiesen bin ich ein Fan):</p>
<blockquote><p>Bevor man sich noch als ebenfalls Angeschossenen erkennen kann fällt auf, dass Mr. Williams ansonsten weite Bögen um Hip-Hop-Beats macht. Ganz im Gegenteil produzierte sein Freund Trent Reznor das Album, daher zementieren die Gitarren und mauern die Synthesizer in bekannter und allerbester Nine Inch Nails-Qualität alles zu was darunter an Harmonie und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/groove/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Groove">Groove</a> sich verstecken könnte. Mehr Metall — kein Hang Loose-Feeling. Man ist sogar geneigt zu meinen, Saul Williams “bespricht” das beste NIN-Album seit “The Downward Spiral”, während Reznor im Nebenraum sie Sache regelt.</p></blockquote>
<p>Klingt spannend… mehr bei <a href="http://football-austria.com/wordpress/?p=6" class="liexternal">Walter</a>. Die fünf Dollar, einen ausgesprochen fairen Preis für den Direktvertrieb, zahl ich in Zeiten von millionenschweren Dumpfbacken wie 50 Cent sehr gern — Saul ist nicht nur ein lyrischer Großmeister, netterweise verzichtet er bei den angebotenen Downloadformaten auch völlig auf jeden DRM-Blödsinn. Und hier als kleiner Rewind meine seinerzeitige Review von Amethyst Rockstar fürs <a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">gap</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Saul Williams: Amethyst Rock Star (Columbia/Sony)</strong></p>
<p>Achtung: Amethyst Rock Star ist kein <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hip-hop/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hip Hop">Hip Hop</a> Album, auch wenn es sich so verkleidet. Amethyst Rockstar ist die erste Major-Manifestation eine Kunstform, die auch in Europa immer stärker Fuß fasst: Slam Poetry.</p>
<p>Slam Poeten sind Menschen, die von der Natur mit besonders flinker Zunge, schneller Kombinationsgabe und einem unfehlbaren Rhythmusgefühlt ausgestattet, diese Talente einsetzen, um die versammelte Zuhörerschaft mit blitzschnell gereimten, extrovertierten Gedichten zu unterhalten. In den <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a> ziehen Slam-Wettbewerbe hunderte von Besuchern an, einer der “Architekten” der New Yorker Szene ist besagter Saul Williams.</p>
<p>Der Mann gilt seit Jahren als einer begabtesten Vertreter der Slam Poetry und nicht zuletzt dank des Kinofilms “Slam” erlangte er weltweite Bekanntheit. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum ein Poet eine CD veröffentlicht, anstatt ein Buch zu schreiben. Einerseits sei an heimische Dichter wie Gerd Rühm oder H.C. Artmann erinnert, denen die akustische Darbringung ihrer Gedichte ebenso stark am Herzen lag wie den Slam Poets, andererseits besteht naturgemäß zwischen der Hip Hop Community und den Slam-Poeten ein inniges Verhältnis. Dementsprechend groß ist das Repertoire an musikalischen Helfern, die dem Ruf des Dichters folgten.</p>
<p>Und obwohl Großmeister wie Krust herbeieilten und Rick Rubin produzierte, steht die einprägsam gereimte, reduktionistische <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/poesie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Poesie">Poesie</a> des Protagonisten zu jedem Zeitpunkt unbestritten im Vordergrund. Die Samples, Scratches, Beats und Gitarren umrahmen und legen das Fundament, auf dem Williams seine verbalen Skizzen entwirft. Beides zusammen ergibt eine der spannendsten Platten des Jahres, und eine, die sich zur Abwechslung mal wirklich der Einordnung in jegliches Genre entzieht, Word Up!