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ds Videopodcast #1: WordPress und die Permalinkstruktur

Die Technik hat mich nun vollends im Würgegriff, ergo ist der erste datenschmutz Videopodcast fertig – Thema ist die Permalinkstruktur von WordPress bzw. die sogenannten “sprechenden URLs”. Ich möchte zukünftig in unanständiger Regelmäßigkeit bzw. unregelmäßiger Ständigkeit derlei Videoschnippselchen produzieren, und zwar zum weiten Themenfeld WordPress + SEO.

Zweiteres ist ein weites Feld und mittlerweile so komplex, dass sich CMS-spezifische Maßnahmen unbedingt auszahlen – und da meine trial-and-error Kompetenz vorwiegend im Bereich WordPress liegt, möchte ich Probleme aus der Blogger-Praxis aufgreifen und den einen oder anderen Tipp geben. Über Feedback freu ich mich natürlich sehr.

Der Videopodcast erhebt keine hohen qualitativen Ansprüche, das Bild nehm ich mit einer Standard-Webcam auf, für den Ton hab ich mir allerdings ein Shure-Mikro mit Nierencharakteristik besorgt, damit ich bequem ohne Nebengeräusche vor dem Standrechner aufnehmen kann. Und ein Intro muss ebenfalls her – damit steht die Wochenendbeschäftigung auch schon fest. ’nuff said, viel Vergnügen mit dem Bewegtbild:

YouTube Preview Image

Links: Das im Beitrag erwähnte Plugin nennt sich Deans Permalink Migration – hier der direkte Downloadlink.

Robots.txt Tricks für WordPress-Blogs

Mittlerweile existieren für WordPress zahlreiche Plugins, die sich des Problems “Duplicate Content” annehmen. Google mag’s nämlich ganz und gar nicht, wenn ein- und dieselben Inhalte unter der gleichen Adresse abzurufen sind und reagiert mit Abwertung.

Dass der duplicate content in den letzten Monaten gesteigerte Bedeutung erlangte, hat nicht zuletzt mit der steigenden Verbreitung von Splogs, also Spam-Blogs, zu tun*. Man muss jedenfalls eine Menge Vorkehrungen treffen, damit unter der eigenen Domain jeder Artikel nur einmal aufscheint. Duplicate Content Cure oder Meta Robots lösen die gröbsten Troubles (ich verwende beide Erweiterungen), effektivere Resultate erreicht man mit der direkten Aussperren von Bots in der robots.txt: diese Datei liegt gemeinhin im Rootverzeichnis und enthält Anweisungen für Crawler – und die Big Three (Google, MS, Yahoo) halten sich auch dran.

Word of Warning: Mit Manipulationen an der robots.txt-Datei kann man sich eine gut funktionierende SERP-Struktur im Nu abfucken. Außerdem spielt die Frage, ob man z.B. in der Tag- und Category-Ansicht Exzerpte verwendet eine beträchtliche Rolle – ebenso wie die Entscheidung, welche Einzelpages gut indiziert werden sollen. An Impressum und Kontaktformular möchte ich z.B. lieber keinen Linkjuice verschwenden. In solchen Fällen machen interne nofollow-Links hochgradig Sinn, aber das ist eine andere SEO-Geschichte und soll ein andermal erzählt werden…

Word of even more Warning: Die nachfolgende angegebenen Tipps beziehen sich auf *meine* Permalinkstruktur. Wer keine sprechenden Permalinks verwendet oder stark abweichende Einstellungen, kann mit den folgenden php-Wildcards Crawlern den Zugriff auf Beiträge komplett verunmöglichen. Also in jedem Fall ein Backup der robots-Datei anlegen und testen, testen, testen! Sehr hilfreich dabei: das kürzlich erwähnte Crawler-Tracker Plugin.

Exclusions im robots.txt

Einige reguläre Ausdrücke sind im robots.txt erlaubt, $ steht in Regex-Terminologie dabei für das Ende des Dateinamens. Die Syntax “.php$” erfasst also alle Dateien, die auf *.php enden. Man kann damit zum Beispiel den Crawler-Zugriff auf alle pdfs, exe-Dateien und Bilder sperren:

Disallow: /*.pdf$
Disallow: /*.jpeg$
Disallow: /*.jpg$
Disallow: /*.gif$
Disallow: /*.png$
Disallow: /*.exe$

Daraus ergeben sich zahlreiche weitere Möglichkeiten, die man ja nach eigener Präferenz frei kombinieren kann:

Disallow: /*? – alle URLs mit Fragezeichen drin werden geblockt. Kann natürlich nur dann verwendet werden, wenn in den Standard-URLs kein Fragezeichen vorkommt.

Disallow: /*.php$ – blockiert alle php-Files
Disallow: /*.inc$ – verhindert den Zugriff auf include-Dateien.
Disallow: /*.css$ – verbirgt Stylesheet-Dateien (falls mehr als eine in Verwendung ist.)
Disallow: */feed/ – verhindert das Einlesen des Feeds.
Disallow: */trackback/ – verhindert das Indizieren der Trackback-URLs.
Disallow: /tag/ – Tag-Pages ausschließen
Disallow: /category/ – Kategorie-Seiten ausschließen.
Disallow: /2006/ – Disallow: /2007/ – Disallow: /2008/ – Zugriff auf Jahresarchive verbieten

Möchte man nun aus irgendwelchen Gründen den Zugriff auf eine der oben ausgeschlossenen Seite explizit erlauben, kommt dazu folgende Syntax zum Einsatz:

Allow: /category/meineseite.php – erlaubt den Zugriff auf die angegebene Adresse, auch wenn /category/ als Pfad gesperrt ist.

Sollte man nun besser die oben angegebenen Plugins oder die robots.txt-Methode verwenden? Um die Unterschiede zu verstehen, muss man ein weniger tiefer in SEO-Welten abtauchen: während die beschriebenen Plugins die von Google vorgesehene Syntax noindex bzw. nofollow in den Header der betreffenden Dateien einfügen, sorgt die robots.txt-Variante dafür, dass überhaupt nie auf die betreffenden Seiten zugegriffen wird. Ob die beiden Varianten in der Praxis einen Unterschied machen, darüber streiten derzeit die SEO-Experten – siehe auch die Diskussion zum betreffenden Eintrag bei Shoemoney.

Außerdem ist davon auszugehen, dass Google mittlerweile WP-Installationen erkennt und selbst Vorkehrungen gegen Duplicate Content trifft – aber diese Gleichung enthält eine Menge Variablen, und nachteilig ist’s ganz gewiss nicht, wenn man sich als Seitenbetreiber selbst drum kümmert, dass der Crawler ausschließlich unique content serviert bekommt.


* Viele Scraper stehlen einfach automatisiert Inhalte von anderen Blogs und schicken dann auch noch Trackbacks. Die Beiträge beginnen immer mit “xy wrote an interesting article today:” Dürfte wohl irgendeine Scraper-Software from Hell sein. Beruhigend zu wissen ist nur, dass solche “Strategien” langfristig niemals aufgehen.

Blogistan Panoptikum KW09 2008

Bereits 9 Wochen sind ins Land gezogen, seit 2008 vom Stapel lief – und in einem Monat wird das erste Quartal dann auch schon wieder Vergangenheit gewesen sein. Das chinesische Jahr der Ratte dagegen begann erst am 7. Februar: dieses meist recht unerwünschte Tierchen steht nach Meinung der Chinesen für wirtschaftlichen Erfolg und begünstigt Neuanfänge. Beste Aussichten also sowohl für die datenschmutz-Werbeeinnahmen als auch mein geplantes Redesign.

Formulare im Nu erstellen

So gut wie keine Homepage kommt ohne HTML-Formulare aus: ob Kontaktpage oder Upload, die HTML-Eingabeelemente sind allgegenwärtig. Auf Backend-Seite gibt’s genügend fertige Lösungen samt Login und Datenspeicherung, frontend-seitig kommt Appnitros Form Builder äußerst gelegen: mittels komfortablem Ajax-Interface klickt man sich das gewünschte Formular in Windeseile zusammen. Dabei stehen alle gängigen Eingabeelemente, von Multiple Choice über Datumsfelder bis zu Datei-Uploads zur Verfügung. Das Resultat kann vorab begutachtet und anschließend komfortabel als *.zip heruntergeladen und aufgrund der übersichtlichen Codestruktur auch ohne Probleme im Nachhinein verändert werden. Nützlichkeitsfaktor: 5 von 5 Sternen.

ars electronica: Online-Einreichung bis 7.3.

Online reicht man heutzutage nicht nur die Steuererklärung ein, sondern auch den eigenen Beitrag zur ars electronica, die heuer zum ersten Mal wie jedes Jahr in Linz steigt – genau genommen zum schnaps-zahligen 22. Mal. Details zur Einreichung finden potentielle Shooting Stars der Digi-Art Szene auf prixars.aec.at, die Kategorien tragen so klingende Namen wie Computer Animation / Film / VFX, Digital Musics, Interactive
Art, Hybrid Art, Digital Communities, Media.Art.Research Award, u19 – freestyle competition. Insgesamt werden 115k Euros an Preisgeld ausgeschüttet, am 7. März endet die Online-Einreichphase. Viel Glück!

Facebook erlaubt FBML (und Flash) in Pages

Eine lange, sperrige Überschrift, die eigentlich die zugehörige News schon fast überflüssig macht – aber der Vollständigkeit halber: seit letzter Woche erlaubt Facebook auf Pages nicht mehr bloß Bilder, sondern wahlweise auch Flash-Dateien oder FBML (Facebook Markup Language) Inhalte. Eine Übersicht über die Elemente der Facebook-eigenen Markup-Sprache findet man im Developper Wiki. Dazu stehen zwei Apps, die nur auf Page installiert werden können, zur Verfügung – und zwar Flash Player respektive Static FBML. Beide Programme sind in dreifacher Ausfertigung verfügbar (Flash Player 2,3 und ditto für FBML), damit fleißige Page-Betreuer jeweils bis zu drei neue Boxen unterbringen können. Und das beste daran: hat man die betreffende Applikation erstmal installiert, lässt sich auch das Header-Bild durch dynamischen FBML-Content ersetzen. Das ermöglicht eine Menge nette Spielereien in punkto Pagevermarktung.

