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Die 8 besten SEO-Tricks mit E-Mail Alerts

E-Mail Alerts sind aus dem modernen Web nicht mehr wegzudenken. Und dank Gmails smarter Filterung bekommen Heavy Social Media Nutzer die meisten davon gar nicht erst zu Gesicht. Schade, denn wie Rank Fishkin von MOZ im Whiteboard-Friday Video vom 27. Juni erklärt, lassen sich eine Reihe von Tools nicht nur für Monitoring-Zwecke einsetzen, sondern liefern bei richtiger Konfiguration Rohdaten, die für die eigene Suchmaschinenoptimierung pures Gold wert sind.

Der Pagerank-Algorithmus verändert sich beständig. Immer wieder muss Google auf aktuelle Entwicklungen und nicht zuletzt Manipulationsversuche reagieren. Die Zeiten, in denen die Backlinks den einzig entscheidenden Faktor für die Platzierung im Index darstellen, sind längst vorbei. Dennoch ist die Backlinkstruktur einer Webseite nach wie vor eines der wichtigsten Kriterien. Auf die eigene und die der Konkurrenz sollte man also einen genauen Blick werfen – und dabei sind Google Alerts, der Fresh Web Explorer, Talkwalker, Mention und Trackur ausgesprochen nützlich, findet Rand.

Der Fresh Web Explorer gehört zum kostenpflichtigen Werkzeug-Portfolio von MOZ, deshalb bezieht sich die Syntax der Suchanfragen im Vortrag auf das hauseigene Tool. Die kostenlosen Google Alerts beherrschen nur einen Teil der Funktionalitäten, aber es geht gar nicht um die technischen Details, sondern um die grundsätzlichen Überlegungen hinter den vorgeschlagenen Analyse-Methoden. Oder haben Sie schon mal daran gedacht, sich für frische Backlinks bei den jeweiligen Autoren auf Social Media Plattformen zu bedanken (Punkt 6)?

Hier eine kurze Zusammenfassung der 8 Punkte, die deutlich zeigen, dass ein gut durchdachtes Monitoring- / E-Mail-Alert Setup nicht bloß Erwähnungen anzuzeigen kann, sondern integraler Bestandteil des Online Marketing Gesamtkonzepts sein sollte:

  1. Seiten, die zu meiner Konkurrenz linken, aber nicht zu mir: Identifikation potentieller neuer Linkpartner.
  2. Einträge, die meinen Markennamen erwähnen, aber nicht auf mich verlinken: Da kann man ja nochmal höflich nachfragen…
  3. Einträge, die meine Hauptkeywords enthalten, aber nicht auf mich verlinken: eine recht breite Suche, die im zweiten Schritt nach “Authority” gereiht werden sollte.
  4. Inhalte von News- oder Konkurrenzseiten zu einem meiner Kernthemen: Und wenn’s nur der Inspiration dient.
  5. Backlinks auf meine Seite aus einer spezifischen Region: Spannend bei Roll-Outs in neue Märkte.
  6. Links zu meiner persönlichen oder beruflichen Webseite: Höfliche SEOs sagen (laut) danke.
  7. Blogs und Blogger, die über für mich relevante Themen schreiben: Multiplikatoren identifizieren.
  8. Links zu Informationen, die man selber in besserer Qualität anbietet: Tun Sie Ihren Surfern etwas Gutes und verlinken Sie auf mich, Sir!

Das komplette Transkript des elfminütigen Videos gibt’s am Moz Blog.

Hätten Sie gerne mehr Traffic von Google auf Ihrer Seite? Ich unterstütze Ihr Unternehmen bei der Optimierung Ihrer Suchmaschinen-Strategie und zeige Ihnen, wo ungenutzte Potentiale liegen.

Test: Backlink Entgiftung mit den Link Detox Tools

Steter Wandel ist fester Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung. Zwar bleibt das Ziel immer das gleiche: Die zu optimierende Webseite soll möglichst weit vorne in den Suchergebnissen auftauchen. Doch die Methoden ändern sich ständig, und damit auch die Werkzeuge. Einem spezifischen und immer wichtigeren Thema nehmen sich Link Detox Tools an: der Algorithmus analysiert die Backlinkstruktur einer Webseite, bewertet jeden einzelnen Backlink und hilft so, potentiell schädliche Links zu identifizieren und wieder loszuwerden.

Die Detox-Tools decken damit eine zunehmend wichtigere Nische ab und sind absolut konkurrenzlos, wenngleich kein Werkzeug für Anfänger. Der Analyse-Algorithmus liefert als Ergebnis eine lange Liste von Backlinks samt Bewertung, die erst noch interpretiert und weiterverarbeitet werden will. Im Gegensatz zu “Click-und-fertig” Tools ist ein wenig Einarbeitungszeit und Dateneingabe nötig, aber dazu später mehr – zuerst mal zu der Frage, warum seit den Pinguin-Updates bestimmte Links pures Gift für die Suchergebnisse sein können.

Google macht die Spielregeln

Auf dem Papier mögen Bing & Co zwar existieren, aber grosso modo hätte man SEO schon längst in GO umbenennen können: Search Engine Optimiziation ist vorwiegend Google-Optimierung. Der Quasi-Monopolist gibt die Spielregeln vor, und wer sich entweder besonders erfolgreich daran hält oder die Vorgaben besonders elegant umschifft, gewinnt beim großen Suchindex-Glücksrad den Hauptpreis.

Letzteres wird konsequent schwieriger, da der Suchmaschinenriese aus Palo Alto zunehmend besser erkennen kann, wer brav folgt und wer böse manipuliert. Hält sich jemand nicht an die Spielregeln, bekommt er die gelbe Karte in Form einer “Google Penalty”, die sich aufs Ranking auswirkt, oder gar die rote – eine Komplette Auslistung aus dem Index. Google bezieht immer mehr Faktoren in die Bewertung von Seiten ein, die Backlinkstruktur einer Webseite ist immer noch einer der wichtigsten.

Wer verlinkt auf meine Webseite?

Früher galt fast uneingeschränkt: mehr ist mehr. Je höher die Zahl der Backlinks, desto besser die eigene Seite. Das führte zwischen 2000 und 2005 zu einer wahren Blütezeit von Webdirectories, Social News Plattformen und anderen Linkfarmen. Irgendwann begann Google dann konsequenterweise damit, Spam-Links nicht bloß zu ignorieren, sondern negativ zu bewerten – Links, die vor einigen Jahren noch egal bis förderlich waren, können die verlinkte Seite mittlerweile ordentlich schädigen. Genau hier setzt der Link Detox Algorithmus an. Wer bereits von Google abgestraft wurde, hat ohnehin konkreten Handlungsbedarf, in allen anderen Fällen kann ein präventives Screening und die anschließende Entfernung der “bösen” Links durchaus das Gesamtranking verbessern.

Da diese Art der Bewertung zugleich eine effiziente Möglichkeit darstellt, konkurrierende Seiten mit minderwertigen Backlinks einzudecken und so deren Ranking zu schädigen, muss Google Webmastern die Möglichkeit geben, solche unerwünschten Links “abzuwerten”. Das geschieht mit dem sogenannten Disavow-Tool, das Bestandteil der Google Webmastertools ist. Backlinks, die hier eingetragen werden, berücksichtigt Google zukünftig nicht mehr. Google empfiehlt, diese Disavow-Funktion nur im Notfall zu verwenden, also dann, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, den betreffenden Link zu entfernen respektive entfernen zu lassen. Das ist übrigens auch der Grund, warum immer wieder mal Agenturen ein paar Jahre später um Löschung ihrer alten Spam-Links bitten.

Detox Tools im Überblick

Der Nutzer hat die Wahl zwischen einer einfachen Analyse der eigenen Seite und einer Konkurrenz-Analyse, bei der die “Giftigkeit” der Mitbewerber-Backlinks mit dem eigenen Penalty-Risiko verglichen wird. Der folgende Text bezieht sich auf den “Classic Mode”.

Beim Erstellen eines neuen Berichts gibt man im ersten Schritt die URL der zu analysierenden Page ein und wählt aus, ob nofollow-Links ebenfalls evaluiert werden sollen. Laut Google werden diese generell ignoriert, unter SEO-Experten gehen die Meinungen über dieses Thema jedoch weit auseinander. Danach legt man das Thema der Seite fest, gibt an, ob bereits eine Abstrafung durch Google erfolgte und wählt anschließend einen von drei Modi aus:

  • Der Classic mode überprüft die bestehende Linkstruktur.
  • Im What-if mode lädt man zusätzlich zu den existierenden eine Liste potentieller zukünftiger Backlinks hoch, um diese im Vorhinein auf Risikofaktoren zu überprüfen.
  • Der Review Mode ignoriert die bestehende Linkstruktur und wertet nur potentielle Linklisten aus.


20140702-detox-start

Abschließend füttert man das Script optional mit bestehenden Backlinklisten (Detox erkennt sehr viele Backlinks, aber möglicherweise nicht alle) sowie mit der aktuellen Disavow-Liste, falls bereits eine solche existiert. Wahlweise kann man den Report regelmäßig wiederholen und sich auf Wunsch die Ergebnisse via E-Mail zusenden lassen. Nach dem Click auf “Detox my site” nimmt der Algorithmus seine Arbeit auf, ein paar Minuten später steht der fertige Bericht dann zur Durchsicht bereit.

Damit beginnt erst die eigentliche Arbeit. Denn um möglichst valide Ergebnisse zu erhalten, muss man erstmal alle gefunden Anchor-Text klassifizieren und jeweils angeben, um welche Art von Keyword (Brand, Compound, Money, Other) es sich handelt. Bei Seiten mit etlichen hundert Backlinks kann dieser Prozess schon ein Weilchen dauern.

Link Detox Classification

Alle gesammelten Version fließen in die resultierende Linkbewertung ein. Die Ergebnisse präsentiert Link Detox in Form einer flexibel konfigurierbaren Tabelle. Aufmerksamkeit verlangen dabei in erster Linie all jene Backlinks, die das Script als “highly toxic” einstuft. Umsichtige Webmaster reviewen jede verlinkende Seite einzeln, bevor sie sich dafür entscheiden, den Status auf “disavow Page” oder gar “disavow Domain” zu setzen. Nach Abschluss dieser Review-Runde exportiert man die Gesamtliste direkt in Googles Disavow-Tool.

Link Detox Auswertung

Christoph Cemper weist deutlich darauf hin, dass es sich um einen komplexen Algorithmus handelt, der bei einzelnen Linkbewertungen auch mal daneben liegen kann. Wer wertvolle Backlinks irrtümlicherweise disavowed, kann das Ranking seiner Seite recht ordentlich schädigen – Vorsicht, Hausverstand und SEO-Erfahrung sind gute Begleiter bei der Erstellung der finalen Disavow-Liste. Einmal erstellte Berichte bleiben gespeichert, so lange das Abo aufrecht ist. Das Neuberechnen bzw. Reprocessings eines bestehenden Reports ist kostenlos. Detaillierte Informationen zu allen Features und Funktionen stehen im Step-by-Step Guide.

Praktische Erfahrungen: Link Detox und datenschmutz

Für meinen Test habe ich die Backlinkstruktur dieses Blogs analysiert – bei 1.237 verlinken Root-Domains und rund zehnmal so vielen Backlinks ein ordentliches Stück Arbeit, da ich mir jeden einzelnen als verdächtig eingestuften Link händisch genau angeschaut habe. Das Ergebnis hat mich überaus positiv überrascht: Unter den bekrittelten Backlinks fand sich kein einziger “False positive”, sämtliche problematischen Verlinkungen stammten von Linkfarmen, ausgelisteten oder anderweit suspekten Domains.

Meine Disavow-Liste umfasste letztendlich knapp 150 Links, im Lauf der Jahre sammeln sich offensichtlich doch eine ganze Reihe ungebetener Linkpartner an. Mithilfe der Detox Tools kostete mich die Säuberungsaktion insgesamt rund 8 Stunden, “zu Fuß” wäre aus dem Projekt eine unendliche Geschichte geworden. Besonders gelungen fand ich die ausführlichen Erklärungen zu Funktionsweise und Hintergrund der einzelnen Features sowie die gut nachvollziehbare Erläuterung der ermittelten Risikofaktoren pro Backlink.

Der Preis des günstigsten Pakets, in dem 5 Credits enhalten sind, jeder Report kostet 1 Credit – liegt bei €129 pro Monat, das für SEO-Agenturen geeignete Enterprise-Paket gibt’s für €1.999.

