Was haben die FAZ und the gap gemeinsam? Die Herausgeber beider Druckwerke misstrauen dem Internet und den Herzpulsbeschleunigenden Fährnissen digitaler Ubiquität, ja man könnte ohne Übertreibung sagen: sie beäugen die sozialkraftzersetzende Auswirkung der digitalen Revolution ausgenommen kritisch. Frank Schirrmacher in seinem kürzlich wohlkalkuliert erschienen Irrwegs-Essay, Thomas Weber im aktuellen Impressum von the gap. Es läge demnach die Haupt-Lebensqualität-verbessernde Wirkung des Internet darin, sich "auch mal eine Auszeit" respektive eine "Facebook-freie" Periode zu gönnen.
Nun mag ich zwar den Falter lieber als je zuvor, denn nicht einmal die Titanic ist unterhaltsamer als eine Truppe von erzreaktionären Alt-68ern, die sich aus selbstkonstruierter Tradition heraus für "progressive Links(liberale) halten. Und ich schätze Armin Thurnhers unmotivierte und beleidigende Ausritte gegen die Internetgeneration im Allgemeinen und gegen seine eigenen Mitarbeiter im Speziellen mindestens so sehr wie Hans Mentz' Humorkritik. Doch die Dreistigkeit, mit der die junge Generation einem Armin Thurnher seinen Kulturpessimismus klaut, erschüttert meinen Irrglauben ans Urheberrecht zutiefst. Diesen Beitrag weiterlesen »
Wie kommt man mit möglichst geringem Aufwand innerhalb von vier Wochen zu einem oder mehreren gut indizierten Blog mit Unique Content, das innerhalb kürzester Zeit Pagerank bekommt? Und zwar ohne dass man irgendwelche Artikelverzeichnisse benötigt oder für den Inhalt bezahlt?
Geht das überhaupt? Ja, und zwar mit einer Setup-Zeit von 30 Minuten und einem Zeitaufwand von 10 Minuten pro Woche. Ohne Blackhat, ohne schmutzige Tricks. (okay: nur mit datenschmutzigen Tricks.) Wie's funktioniert, verrate ich nächste Woche im Newsletter, inklusive einigen Überlegungen zu Social-Media-Funnel Setups und der Kombination von Brand Management und Suchmaschinen-Optimierung. Wer wissen will, wie's funktioniert - inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung - abonniert den datenschmutz Newsletter.
Als Digital Universalgelehrter gehört das Unterrichten natürlich zu meinen liebsten beruflichen Verpflichtungen - für meine aktuelle New Media Vorlesung an der FH Wien habe ich eine kleine weiterführende Literaturliste zusammen gestellt, die ich gerne mit meinen Bloglesern teilen möchte. Selbstverständlich erhebt die Liste keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit; es handelt sich aber im wesentlichen um die für mich persönlich relevantesten Werke zum Verständnis neuer Medien (Theorieteil) bzw. um die meiner Meinung nach didaktisch besten How-To Einführungen (Praxisteil). Im dritten Teil gibt's zusätzlich einführende Videos über Social Media Grundlagen und Best Practices. Auf Ergänzungen und Anmerkungen respektive Ihre persönlichen Favoriten bin ich gespannt!
Update 12.1.2010: Liste "Theorie" erweitert, neuer Teil "Videos"
Geert Lovink findet, dass es keine relevante Netz-Avantgarde mehr gibt. Ich finde, nach diesem FAZ-Interview gibt es keinen relevanten Geert Lovink mehr. Besonders angetan hat es mir folgendes Zitat:
Es gibt in Deutschland Leute, die man durchaus als Netzavantgarde bezeichnet, etwa die digitale Boheme in Berlin.
Das sind Nachzügler, die erst sehr spät auf den Zug aufgesprungen sind. Die waren in den Neunzigern, als sich das Netz formierte, nicht dabei. Man kann auch von einem Marketingphänomen sprechen.
Okay, ich geb zu: das Ergebnis dieser Gleichung ist nicht eindeutig bestimmt - es hätte genauso gut formsquare.com herauskommen können. Aber alles kam anders, deswegen hier das ultimative Mash-Up für alle, die die ultimative Übersicht über die neuesten Social Media Trends behalten wollen. Denn das alte Sprichwort "Der Aggregator geht so lange zum RSS Feed, bis Herr Krug in den Brunnen erbricht" hat auch im Zeitalter des Web 2.0 seine Gültigkeit nicht verloren. datadirt proudly presents: fourspring.me!
Ach ja, für Fragen zum neuen Mash-Up hab ich mir einen alten Wunsch erfüllt und mir eine richtig leicht zu merkende Kontaktadresse geholt. Da eine Domain maximal 63 Zeichen haben darf, erreichen Sie mich ab sofort auch unter:
ritchie.blogfried.pettauer@I-have-a-longer-email-address-than-you-because-size-does-matter.org
Falls Sie auch gerne eine E-Mail unter dieser Domain hätten (als Forward auf eine bestehende Mailbox), dann sagen Sie einfach via Kommentar Bescheid.
Foursquare.com ist sowas von old school: die Hype-Geeks sind weitergezogen, und die neue Adresse der Wahl lautet formspring.me: die Fragen-Antworten-Plattform im Simplicissimus-Stil kommt wie ein rudimentäres Twitter-Service daher, wirft aber die 140-Zeichen Beschränkung über Bord: Ziel und Zweck ist es nämlich, sich gegenseitig Fragen zu stellen und diese auch zu beantworten - je nach Geschmack kurz oder lang. Zwar lässt die Plattform derzeit noch einige Kernfeatures vermissen, aber ich hab mich schon mal häuslich eingerichtet und das Widget im Sidebar eingebunden: formspring.me/datadirt.
Wie Twitter gibt's wenig zu konfigurieren: ein Avatar-Bild, eine Homepage-URL und eine kurze Beschreibung, das war's auch schon. In punkto Design bietet formspring.me einige Fertig-Templates an, man hat aber auch die Möglichkeit, ein eigenes Hintergrundbild hochzuladen - das geht am schnellsten mithilfe des PSD-Templates, das ich hier zum Download zur Verfügung stelle. Diesen Beitrag weiterlesen »
Für Firmen mit klassischen Kommunikationsstrukturen ist es gar nicht so einfach, eine stringente Kommunikationslinie durchzuhalten, wie mir eine unbedeutende, aber signifikante Anekdote heute mal wieder gezeigt hat. So haben offenbar PR- und Marketing-Abteilungen manchmal recht divergierende Ansichten zum Thema Auswahl der richtigen Business-Partner.
Ein Online-Retailer plant einen Werbe-Event; im Zuge der Social Media Pressearbeit erhalte ich unaufgefordert einige Mails sowohl von Presseabteilung als auch PR-Agentur mit der freundlich-bestimmten Aufforderung, über die Veranstaltung zu berichten, denn diese sei von großem Interesse für meine Leser. Im Gegensatz zu den meisten derartigen Mails stimmte das in dem Fall übrigens sogar.
Andere Location, selbes Theaterstück: Zufällig hatte ich mich bei einem internationalen Affiliate-Netzwerk einige Wochen zuvor für das Programm desselben Händlers beworben - heute erreichte mich die (aus Textbausteinen bestehende) Rückmeldung:
Ihre Bewerbung zur Teilnahme am Partnerprogramm 'XXXXXXXXXXXXXXXX' mit Ihrem URL-Account 'datenschmutz blog' wurde leider abgelehnt.
Gründe dafür können sein:
* Ihre Seite entspricht nicht den inhaltlichen Vorstellungen des Anbieters
* Ihre Seite ist nicht fertiggestellt oder funktioniert nicht einwandfrei
Naja... zumindest zweiteres trifft zu: fertiggestellt ist meine Seite in der Tat nie!
Mir ist durchaus klar, dass völlig unterschiedliche Personen für die beiden Bereiche zuständig sind - aber eine Herausforderung im Social Media Marketing besteht darin, die verschiedenen Unternehmensbereiche zu "synchronisieren": das hat sehr viel mit internem Wissensmanagement und Kommunikationsstruktur zu tun, und diese Bereiche zählen nicht erst seit dem Boom des Web 2.0 zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren in der Wissensökonomie - aber das Social Web lässt Defizite in diesem Bereich sehr viel deutlicher hervortreten.
Ganz besonders sollten Unternehmen, die mehrere Online-Geschäftsfelder beackern (in diesem Fall Performance-Marketing und Blog-PR), auf interne Abstimmung hohen Wert legen.