Besuch vom Crawler

Max hat ein hochgradig nützliches SEO-Plugin gefunden: der Crawl Rate Tracker zeigt an, wie oft Yahoo, MSN und Google einzelne Seiten besuchen – ein extrem wichtiger Faktor für den Trust-Rank und wesentlich zeitnaher als der Pagerank. Die Stats werden als übersichtliche Flash-Grafik dargestellt – wer sich das Teil nicht installiert, ist selber schuld.

Deutschsprachige Facebook-Version online

Wie Webzweinull.cc berichtet, ging gestern die deutschsprachige Facebook-Version online – nach fleißiger Crowdsourcing-Übersetzungsarbeit leitet nun facebook.de auf die lokalisierte Version – wahlweise kann man auch in den Optionen die Sprache umstellen. Trotzdem wächst FB in Deutschland noch immer vergleichsweise langsam:

Während diesem vor einigen Monaten noch 2.000 Nutzer täglich beitraten, wächst es heute mit weniger als 1.000 Mitgliedern pro Tag. Dass die Sprache nicht das primäre Problem ist, verdeutlicht der Vergleich der deutschen Facebook-Nutzung mit der in Frankreich. Das Netzwerk “Germany” zählt aktuell 347.663 User, was schätzungsweise rund 700.000 Mitglieder aus Deutschland bedeutet (in der Regel sind zirka 50 Prozent der User eines Landes im jeweiligen nationalen Netzwerk). Im Frankreich-Netzwerk tummeln sich dagegen 1.076.582 eingetragene Anwender, was die Gesamtzahl der bei Facebook registrierten Franzosen nah an die Zwei-Millionen-Marke bringt – und das ohne französische Facebook-Version!

Mal sehen, ob die nun wegfallende Sprachbarriere ein entscheidender Faktor gegen die starke Konkurrenz StudiVZ wird – ich bleib jedenfalls bei der englischsprachigen Version… der Social Media User ist ein Gewohnheitstier :-)

Elektrischer Reporter: Frank Westphal über Rivva

Rivva verlinkt, was eigentlich nicht zusammengehört aber thematisch dann irgendwie doch – Aggregator-Business, eben. Ich find immer wieder spannende Beiträge auf der Seite, im Interview mit dem Elektrischen Reporter erklärt Chefentwickler Frank Westphal den konzeptionellen Hintergrund des Projekts. Potentiell legendäres Zitat: “Alpha-Geeks sind die ersten, die die Informationsflut spüren.”

In diesem Sinne wünsch ich einen unvorstellbar erholsamen Restsonntag und einen enthusiasmierten Start in die Woche – bis morgen, sehr verehrte LeserInnenschaft.

Werbeplanung 2008: erhältlich ab 3. März

Die aktuelle Leistungsschau der österreichischen Online-Marketing Szene ist soweit fertig gestellt und in Druck. Ab 29. Februar gibt’s die Online Version zum Download, am 3. März gibt’s die Printpublikation. Der Inhalt sind Zahlen-Daten-Fakten auf 150 Seiten – sowie einige Fachbeiträge.

werbeplanungIch hab über österreichspezifische Online-Werbung geschrieben, Kollege Helge ist ebenfalls mit an Bord, auf die weiteren Texte bin ich gespannt. Einige Inhalte werden sicherlich für Kontroversen sorgen, vor allem das Agenturranking – außerdem finden Einsteiger eine Übersicht über die Klickraten gängiger Werbemittel. Und in punkto SEO kann ich mich der Meinung der Experten nur anschließen:

Die Fachleute sehen übrigens Suchmaschinen-Marketing als das Thema für heuer. Dem tragen wir mit der Rubrik “Search” Rechnung. Last, but not least – unser Herz – Sie finden die Eckdaten der wichtigsten Online-Medien Österreichs ab Seite 45 und der 250 New-Media-Agenturen, sortiert nach ihren Fachgebieten.

Das Handbuch dient sozusagen als Übersichtstool für alle Werbe- und Marketing Budgetverwalter, die Geld ausgeben wollen und sich vorher einen Überblick über Effizienz und Marktangebot verschaffen wollen. Ich bin wie gesagt sehr neugierig, vor allem aufs Ranking:

Eine andere dunkle Ecke des Online-Marketings ist die Frage nach der Qualität der Umsetzungspartner. Wir haben mit Unterstützung von Integral die Auftraggeber gebeten, ihre Agenturen zu bewerten. Das Ergebnis, wer die besten Agenturen Österreichs sind, unterscheidet sich wesentlich von den Reihungen nach Größe oder Umsatz anderer Fachmedien.

Und hier für alle datenschmutz-LeserInnen ein extrem exklusives Goodie – File under Vorabdruck. Im pdf gibt’s eine Story über Web 2.0 Start-Ups aus .at, Dieter Rappold spricht im Interview über Web 2.0 Trial-and-Error und Helge erklärt, warum Viral Marketing nicht bloß aus lustigen Filmchen besteht. Et voila, enjoy!


Werbeplanung: Start-Ups aus Österreich [pdf-Format, rechte Maustaste und "speichern unter"]


Die Blogi***eljaged spammt sich quer durchs Netz – 1 Pamphlet über Blogs

ds StammleserInnen wissen, dass der Autor dieses Blogs, also meine Wenigkeit, exzessiver gegenseitiger Verlinkung zwischen Bloggern ganz und gar nicht abgeneigt ist. So sehr ich nix für real-life Karnevale übrig habe, so sehr mag ich Blogparaden. Die nächste Technorati-Kette? Count me in. Aber wenn Start-Ups aufdringliche Gewinnspiele mit Verlinkungspflicht einführen, dann find ich das nicht besonders originell.

Das Uri Geller Tricks aufgedeckt Blog, beschreibt die Mechanik des Spiels kurz und knapp:

5 Webseiten (Hitflip, MyVideo, Erento, verwandt.de und Hitmeister) haben zusammen ein Gewinnspiel mit unglaublichen Preisen ausgedacht: Man muss als Besitzer einer Webseite / eines Blogs einen Beitrag schreiben, wo die 5 versteckten Logos auf den 5 Webseiten sind. Dann schreibt man noch etwas über das ganze, gibt einen Kommentar auf der Gewinnspiel-Seite ab, und schon ist man dabei!

Lustig auch die TNBs:

  1. Wenn man mehrere Blogs / Homepages hat, kann man auch mit mehreren mitmachen. Jeder Blog / jede Homepages zählt als ein “Los” für das Gewinnspiel.
  2. Nofollow und Affiliate-Links sind OK und schließen nicht von der Teilnahme aus.
  3. Die Kommentare und Trackbacks sind Nofollow-frei so das die Blog**zeljagd auch SEOs Spaß machen sollte.

Punkt 1 ist klar, Punkt 2 verdient nähere Betrachtung: die alte These “nofollow Links sind nicht völlig irrelevant beim Google-Ranking” ist komplett richtig; seit dem letzten Update hat Google entweder einige Anpassungen am Algorithmus durchgeführt oder lässt händisch korrigieren (ich tippe eher auf ersteres), dass nofollow-Links mittlerweile das Ranking beeinflussen, sollte eigentlich jeder SEO sehen können, der Augen im Kopf und Spaß an Experimenten hat. Punkt 3 dagegen verblüfft: eine nofollow-Trackback Link von einer Aggregatorseiten mit am Ende +100 Outgoings bringt in der Tat nix… aber das sind schon die Feinheiten, back to basics:

Wie schon in der Einleitung angedeutet, find ich’s fein, wenn sich BloggerInnen gegenseitig Verlinkung. Im Gegensatz zu allen “Alteingesessenen”, die davon überzeugt sind, die Moralgesetze der Blogosphäre höchstselbst fest in Stein gemeißelt zu haben, glaube ich steif und fest daran, dass die Grenze zwischen thematisch motiviertem Backlink und Selbstzweck eine extrem fließende ist… panta rhei eben. Aber dieser Grund ist bei weitem nicht der einzige: seit wir Early Adopters uns im Internet rumtreiben, reden wir davon, dass das Netz Chancengleichheit für alle bietet… diesem hehren Ideal stehen breite ökonomische Hürden entgegen, aber zumindest in einem winzig kleinen Bereichen haben Open Source (Blog)Publishing Systeme die Karten zwischen “professionellen” Medienhäusern und One-Woman/Man-Show-BloggerInnen definitiv neu verteilt: jede/r InternetUserIn kann publizieren und mit der nötigen Ausdauer und Bereitschaft zum Lernen ein unglaublich großes Publikum finden. Dass mittlerweile dank hochbezahlter SEO-Agenturen old school Bewerber in der Ökonomie der Aufmerksamkeit finanzielle Mittel haben, um clevere Early Adopters auszustechen, spricht in meinen Augen dafür, dass letzere sich gegenseitig unterstützen. Das ist (neben einem stark florierenden Interesse am Geschreibsel der anderen) einer Hauptgründe für meine Serie “Blogvorstellungen”… und genau aus diesem Grund sehen die TNBs meiner eigenen Gewinnspiele auch Extra-Chancen für Co-Blogger vor, die drüber schreiben, und eben deswegen trage ich zu allen virtuellen Galas stolz meine Blogpiraten-Kapitänsmütze. “It’s a thin line between love and rape”, wie Public Enemy weiland am großartigsten ihrer Alben mal so treffen rappten.

Bei besagter Blogitz*ljagd jedenfalls geht’s nicht nur darum, dass alle auf die fünf Veranstalter verlinken, auf deren Seiten ist auch noch das Logo versteckt – selbiges zu suchen, soll den beteiligten SchreiberInnen “Spaß” machen (und auf Seiten der Sponsoren ein paar Ad Impressions und Pageviews generieren). Ich alter Sack schreib zwar immer noch beim gap (obwohl meine Kolumne letzthin von der Chefredaktion als “unverständlich” bezeichnet wurde), hab aber selbstverständlich keinerlei Ahnung von der Jugend von heute und alle meine jüngeren Kumpels sind offensichtlich hochgradig unrepräsentativ: meine und deren Vorstellung von Spaß ist eine andere als Logos auf Webseiten zu suchen – da lob ich mir doch direkt mein OneTrack auf Facebook. Wie auch immer: Scheiß auf den EiPod Tatsch – ich bewirb mich mit diesem Beitrag hiermit offizielle für den Meinungsmacher Spezialpreis.
Ach ja, darum geht’s.