Fazit: Link Detox spart Suchmaschinenoptimierern viel Zeit und liefert Daten, die man in der Form sonst nirgendwo serviert bekommt. Wer diesen mächtigen Werkzeugkasten für sich nutzen möchte, der sollte allerdings einiges an Vorwissen mitbringen, um die erhobenen Befunde kompetent interpretieren zu können. Gute Englischkenntnisse sind ebenfalls Voraussetzung, denn die umfangreichen Hilfetexte gibt’s nicht in deutscher Übersetzung. Die Zielgruppe dieses Experten-Tools sind also ganz klar SEO-Profis und ambitionierte Webmaster – natürlich lohnt sich die Investition nur bei Seiten, die bereits über ein erkleckliches Backlink-Portfolio verfügen.

Content Marketing ist keine Königsdisziplin

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Glauben Content Marketer einer Studie, an der sie nicht selbst teilgenommen haben? Ich las und staunte über folgenden Befund:

Content Marketing liegt im Trend. Dies bestätigt die US-Agentur CopyPress. In ihrer aktuell durchgeführten Studie 2013 State of Content Marketing Study and White Paper wurden 329 Marketing-Profis aus über 40 Industrien befragt, die Mehrzahl aus den Bereichen Internet (12,5%), Werbung & PR (7,5%) sowie Computer (7,1%). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Branchenexperten Content Marketing weit mehr Priorität als noch im Jahr zuvor einräumen. 50% der Befragten gaben an, ihren Fokus zu Gunsten des (im Original: für) Content Marketing verschoben zu haben. Im Jahr 2012 hatten lediglich 18,9% das Marketing-Instrument im Zentrum ihrer Aktivitäten.

Ich glaube nicht, dass diese Kategorienbildung ihre Entsprechung in der Webrealität des Jahres 2013 findet. Vor drei Jahren konnte man noch von SMO (Social Media Optimization) und SEO (Search Engine Optimization) als getrennten Feldern sprechen. Spätestens, seit Google Likes und +s für den Index auswertet, sind beide Bereiche verschränkter als die Schwänze eines Rattenkönigs.

Und wo wohnt dann eigentlich Content Marketing? Dieser Hype-Begriff bezeichnet im Kern ja nichts anderes als die Erstellung und Distribution von Inhalten mit mittlerer bis langer Durchlaufzeit und höherem Mehrwert, als in 140 Tweet-Zeichen oder ein Status-Update reinpassen.

Eines der effizientesten Werkzeuge für diese Aufgabe sind Weblogs, aber die wollen wiederum SEO-optimiert und eng mit Social Media Services verzahnt werden. Die Distribution eigener Inhalte über Drittplattformen weist natürlich auch eine starke soziale Kompontente auf, und wenn Firmen Content Marketing richtig ernst nehmen, dann sind plötzlich auch noch die CRM-Experten samt ihren mysteriösen SAP-Datenbanken gefordert. Und die Online-Lead-Generierung sollte ebenfalls nahtlos mit dem klassischen Kampagnen-Management verzahnt sein. Zudem bemerkt womöglich noch ein heller Kopf, dass in Großunternehmen die eigenen Mitarbeiter das mächtigste Social-Media-Kick-Off Potential darstellen, und schon sitzt die Personalabteilung mit im Meeting…

Sie mögen das für übertrieben halten, immerhin wussten schon unsere Großväter: Für einen Mann mit einem Hammer ist jedes Problem ein Nagel.

Für einen Mann mit einem Blog ist jedes Problem ein Posting

Ein kleines Beispiel aus der Praxis: ein fiktiver Mobilfunkanbieter betreibt ein gebrandetes Blog mit Android-Tipps und richtig guten Tutorials. Leider verwandelt eine Kundin ihr vielleicht schon vorher defektes, vielleicht mit Schadsoftware infiziertes Gebrauchtgerät beim Versuch, eine Antivirensoftware nach Anleitung zu installieren, in einen nicht ganz so smartes Gerä, das sich partout nicht mehr einschalten lassen will. Wenn sie jetzt bei der Hotline anruft oder erbost auf die Facebook-Page des Mutterkonzerns postet, der mit dem operativen Geschäft ihres Service-Providers rein gar nichts zu tun hat, dann passiert:

A) gar nichts
B) das Posting wird gelöscht
C) der zuständige CRM-Mitarbeiter erfährt von dem Problem und kontaktiert die Kundin und den Autor des Blogartikels, um zu klären, wie das Problem entstand und es gegebenenfalls zu lösen.

Die ersten beiden Varianten erfordern vergleichsweise geringe Online-Marketing-Kompetenz, die dritte dagegen setzt eine Menge Faktoren voraus:

  • Die Kundin muss den Blogbeitrag erst einmal finden – SEO
  • Der Artikel muss echten Mehrwert bieten – CONTENT (Marketing)
  • Die Betreuung der Facebook-Auftritts funktioniert – SOCIAL MEDIA
  • Marketing- und CRM-Abteilung kooperieren – INTERNE KOMMUNIKATION

Fazit und damit zurück zu den eingangs erwähnten Schwerpunkten: worauf man den Fokus legt, sollte nicht vom Zeitgeist, sondern von einer eingehenden Analyse der Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens abhängen.

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SEO-Frage: Wie generiert man in 1 Monat eine PR2 Seite aus dem Nichts?

Wie kommt man mit möglichst geringem Aufwand innerhalb von vier Wochen zu einem oder mehreren gut indizierten Blog mit Unique Content, das innerhalb kürzester Zeit Pagerank bekommt? Und zwar ohne dass man irgendwelche Artikelverzeichnisse benötigt oder für den Inhalt bezahlt?

Geht das überhaupt? Ja, und zwar mit einer Setup-Zeit von 30 Minuten und einem Zeitaufwand von 10 Minuten pro Woche. Ohne Blackhat, ohne schmutzige Tricks. (okay: nur mit datenschmutzigen Tricks.) Wie’s funktioniert, verrate ich nächste Woche im Newsletter, inklusive einigen Überlegungen zu Social-Media-Funnel Setups und der Kombination von Brand Management und Suchmaschinen-Optimierung. Wer wissen will, wie’s funktioniert – inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung – abonniert den datenschmutz Newsletter.

Blogistan Panoptikum KW50 2009

Für den Web-Strategen Jeremy Oywang aus Silicon Valley ist das Realtime-Web nicht schnell genug: deshalb sprach er auf der LeWeb Konferenz über das “Intention-based web”, quasi zukunftsgerichtete Services: denn solche Einrichtungen wie der öffentliche Facebook-Kalender erlauben es, eine potentielle Zukunft mit kontextuellen, personalisierten mixed-reality Erfahrungen anzureichern. Ein Punschfabrikant könnte beispielsweise bereits wissen, dass morgen beim Youtube-Kinoabend im MuQa durstige Blogger anwesend sein werden und spontan für Catering sorgen – schöne neue Social Media Welt! Doch trotz dieser großartigen Zukunftsaussichten präsentieren Linzerschnitte und datenschmutz wie gewohnt den Rückblick auf die letzten sieben Tage. Keine Kristallkugeln, stattdessen neueste Geschichten aus neuester Geschichte!

Hype der Woche: Formspring

Judith aka Linzerschnitte Der 2-wöchige Hype um Foursquare wird nun offensichtlich von Formspring.me abgelöst. Formspring.me ist ein Ableger vom Formularservice Formsping.com und erlaubt anonymen oder benamsten Usern, anderen Usern auf deren Profil beliebige Fragen zu stellen oder Usern zu folgen. Einbindung der Question Boxes auf Blogs, via Twitter, Facebook und TumblR sind möglich (siehe blog.datenschmutz.net) und erinnern etwas an die Yahoo Answers Application für Facebook. Customizen der eigenen Profilseite ist übrigens auch möglich.

Alles Weitere sollen die Herrschaften selbst erklären:

YouTube Preview Image

Was die mögliche Anonymität der Fragesteller anbelangt, bin ich persönlich noch unschlüssig, was ich davon halten soll. Ich denke, es war Robert Scobble, der meinte: “Wer in mein Wohnzimmer kommt, der kann sich auch vorstellen”…

Übrigens hier die Formspring-Profile der Panoptikum-Autoren für Fragen jeder Art:
www.formspring.me/linzerschnitte
www.formspring.me/datadirt

Big Brother Stipendium für 2010, net.artist Residencies im Edith-Russ-Haus

ritchie aka datadirt Nein, hier soll keinem jungen Menschen geholfen werden, ein kuscheliges Plätzchen im Reality-TV zu ergattern, vielmehr will die UBIT Projekte und Aktivitäten unterstützen, welche “die Zivilgesellschaft im Bereich Datenschutz und Menschenrechte” stärken und vergibt zu diesem Behufe ein Stipendium von 12 x €400 für das Jahr 2010:

Das Stipendium wird von der UBIT Wien (Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie in der Wirtschaftskammer Wien) in Form einer monatlichen Überweisung von Eur 400,- für die Dauer von 12 Monaten (in Summe EUR 4.800,-) auf das Konto des/der StipendiatIn ausbezahlt.

Bedingung sind ein Hauptwohnsitz in Wien und ein Geburtsdatum nach dem 1. Jänner 1975 sowie nachweisbare aktive Tätigkeit für Bürgerreche und/oder Datenschutz, die Bewerbung erfolgt formlos (max. 2 Seiten) bis zum 10. Jänner 2010 unter Angabe aller projektrelevanten Daten an stipendium@bigbrotherawards.at. Folgende Aktivitäten kommen Frage:

* aufbereiten von Grundlagen und Basiswissen
* verfassen von Positionspapieren und Stellungnahmen
* gestalten von Illustrationen und Graphiken
* vorbereiten von Aktionen und Veranstaltungen
* organisieren öffentlichkeitswirksamer Kampagnen
* entwickeln relevanter Applikationen und Tools

Der Stipendiat wird von der Jury bestimmt, nach Abschluss des Projekts präsentiert der glückliche Gewinner die Ergebnisse im Rahmen eines q/Talks.

Und weil wir gerade beim Thema Stipendien sind: für net.artists, die schon immer mal einige Wochen in Niedersachsen verbringen wollten, ist der richtige Augenblick gekommen, denn:

Die Stiftung Niedersachsen vergibt für die Monate Juli bis Dezember 2010 drei sechsmonatige Arbeitsstipendien am Edith-Ruß-Haus für Medienkunst Oldenburg. Die Ausschreibung richtet sich an internationale Künstler, die sich mit Neuen Medien beschäftigen. Es gibt keine Altersbeschränkung. Die Stipendien sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Eine internationale Jury sichtet die Projektvorschläge und entscheidet über die Stipendienvergabe. Für die Stipendiaten besteht eine zeitweilige Residenzpflicht. Sie werden in die Aktivitäten des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst integriert.

Die Bewerbung erfolgt online – eingereicht werden kann bis zum 28. Februar.

Realtime-Websearch als neues Google-Feature

Judith aka Linzerschnitte Seit es die Twittersearch und Twitter-Trending Topics gibt, wissen wir die Realtimesearch und Realtime-Relevanz-Rankings mehr und mehr zu schätzen. Nun hat Google angekündigt, neben der personalisierten Suche auch die Realtime-Search auszuweiten. Als Quelle für die Suche sollen Dokumente aus Facebook, Twitter, Myspace und anderen Quellen herhalten:

The importance of relevance has gone through the roof as the amount of information out there is growing. Relevance has become the critical factor.

Heißt es von Seiten der Google Entwickler. Und aussehen wird dies in etwa so:

Google Realtime Rankings

Wenn das nun mal keiner Adelung von Social News und den maßgeblichen Social Media Plattformen durch Google gleichkommt….

Maria Fekter, schick doch Werner weg!

ritchie aka datadirt Für einiges Aufsehen sorgte Ende November ein öffentlich Brief an die österreichische Innenministerin, in dem Werner “Werquer” Reiter die in letzter Zeit immer häufiger als Schotter-Mitzi titulierte Hardlinerin bittet, doch ihn anstelle von Arigona Zogaj abzuschieben:

Jetzt hätte ich aber eine Idee, die zwar meine berufliche Karriere beendet, aber vielleicht die von Arigona Zogaj absichert. Das Mädchen ist jung, mittlerweile gut gebildet und sie hat Potenzial, hier in Österreich ordentlich Steuern zu zahlen. Die zahle ich zwar auch, aber ich glaube, dass ich auch im Kosovo irgendwie durchkommen würde. – Jedenfalls aber besser als Arigona Zogaj. Sehr geehrte Frau Bundesminister, was halten Sie von dem Vorschlag? Sie schieben mich in den Kosovo ab und Arigona bleibt hier.

