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Artikel-Schlagworte: „Social Networking“

Blogistan Panoptikum KW48 2009

Exakt sieben Tage zogen seit dem letzten Panoptikum ins Land - also genau der passende Zeitblick, um Rückschau zu halten auf die blogosphärischen Geschehnisse der vergangenen Woche. Und offensichtlich haben Geeks weltweit bislang auf den Besuch von Weihnachtsmärkten ("Werft die Krämer aus dem Haus meines Vaters!" soll der Sohn von Michael Häupl mal gesagt haben) weitgehend verzichtet: anderweitig wäre kaum erklärbar, wie schon wieder so viel passieren konnte. Google führt (fast unbemerkt) Breadcrumbs ein, die neuen Trends lautet Foursquare und Megablogging. Gleich können Sie mit all diesen neuen Buzzwords was anfangen, denn Linzerschnitte und datenschmutz haben die Chronik soeben fertig gestellt.

Wer wird Wiener Bürgermeister?

ritchie aka datadirt Diese Frage stellen sich derzeit die Nutzer von foursquare.com. Kein anderes Social Network freut sich über derartige Zuwachsraten im Geek-Segment, seit Judith letzte Woche über den neuesten Hype am Sektor "freiwillige Lokalisierung" berichtete. Denn Überwachungskameras waren gestern - heute machen wir unsere "check ins" freiwillig, und wer einen Ort am häufigsten besucht, wird - zumindest solange, bis ihn ein anderer User von der Spitze der Georeferenzierungs-Pyramide verdrängt - zu dessen "Mayor".

Im ersten Moment hab ich ja auf eine Viral-Kampagne von Qype getippt, aber denen trau ich nicht genug Originalität zu. Viel mehr als die Eincheck- und Shout-Funktionen bietet die Plattform bisher noch nicht - trotzdem meinen wir: das Ding könnte Zukunft haben, denn Foursquare ist simpel und auf den ersten Blick vollkommen sinnlos: und das sind, wie uns Twitter gezeigt hat, wohl die besten Voraussetzungen für einen lang anhaltenden Hype. Obwohl Michael Arrington da durchaus gewisse Bedenken hat:

But all this time I've had a nagging feeling that Foursquare, at least in its current form, is not going to be the next Twitter, as some people have concluded. Because as good as Foursquare is at figuring out where and what your friends are up to, they can’t hope to compete with Facebook. That is, if Facebook does Geo right.

Wer sich für das Potential von Foursquare näher interessiert, sollte sich Zeit nehmen für dieses ausgedehnte Posting - Michael vermutet, dass der spielerische Aspekt der Badges nur kurzfristige Anreize bietet und spricht davon, dass sich in 2 Jahren niemand mehr für die Zahl der Logins interessieren wird. Ich denke, in 24 Monaten werden sich die Betreiber noch einiges einfallen lassen. Ob der Vorsprung reicht, muss sich aber tatsächlich erst zeigen: die Gerüchteküche weiß, dass Facebook in Kürze mit eigenen Location-based Services starten will.

Commercializing Twitter

Judith aka Linzerschnitte Manch Realitätsverweigerer im Alpenvorland mag noch immer glauben, dass Twitter ein Tool zur Befriedigung persönlicher Kommunikationsbedürfnisse sei und jeden verfluchen, der nicht nur uneigennützig launige Tweets mit reinem Herzen verschickt.

Doch einmal mehr wird klar, wohin es mit Twitter gehen wird - und wohl auch gehen soll, zumindest um Geld zu verdienen: Twitter wird ab Anfang 2010 Commercial Accounts launchen. Hoffen wir, dass das Ganze nicht so ein Feature Desaster wird wie zuletzt bei den Twitter Lists und beim Retweet Feature. Was soll das neue Feature können? Techwatch weiß Näheres:

The paid-for commercial accounts would offer extra services. Talking to the BBC, Stone said "You will be able to pay for an additional layer of access to learn more about your Twitter account – get some feedback, some analytics, become a better 'Twitterer'."

Was aber ist nun ein "Commercial Tweeper"? Interessiert es mich nicht auch als Casual User, für welche Themen meine Follower sich interessieren und welche Links sie klicken? In Anbetracht der oben erwähnten Feature-Unausgereiftheiten darf man sich ein bisschen Sorgen machen, wer nun als Commercial Tweeper gelten wird und welche Bürden einem auferlegt werden.

Die Zukunft hat keinen Log-In Button

ritchie aka datadirt Ich nutze für automatisierte Log-Ins seit langem das geniale Roboform, das unglaublich viele Copy-Paste spart und noch dazu multiple Identitäten perfekt verwaltet, schließlich sind wir Social Web Pros manchmal alle ein bisschen schizo. Ein solches Helferlein könnte für Firefox-User aber bald überflüssig werden, wie ReadWriteWeb berichtet:

Firefox gets distributed social networking and identity management. The good people who work on the revolutionary, open-sourced, and occasionally maligned browser have been hard at work on making cross-site navigation and portable IDs a solvable problem. A discrete button to the left of the URL that can tell users whether or not they are logged in to a particular site and allow them to log in without further navigation

Details zur Implementierung und Screenshots gibt's im Weblog von Mozilla-Entwickler azarask. Mehr in theoretische Spekulationen als in die Frage der praktischen Umsetzung vertieft sich ein ausführlicher Beitrag auf Stay'n'Alive: The Future has no Log In Button:

For this to happen we need more involvement from all. Maybe I'm crazy, but this future is as clear as day for me. I see a future where I go do what I want to do, when I want to, and I get the exact experience I asked for. This is entirely possible. Why aren't we all focusing on this?

Aber tun wir doch ohnehin! Wird wohl bloß noch ein Weilchen dauern :-)

Crowd Fail

Judith aka Linzerschnitte Wikipedia, die fünfthäufigst geklickte Website der Welt, ist so suprig, dass einem fast die Superlative ausgehen. Man findet beinahe jede nur erdenkliche Info, die Inhalte sind mittlerweile so gut, dass man bedenkenlos fürs Unireferat Copy-Pasten kann, die Enzyklopädia Britannica wurde sowohl in Bezug auf Qualität der Artikel wie auf Aktualität meilenweit abgehängt und am suprigsten: Die Schwarmintelligenz. Wisdom of the Crowds. Ein Märchen, das wahr geworden scheint. Leider ist nicht alles so rosig im Reich von Wikipedia und seiner Schwarmintelligenz. Denn wie wir alle aus der Schule, von der Uni oder aus dem Berufsleben wissen: So schön es sein kann, wenn man in Gruppen arbeitet - meist gibt es nichts schlimmeres, als in Gruppen arbeiten zu müssen. Und dies scheint zuletzt auch die Motivation der freiwilligen Wikipedia Mitarbeiter zu sein:

"Wikipedia is becoming a more hostile environment," contends Mr. Ortega, a project manager at Libresoft, a research group at the Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. "Many people are getting burnt out when they have to debate about the contents of certain articles again and again." [...] Wikipedia's struggles raise questions about the evolution of "crowdsourcing", one of the Internet era's most cherished principles. Crowdsourcing posits that there is wisdom in aggregating independent contributions from multitudes of Web users. It has been promoted as a new and better way for large numbers of individuals to collaborate on tasks, without the rules and hierarchies of traditional organizations."

Klingt nach Crowd Ebbing....
Ein interessantes Beispiel von Crowd Fail, dem Versagen der Schwarmintelligenz beschreibt übrigens Jaron Larnier auf edge.org.

Neu in den Google-SERPs: Brotkrumen

ritchie aka datadirt Für erhitzte SEO-Gemüter (aber andererseits gilt das für jedes Posting am offiziellen Google-Blog) sorgte kürzlich die Ankündigung des neuen Format "Breadcrumbs" in den Suchergebnissen:

The new display provides valuable context and new navigation options. The changes are rolling out now and should be available globally in the next few days.
Some web addresses help you understand the structure of the site and how the specific page fits into the site hierarchy. For example, consider a search for the biography of Vint Cerf (Google's Internet Evangelist). The URL for one result, "www.google.com/corporate/execs.html," shows that the page is located in a page about "execs," under "corporate," which is on the "google.com" site. This can provide valuable context when deciding whether to click on the result.

Klingt unverständlich? Am Screenshot wird das ganze Ausmaß des Dramas sofort klar:

Google: Breadcrumbs auf den SERP-Pages

Klingt auf den ersten Blick gut, hat aber viel weniger mit Usability als mit Markt-Protektionismus zu tun, wie John On völlig zutreffend anmerkt:

In the example Aaron provided, Google has replaced a very helpful, meaningful and rich URL with a much less relevant breadcrumb. But Google wants everyone to watch how those breadcrumbs help average web sites, because Google doesn't want you to look behind the curtain. [...] This URL removal is an anti-competitive practice that seeks to hinder the efforts of companies that re-sell Google's data, whether they be SEO research services or re-purposers (scrapers). It is the unique URL (and unique domain name) that enables everyone else to make money on the web. As long as every consumer has to go through Google to find a web page, Google has a chance to take a piece of the profits.