Blogistan Panoptikum KW05 2008

Nic.at, Verwalter der österreichischen TLD, feierte dieser Tage 20. Geburtstag. Herzliche Gratulation! Ich war letztens erstaunt drüber, dass eine .at-Domain bei Hetzner für 1 Jahr nur mehr etwas über 13 Euros kostet… nettes Geburtstagsgeschenk :-)

SEOMoz erhebt die Demographie der Suchmaschinenoptimierer

Höchste Zeit, statistischen Daten über (selbsternannte) SEO-Experten zu erheben, dachten sich die Profis von SEOmoz. Für die 51 Fragen gibt’s nicht nur die Chance auf wahlweise ein Ei-Fon oder einen Amazon-Gutschein über 400$, die Fragen sind teils auch äußerst instruktiv – ich hab jedenfalls einige mir bis dato unbekannte hochinteressante Infoquellen gefunden; Mitmachen zahlt sich definitiv aus.

In eigener Sache

Peer Wandiger hat vor kurzem mit mir ein Interview zum Thema “Werbung im eigenen Blog verkaufen” geführt – der Text ist nun auf Selbständig im Netz online – ebendort wird’s in Zukunft häufiger Infos zum Thema geben. Auf jeden Fall ein spannender und dynamischer Bereich, denn PPV-Longtail-Aggregationsanbieter dürften nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

metro PULSiert nicht mehr?

Auch im 21. Jahrhundert gibt’s noch Fernsehsendungen, die Fans haben. Wer weiß, ob “Dalli Dalli” jemals eingestellt worden wäre, wenn sich damals bereits eine Protestbewegung online formiert hätte. Metro, das Wiener Stadtmagazin, soll nach der Übernahme von puls durch SevenOneMedia eingestellt werden, also haben einige Fans die Seite Metrofight ins Leben gerufen:

Womöglich habt ihr, liebe Leidensgenossinnen und Leidensgenossen, über die allerletzte Metro-Sendung auf dem Wiener Lokalsender PULS TV, die zum 25. Jänner 2008 in der Erstausstrahlung über den Äther ging, von dieser Internetpräsenz erfahren. Dies zeigt, dass ihr durchaus gewillt seid, euch für eine Rückkehr dieser wunderbaren kleinen Sendung auf dem neuen pinken Vollprogramm PULS 4 auszusprechen. Wenn dem so ist, dann mal jetzt schleunigst zum Metromanifest unter “Petition” geklickt und das entsprechende Formular ausgefüllt. Zum 17. März 2008 leite ich sämtliche Einträge an die Verantwortlichen von PULS 4 weiter.

Da soll nochmal einer behaupten, das regelt die Quote schon alles von allein…

Im Übrigen wünsch ich einen schönen Sonntag, bin gerade vom Barcamp Senza Confini in Klagenfurt zurückgekommen, erste Eindrücke gibt’s bei Mister Gratzer, mein Bericht über Tag 2 folgt morgen.

Blogparade: Webdesign, WordPress Templates & Co.

Die Webbloggers rufen auf zur Parade. [via Dimido] Oliver möchte mit seinem Fragenkatalog folgendem Mysterium auf den Grund gehen: Was ist eigentlich mit den anderen Bloggern, haben die viel Ahnung von Webdesign?

  1. Wie wichtig ist euch das Design eures Blogs?

    Weit wichtiger ist die Usability; das Design darf nicht “im Weg” sein, die Farben sollten aufeinander abgestimmt und die Texte gut lesbar sein – der Rest ist wohl weitgehend Geschmackssache. Wichtig war mir aber, kein Standardtheme zu verwenden, sondern ein eigenes Layout zu verwenden. Da draußen gibt’s hunderte Themes, die hübscher sind als mein Eigenbau – aber dafür trägt datenschmutz individuelle Kleider.

  2. Was für Erfahrungen habt ihr mit Webdesign?

    Mein erster Studi-Nebenjob war Webdesigner – das war noch eine Weile vor HTML 3.0. Ich bin kein Designer, kann aber immer noch ganz brauchbare eigene Templates schreiben und kenne mich ausreichend aus, um für eigene Projekte meine Hausgebrauchs-Designs zu erstellen.

  3. Habt ihr euer Theme selber erstellt oder benutzt ihr ein free/gekauftes?

    noxedSelbst erstellt, allerdings auf der Basis von YAML (yet another multi-column layout) und ausgehend vom WP-Standard Theme. Ich hab mein Template intern noxed2 genannt, da es sich um mein zweites eigenes Template handelt – “noxed” auf der Basis von Hemmed, das wiederum von Hemmingway inspiriert wurde, hieß mein erster Versuch. Dass es irgendwann mal noxed3 geben wird, ist zwar nicht kategorisch auszuschließen, aber auch nicht sonderlich wahrscheinlich, da ich eigentlich laufend an meinem aktuellen Template weiterbastle und optisch durchaus nicht unglücklich bin.

  4. Habt ihr selber Programme wie Photoshop, Fireworks oder GIMP?

    Ich benutzte Photoshop zur Erstellung der Grafiken und Fireworks meistens dann, wenn ich für Kunden Outlines und Storyboards zeichne. Bei datenschmutz bin ich da sehr oldschool unterwegs: ich passe die Templates händisch im Texteditor an und rendere die Seiten zuhause am Testrechner mit Xamp; kleinere Änderungen mache ich gleich live via ftp und Texteditor. Automatisch generierter Code ist ein Graus, wenn man laufend neue Snippets integriert und kleinere Anpassungen macht – ich wollte sauber strukturierten Code, in dem ich mich selber auskenne.

  5. Beherrscht ihr CSS? (Wenn ja, wie viel Erfahrung habt ihr damit.)

    Ja. Ganz am Anfang habe ich noch den legendären font-Tag benutzt und dann recht bald auf CSS umgestellt. Ich würde sagen, ich kenne mich ganz gut aus – höllisch allerdings finde ich die Problematik mit verschiedenen Browsern und Browsergenerationen.

Ebenfalls mit dabei: Der Korsti, die Klette, gedingst und Cordie-Design. Nicht an Bord ist itstoolong; oder besser gesagt: nicht direkt mit dabei, die Sinnlosigkeit solcher Paraden ist ihm aber immerhin einen ganzen Beitrag wert:

Und was macht dieses SEO-Geschmeiss, wenn sich absolut niemand für ihre “Optimierung” interessieren mag, außer sie selbst oder vielleicht noch ihresgleichen? Sie organisieren einen Karneval der Idiotie, den sie ganz euphemistisch Blogparade! nennen. Möglicherweise schämt man sich in solchen Kreisen, die Wahrheit beim Namen zu nennen?

33 Tipps für mehr Blog-Erfolg

blogerfolgEin neues Blogosphärenjahr hat begonnen – und spätestens seit Tex Rubinowitz “Listen, die die Welt bedeuten” (Die sexuellen Phantasien der Kohlmeisen) hat das gute alte Aufzählungsformat-Format wieder immens an Kultstatus zugelegt. Also höchste Zeit für eine weitere bedeutungsvolle Liste, die allerdings ganz und gar ernst gemeint ist. datenschmutz presents: 33 Tipps für mehr Blogtraffic. Von SEO über Plugin-Tipps bis Viral Marketing – da sollte für jede/n BloggerIn was Passendes dabei sein.

Eine Bitte vorweg: wenn Sie diesen Artikel hilfreich finden, dann wär ein nettes Dankeschön zum Beispiel, vom Link “Feed abonnieren, Beitrag emailen oder bookmarken…” direkt unter dem Artikel Gebrauch zu machen und den Beitrag bei Digg, SEOigg, Yigg, Webnews, Del.icio.us oder ihrem Lieblings-Social Bookmark Dienst abzuspeichern. Dankeschön!

Die Reihenfolge der Tipps soll keinerlei Wertung implizieren – ich habe einfach zusammengeschrieben, was ich aus persönlicher Erfahrung für deutschsprachige Blogs als sinnvolle Maßnahmen erachte. In diesem Sinne wünsche ich allen “alten” Bloggern ein erfolgreiches ein erfolgreiches Jahr und den Neueinsteigern 2008 einen guten Start! Ältere Hasen werden die meisten Tipps bereits kennen, aber die eine oder andere bisher unter dem Fokus der Wahrnehmung gebliebene Perle könnte ja doch dabei sein – oder fehlen, und in diesem Fall bitte ich um Ergänzung, denn: idealerweise sollte diese Liste im Laufe des Jahres erweitert werden und irgendwann vielleicht auf 66 oder gar 99 Tipps anwachsen – daher freue ich mich über Ergänzungen und/oder Berichtigungen in den Kommentaren oder via Kontaktformular. Zusätzliche Tipps werde ich natürlich ausprobieren und in die Sammlung aufnehmen, außerdem möchte ich zu diesem Thema weitere Artikel veröffentlichen.

Eine technische Anmerkung: die diversen Plugin-Tipps gelten immer für WordPress-User; für Serendipity und Co. existieren vermutlich ähnliche Lösungen.