Als Lektor an der Universität ist man digitale Touchpoints seit Semestern, pardon, Jahren gewohnt. Über das Univis-System wird die gesamte Verwaltung abgewickelt, Publikations-Funktionen, ein Kalender und weitere Features wurden auf den ersten Blick übersichtlich umgesetzt. Über das System melden sich Studenten auch zu Lehrveranstaltungen an, LV-Leiter nutzen das Interface zur Kommunikation mit der Gruppe. So weit, so sinnvoll - seit letztem Semester hat die Uni Wien allerdings ein neues System eingeführt, und die Änderungen bei der LV-Verwaltung (ich nutze nur diesen Teil von Univis) bereiten mir keine große Freude.
So war es im alten Univis problemlos möglich, die komplette Anmeldeliste inklusive Matrikelnummern und E-Mail Adressen der Teilnehmer zu exportieren - was ich am Semesterbeginn immer gemacht habe, um während der LV laufend mit der Gruppe zu kommunizieren bzw. Unterlagen zu den einzelnen Einheiten und Übungsarbeiten zu verschicken. Diese Export-Funktion fehlt im neuen System.
E-Mails kann man zwar nach wie vor verschicken, allerdings nur über das Webinterface. Das sieht dann so aus:
Wie auf dem Screenshot zu erkennen ist, zeigt das System zwar die auf Matrikelnummern basierenden Unet-Adressen an, allerdings ohne Namen. Mag mich penibel nennen, aber diese Umstellung halte ich für falsch verstandenen Datenschutz: ich kann mir kaum vorstellen, dass es in der Vergangenheit Probleme durch Spam-Missbrauch gab. Außerdem wäre eine händische Zuordnung von E-Mail und Name aufgrund der Matrikelnummer grundsätzlich ohnehin möglich, aber vollkommen sinnlos aufwendig.
Zusätzlich unangenehm ist der Zwang, Univis zu verwenden, aufgrund der Tatsache, dass reproduzierbar unter Firefox/Vista64 die Login-Maske nicht lädt - mit IE, Chrome oder Oper haut's hin. Allerdings ist das gesamte System so programmiert, dass die Back- und Forward-Buttons im Browser nicht funktionieren. Als ich mich dann am Freitagnachmittag einloggen wollte, um eine Termin-Koordinations-Mail zu verschicken, erfuhr ich, dass das System aufgrund von Wartungsarbeiten von Freitag bis Sonntag nicht benutzbar sei: kein Drama, aber definitiv lästig.
In dem Moment wurde mir dann auch klar, wie verwöhnt wir Web 2.0 Geeks vom Paradigma der Simplicity und Webstandard-konformen Social Media Applications sind. Natürlich ist ein solches Tool schwer mit General Interest Plattform wie Facebook vergleichbar, aber dennoch: Lehre ist zweifellos eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die nicht nur auf Fachwissen, sondern auch auf Vertrauen zwischen Lehrer, Student und Universität beruht. Ich denke, es wäre im Sinne der Qualitätssicherung erstrebenswert, die Kommunikation möglichst zu erleichtern. Man muss ja nicht gleich Twitter- und Facebook-Buttons ins Univis einbauen (obwohl: schlecht wär's nicht! :mrgreen:). Aber die Mailinglisten-Export Funktion mit Name und Matrikelnummer spart unnötige organisatorische Zusatzarbeit - und wie effektiv Tools wie Twitter, Mixx und Co. als Organisations-Tools genützt werden können, zeigen die aktuellen Stundenproteste deutlich. Also bitte mehr Social Media im nächsten Univis!
| 9. November 2009 | bis | 12. November 2009 |
Kurz vor dem Spanienurlaub erreichte mich die E-Mail Anfrage von Mihaela, ob ich denn als VIP-Gast von 9.-12. November das World Blogging Forum in Rumänien. Der Flug ist gebucht und das Hotel reserviert - selten habe ich mich so sehr auf eine Konferenz gefreut, denn die Gäste- und Sprecherliste umfasst große Namen. Die Veranstalter laden die erfolgreichsten Blogger aus 30 Ländern in die rumänische Hauptstadt ein - selbstverständlich werde ich live vom Event bloggen und twittern:
The most influential bloggers in the world: The event brings together some of the most influential persons in the online media all around the world, in conferences and workshops aiming to establish clear parameters of the development of the online media.

Nach der urlaubsbedingten Pause geht es heute an dieser Stelle wieder mit dem gemeinsamen Wochenrückblick von Linzerschnitte und datenschmutz weiter. Unvorstellbares hat sich schon wieder zugetragen: Twitter unterstützt mit der neuen Funktion "Lists" ein Komfortfeature, mit dem avanciertere Clients schon lange glänzen, die deutsche Regierung steht zur 2-Klassen-Medizin und die 2. Klasse kriegt zukünftig nur mehr Soylent Green. Aber wir greifen schon wieder davor, dabei sollten wir doch eigentlich zurückblicken!
Ja, jetzt ist es endlich soweit: Auch wir Österreicher dürfen bei der Cloud-Revolution mitspielen! Lange haben wir uns leid gesehen, nun darf auf auch hierzulande eine Web 2.0-Revolution exekutiert werden! Mit allem, was zum Web 2.0 dazugehört: Facebook Gruppen, Flickr, Twitter, Hashtags, Blogs, Wikis, Livestreams. Auch würde es Inhalte geben, wurde kolportiert. [/Sarkasmus]
Seit 10 Tagen wird das Wiener Audimax besetzt, und was da an Protestinfrastruktur aus dem Boden gestampft wurde ist ziemlich beeindruckend. So sehr, dass die Medienberichterstattung sowohl in Old- als auch in New Media sich mehr um Livestreams, Voküs und Facebook-Gruppen zu drehen scheint, als um Inhalte. Doch darüber sind alle sich einig: Die Uni-Besetzer in ganz Österreich kann man nur unterstützen. Die Zustände an den Unis sind schon lange unerträglich und die Unterzeichnung der Bologna-Erklärung kommt rückwirkend gesehen einem bildungspolitischen Waterloo gleich. Mein persönliches aktuelles Frusterlebnis in Sachen Bologna-reformierte Uni: Die neuen, verschulten Studiengänge schließen berufsbegleitendes Studieren vollständig aus.
Genauso tragisch ist der völlige Ausschluß von Studenten und Mittelbau aus sämtlichen entscheidenen Gremien, eine kleine Entdemokratisierung, die uns die schwarz-blaue Koalition vor 8 Jahren bescherte. Und wer so etwas wie das akademische Schlußlicht Europas ist, sollte universitäre Platzprobleme nicht mit Zugangsbeschränkungen lösen. Denn hätte es in den späten 90er Jahren Zugangsbeschränkungen gegeben, hätten wohl viele Jugendliche wie ich, die nicht aus Akademikerfamilien stammen, niemals den Entschluß gefasst, sich das mit dem Studium mal anzusehen. Gegen die Einführung der Studiengebühren hab ich schon vor Jahren demonstriert - dann allerdings meine Meinung revidiert: Nach Einführung der Studiengebühren habe ich (wenn auch zeitversetzt) doch einige merkliche Verbesserungen an den Unis gesehen und würde Studiengebühren kombiniert mit einem entsprechenden Stipendienwesen durchaus für sinnvoll erachten. Zum Thema "Sexismus an Unis" fällt mir fast nur eins ein: Niemals wieder ist mir an einem Ort so wenig Sexismus untergekommen, wie an der Uni - zumindest aus Studentensicht. Davon abgesehen hat dieses Thema mit dem Kern der Debatte wenig bis nichts zu tun.
Nichtsdestotrotz ist aber auch die Slacktivism Rate bei #unibrennt ziemlich hoch. Fast 24.000 Unterstützer auf Facebook, 1.300 weitere bei der Gruppe "ArbeitnehmerInnen unterstützen die Uni-Proteste". Klingt großartig. Bei einer geplanten Kundgebung der "ArbeitnehmerInnen" am Nachmittag des 1.11.2009 sind dann von 130 fix angemeldeten und 200 "maybes" knapp 15 Leute erschienen. Und im Audimax auf etwa 50 weitere Besetzer gestoßen. Nicht verwunderlich, neun Tage Besetzung und Protest fordern ihren Tribute. Aber mal ehrlich: in Österreich gibt es knapp 200.000 Studierende - sind alle bisher zuhause gebliebenen mit den Zuständen an Österreichs Unis zufrieden?! Also, Ärsche hoch, Freunde, so schnell kommt die Gelegenheit nicht wieder, etwas verändern zu können - oder es zumindest zu versuchen.
Bleibt nur mehr zu hoffen, dass die Revolution und ihre Basisdemokratie nicht ihre Kinder frisst. Amen.