Und warum macht das überhaupt einen Unterschied, wo die Seiten doch auf den SERPs verlinkt sind? Nun, dazu muss man sich vor Augen halten, dass Google in den letzten Monaten immer mehr Links durch Redirects ersetzt hat - in der Tat deutet die ganze Entwicklung stark drauf hin, dass in absehbarer Zeit keine Third Party Applikation mehr umfassende Einsicht in Googles Spielweise haben wird.

Von Micro- und Mega-Bloggern

ritchie aka datadirt

I don't think "mega-blogging" is actually a thing, I just made it up to make the title sound more dramatic. But if mega-blogging were a thing, you would do it with WordPress. Micro-blogging is a thing, ash a lot of people do it with Twitter.

Von wem könnte dieses Zitat wohl stammen? (Es folgt eine Nachdenk-Leerzeile.)

Genau - Matt Mullenweg hat sich Gedanken über Twitter vs. WordPress, oder genauer gesagt über Twitter neben WordPress gemacht. Auslöser war ein Statistik-Posting auf TechCrunch mit dem inhalts-erklärenden Titel Blogging Vs. Microblogging: Twitter's Global Growth Flattens, While WordPress' Picks Up.

Vor einigen Monaten war ja mal die Rede davon, dass Micro-Blogging "normale" Weblogs mittelfristig verdrängen würden. Dabei handelte es sich aber, was schon damals klar ersichtlich war, um eine grobe Fehleinschätzung: die beiden Formaten leisten Unterschiedliches, ergänzen sich aber hervorragend. Und ohne "Mothership" lässt sich's im Social Web nun mal schwer navigieren. Matt spricht aber auch ein Thema an, das mir auch schon einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat:

How tweets get imported into a blog is still an open question for me. I've seen lots of ways people have attempted it but when a blog becomes an activity stream it becomes a weak version of all the things it aggregates, less than the sum of its parts, because of the loss of context.

Judiths Video der Woche

Nach einer harten Woche in Social Media Land kann nur eines helfen - Katzencontent. Dieser ist so süß, dass Diabetikern vom Genuss abgeraten werden muss!

YouTube Preview Image

PS: Keine Sorge, der Katzencontent wird mir nieeeee ausgehen!

Ritchies Video der Woche

"This week in Startups" heißt der Video-Podcast von Jason Calacanis - letzte Woche waren Programmier-Guru Joel Spolsky und WordPress-Mastermind Matt Mullenweg zu Gast: absolut sehenswertes Interview für alle, die sich schon mal gefragt haben, wie das populärste CMS der Welt eigentlich entstanden ist.

Lesetipps der Woche

  • Über gutes, schönes und richtiges (=Conversion-freundliches) Copywriting ward schon viel berichtet - Justin Goffs Guestposting bei Shoemoney enthält wenig Bla-Bla und viel praktisch umsetzbares.
  • Was sind die "wahren Gründe" für Googles Entscheidung, Chrome OS auf den Markt zu bringen? Verschwörungstheorien blühen, aber Vijay Pandurangans Spekulationen haben durchwegs Hand und Fuß, immerhin hat der sechs Jahre lang für Big G an einflussreicher Position gearbeitet.
  • Twitter leidet an Besucherschwund, vermeldet Nielsen. Wie wir gelernt haben, sollte man Nielsen niemals glauben und immer noch ein zweites Mal hinsehen bzw. reinlesen.
  • Schlechte Zeiten für Raucher. Zum Siebenhundertfantastillionstenmal. Wer raucht, altert schneller, stirb früher, stinkt und tötet seine Mitmenschen. Das hält die wenigsten vom Rauchen ab. Aber jetzt wird's wirklich ernst: Wer seinen Apple zum Passivrauchen zwingt, kann die Garantie auf sein Lieblingsfetischismusobjekt verlieren!
  • Die Holzmedien lassen in ihrem Überlebenskampf nichts unversucht und kopieren jetzt die iTunes-Philosophie, um Zeitungsinhalte für Kohle an den User zu bringen
  • .

Das war's auch schon wieder für diese Woche - wir danken artig für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen uns - alle sieben Tage wieder - dass Sie unserer allwöchentlichen Rückblickerei auch weiterhin gewogen bleiben. Auf datenschmutz tut sich nächste Woche wieder einiges: zwei neue Gewinnspiele scharren in den Startlöchern, morgen gibt's ein Interview mit Loic le Meur zu Twitter. In diesem Sinne: schönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW30 2009

Willkommen beim Wochenrückblick von Linzerschnitte und datadirt. Keine Rede von Sommerloch: die Österreich-Werbung schickt Axel quer durchs die Alpen, Kulturkritiker schreien nach Dissidenten und Raver heiraten anders - das und noch vieles mehr im aktuellen Panoptikum.

Dissidenten nutzen Twitter nicht

ritchie aka datadirt Nicht jeder Kulturbeobachter fällt in den begeisterten Chor der New Media Evangelisten ein - in der Tat liegt das Heil der Menschheit ohne Zweifel nicht in 140-Zeichen Messages verborgen, dafür verschärfe Social Media kapitalistische Dichotomien:

Die Massen bekommen Macht, aber Konzerne werden noch viel mächtiger: Für den Kulturkritiker und Computerprogrammierer David Golumbia stecken hinter den Neuen Medien die alten Kräfte.

Dieses Zitat stammt aus einem aktuellen Gespräch, das Johannes Boie für die Süddeutsche mit David Golumbia führte. Der versucht den Twitter-Hype mit gesundem Realismus entgegen zu treten:

Das ist sehr westlich und kapitalistisch gedacht, wenn man behauptet, dass Twitter eine grundlegende Rolle bei den Protesten gespielt habe. Wenn man die gesamte Kommunikation betrachtet, die zu den Protesten in Iran beigetragen hat, tendiert Twitters Beitrag eher gegen null.

Siehe dazu auch den Begriff "Slacktivism" im folgenden Beitrag - einen Gleichgesinnten findet Golumbia übrigens im österreichischen Internet-Rechtler Mayer-Schönberger, der kürzlich der Tageszeitung derStandard Rede und Antwort stand und mehr Dissidententum forderte:

Der Internetrecht-Experte Viktor Mayer-Schönberger glaubt, dass "Übervernetzung" durch Facebook & Co zu einem Meinungseinheitsbrei führt. Mayer-Schönberger fordert mehr Freiräume.

Die Argumentation im recht kurzen Text ist einigermaßen skurril - von den Nachteilen des Peer-Review Systems auf die schädigende Wirkung von Facebook-Updates zu schließen, scheint zumindest mir dann doch etwas weit hergeholt:

Wir drohen in vielen Bereich übervernetzt zu werden, uns fehlen die Freiräume, völlig Neues zu denken und anzugehen. Anstatt tausenden anderen auf Facebook mitzuteilen, was wir gerade machen, sollten wir wieder mehr auf unsere individuelle Kreativität setzen.

No-Bullshit Bingo Update

Judith aka Linzerschnitte Nochmal SZ: Neue Schlagworte braucht das Land! Feuilletonist Adrian Kreye hat den TED Kick-Off besucht und einige neue Schlagworte aufgeschnappt, die man sich wird merken müssen:

Slacktivism – sich für eine Sache mit ein paar Klicks online zu engagieren. Bestes Beispiel sei die “Save the Children of Africa”-Aktionsgruppe auf Facebook. Eine Million Mitglieder, die bisher rund fünftausend Dollar Spenden aufbrachten.

Spinternet – wenn Regierungen und Regimes die Beschleunigungskraft des Internets nutzen, um Nachrichten und Gerüchte so zu beeinflussen, dass sie die offizielle Linie unterstützen.

Singularity - der Zeitpunkt, an dem künstliche Intelligenz dem menschlichen Denken überlegen ist. Soll angeblich schon 2020 sein. Ray Kurzweil hat sich da ziemlich rein gearbeitet. Tauchte im Partygespräch zwischen der Hirnforscherin und dem Mozilla-Linguisten als Treppenwitz auf.

Bei dieser Gelegenheit sei gleich nochmal an die geplante TEDx Vienna erinnert - ob im Herbst wirklich was draus wird, scheint aber fragwürdig: zumindest das zugehörige Twitter-Profil @TEDXVienna ist seit 16. Juni im Sommerurlaub.

Facebook-News: Bill Gates "überfreundet, Frauen stellen sich dar

Judith aka Linzerschnitte ritchie aka datadirt Bill Gates hat sich von Facebook zurück gezogen - die offenen Freundschaftsanfragen wuchsen dem Microsoft-Gründer über den Kopf bzw. das Namensgedächtnis:

Bill Gates confessed at an event in New Delhi today that he gave up on Facebook because he couldn't keep up with the friend requests. Gates remarked that there were "10,000 people wanting to be my friends" after he tried out the service, and it was time consuming to decide if he "knew this person, did I not know this person".