</p></blockquote>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/datenschmutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with datenschmutz">datenschmutz</a><br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>d.kay — Musik kommt nicht von außen</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2007-08/dkays-individual-soul-musik-kommt-nicht-von-aussen/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 22:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit "Individual Soul" veröffentlichte der Wiener Drumandbass Produzent d.kay vor kurzem sein erstes Soloalbum. Die jazzigen, live eingespielten Breaks verleihen dem Album eine einzigartige Atmosphäre.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkay.jpg" rel="lightbox" title='dkay' class="liimagelink"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkay.thumbnail.jpg' alt="dkay.thumbnail d.kay   Musik kommt nicht von außen" style="float:left;margin-right:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid orange;" title="d.kay   Musik kommt nicht von außen" /></a>Während für viele Hobby-DJs Drumandbass nicht mehr als eine flüchtige Affäre bleibt, geht die mittlerweile zehnjährige Beziehung des Wiener Produzenten und DJs d.kay wesentlich tiefer: rechtzeitig zum Dekaden-Jubiläum veröffentlichte der einzige Full-Time <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/breakbeat/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Breakbeat">Breakbeat</a> Producer dieses Landes sein Debut-Soloalbum “Individual Soul” — der richtige Anlass für eine Titelstory in <a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">the gap</a>, die ich für die aktuelle Ausgabe geschrieben habe. Und weil das Internet im Gegensatz zu Print keine Zeichenbeschränkung kennt, gibt’s hier die Vollversion der im Heft leicht gekürzten Geschichte des Wiener Breakbeat Producers. Aber damit nicht genug der digitalen Vorzüge: David hat mir die unten eingebauten Snippets zur Verfügung gestellt — und die sagen mehr als tausend Worte. Hier erstmal ein Snippet aus meiner Lieblingsnummer, dem Opener des Albums — <strong>Golden Hands</strong>: [Im Original-Posting finden Sie an dieser Stelle ein Audio-Snippet.]<br />
<span id="more-1062"></span></p>
<h2 id="toc-wir-nennen-es-individuellen-soul">Wir nennen es individuellen Soul</h2>
<p>Der Titel “Individual Soul” beschreibt den Flow, der hier den Takt angibt, perfekt: in völlig DrumandBass-untypischer Manier bastelte d.kay zuerst Sample-Rohversionen aller Nummern in Logic Audio und ging anschließend mit den beteiligten Instrumental-Musikern einzeln ins Studio, um die jeweiligen Spuren analog aufzunehmen. Das Resultat überrascht ungemein: dass es sich bei Breakbeat nicht um das zugänglichste aller Genres handelt, und der unvergleichliche Flow gelungener Drumandbass Tracks sehr viel mit “erlernten” Hörgewohnheiten zu tun hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Erstaunlicherweise muss man Drumandbass aber gar nicht mögen, um “Individual Soul” hochgradig sympathisch zu finden. Der Jazz– und Funk-Appeal macht das Album einerseits extrem leicht zugänglich, aber selbst für den geübten Hörer erschließen sich andererseits die zahllosen, fein ziselierten Details erst nach mehrmaligem Eintauchen in die Soundwelten der komplexen Kompositionen. Was “Individual Soul” so besonders macht, ist jene besondere, zurückhaltende Eleganz, die den Gelegenheitshörer zu betören weiß und dem Musikfreak auf eine ausgedehnte, detailreiche Reise einlädt: der vergleichsweise immense Aufwand, den Hörraum über das gewohnte Sample-Universum hinaus zu erweitern, hat sich also bezahlt gemacht. Wie das ganze klingt, lässt sich schwer beschreiben — da muss man schon reinhören:</p>
<p><strong>d.kay: Fat Cop</strong><br />
[Im Original-Posting finden Sie an dieser Stelle ein Audio-Snippet.]</p>
<p><strong>d.kay: Eternal Love</strong><br />
[Im Original-Posting finden Sie an dieser Stelle ein Audio-Snippet.]</p>
<p><strong>d.kay: Boiling Point</strong><br />
[Im Original-Posting finden Sie an dieser Stelle ein Audio-Snippet.]</p>