  1. Social Bookmark Sites sind nicht zu unterschätzen: neue Domains bzw. Blogs sollten dort unbedingt eingetragen werden, wichtige und traffic-versprechende Einzelbeiträge ebenfalls. Einen guten Ausgangspunkt für die Auswahl der relevanten Services für das englischsprachige Internet liefert der Beitrag 20 Top Social Bookmarking Sites. deutschsprachige Blogger sollten auf jeden Fall Yigg.de, Mister Wong und Webnews zusätzlich berücksichtigen.
  2. Ein im Template integrierter del.icio.us Button ermuntert die Besucher, das Blog dort abzuspeichern. Bei deutschsprachigen Seiten kommen auch Wong und Yigg Buttons in Frage – das Share This Plugin hat sich dafür hervorragend bewährt.
  3. Technorati und FeedBurner sind die “großen zwei” beim Thema Blog-Syndizierung. Registrieren Sie sich auf Technorati, um Ihr Blog zu “claimen” und wählen Sie passende Keywords und eine gut überlegte Beschreibung aus. Ihren Feed sollten Sie bei Feedburner eintragen, um von den diversen Statistik-Features und Komfortfunktionen Gebrauch machen zu können. Dazu empfiehlt sich auch der Einsatz des FeedBurner FeedSmith Plugins, das alle Feedzugriffe auf FB umleitet.
  4. Auch wenn myspace am absteigenden Ast ist: Legen Sie trotzdem einen myspace-Account an, der einzig und allein dazu dient, Ihre Seite zu promoten, und füllen Sie Profil mit einem kurzen Text und Backlinks mit den passenden Keywords auf. Im einfachsten Fall könnte so ein Profil etwa so aussehen.
  5. Noch besser: registrieren Sie bei Facebook eine Page mit dem Namen Ihres Blogs. WordPress-User können alle Beiträge komfortabel und automatisch mittels des Wordbook Plugins einbinden. Eine solche Page könnte etwa so aussehen.
  6. Die Zeit der Linkkataloge ist endgültig vorüber – außer einem möglichen Spam-Malus bringen automatisierte Suchmaschineneinträge rein gar nichts mehr. Wesentlich empfehlenswerter sind da schon Eintragungen in sogenannte Artikelverzeichnisse: der Einreicher stellt einen eigenes verfassten Text zur Verfügung, in dem er seine Links platzieren darf. Fast fünfhundert einzeln bewertete, suchmaschinenfreundliche und fast ausschließlich englischsprachige Verzeichnisse finden Webmaster mit viel Zeit bei Vilesilencer.
    Empfehlenswerte Adressen für deutschsprachige Seiten sind unter anderem:
    www.artikel4free.com/
    www.wickedpedia.de
    www.artikelverzeichnis.at
    www.torzumweb.de
    www.artikelmix.de/
    www.web-artikel.de
    www.helloarticle.com
    www.2on2.info
  7. Ebenfalls immer gut für einen schnelle Link zwischendurch: das Gratis-Anzeigenverzeichnis Gumtree. Bringt auf die Schnell ein wenig Linkjuice, allerdings müssen die Anzeigen regelmäßig erneuert werden, da die Laufzeit begrenzt ist.
  8. Erstellen Sie unbedingt eine angepasste 404er Seite, sodass Besucher nicht bloß ein lakonisches “Seite existiert nicht” bekommen, sondern zum Beispiel eine Suchmaske. Auf datenschmutz sieht die 404er Seite soaus – WordPress User erstellen einfach eine Layout-Datei mit den Namen 404.php und platzieren diese im Ordner des aktuellen Templates.
  9. Posten Sie manchmal in Foren? Dann sollten Sie sich angewöhnen, den Link zu Ihrem Blog in die Signatur mit aufzunehmen – und dazu gleich die wichtigsten Schlagwörter.
  10. Nicht auf die Räccthschraybkorectuur vergessen! Ein gelegentlicher Tippfehler stört niemanden, aber aus vielen Vertippern werden allzu leicht sinnstörende Fehler. Gewöhnen Sie sich an, vor der Veröffentlichung jeden Text mit einem Rechtschreibprogramm zu überprüfen – gegenüber eigenen Vertippern sind die meisten Schreiben (including me) völlig betriebsblind.
  11. Testen Sie Ihre Seite nicht nur in einem Browser, sondern werfen Sie mindesten mit Firefox, IE und Opera einen Blick drauf – viele Blogger haben sich schon gewundert, warum denn niemand außer Ihnen selbst den schönen neuen Sidebar sieht…
  12. Reichen Sie Ihre Seite beim Open Directory DMOZ ein. Das dauert zwar eine Weile, zahlt sich aber definitiv aus. (Außer Sie betreiben ein deutschsprachiges Blog zum Thema Design. Dann geht’s recht flott mit der Eintragung, für diese Unterkategorie bin editorisch nämlich ich zuständig.)
  13. Benutzen Sie den Validator des W3 Konsortiums, um Ihren Template-Code auf allfällige Formattierungsfehler zu untersuchen. Valider, fehlerfreier HTML-Code sollte ein Muss für jeden Webmaster sein.
  14. Erstellen Sie eine XML-Sitemap und legen Sie ein Google-Webmaster Konto an – dort reichen Sie die Adresse Ihrer Sitemap ein: dies beschleunigt die Indizierung ungemein. Für WordPress gibt’s ein Plugin, das diese Aufgabe automatisiert.
  15. Recherchieren Sie, welche Blogs über ähnliche Themen berichten – besuchen Sie diese regelmäßig und beteiligen Sie sich mit sinnvollen Beiträgen an Diskussionen und hinterlassen Sie dabei Ihren Link. Niemand mag Spammer, aber so gut wie jeder Blogger freut sich über “echte” Kommentare zu seinen Artikeln.
  16. Verzichten Sie auf proprietäre Technologie wie ActiveX oder Java – ein Stammpublikum aufzubauen ist schwierig genug, und es gibt keinen Grund, die potentielle Leserschaft künstlich durch technische Hürden einzuschränken.
  17. Falls Sie Downloads anbieten (Videos, mp3s etc.), verwenden Sie verbreitete, herstellerunabhängige Formate. (Also besser mp3 als wma oder quicktime. Und vergewissern Sie sich unbedingt, dass Sie auch alle Rechte am angebotenen Material haben – sonst folgt womöglich ein böses Erwachen.)
  18. Achten Sie auf “sprechende” URLs – weder Google noch menschliche Besucher mögen kryptische Zahlenkombinationen. WordPress beherrscht htaccess URL-Rewriting, das in den Optionen aktiviert werden kann. (Menüpunkt: Einstellungen – Permalinks)
  19. Starten Sie gemeinsame Aktionen mit anderen Bloggern – gegenseitige “Gastbeiträge” oder die Teilnahme an Karnevals sind immer zu empfehlen.
  20. Beginnen Sie, an Wikipedia-Artikeln mitzuarbeiten, die Ihr Fachgebiet betreffen. Und falls Sie Links zu Ihrer eigenen Seite einschmuggeln wollen, dann achten Sie darauf, dass es sich um relevante Informationen handelt, sonst werden nachfolgende Editoren Ihr Machwerk ganz schnell wieder entfernen. Theoretisch erlaubt Wikipedia zwar keine Links auf Blogbeiträge, die Praxis sieht allerdings recht anders aus. Und nofollow hin oder her: viele Bewertungsservices vergeben für Wikipedia-Links einen Bonus.
  21. Falls Sie Wettbewerbe oder Gewinnspiele veranstalten, dann wählen Sie ein Thema, das gerade stark in den Medien präsent ist – der beste Moment für die Verlosung eines Madonna-Albums ist genau dann, gekommen wenn alle Medien über selbiges berichten. Old School Buzz Generation eben.
  22. Achten Sie auf Ihre Metatags! Für WordPress existieren hervorragende Plugins, die jedem Posting geeignete Metatags verpassen und auch mit bestehenden Tagging-Lösungen harmonieren – ich bin diesbezüglich ein Fan von wpseo.
  23. Halten Sie stets Ausschau nach günstigen Offline-Werbemöglichkeiten: vom Sponsoring des lokalen Fußballvereins für ein Banner am Übungsplatz über Sticker, Auto-Lackierungen und ungewöhnlichen Werbepartnern wie etwa kostenlose Browsergames, bietet sich eine große Bandbreite an Werbemöglichkeiten abseits gewohnter Kanäle an. Wer unkonventionell denkt, der findet immer wieder äußerst kosteneffektive und kontaktintensive Werbemöglichkeiten.
  24. Überprüfen Sie Ihr Blog regelmäßig mit SEO-Tools, um Schwächen und Stärken zu erkennen. Für einen ersten Überblick hat sich im deutschsprachigen Raum Seitwert.de” gut bewährt.
  25. Erstellen Sie eine Favicon-Datei. Dazu wandeln Sie Ihr Logo in ein 16×16 Pixel Grafikfile namens favicon.ico und laden dieses ins Rootverzeichnis. Die Grafik wird anschließend von modernen Browsern in der Adresszeile angezeigt und mitgespeichert, wenn ein User Ihre Seite als Bookmark speichert. Ausführliche Informationen dazu hat die Wikipedia.
  26. Veröffentlichen Sie ab und an sogenannte “Linkbait”-Beiträge, also interessante Inhalte, auf die viele andere Blogger verlinken. Gut eigenen sich dazu etwa Listen wie “33 Tipps für mehr Blog-Erfolg” :mrgreen:
  27. Wenn Sie über ein Werbebudget verfügen, geben Sie Pay-per-Click Modellen den Vorzug. View-basierte Bannerwerbung hat meist schlechte Conversions und empfiehlt sich eigentlich nur für Imagekampagnen.
  28. Wenn Ihre Seite technisch einwandfrei aufgebaut ist und Sie einige der oben stehenden Tipps beherzigen, dann werden Sie garantiert von Suchmaschinen gefunden; verzichten Sie also auf bezahlte “Eintragungsservices” – es handelt sich um bloße Geldverschwendung.
  29. Achten Sie beim Layout (egal ob selbsterstelltes oder gefundenes Template) auf saubere Dokumentenstruktur: das Layout sollte in CSS erfolgen, Hauptüberschriften mit h1 formatiert sein etc. Das gewährleistet zugleich Suchmaschinentauglichkeit und ist ein wichtiger Teil der Barrierefreiheit von Websites.
  30. Antworten Sie auf Kontaktanfragen zügig – niemand wartet gerne mehrere Tage auf eine E-Mail Antwort. Wenn das zwischenzeitlich nicht möglich ist, richten Sie zumindest einen Autoresponder ein.
  31. Achten Sie auf die regelmäßige Veröffentlichung neuer Texte. Ein ständiger Flow an neuen Beiträgen ist viel effektiver als alle paar Wochen 10 Texte auf einmal zu veröffentlichen.
  32. Seien Sie keinesfalls geizig mit Links zu anderen Seiten. Die Blogosphäre lebt von der gegenseitigen Verlinkung, aber irgendjemand muss mal damit anfangen.
  33. Letzter, wichtigster und vermutlich am schwierigsten umzusetzender Tipp: Werden Sie zur führenden Internet-Autorität auf Ihrem Gebiet! Dann klappt’s garantiert auch mit dem Traffic :mrgreen:

So, das wär’s fürs erste mit den 33 Tipps. Über Ergänzungen freue ich mich und wie eingangs angekündigt, wird die Sammlung im Lauf der Zeit noch anwachsen. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche maximalen Erfolg mit allen eigenen Blogprojekten. :mrgreen:


Bildnachweise:
Titelfoto: rhys400d, Itchen Bridge Side View HDR
Some rights reserved. | Quelle: www.piqs.de

SL: Wong-Werbung statt Mercedes-Schlitten

Seit einigen Wochen vercheckt der virtuelle Asiate, dem schon mal rassistische Verunglimpfung vorgeworfen wurde, über die Seite Wong SL Textanzeigen, die direkt oberhalb der Tags angezeigt werden.

