Beiträge

Vanity-Boost via Autocomplete

Das da (ausgeloggt, at-Index und nein, definitiv kein Fake) hat mich sehr geflasht:

Google autocomplete flash

Mir ist natürlich vollkommen klar, dass ich das nur Ihnen zu verdanken habe. Wie schon mal erwähnt: über die Qualität meines Blogs kann und will ich keine Aussagen treffen, da bin ich betriebsblindest. Aber mir ist völlig klar, dass datenschmutz die besten Leserinnen und Leser der ganzen deutschsprachigen Internetwelt hat! Weiterlesen

Wiener Runde Podcast: Wer gewinnt den Veranstaltungsmarathon?

Die Social Media Konferenz-Touristen Michael Kamleitner, Max Kossatz und ich sind in den letzten Wochen ganz schön viel rumgekommen. Und wie schon unsere Urgroßeltern wussten: “Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was podcasten”. In diesem Sinne viel Vergnügen mit den drei Jungs vom Schrottplatz!

Links zum Podcast auf Wienerrunde.at   Download
mp3, 34 Mbyte [rechte Maustaste und “speichern unter”]

Weiterlesen

Wiener Runde Podcast: Von Captchas und anderen Ungeheuern

Wer einmal podcastet, dem glaubt man nicht. Wer dagegen Woche für Woche digitalisierte Schallwellen durch den Internet-Äther schickt, dem glaubt man auch nicht unbedingt, aber freut sich garantiert über Feedback zur Sendung. Da macht die Wiener Runde keine Ausnahme, die letzte Woche in großer Besetzung sowohl über dies (Google) als auch das (Facebook) und sogar jenes (Captchas) einige Neuigkeiten zu berichten weiß:

Links zum Podcast auf Wienerrunde.at   Download
mp3, 39 Mbyte [rechte Maustaste und “speichern unter”]

Weiterlesen

Die Wiener Runde: Wöchentlich am Web-laufenden

Immer wieder freitags versammelt sich die Wiener Runde in wechselnder Zusammensetzung vor dem Skype Gruppenchat. Michael Kamleitner hostet den wöchentlichen Audio-Podcast; nach einigen Betatest-Sendungen sind wir seit fünf Wochen ganz offiziell online. Während dieses Softlaunchs haben alle Beteiligten schnell Spaß am Format gefunden – und unsere Hörer hoffentlich auch.

Themen sind natürlich aktuelle Trends aus der weiten Welt des Web, der “offizielle” Podcast-Untertitel lautet Freitag-Nachmittags-Tech-Talk. datenschmutz-Stammleser werden sich noch an das aus akutem Zeitmangel sanft entschlafene Blogistan-Panoptikum erinnern – ein ähnliches Themenspektrum bietet die Wiener Runde, nur eben zum Anhören statt lesen. Twitter Rankings, iPad, wePad, Internet in China, Software- und Hardware News waren bisher unter anderem unsere Themen. Hören Sie doch einfach mal in die Sendung von letzter Woche rein: Wiener Runde 2010-04-02: Mehr Follower als Jesus. Die einzelnen Sendungen kann man entweder online Browserplayer laufen lassen oder im mp3-Format herunterladen.

Die Wiener Runde

Weiterlesen

Danke für den Wiener der Woche

Stefan Wurmitzer hat mich heute vormittag im Auftrag von Vienna.at besucht, um ein Videoportrait für die Rubrik “Wiener der Woche” zu drehen. Tja, das hätt’ ich mir als Exil-Osttiroler vor 10 Jahren ja nie träumen lassen :mrgreen: Muchos gracias! Ich finde das Resultat sehr gelungen – da sieht man halt, dass ein Profi am Werk war!