<p>Denn Arbeitsweise wie Resultat unterscheiden sich gravierend von allen früheren d.kay-Produktionen: kein tranciger <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/party/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Party">Party</a> Drumandbass, kein epischer Rave, sondern Musik für die klassische Wohnzimmer-Situation. “Ich hatte einfach die Möglichkeit, mit extrem guten Musikern und Studiotechnikern zu arbeiten. Für mich war das eine Premiere und ein immenser Organisationsaufwand — dass ich mit dem Resultat so zufrieden bin, habe ich in erster Linie allen Beteiligten zu verdanken,” gibt sich der Mastermind bescheiden. “Ich wollte Drumandbass aus dem typischen sample-basierten Dasein herausnehmen und auf die nächste Stufe heben. Für diese Art von Sound wäre mir mit Samples sozusagen die Luft ausgegangen — ich wollte mehr Abwechslung.” Erklärtes Ziel war es also, ein Album zu produzieren, das einem Open Minded DnB-Hörer zu gefallen weiß, aber eben auch Musikliebhaber anzusprechen, die normalerweise mit Breakbeats wenig anfangen können. Fazit: Mission erfüllt.  Liquid-Fans fühlen sich auf Anhieb zuhause in der d.kays Soundarchitektur,  wer Jazz– und Soulharmonien zu goutieren weiß, findet einen Zugang, der nicht unbedingt primär auf <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/rhythmus/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Rhythmus">Rhythmus</a> basiert.</p>
<h2 id="toc-a-breakbeat-history">A Breakbeat History</h2>
<p>Wer in den letzten 10 Jahren in Wien un– oder regelmäßig Parties der breakbeat-lastigen Sorte besucht hat, für den ist unvermeidlicherweise d.kay längst ein Begriff. Selbst nach einer ganzen Dekade kann aber keine Rede sein vom verflixten elften Jahr oder Beziehungsmüdigkeit, ganz im Gegenteil: anstatt wie viele Kollegen einem einzigen Trademark-Sounds treu zu bleiben, zieht der Wiener es vor, sich in regelmäßigen Abständen neu zu erfinden. Auch wenn es sich um das Album-Debut handelt, von einem Newcomer kann hier keineswegs die Rede sein — mittlerweile hat sich ein Single-Portfolio angesammelt, mit dem man problemlos etliche Longplayer füllen könnte. Einige der Tunes aus dem Labelkatalog von Ill Skillz, das David gemeinsam mit DJ Raw.Full betreibt, entwickelten sich nicht nur zu Szene Hits, sondern wirkten auf zahlreiche nachfolgende Produktionen nachgerade stilbildend: “I’ll be there for you” löste vor einigen Jahren eine ganze Welle von trancigen Produktionen aus, “Barcelona” (gemeinsam mit MC Stamina) wurde zum Mega-Sommerhit und schaffte es extrem drumandbass-untypisch sogar in die britischen Top 20.</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkayrawfull.jpg" rel="lightbox" title='dkay' class="liimagelink"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkayrawfull.thumbnail.jpg' alt="dkayrawfull.thumbnail d.kay   Musik kommt nicht von außen" alt='dkay' style="float:left;margin-right:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid orange;" title="d.kay   Musik kommt nicht von außen" /></a>“Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich meinen ersten Sampler kaufte: am 2.1.1998 habe ich das Weihnachtsgeld und all meine Ersparnisse in einen EMU ESI 4000 investiert,” erzählt der gebürtige Wiener vom Beginn seiner Faszination. “Ich bin ziemlich schnell dahinter gekommen, wie man auflegt, dank meiner musikalischen Vergangenheit mit verschiedenen Instrumenten wie Trompete, Geige und Gitarre — aber ich spielte kein Instrument länger  als ein halbes Jahr. Wenn ein alter hässlicher Mann rumsitzt und dich unfreundlich ermahnt, die Finger gerade zu halten, ergibt das eine Atmosphäre, die mir viel zu steif ist –die größten Musiker haben nie nach Anleitung gespielt. Musik kommt nicht von außen, sondern von innen. Andererseits war diese Vorbildung sehr hilfreich: wenn man keine Schwierigkeiten damit hat, Takte zu identifizieren, ist das Mixen nicht wirklich so wahnsinnig schwierig. Ein bisschen aufmerksam zuhören, und es geht fast von selbst.”</p>