Die “Einwanderungsquote” gliche sich jedenfalls aus – und Österreich müsste der Welt an diesem für das Land hochpeinlichen Beispiel nicht demonstrieren, dass hierzulande wohl “Sippenhaftung” gilt – denn auf welche Art auch immer Arigonas Eltern ins Land gelangt sind – dass die damals minderjährige nun brutal aus ihrem Lebensumfeld gerissen werden muss, ist einfach unfassbar:

Was halten Sie von dem Deal? Die Einwandererquote bleibt unbeeinflusst. Recht bleibt Recht und irgendwie ist es viel menschlicher, wenn ein glatzköpfiger Mann um die 40 statt einem jungen sympathischen Mädchen in den Kosovo gehen muss.

Gutes tun für die… Electronic Frontier Foundation

ritchie aka datadirt Weihnachtsgeschenke, Geeks, Gutes tun – wie kriegt man all das bloß unter einen Hut? Unsere Superhero-Freunde von der EFF (Eletronic Frontier Foundation) eilen mit neuen, unentbehrlichen Goodies zu Hilfe:

effsuperheroes

Die EFF setzt sich für digitale Bürgerrechte ein – ihr gehören zahlreiche Internet-Legenden wie Cattlefarmer John Perry Barlow, John Gilmore, Ed Felten und viele andere an. Gute Sache als Gegengewicht zur “Corporate Dictatorship” im Bereich Urheberrecht und finanziert durch Spenden:

EFF is a donor-funded nonprofit and depends on your support to continue successfully defending your digital rights. Litigation is particularly expensive; because two-thirds of our budget comes from individual donors, every contribution is critical to helping EFF fight — and win — more cases.

Und genau darum geht’s – mit einer Unterstützer-Mitgliedschaft ab $25 (entweder für sich selbst oder als Geschenk) gibt’s dieses hübsche T-Shirt, das ein für allemal klarstellt: der Träger ist einer von den guten Piraten!

Kommt das providerlose Google-Phone?

ritchie aka datadirt Die Gerüchte, dass Google ein Android-Phone im Eigenvertrieb auf den Markt bringen möchte, verdichten sich. Das “Nexus One” wird von HTC gebaut und ohne SIM-Lock angeboten. Mindestens so spannend wie die Nachricht selbst (gähn!) ist die Berichterstattung im Spiegel Online – die ist nämlich bestens als Lehrstück in Sachen Primär-Content und Zirkularität geeignet:

Das “Wall Street Journal” und Blogs berichten, der Suchmaschinenkonzern werde ein eigenes Telefon auf den Markt bringen.

Spon erwähnt der Vollständigkeit halber aber auch gleich, dass Google selber bloggte und Twitter darüber berichteten, dass andere Blogger über Googles Blogbeitrag getwittert haben oder so. Auch die FuZo “requotet” fleissig, und dabei heißt’s doch sonst immer, Blogger täten voneinander abschreiben… Da lesen wir doch lieber gleich TechCrunch und erfahren dort:

It will be called the Google Phone (update the official name is “Nexus One”) and will launch in early January, 2010. It won’t be sold by any one carrier, but instead will be an unlocked GSM phone.

Laufen wird das Werkl unter Android 2.1 (vielleicht kann man bis dahin ja auch schon IMAP E-Mails zwischen verschiedenen Ordner verschieben), wie jedes neu angekündigte, noch nicht verfügbare Gerät ist das Gadget voll super, unvorstellbar schnell und bringt Wunderfeatures aus der Zukunft wie Text-to-Speech für E-Mails. Wir warten mit unserem Urteil auf den Reality Check.

George Lucas und die Canon-SLR-Kameras

ritchie aka datadirt Was als “Neben-Feature” begann, verändert gerade nachhaltig die Welt der Filmproduktion: die Canon EOS5d sowie die brandneu EOS 7D erlauben jedem Laien, bestechende HD-Filme zu drehen. Die Qualität ist dank der Optiken besser als die vieler vergleichbarer professioneller Kameras – und zwar so gut, dass mittlerweile sogar Kapazunder wie George Lucas sich für die Feinheiten der SLR-Filmerei interessieren. Der Star Wars Regisseur lud kürzlich David Bloom auf seine Ranch ein, um sich in die Feinheiten der Canon-Modelle einführen zu lassen:

Head of post production Mike Blanchard phoned me up 3 weeks later to see if I could come over and consult about the potential of using video DSLRs for their productions. […] Of course I phoned Mike back said yes please! 5 days staying at Skywalker Ranch as their guest and showing them how to get the best out of the Canon 5DmkII and the Canon 7D. They also wanted to be shown how to use the EX3, Letus Ultimate and Nanoflash.

Spannend für alle Hobby-Filmer – interessant finde ich vor allem die Zacuto-Zusätze: Viewfinder und dem Schulterstativ scheinen recht komfortables Arbeiten auch bei längeren Sessions zu erlauben.

18x Chrome erweitern

ritchie aka datadirt Firefox ist nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Extensions so populär – langsam gibt’s auch die ersten Erweiterungen für Chrome, darunter ein Passwort-Synchronisierungs-Service analog zum beliebten XMarks für FF. Lifehacker hat 18 Extensions gelistet, die den Download angeblich wert sind – und anders als beim Füchslein soll durch Erweiterungen die Performance angeblich kaum einbrechen:

Actually, rating these extensions by “worth the slowdown,” as is often the case with Firefox, doesn’t seem applicable here. Chrome renders pages just as snappily on a Linux install with eight extensions loaded, and the memory use seems not all that different. Your mileage may certainly vary.

Video der Woche

Achtung, höchst meditatives Multimedia-Produkt: diese Kollaboration zwischen finnisch-japanische Kollaboration zwischen Jopsu Ramu und Shun Kawakami nennt sich “Urban Abstract” und besteht aus 40 fünfsekündigen Clips, die eine augenschmeichlerische Melange ergeben – ‘njoy:

Lesetipps der Woche

  • Das Auto als Fetisch: Harald Welzer war lange genug anonym, jetzt ist er offiziell Autoholiker: denn Klimawandelpanik, Grünbewusstsein und Ottomotoren lassen sich wunderbar vereinbaren: es ist sogar okay, fünf Autos zu besitzen, solange man nicht damit fährt.
  • Frankreich, die Politik und Social Media. In Frankreich geht man mit Wählern/Usern seitens der Politik ein bisschen anders um. Ein bisschen rauer nämlich. Da wurden die launige Poster im derstandard.at wohl in Grund und Boden geklagt werden. Möglicherweise beginnt sich das aber langsam zu ändern. (Artikel empfohlen von @karli
  • )

  • SEO wird nutzlos. Wiedermal. Tatsächlich? Denn Totgesagte leben bekanntlich länger. Wer sich über die naiven Hoffnungen der SEO-Gegner amüsieren möchte, die auf einem lustigen kleinen Google Video beruhen – bitte hier entlang.
  • Hannes Treichl erklärt diese Woche, warum Bloggen nicht mehr für jeden Hotelier eine Option ist….
  • WordPress.com verzahnt sich enger mit Twitter: Ab sofort kann man auch via Twitter Updates posten.

Und das war’s auch schon wieder für diese Woche – mal sehen, ob das formspring-Ding in sieben Tagen immer noch heiß ist oder vom nächsten 5-Minutes-of-Fame Twitter-Klon abgelöst wird. Wir wünschen in jedem Fall einen entspannten Restsonntag, danke für Ihre Aufmerksamkeit und lesen uns morgen im Social Web.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Ö1 Digital leben: Die SEO-Grundbegriffe

Michael Fiedler hat mich kurz vor dem Andalusien-Urlaub gefragt, wie Google denn eigentlich potentiell zu indizierende Websites findet – der 5-Minuten-Podcast bietet eine kurze Einführung in die komplexe Thematik “Suchmaschinenoptimierung”:

Eine Website zu unterhalten ist eine Sache; dass diese dann auch von Google & Co. gefunden und hoch im Index platziert wird, eine andere. Seit geraumer Zeit gibt es daher eine Szene von Suchmaschinenoptimierern, die dafür sorgen, dass die Angebote ihrer Kunden bei den Ergebnissen möglichst weit oben aufscheinen – denn das bringt Aufmerksamkeit und letztlich auch Geld.

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Mein vorletztes Posting hier: Ich habe datenschmutz verkauft!

Bei diesem Posting handelt es sich um meinen Aprilscherz 2009 – natürlich habe ich, wie die meisten auch sofort richtig erraten haben, mein Blog nicht verkauft. Und auch absolut keine Pläne in diese Richtung!

Ja, ich hab’s getan. Ich habe meinWeblog gestern verkauft – nach knapp drei Wochen nicht übermäßig zäher Verhandlungen einigten sich der neue Käufer und ich auf einen für beide Seiten mehr als erfreulichen Betrag, den ich auf “regulärem Weg” mit diesem Blog jedenfalls in den nächsten drei Jahren unmöglich verdienen könnte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Robert Basic: ohne die Ermutigung durch Deinen erfolgreichen Verkauf hätt’ ich mich nie getraut, die Sache bis zum Ende durchzuziehen. Aber die Taube ist Sack ist bekanntlich besser als der Spatz am Kirchturm und die Zahlen am Vertrag bloß ein Ergebnis der Verhandlungskunst. Heute hab ich ein kurzes Videostatement aufgenommen, um alle etwaigen Fragen zu klären – es wird nicht mein letzter Videopodcast sein, der Vimeo-Account bleibt mir schließlich:

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Barcamp Klagenfurt: Morgen geht’s los

Barcamp KlagenfurtSchnellentschlossene sollten sich noch rasch auf die Anmeldeliste schreiben, denn morgen Abend beginnt das Web-Remmi-Demmi am Wörthersee aka Barcamp Klagenfurt 2009 mit gemeinsamen Vorbereitungen im Vorstufengebäude der Uni Klagenfurt und einem anschließenden Bummel durch die Innenstadt(lokale). Am Samstag pünktlich um 9:30 startet die Intro-Session, und dann geht’s in schnurstracks in medias res.

Ich bin schon gespannt auf die Sessions; mein Plan ist es, über Online-Marketing mit Twitter und aktuelle SEO-Trends zu sprechen, voraussichtlich wird’s auch eine gemeinsame Session mit Hans-Peter und Socialist Andi geben, aber das soll eine Überraschung werden. Wer über den aktuellen Status des ATV-Relaunchs informiert werden möchte (Beta-Keys gibt’s in Kürze) bzw. mal einen Blick auf den BlackBerry Bold im Live-Einsatz werfen möchte, dem stehe ich natürlich auch gern Rede und Antwort.

Keine geographischen Fragen offen lässt die Google Map, außerdem kann man das Uni-Vorstufen-Gebäude schon mal virtuell durchschreiten. Und für alle zuhause Gebliebenen gibt’s den gesamten Livestream des Barcamps auf ustream.tv.

Hier nochmal der gesamte Zeitplan:

Freitag, 6. Februar
16:00 Basteln/Aufbauen/Vorbereiten, Vorstufengebäude, Uni Klagenfurt
20:00 Opening, Molly Melone, Klagenfurt-Innenstadt

Samstag, 7. Februar
09:30: Intro-Session, Vorstufengebäude, Uni Klagenfurt
10:00 – 12:30: Sessions, Vorstufengebäude, Uni Klagenfurt
12:30 – 13:30: Nahrungsaufnahme IQ, Uni Klagenfurt
13:30 – 18:00, Sessions, Vorstufengebäude, Uni Klagenfurt
19:00 Socializing, Blauzeug und Pubcrawl durch in der Uni-Straße

Sonntag, 8. Februar
10:00 – 12:30: Sessions, Vorstufengebäude, Uni Klagenfurt
12:30 – 13:30: Nahrungsaufnahme, IQ, Uni Klagenfurt
13:30 – 15:00 Sessions, Vorstufengebäude, Uni Klagenfurt
15:00 Feedback-Session

Blogistan Panoptikum KW05 2009

kroneJoke der Woche: Google sperrte kurzfristig aufgrund eines Malware-Generalverdachts das gesamte Internet. Vizepräsidentin Marissa Mayer höchstpersönlich erklärte am Google-Blog die Paranoiawelle mit einem simplen händische Fehler: blöderweise hatte ein Mitarbeiter in die Sperrliste die URL “/” eingetragen. Das Resultat: Google erkannte weltweit für rund vierzig Minuten lang jede einzelne Internetseite – inklusive sich selbst – als gefährliche Malware.