Weiterlesen

Ich bin nicht mehr stimmig bei XING

Identitätskrise! Sagt zumindest das Hauptquartier in Hamburg. Ich dagegen bin mir relativ sicher, dass ich Ritchie Pettauer heiße – zumindest behaupten das Facebook und mein Passport, ich bleibe durch meinen “falschen Namen” Ritchie Blogfried Pettauer nämlich unerkannt!

w00t? Werd wohl mal in Hamburg nachfragen, ob sich ein falscher ritchie darüber beschwert hat, dass ihn der richtige auf XING impersoniert. Oder muss ich zur Namensänderungsbehörde und mir “Blogfried” in die Geburtsurkunde eintragen lassen? Oder vielleicht sollte ich lieber beim Spielberg-Steve anfragen, ob er nicht einen modernen Web 2.0 Kafka-Actionthriller machen will? Ich wollte immer schon mal zwei aufwendig animierte XMLRPC-Interfaces auf Leben und Tod miteinander kämpfen sehen! Ach was, die sollen mein Profil doch einfach löschen.

Podiumsdiskussion: Haben freie Medien Zukunft?

medienverbandDiesen Donnerstag findet in den Räumlichkeiten von GLOBAL 2000 (Neustiftgasse 36, 1070 Wien) eine Podiumsdiskussion zum Thema Haben freie Medien Zukunft? statt. Auslösemoment ist die Einstellung des Jugendmagazins CHiLLi.cc. Veranstaltet wird die Talkrunde vom österreichischen Medienverband, Martin Aschauer hat mich in die illustre Runde eingeladen – und ich freu mich schon drauf, am Donnerstag ein paar alte Bekannte und Usual Suspects zu treffen.

Ab 18:45 diskutieren in den Räumlichkeiten von GLOBAL 2000 Freie Medien und Politikerinnen gemeinsam den Stellenwert, die Probleme und vor allem die Zukunft der Freien Medien. Es sprechen u.a.:

  • Klaus Stimeder (Datum)
  • Marie Ringler (Kultur und Mediensprecherin der Grünen Wiens)
  • Martin Aschauer (Österreichischer Medienverband und Freies Magazin)
  • Ritchie Pettauer (Datenschmutz)
  • Alexander Dechant (Resident)
  • Barbara Novak (SPÖ-Gemeinderätin)
  • Susanne Hanger (Österreichische Jugendpresse)
  • Thomas Weber (the gap – Moderation)

Meine 5 Cents zur freien Medienszene

datenschmutz zähle ich keineswegs zur freien Medienszene: mein Blog ist ein strikt kommerzielles Produkt und zugleich meine Firmen-Homepage – zweifellos sind manche der Infos, die ich hier veröffentliche, für meine Leser trotzdem oder gerade deswegen unerhört nützlich, aber ds ist ein 1-Mann-Betrieb, und ich habe bislang (finanziell und indirekt) so sehr von meiner Bloggerei profitiert, dass ich unter keinen Umständen eine Förderung aus öffentlicher Hand für diese Homepage annehmen würde. [Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Werbe- und Kooperationspartner sind natürlich herzlich willkommen! :mrgreen:] Aber als ehemaliges Mitglied des gap-Gründungsteams und reger Partizipant an diversen nicht-kommerziellen Medienprojekten kenne ich die Probleme, Ansprüche, Hoffnungen und Chancen ganz gut aus eigener Erfahrung.

Weiters bin ich als wirtschaftsliberal eingestellter Kleinunternehmer natürlich der Meinung, dass es grundsätzlich eher zu viele als zu wenige Fördertöpfe gibt: Geld, das der Staat vergibt, zahlen schließlich im Vorfeld (und gar nicht so selten auch im Nachhinein) alle Steuerzahler, und eine noch heftigere Anhebung meines Steuersatzes steht nicht auf meiner Wunschliste. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass sogenannten Freie Medien nicht nur Bereich von Meinungsfreiheit und publizistischer Vielfalt einen wesentlichen Beitrag leisten, sondern dass diese Medien auch und vor allem Jungjournalisten, PR-Menschen und Marketeers ein Ausbildungsbiotop bieten, das sich im späteren “richtigen” Berufsleben als immens nützlich erweist.