Siehe dazu auch dieses großartige Mock-Up von Mashable. Da wird Bill in Zukunft eines verpassen: denn laut AddtoAny hat ist Facebook mittlerweile populärer beim Content-Sharing als die gute alte E-Mail:

According to AddToAny, Facebook now dominates sharing, with 24 percent of shares from the widget consisting of users posting items to the social network. That handily beats out email (11.1 percent) and Twitter (Twitter) (10.8 percent), making the world’s most popular social network also the most popular service for sharing content.

Dieses Chart von Business Insider zeigt Facebooks Vorsprung sehr deutlich.

Eine aktuelle Studie, auf die ich beim Wortgefecht gestoßen bin, unterstellt übrigens Männlein und Weiblein ein vollkommen unterschiedliches FB-Applikations-Nutzungsverhalten:

Facebook und seine zahlreichen Applikationen werden von Frauen und Männern völlig unterschiedlich genutzt. Die Popularität einer Facebook-Anwendung hängt in erster Linie davon ab, von welchem Geschlecht sie vorwiegend eingesetzt und ob sie weithin als "cool" eingestuft wird. Zu diesem Schluss kommen die Forscher Rebekka Russell-Bennet und Larry Neale von der Queensland University of Technology in Australien. [...] Laut Russell-Bennett wollen Frauen vor allem Applikationen, über die sie sich selbst irgendwie darstellen oder ausdrücken können. Männer hingegen würden in erster Linie die Herausforderung eines «sozialen Wettbewerbs» suchen. Facebook-Nutzer wollten demnach Applikationen besitzen und teilen, die ihren Status innerhalb des Freundesnetzwerks aufwerten. Für Frauen gehe es dabei um Selbstdarstellung, für Männer darum, wer der Beste sei.

Adobe open-sourced Teile von Flash

Judith aka Linzerschnitte Adobe stellt mehrere Flash-Komponenten unter die Open Source Lizenz. Im Detail geht es dabei um Technologie, die aufwändige typographische Gestaltungen von Websites ermöglichen, wie TechCrunch berichtet:

Adobe has rolled out two new open source initiatives aimed specifically towards developers for media companies and publishers. Adobe’s Open Source Media Framework lets developers build more robust, feature-rich media players optimized specifically for the Adobe Flash Platform. The second initiative, the Text Layout Framework (TLF), will help developers create sophisticated typography capabilities to Web applications.

Wer engagiert sich im Social Web?

ritchie aka datadirt Charline Li von der Altimeter Group hat eine quantitative Ranking-Studie durchgeführt, die klären soll, welcher Ring, äh Brand, sie alle online knechten und ins Dunkel treiben sich am meisten im Social Web engagiert. Die komplette Studie gibt's auf TechCrunch, auf Platz 1 landeten wenig überraschend die Kaffeesieder von Starbucks, deren überrösteten Bitterstoff-Schluder (ich sage: Analog-Kaffee) man als gelernter Wiener natürlich links liegen lässt. Hier die Top Ten mit den jeweiligen Punktezahlen:

1. Starbucks (127)
2. Dell (123)
3. eBay (115)
4. Google (105)
5. Microsoft (103)
6. Thomson Reuters (101)
7. Nike (100)
8. Amazon (88)
9. SAP (86)
10. Tie – Yahoo!/Intel (85)

Diese Nachricht zerstört sich selbst

ritchie aka datadirt Informationen nachträglich zu löschen kann ganz schön mühsam bis unmöglich werden - ein neues Tools namens Vanish geht den umgekehrten Weg und postet alle Inhalte verschlüsselt. Der Key hat eine eingebaute Ablaufdauer:

Perhaps the most amazing thing about Vanish is that it's capable of erasing messages posted practically anywhere on the web. For example, the system is able to erase messages from any web-based email system like Gmail, Hotmail, or Yahoo, instant messaging chats, or even social networking sites like MySpace or Facebook.
To accomplish this, the messages sent with Vanish are encrypted with a secret key, never revealed to the end user. The key is then divided into dozens of pieces and sent out over peer-to-peer (P2P) networks - the same ones where music and movie files are traded every day. Because file-sharing systems are in a state of constant change, the various key parts eventually become inaccessible. Once enough of them are lost, the message can no longer be decrypted and read.

Wem also selbst E-Mail Verschlüsselung mit GnuPGP nicht ausreicht, der wird seine helle Freude an Varnish haben. Aber bloß nicht nachher jammern: weg ist weg!

PayPal macht auf

ritchie aka datadirt Der Internet-Zahlungsprovider Nummer eins ist zwar am längsten im Business, kam in letzter Zeit durch die Konkurrenz aber ganz schön unter Beschuss. Nun läutet PayPalX die nächste Stufe des Online-Bezahlens ein:

However, Paypal is taking a swing back at the competition today, revealing PayPal X and Adaptive Payments, a new initiative that allow third party developers to utilize PayPal in completely new ways. Prepare yourself for split payments, payment aggregation, and PayPal on other websites.

Die steigende Nachfrage nach Micro-Payment Lösungen spielt PayPal natürlich in die Hände - unter anderem werden zukünftig beispielsweise User-tot-User Geldtransfers auf Drittanbieter Seiten möglich sein.

Blogger-Contest: Axel bewandert Austria

ritchie aka datadirt Christian Lendl, Co-Autor beim Austria-Tourism-Guide, hat mich auf eine widget-basierte Werbeaktion (was für Alliteration!) für Urlaub in Österreich aufmerksam gemacht: Axel Halbhuber durchwandert nämlich gerade gemeinsam mit Hund Niko/Poldi ganz Österreich - aber da die Route nicht von Energydrink Herstellern geplant wurde, halten sich die unerträglichen körperlichen Strapazen in engen Grenzen:

Axel wandert von Bregenz nach Wien und bloggt über die Erlebnisse, die man am Berg eben hat: Menschen, die man trifft. Gedanken, die einem einschießen. Blicke, die ins Aug springen. Die Route orientiert sich am Weitwanderweg 01. Die Wanderung ist alpin bis hochalpin, führt selten auch durchs Tal.

Seit 24 Tagen ist Axel unterwegs - wanderbegeisterte Blog-Leser finden Foto-Perlen und äußerst unterhaltsam geschriebene Beiträge. Wer dadurch selbst auf den Geschmack kommt, sollte am Blogger-Contenst teilnehmen:

Für alle Blogger gibt es im Zuge von Axels Wanderung einen Contest. Wer das Widget auf seinem Blog einbindet und damit die meisten User auf Axels Blog bringt, eine Wanderwoche in Gosau samt Übernachtung im Top-Hotel.

Wer möchte, kann Axel übrigens auch ein Stück des Weges begleiten. Gelungene Online-Kampagne, finde ich.

Foto der Woche

Spirograph III von Ben Matthews nutzt eine Halfpipe als Leinwand und Farbe als Licht - beeindruckend:

spirograph halfpipe

Ritchies Video der Woche

Hätte das Filmteam seinerzeit beim Dreh von "Angriff der Killerameisen" seinerzeit derartige Makros zur Verfügung gehabt, dann wäre der Film wohl um einiges grusliger geworden. Jörg Brönnimann lässt in "Ant-Views" seinen insektoiden Hauptdarsteller durch die Canon Mark II Makrowelt spazieren:

Judiths Video der Woche

Hochzeiten sind Königsdisziplin in der Kategorie der Familienfeiern. Noch mehr Verwandte, noch mehr Essen, noch mehr Zeitaufwand und noch mehr Langeweile. Aber es geht auch anders, wie dieses Video der Woche zeigt:

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Rückblicks - oder, wie manche sagen, in der Gegenwart - angelangt. Wir wünschen herausragende letzte Sonntagsminuten und einen dialogischen Start in die neue Web 2.0 - Woche. Danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns am Montag.

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Blogistan Panoptikum KW29 2009

Dieses Panoptikum erscheint mit Verspätung und fasst sich kurz, denn in den letzten sieben Tagen ging's Schlag auf Schlag: am Donnerstag/Freitag war ich beim Werbeplanung Summit, am Samstag bei Patti Smith in Wels und am Sonntag mit Red Bull Mobile beim XAlps Start in Salzburg. 50km/h Windböen verhinderten leider sehr effektiv unseren geplanten Paragleit-Tandemflug, die Gleitschirm-Profis Vertikal-Loopings direkt überm Mozartplatz drehen zu sehen, war allerdings definitiv beeindruckend. Mobiltechnologie hat mittlerweile auch Einzug in den Extremsport gehalten: alle Athleten, die an der 14tätigen Überquerung der Alpen per pedes und Paragleiter teilnehmen, sind mit GPS-Devices und Handys ausgerüstet, die ein Live-Tracking während des Bewerbs erlauben, das von der "Average Resting Time per Day" bis zur aktuellen Position alle Details verrät. Ich schätze, es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis man den Pulsschlag der Formel1-Fahrer während des Rennens live am Handy abrufen kann :mrgreen: Aber nun without much further ado zum gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datenschmutz: ab sofort sind die jeweiligen Beiträge mit Autor- bzw. Autorin-Icon gekennzeichnet.