Wong SL steht dabei keineswegs für “super lame”. Zwar dürften in erster Linie (Möchtegern) SEOs für die hektische Aktivität auf der an sich lahmen und nutzerunfreundlichen Bookmarking-Plattform verantwortlich sein (schöne Grüße an die Beschreibungstext-Begrenzung!), aber immerhin kann man der Seite eine gewissen kritische Masse nicht absprechen. Dennoch büßte der Service seit der Einführung von nofollow nicht nur für Spammerlinge deutliche an Attraktivität ein.

Dafür plante man ursprünglich die wertvollen sm-lesbaren Links über besagte Wong SL Seite zu verkaufen, kam aber von dem Plan wohl aufgrund von Googles Anti-Linkkauf-Kreuzzug schnell wieder ab. So wurde nix aus dem schönen Plan “Monetarisierung gut indizierter Tagseiten”, das nofollow purzelte und die Anzeigenpreise ebenfalls:

Die Preise wurden radikal gesenkt. Ich zahle für meinen Link jetzt statt 56,- Euro nur noch 3,48 Euro.
[...]
Die Preise liegen je nach Traffic für eine 30-Tage-Buchung zwischen 0,99 Euro und 120 Euro.

Somit wandelte sich der Werbeservice sozusagen zum inhouse AdWords System. Auf Dauer, so geht die Fama um, wolle man sich nicht auf eigene 3-Mio-User/Monat Plattform konzentrieren, sondern auch anderen Web 2.0 Plattformen das Googlewasser abgraben den eigenen Vermarktungsservice schmackhaft machen.

Bloggerei-User dürfen ab sofort pingen

bloggereidatenschmutz ist schon lange bei der Bloggerei registriert, nun bietet der (mir sehr sympathische) RSS-Aggregator zusätzlich eine Ping-Funktion an; wurden die Feeds bisher in regelmäßigen Abständen aktualisiert, garantiert die Ping-Funktionalität sofortige Resultate, sprich: sowie ein Beitrag publiziert wird, erscheint er auch auf der Bloggerei:

Es ist soweit, ab sofort kann jeder Blog der möchte bzw. die Möglichkeit hat seine Feeds an die Bloggerei per Ping melden, im Login der Bloggerei gibt es nun den Punkt “Ping senden” hier kann man festlegen ob die Feeds von der Bloggerei abgeholt werden sollen oder aber ob der Blog seine Feeds an die Bloggerei pingt.

Nicht zuletzt aus Spamschutz-Gründen können nur User pingen, die bereits bei der Bloggerei registriert sind und den neuen Service explizit aktiviert haben, dazu ist ein Login erforderlich:

Wenn Sie also ab sofort pingen möchten, loggen Sie sich in die Bloggerei ein, links unten gibt es jetzt den Menü Punkt “Ping senden” dort wählen Sie aus “Ja, ich Ping die Bloggerei an” und speichern die Änderung ab, als nächstes wird die Änderung von uns nochmal überprüft und Ihr Blog ist jetzt für das Pingen aktiviert.

Im zweiten Schritt muss dann noch die Ping-Adresse ins das betreffende WordPress-Feld eingetragen werden; selbiges versteckt sich im Backend unter dem Menüpunkt Einstellungen / Schreiben. Am Ende dieser Seite befindet sich ein Eingabefeld mit dem Namen “Update Services”, hier wird folgende URL verwendet:

http://rpc.bloggerei.de/ping/
wichtig: der Backslash am Ende muss dranbleiben!

Damit wird die Bloggerei hinkünftig nahezu in Virilio’scher Echtzeit verständigt… denn bekanntlich ist nichts so alt wie der Blogbeitrag von vor zwei Minuten.

Was sind eigentlich Pings?

Eine brauchbare Erklärung findet sich in der Wikipedia: im wesentlichen handelt es sich um einen Verständigungsmechanismus. Sobald ein Blog einen neuen Beitrag veröffentlicht, lassen sich via Ping diverse Aggregations-Seiten sofort davon in Kenntnis setzen. Mittels dieses Mechanismus erfahren beispielsweise Technorati & Co. in Echtzeit, welche neuen Blogbeiträge veröffentlicht werden. Eine umfangreiche, an der Grenze zur Vollständigkeit kratzende Liste solcher Ping-Services hat goatix fürs SEO-Marketing Blog zusammengestellt; allzu sehr übertreiben sollte man’s mit der Anzahl der Pingdienste freilich nicht, da exzessives Pingen die Publishing-Time verlängert und im schlimmsten Fall sogar zu einem Timeout führt. (Hört man. Meine Liste ist ziemlich lang und ich hatte bisher keinerlei derartige Probleme.)

Million Dollar Wiki: Ich habe gewonnen!

mdwNicht die Million Dollar, die Projekt-Gründer Graham ursprünglich verdienen wollte: dafür aber eine Gratis-Seite auf einem der smarteren Online-Marketing Projekte der letzten Jahre. Blog Money lautet der Begriff, den ich mir ausgesucht habe, und diese Seite gehört mir nun für die nächsten fünfzehn Jahre. Auch wenn Graham mittlerweile schon wieder plant, das komplette Wiki mit 8.000 Kunden via Online-Auktion zu verkaufen.

Die betreffende Seite hab ich deshalb gewählt, weil ich mal wissen wollte, wie’s im en-sprachigen Internet so mit dem Blogs-und-Geld-Verdienen Traffic aussieht, allerdings hatte ich bisher so gut wie keine Zeit, mich um die Page zu kümmern und ordentliche Inhalte online zu stellen – aber die Idee finde ich prinzipiell klasse, und immerhin hat der Gründer damit bereits 100.000 Dollar verdient – nicht die allerschlechteste Bilanz für ein Monat Nettoarbeitszeit. Wir kennen das ja von der Million Pixel Homepage – ein Wiki nach derselben Systematik bietet natürlich eine Menge zusätzlicher Vorteile.

Wie funktioniert’s?

Wer eine Seite am Wiki sein eigen nennen möchte, sucht sich einen freien Begriff aus und bezahlt via Google Checkout 100 Dollar. Anschließend kann die eigene Seite beliebig editiert und mit Texten, Bildern und Links befüllt werden. Das Kontingent ist auf insgesamt 10.000 Seiten limitiert, und Graham garantiert, dass das Wiki mindestens 15 Jahre lang online bleiben wird. Das bedeutet, die jährliche Seitenmiete beträgt 6,66 Dollar oder weniger als 0,5 Euro pro Monat. Nun gut, werden sich einige fragen, warum sollte ich mir um 100 Dollar eine Seite kaufen, wo doch an allen Ecken und Enden Gratis-Webspace-Provider auf nicht zahlende Kundschaft warten?

Warum eine Seite kaufen?

…wo’s doch an allen Ecken und Enden des Netzes gratis Webspaces gibt… und Wikis. Nun, in erster Linie deshalb, weil der Betreiber bemüht ist, das ganz Ding ordentlich zu verlinken, SEO-tauglich zu machen und vor allem werbefrei für einen längeren Zeitraum unverändert im Netz stehen zu lassen – bis jetzt haben sich solche long-term Investments in gute Rankings so gut wie immer ausgezahlt. Bezieht man die Gesamtlebensdauer der Seite ein, so kostet die monatliche Miete so gut wie nix.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ebenfalls eine Seite im Million Dollar Wiki zuzulegen, kann natürlich gerne meinen Affiliate-Code “ritchie” verwenden und damit fünf Dollar sparen:

Ritchie,
You also might want to mention that I am going to start promoting heavily in German, as well as other languages, so this is the perfect time to buy
words in German because almost none of them are taken.

And: Your affiliate code has been activated.
Your code is: ritchie
This code will give customers a $5 discount off their page. Good luck and please remember that the sale must be processed through
Google Checkout to use the promo code.

Cheers,
Graham

Million Euro Wiki

Manchmal kopieren Leudde einfach unverschämt irgendwelche Seiten. Die deutschen Piraten Blogcharts etwa haben jede Menge Nachahmer gefunden, und im Zeitalter des copy-paste Pragmatismus muss das Plagiat endlich seinen schurkischen Nimbus verlieren. Dachten sich die Macher des Million Euro Wiki und klonten wie ein Genlabor. Am Resultat gehört mir ebenfalls die Seite Blog Money. Das europäische Pendant wird mit unvorstellbarem Elan betrieben, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der aktuellste Beitrag am Projektblog vom 7.12. stammt – und der davor vom 26.10.. Bei soviel Enthusiasmus ist’s kein Wunder, dass noch keine 1000 Seiten über die virtuelle Ladentheke wanderten. Irgendwann war da auch mal die Rede von einem Gewinnspiel, aber seitdem hat das MEW auch schon mindestens einmal den Besitzer gewechselt… das Million Dollar Bizznizz ist eben kurzlebig und gnadenlos :twisted:

Wenn Journalisten linken…

journalistenlinks…dank linken sie zum Glück. Nein, kein Pamphlet gegen die sogenannte schreibende Zunft folgt: “linken” steht hier für verbinden wie in Hyperlink, und keineswegs für das Gegenteil von rechtmäßigem und -schaffenem Verhalten. Und das kommt so: Journalistenlinks.de ist ein Webkatalog von und speziell für die Angehörigen der schreibenden Zunft und definitiv auch für die interessierte Allgemeinheit einen Blick wert.