Schade, dass es sich bloß um eine Panne handelte, denn die Aktion hat durchwegs Medienkunst-Potential. Man stelle sich das mal vor: Millionen Surfer, die ausschließlich Big G als Gateway zum Netz benutzen und noch niemals eine URL direkt in die Adresszeile getippt haben, stehen plötzlich vor verschlossener Tür. Auf Twitter und zahlreichen Blogs hagelte es auch dementsprechend hämische Kommentare – und so mancher Webmaster sollte sich wohl über die Diversifizierung seines Traffics Gedanken machen:

Dieser Ausfall blieb nicht ohne Folgen: billigemarken.de berichtet von einem Userschwund von 90 %!

Google erstellt die Liste teils manuell, teils werden Daten von Stopbadware.org übernommen. Dort wurde am Blog schnell klargestellt, dass der Fehler automatisch übernommene Daten zurück zu führen ist.

Was kann Affiliate Marketing?

Hans-Peter hat einen exzellenten Beitrag über die Stärken und das Potential des Affiliate Marketings veröffentlicht. Den acht Gründen für eine selbständige Existenz als Affiliate ist wenig entgegen zu setzen: mit Ausdauer, Grips und den richtigen Infos versorgt lassen sich gewaltige Revenue-Streams abseits von lästigen Faktoren wie Personal, Chefs, Lager etc. aufbauen. In Österreich steckt dieses Thema noch in den Kinderschuhen – HP und ich sind gerade am Überlegen, ob wir demnächst mal einen Einführungsevent für Interessierte in Wien veranstalten. Dass allerdings auch in Deutschland diverse Mythen und Mären rund um dieses Thema kursieren, zeigt ein aktuellen Beitrag von Mediadonis.

Franz Köfel I. regiert souverän die Leserbriefseite

Max hat den großen Analyse-Generator angeworfen und der Krone-Leserbriefseite ein paar äußerst spannende statistische Daten entlockt. So ist Franz Köfel mit knappem Vorsprung von 2 Briefen auf Franz Weinpolter der ungekrönte König der Volksmeinung. Ein Schelm, wer Manipulation unterstellt:

Diese 4766 Leserbriefe wurden mit 1994 unterschiedlichen Namen unterschrieben, somit ergibt sich ein Durchschnitt von 2,4 abgedruckte Briefe pro SchreiberIn, deutet auf etliche StammschreiberInnenn hin.

Papier vs. ein paar Bier

Pete wirtschafts-philosophiert über die psychologischen Paradoxien der Wirtschaftskrise: Papier ist eben umso geduldiger, je mehr Buchstaben drauf gedruckt sind – da ändern noch so viele Sicherheitsmerkmale und Notenbank-Chefunterschriften nichts dran:

Nicht ganz, heute hat sich nämlich etwas getan. Eine Paradoxie ist aufgetreten. Ich wollte eigentlich nur kurz ein Buch kaufen, bin dann aber wie so oft nicht bei den günstigen stw Bänden hängen geblieben sondern hatte plötzlich ein ziemlich teures Buch in Händen. Der erste Reflex war, “warten bis es die Paperback Variante gibt, es liegen eh noch genug ungelesene Seiten zu Hause herum”. Da war dann plötzlich die Paradoxie: Was solls, das Buch kostet einen Bruchteil dessen was ich letztes Jahr verloren habe und schneller als man Lehman Brothers sagen kann habe ich es gekauft.

Urbane Rivalen unter der Lupe

Loki hat seinen ersten Podcast Online gestellt: es geht dabei um das immer beliebter werdende Browser-Game Urban Rivals. Wer also nach einer neuen Möglichkeit sucht, Online gepflegt ein paar Minuten tot zu schlagen, werfe einen Blick auf die Einführung:

In dem zwölf einhalb minütigen Filmchen zeige ich euch das Browsergame Urban Rivals und erkläre einige wichtige Bereiche des Spiels, wie etwa den Marktplatz, den Laden, oder die Duelle. Insgesamt dürfte es ein interessanter Einblick in das MMO-Trading Card Game sein und man kann auch einige Tipps mitnehmen.

SEO-News der Woche

Wer allzu dreist King Content klaut, muss mit unerwarteten Bannern rechnen – zum Glück siegt Dreistigkeit eben nicht immer; es sei denn, man ist im Domaingrabber-Markt tätig. Wer lieber Bücher grabbt, sollte dagegen ein Ohr auf den aktuellen SEO-Podcast von Radio4Seo werfen.

Ossi Urchs im Gespräch mit SEO-United.de

Der Mann ist im Suchmaschinenmarketing nicht wenig als eine Legende – Mr. Hemken führte mit dem Berater und Uni-Vortragenden ein ausführliches Gespräch über die aktuelle Online-Marketing Landschaft und Googles Vormachtstellung. Zitat:

Suche im Internet und “Google” sind ja fast schon Synonyme geworden. Wenn man schon “googlen” sagt, wenn man “suchen” meint, dann ist Google eben nicht mehr nur eine, sondern DIE Suchmaschine. Und was bei Google nicht vorkommt, ist im Web quasi nicht existent. Insofern ist Deine “Assoziation” eher eine Untertreibung: Wer über “Suchen im Internet” sprechen will, muss zunächst über Google sprechen – das ist der Maßstab an dem alle anderen sich messen lassen müssen.

Aus den Kochtöpfen der Blackhats

Wer eine Reise durch Blackhat-Foren tut, kann anderen was erzählen – tiefe Einblicke in die Mysterien passwortgeschützter Torrents und anderer Auto-Traffic-Strategien bringt ein aktuelles Posting auf Geld-Verdienen.tv:

Eine ähnliche Methode ist das Posten von eBooks als Torrent. Man schreibt ein eBook mit 10-20 Seiten und stellt es als Torrent bereit. Man suggeriert im Titel, dass dieses eBook eine wahnsinnige Summe gekostet hat und als free Download angeboten wird. User laden das eBook runter und lesen es voll Begeisterung. Im eBook hat der Blackhat Affiliate Links versteckt, die die Leser anklicken und dem Blackhat entsprechende Signups bringen. Beispiele dafür gibt es Unmengen. Eine Idee wäre z.B. ein Adult Dating Portal, dass man promotet. Das eBook müsste dann suggerieren, dass man mit Hilfe des eBooks kostenlos heiße Kontakte im Internet findet. Der User liest das eBook, findet die Empfehlung zum Portal, meldet sich dort an und der Blackhat hat verdient! Einfach aber genial.

Klingt in der Theorie einfach, bringt in der Praxis aber schnell schlechtes Karma – wer ist schon gerne ein Bottom-Feeder?

Video der Woche

“Wir tun das nicht, um Geld zu verdienen.” Oder: “Die Vorstellung, dass jemand in der Früh seinen Computer aufdreht und am Bildschirm die Nachrichten liest, ist gar nicht so weit hergeholt, wie man meinen könnte.” Das sagt ein KRON-Report über die frühen Anfänge des Internet aus dem Jahr 19681. [via TechCrunch]

YouTube Preview Image

Und das war’s auch schon wieder für diese Woche – genießen Sie die verbleibenden Sonntagsstunden! Ich werd heute Abend wohl mal bei James B. reingucken (Halle Berry als Bondgirl hab ich bisher nur im Trailer gesehen); irgendwie ist mir heute sehr nach Anachronismen und überzogenen Actions-Szenen. In diesem Sinne: bis nächste Woche, wir lesen uns am Montag.

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Blogistan Panoptikum KW04 2009

what is social?Frank glaubt, dass Twitter rasch weitere Schritte in Richtung Mainstream unternehmen wird, Max hat Slangmania, das fantastische neue Video der Vamummtn, ausgegraben, Helge erklärt wie Monty Python ihre DVD-Verkäufe um 23tausend Prozent steigerten, der Werbeblogger zerrt den schlechtesten Lenovo-Spot aller Zeiten ans Tageslicht, Hans-Peter ist aus den Gefilden der Fiebertrance zurückgekehrt und Pete hat seit letztem Sonntag eiskalt – gar nix veröffentlicht. Mit anderen Worten: eine anderer Blogistan-Woche voller Business-as-unusual.

US-Ikone in Schwierigkeiten

Die Krise der US-Autoindustrie greift auch auf die Zweirad-Hersteller über: so kündigte Harley Davidson vergangene Woche an, über 1.000 Stellen zu streichen. Nach mehreren fetten Jahren war der Absatz bereits 2008 um 8 Prozent gesunken, mit weiteren 10% Prozent Rückgang rechnet die Firmenleitung in diesem Jahr:

Insgesamt seien 2008 etwa 303.000 Motorräder gebaut worden, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2009 erwartet Harley Davidson ein weiteres Minus von zehn bis 13 Prozent. Ein Motorenwerk und eine Fabrik zur Herstellung von Getriebe in der Region Milwaukee sollen geschlossen werden. 800 der Stellen sollen in der Produktion wegfallen, der Rest in der Verwaltung.

Die Anorexie verherrlichen

Anscheinend erstmals hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Blog auf den Index gesetzt – keine Ahnung, warum das erst so spät passiert ist. Jedenfalls scheint die betreffende Seite Anorexie zu glorifizieren, so die Begründung laut Beck.de:

In einem Grundsatzbeschluss hatte das 12er-Gremium bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass Medien als jugendgefährdend einzustufen sind, die dazu auffordern, sich oder anderen Menschen (schwere) körperliche Schäden zuzufügen (z.B. Aufforderung zum Selbstmord, Aufforderung zur Nahrungsverweigerung, die zu extremen Mangelerscheinungen bis zum Tode führen können [Proanorexie]). Weiterhin seien solche Medien jugendgefährdend, die ein Verhalten verherrlichen oder verharmlosen, das zu körperlichen Schäden führen kann;

Dieser Kiesel hat einen Stein der Zensur-Empörung ins Rollen gebracht. Aber warum sollten Blogs eine Sonderstellung einnehmen? Weblog-Betreiber müssen sich genauso an geltende Gesetze halten wie DVD-Produzenten und alle anderen Medienheinis. Konkret bedeutet die Indexierung, dass die Betreiberin des ursprünglich bei Google gehosteten und nunmehr vom Netz genommenen Blogs für eine 18+ Zugangskontrolle sorgen muss; übrigens ist die Betreiberin selbst ebenfalls minderjährig. Die ganze Story kennt wie üblich heise.de. Der ganzen Debatte zugrunde liegt einmal ein altes Mysterium: Jahrzehnte der Medienwirkungsforschung haben nicht mal feststellen können, ob Christiane F’s Pamphlet Jugendliche nun zum Drogenkonsum ermuntert oder sie eher abschreckt:

Die Bundesprüfstelle folgte dem Argument und nahm das Blog mit Beschluss vom 4. Dezember in den Index für jugendgefährdende Schriften auf. Die BPjM sieht “in Übereinstimmung mit der KJM auch im Bereich bestimmter ‘Pro-Anorexie-Angebote’ erhebliche Gefährdungselemente”, heißt es in der Begründung der Bonner Behörde, die heise online vorliegt. Medieninhalte, die “suggestiv fordernd auf Kinder und Jugendliche einwirken”, um sie zu gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen zu drängen, erfüllen nach Ansicht des zwölfköpfigen Gremiums den Tatbestand der Jugendgefährdung.

Ausnahmsweise bin ich vollkommen einer Meinung mit Spreeblick, der nicht nur die Indexierungs-Begründung im 16seitigen Volltext veröffentlichte, sondern in seinem Beitrag darauf hinweist, dass der Staat eine Regulations-Funktion besitzt und Indexierung keineswegs mit Zensur gleichzusetzen ist – das hält Pawlow’s Hundeschar aber nicht vom üblichen Untergang der Blogosphäre Gezeter ab.

SEO-News der Woche

Über Linkaufbau kann man nie genug wissen – Geld-verdienen.tv hat die Grundregeln in einem übersichtlichen Einsteiger-Beitrag zusammengefasst. In Kombination mit SEO-Nords 10 Trust-Tipps steht dem ersten Platz bei der Suche nach Klingelton dann wohl nix mehr im Wege – es sei denn die robots.txt ist immer noch falsch konfiguriert! :mrgreen:

Das Geheimnis des verschwundenen Hyves

Die alte SEO-Regel “trau niemandem, der einen Abakus-Account hat und auch noch stolz drauf ist” bestätigte sich in der vergangenen Woche einmal mehr: kurz war sie da, die mysteriöse Hyves-Subdomain, die allfällige Dom-Abstrafungen bei Big G ins Tageslicht zerren sollte – und dann war sie auch schon wieder weg. Das hinderte aber niemanden, diesen tollen Insider-Tipp weiter zu verbreiten, als gäb’s da keine anderen Möglichkeiten… wie lautet schnell nochmal die SEO-Entsprechung zu Script Kiddies?