Die Relation sollte man auch nicht aus den Augen verlieren, denn hier wird nicht über Milliarden verhandelt, sondern über relativ bescheidene Zuschüsse für Druckkosten und Infrastruktur. In einem Land, in dem (abgesehen von Kraftsaftl- und anderen weitgehend unnützen Marketing-Postillen) Journalisten-Honorare auf Schneeräumungs-Niveau dahin dümpeln, wird die Arbeitszeit meist ohnehin freiwillig und unbezahlt investiert. Die Gelder, über die hier gesprochen wird, sollen also einzig und allein der Aufrechterhaltung des Betriebs dienen. Und hier kommt ein weiterer Faktor ins Spiel, der das Land der Wein-Seligen von größeren Nachbarn unterscheidet, nämlich die sogenannten “Economies of Scale”: wenn etwa die potentielle Zielgruppe für ein Nischenprodukt bei 3% der Gesamtbevölkerung liegt und davon 5% besagtes Produkt auch tatsächlich konsumieren, ergibt das in Deutschland 123.000 Personen, in Österreich aber grade mal 12.450.[1. gerechnet mit 82 bzw. 8,3 Mio. Einwohnern] Da die Werbeeinahmen und damit auch die “Lebensfähigkeit” von Medienprodukten mit zunehmender Konsumentenzahl aber nicht linear, sondern exponentiell steigen, stehen die längerfristigen Chancen für *jedes* Nischenprodukt hierzulande wirklich denkbar schlecht. Das mag übrigens ein Mitgrund sein, warum sich noch keine Regierung ernsthaft zur Etablierung eines dualen Systems im Rundfunkbereich durchringen konnte – und wenn, wie derzeit Usus, große Teiles des Kulturförderungsbeitrags zur Altstadterhaltung eingesetzt werden, dann zeigt dies ohnehin deutlich, dass eine vielfältige Medienszene Politikern höchstens bei Podiumsdiskussionen ein Anliegen ist. Würde mich natürlich freuen, den einen oder anderen ds-Leser am Donnerstagabend bei der Podiumsdiskussion zu treffen.

[wp_geo_map]

Update: Fotos von der Podiumsdiskussion

Ich hab vom Podiums aus einige Pix geschossen – und dass ich die Diskussion vorzeitig verlassen habe, sollte keinesfalls Desinteresse demonstrieren :mrgreen: Aber ich wollte Cynthias fantastisches Koriander-Hühnchen keinesfalls warten lassen!

Die Causa Facebook-Adwords

Vor einigen Tagen hat Facebook damit begonnen, Google-Adwords mit den Namen der Mitglieder zu schalten. Wenn also jemand nach “Ritchie Pettauer” suche, dann bekam er einerseits die organischen SERP-Ergebnisse und andererseits ein SERP-Anzeige, die auf mein Facebook-Profil verweist.

Die meisten deutschsprachigen User finden dieses Feature “not amusing” – es handle sich um einen fahrlässige und zu verurteilenden Umgang mit Privatsphäre, so der Grundtenor auch bei Ringfahndung:

Unsitte, ist das richtige Wort, wenn man Facebooks Umgang mit Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten beschreiben will.

Nach der Aufregung über Facebooks Beacon, einer Art Spähsoftware zum zielsicheren Ausliefern von Werbung, arbeitet Facebook weiter an seinem Ruf gelinde gesagt unsensibel und aggressiv eigennützig mit den Daten seiner Nutzer umzugehen: de.facebook.com schaltete bei Google.de Adsense Werbung mit Klarnamen der Nutzer, auch mit meinem.

Auf Facebook gründete Erik Hauth die Gruppe
NO FACEBOOK ADS using MY NAME!, die bis dato über 150 Mitglieder zählt. Ich verstehe ehrlich gesagt die ganze Aufregung nur sehr begrenzt. Die Google Adwords finde ich eines der geilsten Features überhaupt von Naymz – einziger Unterschied zu Facebook ist, dass man dort die Funktion explizit aktiviert, während Facebook ganz ungefragt die Werbung geschalten hat:

naymz

Schlauer wäre es, in den Privacy Optionen eine Ja/Nein Einstellung vorzusehen – ich würd die sicherlich nicht abdrehen, Facebook hat sich mittlerweile zu einer meiner wichtigsten Referrer-Sites für Blogbesucher entwickelt. Dass ohne explizite Zustimmung geworben wird, sorgt zwar für verständlichen Ärger, andererseits kann ich dem offiziellen Statement der Facebook-Betreiber durchaus einiges abgewinnen:

Die Anzeigen wurden nur ausgeliefert, wenn a) ein Facebook Nutzer eine öffentliche Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen hat und b) wenn nach speziell ihrem Namen auf einer Suchmaschine gesucht wurde. Der Klick auf diese Anzeige führte auf die Hauptseite von Facebook, wo man sich wie immer registrieren muss bevor man ein Freund der gesuchten Person werden kann und bevor irgendwelche Informationen zu sehen sind. […] Öffentliche Suchanzeigen zeigen allenfalls die Informationen Name und Foto des Nutzers, und auch nur dann, wenn der Nutzer in seinen Einstellungen der Privatsphäre die Such-Sichtbarkeit auf “Alle” gesetzt hat. Öffentlich Suchanzeigen gibt es, um unsere Nutzer noch einfacher auffindbar für ihre Freunde auf Suchmaschinen zu machen und können jederzeit von den Nutzern ausgestellt werden. Nur Nutzer die über 18 sind und die die Einstellung “Eine öffentliche Suchanzeige für mich erstellen und diese für die Indexierung von Suchmaschinen verwenden” angekreuzt haben, tauchen in externen Suchen auf.

Dass Facebook eben ganz gezielt nicht zwischen organischen und bezahlten Ergebnissen unterscheidet, mag durchaus ein valider Stein des Anstoßes sein – im Ergebnis allerdings läuft’s auf gleiche raus: man wird besser gefunden. Speziell neue Profile, die noch kein organisches Ranking besitzen, werden hiermit sofort visible. Die Grundsatzentscheidung, ob er in SMs gefunden werden will oder nicht, trifft ja tatsächlich der User. Die Kritik zeigt für mich allerdings sehr deutlich, dass die meisten UserInnen von Social Networks diese Seiten als ihren Privatbesitz ansehen… warum wird FB wohl so hoch bewertet? Weil Analysten davon ausgehen, dass man mit den vielen vielen Userdaten viele lustige Income-Modelle basteln kann. Wer das nicht möchte, sollte sich dort nicht registrieren – basta. Wer Facebook in punkto Privacy vertraut, den halte ich für schlichtweg naiv – so groß kann die nachträgliche Empörung dann aber doch nicht sein, immerhin macht ja bislang niemand vom Button “Profil löschen” kaum jemand Gebrauch.

f8club.de schreibt dazu:

Ich finde es ein durchaus befremdliches Vorgehen, einfach mit den Namen der User Werbung zu schalten. Wie die rechtliche Lage aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, dass auch bei diesem Facebook-Stunt zügig ein “oops, das haben wir nun echt nicht bedacht und erst recht nicht gewollt” kommt, so wie bei Beacon und gefühlten 20 anderen Anlässen auch schon.

Über Johnny Häuslers und Eric Hauths Entsetzen hat Thomas Knüwer eine News für das Handelsblatt geschrieben, in dem er Johnny Häusler zitiert:

Diesen Weg geht jetzt Haeusler: Er fordert über seinen Anwalt Vetter 2 000 Euro. Seinen Austritt aus Facebook hat er ohnehin schon verkündet und dabei festgestellt, dass es nicht reicht, sein Profil zu deaktivieren – zur vollständigen Löschung ist auch noch eine E-Mail an das Netzwerk nötig. Auch dazu hat Haeusler eine klare Meinung: “Ich finde das lächerlich.”

Warum ist das lächerlich? Könnte ja durchaus mal vorkommen, dass jemand vergisst, sich an einem öffentlichen Rechner auszuloggen – da finde ich’s sehr begrüßenswert, dass man ein bestehendes Profil nicht mit einem einzigen Click ins Nirvana befördern kann, solange die Löschung grundsätzlich zuverlässig funktioniert. Eine ganze Reihe von erstaunlich einhelligen Meinungen zum Thema findet man auf Rivva.