Design ist immer Geschmackssache, mir persönlich gefällt die schlichte blaue Farbgebung mit viel Whitespace und ohne unnötige Schnörksel ausgesprochen gut. Die redaktionelle Betreuung stellt angenehmerweise sicher, dass Linkspam keine Chance hat – und die Option, eigene Favoriten zu speichern, macht auch Sinn: allerdings funktioniert das ganze ohne Registrierung, die eigenen Favs werden im “Temporary Internet Files” Ordner abgelegt – auf der Habenseite steht wie gesagt das Wegfallen der Login-Notwendigkeit, dennoch halte ich diese Technologie für weitgehend sinnlos: viele heavy User leeren ihren Cache-Ordner aus diversen Gründen regelmäßig, somit verliert man auch die gespeicherten Favoriten, außerdem stehen die gemerkten Links natürlich nur am eigenen Rechner zur Verfügung.

Gegründet wurde der themenspezifische Webkatalog von dem Netzwerk Junge Journalisten, laut Eigendefinition eine…

…unabhängige Community, die 1999 gegründet wurde und inzwischen über zweihundert ausgewählte Talente miteinander vernetzt.

So eine Art elitäres Schreiberlinge-Xing also – und von den insgesamt rund 200 Mitgliedern kümmern sich über 30 Redakteure um den Webkatalog. Dagegen stinkt die Kategorie World | Deutsch | Medien | Journalismus im DMOZ mit ihren 21 Einträgen natürlich ganz gewaltig ab. Wer medienmacher-relevante Link-Tipps kennt, benutzt das Anmeldeformular. Aus SEO-Gründen zahlt sich die Anmeldung übrigens nicht aus, weil die Seiten im Katalog nicht direkt verlinkt, sondern über ein cgi-Script redirected werden – aber schließlich richten sich die Journalistenlinks ja nicht an Tante G., sondern primär an ein qualifiziertes Fachpublikum. Wie erwähnt werden alle neuen Seiten überprüft – derzeit kennt die Datenbank rund 4.500 Seiten, die nach folgenden Kriterien in Kategorien wie “Verlage & Sender”, “Agenturen & Dienste”, “Verbände & Vereine” etc. sortiert werden:

Zum besseren Auffinden erscheinen diese neuen Links in den jeweiligen Kategorien ganz oben. Dies gilt auch für besonders wichtige Einträge sowie 3.00 Prozent (135) aller Links, die bei unseren Nutzern besonders beliebt sind.

Ein Newsletter und nützliche Software-Helferlein für JournalistInnen ergänzen das Angebot, allzu viel Technologie-Affinität traut man der Kollegenschaft indes nicht zu:

Diese kleinen Programme erleichtern Ihnen nämlich die tägliche Arbeit am Computer, schließlich sind sie genau auf die Bedürfnisse von Journalisten zugeschnitten. Dies bedeutet, dass unsere Programme nicht nur benutzerfreundlich, sondern auch leicht zu verstehen sind. Selbst das Installieren ist ganz simpel.

Auf das Portal bin ich deshalb gestoßen, weil vor kurzem ds in der neuen Rubrik deutschspachige Weblogs aufgenommen wurde, was mich natürlich außerordentlich freut.

Germanblogosphere: Jetzt auch auf Facebook

GermanblogosphereVor einigen Monaten habe ich auf Scott Jangros Blog-Aggregator Seite Bumpzee die Gruppe German Blogosphere angelegt und darüber berichtet. Stereophone hat nun auf Facebook die gleichnamige Gruppe gegründet und sucht beitrittswillige deutschsprachige Blogger – die Seite bereits weit über 50 Mitglieder.

Mir gefällt die Idee sehr gut – speziell in Kombination mit den Facebook Pages. Ich bin der Gruppe natürlich gleich mal beigetreten und habe dort auf der Wall auch angeregt, dass jede/r BloggerIn sich eine Seite für das eigenen Weblog einrichtet, anschließend könnten wir alle gegenseitig Fans unserer Blogs werden – und jeder hat was davon… oder?

Aber klar doch – “Leverage” nennen das die amerikanischen Experten. Mehr Sichtbarkeit im Netzwerk für alle, mehr Querverlinkungen: eine gute Sache. Und während Bumpzee eher statischen Verzeichnischarakter hat, tut sich auf Facebook bekanntlich eine ganze Menge.

Facebook und die Linklove?

Unser German Blogosphere auf Bumpzee hat erfreulicherweise mittlerweile einen Vierer-Pagerank bekommen – danke, das war der Plan. Ein wenig Linklove für alle also, aber wie sieht’s damit bei Facebook aus? Soweit ich das bisher beurteilen kann: nicht gut. FB cloakt bzw. redirected alle ausgehenden Links und macht z.B. aus

http://www.mod-rewrite-wizard.com

folgenden für Suchmaschinen-Optimierung vollkommen wertlosen Link:

http://www.facebook.com/share_redirect.php?h=c4174e1a099d1133f1940

cd7362b34a5&url=http%3A%2F%2Fwww.mod-rewrite-wizard.com

Natürlich ist die Motivation von FB verständlich: Spammer sollen abgehalten werden, und Aktivität anstatt sinnloser Linkposterei soll im Vordergrund stehen – das macht imho auch durchwegs Sinn. Und wer weiß: vielleicht veröffentlicht ja früher oder später mal jemand eine Art Digg-Applikation, bei der Facebook-User (oder auch Networks) über relevante News abstimmen, und die Startseitenkandidaten kriegen dann unmaskierte Follow-Links.

Aber bis dahin würde ich mal vorsichtig sagen, dass Facebook-Aktivitäten sich keineswegs an Algorithmen richten, sondern an die dort vertretenen UserInnen direkt – auch mal eine nette Abwechslung im tristen SEO-Dasein :-) Also wie gesagt: neue MitgliederInnen herzlich willkommen:

German Blogosphere auf Facebook
German Blogosphere auf Bumpzee

Dofollow vs. Nofollow: Neues Plugin

Meine Meinung zur altbekannten dofollow vs. nofollow Debatte habe ich auf datenschmutz in der Vergangenheit wiederholt kund getan; was als Versuch der Spambekämpfung begann, ist gescheitert und hat in Blog-Kommentaren meistens nix verloren – schließlich sollen die BesucherInnen ja zum Kommentieren motiviert werden. Aber manchmal möchte man lieber doch ein “nofollow”, und hier kommt Nofollow Case by Case sehr gelegen.

Bisher habe ich das simple dofollow-Plugin verwendet: es killt das von WordPress standardmäßig eingefügt rel=”nofollow” – und zwar immer. Wie im richtigen Leben ist die Grenze zwischen “unvorstellbar nützlichem Diskussionsbeitrag” und “widerwärtigem Spam” eine fließende Grauzone. Und je länger ich blogge, desto häufiger tritt der Fall auf, dass ich Kommentare zwar nicht löschen, aber durchwegs selektiv mit nofollow versehen möchte. Und genau hier leistet mein Dofollow-Ersatz hervorragende Dienste. Warum man das Plugin überhaupt einsetzen möchte, erklärt der Autor am besten selbst:

In meinem Blog möchte ich gerne selbst entscheiden, wer einen Nofollow-Link bekommt und wer nicht. Anderenfalls ist man als Suchmaschinenoptimierer tendenziell dazu gezwungen, mehr Links zu löschen als einem lieb ist, nämlich immer dann, wenn ein ahnungsloser Besucher einen Kommentar hinterlässt, mit Verlinkung zu einer Website, die man als “schlechte Nachbarschaft” bezeichnen würde. Solche Links können der eigenen Website schaden und sind deshalb auf SEO-Seiten nicht gerade gern gesehen.
[...]
Doch nicht immer möchte man den Kommentar (oder den Link) deshalb gleich vollständig löschen. Nicht jeder faule Link ist Spam – manchmal hinterlassen die Spammer gleich mehrere Nachrichten, mit Links zu diversen Domains, wovon einige nicht unbedingt “schlecht” sind.
[...]
Daneben gibt es immer wieder Leute, die einem Nofollow-Trackbacks zukommen lassen. Meinetwegen. Sehr freundlich. Doch ab sofort bekommen diese Herrschaften auch einen entsprechenden Nofollow-Link zurück! ;-)

Die Anwendung ist denkbar simpel: wenn ein solcher Grenzfallkommentar oder Trackback ohne Backlink auftaucht, dann klickt man als eingeloggter Admin einfach auf “bearbeiten” und fügt hinten an den Link ein simples /dontfollow dran. Das hat den Effekt, dass bei dem editierten Kommentar das ansonsten ungeliebte relation=”nofollow” eingefügt wird. Standardmäßig verhält sich das Plugin genauso wie Dofollow, das nofollow-Attribut wird also entfernt.

Download: Nofollow case by case


[Hinweis für Inline-Editing User: Mit Ajax Edit Comments funktioniert das ganze übrigens nicht, was wohl mit dem String-Filtering zusammenhängt.]

Blogfever-Tipp: Schlagzeilen anpassen!

blogfeverKeine Ahnung, ob BlogRush sein Service jemals auf non-englischsprachige Blogs ausdehnen wird – ich bin jedenfalls sehr froh drüber, dass Blogfever so gut funktioniert. Technologisch ist das System seinem “Vorbild” mittlerweile sowieso überlegen, wie mir bei John Chows Posting zum Thema Headlines kontrollieren deutlich bewusst wurde. Wer seine Klickrate verbessern möchte, sollte ausgiebig Gebrauch von der Überschriftenauswahl machen.

Wer Blogfever noch nicht kennt, findet hier einen Beschreibung des Syndikations-Tools.

Der zentrale Punkt dabei: nicht jede Headline erregt gleich viel Interesse. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben zwei Artikel, nennen wir sie “33 Tipps für mehr Blogtraffic” und “Mein gestriger Abend”. Welcher der beiden Artikel wird wohl mehr Klicks bekommen? Eben… und genau aus diesem Grund zahlt es sich definitiv aus, regelmäßig im eigenen Blogfever Account die weniger attraktiven Schlagzeilen zu entfernen.

Bei BlogRush funktioniert dies nur mit etwas Trickserei (man muss einen eigenen Feed anlegen), die Blogfever-Macher haben dieses Feature aber gleich mitbedacht und ins Profilmanagement integriert: nach dem Einloggen klickt man auf “Übersicht” und anschließend auf “Schlagzeilen anzeigen”. Die Beiträge werden einmal am Tag upgedatet, sollten die aktuellsten Schlagzeilen nach dem Einloggen nicht angezeigt werden, hilft die Funktion “sofort anfordern” weiter. Zu jedem Feed-Item (= zu jeder Blog-Story) verrät das System das Erfassungsdatum, die Zahl der bisherigen Einblendungen und die Klicks. Mit zwei Zusatzfunktionen kann man das angesprochene Feintuning vornehmen: via “bearbeiten” lassen sich die von Blogfever automatisch ausgelesenen Tags händisch anpassen, und mittels Schlagzeile ausblenden wird die betreffende Story aus dem System entfernt (symbolisiert durch hellgrauen Hintergrund). Dieses Entfernen lässt sich jederzeit wieder rückgängig machen.