<p>Zum Thema Instrumentalvergangenheit: mit 13 entdeckte David die Magie der E-Gitarre — und begann sofort, ein gesteigertes Interesse für jene Passagen der Songbooks zu entwickeln, die sich mit der Studio-Produktion der jeweiligen Alben beschäftigten. Jede Doku zum Thema Audioproduktion wurde begierigst aufgesaugt, die bis heute anhaltende Faszination für die Verbindung von Studiotechnik und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/komposition/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Komposition">Komposition</a> machte sich also sehr früh bemerkbar. “Ich habe mit einigen Freunden in einer Band gespielt, Experimental Grunge Rock, sehr lärmig, Songs mit 20 Parts, die 15 Minuten dauerten. Und schon damals war ich im Proberaum immer für die Technik zuständig,” erinnert sich David an seine ersten Kontakte mit dem Universum der Audiotechnologie. Im letzten Schulsemester vor der Matura begann d.kay dann, Drumandbass zu hören — und am Abschlussball stand er bereits selbst hinter den Wheels of Steel, anschließend folgte der Kauf des eingangs erwähnten Samplers.</p>
<h2 id="toc-die-party-ra-beginnt">Die Party-Ära beginnt</h2>
<p>“Eine der ersten Nummern, die mir im Gedächtnis gebliebten, heißt Bruce Lee MC — ich weiß aber nicht mehr, wer das produziert hat. Die Labels Shadowboxing und Trouble on Vinyl waren damals sehr angesagt, und als ich 1997 erstmals in London war, spielte jeder DJ Ã¢â¬Å¡Brown Paper Bag’ von Roni Size auf und ab. Einige Jump-Up Tunes haben mir damals schon gut gefallen,” erinnert sich David an seine ersten DnB Drehversuche. Vom Auflegen auf Schulparties zur Organisation der ersten Raves war’s nur mehr ein kleiner Schritt, denn Aziz und Plak veranstalteten damals gemeinsam Parties mit dem Titel “War Report” im Flex: “Ich war der einzige, der ein Auto hatte und habe die ausländischen DJs immer vom Flughafen abgeholt. Dann gab’s die Parties im Bach, veranstaltet von Alive, Smash und Bernie. Aziz hieß damals noch Rulin’ Rookie, Matthias (DJ Mat) war ebenfalls mit dabei — das waren so ziemlich die Anfänge von trife.life!. Das war sozusagen die harte Zeit, wir haben damals wohl Pionierarbeit geleistet, weil’s zu Beginn einfach keine Sau interessiert hat.” Das sollte allerdings nicht lange so bleiben. Nach den War Reports im Flex folgten die legendären trife.life! Parties in der Meierei und später auch in der Arena. </p>
<h2 id="toc-radioshows-und-erste-releases">Radioshows und erste Releases</h2>
<p>Das Jahr zweitausend wird für d.kay in doppelter Hinsicht wichtig: einerseits steigt er als Co-Moderator von Slack Hippie und Smash, der mittlerweile in New York lebt, bei der freitäglichen Breakbeat-Show “Dogs Bollock” ein. Monatlich berichtet d.kay seitdem von der Lage der Breakbeat-Nation und versorgt die österreichischen Fans mit neuen Releases und Szene-Gossip. Andererseits veröffentlicht er im selben Jahr seinen ersten eigenen Track: “Monolith” erscheint auf der Moving Shadow <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/compilation/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Compilation">Compilation</a> Ã¢â¬Å¡Killer Bytes’: “Dom&amp;Roland wählten die Nummer aus, ich hatte den Tune an sie geschickt und als Feedback bekommen: ja, ganz cool, aber momentan können wir nichts damit anfangen. Daher war ich sehr überrascht, als ich ein halbes Jahr später von der geplanten Veröffentlichung erfuhr . Zeitgleich kam auf einem kleinen neuen Labels namens Spektrum Audio (das “k” ist kein Tippfehler) eine Maxi raus.”