PS: Wer real unterstützen will: http://wiki.unsereuni.at
Wer lieber beim Slacktivism bleibt: Facebook Gruppe "Unsere Uni", Facebook Gruppe "ArbeitnehmerInnen unterstützen Uni-Proteste", Facebook Page TU Wien brennt
Twitter: @ugrazbrennt
www.unsereuni.at
FlickR: Uni brennt, FlickR Gruppe
Zynga und Playfish, die zwei größten Anbieter von Social Games auf Facebook, haben gut lachen: sie erzielen mit ihren Spielchen Millioneneinkommen, während Host Facebook noch immer keine positiven Cash-Flow generiert. Die diversen Notification-Messages sollen zukünftig gravierend eingeschränkt werden, wie VentureBeat berichtet:
Facebook is having one-on-one meetings with some of its larger developers detailing a series of changes that could significantly affect the way applications are spread through the social network. [...] From what we hear, Facebook is reshuffling all the traditional channels like notifications and requests that developers use to reach new users and tucking them away in harder-to-reach parts of the Web site. The idea is to give users more control over the information they see on their homepage.
Kurz gesagt Spiele werden sich nicht mehr so einfach viral verbreiten, und mit den nervigen Dauer-Requests dürfte auch bald Schluss sein. VentureBeat kennt noch mehr Details: so sollen alle Notifications mittelfristig in die Inbox wandern. Spielehersteller werden sich zukünftig als verstärkt auf bezahlte Werbung verlassen müssen, um ihr Publikum zu finden.
Gerald Wagner hat in der FAZ über Facebook nachgedacht und bringt unter dem mehr als hochtrabenden Titel "Eine Soziologie von Facebook" einige relativ lose Gedanken zum Ausdruck. Von der provokanten Eingangsfrage bis zu ihrer Beantwortung braucht der Autor aber gerade mal einen Absatz:
Facebook ist zum neuen Leitmedium des Internets geworden. Lernen wir von Facebook entscheidende Verschiebungen im Sozialen, neue Vergesellschaftungsformen, gar auf Kosten der alten?
[...]
Sollte Facebook, wie es vielerorts behauptet wird, stellvertretend für eine Kultur der "neuen Verknüpfungsformen" stehen, wäre es eine Verbindung von größter Beliebigkeit mit Folgenlosigkeit.
Der Essay ist unbedingt lesenswert, weil er in seiner bemerkenswert verständnislosen Kritik das größte Social Network mit einer Art Personenregister verwechselt und dann zum Schluss kommt, dieses funktioniere nicht so gut wie ein Polizeicomputer:
Ist das Insistieren auf dem Recht auf Neuanfänge, auf Häutungen und Brüche im Leben nicht viel zeitgemäßer als das bleischwere Herumwühlen von Facebook in meiner Vergangenheit? Sind wir nicht gerade darum in den Achtzigern nach Berlin gegangen? Nicht bei Facebook. Mit fröhlicher Penetranz zieht es aus entlegenen Winkeln meiner Biographie einen Kronzeugen der Kontinuität hervor. Es gibt kein nachtragenderes Medium. Damit beharrt dieses Netzwerk eigentlich auf einem Leitmotiv der qualitativen Sozialforschung, nämlich von der narrativen Identität der Persönlichkeit auszugehen. Das Netz verspricht, jedem seine Geschichte erzählen zu können. Dass die auf ein paar durchquerte Institutionen und verblichene Gesichter zusammenschrumpft, scheint keinen Unterschied zu machen.
Ich jedenfalls habe noch keine Beschwerde darüber gehört, dass ein "Telefonbuch ja bloß Nummern, Namen und Adressen enthält".
Dieser Satz hat nun eine völlig neue Bedeutung: Waren bisher meistens Gratiseintritte zu mehr oder weniger exklusiven Events mit dieser Frage in Verbindung zu bringen, geht es nun darum, auf möglichst vielen Twitterlisten zu stehen - und wenn nicht dass, dann wenigstens möglichst viele Twitterlisten anzulegen. Twitterlists gibt den Usern die Möglichkeit, mehrere Tweeper thematisch zu filtern und diese Listen beliebig zu betiteln. Alle Infos dazu gibt's am offiziellen Twitter Blog.
Tweetdeck und Seesmic Desktop User haben bei den Twitterlists wahrscheinlich eh nur gelangweilt gegähnt, kennen beide Clients das Feature unter der Bezeichnung "groups" ja schon länger. Bald soll auch eine Synchronisation via Twitter API möglich sein.
Ach ja, und wer schon immer mal in San Francisco beim coolsten Startup der Welt arbeiten wollte - Twitter is hiring!
Nicht bloß heiße Luft: AIR hat sich als beliebte Plattform für Social Media Clients fest etabliert, mit der zweiten Auflage wollen die Adobe Labs ihrem Framework neue Features verpassen. ReadWriteWeb weiß, warum effizienterer Umfang mit Speicherressourcen dringend notwendig ist:
The New York Times for example, one of the most new-media capable old-school institutions in the US, recently asked its staff to stop using the AIR app Tweetdeck because it's such a memory hog. That's probably one of the reasons why Times staff appears to be posting to Twitter less these days.
Weiters wird AIR 2.0 Multitouch-Gesten und lokales Audio-Encoding beherrschen - bis zum Release werden aber noch einige Panoptika ins Land ziehen, Adobe plant die erste Jahreshälfte 2010 an. Jede Menge nicht unbedingt nützlicher, aber zumindest hübscher Air-Applikationen findet man übrigens auf refreshingapps.com/.
Große neue Erkenntnisse hat der Beitrag im offiziellen Google Blog auch nicht zu bieten - zumindest der Tipp "zuerst nachdenken, dann veröffentlichen" kann getrost als alter Hut gelten:
The first step in reputation management is preemptive: Think twice before putting your personal information online.
Interessanter ist das schon der Teil übers "proaktive Publizieren": wenn man lästige Infos schon nicht los wird, weil der Webmaster der Drittseite partout nicht agieren will, muss man eben gegensteuern. Google empfiehlt dazu unter anderem, eine öffentliche Profilseite im eigenen Haus anzulegen: in der Tat eine oft übersehene Funktion, die das Potential hat, mittelfristig Xing und LinkedIn überflüssig zu machen.
Doc Searl berichtet über eine Round-Table Diskussion zum Thema "Geld verdienen mit Medien im 21. Jahrhundert", an der unter anderem Sherry Turkle und Virginia Postrel teilnahmen. Die Zusammenfassung ist unbedingt lesenswert und fasst die Verwobenheit von Technologie, Wirtschaftsorganisation und Medienmodellen sehr gut zusammen:
he Net employs a principle called end-to-end. Among other things, it assumes that the bulk of intelligence is at the ends of the network — with people and the devices serving them — rather than in the middle, where the phone companies used to be, back when they thought, as old-fashioned formerly modern industrial companies, that most of the network’s intelligence should reside, and make decisions for us.
WordPress.com Blogs sind ab sofort standardmäßig mit Mobile Themes ausgestattet, wie ReadWriteWeb berichtet. Zwar kommen moderne Smartphone mit leistungsfähigen Browsern, doch allein schon aufgrund des kleineren Displays und der schnelleren Ladezeiten empfehlen sich optimierte Templates. Wer sein Blog selbst hostet, hat die Qual der Wahl zwischen dem iPhone-optimierten WPTouch und Carrington Mobile. Beide Themes kommen als Plugins daher und lassen sich in Windeseile konfigurieren. Denn:
From the slow emergence of mobile reading and publishing to the unwillingness of carriers to solve bandwidth problems, it's clear that the mobile web is still in its very early stages. For now, little things like this make a very big difference.
So manches langgezogene "Muhhhh!" könnte in Wahrheit ein klimaschädigender Darmwind sein, glaubt man Lord Stern, einer der "führenden Experten für Klimawandel" (wobei ich mir sicher bin, wodurch genau sich Expertentum in diesem Bereich auszeichnet). Als er jung war, gab's noch lustige Promille-Straßenrennen, bald wird einem die Polizei den Führerschein auch ab 0,5 Gramm tierischem Eiweiß in der Atemluft abnehmen:
Und er prophezeit gar, dass der Fleischverzehr in Zukunft gesellschaftlich so geächtet sein wird, wie es heute das Autofahren in betrunkenem Zustand ist. "Ich bin jetzt 61 und die Einstellung gegenüber Alkohol am Steuer hat sich seit meiner Studentenzeit radikal verändert", so Lord Stern. Der Ökonom rät den Teilnehmern der Weltklimakonferenz Ende Dezember in Kopenhagen, darauf hinzuwirken, dass die Preise für Fleisch erhöht werden.