Um nicht falsch verstanden zu werden: es gibt ein Namens- und Persönlichkeitsrecht, und bevor man derartige Werbeprogramme startet, sollte man die User um Zustimmung fragen. Grosso modo bleib ich aber bei meiner Meinung: Gratis Google Adwords finde ich nett, sonst hätt ich das Feature bei Naymz schon längst abgestellt. In meinem Fall könnte also FB durchaus sagen: dieser komische Wiener hat mit seinen Naymz-Werbung schon längst sein implizites Einverständnis gegeben. Ich werde also weder Google noch Facebook verklagen, sondern abwarten und Chai trinken. Geschädigt komm ich mir nun wirklich beim besten Wille nicht vor :mrgreen:

Willkommen in der Bild-Ton Scherenschleiferei

Niemand auf der Welt fängt die Essenz der von ihm abgelichteten Persönlichkeiten so eindrucksvoll ein wie der weltberühmte Fotograf Helge. Umso glücklicher darf ich mich schätzen, nun schon zum zweiten Mal von ihm mittels photonischer Digitalmagie festgehalten worden zu sein.

Helge hat eine spezielle fotografische Technik erfunden, die sogenannte organische Matrizen-Typographie, eine faszinierende Verbindung aus T-Shirt Popkultur und posenhafter, aber genau geplanter doppelter Verwendung von Körperteilen. Ein Statement, ganz im Sinne von Gilles Deleuze, das unweigerlich an eine Kombination der Detailverliebtheit des späten Pieter Brueghel den Älteren mit der Abstraktionsfähigkeit eines Matt Groening gemahnt. Wie weiland Francis Bacon gewinnt der Fotograf scheinbar alltäglichen Dingen des Alltags (“Legenden sterben nicht im Bett”) eine ganz neue, nur scheinbar überraschende Dimension ab:

legenden

Außerdem war ich grade mal wieder bei Pow.lee und Radio U-Ton zu Gast – der Podcast folgt demnächst. Wir überlegen grade, den bisherigen Jahresrhytmus auf ein Monat zu verkürzen… also nicht wundern, wenn’s demnächst einen regelmäßigen Social Network Podcast, aufgenommen in perfekter ORF Funkhaus Qualität, gibt.

Social Networking auf Speed: Naymz.com

naymz“Empowering reputable professionals” lautet der Claim eines der innovativeren (und zugleich skurrileren) Social Network Projekte der jüngeren Web 2.0 Geschichte. Die Plattform Naymz, gegründet im März 2006 in Chicago, Illinois von Nolan Bayliss, verbindet Reputationsmanagement und SEO auf ungewöhnliche Weise. Im Gegensatz zu anderen Business-Netzwerken schreibt sich die Seite *nicht* in erster Linie die Kommunikation der MitgliederInnen untereinander, sondern die Bewerbung der einzelnen Profilnamen auf ihre orangen Fahnen.

Um das Konzept zu verstehen, muss man ein wenig ausholen: analog zu anderen Social Networks bewertet Naymz den einzelnen User anhand des sogenannten “Rep Scores”, stuft also die “Reputation” seiner Klienten weitgehend transparent ein. Der Rep Score richtet sich nach diversen Faktoren: einerseits bekommt man Punkte für die möglichst vollständige Komplettierung des eigenen Profils, andererseits erhält man Punkte für sogenannten “Endorsements”, also Empfehlungen: denn eine Spezialität von Naymz besteht darin, dass man jede Person aus dem eigenen Adressbuch öffentlich “empfehlen” kann, inklusive eines Beschreibungssatzes. Also kurz gesagt: eine virtuelle Multiplikation der guten alten Empfehlungsschreiben. Deren inflationärer Gebrauch alleine macht die Plattform noch nicht interessant – spannender ist die zugrunde liegende Idee der Verrechenbarkeit zweier nicht ohne weiteres kompatibler Währungen: die Plattform-Mechanik implementiert auf unerwartete Weise den feuchten alten Traum der direkten Verrechnung der Währung “Aufmerksamkeit” in Moneten. Und das funktioniert so: basierend auf dem Rep-Score erhält jeder User einen sogenannten Rep-Score Level – die Zuweisung erfolgt dynamisch je nach Wachstum des Netzwerks:

Your RepScore Level is assigned based on your point total relative to all other Naymz Users. Levels range from 1 to 10 with 10 being the highest. You get Perks on Naymz based on your RepScore Level.