</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkaybeatit.jpg" rel="lightbox" title='beatit' class="liimagelink"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkaybeatit.thumbnail.jpg' alt="dkaybeatit.thumbnail d.kay   Musik kommt nicht von außen" alt='dkay' style="float:left;margin-right:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid orange;" title="d.kay   Musik kommt nicht von außen" /></a>Die Labels, auf denen d.kay anschließend seine Tunes veröffentlicht, lesen sich wie ein Who-is-Who der Szene: Soul:r, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hardware/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hardware">Hardware</a>,  Hospital, Metalheadz, Commercial Suicide… die Gründung der eigenen Homebase Ill Skillz folgte als nächster logischer Schritt. “Irgendwann hat mich Chris angerufen, der Manager von ST Holdings, und mir einen P&amp;D-Vertrag (Production and Distribution”) angeboten.” Substantielle Trance-Tracks wie “I’ll be there 4 you” öffnen in den kommenden Jahren neue Türen. “Für die Lagerfeuer-Gitarren in Ã¢â¬Å¡Barcelona’ wurde ich zuerst ausgelacht — inzwischen verwenden viele Produktionen genau denselben Stil,” erinnert sich d.kay an gemischte Reaktionen auf seinen bekanntesten Liquid-Track. Dabei sollte sich “Barcelona” zum bislang größten Hit des Produzenten entwickeln: “Die Nummer schaffte es bis auf Platz 14 und hielt sich drei Wochen in den Charts — Geld habe ich nie bekommen, weil die Plattenfirma pleite ging; aber wenn man sich über solche Sachen zu sehr ärgert, bekommt man nur früher oder später einen Herzinfarkt.” Der Chart-Erfolg der Nummer bereitete nicht nur neue stilistische Wege, sondern gilt zugleich eines der ersten Beispiele für eine nicht in England produzierte, aber dennoch höchst erfolgreiche DnB-Nummer.</p>
<p><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/illskillz.jpg' alt="illskillz d.kay   Musik kommt nicht von außen" alt='dkay' style="float:left;margin-right:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid gray;" title="d.kay   Musik kommt nicht von außen" />Den vieldiskutierten, inzwischen aber stark aufgeweichten, langjährigen England-Fokus des Sounds sieht d.kay in der düster-urbanen Stimmung Londons begründet:  “Man muss fairerweise dazu sagen, dass ausländische Produktionen lange einfach nicht dieselbe Qualität hatten. Drumandbass würde anders klingen, wäre er nicht in London entstanden: der Stress, der Lärm, die Zukunftsangst — all diese Faktoren spielen eine Rolle dabei, dass der Sound eben so klingt wie er klingt. Englischen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hip-hop/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hip Hop">Hip Hop</a> gab’s damals kaum, und mir kam es immer so vor, als ob Drumandbass das einzige musikalische Sprachrohr der  jungen Bevölkerung war. Natürlich existierten daneben Techno und Trance, aber das war alles keine Stimmungsmusik, sondern in erster Linie Drogenmusik — ohne wertend klingen zu wollen. Klar gab’s auch auf Drumandbass Parties Ecstasy-User, aber die Musik hatte eben immer diesen Filmsountrack-Appeal: fahr durch London und höre dabei Drumandbass im Walkman — das passt wie die Faust aufs Auge. Das hat sich aber geändert, mittlerweile gibt’s in den meisten Ländern eine Handvoll Produzenten, die sehr brauchbare Tunes abliefern.”</p>
<h2 id="toc-die-szene-wchst">Die Szene wächst</h2>
<p>Clubs und Festivals boomen nicht nur in Österreich wie nie zuvor: “Das erste Mal legte ich in Timmelkamm am Attersee gemeinsam mit Smash vor 7 oder 8 Jahren im Rahmen einer fm4 Dogs Bollocks Party auf  — es kamen ungefähr fünf Besucher. Vor einem Monat habe ich wieder gespielt, und die Bude war krachend voll. Natürlich hat sich der Sound in der Zwischenzeit extrem stark verändert, das Publikum war großteils zwischen 18 und 20. Die haben die Parties von damals natürlich nicht mitbekommen — und ein Set von 1997 würde dieser Crowd vermutlich nicht gefallen.” Die angesprochene Veränderung des Sounds hat nach Davids Ansicht vor allem mit Zugänglichkeit zu tun: “Aktuelle Tracks haben mehr Melodie bekommen. Alte Nummern wie Shadowboxing haben zwar auch eine Melodie, aber eine sehr lange — damit kann man nichts anfangen, wenn man das nicht spezifisch mag oder von vornherein der Typ dafür ist. Bei aktuellem Drumandbass steht immer eine Musik im Vordergrund, darum ist Pendulum so big: das lauteste Element in ihren Tracks sind die Melodien.”</p>