Vor allem für Blogs wie datenschmutz, die ein recht breites Themenspektrum haben (bei mir pendeln die Stories irgendwo zwischen Medien-Zeugs, Popkultur und Kuriositätenkabinett) und nicht ausschließlich Fachartikel zu einem einzigen Thema veröffentlichen, ist diese Funktion ungemein hilfreich. Ebenso natürlich für zeitlich begrenzte Artikel, etwa Ankündigungen zu diversen Veranstaltungen.

Wer sich nicht sicher ist, welche Headlines ausgeschlossen werden sollte, kann sich ganz auf die integrierte Marktforschung verlassen: da das System ja wie erwähnt Einblendungen und Klicks anzeigt, lässt sich für jeden Beitrag eine Ratio errechnen. Blendet man die Schlagzeilen mit mieser Klickratio aus, so erhalten die attraktiveren Titel automatisch mehr Einblendungen, somit steigt insgesamt die Klickrate. Kleiner Hinweis ans Team: ich fände es sehr praktisch, wenn die Ratio Klicks zu Einblendungen gleich in der Übersicht als weitere Kennzahl angezeigt würde.

BlogFever

Einblendungen und Klickraten der jeweiligen Beiträgen sind am Screenshot
orange unterstrichen. Ausgeblendete Schlagzeilen werden in hellgrau dargestellt.

 

Der “Effizienzquotient” lässt sich ganz einfach ausrechnen, indem man die Anzahl der Einblendungen durch die Anzahl der Klicks dividiert. Ich habe das für die untensehende Aufstellung beispielhaft gemacht, das Ergebnis mit 100.000 multipliziert und gerundet. Die höher die Zahl, desto höher die Klickrate des einzelnen Beitrags. Hier einige Beispiele aus den ersten Wochen:

Barcamp Vienna: der erste Rückblick – 059
Blogfever: Alternative zu BlogSpeed – 067
Gratis T-Shirt für schnelle Schnorrer – 169
WordPress Deutschland legt sich mit LinkLift ins Bett – 185
Erste Auswertung: Umfrage zum Blogeinkommen – 211

Ich blende also alle Schlagzeilen aus, die unter 150 liegen – somit bleiben nur die effektivsten Einblendungen übrig, et voila: die Overall-Klickrate dankt’s.

Ebenfalls neu: das Blogfever-Directory: alle teilnehmenden Blogs werden SEO-freundlich in verschiedenen Kategorien gelistet – und das aktuelle Pagerank-Update hat der Startseite bereits nach recht kurzer Zeit einen Vierer eingebracht – also noch ein gute Argument zum

Mitmachen bei Blogfever

Frauen trauen, SEO schauen

Vielleicht sollten wir für unseren geplanten Video-Cast (mehr Infos demnext) auch ein paar hübsche Ladies anstelle unserer hässlichen Fressen vor der Kamera platzieren… Sonja Kraus könnte meine Texte vom Teleprompter ablesen, und vielleicht springt ja Barbara Karlich für Pete ein. (Okay, der war boshaft. Sorry Buddy.)

Jeremy lässt ja neuerdings Miss Pam die SEO News der Woche in Wort und Bild verkünden, und schon gehen die Zuseherzahlen nach oben. Allerdings könnt’s auch an den Inhalten liegen – aber sehen Sie selbst!

YouTube Preview Image

Linklift und Teliad empfehlen sich selbst

Das Pagerank-Update vom vergangenen Wochenende sorgt für Diskussionsstoff – denn eine ganze Reihe von Seiten wurde deutlich “abgestraft”: sowohl Linkvermieter als auch Trigami Rezensenten büßten einen Teil ihres grünen Balkens ein. Dass die Linkhandels-Plattformen wie Linklift rasch darauf reagieren würden, war ebenfalls klar.

Ich hab bei USB Stick Software mit diversen Linkhandels- und Tausch-Plattformen herumgespielt, mit dem Resultat eines Pagerank-Verlusts von 1 auf 0 – durchwegs verschmerzbar. Auf spannende Weise tendenziös finde ich die Information, die Linklift an alle registrieren TraderInnen verschickt hat. Einige Punkte aus dem E-Mail möchte ich nicht unkommentiert stehen lassen:

Das jüngste PR-Update reduziert diese Aussagekraft nun noch weiter, sodass wir künftig den PR-Wert aus der Preisformel weitestgehend entfernen werden. Anstelle dessen werden wir selber alternative Metriken für die Autorität einer Webseite erheben (Alter, Thema, Verlinkung, RSS-Feedleser, Qualität der Linkplatzierung, etc.) und daraus eine Preisempfehlung generieren.

Keine große Überraschung: wenn Linklift das eigenen Businessmodell nicht anpasst, dann verlieren sie einen Großteil ihrer Marge. Trigami setzt schon längst auf eine Vielzahl von Bewertungskriterien: ein Businessmodell aufzubauen, das einzig und allein auf einen nicht erst seit gestern fragwürdigen strategischen Google-Wert aufzubauen, ist eben keine gute Idee. Und nun zwingt die normative Kraft des PR-Updates Linklift eben zu einer neuen Strategie. Interessant auch der folgende Absatz:

Wir empfehlen, sich durch die Maßnahmen von Google nicht verunsichern zu lassen. Auf Ihrer Webseite sind Sie der Chef. Zwar mögen sich die PR-Werte verändert haben, die Rangpositionen sind jedoch weitestgehend intakt geblieben. Weiterhin ist zu prüfen, inwieweit man von den vielzitierten “Abstrafungen” überhaupt berührt werden könnte. Nur wer Traffic von Google bekommt, dem kann dieser auch von Google genommen werden. Offen ist auch, inwiefern qualitativ hochwertiger Content dem Suchenden überhaupt vorenthalten werden kann, ohne an Suchqualität einzubüßen.

Hmmm… ich kenne eigentlich keine Webseite und schon gar kein Blog, das deutlich unter 40% Traffic von Big G. erhält. Neo-neue und noch nicht indizierte Blogs mal ausgenommen – aber die gehören ja wohl definitiv nicht zur Wirts-Zielgruppe von Linklift. Richtig skurril wird’s aber im nächsten Absatz:

In jedem Fall möchten wir darauf hinweisen, dass die Listings auf Linklift selber schon seit langem stark anonymisiert sind, sodass sich hierdurch nur schwer Rückschlüsse auf Ihre Webseite ziehen lassen.

Zumindest in den meisten Fällen – einige Webseiten aus dem mittlerweile nicht mehr so umfangreichen Sortiment lassen sich allerdings recht leicht identifizieren, was allerdings am Beschreibungstext liegt. Und was Teliad wohl zu folgendem Absatz im Newsletter sagen würde?

Nehmen Sie nicht an zu vielen Vermarktungen teil. Andere Vermarkter hinterlassen z. T. relativ deutliche Spuren, welche einfach ausgelesen werden können.

Auch eine Frage des Betrachterstandpunkts… wenn die “Konkurrenz” die Links händisch setzen lässt und automatisch überprüft anstatt mittels eines Plugins, warum um alles in der Welt sollen diese dann leichter auffindbar sein?

Teliad wandte sich übrigens ebenfalls per Newsletter an die Community, und den folgenden Aussagen kann ich in keinster Weise widersprechen:

Und genau das ist unserer Meinung nach auch der Grund für die PageRank-
Korrektur von Google: Webmaster zu verunsichern, die mit ihren Seiten nur
durch gezielte SEO ein ansprechendes Ranking erhalten können.
[...]
Tatsache ist, dass wir mit unserem Markplatz eine aktive themenrelevante Verlinkung unterstützen, vor allem auch im Content-Bereich. Natürlich dienen Textlinks der SEO, jedoch ist das Ganze nicht so negativ zu betrachten, wie es durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit von Google dargestellt wird.

Eines zeigt die gesamte Debatte jedenfalls überdeutlich: den Kategorienfehler, die privatwirtschaftlich und gewinnorientiert organisierte Firma Google mit “dem Internet” zu verwechseln, machen dieser Tage ganz schön viele Webmaster und -mistressen. Wie sich der Linkvermietungs-Markt weiterentwickelt und ob die “Frontside-Abstrafung” in den nächsten Wochen und Monaten auch Auswirkungen auf die SERPs hat, muss die Zukunft zeigen – jede diesbezügliche “Theorie” bleibt vorerst Spekulation.

Google Pagerank Downgrade und die Zukunft der Linkvermietung

Wie bereits erwähnt ist datenschmutz eines der stark von Matts Pagerank-Napalm-Teppich betroffenen Blogs. Das sich statt eines 6ers nun eine 3 habe, juckt mich nicht die Bohne: ich brauch keinen PageRank, LeserInnen reichen mir völlig aus. Und da ich einer Corporation, die als notwendig erachtet, “Do no evil” zu ihrem Wahlspruch zu erheben, aus Prinzip nicht traue, bin ich auch sehr froh darüber, dass Tante G besuchertechnisch für datenschmutz keinesfalls die Hauptwasserleitung darstellt.

Vorbei also die Zeiten, als sich die SEOs auf jedes neue PageRank Update freuten – ein paar Links gestreut, und schon ging’s weiter die Leiter rauf. Wer sich zu weit aus dem virtuellen Fenster lehnte (Hallo Blackhat!) bekam schon mal einen unfreundlichen Stupser, aber diesmal wurden gleich zehntausende Seiten anders gerankt. Ich habe keine Zeit für ausgedehnte SERP-Vergleichsstudien, aber seit der Abwertung stiegen die Besucherzahlen hier auf datenschmutz leicht an – die rund 5%-10% Zusatzbesucher gehen anscheinend auf die vielen Berichte über die Abwertung deutschsprachiger Seiten zurück, in denen häufig auch dieses Blog erwähnt wurde. Die Kurzzeitwirkung ist also erstmal ausgesprochen erfreulich… aber was bedeutet das PageRank-Downgrade auf mittelfristige Sicht?