Das Methan der Kühe (CH4) sei als Treibhausgas 21mal effektiver als jenes furchtbar schädliche CO2, das beispielsweise Menschen beim Ausatmen produzieren. Wollen wir bis Ende des Monats eine unmittelbar bevorstehende Klimakatastrophe verhindern, gibt's also nur zwei Varianten: entweder werden *alle* bis Ende der Woche Vegetarier. Vorher gibt's aber noch eine große Schlachtplatte samt Café Latte, die ganzen Kühe müssen ja weg. Oder die Franzosen hören auf, soviel alten Käse zu essen - das könnte der Menschheit eine Verschnaufpause von mehreren Jahrzehnten verschaffen.
Was als relativ harmloser Twitter-Virus begann, entwickelte sich zu einem medialen Flächenbrand, an dem selbst Telepolis nicht mehr vorbei kommt:
In Deutschland zieht das Zwei-Klassen-System nun ganz offiziell als Regierungspolitik ein. Während die Regierung für das gemeine Volk 50 Millionen Pandemrix-Impfdosen mit Wirkverstärker vom Pharmakonzern Glaxosmithkline bestellte, orderte man für das Kabinett, die Bundesbehörden und die Bundeswehr 200.000 Celvapan-Impfdosen von Baxter. Sie sind ohne Wirkverstärker und sollen verträglicher sein.
Ein einziges PR-Desaster, diese Schweinegrippe - nach der jahrhundertelangen Ächtung des Schweinefleisch durch Moslems nun das: kein Wunder, das Verschwörungstheoretiker komplexe Pläne vermuten. Die Welt Online hat umfassend recherchiert:
So schnell wie die Schweingrippe verbreiten sich wilde Theorien dazu: Tote Schweine in China, fiese Industriefarmen in Mexiko sowie eine Verschwörung von al-Qaida und mexikanischen Drogenkartellen – all dies sind nur einige der Erklärungsversuche, die sich um den Ausbruch der Krankheit ranken.
Eines steht jedenfalls fest - exotische Tiere sind wenig gefährdet, ein mm>Schneckenschnupfen oder Hummer Hirnsausen eigenen sich nicht für die Massenhysterisierung. Doch ich zittere mit Alinaluna um die armen Lämmchen:
Mal gibt’s die Vogelgrippe-Heute kräht kein Hahn mehr danach....
Vormals war es BSE .....Die Kuh macht auch kein Muh mehr.....
Ich warte bis das mit den Schweinen vorbei ist denn dann kommt die Schafseuche....Mäh.
Halloween ist nicht jedermanns Sache. Ich verweigere mich dem jährlichen Kürbis-Zirkus aus Prinzip. Aber dieses Foto fand ich dann echt genial. (Copyright by Burt Zinsler / Facebook):

Das folgende Material hat Jeff Altman im Nachlass seines Großvaters gefunden - die 50er-Jahre Aufnahmen der Fahrt durch San Fran versprühen einen ganz besonderen Retro-Charme:
http://www.vimeo.com/6337228Sonnenuntergänge am Meer hat jeder schon mal gesehen - aber wohl kaum jemand hat sich daran jemals sattgesehen. Schon gar keine käsigen, sonnenunverwöhnten Ösi-Touristen am Strand von El Palmar an der Costa de la Luz, Spanien.
http://www.vimeo.com/7383010Und das war's auch schon wieder mit dem Zurückschauen auf 7 Tage mal 24 Stunden mal 60 Minute mal 60 Sekunden, also 604.800 Blogosphärenwochen-Momente. Danke für Ihre hochgeschätzte Aufmerksamkeit, bleiben Sie uns und unserem RSS-Feed treu! Linzerschnitte und datenschmutz wünschen immens erkleckliche Restsonntagsminuten und einen grandiosen Start in die kommende Woche - wir treffen uns morgen im Social Web.
Soeben noch auf der Futura-Showbühne, und schon wieder mitten im Rückblicken: in den letzten drei Tagen war die Gadget-Dichte bei der größten österreichischen Elektronik-Fachmesse selbst für meine Verhältnisse ungewohnt hoch - eine Reihe von Podcasts folgt in den nächsten Tagen. Aber wir sind ja nicht hier, um nach vorne zu blicken, sondern es geht... nach hinten los: sieben Tage nach hinten, um genau zu sein. Denn in der Blogosphäre geht Unheimliches vor: plötzlich kann man mit Twitter telefonieren, Nintendo Games im Browser spielen und Zeitungen, die aussehen wie Zeitungen, online lesen. Linzerschnitte und datadirt haben sich nicht erschrecken lassen und präsentieren Ihnen den furchtlosesten Wochenrückblick aller Zeiten!
Während die Verleger (und auch die Musikindustrie) hierzulande noch denjenigen beschimpft und für ihren Misserfolg verantwortlich macht, den sie eigentlich tätscheln und hätscheln sollte, ist man in the US of Ä wiedermal einen Schritt weiter. Michael Skoler von der Nieman Foundation for Journalism der Harvard University hat sich damit beschäftigt, warum die Leser/Seher den Mainstream Medien abspenstig geworden sind - und wie man sie gleichzeitig via Social Media zu Usern der eigenen Angebote machen kann:
Only the savviest of journalists are using the networks for the real value they provide in today's culture—as ways to establish relationships and listen to others. The bright news organizations and journalists spend as much time listening on Twitter as they do tweeting.
Wie weit Journalisten hierzulande davon noch entfernt sind, zeigt ein Blick in die Followerlisten der "twitternden" Reporter: Die meisten folgen fast ausschließlichen ihren Berufsgenossen. "Kollegenorientierheit" heißt der Fachausdruck für diesen journalistischen Zugang, in dem es eher darum geht, die Kollegen mit dem eigenen Fachwissen zu beeindrucken, als sich an der Zielgruppe zu orientieren. Nun denn, liebe twitternde Journalisten in Österreich - lernt mal schnell dazu, sonst finden eure kleinen Plänkeleien bald unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt!
Jajah launchte eine Telefonlösung für Twitter namens JAJAH@call, wie thenextweb berichtet:
You'll be able to make phone calls via Twitter free of charge to anyone in the world, so long as they follow you back and have JAJAH accounts.
@calls are made without revealing your number and without needing to know the number of the person you wish to call – all you need is their Twitter username.
Klingt zu gut, um wahr zu sein? In der Tat könnte Jahjah damit ein großer Wurf gelungen sein, zumindest solange es den Providern weiterhin gelingt, die technisch unbegründete Trennung zwischen Sprach- und Datentelefonie weiter aufrecht zu erhalten. Ein Gespräch zu starten ist in etwa so schwierig, wie ein Tweet abzuschicken:
To make a call simply send a tweet with "@call @username" where the 'username' is the Twitter name of the person you wish to call. If that person follows you on Twitter, a free two-minute call – the verbal equivalent of a Tweet – will be initiated.
Klingt spannend, ich werd das sicher demnächst ausprobieren - vor allem praktisch für kostenspielige Auslandstelefonate.
Stan Schroeder weist auf Mashable auf eine großartige Zeitvertreibs-URL hin: mit Ben Firshmans JSNES Simulator kann man eine Reihe von älteren Nintendo-ROMs im Browser spielen - die Emulation läuft komplett in JavaScript. Interessant nicht nur als Zeitvertreiben, sondern auch als JIT-Compiler Kraftprobe. Und die ergibt erstaunliche Ergebnisse:
Yes, it works in Firefox (Firefox) 3.5 and in Safari (Safari) 4, but thanks to its JavaScript optimizations, it runs about 10 times faster in Chrome.
Das entspricht eigentlich ganz meinen Erfahrungen mit dem aktuellen 3.5er Feuervogel, der nicht nur im Vergleich zu Chrome, sondern sogar zum 3er-Vorgänger unglaublich lahmt. Ich hoffe, dass die FF-Entwickler die Stabilitäts- und Performanceprobleme in den Griff bekommen, denn aufgrund der Add-On Vielfalt ist Firefox für Webprofis nach wie vor unersetzlich.
Persönliches Highlight der Woche war der Launch des neuen Diskussionsformat "Am Punkt" auf ATV und damit verbunden der erste Einsatz für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitten-und auch Subnet Gemeinschaftsprojekt. "Am Punkt" ist das erste bimediale Format eines österreichischen Fernsehsenders und dank Subnet/Michi Kamleitner auch das erste Format mit einem Facebook Livestream. Das Prinzip ist einfach: Auf dem Weblog blog.atv.at/ampunkt wird montags ein Thema für die Sendung veröffentlicht. Von diesem Zeitpunkt an können User/Seher Fragen stellen; per Mail (ampunkt@atv.at), via Video, Twitter oder Facebook. Während der Live-Sendung kommt noch der Facebook Livestream hinzu, der ebenfalls am Blog eingebunden ist. Sensationelles Ergebnis der Premiere: Mehr als 800 User-Kommentare über die verschiedenen Feedback-Kanäle - und ein Marktanteil von über 5 Prozent bei der eher fernsehunwilligen Zielgruppe der 12 - 29-Jährigen. "Am Punkt" gibt's immer mittwochs um 21.50 Uhr auf ATV.