Geekly News auf Atv.at

Judith aka Linzerschnitte ritchie aka datadirt Diese Woche fiel der Startschuß für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitte-Gemeinschaftsprojekt: Geekly News, das ist ein Videochannel der Platz bietet für seriöse Technologienews, Gadget-Fetischismus bis hin zu geekigen Lifestyle-News. Die ersten Videos sind schon online, wer also noch nicht genug über Poken weiß oder sich für einen Datenschmutz-Videopodcast zum neuen Nokia N97 interessiert, möge gleich mal reinschauen! Und wer nicht weiß, was auf einer Unix-Timestamp-Party eigentlich gefeiert wird, findet auch die passende Antwort. Hier geht's zum neuen Channel: atv.at/geeklynews

Und das wichtigste: wer selbst Video-Podcasts zu den Themen Technologien / Web / Geek-Stuff dreht und veröffentlicht, ist als Gast-Video-Blogger herzlich willkommen! Als Belohnung winkt Coverage auf der ATV-Startseite.

Teenager.lesen.keine.Bezahlzeitungen

Judith aka Linzerschnitte Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Darum wird ein 15jähriger Praktikant bei Morgan Stanley nicht zum Kaffeekochen verdonnert, sondern bekommt den Auftrag, das Mediennutzungsverhalten seiner Freunde zu dokumentieren. Das Ergebnis seiner Recherche wurde von Morgan Stanley und schließlich auch von der Financial Times veröffentlicht und lässt Old Media erzittern. Ein Zitat:

No teenager that I know of regularly reads a newspaper, as most do not have the time and cannot be bothered to read pages and pages of text while they could watch the news summarized on the internet or on TV. The only newspapers that are read are tabloids and freesheets (Metro, London Lite…) mainly because of cost (...).

Sieht aus, als ginge wieder mal ein Punkt an Chris Anderson mit seiner Theorie der "Freeconomics" und als wären Zeitungsabonnenten tatsächlich vom Aussterben bedroht. Hier der Artikel von Morgan Stanley: How Teenagers Consume Media.

Blogs vs. Nachrichtenmedien: minus zweieinhalb Stunden

ritchie aka datadirt Um zweieinhalb Stunden hinken Blogs professionellen Nachrichtenmedien hinterher, berichtet Telepolis [via Philip Budka]:

Traditionelle Medien haben den Ruf langsam zu sein. Das trifft zu bei den Nachrichten, die in Printmedien veröffentlicht werden. Sie sind immer zu spät dran gegenüber dem Internet oder anderen 24-Stunden-Medien wie dem Radio oder dem Fernsehen. Aber wenn es darum geht, wer schneller ist, dann siegen weiterhin wenig erstaunlich die Online-Redaktionen der traditionellen Medien über die Blogger. Normalerweise haben sie, so eine Studie von Jure Leskovec, Lars Backstrom und Jon Kleinberg von der Cornell bzw. Stanford University über die letzten drei Monate der US-Präsidentschaftswahl vom 1. August bis zum 31. Oktober 2008, einen Vorsprung von 2,5 Stunden.

Trotzdem gäbe es flinke Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Ich habe mich nicht näher mit der Methodologie der Studie beschäftigt, aber dass Blogger im Durchschnitt so rasch reagieren, wundert mich - ob da wohl eine Content-Scraper Scripts die Statistik beeinflusst haben?

Mrs. Palin vs. Blogosphere

ritchie aka datadirt Die Fast-Vizekandidaten mit Alaska und Schusswaffenerfahrung geht radikal gegen Blogger vor, das mittlerweile als falsch eingestufte Gerücht verbreiten, sie habe Baumaterialien eines Sportgebäudes für ihre Privathütte verwendet. Dabei ist es laut amerikanischem Medienrecht keineswegs verboten, falsche Vermutungen zu publizieren, sofern diese als "Annahme" und nicht als Faktum deutlich gekennzeichnet sind, wie Technewsworld betont:

That didn't stop Palin's attorney from threatening to bring defamation charges against anyone who had repeated the allegation. Singled out were the The Huffington Post, The Washington Post -- and Alaskan blogger and radio host Shannyn Moore.

Moore, for her part, was not cowed -- and rightly so. She had the law on her side. It is not illegal to publicize rumors as long as statements are couched with appropriate qualifiers such as "alleged," "reportedly," etc., or clearly are written as opinions. For instance, you can say "I think so-and-so is a crook." What you can't say is "So-and-so is a crook because he is embezzling funds from his company" -- unless, of course, it's true. The law allows even greater latitude when it comes to comments made about public figures such as Palin.

Wer nun schon die Koffer packt, sei gewarnt: um einen Freifahrtsschein handelt es sich keineswegs:

There are limits to what the law permits, however. Bloggers don't receive a Get Out of Jail Free card just by strategically modifying any outlandish claim with words such as "maybe" or "I've heard."

Der Prozess ist noch im Laufen, Palin wurde aber wieder mal heftig kritisiert - von einer Politikerin erwarte man sich eine dickere Haut, so der Tenor vieler Medien. Die HuffingtonPost meint dazu:

By specifically singling out and naming Moore, Palin has done two things; she has shown herself to be a reactionary immature politician, and she has made Shannyn Moore a lot better known.

Erwartungsgemäß lässt sich Shannyn keineswegs einschüchtern und schreibt weiter unerschrocken über respektive gegen Sarah Palin - und Lachs: yummy!

Erzähl mir keine Conversion-Märchen

ritchie aka datadirt Wenn ein Online-Marketer unter geändertem Namen über Realitäten und Normen in der Welt des eCommerce schreibt, dann ist höchste Skepsis angebracht: ob "Werner Schoppelhuber" tatsächlich Konversionsraten über 10 Prozent erzielt oder nicht, ist aber im Kontext dieses Artikels völlig irrelevant - denn die hier präsentierten Überlegungen (vor allem jene zu Messbarkeit und Optimierung) sollte sich jeder, der online etwas verkaufen möchte, eingehend durch den Kopf gehen lassen:

Den meisten E-Commerce-Anbietern gehen mittlerweile die Ideen für weitere Optimierungen aus. Beinahe hilflos stochern sie im Internet-Fundus und scheuen sich nicht vor den abenteuerlichsten Experimenten. Dabei vergessen sie: Konversion passiert im Kopf des Kunden. Der Blick auf die Kauf- und Entscheidungsprozesse des Konsumenten liefert viele effektive Ideen für Optimierungen. Meist sind es nämlich nicht die kostspieligen Features sondern die kleinen Details, die für eine hohe Konversionsrate sorgen.

Twitter Daten & Strategien von Hackern an TechCrunch verkauft

Judith aka Linzerschnitte Ein Sicherheitsleck machte diese Woche Twitter das Leben schwer: ein "Hacker" hatte das Mail-Passwort einer Mitarbeiterin erraten und daraufhin Zugang zu über 300 "geheimen" Dokumenten erlangt. Inhaltlich ist die Bandbreite groß, vom Pitch für eine Twitter TV Show ist die Rede, Vereinbarungen mit AOL, Dell, Nokia und Ericson, finanzielle Ein- und Ausblicke usw. Aber auch Infos über ein strategisches Meeting waren dabei und wurden schließlich von Techcrunch (nach Rücksprache mit Twitter!) veröffentlicht:

One of the audacious goals laid out in the notes of the strategy meeting is for Twitter to become the first Web service to reach one billion users. The notes are laid out in bullet points with each one reading like a Tweet: "If we had a billion users, that will be the pulse of the planet.

Mal sehen, wohin die Reise für Twitter geht - und wann die Critical Mass erreichen wird. Diese dazu auch dieses Scribble von Wikipedia zum Pulse of the Planet.

Seit wann zählen Blogs nicht als soziale Medien?

ritchie aka datadirt Eine aktuelle Beobachtung des Copybloggers kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen: immer mehr Leute setzen Social Media mit Networking gleich, während Blogs als etwas "anderes" betrachtet werden:

Maybe the fact that "old media" has co-opted those aspects of blogs is the reason that some people no longer see blogging as social media. I think that's a bit silly.

Absolut lesenswerter Beitrag - angesichts der Masse an Diskussionen zum Thema Friendfeeden vs. Twittern vs. Bloggen tendieren viele User dazu, kommerzielle und ideelle Interessen zu verwechseln:

When you think like a media producer in this brave new social media world, it's your content that social networkers are sharing and promoting, and that translates into your cash. If you're only social networking, you're only someone's user-generated content, and even your digital overlord struggles to make money.

Digital Sky Technologies stockt Facebook Anteil auf

Judith aka Linzerschnitte Der "Application-Provider" Facebook (Quote: Andi Klinger am Werbeplanung Summit) wird im fünften Jahr seines Bestehens mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Der Russische Technologiekonzern Digital Sky Technologies (mail.ru) hat weitere 200 Millionen Dollar in Facebook investiert und nun seine Anteile auf 3,5 Prozent des Unternehmens erhöht. Das hat auch einige Analysten überrascht, dennoch ist auch diese Woche wieder davon die Rede, dass Facebook das neue Google sei bzw. sein werde.

Diese Einschätzung wird Mark Zuckerberg viel Freude bereiten, anscheinend ist es ja sein Masterplan, eines Tages Google in die Tasche zu stecken.