<p>Diese Entwicklung geht weit weg vom ursprünglichen Kerngedanken des Stils, geht’s bei Drumandbass doch gerade darum, die Melodie in den <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hintergrund/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hintergrund">Hintergrund</a> zu stellen und die namenesgebenden Trommeln und Bässe als Hauptelement der Komposition zu verwenden  — eine Entwicklung, die David wenig Freude bereitet: “Sehr viele Tracks heutzutage sind Drumandtreble — also Drums, und irgendein undifferenzierbarer Melodie-Quatsch, wobei der Bass aber völlig untergeht. Darum gefällt mir, so seltsam das klingen mag, derzeit auch Jump Up am besten, denn dieser Sound ist noch real: über fetten Drums liegt eine Bassline, die zum Hauptelement wird und zugleich auch die Melodie transportiert.” </p>
<h2 id="toc-hauptberuf-drumandbass-produzent">Hauptberuf: Drumandbass Produzent</h2>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkay-rawfull.jpg" rel="lightbox" title='dkay' class="liimagelink"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/08/dkay-rawfull.thumbnail.jpg' alt="dkay rawfull.thumbnail d.kay   Musik kommt nicht von außen" style="float:left;margin-right:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid orange;" title="d.kay   Musik kommt nicht von außen" /></a>Der aktuelle Trend am Arbeitsmarkt geht eindeutig in Richtung Selbständigkeit: zahllose Ein-Mann-Betriebe erblickten in den letzten Jahren der Welt. Dass ein Elektronik-Produzent in Österreich allein von seiner Musik leben, ist aber nach wie vor exotischer Sonderfall. Und wenn das Genre auch noch Drumandbass heißt, dann findet sich d.kay allein auf weiter Flur. “Ich hatte früher immer Jobs, mittlerweile beschäftige ich mich schon das fünfte Jahr Ã¢â¬Å¡hauptberuflich’ mit Drumandbass — es funktioniert, aber es ist sehr anstrengend, vor allem durch das viele Reisen. Ich mache derzeit alles allein, und organisatorische Tätigkeiten nehmen mir viel Zeit für’s Musikmachen weg. Philipp (Raw.Full) wird demnächst mit seiner Uni fertig und wird zukünftig das Label-Managment übernehmen und mich diesbezüglich entlasten,” erklärt d.kay seine Zukunftspläne. Ein weiteres Album im Stil von “Individual Soul” ist allerdings für die nächsten Zeit definitiv nicht geplant: “Ich wollte unbedingt mal mit Musikern im Studio arbeiten — aber der Aufwand war gewaltig, das werde ich nicht so schnell wiederholen.” Gelohnt hat sich das Experiment jedenfalls, denn “Individual Soul” bringt Jazz-Flavour und Breakbeats auf eine innovative, komplexe und zugleich extrem leicht zugängliche Weise zusammen: “Brigand wird weiterhin das intellektuelle, eklektische Label bleiben für Tracks, an die im Vorfeld vielleicht keiner glaubt — die aber trotzdem gut verkaufen.” Auch wenn David in keinester Weise damit rechnet, dass sein Genre grosso modo jemals das Subkultur-Dasein verlässt: “Innerhalb von Drumandbass kann man konform sein — aber DnB an sich ist absolute Rebellenmusik. Auch wenn manche versuchen — ich mach das ab und zu auch ein bisschen — die Musik zum Statussymbol aufzuwerten, dann ist das bloß Musikmarketing. Aber Drumandbass an sich ist an sich totale Rebellenmusik, Punk. Aber eine Art von Punk, die ganz wenige Leute hören, weil sie so seltsam ist.”</p>
<p><a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&#038;friendid=91563596" class="liexternal">Brigand Recordings</a> | <a href="http://www.illskillz.at/" class="liexternal">Ill Skillz</a><br />