Das Angebot der Nachfrage anpassen

Was will der Kunde? Klassisches SEO wird 2009 nicht ausreichen, um in der Oberliga der Optimierer mitzuspielen. SEM oder Suchmaschinenmarketing (sprich AdWords-Planung) und SMO (Social Media Optimization) werden immer stärker nachgefragt, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Absolit zeigt:

Weiter im Trend und sogar Pflicht ist zudem die Aktivität von Unternehmen im Bereich Affiliate-Marketing und selbst die teilweise totgesagte klassische Bannerwerbung gehören auch zukünftig noch zu den wichtigsten Instrumenten im Online-Marketing bei kleinen und großen Unternehmen.

Ciao, Mister Wong

Eines technisch fadesten und lamesten Social-Bookmarking-Portale in Deutschland muss nun endlich nicht mehr bespammt werden: Mister Wong führt nofollow ein, und zwar gründlich und überall, wie’s scheint. Danke dafür! Ging mir echt immer unheimlich auf den Geist, eine Extra-Search-And-Replace Runde einzulegen, um die Tag-Kommas zu entfernen:

Screenshot aufgenommen mit dem nodofollow Plugin auf der Profilseite eines zufälligen Benutzers (sehen alle so aus) – rot kennzeichnet nofollow Links. Neben den Links zu anderen Websites werden inzwischen auch Tags und Links auf Benutzerprofile seitenintern nofollow verlinkt. Der Sinn? Wer weiß.

Mit Twitter Traffic schaufeln?

Torsten ist sich nicht ganz sicher, ob Twitter langfristig ein sinnvoller Trafficbringer ist:

Mit meinem Kollegen habe ich darüber diskutiert was Twitter bringt. Er ist der Meinung, dass man damit die Besucher eher anderen Communities zuspielt, anstelle sie auf seiner Seite zu halten. Ich selbst sehe das etwas anders und betrachte Twitter eher als Mittel Besucher direkt an sich zu binden.

Meine Erfahrungen sind da recht eindeutig: automatisiertes Posten bringt wenig, aber in punkto Aufwand/Nutzen-Relation ist der Microblogging-Service nicht zuletzt aufgrund des aktuellen Hypes derzeit kaum zu toppen.

Video der Woche

“To share is to be human” – Hans Peter Brondmo erklärt in der aktuellen Ausgabe der Blogpiloten-Klartext-Serie den Begriff social kurz und knapp; da kann man schlecht widersprechen:

Und das war’s auch schon wieder mit der aktuellen Kalenderwoche, die sich in wenigen Stunden ihrem unausweichlichen Ende zuneigt. Glücklicherweise beginnt allerdings infinitesimal kurz drauf eine neue – das nennt man dann den Lauf der Dinge. Schönen restlichen Sonntag, wir lesen uns morgigentags.

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Mit einem Blog Geld verdienen? Blöde Idee!

bankierDie überwiegende Mehrheit meiner (virtuellen) Bekannten, die mir eine Frage zum Thema Blogging stellen, wollen wissen, wie man am besten mit einem Weblog Geld verdient. Nun, die Antwort ist bestechend simpel: am besten gar nicht. Nein, wirklich: Blogs sind keine Cash Cows. Ich kann das guten Gewissens sagen, denn ich hab alles Mögliche ausprobiert. Aber das ist mir auch ziemlich egal – natürlich freu ich mich über jeden Leser und Kommentar, aber ich würde hier auch weiterschreiben, wenn kein Mensch mehr meine Artikel liest.

Glauben Sie mir: wirtschaftlich gesehen ist der Betrieb eines Blogs eine ziemlich dämliche Idee, denn das Businessmodell skaliert langfristig so gut wie gar nicht. Irgendwann ist die Traffic-Decke in der Nische erreicht, und beliebig viele Blogs kann man auch nicht betreiben. Schließlich erfordert die dauernde Posterei hohen Zeiteinsatz, doch dem stehen magere Einkünfte entgegen: da und dort mal eine trigami-Rezension, für die Mutigen vielleicht ein paar vermietete Links plus spärliche Klicks auf die PPC-Werbemittel – mit Postings ist der Weg zum Geldspeicher definitiv nicht gepflastert.

Umwegrentabilität dagegen ist zweifellos ein Thema: als Ein-Mann-Unternehmen generiere ich über mein Blog Werbung, Aufmerksamkeit, Medienpräsenz und damit letztendlich auch Leads – und tue genau das, was mir am meisten Spaß macht. Zweifellos mag die Verzahnung von Bloggen und Jobben in meinem Fall besonders eng sein, schließlich berate ich meine Kunden zum Thema Webstrategie. Trotz bin ich überzeugt davon, dass ein Weblog für jedes B2C-Unternehmen einen idealen Kommunikationskanal darstellt – aber ein Blog als monetären Selbstzweck zu betreiben, macht einfach keinen Sinn.

Klar, ich verdiene mittlerweile einen vierstelligen Betrag pro Monat direkt mit datenschmutz und meinen anderen Blogs. In Relation zu der Zeit, die ich dafür aufwende, ist der Stundenlohn im Vergleich zu meinen übrigen Jobs trotzdem bestenfalls lächerlich – als Kellner könnte ich finanziell besser aussteigen, aber Getränke rumzutragen macht mir halt höchstens einen Abend lang Spaß: beim Bloggen verhält sich das aber ganz diametral. Als ich mit datenschmutz begonnen habe war’s ein reines Spaßprojekt, und die Lust am Experiment an der Schnittstelle zwischen Geschreibsel und Technik hat bis dato für mich nix von ihrer Faszination verloren. Als ich vor über 10 Jahren begonnen habe, mich mit SEO zu beschäftigen, geschah dies ebenso aus purem Spieltrieb – ich verschwendete damals keinen Gedanken daran, jemals Geld mit der Positionierung von Webseiten zu verdienen. Als wir in den Neunzigern unsere ersten Web-Communities (medianexus.net) bauten, da dachten wir nicht an Bannerschaltungen, sondern hatten plötzlich ein neues Lieblings-Hobby gefunden. Aufgrund dieser immer wiederkehrenden Erfahrung, dass alle meine erfolgreichen Projekte aus der Beschäftigung mit Dingen, die ich sehr gern tue, entstanden sind, bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass der wahre Wert eines Blogs nicht in Werbeeinnahmen aufzuwiegen ist. :mrgreen:

Blogistan Panoptikum KW50 2008

wingsuitBeherrschendes Thema der Woche: der neue WordPress-Release. Denn “Coltrane”, so der Codename der aktuellen Version 2.7., bringt eine Reihe gravierender Änderungen. Am auffälligsten ist sicherlich die neue Optik im Backend: Matt und sein Team ließen (fast) keinen Stein auf dem anderen. Jene User, die gleich nach dem Release die neue Anordnung der einzelnen Elemente kritisierten, haben übrigens eines der Hauptfeatures nicht kapiert: via “Screen Options” lässt sich jeder einzelne CMS-Screen via Drag und Drop bequemst an die eigenen Editing-Bedürfnisse anpassen. Eine gute Nachricht für Technik-Hasser ist die automatische Update-Funktion: analog zum bisherigen Plug-In-Update-Verfahren lässt sich ab 2.7 das ganze WordPress ohne ftp-Transfer direkt via Web-Interface aktualisieren.

WordPress 2.7 erschienen

Ich bin jedenfalls sowohl von der Überarbeitung des CMS-Backends als auch von den neuen Features restlos begeistert, außerdem konnte ich nach dem Update diverse nicht mehr benötigte Plug-ins deaktivieren, da einige bislang nur extern nachrüstbare Funktionen in den Core übernommen wurden. Keine Wunder: noch nie haben annähernd so viele Programmierer direkt zu einem Release beigetragen: 150 Personen trugen Codeschnipsel zu dieser Version bei. Dieser Screencast vom offiziellen WordPress-Blog gibt einen Überblick über die neuen Features:

Dotcomtod wiederholt sich

Ein lahmer Gag wird beim zweiten Mal auch nicht unbedingt besser: trotzdem war die Frage des Auftauchens von Dotcomtod 2.0 bloß eine Frage der Zeit. Der These, dass sich alles zyklische wiederholt, stimme ich zwar zu – allerdings knüpft das erste Posting über SPON vs. Huffington Post nahtlos an die Tradition des Originals, ungefährliches Halbwissen in semi-unterhaltsamer Form zu präsentieren, an. Ein symptomanisches symptomathisches Zitat:

Beweisen kann ich es nicht, nur einmal meine jahrelangen Erfahrungen als SEO einbringen … die externe Verlinkung von Huffington sieht auf dem zweiten Blick nicht mehr ganz so natürlich aus, doch das will ich gar nicht kritisieren. Sollen Investoren und Anzeigenkäufer glücklich damit werden.

Mal sehen, was Matthias noch so draus macht – aber let’s face it, Captain Lummaland ist schwer zu widersprechen, und auch wenn weite Teil des deutschen Feuilleton sogar temporär aus der selbstverschuldeten Lahmarschigkeit aufwachen: herbeischreiben wird man die Krise nicht können:

Es gibt keine größenwahnsinnig bewertete Nullnummern mit IPO-Aspirationen, es gibt einen kleinen M&A-Markt, es gibt zwar viele kleine Startups und nicht alle schaffen es, aber die großen wilden Dinger wie vor 8 Jahren gibt es nicht zu beobachten.

Spaß mit dem Gerichtsvollzieher…

…hatte Max vor kurzem:

Der Gerichtsvollzieher meinte das er einen “Arbeitsnachweis” für seinen Chef braucht, deswegen wollte er das ich zum Gericht gehe und bei ihm 1.000 Euro in bar einzahle. Darauf fragte ich warum ich das machen soll, wenn alles mit einem Telefonat geklärt werden kann. Darauf sagte er: “Das können sie so machen, aber dann merke ich mir ihren Namen und wenn jemals wieder etwas gegen sie vorliegt breche ich ohne Vorwarnung gleich die Wohnungstür auf”.

Gratulation an Moritz!

Er hat’s mit seinem phlow-Magazin in die letzten c’t Ausgabe geschafft, und zwar in die heißbegehrte Rubrik Linktipp:

Die Promotion per Schneckenpost in Form einer CD-ROM plus “Waschzettel” mit unseren Phlow-Compilations hat also funktioniert. Diese habe ich vor ein paar Wochen an die c’t Redaktion geschickt. Also auch die alten Medien wie Post plus analoge Datenträger funktionieren noch. Wer wissen will, was Jo über Phlow geschrieben hat, liest einfach den c’t Linktipp (ganz unten auf der Webseite).

Der Eintrag ist auf jeden Fall mehr als verdient – wer an aktueller netlabel-Musik interessiert ist und täglich mit frischen, qualitativ beängstigend hochwertigen Tracks versorgt werden will, sollte den RSS-Feed ganz schnell in seinen Reader eintragen.

Jeder ein Pirat?

Aber sicher doch! Piraten sind cool, und damit meine ich *nicht* Johnny Depp. Captain Jack Sparrow stinkt… aber Jean Lafitte und Co. rocken und kommen im Zuge der Urheberrechtsdebatte zu neuen Ehren. Der elektrische Reporter hat diese Zusammenhang in einem nicht nur inhaltlich, sondern auch grafisch extrem gelungenen Video fürs ZDF aufbereitet. Die Kurzversion: selber Regie führen, schauspielen und singen (und komponieren). Oder einige hundert Jahre alte Gesetze werden endlich an die Gegebenheiten der Netzwelt angepasst:

In jedem Kinderzimmer steht ein Filmkopierwerk, auf jedem Schreibtisch eine Plattenpresse, und das Internet ist ein riesiger Piratenmarkt für kostbare Kreativ-Inhalte. So sieht es die Entertainment-Industrie und versucht mit immer neuen Maßnahmen, Raubkopien zu bekämpfen – bisher wenig erfolgreich.

SEO-News der Woche

Allblogs hat ein Brainstorming zum Thema “Geld verdienen mit dem YouTube Partnerprogramme” begonnen, Gretus blick aufs Jahr zurück und der Hodenkaiser stellt ein fragwürdiges Softwarepaket zu Forschungszwecken zur Verfügung – ohne Sandbox und entsprechende Proxy-Infrastruktur würd ich da aber die Finger davon lassen.