Warum Friendfeed stagniert

ritchie aka datadirt Scobble macht sich Gedanken über das langsame Dahinsiechen seines Lieblingspatienten: der einstige Heavy-Tweeper führt seine Konversationen mittlerweile ja primär via FriendFeed. Das einzige Problem: alle finden die technischen Features toll, aber so gut wie niemand nutzt die neuen Real-Time Möglichkeiten. Aber Scobble bleibt standhaft:

Will I leave FriendFeed? Stop talking about it so much? No and no. Why? Because it lets me differentiate what I do from other bloggers and it has helped me build an innovative media platform that is paying me and Rackspace dividends. Lots of people at the TechCrunch event in Europe say they like reading me there, which demonstrates to me that I’m reaching the audience I wanted to, even if FriendFeed hasn’t reached its own potential yet.

David Gilmour, Freund der Hacker

ritchie aka datadirt David Gilmour nimmt den Rockklassiker "Chicago" neu auf, um Spenden für einen Hacker zu sammeln - und EMI veröffentlicht auf der eigenen Homepage einen Pressetext über die Aktion. Und da soll nochmal einer sagen, wir lebten nicht in einer postmodernen Wertewelt:

Unter der Mitwirkung von Chrissie Hynde, Bob Geldof und Gary McKinnon selbst wird die von Chris Thomas produzierte Coverversion als kostenfreier Download ab dem 20. Juli über die Webseite der britischen Zeitung The Daily Mail angeboten, allerdings verbunden mit der Aufforderung, eine Spende – gleich welcher Höhe – zu leisten, um damit Gary McKinnon zu unterstützen. Mit dem Einverständnis des Songkomponisten Graham Nash hat Janis Sharp, Garys Mutter, für den Song einen neuen Text geschrieben, der sich unmissverständlich an den US-Präsidenten Barack Obama wendet, damit er sich der Sache ihres Sohnes persönlich annimmt.

Foto der Woche

"aaaaaa........" nennt mamnaimie diesen äußerst gelungenen Shot einer Ringelspielfahrt... es muss zum Glück eben doch nicht *immer* HDR sein:

ringelpiez Blogistan Panoptikum KW29 2009

Linzerschnittes Video der Woche

Rache ist das Thema einer noch unveröffentlichten Dokumentation - und das sind drei Shots daraus. Mein Conclusio: Rache ist prickelnd und wird am besten kalt serviert.

ritchies Video der Woche

Ich konnte mich schon wieder nicht entscheiden - Vimeo liefert jede Woche so viel großartiges Material, dass die Auswahl wirklich schwierig fällt. Da wäre zum einen "Sportberichterstattung mal anders" von Ken Loutit: mein Interesse an Sportberichterstattung hält sich in extrem engen Grenzen, aber dieser Ästhetik-Shift ist mehr als gelungen:

A propos Ästhetik: Makoto Yabuki gelang mit seiner "White Box" eine wunderbare visuelle Metapher zum Thema Kreativität:

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Rückblicks angelangt - Linzerschnitte + datadirt bedanken sich artig Ihre Whuffies (ja, so heißt neuerdings die Währung der Aufmerksamkeit), wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW22 2009

Herzlich willkommen zum Blogistan-Panoptikum - vor lauter Feiertagen vergehen die Wochen ja nahezu im Flug, aber das hält eifrige Blogger natürlich nicht vom Berichterstatten ab, ganz im Gegenteil. Noch dazu bei diesen sibirisch-verschärften Außenbedingungen... dabei hatten uns die EU-Spitzenkandidaten doch einen super-heißen Mai versprochen. Aber wenn's draußen kalt ist, dann kann man sich aus den diversen werblichen Print-Produkten und anachronistischen Tageszeitungen wenigstens ein wärmendes Feuerchen anzünden. Ganz ehrlich, kein Mensch braucht im Internetzeitalter mehr Tageszeitungen, die ganze Journalismus-Qualitäts-Debatte können wir Crowdsourcer uns doch endgültig schenken. Außer Datum - die einzige löbliche Ausnahme im von Falter-Meinungs-Monopolen geplagten Bobo-Österreich. Im Übrigen bin ich der Meinung, Armin Thurnherrs internet-feindliche Haltung gehört zerschlagen.

Google bringt Wave

The buzz is on - im Lauf des Jahres will Google sein neuestes Produkt "Wave" veröffentlichen - es soll nicht mehr und nicht weniger tun, als unseren Umgang mit Kommunikation und Kollaboration im Web nachhaltig zu verändern. E-Mail, Kontakte, Social Networks - Wave will die Grenzen zwischen Dokument und Dialog verschwimmen lassen:

A wave is equal parts conversation and document. People can communicate and work together with richly formatted text, photos, videos, maps, and more.
A wave is shared. Any participant can reply anywhere in the message, edit the content and add participants at any point in the process. Then playback lets anyone rewind the wave to see who said what and when.
A wave is live. With live transmission as you type, participants on a wave can have faster conversations, see edits and interact with extensions in real-time.

Erste Eindrücke und Screenshot kann man hier begutachten, potentiell Beta-Tester können sich mal für einen Account vormerken lassen. Wave wird übrigens komplett unter der Open Source Lizenz stehen - diese ausführliche Präsentation von der Google I/O macht mir jedenfalls den Mund wässrig:

YouTube Preview Image

"But all good things, they say, never last", sang Prince. Und nun sagt TechCrunch das gleiche über Twitters "Trending Topics":

Up until recently, Twitter’s trending topics - which are prominently displayed on their Search homepage and now also in the sidebar when you’re using the Twitter website - were an awesome way to get a feel of what was buzzing on the Web, in a way that virtually no other web service was able to do.

Aber dann kamen die Piraten und Michael war ordentlich beleidigt!

Today, when you look at Twitter’s trending topics, you’ll notice that the large majority of trends are memes started by a single user or a group of users, with the main goal offering entertainment rather than spreading information. That’s all fine and dandy - no harm in having fun - and I realize well that Twitter’s trending topics are not necessarily required to be giving you and me an overview of stuff that really matters, but I can’t help but think it’s a pity that that list is starting to turn into the top 10 of chain letters people used to circulate through e-mail messages in the late nineties.

Ach liebes fliegendes Spaghetti-Monster, ich bete zu dir jeden Tag darum, dass mehr Menschen einsehen mögen, dass es mehr Spaß macht, Social Media Plattformen zu manipulieren als deren Regen einzuhalten...

Heißt du wirklich so?

Amerikanische Ureinwohner tragen häufig sprechende Namen wie "Robin kills the Enemy": der steht zwar in ihrem Pass, bringt aber auf Facebook Probleme mit sich, ebenso wie exotische Namen á la "Lisa Strawberry" - denn laut AGBs verlangt FB den richtigen Namen und legt bei Verdacht auch gerne mal unbegründet Accounts stillt, wie der Spiegel online berichtet:

Alicia Istanbul wurde zum Verhängnis, dass sie einen ungewöhnlichen Namen hat. Und Facebook hat gerade eine Kampagne gestartet, alle "fake accounts" zu löschen, also Nutzerkonten, die nicht wie gefordert den richtigen Namen angegeben haben. Für dieses Anliegen hat Istanbul ja Verständnis. Aber ganz und gar nicht verstehen kann sie, warum Facebook sie nicht einfach gefragt hat. "Sie sollten vorher wenigstens einen Warnhinweis schicken", klagt sie. "Ich war dort den ganzen Tag unterwegs. Ich habe mein gesamtes soziales Netz darauf angelegt. Und das ist es ja schließlich, was Facebook auch will."

Zwar werden die Konten im Ernstfall nach Support-Intervention wieder freigeschalten, allerdings kann das bei 850 Mitarbeitern und Millionen Usern schon mal ein Weilchen dauern. So selten dürften derartige Fehlalarme übrigens gar nicht vorkommen - FB-Sprecher Barry Schmidt räumte Probleme ein, die Gruppe Facebook: don't discriminate against Native surnames!!! hat bereits über 4.000 Mitglieder. Schwierige Sache: einerseits will Facebook natürlich keine ressourcen-fressenden Fake-Accounts, andererseits entstehen dadurch für die Träger exotischer Namen derartige Kollateralschäden.

Gratulation zum 35., Mr. Shoemoney!

Jeremy Shoemaker wurde diese Woche 35 - herzliche Gratulation! Von keinem anderen US-Blogger habe ich mehr über Online-Marketing und Affiliate-Biz gelernt... keep up the good work! Auch einen Blick wert: das Friendshirt der Woche, diesmal von Friendshirt.me. Und die Kommentare sind ziemlich eindeutig... ich würd drauf wetten, dass da in der nächsten Zeit einige Bestellungen eingehen! Ich hab mein Friendshirt ja schon :mrgreen:

Wieviel ist ein Micro-Scobble?

Robert Scobble ist Web 2.0 Evangelist und Twitter-Legende. Das Disqus Blog hat ein Interview mit dem Mann, dessen Nachname Pate stand für die Benennung der internationalen Tweet-Frequenz-Einheit "Micro-Scobble", veröffentlicht:

I grew up in silicon valley, I had no choice. My Dad was an engineer and I grew up in Cupertino about a mile from Apple Computers. I had an Apple Computer in 1977, in my junior high I was in the first computer club , and I got a tour of Apple when they were one little building. So yeah, I’ve always been around tech.