In Old School vs. New School Marketing beschreibt Lisa Barone eine lehrreiche Konversation mit ihrem Vater, dem sie einige Social Media Marketing Bücher geschickt hatte::
After reading the books, he called me this morning. To yell at me. In Italian.
What the hell was wrong with me? Why was I insulting him? Did I think he was an idiot? He's a successful business man. He knows all about trust and customers and building relationships and running a small business. He had been doing it for years. The information I sent him was nothing new. Why haven't I learned to cook yet?
Fazit des Artikels: Vertrauen war schon immer der wichtigste Erfolgsfaktor, allerdings trägt das Internet den Word-of-Mouth Effekt weit über geographische Grenzen hinaus:
The basic principles of business and marketing haven’t changed. However, that doesn't mean people are any better about implementing them. Today's empowered consumer means that "the basics" are more important than ever. Because now if someone doesn't like you, it's not just them and their three friends that hear about it. We all hear.
Die allgegenwärtigen Captchas nerven Internet-User jeden Tagen - und sind doch eines der wenigen probaten Mittel gegen die total Ver-Spam-Bottung des Internet. Das populäre und von vielen Third-Party Webmastern eingesetzte reCAPTCHA System zeichnet sich durch Crowd-Sourcing-Mehrwert aus, die User greifen OCR-Software bei schwierigen Fällen sozusagen unter die Arme:
But there's a twist — the words in many of the CAPTCHAs provided by reCAPTCHA come from scanned archival newspapers and old books. Computers find it hard to recognize these words because the ink and paper have degraded over time, but by typing them in as a CAPTCHA, crowds teach computers to read the scanned text.
Das Google sich nun reCAPTCHA einverleibt hat, ist nur konsequent - der Mehrwert für Google Books ist gewaltig. Und wo wir schon beim Thema Papier sind: ebenfalls vergangene Woche launchte Google offiziell den neuen Newsreader Fastflip:
Fast Flip is a new reading experience that combines the best elements of print and online articles. Like a print magazine, Fast Flip lets you browse sequentially through bundles of recent news, headlines and popular topics, as well as feeds from individual top publishers.
[...]
To build Google Fast Flip, we partnered with three dozen top publishers, including the New York Times, the Atlantic, the Washington Post, Salon, Fast Company, ProPublica and Newsweek. These partners will share the revenue earned from contextually relevant ads. This gives publishers an opportunity to introduce new readers to their content. It also tests our theory that being able to read articles faster means people will read more of them, driving more ad revenue to publishers.
Auffällig ist, wie stark sich Fast Flip an konventionellem Print-Layout orientiert - und noch bemerkenswerter finde ich, dass traditionelle Verlagshäuser im Taumel des Niedergangs sich wohl langsam mit der Vorstellung abfinden, zukünftig als Content-Generatoren mit Affiliate-Beteiligung zu überleben, bis sie dann endlich von Google gekauft werden
Wir haben bereits darüber berichtet, dass Twitter die bislang "informelle" ReTweet Funktion (also das Kennzeichnen von weitergeleiteten Tweets mit RT, quasi ein Pendant zum E-Mail Forward) in die nächste API-Version als Core-Feature integrieren wird. CNET News kennt einige Details zur Implementation. Besonders spannend: der ReTweet-Faktor könnte sich zu einer Art Pagerank-Äquivalent entwickeln - und bei mehr als 100 ReTweets gibt's einen Cut-Off:
What's interesting is that the new format, assuming that this is how the timeline ends up looking, can provide a quick, one-glance way to see just how influential a given Twitter user or individual tweet is, adding a new dimension to measuring Twitter influence beyond the follower count. If you see a lot of little retweet icons, for example, you might stop and take a closer look at a tweet (or the user behind that tweet) that you might otherwise have skimmed past.
What's also interesting is that it looks like retweet counts get cut off at 100, with higher ones displayed as simply "100+." I'm guessing that, say, CNN Breaking News generally gets a lot more than that.
Gespannt wartet die Twitteria bereits auf die Implementierung des neuen "Retweet" Features auf Twitter. Erste Einblicke gibt es bereits (siehe vorigen Beitrag) - und auch eine gewisse Retweet-Müdigkeit bei dem einen oder anderen Twitteruser lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Karrierebibel hat sich diese Woche mal Retweet-Statistiken genauer angesehen und den besten Zeitpunkt ausfindig gemacht, um einen Retweet-werten Tweet auszusenden: Immer mittwochs, gegen 17 oder 22 Uhr. Und dazu gibt's noch folgende Tipps:
- Schreiben Sie keinen Eintrag, der länger ist als durchschnittlich 120 Zeichen (140 ist das Maximum bei Twitter). Grund: Die anderen brauchen noch Platz für den ReTweet-Kopf: RT @IhrName.
- ReTweeten Sie selbst. Wer sich an der Mundpropaganda nicht beteiligt, kann auch nicht auf eigenen Tratsch hoffen. Übertreiben sollten Sie es aber auch nicht damit.
- Wenn Sie retweetet werden möchten, sollte Ihr Eintrag auch einen Nutzen bieten. Ob Humor, Erkenntnisse oder eine interessante Fundstelle im Netz – alles ist erlaubt. Nur keine Selbstpreisungen.
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"Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" heißt der autobiographische Comic meiner lieben Freundin Ulli Lust. Und im Gegensatz zu uns Normalsterblichen hat Ulli vor allem eines: etwas zu erzählen. Ach ja, und auch das Talent, diese Erzählungen kunstvoll in Worte und Bilder zu fassen. Mit 17 Jahren setzte sich die damalige Punkerin Ulli mit einer Freundin per Autostopp für zwei Monaten nach Sizilien ab und lernte dort das Leben von seinen schönen und auch sehr unschönen Seiten kennen. Mafia, harte Drogen, Vergewaltigung und falsche Freunde inklusive. 25 Jahre später hat sie diese Reise in einer Comic Autobiographie festgehalten, von der die FAZ meint, er sei eine Sensation.
Eine Leseprobe gibt's im PDF-Format, Ullis elektronischer Comicverlag ist unter Electrocomics.com zu finden, bei Amazon kann man bereits vorbestellen
Laertes hat Oola auf ihrem Wachtposten geknipst. Dass Hunde aufmerksam ihre Umgebung studieren, ist nicht weiter außergewöhnlich - die Sitzposition dagegen durchaus:

Diese Woche konnte ich mal wieder nicht entscheiden - zuerst mal zum Ernst des Lebens: Das AdWords System ist weder ein Buch noch trägt es sieben Siegel - allerdings fällt es Anfängern nicht gerade leicht, die Entstehung des AdRanks zu verstehen, der einen gravierenden Einfluss auf den Klickpreis hat. Dieses Video beseitigt alle Klarheiten: Googles Chefbuchhalter Hal Varian erklärt, wie die Ad Auctions funktionieren: ein Must-See für jeden AdWords-Nutzer!
Noch unterhaltsamer: Facebook Manners and you. Großartiges Tutorial über Beziehungs-Dos and Don'ts im Stil von 50er-Jahre Benimmfilmchen:
Nachdem Herr Datenschmutz auch diese Woche wieder den einen oder anderen Wuff bemüht, um Sie, werte Leser, auf die Hundeseite zu ziehen, muss auch etwas für die Katzenseite getan werden. Und die lieben Kätzchen machen es mir einfach - denn selbst beim Wassertrinken sind Katzen einfach nur cool,. Verschwenderisch, aber geradezu gottgleich.
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Rückblicks angelangt - vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Nächste Woche werden auf datenschmutz die Gewinner der Albertina-Führung und des Herzlos-Krimis bekannt gegeben - bleiben Sie dran! Linzerschnitte und datadirt wünschen einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.
Wie schon (mehrfach :mrgreen:) erwähnt hatte ich letzte Woche die großartige Gelegenheit, Guy Kawasaki zu interviewen. Der amerikanische Venture-Kapitalist und Blogger war auf Einladung von BusinessKitchen und WKO in Wien zu Gast, um in der Schönbrunner Orangerie eine Keynote über das Thema "Innovation" zu halten.