Die Interne pushen

Die Beeinflussung der internen Linkpopularität bezeichnet man als Pagerank-Sculpting. Baynado empfiehlt dazu das Automatic SEO Links Plug-In, mit dem Keywords automatisch verlinkt werden können. Da gibt’s eine ganze Latte von Plug-In – wer allerdings ohnehin Simple Tagging einsetzt, kann genauso gut dessen interne Linkfunktion verwenden (allerdings natürlich nur dann, wenn die zu erwartenden Resultate im Einklang mit der eigenen Tagging-Policy stehen).

Skepsis und Linkbuilding

Sistrix sieht die aktuellen Entwicklungen im Linkbuilding-Markt mit gesunder Skepsis:

Und wenn ich sehe, dass offenbar Schwachsinnige eine Subdomain eines großen und alten Versandhandels mit massivem Kommentarspam pushen, dass große und starke Brands Massen von zwielichtigen Links aus Russland erhalten und Myriaden von Studenten und „Textern“ Unsinn für Artikelverzeichnisse und Webkataloge schreiben, dann hoffe ich, dass Google als einzige Institution, die dem Treiben Einhalt gebieten kann, endlich handelt und den großen Worten bald Taten folgen lässt.

Da kann man wohl nur zustimmen – auf mittelfristige Sicht wird dies zu einer deutlicheren Unterscheidung von spammigen, sinnlosen Massenaktionen und qualitativ hochwertigen Links führen: für alle SEOs, die qualitätsorientiert arbeiten, anstatt auf Human Spam Power zu setzen, zweifellos ein großer Vorteil: und die Kunden lernen ja auch was dazu. Spätestens dann, wenn sie mal mit Big G in der Sandkiste spielen durften.

Erfolgreich Verlinker anlocken

Duftstoffe funktionieren im Netz bekanntlich nicht, also hilft nur geschicktes Linkbaiting. Stefan Johne hat einen ausführlichen Guide geschrieben, der Newbies ordentlich auf die Sprünge helfen dürfte und in dem sich alte Hasen wiedererkennen sollten:

Wer einen wirklich guten Linkbait machen will sollte jedoch definitiv alles lesen. Linkbaits sind ein sehr komplexes Thema und ihr könnt damit schnell auf die Füße fallen ;-).

Wahre Worte – speziell Neo-Blogger sollten sich das Tutorial ausdrucken und unter den Kopfpolster legen :mrgreen:

Lokal sollst du hosten

Lautet bekanntlich eines der zehn Gebote für länderorientierte Distributoren. Wer seinen deutschsprachigen Online-Shop bisher beim US-Hoster betrieben hat, kann auf SEO Handbuch nochmal im Detail nachlesen, warum er auf einen große Teil seiner potentiellen Besucher verzichtet:

Ein lokaler Serverstandort in Verbindung mit den passenden lokalen Länderdomains (wie z.B. .de für Deutschland oder .fr für Frankreich) kann z. B. bei Verwendung der Suchfunktion “Seiten aus Deutschland” (oder entsprechendes lokales Land) eine positive Auswirkung auf das Google-Ranking von bis zu 30% haben!

Video der Woche

Diese Jungs stürzen sich aus hunderten Metern Höhe in die Tiefe – ohne Fallschirm, sondern einfach nur von norwegischen Klippen. Wie man das überlebt und dabei aussieht der fliegende Petrelli-Bruder aus Heroes (nein, sorry, das wär eine Beleidung, so elendig schlecht, wie die dritte Staffel angeblich ist), verrät das folgende elegische Video: eine der farbenprächtigeren Variationen zum alten Thema Traum vom Fliegen. [via Blogpiloten].

Und das war’s auch schon wieder für diese Woche – ich hab mich beim Schreiben heute beeilt, denn vor mir liegt noch eine wichtige Aufgabe: ich muss die postatomare, überzeichnete 50er-Jahre Welt von Fallout 3 erkunden. Hat ja lange genug gedauert, an die original-englische Version ranzukommen: ich musste dem Amazon-Marketplace Händler sogar einen Scan meines Passes schicken (Volljährigkeit!) und dem Rechner eine XP-Partition spendieren: und jetzt geht’s los in die verstrahlten Weiten von Washington. Ich wünsche Ihnen, hochverehrte Leser, einen erfreulichen Sonntag, wir lesen uns morgen.

 

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Blogistan Panoptikum KW48 2008

Blogistan Panoptikum KW48Hans-Peter hat ein geekiges Geburtstagsgeschenk bekommen, Max bringt Österreich auf den Punkt, Peter und Dan finden kein Quantum Trost beim neuen Bames Jond. Und ich? Ich sitze mitten im schwer verschneiten Lienz und muss sagen: Respekt an die Jungs vom Stadtmarketing! Einen halben Meter Schnee direkt zur Eröffnung des Adventmarkts zu organisieren ist eine durchaus respektable Leistung.

AUA, ORF, Post: Massen entlassen?

“Jetzt geht’s rund!” sagte der Kanarienvogel und flog in den Ventilator. Leider gibt’s wohl keine Ventilator, der für die neue Regierung groß genug werde, aber mal ehrlich: ich beneide die Next Generation an Faymännern und Prölls nicht: es ist vollkommen egal, was diese Regierung wirtschaftspolitisch tut, aufgrund der prognostizierten Rezession wird das Ergebnis beim “kleinen Mann” Unmut hervorrufen und Strache bei der nächsten Wahl womöglich gar in Regierungsverantwortung zwingen. Wobei ich zugeben muss, dass mir ein Gedanke, den der Neo-Kanzler-to-be letzthin äußerte, auch schon gekommen ist: Wenn der ORF 1000 Leute entlassen und den gleichen Betrieb aufrechterhalten kann, dann arbeiten dort wohl 1000 Leute zuviel. Nun zeigt sich eben überdeutlich, dass der Wechsel der Unternehmensführung im Wahlrhythmus nicht gerade förderlich für Kontinuität und nachhaltige Entwicklung ist. Es wäre an der Zeit, die Aufgabenteilung zwischen Staatsfunk und Privatsendern neu zu überdenken, meine ich: aber in diesem Land herrschen bekanntlich implizite Dogmen, die echte Weiterentwicklung wenn nicht unmöglich, so doch sehr unwahrscheinlich machen. Den besten Beitrag zu solchen gehäuft auftretenden Dilemmata habe ich bei Max gelesen: in AUA, ORF und der Mut zur Zukunftsgestaltung schreibt er:

Genau das ist es was ich in Österreich vermisse: Ideen und den Mut zur Diskussion!
Wann wachen wir endlich auf und fangen an zu agieren anstatt zu reagieren? Wo ist der Mut zur Zukunftsgestaltung geblieben?
Die Chance der Politik die Zukunft aktiv, zu Gunsten der Menschen zu gestalten, war noch nie so groß wie jetzt, wenn dieses Fenster nicht genutzt wird es sich für sehr, sehr lange wieder schließen.

Die Twitter-Bank erhöht den Leitzins

Unter 10k geht gar nix mehr. Allerdings erspart sich eigene Recherchen nach dem mystischen Urgrund des Microbloggens, wer bei Dans Who to follow on Twitter reinguckt:

A quick Google search of top 10 twitter folks brought up a number of names that I’ve already heard of, regularly read, and/or know at least something about. I like to think of these folks as the movers and shakers of twitter.

Icahn erhöht Yahoo-Anteile

Während Yahoos CEO in letzter Zeit nicht gerade durch überbordenden Enthusiasmus von sich reden machte, erhöhte Carl Icahn, Mitglied des Verwaltungsrates von Yahoo und hauptberuflicher Milliardär, seinen Anteil um weitere 6,7 Millionen Yahoo-Aktien. Er hält nun insgesamt 5,4 Prozent des Unternehmens: dass er im Rahmen der gescheiterten Übernahme von Yahoo! durch M$ saftige 900 Millionen verloren hat, dürfte ihm gefallen haben, ganz getreu dem Motto: Yes, I cahn!

Die Weste säubern

Ist der Ruf erst ruiniert, dann helfen 10 Online Tools, die bei den Blogpiloten vorgestellt werden:

Zahlreiche Angebote haben sich darauf spezialisiert, gegen Bezahlung negative Berichte zu suchen und zu entfernen. Mit kostenlosen Testversionen kann man häufig probieren, ob die Online-Dienste wirklich mehr finden als kostenlose Suchmaschinen – und somit ihr Geld wert sind.

SEO-News der Woche

Die SEO-Wahlen 2008 sorgen allerorten für Kopfschütteln: aber Jahrmarkt der Eitelkeiten hin oder her, die Initiatoren haben mit minimalem Aufwand ein Flut von Incoming Links erzeugt: insofern ist die Mission Selbstbeweihräucherung in pragmatischer Hinsicht auf jeden Fall gelungen.

Was taugt die Site-Abfrage?

Fragt SEO-United.de und gibt eine Antwort, die an die gute aller Pillar-Posting-Theorie gemahnt:

Natürlich sollte die Anzahl der indexierten Seiten in einem gesunden Verhältnis zur tatsächlichen Anzahl der Seiten stehen. Allerdings sollte man aus der Site-Abfrage keine pauschalisierten Schlüsse ziehen oder gar Sofortmaßnahmen einleiten. Generell gilt, besser wenige gute als viele schlechte Seiten im Index.

Automatisch Bookmarks eintragen

Ich halte aus einer Reihe von Gründen gar nix von Social Site Auto-Submittern. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte, kann im aktuellen Screencast von Eikyo Einblick in die Funktionsweise der beiden Tools onlywire und Socialmatic gewinnen. Klar sparen diese Services Zeit – aber ein wenig Varianz in Beschreibungstexten und Keywords ist nicht zu unterschätzen!

Lycos Europe geht

Es gab mal eine Zeit, in der mehrere Suchmaschinen-Anbieter nahezu gleichberechtigt um die Gunst der User buhlten – Lycos war eine davon und erfreute sich in der zweiten Hälfte der 90er Jahre großer Popularität. Während Lycos USA mittlerweile als Shopping-Portal durchaus respektablen Traffic vorweisen kann, überlegen die Betreiber, sich aus Europa komplett zurück zu ziehen, wie SEO-Handbuch.de berichtet:

Für Lycos Europe sieht es allerdings düster aus. Nun wird geprüft, ob einige der zahlreichen Produkte eventuell doch noch als eigenständige Marke auf den Markt geworfen werden können, während unprofitable Segmente endgültig ausgemustert werden.

Rankingfaktor Absprungrate

Inetzwerk.de will ein verbreitetes Gerücht klarstellen: die Absprungrate spielt beim Google-Qualitätsranking keine Rolle, schreibt er:

Um eines klarzustellen: Ich finde es überhaupt nicht schlimm, Daten falsch zu interpretieren. Es passiert uns allen immer wieder, dass wir uns irren und im besten Fall lernt man aus den Fehlern. Was ich schwach finde, ist, dass erstaunlich viele Blogger diese These einfach übernehmen, ohne zumindest kurz darüber nachzudenken. Ist das die angeblich so kritische Blogosphäre?

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich dazu keine Meinung habe (und keine Zeit für ein Experimental-Setup, das in diesem Fall recht umfangreich ausfallen müsste).

WordPress für Weihnachten dekorieren

Die Backlinks sind in Stellung gebracht, das Weihnachtsgeschäft kann beginnen. Reiffix hat sechs gelungene WordPress-Weihnachts-Themes zusammengestellt: da ist alles dabei, von kitschigen Tannenbäumen bis zu straighten Entwürfen: höchste Zeit, eine Kerze anzuzünden :mrgreen:

Videos der Woche: Böse Mädchen, lunatische Assoziationen

Das Video der Woche gibt’s diesmal im Doppelpack: da wäre erst mal ein ORF-Beitrag aus “Herbstzeit”, in dem Johannes Domsich über Salome und andere historische Verführerinnen berichtet:

YouTube Preview Image

Und dann wäre da noch Lunatik – eine experimentelle Animation von Tim Lovett:

LUNATIK is my final submission for uni this year. It’s an experimental animation that explores the human mind – how we can subconsciously drift from one stream of thought to another.