Werner, die Russen sind da

Dass Facebook viel mehr Geld verbrennt als die Werbungen reinbringen, dürfte mittlerweile wohl bekannt sind. Munter geht die Suche nach neuen Investoren weiter -einen fand man in Form von Digital Sky Technologies. Die russische Internet-Investment Firma gab 200 Millionen Dollar für 1,96% Anteil an Facebook aus, wie die New York Times berichtet:

Digital Sky won because its founders Yuri Milner and Gregory Finger have strong experience running Internet properties in Eastern Europe and Russia, and "a deep, advanced understanding" of social networking technology, Zuckerberg said.

Pikantes Detail am Rande: Cheffe Zuckerberg gibt sich zwar ganz lässig, dürfte aber wissen, dass die Gesamtbewertung des Unternehmens in den nächsten Monaten wohl ziemlich nach unten rasseln wird. Der Gesamtwert beträgt derzeit übrigens sagenhafte 10 Milliarden Dollar, als Microsoft 2007 für 240 Millionen Dollar lediglich 1,6 Prozent erwarb, lag der Unternehmenswert noch um ein Drittel höher. Tja, Analysten sind halt auch ganz schön launisch.

Die fünf nuttigsten Hochzeitskleider ever

Danke an Judith, die mich auf diesen großartigen Beitrag über die Top 5 Sluttiest Wedding Dresses Spotted In 2009 hingewiesen hat. Auch wenn es mir fast das Herz bricht, dass Miss Carey nicht mehr Single ist, eines muss man ihr lassen: mit ihrem Gefühl für Styling könnte sie in jedem Bordell dieser Welt sofort einen Job bekommen - und der Hochzeitsbikini ist auch nicht übel. Das muss man gesehen haben:

The Mariah Carrey slutty wedding dress certainly doesn't leave anything to the imagination. Fully equipped with garter belt, stockings, and a main fashion piece better off worn under the dress or on the wedding night, this dress starts us off with its moderately tame slutty fashion.

SEO-News der Woche

Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo: das legt zumindest eine aktuelle Studie über das Thema Suchmaschinen Branding. vs. Suchmaschinenqualität nahe:

So haben die Mannen rund um Google einen internen Versuch durchgeführt, bei dem die Suchergebnisse konkurrierender Suchmaschinen wie z.B. Yahoo, MSN/Live, Cuil, Ask, AltaVista, etc. in das Seitenlayout von Google gegossen und Testpersonen vorgesetzt wurden. Zum Vergleich wurde dieses Spielchen natürlich auch in umgekehrter Weise durchgeführt, wobei die Google-Suchergebnisse in das Layout von fremden Suchmaschinen integriert wurden. Das Ergebnis: Die Probanden empfanden immer die Suchergebnisse als besser, über denen das Google-Logo platziert war!

Manches lässt sich aber auch experimentell überprüfen, wie etwa der Canonical-Tag - Stefan hat seine höchst aufschlussreiches Versuchsprotokoll hiezu dokumentiert - unbedingt lesenswerter Beitrag! Apropos Kopien: die Seouxindianer haben 10 einfache Linkbaits zum Kopieren bereitgestellt. Und in der Tat: die genannten Rezepte wirken nachhaltiger als alle Russenlinks dieser Welt :mrgreen:

Wie SMO *nicht* funktioniert

Bei den Seouxindinaner habe ich auch noch einen zweiten Beitrag gefunden, den sich potentielle Social Media Cowboys unbedingt *vor* allfälligen Pistolen-Duellen zu Herzen nehmen sollten, gefunden: Wie SMO nicht funktioniert beschreibt die häufigsten Fehler und ich kann jeden einzelnen Punkt nur vollauf unterstreichen. Beispiel gefällig?

Den Usern freie Hand lassen funktioniert nicht. Wer seine Firma in Social Media Portalen nicht selbst präsentiert, der gibt unzufriedenen Nutzern und der Konkurrenz die Chance “ihre Meinung” als einzig vorhandene einzureichen. Wenn die ersten Inhalte aber von der eigenen Firma gestellt werden, ist der erste Eindruck durch kontrollierte Publikation gerettet.

Google Suggest nutzen

Google Suggest wirft in der Tag einiges über den Haufen:

Google Suggest ist wohl die größte Änderung, die uns Google in den letzen Monaten präsentiert hat. Nicht nur, weil Suggest von der breiten Usermasse aktiv genutzt wird, sondern auch weil es ein paar Erkenntnisse der Vergangenheit über den Haufen wirft. So führt die aktive Nutzung zu einer massiven Verschiebung der Suchvolumen von Ein-Wort-Kombinationen hin zum Longtail.

Und der Preis für den charmantesten-Insider-Slang des Monats geht an den selben Beitrag:

Der User sucht trotzdem dasselbe, er geht nur evt. einen anderen, direkteren Weg. In der Folge heißt dies, dass es abermals schwerer wird, dem User Inhalte unterzujubeln, die er eigentlich gar nicht sehen möchte. Also heißt es, den User genauer zu studieren und seine Wünsche zu kennen.

Video der Woche

Normalerweise poste ich an dieser Stelle keine Werbeclips, aber Peter Novak hat mit dieser Redhat-Linux Werbung einen fantastischen Job gemacht! Der geht raus an die Open Source Community weltweit:

Foto der Woche

Die bewegten Bilder der Woche werden ab sofort in jedem Panoptikum um die Foto-Rubrik ergänzt: das Bild der Woche suche ich nach rein subjektiven Kriterien aus - seit ich selbst recht viel mit meiner digitalen SLR hantiere, weiß ich, wie schwierig es ist, perfekte (HDR)-Belichtungen zustande zu bringen. Die Auswahl ist mir bei der Premiere gar nicht leicht gefallen, aber diese Abendstimmung im Manasquan Reservoir von Joisey Showaa finde ich fantastisch:

manasquan Blogistan Panoptikum KW22 2009

Und das war's auch schon wieder für diese Woche - danke fürs Vorbeisurfen, wir lesen uns am Montag!

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Blogistan Panoptikum KW16 2009

blogiblau Blogistan Panoptikum KW16 20092009 ist das Jahr der sozialen Medien. Kein Wunder, dass Mashable zu diesem Schluss kommt, denn Twitter, Youtube, Facebook und Co. wuchsen und wachsen nach wie vor ganz gewaltig - ein Ende des Trends ist weit und breit nicht in Sicht, die höchste Facebook-Wachstumsrate wies übrigens Spanien mit 999% auf. Es rappelt also weiterhin ungebremst in der Kiste Internet, und früher oder später muss vielleicht mal jemand die alte Hymne "The Internet is for porn" umdichten. Doch bis es soweit ist, without any further ado direkt zu den News der Woche:

Cult of Done: wider die Prokrastination

Prokrastination war noch nie meins. Nicht, dass ich alles sofort angehe und fertigbringe. Auch ich schiebe oft und vieles vor mir her. [...] Aber das zelebrieren bzw. ästhetisieren dieses Zustandes ist mir unsympathisch. Im besten Fall entspricht es einem oberflächlichen, seltsam interpretierten Gestalt Prinzip, im Normalfall ist es eine als Rechtfertigung missverstandene Ausrede für Muqa Smalltalk.

Schreibt Pete. Und ich wollte eigentlich schon längst einen Kommentar zu diesem lächerlichen Konzept, aus dem Sascha Lobo ein Business-Modell gemacht hat, schreiben, aber treffender hätt ich's nicht formulieren können. In seinem Beitrag gibt's einige lesenswerte Links, unter anderem auch zum Cult of Done Manifesto von Pre Pettis und Kio Stark. Besonders gut gefallen mit die Regeln 3, 5 und 13:

3. There is no editing state.
5. Banish porcrastination. If you wait more than a week to get an idea done, abandon it.
13. Done is the engine of more.

Ich möchte dem noch hinzufügen: Prokrastination ist das virtuelle Äquivalent zu Crystal Meth für jeden Online-Unternehmer... außer Sascha Lobo. Aber die Freude der Feuilleton-Medien über ein neues Buzzword reicht bloß für einen.

"Twitter Connect": ReadWriteWeb analysiert

Endlich arbeitet Twitter an einer Identifikations-API analog zu Facebook Connect bzw. Google Friend Connect. Damit soll es zukünftig möglich sein, Drittapplikationen ohne Passwort-Weitergabe zu nutzen und Twitter als Alternative zu OpenID zu nutzen. Längst überfällig - doch ReadWriteWeb sieht enormes Potential:

All social networking services these days want to be "a platform" - but it's really true for Twitter. From desktop apps to social connection analysis programs to services that will Twitter through your account when a baby monitoring garment feels a kick in utero - there's countless technologies being built on top of Twitter.