Spannend an der ganzen Sache ist, dass Naymz der zahlenden Kundenschar Premium-Features bietet, in erster Linie Google-Werbeschaltungen mit dem eigenen Namen (für SEOs kein Asset, für alle anderen eine preiswerte Gelegenheit, bei der Namenssuche an Stelle 1 aufzutauchen) und in zweiter Linie genaues Tracking der BesucherInnen des eigenen Profils. Naymz Premium kostet $4,95/Monat bzw. $47,50/Jahr, wer allerdings einen Rep-Score Level von 10 erreicht, erhält die angesprochenen Features gratis. Da ich aufgrund einiger eingeladener User gleich nach fünf Tagen RepScore 10 erreicht habe, sieht die Google-Ergebnisseite bei der Suche nach “Ritchie Pettauer” nun folgendermaßen aus:

naymz google placement

Wie gesagt: für mich stellt die Werbeeinblendung an sich keinen Wert dar, da ohnehin datenschmutz an erster und pettauer.net an zweiter Stelle auftauchen. (Sonst hätt ich ja wohl auch ein gravierendes Problem, meinen Kunden zu erklären, warum sie mich für SEO bezahlen sollten *g*) Dennoch finde ich die von Naymz bezahlte Einblendung (bis zu maximal 10$/Tag, Änderungen jederzeit vorbehalten) eine nette Idee für alle Social Networker, die keine eigene Webseite betreiben. Die Koppelung von Netzwerk-Aktivität an real money finde ich spannend; bin gespannt, ob Xing demnächst ähnliche Features (analog zu der von Facebook inspirierten “Timeline”) offeriert. Ganz nett gemacht ist bei Naymz auch das Visitor Tracking:

naymz tracking

Bedienung und Design erweisen sich an manchen Stellen als durchaus noch verbesserungswürdig, grosso modo aber findet man sich ganz gut zurecht. Eigenen RSS-Feeds lassen sich problemlos in Profil einbinden, die Privacy-Optionen sind transparent – wer möchte, gibt nur ausgewählten Usern Zugriff auf die eigenen Profildaten. Einige Features an der Plattform allerdings stimmen nicht nur Schlingel skeptisch: dass Naymz etwa Punkte für die Verifikation zusätzlicher E-Mail Adressen anbietet, lässt den Gedanken an Mail-Trading durchaus aufkommen (1).

Alles in allem eines der innovativeren Social Networks, denen ich in letzter Zeit einen Besuch abgestattet habe – wenn auch, wie die meisten derartigen Seiten, mit deutlich us-lastiger Community. Mal sehen, wie sich die Plattform entwickelt – die Macher haben jedenfalls einige Prinzipien des Social Web viel konsequenter umgesetzt als die Konkurrenz, daher glaube ich, dass Naymz (zumindest für den englischsprachigen Jobmarkt) auch in Kürze eine ernst zu nehmende Rekrutierungsbörse werden könnte.

Registrieren bei Naymz.com


(1) datenschmutz empfiehlt für solche Zwecke die gute alte Catch-All Domain… und einen scharf eingestellten Spamfilter.

LL-Support: Lang lebe der Textbaustein!

Der Support von Linklift war noch nie preisverdächtig, aber der bloße Versand von Textbausteinen unter dem falschen Vorwand menschlicher Absender kann auf Dauer nur kontraproduktiv sein; ich hab einige meiner “minor Sites” dort vor einigen Monaten eingestellt – eine davon wurde aufgrund zu geringen Pageranks abgelehnt.