<a href="http://www.resident.at/article/dkay-der-soulshaker" class="liexternal">D.Kay: der Soulshaker</a>: Interview mit David aus dem Resident-Magazin.</p>
<p> </p>
<p><strong><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000RP2CRC?ie=UTF8&#038;tag=httpwwwusbsti-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=B000RP2CRC" class="liexternal">Individual Soul</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=httpwwwusbsti-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B000RP2CRC" width="1" height="1" border="0" alt=" d.kay   Musik kommt nicht von außen" style="border:none !important; margin:0px !important;" title="d.kay   Musik kommt nicht von außen" /> — Tracklisting:</strong></p>
<ol>
<li>Golden Hands</li>
<li>Individual Soul</li>
<li>Chicks Love It</li>
<li>Boiling Point</li>
<li>Drum Skirt</li>
<li>Retrostep</li>
<li>Eternal Love</li>
<li>Fat Cop</li>
<li>Interlude</li>
<li>Serenade Re-Interpreted</li>
<li>Lullabye</li>
<li>All That You Are</li>
</ol>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/datenschmutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with datenschmutz">datenschmutz</a><br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Domingo platzt das Ohr</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Aug 2007 21:08:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Placido Domingo findet die Wirkung von Disco-Basslines auf den Herzrhythmuss höchst bedenklich - und in Restaurants kann er sich ob des herrschenden Lautstärkepegels nicht unterhalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der allerletzten Seite der <a href="http://www.kleinezeitung.at/" class="liexternal">steirischen Kleinen Zeitung</a> (Nr. 219 vom 11. August 2007),  Haus-und-Hof Organ des Styria-Verlags, kommt auf der beliebten “Leute” Seite heutigentags Placido Domingo zu Wort, um seine erstaunlichen Erkenntnisse über Psychoakustik zu verbreiten.</p>
<p>Der Titel “Er hat ein Ohr für Gehörlose” legt den Schluss nahe, dass Herr Domingo sich für jene einsetzt, die seine eigene <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a> aufgrund beeinträchtiger Hörfähigkeiten nicht genießen können — und in der Tat ist das eine Drittel der drei Tenöre als “Botschafter” der Initiative “Hear the World” unterwegs, die eine Reise durch die Klangwelt Salzburgs vermittelt und von der Hörgerätefirma Phonak gesponsert wird. (Ich vermute, dass die Installation auch für Menschen mit beeinträchtigen Hörvermögen geeignet ist, aber das geht aus dem Text nicht wirklich hervor.) </p>
<p>Dass die Welt der Opernsänger voller lärmender Restaurants ist, war mir allerdings neu:</p>
<blockquote><p>“Wir leben”, sorgt er (Domingo) sich, “in einer soundüberfluteten Welt und mehr denn je sind Menschen gefährdet, taub zu werden.” Etwa durch Restaurants, in denen laute Musik gespielt wird: “Ich will gut essen, mich mit Freunden unterhalten und schon jault es aus den Lautsprechern, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht.”</p></blockquote>
<p>In welche Restaurants geht der Mann essen? In die Dorfstube, wo die Kapelle gerade ein Indoor-Platzkonzert spielt? Oder haben Opersänger generell empfindlichere Ohren? Aber wie ertragen sie dann das Volumen ihrer eigenen Stimmen? Fragen über Fragen, doch Placido ist nebenbei auch noch Hobby-Psychoakustiker: </p>
<blockquote><p>Discos? “Es geht nicht nur um die Ohren. Haben Sie gemerkt, wie sich laute Bässe auf Ihren Herzrhythmus auswirken?”</p></blockquote>