Im Gegensatz zu Facebooks proprietärer Schnittstelle setzt Twitter auf OAuth, wie TechCrunch berichtet. Doch der Autor bezweifelt, dass Einfachheit siegt - letztendlich wird die "Calling Card Battle" wohl tatsächlich ein "Number-Game":

Of course, Twitter is still far, far behind Facebook in terms of users. And at the end of the day it would seem the service that controls the most users will win what ReadWriteWeb’s Marshall Kirkpatrick has named the “calling card” battle.

Celebrities und Twitter

VentureBeat dankt Oprah: "We can finally stop talking about Twitter." Und das kommt so: die populärste amerikanische Talkmasterin ging unter die Microblogger und hat nach nur 10 Tweets bereits über 300k Followers - das nennt man wohl crossmedialen Image-Transfer:

The next time you see a post breathlessly exclaiming, "Politicians are on Twitter! Celebrities are on Twitter! You can find news on Twitter!" or whatever, please leave the following comment: "Dude, Twitter was on Oprah. 'Nuff said." And yes, that includes posts on VentureBeat.

Erster Twitterant mit über einer Million Followern war übrigens weder Guy Kawasaki noch Jason Calacanis - nein, Ashton Kutcher führt die Hitparade an.

Sonys erster eBook Reader

Georg hat sich einen Sony PRS-505 eBook Reader besorgt, Amazon Blogistan Panoptikum KW16 2009 verkauft das Gerät um knapp 300 Euro. Im aufschlussreichen Testbericht finden potentielle Interessenten alle Fürs und Widers - WLAN muss in die nächste Version auf jeden Fall rein:

Bücherwürmer, die die Haptik eines Buches oder den Geruch frischen Papiers wird ein E-Reader nie für sich gewinnen können. Muss er auch nicht. Genauso wie heute noch Schallplatten verkauft werden, wird es wohl immer auch gedruckte Bücher geben. Was wird er verändern? So ziemlich alles andere, was heute gedruckt daher kommt. Vielleicht nicht in dieser oder in der nächsten Version. Aber für mich ist absehbar, dass das die Zukunft ist.

Ich werde mir demnächst auch einen eBook-Reader zulegen (müssen). Immer mehr spannendes Lesefutter, seien es pdf-eBooks oder Fulltext-Feeds und Zeitungen (dazu mehr in diesem Beitrag), landet digital auf meiner Festplatte. Das Handy ist (derzeit) kein besonders augenfreundliches Lesegerät, und die Zeit der Papierstapel ist vorbei. Wichtigster Punkt ist dabei sicherlich das Kontrast/Auflösungsverhältnis, und beim Screen scheint Sony bereits recht gute Arbeit geleistet zu haben.

Die besten BBQ Blogs

Es darf wieder gegrillt werden - da kommen Rezepte recht gelegen, und bei der Röstung toter Tierteile über offener Flamme sind sich Europäer und Amerikaner einig: es handelt sich um eine Wissenschaft! Wer immer schon mal in-depth wissen wollte, warum man bloß kein Bier aufs brutzelnde T-Bone kippen sollte, wird bei dieser Topliste der Blogpiloten beängstigend fündig. Aber Vorsicht: es haben sich auch ein paar vegetarische Rezepte eingeschlichen, dabei weiß doch jedes Kind: Soja hat am Grill nix verloren! Mein Favorit ist der Smoky Chipotle - oder hört sich das nicht großartig an? Oatmeal/Macadamia Crusted Pork Tenderloin with a Coconut Chipotle Sauce & Grilled Caramelized Pineapple Relish.

Webmarketing ohne Suchmaschinen

Ein bemerkenswerter Beitrag auf DoshDosh stellt die berechtigte Frage: wie würden Sie Ihre Seiten ohne Suchmaschinen vermarkten? Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es effektiver ist, direkt zu den Kunden zu gehen anstatt drauf zu warten, bis die von selber kommen:

Go where people gather. There you will be heard. It sounds like rudimentary marketing but quite honestly, until I’ve tried ignoring search engines and focusing exclusively on gathering points, I didn’t realize how much actual marketing I was NOT doing.

Also den Fokus weg von Google, hin zu integrativem Brandmanagement? Im Social Web durchaus ein logischer Schritt, für den der Beitrag ein paar interessante Anregungen liefert.

SEO News der Woche

Alexa trägt mit den 3 neuen Features Demographics, Clickstream und Search Traffic ein Scherflein zum Datensalat bei. Und Bayando ist aufgefallen, dass die Google-Profile Nice-URLs bekommen haben - hier kann man mit wenig Aufwand einen Backlink abstauben - nun nur noch den richtigen Linktext verwenden, und schon klappt's mit den SERPs.

Google erweitert die Referrer

Im Googleblog gibt's Infos über die neue Referrer-Struktur - da stehen jede Menge Goodies drin, unter anderem die Keyword-Position des Resultats, auf das geklickt wurde - kein verspäteter Aprilscherz:

The new referrer URLs will initially only occur in a small percentage of searches. You should expect to see old and new forms of the URLs as this change gradually rolls out.

Weitere Details findet man bei WP-optimieren.de - die Universal Search macht die ganze Sache nicht gerade einfacher, aber auf mittelfristige Sicht einige Drittanbieter-Tools obsolet:

Leider trifft Google keine Unterscheidung, ob man ein gerade eine Suchergebnisseite mit Blendings (News, Lokal, Produktsuche etc...) erwischt hat. Wenn man z.B. nach "Blumen" sucht, erhält man aus der Universal Search lokale Treffer, News und auch Videos. So finden sich auf der ersten Seite 22 Treffer. Klickt man dann auf die zweite Seite der Suchergebnisse, geht es da mit Position 11 weiter.

SEO-United verweist auf die Wichtigkeit der richtigen Verlinkung aus Blogartikeln und empfiehlt Änderungen am Originaltext, um einer Abwertung zu entgehen - klingt durchaus leicht paranoid, aber man kann bekanntlich nie vorsichtig genug sein! :mrgreen:

Damit Google einen Link nicht abwertet, sollte man unmissverständlich klar machen, dass eine nachträgliche Editierung des Artikels nötig war. Für Google ausschlaggebend dürfte hierbei in erster Linie der Umfang der gemachten Änderung sein. Wenn ein Artikel umfassend verändert oder noch besser ergänzt wurde, werden wahrscheinlich auch neu gesetzte Links voll berücksichtigt.

Video der Woche

Wenn Fanboys auch nur halb so lustig wird, wie der Trailer vermuten lässt, dann steht der internationalen Nerd-Community ein unglaubliches Highlight bevor. Aber was soll auch schon groß schiefgehen bei einem Film, in dem der Typ aus Tropical Thunder, das heiße Chick aus Sin City und Captain James T. Kirk mitspielen? (Beste Stelle: "I'm Captain James T. Kirk. I can screw anything." [via Pete]

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Und das war's auch schon wieder mit dieser Kalenderwoche. Ich wünsche einen wunderschönen Restsonntag und werd mich mal an die Vorbereitungen für Montag und Dienstag machen - das Programm ist recht dicht gepackt: Montag und Dienstag werde ich als Blogger-Gast gemeinsam mit Dieter Rappold live vom Kongress Identitaet09 berichten, am Dienstag Abend werde ich bei digitalks einen kurzen Vortrag über Online-Marketing mit Twitter halten. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

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Facebook-Beitrag auf ATV

Gestern vormittag besuchte mich ein Kamerateam von ATV, um ein Statement für einen ATV-Aktuell Beitrag zum Thema "Facebook und der Datenschmutz" einzuholen - Geeks wissen in der Regel recht gut über die drei W's des symbolischen Datentauschs (Welche Daten gebe ich wem und was für einen Vorteil hab ich dadurch?), Otte Normaluser dagegen ist nicht mal unbedingt klar, dass potentiell jeder jede ins Netz gestellte Information finden kann, es sei denn, man trifft explizit Vorkehrunge. Das mag sich ziemlich hypotethisch anhören, Max, Francis und ich bekommen aber immer wieder mal Mails von neu aufgenommenen Piratencharts Blogbetreiber, die vollkommen schockiert drüber sind, dass ihre Blogspot-Seite plötzlich von Technorati und damit auch in weiterer Folge von uns gefunden wird. Ein schwieriges Thema, das sich in kurzer Zeit natürlich nur grob anreißen lässt - aber sehen Sie selbst:

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Blogistan Panoptikum KW49 2008

the new AkiraJana berichtet über diverse T-Shirt News von theoretisch bis praktisch (inkl. Tipp für Gratis-Shirt), Max noch keine Meinung zu Connect & Co, Peter denkt über eine Hand voll Dollars nach und Laughing Squid beantwortet auf geniale Weise die Frage, wie Akira aussehen würde, wenn der Manga-Klassiker für ein amerikanisches Publikum produziert worden wäre. Und ich warte immer noch darauf, dass Vimeo endlich Pro-Accounts für Nicht-US Bürger anbietet. Das kann via PayPal doch nicht so schwierig sein!