Ich finde es einfach nur grandios, dass ich Gelegenheit hatte, mit Guy im Café Sperl ausführlich zu plaudern - über die Stationen seiner Karriere, seine aktuellen Projekte und seine Ideen zu Twitter und Facebook. Ich bin ausgesprochen sicher, dass jeder Web-Marketer von Guys Ideen eine Menge lernen kann - mich persönlich hat das Gespräch jedenfalls hochgradig inspiriert. Um meine Begeisterung zu erklären, muss ich ein wenig ausholen: wie jeder Web 2.0 Berater (und jeder gute Verkäufer) weiß, entsteht Vertrauen nicht als Resultat einer einmaligen Aktion. Vertrauen entsteht vielmehr im Lauf der Zeit - in IRL genauso wie in virtuellen Beziehungen. Wenn man Blogger ist, gewöhnt man sich rasch daran, Unmengen von RSS-Feeds zu scannen, aber irgendwann reduziert man die Zahl der abonnierten Blogs dann wieder und behält nur jene Personen am Radar, die genuin eigene Ideen haben und von denen man immer wieder was Neues lernen kann. Das waren für mich in den letzten drei Jahren vor allem 3 Personen: Jeremy Shoemaker, Seth Godin und - ja, richtig geraten: Guy Kawasaki. Hier ein kurzer Teaser - das komplette Interview gibt's am Dienstag auf datadirt:
Mmm, keep your temper
Never lose control of yourself
Keep control, be patient.
If you learn to do these things you can master anything.Out of nowhere there came a caravan
This was around a campfire light
A lovely woman in motion
Her hair was as dark as the night.Wu Tang Clan: "Campfire" (vom Abum "8 Diagrams")
Lieben Dank an Walter Gröbchen für die zwei Pressekarten zum bunten MenschMaschine Abend! Normalerweise treiben mich ja nur Heinz, Werner und Martin als Science Busters in den Rabenhof, aber der Bunte Abend 2.0 erwies sich als überaus aufschlussreich. Dabei war es gar nicht einmal die dem lauen Abend angepasste Gagdichte, die mir sehr imponiert hat, sondern der Aufschlussreichtum des Experiments Komik 2.0. Dass da drei Radiomacher, die in ihrer angestammten Mediendomäne primär mit kontrolliertem Feedback umzugehen gelernt haben, sich vor eine Twitterwall und einem maximal Netz-affinen und aus selbstdefinitorischen Gründen überkritischem Publikum aus-setzten, war durchaus gewagt. Ob das Experiment gelang, muss die Geschichtsschreibung attestieren, ich habe jedenfalls einiges gelernt. Diesen Beitrag weiterlesen »
Fast allen großen Religionen dieser Welt gilt der Sonntag als der Tag des Blogistan-Panoptikums. Da machen auch wir atheistischen Laizisten keine Ausnahme und zelebrieren die Tradition mit dem gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datadirt auf sieben Tage ganz normalen Social Media Wahnsinn. Von während der Wehen twitternden Twitter-Gründer Ehefrauen bis zur specklastigen Feinkostabteilung reicht das Themenspektrum, kurzum: dieses Panoptikum hat wieder mal alles, also ohne weitere Ausschweifungen direkt in medias res:
Am 13. August brachte Mashable die Breaking News: Project Retweet verhilft der altbekannten Best-Practice zu offiziellem Feature-Status. Beim Retweeten setzt man ein "RT" an den Beginn der weiterzuleitenden Nachricht, in gewisser Weise handelt es sich um ein Äquivalent der E-Mail-Forwarding-Funktion (z.B. RT @linzerschnitte oder RT @datadirt). Retweets könnten sich - analog zu Backlinks bei Google - zu einer Art Twitter-Popularitäts-Währung entwickeln, die Integration die API und in weiterer Folge in 3rd Party Apps ist daher ein logischer Schritt. Noch sind aber nicht alle Details bekannt:
1. You can see if someone retweets a link with a small line that says "Retweeted by ___" under the tweet and the time when the tweet was sent.
2. Hovering over a tweet will soon make two options appear: Reply and Retweet. Reply is already supported by Twitter – it’s that little arrow that appears on the right when you hover over a tweet.
3. Clicking on the “Retweet” button will confirm if you really want to retweet this tweet to all of your followers
4. The retweet is done. It apparently shows the people that have retweeted it in your timeline. We’re unsure as to how many people can be listed in the "Retweeted by" section of any tweet.
Früher: Check, Cross-Check, Re-Check, Double-Check Jackson, wie die Zeitungswissenschaftler zu sagen pflegten. Heute dagegen: Retweet, Retweet, Nix-Check. Denn wie digiom richtig stellt:
NEIN, Sony hat KEINE Selbsthilfegruppe für Social Media-Abhängige gegründet! Das wäre eine eigene Studie wert: Inwieweit stimmen geretweetete Kurzdarstellungen mit der tatsächlichen Nachricht überein? Recht häufig klafft dazwischen eine gewaltige Lücke – z.B. auch in dem von Nicole Kolisch analysierten Fall 'Twittensnobelpreis', in dem Mark Pfeifle, "ein (ehemaliger) Sicherheitsberater der (ehemaligen) US-Regierung" vorgeschlagen hatte, dass Twitter für den Friedensnobelpreis nominiert werden solle. Was wurde re-re-re-tweetet? "Twitter für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen." Klingt natürlich toll – da ehemalige Sicherheitsberater aber noch immer nicht das Vorschlagsrecht bei der Vergabe des Friedensnobelpreises haben, war's natürlich Blödsinn.
Sehr lesenswertes Posting über multiple Social Media Wahrheiten: unbedingt auch die Videos im Beitrag anschauen - Bruno Kammerls Megawoosh ist verdammt gut gemacht.
Das legt zumindest eine aktuelle Studie aus dem CyberPsychology & Behavior Journal nahe:
The report concludes that there is a "significant association between time spent on Facebook and jealousy-related feelings and behaviors experienced on Facebook."
Das alte Bon-Mot "Was ich nicht weiß, macht mich heiß" findet also seine Fortsetzung im Social Web der Zwischenmenschlichkeiten. Man könnte natürlich auch sagen: je mehr Kommunikation, desto mehr Missverständnisse
Twitter hat Link-Shortener Services zu ungeheurer Popularität verholfen. Je nach Eleaboriertheitsgrad bieten die verschiedenen Services bloß die Basics oder weitergehende Features wie etwa Klick-Tracking Statistiken. adjix geht einen anderen Weg, schaltet via Frameset relativ dezente Werbung über die verkürzten Links und beteiligt den Nutzer an den Einnahmen.
Für mich hat sich, seit ich PrettyLinkPro einsetze, das Thema 3rd Party Short-URL Services völlig erledigt. PLP verbindet flexible, frei anpassbare Statistik-Reports mit einer ganzen Reihe von Cloaking-, Word-Replacement und Twitter-Publishing Funktionen und erlaubt über den "PrettyBar" optional auch das Einblenden von (Eigen)Werbung. Ein weiterer relevanter Unterschied zwischen 3rd Party Services und PLP besteht in der Zeit-bezogene Sicherheit (wer weiß, ob TinyURL und Co. ewig bestehen). Grundsätzlich wäre adjix ein interessantes Tool für Power-Tweeter - aber gegen PrettyLinkPro und Short-URLs auf der eigenen Domain kommt der Service nicht an.
Vor einigen Wochen erzählte Axel Maireder von einer aktuellen Studie über Social Networks, die an der Uni Wien durchgeführt wurde. Eines der erstaunlichsten Ergebnisse: aus nicht nachvollziehbaren Gründen würden viele Teenager mit ca. 16 Jahren, nach zwei jähriger Social-Networks-Aktivität plötzlich Reißaus nehmen und die diversen Plattformen mehr und mehr zu einer Gammelfleisch-Party mutieren. Über die Gründe wusste man zum damaligen Zeitpunkt noch nichts Genaueres. Ein Artikel im britischen The Guardian lieferte diese Woche allerdings erste Interpretationsansätze zu dieser Massenflucht: Die coolen Kids hauen ab, weil ihre Eltern (und Lehrer) plötzlich in den Social Networks auftauchen! Und das ist ihnen einfach URpeinlich...
Although their love of being online shows no sign of abating, the percentage of 15- to 24-year-olds who have a profile on a social networking site has dropped for the first time – from 55% at the start of last year to 50% this year. In contrast, 46% of 25- to 34-year-olds are now regularly checking up on sites such as Facebook compared with 40% last year.
Liebe Leser, wir gehören nun wohl alle offiziell zum alten Eisen!