<p>Yup. Ich habe das durchaus gemerkt. Nicht nur der Herzrhythmus, das ganze Zwerchfell und eigentlich jede Zelle im gesamten Körper spürt die Basslines im Club. Das ist ja auch der Grund, warum wir dorthin gehen. Das ist auch der Grund, warum unterschiedliche Menschen unterschiedliche Musiken und Geschwindigkeiten bevorzugen. Und ich spreche nicht von Landdiscos mit gräßlich übersteuerten Höhen und Mitten, ich rede von rollenden Basslines, donnerenden Bassdrums und jenen PA-Boxen, die, richtig eingesetzt, eben nicht die Ohren zerstören, sondern Musik, die sonst bloss hörbar ist, fühlbar machen. <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dub/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Dub">Dub</a>(Step), Grime, vor allem Drumandbass beruhen auf einer synästhetischen Verbindung verschiedenster Sinneseindrücke. Domingos Argumentation erinnert mich an skurrile Texte aus dem Unterstufen-Religionsunterricht, in denen von “satanischer Metalmusik”, die mit ihren tiefen Bässen das Sexualverhalten gottesungefällig stimuliert, die Rede war… man sollte eben nur Dinge verdammen, die man nicht bloss vom <strong>Hören</strong>sagen kennt…</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/datenschmutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with datenschmutz">datenschmutz</a><br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>CD-Review: Officer Fishdumplings — Finds your way home</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jun 2007 10:15:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rhythmus]]></category>
		<category><![CDATA[World Music]]></category>

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		<description><![CDATA[Officer Fishdumplings Musik klingt so eigensinnig wie der Name der Künstler. Die seltsame Mischung aus Elektronik und World Musik dürfte nicht nur Gilles Peterson Fans begeisten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/06/officer.jpg" rel="lightbox" class="liimagelink"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/06/officer.thumbnail.jpg' alt="officer.thumbnail CD Review: Officer Fishdumplings   Finds your way home" style="float:left;border:1px solid gray;margin-top:3px;margin-right:6px;margin-bottom:2px;" title="CD Review: Officer Fishdumplings   Finds your way home" /></a>Manchmal klingt Polizist Fischklöschen ein wenig nach Venetian Snares auf Drittelgeschwindigkeit gepitcht minus der resultierenden Tonhöhenänderung. In wieder anderen Tracks verbreitet der Minimal-Trash-Break–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/lo-fi/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Lo-Fi">Lo-Fi</a> Ästhet wunderschöne Ambiencen aus dreckigen Geräuschen, um kurz darauf wunderschöne Ambiencen in dreckige Holperrhythmen zu transferieren.</p>
<p>Aber das tut er stets mit dem richtigen Ohrenmaß für passend portionierte Destruktion als kreative Strategie. Trotz (oder besser: unabhängig davon) klingt OF’s Oeuvre weder hart noch extrem leicht zugänglich. Grand <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/groove/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Groove">Groove</a> kam jedenfalls bei den Aufnahmen zu Besuch ins Homestudio. Ohnehin kann man der bestechenden Logik des Pressetext-Intros keinesfalls widersprechen:</p>
<blockquote><p>If the road to hell is paved with good intentions, and all roads lead to Rome, then either Rome is hell, or hell is on the way to Rome. But Rome is not officerfishdumplings’ proposed final destination.</p></blockquote>
<p>Hatim Belyamani stammt aus Marokko, sein Gespür für komplexe Takt-Strukturen dürfte er sich bei ausgedehnten Reisen angeeignet haben — elektro-akustische, weirde Weltmusik, die’s derzeit nur im Direktvertrieb über das Label <a href="http://www.notenuf.net" class="liexternal">Notenuf</a> käuflich zu erwerben gibt.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/datenschmutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with datenschmutz">datenschmutz</a><br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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