Für mich so gut wie gar nix. Ich bekomme derzeit rund 30% meiner Besucher über Google. Das heißt, falls Google mir eine SERP-Penalty aufbrummt, die meine Besucher halbiert, dann verliere ich insgesamt nicht 50%, sondern heiße 15% meines Blogtraffics. Und natürlich bin ich alles andere als unglücklich darüber, dass ich selbst und nicht Google über den weiteren Erfolg dieser Seite entscheide… Diversifikation ist in Zeiten wie diesen wohl auch bei Trafficquellen der Begriff der Stunde.

PageRank und der Linkmietmarkt

Während sich die Proklamatoren einer besseren Welt diebisch freuen, bin ich mir sicher, dass die Pagerank-Abwertung in keinster Weise den Linkmiet-Markt beeinträchtigen wird, denn wie John Chow völlig richtig schreibt:

I doubt it will affect my ability to sell links either, nor will it affect pricing that much. The last time I was at PR4, Text Link Ads sold my links for $200 per month. They increased the price to $240 when I went to PR6. Google’s mistake is thinking that every advertisers buys link for PageRank only. They don’t. Right now, PageRank is pretty much irrelevant.

Wie wahr, wie wahr: wer bei Robert Links mietet, der tut das mit Sicherheit nicht nur wegen des PageRanks – oder er hat nicht verstanden, wie Online-Marketing funktioniert. Googles allzu offensichtlicher Plan, mit dem selbst eingeführten Schwanzlängenmaß unliebsamen Entwicklungen gegenzusteuern, geht in die Hose: denn wenn ein niedriger PageRank entweder sagt “diese Seite ist unwichtig” oder aber “diese Seite ist zwar wichtig, wir vermuten aber, dass sie Links verkauft”, dann ist das der schnellste Weg einer Maßeinheit in die Bedeutungslosigkeit.

Wenn Putzerfische ins Becken pinkeln

Google lebt von einer einzigen Datenbank: dem Internet. Und dabei handelt es sich um ein kollaboratives Unterfangen, um einen riesigen Teich, in dem Firmen, Privatleute und alles Mögliche dazwischen rumschwimmen. Die verlinken sich, und Google nimmt diese “natürlichen” Links als Basis her, um daraus seine Suchdaten zu generieren. Zudem bietet die Firma ein speziell für Longtail-Seiten völlig unattraktives Werbesystem an, an dem sie Milliarden verdient. Wer mit im Index sein will, kuscht eben: vermietete Links “stören” nämlich nicht in erster Linie den Google-Index, sondern den heiligen St. Revenue Stream – ich spar mir die ausführliche Erklärung, denn prägnanter als Maestro Basic könnt ich’s nicht formulieren:

Im Endeffekt bleibt also eine gigantische Masse von für Google kostenlos arbeitenden Webseitenbetreibern und einem gigantisch gut verdienenden Unternehmen. Und das alles nur, weil alle Welt am Google-Tropf hängt, es geht doch “nur” um gute Suchergebnisse, damit sich jeder in der großen, weiten Netzwelt schnell zurechtfindet, also bleibt bitte “google-brav”. Die ganz zufällig wegen Spam das nofollow-Attribut eingeführt haben. Haben sie das? Nur wegen Spam? Diese Waffe wird mittlerweile gezielt gegen alles gerichtet, was ihrem Verdienstsystem schadet. Google kann mich kreuzweise, das ist meine Frohe Botschaft an ein Unternehmen, das seine Marktmacht so ausnutzt und wenig Kooperationsbereitschaft zeigt.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Blogging Tom, der sich darüber wundert, dass Google der Form mehr Bedeutung beimisst als dem Inhalt:

So langsam macht mich das alles ziemlich nachdenklich. Da versucht man Tag für Tag (oder jedenfalls fast jeden Tag) ein gutes Weblog zu schreiben und wird am Ende dafür abgestraft. Für Google scheint also nicht mehr die Qualität der Sites im Vordergrund zu stehen sondern vielmehr mit welchen Mitteln der Inhaber Geld verdient. Die Methode der Werbung sagt aber meines Erachtens nichts über den qualitativen Inhalt der Seite aus. Google sieht das offenbar anders und versucht derzeit wohl, seine Sichtweise des “sauberen” Internets durchzusetzen.

Konsequent weitergedacht, führt diese Strategie ja dazu, dass Google nicht mehr die inhaltliche Relevanz von Seiten, sondern deren Erwerbsmethoden wertet – und wenn eben zufällig die interessantesten Ressourcen grade Links vermieten, dann scheinen sie in den SERPs eben nicht auf. Finde ich persönlich sehr begrüßenswert, weil der einzige, der Big G ernsthaft schaden kann, ist Big G selbst: und die Monopolstellung besteht eben nur so lange man eine brauchbare Suchtechnologie bietet.

Und wo wir grade beim Thema sind: ich kann mir nicht vorstellen, dass die aus dem Jahre Schnee stammende Startseite mit dem minimalistischen Suchfeld und viel zu viel Werbung auf den Ergebnisseiten der Weisheit letzter Schluss ist. Und wie bereits oben erwähnt: dass Google den “bestraften” Seiten mit demnächst folgenden “Besuchereinbrüchen” droht, klingt zwar nach Erpressung, ist in Wahrheit aber bloß grandiose Selbstüberschätzung… so wichtig ist Google gerade für Blogs eben nicht, da gibt’s zum Glück ausreichend Alternativen.

Was soll G nun tun? Wie sollen die SERPs gereiht werden? So wie immer, natürlich: Google kann zunehmend mit manueller Abstrafung ändern, aber ich nehme kaum an, dass Matt Cutts und Co. wieder zu den gar nicht guten alten stochastischen Zeiten zurückkehren wollen: Relevanzbewertung nach Worthäufigkeit und Co. stank schon anno 95, und der Haupterfolg von Google lag in der Einbeziehung der Backlinkstruktur für die SERP-Relevanzwertung – und ein Ersatz ist nicht in Sicht. Also trennt man die “vorne” sichtbare Pagerank-Anzeige von der internen Wertigkeit einer Seite ab und bringt Linkhändler wie oben beschrieben eben dazu, auf andere “Wertfaktoren” zu fokussieren. Wär doch extrem kontraproduktiv, wenn etwa Telepolis bei der Suche nach Netzkultur nicht mehr auftauchte.

An alle Moralapostel da draußen

Die eigenen Eier zu lecken muss doch auf Dauer auch langweilig werden. Aber ich werd’s nie erfahren, denn so gelenkig bin ich nicht. Allerdings ist die Verwechselung des Netzes mit Google ein Kategorienfehler, über den jeder, der Linkvermietung auf Blogs für eine “unzulässige Beeinflussung des Pagerank Algorithmus” hält mal nachdenken sollte. Denn wer zuletzt lacht, hat Gold im Mund. Oder so.

Eigentlich hat Google sowieso jedes Recht, Webmastern vorzuschreiben, wie sie ihre Seiten bauen sollen, wenn sie gut in Google gerankt werden möchten. Wenn ich einen neuen Club in Wien aufsperre, in den nur Typen mit lindgrünen Trachtenhemden reindürfen, dann wird man mich zwar für einen seltsamen Goon halten, aber Gastlistenpolitik ist immer Sache des Hosts. Wenn mein Club aber der einzige in der ganzen Stadt ist mit brauchbaren Subwoofern, dann kommt sich jener Teil der tanzwütigen Bevölkerung, der nicht auf Trachtenhemden steht, wohl zu Recht ziemlich ausgesperrt vor.

Denn das einleitende “eigentlich” impliziert, dass neben Google noch eine Reihe weiterer Suchmaschinen existierten – und benutzt würden. Die Quasi-Monopolstellung ist für die ganzen Troubles verantwortlich: ein einzelner Anbieter sollte nicht die Spielregeln eines ganzen Mediums vorgeben, das hat der Gesetzgeber in anderen Bereichen längst kapiert: aber im Internet läuft die Zeit schneller ab als in der Welt der Anti-Trust Gesetze.

Was sagt die Linkhandelskammer?

Inzwischen gibt’s ja auch schon Stellungnahmen von Linktradern. Auch wenn ich selten einer Meinung mit Linklift bin, dieser Aussage kann und will ich als gesetzestreuer Bürger nicht wiedersprechen :-)

Wir vertreten die Meinung, dass es das Recht eines jeden Webmasters ist, auf seiner Webseite zu tun und lassen was er will – sofern es im Einklang mit dem gesetzlichen Rahmen ist.

Trigamis ausführliche Stellungnahme bestätigt für mich einmal mehr meinen sehr guten Eindruck vom Schweizer Anbieter – absurderweise allerdings sieht sich Trigami obwohl keine Linktexte vorgegeben werden und nofollow ausdrücklich erlaubt ist, diverser Kritik in Zusammenhang mit der PR-Abwertung ausgesetzt: was nicht gerade für den Sachverstand der Kritiker spricht, gelinde gesagt. Und von Teliad habe ich heute im Newsletter eine nicht unspannende Info bekommen:

Erst einmal möchten wir darauf hinweisen, dass es bei der PageRank-Veränderung in dieser Woche wie auch Anfang Oktober jeweils weniger als 1 Prozent unserer Angebote getroffen hat.

Dabei wär’s für Google ja gar kein Problem, gezielt zu suchen: wer sich bei LL, Teliad, TextLinkAds und Co. als Kunde anmeldet, sieht die meisten URLs ohnehin im Klartext, so what?

Fazit

Aus SEO-technischer Sicht finde ich das Update durchaus erfreulich, Links mieten kann jeder, aber so gewinnt das eigentliche Handwerk wieder gewaltig an Bedeutung. Und was datenschmutz betrifft, pfeif ich eben zukünftig auf den PageRank und werde ihn auch nicht mehr kommunizieren. Eines der drei größten österreichischen Blogs zu sein reicht mir völlig – und zukünftigen Werbepartnern hoffentlich auch. Adsense kommt mir jedenfalls nicht in die Blogtüte! datenschmutz ist und bleibt mein eigenes BlogLaborTool, und ich hab auch zukünftig nicht vor, eine McGoogle Franchise Filiale draus zu machen.

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