Wie die FutureZone berichtet, will Facebook im Allgemeinen "kommerzielle Userprofile" verbieten und im Speziellen das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden:
Das Soziale Netzwerk Facebook hat am Dienstag erneut Änderungen bei den Nutzungsbestimmungen vorgeschlagen. Diese beinhalten unter anderem ein Statement, dass private Nutzerprofile nicht dazu verwendet werden dürfen, kommerzielle Gewinne zu erwirtschaften. Konkret angeführt wird das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden. Werbekunden dürfen freilich weiterhin bezahlte Anzeigen schalten.
Facebook geht mit dieser neuen Regelung den gegenteiligen Weg des Microblogging-Diensts Twitter. Mit dem Dienst Sponsored Tweets können Twitter-Nutzer ihre 140-Zeichen-Nachrichten an Werbekunden verkaufen.
Dazu wäre noch anzumerken, dass es sich bei SponsoredTweets *nicht um ein offizielles Twitter-, sondern ein 3rd Party Service handelt, genauer gesagt um ein Start-Up von Izea. Ich hab mich dort mal umgeschaut und kann die ganze Sache (noch) nicht ernst nehmen: Beim Launch wurde aufs Affiliate Programm vergessen, Anzeigenkunden gibt's noch so gut wie keine. Um einiges früher dran war übrigens Magpie, über das man wenigstens sagen kann, dass es so vor sich hindümpelt
Dass Werbekunden auch weiterhin bezahlte Anzeigen schalten dürfen, ist allerdings beruhigend. Und wer seine Statusmeldungen trotzdem verkauft, sollte sie wenigsten mit [bezahlte Quasi-Anzeige] kennzeichnen, damit Facebook die betroffenen Accounts auch zuverlässig sperren kann *rofl*
Bisher war Facebook ein riesiger Moloch, der eine Unmenge Daten in sich hineinfraß, hermetisch abschottete und nichts nach außen dringen ließ. Das wird die Plattform auch weiterhin bleiben - vorerst. Aber um mehr Übersichtlichkeit zu gewähren gibt es ab sofort eine bereits teilweise implementierte Suche. Ähnlich der Twittersearch werden die Suchergebnisse laufend aktualisiert, außerdem kann man in der Suche nun filtern: nach Pages, Gruppen usw. Und dann wäre da noch das neue Schlüsselfeature: die Keywordsuche mit dem Filter "Everyone"!
The new Everyone filter makes Facebook like Twitter in search, but it will take some time for people to learn to use Facebook the way they do Twitter, and it's not clear that the two models will mesh well on one social platform.
Erstmals lässt Facebook also zu, dass die Schranken des eigenen Freundeskreises durchbrochen werden. Keyword-Search auf Facebook - das bedeutet wohl feuchte Träume für die gefühlten 78 Prozent Marketer und Partyveranstalter auf Facebook...
In der Schlacht der Aggregationsgiganten 2.0 - Tech-, TweetMeme, SocialMedian und Co. sind die neuen Diggs - scheint Tweetmeme vorerst klar Sieger vorne zu liegen. TechMeme verlässt sich auf multiple, nicht dokumentierte Quellen:
At this moment, the must-read stories in technology are scattered across hundreds of news sites and blogs. That's far too much for any reader to follow.
Fortunately, Techmeme arranges all of these links into a single, easy-to-scan page. Story selection is accomplished via computer algorithm extended with direct human editorial input. Our goal is for Techmeme is to become your tech news site of record.
TweetMeme setzt ganz auf Twitter-RTs (siehe auch weiter oben) und liegt derzeit in der Gunst der User klar weiter vorne. Die Zahlenbasis ist durchwegs beeindrucken: für einen Platz in den Top-in-7-Days Charts braucht man derzeit rund 5.000 Retweets, für einzelne Kategorien wie Security reichen aber auch schon 5 Stück für einen Platz in der Top-in-24-hourse Liste.
Letzte Woche hat es auf Twitter wieder mal richtig gemenschelt. Denn es gibt sie noch - die Menschen, die Twitter zur Befriedigung privater Kommunikationsbedürfnisse nutzen - und nicht nur zur beruflichen Selbstdarstellung und als Trafficgenerator für die eigene Website. In diesem besonderen Fall gewährt @Sara, Ehefrau von Twitter CEO Evan Williams sehr private Einblicke:
Nun, auch aus privaten Meldungen kann man einige interessante Schlüsse ziehen - so verrät dieser Tweet wohl, dass man auf die Twitter-Monetarisierung noch länger warten wird müssen...
Anm. li schni: Bei @ev handelt es sich um Twitter-CEO Evan Willams... Mashable kennt weitere intime Details.
Moslems finden Schweine ganz und gar nicht lecker, weite Teile der westlichen Welt tragen dagegen stolz Schildkappen mit der Aufschrift "Baconize it". Naja, eigentlich habe ich eine solche Schildkappe nur bei Frank in 30 Rock gesehen - aber wie auch immer: geräucherte Sau-Teile, in dünne Streifen geschnitten und liebevoll als "Speck" betitelt (Nachfrage unnötig: ja, die Osttiroler sind die Weltmeister in der Herstellung dieser Delikatesse), umhüllen gegrillten Schafkäse, finden ihren Weg zwischen Burgerhälften, auf morgendliche Eierteller... falls Sie Vegetarier sind und Ihnen an dieser Stelle bereits schlecht ist, entschuldige ich mich - ich hätte Sie vorwarnen sollen, aber besser später als nie: es wird noch schweinischer! Auf Recipestar.com finden Afficionados ein liebevolles Tutorial mit dem vielsagenden Titel How to use Bacon to make your life incredible & amazing. Mein Favorit:
Attach bacon to your hard drive.
Every time you download a large file, the smell will be glorious.
Auf derselben Seite gibt's auch ziemlich unterhaltsame Quizzes rund ums Thema Feststoffzufuhr durch den Mund. Ich bin übrigens "extremelely experienced in the foods of the world", und wenn mich ein Kannibale essen würde, "I would most likely taste like barbequed beef". Mhmmm, yummy!
Großartiger B/W Shot eines Kicksportkampfes von Latente Le Balene Fossili al Governo. Das Bild heißt übrigens Lo sport di quelli che si tirano i calci in faccia:
Joe Simon hat Regie geführt beim neuen Video von Mutiny Bikes, das ab September auf DVD und Blue-Ray erhältlich sein wird. Auf Vimeo gibt's den Trailer zu "Let's get mystical" und weitere Videos einer der weltweit besten BMX-Crews. Die Jumps und die Kameraarbeit sind ein Hammer, ich freu mich auf die Vollversion:
http://www.vimeo.com/5859589Die Welt ist wieder sicher!
Der Online Reputation Manager ist tot, hoch lebe die absolute Datensicherheit! Google bietet nun das lang erwartete, absolute Datenschutzkonzept: Das Google Opt Out inklusive Google Opt Out Village.
Über die Mietpreise in Opt-Out Village sind noch keine näheren Details bekannt - Ihre Web-Chronisten Linzerschnitte und datadirt bleiben selbstverständlich Woche für Woche für Sie am laufendenden. Danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns am Montag.
Das große Social Media Erdbeben der letzten Woche zeigt seine Nachwirkungen: denn wenn Twitter und Facebook zur gleichen Zeit Schluckauf haben respektive nicht mehr erreichbar sind, dann bleibt Millionen Nerds weltweit nichts anderes übrig, als vor die Tür zu gehen. Die unmittelbar bedrohlichste Auswirkung allerdings spüren unsere hochverehrten Stammleserinnen und Leser am eigenen Monitor: dieses Panoptikum hat sich eiskalt um volle 2 Tage verspätet! Der Absatz von Sonnenschutz-Mitteln und After-Sun Lotions sei ums 33-fache gestiegen an jenen schicksalhaften #Fail-Tagen, ergab eine Untersuchung des abhängigen Instituts für Anti-UV Kosmetik. Sofort tauchen die wildesten Gerüche Gerüchte auf, die auch sofort willig weiter-verbreitet wurden: der KGB wars! Aber bitte, die Herren und Damen Drehbuchautoren mussten aus James Bond ja eine verweichlichte, post-feministische Figur machen - das haben wir nun davon. Siehe dazu auch unsere erste News, also auf zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt.
Die Russen kommen! Und wenn sie schon nicht kommen, dann sind sie zumindest schuld. An der zeitgleichen DOS (Denial of Service)-Attacke auf Facebook, Youtube und Twitter in der vergangenen Woche nämlich. Das meint zumindest der georgische Blogger Cyxymy. Der hat nämlich Konten auf Facebook, Youtube und Twitter, welche anscheinend das Ziel der Hackerattacke des FSB, des russischen Geheimdienstes und KGB-Nachfolgers waren.
Vielleicht wurde der Angriff nur von gewöhnlichen Hackern ausgeführt, aber ich bin mir sicher, dass der Auftrag dazu von der russischen Regierung kam.