Mit dem letzten Google-PR-Update stieg der PR der betreffenden Seite allerdings kräftig von 1 auf 3 – für die Domain habe ich derzeit nicht wirklich Verwendung, also dachte ich mir: auf ein Neues! Ging aber nicht, also habe ich folgende Anfrage über das LL-Kontaktformular geschickt:

Hallo,
meine Domain www.domain.tld hat inzwischen PR3, ich möchte gern einen Adspace anmelden – das system sagt aber, dass der xy.tld Adspace bereits existiert – bitte um Support diesbezüglich, mfG, ritchie pettauer

Auf diese Anfrage bekam ich einige Tage später folgende Antwort:

Hallo Herr Pettauer,
vielen Dank für Ihre E- Mail. Entschuldigen Sie bitte die Verzögerung in der Bearbeitung Ihres Anliegens. Sie haben diese Seite bereits bei uns zur Vermarktung vorgestellt. Da wir Ihnen kein effektives Vermarktungsangebot unterbreiten konnten, haben wir diese nicht freigeschalten. Dazu haben Sie bereits am 30.01.2007 eine E- Mail erhalten. Durch die Ablehnung der Seite sind die Daten bereits im System hinterlegt und daher erhalten Sie diese Meldung. Leider können wir Ihnen auch zum heutigen Zeitpunkt kein effektives Vermarktungsangebot unterbreiten.
Ich bitte um Verständnis und möchte mich für Ihr Interesse an unserem Dienst bedanken.

Nun denn, auf eine Neues: immerhin hieß es damals ich könne die betreffende Seite aufgrund zu geringen Pageranks nicht eintragen, also antwortete ich:

S.g. Fr. XY,
erstmal vielen Dank für die Auskunft, aber ich bin dennoch verwirrt: Sie haben mir damals mitgeteilt, dass der Grund der zu niedrige PR sei und die Seite eingestellt werden könne ab PR3 – hat sich an Ihren diesbezüglichen Richtlinien in der Zwischenzeit denn etwas geändert?

mfG,
ritchie pettauer

Und bekam daraufhin folgende immens aufschlussreiche Antwort:

Hallo Herr Pettauer,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung, bezüglich der vermarktung Ihrer Seite www.domain.tld. Wir freuen uns, dass Sie die Zusammenarbeit mit LinkLift erweitern möchten, können Ihnen jedoch auch zum heutigen Zeitpunkt keine effektiven Vermarktungsangebote für die oben genannte Seite unterbreiten.
Ich bitte um Verständnis, möchte mich für Ihr Interesse an unserem Dienst bedanken und wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche.

Eingehen auf Kundenanliegen? Oder doch lieber dran vorbeigehen? Die betreffenden Mailwechsel jedenfalls zeigen, dass ein Tracking-System für Kunden-Rückfragen, wie’s von den meisten Service-Dienstleistern eingesetzt wird, durchwegs keinen unnötigen Luxus darstellt. Der Original-Mailwechsel allerdings war ohnehin unten angehängt; arme Frau XY, die dürfte ziemlich zu tun haben mit Serviceanfragen… erst das WordPress Plugin Skandälchen und dann noch so ein toller Support: das trägt sicherlich ungemein zur Seriosifizierung des Service bei. Oder war das gesuchte Wort doch Kafkaeskisierung?

Club 2.0: The Making of

Oder: andertags bei Max: Hannes, Heinz, der Gastgeber und ich begaben uns auf die Kossatz’sche Couch – ganz ohne Therapeut, dafür mit Kamera. Projektname: Club 2.0. Mission: ein Videopodcast zu unseren Lieblingsthemen.

Unsere erste Unterhaltung spannte den Bogen von Hasstiraden für und wider Apple über Xing-Absonderlichkeiten bis hin zum Facebook Hype. Die erste Sendung geht demnächst Online – und während normalerweise das Making Of erst nach dem Release folgt, machen wir’s Web 2.0 Style umgekehrt und Bottom Up: hier also erstmal die zeit-geraffte Entstehung unseres ersten Club 2.0, minütlich festgehalten von einer Webcam.

YouTube Preview Image

PS: Nein, ich hab’s nicht mehr rechtzeitig zum Friseur geschafft.

Seiten