Und das war’s auch schon wieder für diese Woche: ich werd meinen UMTS-Sweetspot wieder verlassen und mir einen Spaziergang durch die äußerst winterliche Landschaft gönnen, bevor’s zurück ins schneelose Wien geht. Wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
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Online-Marketing Chit-Chat mit Hans-Peter

dieListeLetzte Woche haben Hans-Peter (dieListe.at) unsere Mikrophone eingeschalten und einen kleinen “Probe”-Podcast zum Thema Online-Marketing Mix aufgenommen. Das Gespräch umreißt einige Themen, ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen – schließlich wollen wir uns ja noch einiges für die kommenden Folgen aufheben. Welche Themen interessieren Sie? Posten Sie Ihre Fragen rund um SEO/SMO und Online-Marketing, wir geben gerne unseren Chili-Senf dazu ab :mrgreen:


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Fast Blogfinder: Bestes Linkaufbau-Tool aller Zeiten

Linkaufbau leicht gemachtEigentlich sollte man den Fast Blog Finder unter Verschluss halten und um ein paar tausend Dollar an eine Handvoll SEOs verkaufen. Dass die Anbieter ihre Programm für einen Spottpreis verscherbeln, macht die Software allerdings umso attraktiver: denn noch nie war hocheffizienter Linkaufbau so einfach. FBL erstellt nämlich automatisch Listen von Artikeln zu bestimmten Keywords, bei denen man Kommentare hinterlassen kann – und zwar *ohne nofollow*. Ganze 42 Euro verlangt Anbieter G-Lock für eines der hilfreichsten SEO-Programme aller Zeiten.

Wer’s gleich mal ausprobieren möchte, kann sich an die im Funktionsumfang deutlich eingeschränkte Freewareversion halten, die einen genauen Eindruck vom Funktionsprinzip vermittelt: hier geht’s direkt zum Download der Trial-Version.

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*.exe Datei, 125kB
OS: Windows XP, Vista

Seit längerer Zeit grassieren diverse Liste von nofollow-Blogs, also solchen Seiten, bei denen die Betreiber das standardmäßig “nofollow-Attribut”, das Links für Google entwertet, entfernt haben. Fast Blog Finder geht einen gewaltigen Schritt weiter: Der User wählt Keyword bzw. Keywordkombination und Sprache (zur Auswahl stehen de, en, it, fr, nl, es, ru) und startet die Suche. Nach kurzer Zeit präsentiert das Programm eine sauber strukturierte Liste von thematisch (zumindest laut Meinung von Google) passenden Seiten, die nach verschiedenen Kriterien wie Domain-Pagerank, Deeplink-Pagerank, Zahl der outgoing Links und vor allem nach Typ (dofollow/nofollow) sortiert werden können. Falls die nofollow-Präsenz nicht auf Anhieb erkannt werden kann, hilft in vielen Fällen die “Detect Type” Funktion. Zusätzlich kann man einzelne Domains auf eine Blacklist setzen, Ergebnisse exportieren bzw. Listen für die spätere Bearbeitung speichern.

Zeit sparen bei Linkaufbau
Der Fast Blog Finder Screen mit Keyword-Listen-Übersicht (linke Spalte), aktiver Linkliste (oberes Fenster) und eingebundenem Internet Explorer (unteres Fenster).

Das Programm merkt sich dabei, wann man bei welchem Beitrag kommentiert, zusätzliche Notizen helfen dabei, die Übersicht zu behalten. Das Kommentieren erfolgt direkt im Programm über ein eingebundenes Internet-Explorer Fenster, sodass der Workflow schnell von der Hand geht – für nicht ganz 42 Euro ein wahres Schnäppchen. Bestellen kann man den schnellen Blogfinder online, bezahlt wird via Kreditkarte: Fast Blog Finder kaufen.

Wo liegen die Vorteile?

Ich arbeite seit einigen Wochen mit FBL, vor kurzem erschien ein Update mit zusätzlichen Features. Ich habe den Fast Blog Finder innerhalb kürzester Zeit lieben gelernt: die Hauptarbeit, das Schreiben passender Kommentare, kann eine Software natürlich nicht übernehmen. Aber bei der Recherche und Abwicklung spart die Software dermaßen viel Zeit im Vergleich zur klassischen Vorgehensweise, dass die paar Euros sogar für Hobby-Webmaster gut angelegt wären. Zusammenfassend:

  1. FBL ist das einzige Linkaufbau-Tool, das ganz hervorragend für nicht-englischsprachige Seiten funktioniert: die Sprach- bzw. Index-Auswahl qualifiziert das Programm als einziges derartiges Tool für deutschsprachige SEOs.
  2. Es gibt andere Link-Aufbau Programme, die auf (hohen) monatlichen Gebühren basieren. Mit FBL erreicht man denselben Effekt für eine einmalige Flat-Fee und ein bisschen eigene Arbeit, die aber hochgradig Spaß macht. (Mir zumindest.)
  3. Im Gegensatz zu nofollow-Listen erreicht man mit FBL dank der Keywordsuche ungleich bessere Platzierungen.

Ich war überrascht, wie viele nofollow-Seiten man selbst bei Nischen-Keywords auf Anhieb findet. Natürlich ist ab und an auch mal ein Blindgänger dabei (z.B. indexiert FBL recht gerne Tag-Pages), und natürlich muss man die resultierenden Liste nachbearbeiten und die Arbeit mit FBL sinnvoll ins gesamte SEO-Konzept einpassen.

Fast Blog Finder Trialversion
Fast Blog Finder kaufen

Ist FBL ein Spam-Tool?

Manche werden sagen ja, aber die verdienen ihr Geld gewiss nicht mit Online-Marketing. Jeder SEO muss zwangsweise Linkaufbau betreiben, Kommentare sind ein derzeit hervorragende funktionierender Bestandteil im Backlink-Mix. Und man sollte nicht vergessen, dass mittlerweile zahlreiche Blogger (ich auch) zusätzlich via Keyword Luv sogar gezielt Keywords erlauben. Denn nichts macht ein Blog attraktiver als rege Diskussion – und wer möchte, dass sein Link stehen bleibt, hütet sich sowieso vor sinnlosen Postings, und so entsteht ganz simpel eine win-win Situation. Und schließlich postet die Software keine automatisierten Kommentare, sondern spart einfach immens viel Zeit bei der Recherche und Abwicklung. Die Anbieter sehen das übrigens genauso:

Blog Finder is 100% No-Spam, search engine friendly blog commenting software. It does not make automated comments on blogs. It does not have any kind of comment posting features built into it.
*Tip* Most blog owners moderate the comments to prevent SPAM. Do not spam blogs with the comments full of links. Your comment will end up being deleted. Leave meaningful comments only after reading the blog post.

Ach ja, noch was zum Thema Support: ich hab zwei Lizenzen gekauft, nach Installation am Laptop und am PC weigerte sich die Software korrekterweise bei der dritten Installation am Dualboot Windows. Ich hab ein E-Mail an den Support geschickt und das Problem erklärt, 3 Stunden später war mein Code wieder freigeschalten. Online Support kann funktionieren!

Tutorial: Glossar mit Begriffserklärungen für WordPress

Hier werden Sie informiertSeit längerer Zeit gehe ich mit der Idee schwanger (hehe), hier auf datenschmutz einen Glossar für Fachbegriffe anzubieten. Diese Erklärungen sollen Insider nicht im Lesefluss stören, aber Otto Normalsurfer das Verständnis spezialisierter Artikel erleichtern und es mir außerdem ersparen, wiederkehrende Begriffe immer wieder zu erläutern. Bei dem sehr unterschiedlichen Wissens-Niveaus meiner Leser wär so ein Glossar einfach perfekt, dachte ich mir, und machte mich auf die Suche nach einem passenden Plugin. Aber Fehlanzeige! Zwar existieren zwei Erweiterungen, die von sich behaupten, als Glossar-Plugin zu taugen, allerdings erfüllten beide leider nur jeweils einen Teil meiner Anforderungen. Daher habe ich mir aus verschiedenen Plugins eine teil-manuelle Lösung zusammengebastelt, die zwar pro Glossar-Begriff ein paar Mausclicks mehr verlangt, dafür aber maximale Flexibilität und – ganz wichtig – sehr hohe SEO-Tauglichkeit bietet. Wer wissen möchte, wie man einen solchen Glossar einbaut, wirft einen Blick in das folgende Tutorial. Allen anderen Lesern möge die folgende Information genügen: von mir im “Mini-Lexikon” erklärte Fachbegriffe sind ab sofort verlinkt und mit diesem Icon gekennzeichnet: Glossar-Icon . Ein Klick öffnet die jeweiligen Definition in einem neuen Fenster. Derzeit ist die alphabetische Liste noch sehr sporadisch gefüllt, aber das wird sich im Lauf der Zeit ändern. Ab hier wird’s relativ technisch, wer die beschriebene Lösung einsetzen möchte, sollte mit WordPress-Template-Files nicht auf Kriegsfuss stehen.

Meine Anforderungen an einen WordPress-Glossar

In erster Linie geht es mir darum, immer wieder auftauchende Fachbegriffe kurz und knackig zu erklären. Dabei soll sofort ersichtlich sein, dass es sich um einen Glossareintrag, und nicht um einen “normalen” Link handelt. Und wenn ich schon den Aufwand treibe, eine solche Liste zu pflegen, dann möchte ich auch gleich den daraus resultierenden Google-Bonus mitnehmen: denn solche statischen Glossar-Pages haben den riesigen Vorteil, nahezu perfekte Landingpages für die Nischen-Keywords des jeweiligen Blogs darzustellen. Daraus ergaben sich für mich folgende Anforderungen:

  1. Die einzelnen Glossar-Begriffe sollen in Postings automatisch mit der Definition verlinkt werden und grafisch gekennzeichnet, um ersichtlich zu machen, dass es sich um einen Glossar-Eintrag handelt.
  2. Für die einzelnen Glossar-Einträge soll automatisch eine Übersichts-Seite erstellt werden, die alphabetisch sortiert ist und über einen A-Z Navigation mit Sprungmarken verfügt.
  3. Die einzelen Definitions-Artikel sollen selbst Postings bzw. statische Seiten sein, um eine sinnvolle Permalink-Struktur zu ermöglichen und um sich gut in den übrigen Seitenaufbau (z.B. Sitemap) einzufügen.

Klingt simpel, aber leider war es mir wie gesagt nicht möglich, eine Out-of-the-Box Lösung zu finden. Zwei Plugins, die sich der Aufgabe “Glossarerstellung” widmen, habe ich gefunden: IMM Glossary erfüllt die ersten beiden Anforderungen mit Bravour, fällt aber bei der Permalinkstruktur durch: die Definitionen bekommen seltsame Adressen voller Argumente und Referrer. Die zweite Lösung heißt WP Snap. Dieses Plugin generiert aus einer einzelnen oder einer definierbaren Menge von Kategorie-Postings ein spezielles Kategorie-Archiv mit alphabetischer Navigationsleiste und Sortierung. Das Plugin erfordert einen Eingriff ins category.php Template, erwies sich aber als relativ unflexibel und ermöglich keinerlei Pagination und automatische Verlinkung. Letztendlich kamen mir zwei verschiedene Vorgehensweisen in den Sinn:

Gut: Glossar mit Kategorie

Kategorie definieren und exkludieren: Man könnte eine dedizierte Kategorie für Glossar-Einträge anlegen und die betreffende Kategorie zugleich aus der Startseite und aus dem Feed ausschließen. Dazu ist keinerlei händische Bastelarbeit nötig, der äußerst empfehlenswerte Advanced Category Exluder erlaubt entsprechendes Finetuning via Optionsmenü. Anschließend legt man ein dediziertes Template für die betreffende Kategorie an. Dazu wird einfach nur die Datei category.php kopiert und unbenannt, und zwar in category-ID.php, wobei ID für die die betreffende ID der Glossar-Kategorie einzutragen ist. (Ersichtlich unter “Manage Categories” beim On-Mouse-Over).

Kategorie-Archiv anpassen: Wenn für eine Category ein so benanntes Template vorhanden ist, dann verwendet WordPress diese Datei standardmäßig (nur) für diese Kategorie. Im Template kann man einen kurzen Intro-Text eintragen und die Glossar-Postings alphabetisch anstatt chronologisch sortieren lassen – das geht relativ einfach mit WordPress Bordmitteln oder man verwendet Mike Smullins Sort Categories by Title. Das “alphabetisierte” Kategoriearchiv kann man natürlich noch beliebig im Design anpassen:

WordPress Glossar mit Kategoriearchiv

Automatisch verlinken: Für die automatische Verlinkung habe ich aLinks installiert. Das Plugin ist eigentlich für die stressfreie Wartung von Affiliate-Links gedacht, leistet aber überall dort gute Dienste, wo regelmäßig wiederkehrende Keywords mit einer festen URL verlinkt werden sollen. (Dafür hält sich die Affiliate-Tauglichkeit in Grenzen, da aLinks kein Link-Cloaking beherrscht, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.) In den Einstellungen lässt sich außerdem eine spezielle CSS-Klasse für die Verlinkung definieren und/oder man kann ein bestimmtes Icon an die verlinkten Begriffe anhängen. Hier fehlt allerdings die Automatisierung: man muss jeden Glossar-Begriff, der erstellt wird, einmal händisch in die aLinks Liste eintragen.