Grund für die Attacke sollen die kritischen Äußerungen des Bloggers über die Kaukasus-Politik der Russen sein. Gut, damit wäre also alles geklärt - und nein, wir haben das nicht erfunden, siehe ZDNet.
Wenn Real Estate Companys ihre Mieter wegen Twitter-Rufschädigung verklagen, dann der Bumerang ganz plötzlich zurückkommen: die betroffene Mieterin hat zwar nur 20 Followers, was die Forderung von $50.000 nur umso absurder erscheinen lässt. Copyblogger kennt die ganze Story:
If you haven't heard the story yet, a Chicago real estate company called Horizon Realty Group filed a lawsuit against one of its tenants on Monday. She apparently made a snarky remark on Twitter, claiming that the company "didn't care" about mold in her apartment. Horizon is suing her for libel, looking for $50,000 in damages to their reputation.
She only had about 20 followers, so this looked like a pretty harsh David and Goliath story. Unfortunately, Horizon’s legal and PR teams forgot what happened to Goliath. By Tuesday afternoon, the story of Horizon's lawsuit had hit trending topics on Twitter. Which means that a peevish remark made in front of 20 people has now found its way to hundreds of thousands.
Tja... mit einer simplen Rückmeldung hätte diese PR-Katastrophe einfach abgewendet werden können. Mit dieser Story hat sich Horizon jedenfalls einen Platz im Olymp der Twitter-Marketing-Fails redlich verdient.
Diese Meldung hat wieder mal ein wahres Twitter-Gewitter losgelassen: Facebook kauft Friendfeed. Friendfeed, der Social Media Aggregator, gilt als Vorbild für Google großangekündigte Kommunikationsrevolution Google Wave. Mit Facebook im Rücken kann Friendfeed, das alles kann, aber niemand kennt oder primär nutzt, wahrscheinlich seinen Untergang in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Google ist damit in zweierlei Hinsicht eins ausgewischt: 1. Friendfeed existiert und funktioniert bereits jetzt. 2. Friendfeed wurde von einer Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter gegründet. Im offiziellen Presse-Release auf Facebook heißt es dazu:
"Facebook and FriendFeed share a common vision of giving people tools to share and connect with their friends," said Bret Taylor, a FriendFeed co-founder and, previously, the group product manager who launched Google Maps. "We can't wait to join the team and bring many of the innovations we've developed at FriendFeed to Facebook's 250 million users around the world.
TechCrunch hat das erste Interview mit Bret Taylor (Friendfeed-Mitgründer) und Chris Cox, Vize-Präsident von Facebook. Was weiter passiert, scheint aber noch unklar zu sein, wie dieser Beitrag am FriendFeed-Blog nahelegt:
FriendFeed.com will continue to operate normally for the time being. We're still figuring out our longer-term plans for the product with the Facebook team.
Twitter-Account Phishing scheint nach wie vor äußerst lukrativ zu sein. Mashable berichtet über eine neue Spam-Welle, deren Auslöser noch unbekannt ist:
Yesterday we noticed a strange occurrence on Twitter (Twitter): hundreds, if not thousands of Twitter accounts were sending out spam links, all at once. Most of these accounts weren't your usual spam accounts, but regular Twitter users with real accounts, followers, and tweets. Then, the flood suddenly stopped. We wondered if it was just a strange group of accounts or a one-time attack. Now we're fairly certain that isn't the case.
Wie immer gilt: wer auf Nummer sicher gehen will, ändert am besten wöchentlich sein und bei Verdacht auf Hi-Jacking sein Passwort. Und nicht vergessen: die Änderung muss auf allen Clients und Services nachgezogen werden, denn permanente Log-In Versuche mit einem veralteten Passwort können ebenfalls zur (temporären) Account-Sperre führen.
Die Journalismus-Honorare sind nicht nur im deutschsprachigen Raum im Keller. Georg Holzer berichtet über ein besonders drastisches Beispiel:
Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazine sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus. [...] Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.
In Österreich dagegen sieht die Lage völlig anders aus, wie Georg in dem lesenswerten Beitrag beschreibt, denn der Zugang zum fotographischen Hochamt ist streng geregelt:
Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen – wie gesagt: einzigartigen – Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.
Ich hoffe nur, ich darf weiterhin Fotos für mein Blog machen
Nicht nur Facebook, auch Google war in der letzten Woche wieder mal in Kauflaune. Diesmal hat man sich den Video-Spezialisten On2 Technologies einverleibt, um damit der Online-Videoabteilung des Konzerns, manchen als "Youtube" bekannt, ein hübsches Geschenk zu machen. On2 ist übrigens spezialisiert auf Video Codecs. Wikipedia meint dazu:
Es (Anm. li schni: On2) ist Hersteller einer Reihe wichtiger Video-Codecs, wie unter anderem VP3, der Grundlage für den freien Codec Theora, dem mit Version 8 von Adobe Flash eingeführten Codec (VP6) für Flash Video und den für die chinesische Enhanced Versatile Disc (EVD) vorgesehenen Video-Codecs (VP5 und VP6).
Fassen wir zusammen: Open Source Codec Theora, VP6 für Flash Videos und noch irgendetwas chinesisches (EVD). Vielleicht bald die neuen Standard-Video Codecs.
BloggingPro stellte kürzlich ein äußerst interessantes Plugin für Viel-Blogger vor: der Advanced Exporter erspart viel Mühe, wenn man beispielsweise ein Blog in mehrere aufteilen und die Kategorien einzeln exportieren möchte:
With it, you can easily export a single category of a blog to import into another. That is something many people have wanted an easy way to do for a long time. You can also use the restrictions to create multiple WXR files in case you can’t import a single large file. Also worthy of note as that this plugin was entered into the WeblogToolsCollection plugin competition for 2009.
Out-of-the-Box kann unser Lieblings-CMS mittlerweile schon einiges - doch wer sich von der Masse abheben möchte, muss auf Bells-and-Whistles setzen. Das Designmag stellt zwanzig Add-Ons vor, für deren Umsetzung allerdings grundlegende Web-Programmierkenntnisse erforderlich sind. Der Aufwand zahlt sich aus:
One of the reasons WordPress is so popular is because of its flexibility. Designers, developers, and bloggers have plenty of options. In this post we’ll look at a combination of tutorials for improving a WordPress-based site, and plugins that can provide added functionality that will bring new possibilities.
Alle Methoden sind ausführlich in einzelnen Tutorials beschrieben - eine gute Gelegenheit, sich näher mit Erweiterungsmöglichkeiten für WordPress zu befassen.
Ich war mir nicht sicher, ob der intellektuelle und feinsinnige Diskurs zwischen Gerhard Dörfler und HC Strache (Dörfler, Regent der Provinz Kärnten: "Wenn sich der Heinzl benimmt, haben wir kein Problem." Strache: "Schau, jetzt hat er den Heinzl zum österreichischen Türken erklärt.") über das Universum an sich und den Sinn des Lebens im Speziellen das Gespräch der Woche werden sollte. Dann hab mich aber aus persönlichen Gründen doch für Niko Alm versus Andreas Khol entschieden. Es wird Zeit, dass die Welt erfährt, dass alle Menschen gleich, aber christlich-konservative Politiker doch wesentlich gleicher sind:
Andreas Khol: An sich tun Sie mir ja als Atheist leid. Sie repräsentieren vier Prozent der Bevölkerung. Dass 96 Prozent sich irren, kann ich mir nicht vorstellen.
Hier das komplette Interview - und ein paar ergänzende Anmerkungen von Niko.
Achtung - hier kommt ein Vogel, der nix mit Twitter zu tun hat! Jimmy Davao hat den weißen Flieger samt Reflexion perfekt aufs Bild gebannt:
Kein Stern, der deinen Namen trägt. Aber: Ein Phallus, der mit dir zum Himmel fliegt. Stoff für so manche Flugträume!
http://www.vimeo.com/5856277"A thousand shades of White" nennt icescapes diese grandiosen Aufnahmen aus dem Ilulissat Eis-Fjord in Grönland:
These images were filmed during the 2006 Climate Change College, during which 6 students from the UK and the Netherlands ventured into the arctic wilderness to be trained as climate change ambassadors. Based on the experiences and knowledge gathered on several locations in Greenland, they launched various initiatives raising public awareness around the topic of climate change.
Und außerdem kommen Hunde drin vor - was will man mehr?
Und damit sind wir auch schon am Ende des dieswöchigen Rückblicks angelangt - besten Dank für Ihre Whuffies, wir halten weiter die Augen und Ohren offen. Bis zum nächsten Panoptikum, wir lesen uns morgen!