Diese Methode hat allerdings zwei Nachteile: einerseits wird kein automatischer A-Z Index generiert (dafür könnte man WP-Snap verwenden, aber das beherrscht wiederum keine Paginierung), andererseits ist die Permalink-Struktur nicht völlig frei wählbar, sondern von der jeweiligen Posting-Struktur abhängig. Und eigentlich möchte ich in meine Glossar-Links im Gegensatz zu Postings lieber kein Datum drinstehen haben – also habe ich mich für einen anderen Ansatz entschieden.

Besser: Glossar mit statischen Seiten

Hauptsächlich wegen der Permalink-Struktur habe ich mich dafür entschieden, statische Seiten zu benutzen. Ich habe also eine statische Seite angelegt, die sich “Glossar” nennt. Jeder Begriff bekommt eine eigene statische Page, die ich jeweils hierarchisch unterhalb der Glossar-Seite anlegen. Auf der Hauptseite lasse ich automatisch einen A-Z Index samt Navigationsleiste erstellen – hier leistet das Plugin AZIndex hervorragende Dienste: es erstellt beliebig viele Indizes aufgrund frei wählbarer Kombinationen aus Kategorien und Tags. Da Pages keiner Kategorie zugeordnet sind, bestimmt man einen Tag, der sonst nicht verwendet wird (z.B. “Glossar”), und ordnet diesen jeder einzelnen Glossar-Subseite zu. Anschließend erstellt man einen neuen Index (unter dem CMS-Menüpunkt “Manage”) basierend auf dem gewählten Tag. Dazu läösst man das Feld Included/excluded Categories leer und trägt im darunterliegenden Feld das Stichwort, in meinem Fall “Glossar”, ein. Die Index Headings bleiben auf “title” gestellt, Index subheading s und Description auf “none”. Bei den Optionen wählt man nun “Include blog pages” und “exclude blog posts”, die übrigen Einstellungen sind Geschmackssache. Das sieht bei mir folgendermaßen aus:

AZIndex

Den so erstellen Index fügt man im Editor auf die Glossar-Hauptseite ein, die Syntax dazu lautet: az-index id=”ID” (in eckigen Klammern), wobei ID mit der Nummer des betreffenden Index zu ersetzen ist – nähere Details dazu verrät die Dokumentation des Plugins.

Für die automatische Verlinkung sorgt wie bereits oben beschrieben aLinks, das Exludieren der Glossar-Kategorie aus Feed und Startseite entfällt, weil statische Seiten dort ohnehin nicht auftauchen. Dieses Setup erfüllt mit ein wenig Handarbeit alle meine oben beschriebenen Anforderungen (visuelle Kennzeichnung, automatische Verlinkung, alphabetischer Index, SEO-Bonus). Die beschriebene Vorgehensweise soll andere WordPress-Blogger, die vor einem ähnlichen Problem stehen, inspirieren: sicherlich gibt’s noch viele andere Mittel und Wege, einen Glossar zu generieren – über Tipps und Anregungen freue ich mich.

Am besten weitergedacht: Idee für ein Plugin

Hervorragend für eine solche Glossarfunktion würden sich die in WordPress eingebaute Tagfunktion eignen. Man müsste das Tag-Management dazu folgendermaßen erweitern: Im Backend sollte es möglich sein, für einzelnen Tags (mittels Checkbox) zu bestimmen, ob es sich um ein Glossar-Stichwort handelt. Diese speziellen Tags bekommen ein Beschreibungsfeld, in das auch HTML-Code eingetragen werden kann. In der normalen Einzel-Tag-Ansicht (Posting-Archiv pro Tag) ändert sich bei den betreffenden Stichworten nur eine Kleinigkeit: zwischen der Tag-Überschrift und der Auflistung der zugehörigen Beiträge wird die Beschreibung angezeigt. Außerdem sollte das Plugin analog zu AZIndex eine alphabetische Liste der Glossar-Tags ausgeben und es ermöglichen, die betreffendne Begriffe im Text automatisch zu verlinken und grafisch zu kennzeichnen. Die automatischen Cross-Linking funktionen bringt Simple Tags ja bereits mit, bei der Einbindung des Icons könnte man sich an Link Indication halten. Meine Talente liegen leider nicht im Bereich der php-Programmierung, aber falls sich ein berufenerer Coder inspiriert fühlt, erkläre ich mich gerne bereit, ein detailliertes Story-Board für ein solches Plugin anzufertigen.

SEO-Frage: Gibt es Minus-Keywords?

minus keywordsIch arbeite als Online Consultant und SEO-Berater, es wäre also ganz schön peinlich, wenn datenschmutz bei Google nicht hervorragend gerankt wäre. Nun, it’s not black magic: regelmäßige Postings, Unique Contents, eine nicht gerade backfrische Domain, sauberes XML und ein paar Source-Code-Kniffe, das muss ja hinhauen – und tut es auch. Letztens hab ich allerdings eine interessante Beobachtung gemacht, die ich an dieser Stelle gerne mal zur SEO-Diskussion stellen möchte: alle meine statischen Gewinnspiel-Contents (aktuelle GS, Archiv) haben Pagerank Null und eine sehr schlechte Position in den SERPs, wie etwa die Suche nach datenschmutz + Gewinnspiele zeigt. Ein wenig Recherche hat mich nun auf folgende Frage gebracht: gibt es für bestimmte, häufig in “streng riechendem” Kontext auftauchende Keys wie “Gewinnspiele” sowas wie einen automatischen Malus von Big G.?

So gut wie alle meine Hauptmenüpunkte besitzen Pagerank 4, mit Ausnahme von “Themen” und “Archiv”, die aber bloß auf noindex-Seiten weiterverweise. Die statische Seite mit den Gewinnspielen allerdings ist in Google so gut wie gar nicht vorhanden, obwohl regelmäßig upgedatet und schon rund ein Jahr online.

Praktisch ist mir das vollkommen egal, wenn nicht sogar recht: schließlich sind die Gewinnspiele ja sowieso prima causa für Stammleser und Feed-Abonennten gedacht und nicht unbedingt für SERP-Besucher. Und die einzelnen Postings, bei denen häufig ein ausführliches Interview mit dem Gewinnspiel kombiniert ist (z.B. CD-Verlosungen), ranken sehr erfreulich und haben großteils auch einen relativ hohen PR: siehe z.B. d.kay oder Dubblestandart.

Nun ist mir durchaus bewusst, dass Keywords wie “Poker”, “Pornos” etc. durchaus sehr schwierig zu optimieren sind: nicht nur, weil die Konkurrenz bei diesen Themen sehr groß ist, sondern auch, weil Google darum bemüht ist, zumindest die vorderen Positionen seiner SERPs jugendfrei zu halten. So weit, so klar: allerdings frage ich mich aufgrund der Gewinnspiel Rankings, ob Google inzwischen so etwas wie eine Liste “möglicherweise dubioser Keywords” ins System implementiert hat, die das Ranking für bestimmte Begriffe eben erschweren. Oder handelt es sich um bloßen Zufall? Ich hab dazu noch keine Meinung, wär aber sehr gespannt auf ähnliche Erfahrungen/Ausreißer bzw. andere Erklärungen: die Diskussion ist eröffnet :mrgreen:


Fotocredits:
Titelbild: Goldener Schlüssel mit blau von Rainer Sturm / pixelio.de

 

Blogistan Panoptikum KW39 2008

fireworksBarcamp-bedingt fällt der Wochenrückblick diesmal etwas kürzer aus – denn die letzten zwei Stunden war ich mit dem Bearbeiten und Sortieren meiner Fotos beschäftigt, siehe das vorige Posting. Wie gewohnt war’s ein spannendes und intensives Wochenende. Wichtigste Erkenntnis: ich muss demnächst mal unbedingt einen näheren Blick auf das Semanta WordPress Plugin werfen. Denn das semantische Web ist nicht nur Liebkind der Forschung, sondern das mächtigste SEO-Tool aller Zeiten… warum? Das erklär ich ein andermal :mrgreen: Einen guten Kurzeinstieg ins Thema mit weiterführenden Links bietet dieser Artikel. [via Jana].

Mr. Fancypants beleuchtet eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts zum heiklen Thema Soziale Netzwerke, bei der Facebook in punkto Privacy am vergleichsweise besten abschneidet – nicht, dass mich das überraschen würde.

Der Seoptiker hat ein Interview mit einem polnischen Search Quality Manager von Google geführt (Nein, an dieser Stelle folgt kein nationalistischer Witz. Auch wenn sich’s extrem anbieten würde und ich die Zähne zusammenbeißen muss.) Die Tätigkeit klingt jedenfalls nicht nach meinen Traumjob:

Ich arbeite im Search Quality Team. In erster Linie schaue ich nach Spam in den SERP’s, damit die User sich nicht über die Ergebnisse ärgern. Das ist meine Hauptaufgabe. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Kommunikation mit den europäischen Webmastern.

Yigg setzt weiter auf den unterschätzten Wirtschaftsfaktor negatives Wachstum und Google zelebriert mit einem Uralt-Index a.d. 2001 seine glorreiche Vergangenheit: man könnte also durchaus von einer retro-aktiven SEO-Woche sprechen. Sumphil hat übrigens eine sehr interessante Überlegung zum Thema Index-Snapshots und Datenschutz angestellt:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine solch pauschale Archivierung dieser enormen Datenmengen in Europa auch nur annähernd an die Grenze des Erlaubten stoßen würde, geschweige denn die öffentliche Zugänglichkeit. Immerhin gab es auch schon damals Websites mit personenbezogenen Daten, und die vermeintliche “Jugendsünde” ist plötzlich nicht mehr nur ein peinlicher Moment, sondern oft auch anderer, z. B. mit juristisch relevanter Natur. Und seien es nur die heute peinlichen öffentlichen Liebesschwüre an die Ex-Ex-Ex-Ex-Ex-Verflossene…

Total Disclosure: Baynado hat seine Septemberzahlen veröffentlicht – das erinnert mich unangenehm ans dunkle Zeitalter, als ich noch Analytics verwendet hab :mrgreen:

Google auf alt getrimmt: 2001 reicht nicht? Mit Goog’old können SERP-Historiker Indexvergleiche vornehmen, und zwar dank Searchlab. SEOs bevorzugen in der Regel hat bekanntlich aktuelle Infos…

Ich bin der Memetracker: Ein Trendtool mehr macht noch keine Sommer, schadet aber auch nicht, speziell wenn’s von kompetenter Stelle kommt:

Die Google Blogsuche wurde um einen Memetracker erweitert. Welche Themen in der Blogosphäre aktuell am stärksten diskutiert werden wird jetzt angezeigt.

Pfennigfuchserei auf bloggisch: Eine ganze Latte deutscher Blogger veröffentlichen ihre monatlichen Einkommen. Und die Freude über das Kleinvieh, das ordentlich Mist macht, ist ausgesprochen groß.

Froschnews der Woche

Auf Kwerfeldein gibt’s ein nettes Feature über die Froschperspektive, selbstverständliche meine bevorzugte Kameraposition. Macht aber nur mit einer SLR so richtig Sinn…

Video der Woche

So ein rückwärts abgespieltes Feuerwerk besitzt durchwegs hypnotische Qualitäten – eine sehr gelungene Compositing-Arbeit von Michael Brodner: sowas funktioniert als Online Video eben nur in HD:

Und das war’s auch schon wieder mit dieser Woche. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und wünsche eine angenehme Sonntag-Nacht; wir lesen uns am Montag.

Portfolio Einträge

Seiten

SEO

Abkürzung für Search Engine Optimiziation: die Kunst, eine Webseite für ein bestimmtes oder mehrere Keywords ganz vorne auf der betreffenden Such-Resultats-Seite (SERP) bei Google zu bringen. Das kostet weniger als Google Ads, erfordert genau Kenntnis der aktuellen Ranking-Kriterien und bringt eine Menge sogenannten “organischen Traffic”, da die meisten Google-User quasi reflexartig auf jene Seiten klicken, die am weitesten vorne gereiht sind.