Google Friend Connect in der öffentlichen Beta

Diese Woche läutete Google den offiziellen Betatest von Friend Connect ein:

Der Dienst stellt ein Log-in bereit, über das man sich mit einem Account bei Google, Yahoo, AIM oder einem anderen OpenID-Provider anmelden kann. Registrierte Nutzer können Inhalte veröffentlichen oder kommentieren, gemeinsam spielen, Profilinformationen einsehen, Freundschaften schließen oder weitere Freunde einladen.

Ob FC auf mittelfristige Sicht eine Konkurrenz für Facebook werden kann, muss sich zeigen - ganz reif scheint mir die Zeit für dezentrales Social Networking allerdings noch nicht zu sein, aber das könnte sich in den nächsten Monaten schnell ändern. Wer's auf der eigenen Homepage ausprobieren möchte, muss einen Beta-Account beantragen. Mehr zu Friend Connect am Google Watchblog, Robert und Alles 2.0.

Facebook launcht Connect

Und weil's so gut dazu passt: Facebook launchte fast zeitgleich den neuen Dienst Connect: dabei handelt es sich um FB's Version eines portierbaren Logins, und die ersten Daten und Fakten lassen in der Tat aufhorchen:

two out of three new registrations at participating sites were generated through Facebook Connect during the testing phase.
[...]
users who logged in using Facebook Connect were 50 percent more likely to participate socially on a website than non-Facebook Connect users once logged in.

Aber bekanntlich gilt "A Grand don't come for free" - drum prüfe auch, wer sich bloß temporär bindet:

However. Having these open standards does carry a bit of a price tag. The social data that is collected by using these interacts gets fed back into Facebook. By utilizing the Connect technology, the site owner agrees to share any data it gathers about users who use Connect with Facebook – and Facebook alone.

Bild ersteigern für Lichts in Dunkel

Sandra und Hans-Peter haben auf die DieListe.at eine Weihnachtsversteigerung gestartet: Verlost wird ein (meiner unqualifizierten Meinung nach äußerst gelungenes) Bild von Sandra Schierz, der Erlös kommt zu 100% Lichts ins Dunkel zugute:

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Alkokontrolle á la Austria

Dominik kann sich über die skurrile Debatte, ob Alkokontrollen "schädlich für Wirte und Stammtische" seien, nur mehr wundern. Ich mich auch - das ist Populismus in Reinform, wenn Politiker sagen:

Es sei doch eine Unverschämtheit, was die Polizei sich in den letzten Tagen erlaube. Da halten sie doch wirklich Autos auf, um den/die FahrerIn auf Alkohol zu testen. Das ist doch eine Unverschämtheit.

Vermutlich plädieren dieselben Personen in anderem Veranstaltungskontext für ein schärferes Durchgreifen der Polizei und genaue Einhaltung der Gesetze...

SEO-News der Woche

Links erbetteln mal anders: der Hodenkaiser experimentiert via AdWords mit der Spendierfreudigkeit der Netzgemeinde, das Boschblog gratuliert fm-itsas auf unterhaltsame Weise zum "hochqualitativen Linkaufbau" und SEO-United hat die wesentlichen Aussagen des aktuellen Webmaster Chats mit Matt Cutts in einer übersichtlichen Liste zusammengefasst. Da stehen hammergeile Meldungen drin wie:

Google hat keine Probleme, auch größere Linknetzwerke zu erkennen.
Google hat keine Probleme, Duplicate Content zu erkennen.
Wenn Links mit rel=nofollow versehen sind, darf man diese offiziell verkaufen.

Wow. Da sind wir ja beruhigt... vor allem die erste Aussage entbehrt nicht einer gewissen Ironie: denn ich war immer der Meinung, der gesamte Google-Ranking-Algorithmus bestünde im Kern darin, das gesamte indizierte Internet als ein großes Linknetzwerk zu erkennen.

Radio SEO: Ausgabe #36 Online

Auditive Informationsverwerter sollten sich den aktuellen Podcast des SEOnauten anhören: neben Kommentaren zu aktuellen Trends gibt's in der 36. Sendung feine musikalische Begleitung von Modulator - hier geht's zum Podcast.

Gratis-Hosting für 2 Jahre

Für die dicke Trafficflut wird der Account vermutlich nicht ausreichen, dennoch kann ein bisschen IP-Spreading bekanntlich niemals schaden - ebenso wenig wie die Teilnahme am aktuellen SEO-Handbuch Gewinnspiel: verlost werden in Kooperation mit Estugo 6 Hosting-Pakete im Wert von 8 Euro pro Monat für jeweils zwei Jahre inklusive de.-Domain. Wer teilnehmen möchte, berichtet über das Hosting-Gewinnspiel, Teilnahmeschluss ist der 4. Jänner 2009.

Video der Woche: Die gute alte Kettenanimation

Für Medienkünstler war der Amiga in den frühen Neunzigern *die* Waffe der Wahl - Max hat ein spannendes 21minütiges Video ausgegraben, das 45 Teilnehmer gemeinsam mit Kettenverfahren erstellten:

1993 organisierte Christine Meierhofer mit der Unterstützung von HILUS ein Projekt an dem 45 MedienkünstlerInnen teilnahmen. Die Idee war recht simpel: Jede(r) macht eine Computeranimation und gibt das letzte Bild dieser Animation an den/die nächste(n) in der Kette weiter.

http://video.google.com/videoplay?docid=-3496775999225330821

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Panoptikums angelangt - und vergessen Sie nicht, ab und an den Bildschirm zu reinigen! [via phlow] Ich wünsche eine erfreulichen Restsonntag und einen entspannten Feiertag: wir lesen uns nächste Woche!

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Neue Branchenbuch AG: Es wird sozialer

Neue Branchenbuch AGVor kurzem habe ich österreichische Branchenbücher auf ihre SEO-Tauglichkeit hin analysiert. Während sich die Platzhirsche Yellowmap und Herold hierzulande den Markt weitgehende aufteilen, kommt in Deutschland Bewegung in die "Szene": die Neue Branchenbuch AG kombiniert als erster Anbieter eine Bewertungsplattform mit dem klassischen Branchenbuch-Angebot.

Im Social Web wird bekanntlich alles und jedes bewertet. Die "Wisdom of the Crowd" also auch bei der Bewertung von Firmen genau dort einzusetzen, wo man normalerweise nach ihnen Sucht, liegt extrem nahe. Eigentlich wundert es mich, dass noch kein Anbieter generell die Social Network Metapher verwendet bzw. als Firmenbuch zweckentfremdet: sozusagen ein Xing für Unternehmen statt für Personen. Denn dem klassischen Businessmodell der Branchenbuch-Branche (Wort-der-Woche-Anwärter, kurz: BMdBbB) täte dies keine Abbruch: denn es wird ja nicht der Installateur- oder Fotographen-suchende User zur Kasse geben, sondern die Firma, die sich präsentieren möchte - also kein Problem, eine Premium-Modell (aber bitte durchdachter als bei Xing) einzuziehen. Der Pressetext hebt zunächst die klassischen Qualitäten hervor:

Auf den ersten Blick scheint der Mitbewerber mit einem Basispreis von netto 49,99 Euro im Monat im Vergleich zu 89,00 Euro netto bei der Neuen Branchenbuch AG günstiger. Allerdings bietet das Frankfurter Unternehmen deutlich mehr Service wie die doppelte Anzahl für Schlagwörter und Branchenzuordnung, die eben entscheidend für das Finden eines Unternehmens sind.

Spannender wird's allerdings weiter unten - denn die Betreiber haben zwei Prinzipien des Social Networking offensichtlich internalisiert. Wer die Crowd sourced, muss auch für Motivation sorgen:

Wer seine Daten im Onlinebranchenbuch immer aktuell hält, seien es die Adress- und/oder aber die Produktdaten, erscheint in den Listings bei Suchanfragen weiter oben, als jene die dies eben nicht machen.

Zweites spannendes Alleinstellungsmerkmal ist ein umfangreiches Programm gegen "Bewertungsbetrug". Hier wolle man mit Experten zusammenarbeiten und "stichprobenartig" prüfen, so die Neue Branchenbuch AG. In der Tat ein untriviales Problem: denn das bekannte Social-News Phänomen (raufvoten mit mehreren Konten, motivieren des Bekanntenkreises...) nimmt im Kontext eines Branchenbuchs natürlich sofort wettbewerbsrechtliche Dimensionen an: wer es schafft, selbst besser bewertet zu sein als die direkte Konkurrenz, wird dies umso stärker an den Umsatzzahlen merken, umso mehr potentielle Kunden ihre Unternehmen im Netz suchen, und diese Quote steigt bekanntlich ständig. Rechtsexperten und eine Redaktion, die auf der Hut ist wie der sprichwörtliche Luchs, sollen systematische Verzerrungen vermeiden. Leicht stelle ich mir diese Aufgabe nicht vor: denn je populärer das Branchenbuch wird, desto größer die "Blackhat Energie". Österreichische Unternehmen dürfen übrigens - je nach Präferenz - aufatmen oder enttäuscht sein, denn die Neue Branchenbuch AG bietet ihr Service derzeit nur für Deutschland an.

Game-Missionen in der richtigen Welt

GPS Mission / OrbsterDie Firma Orbster beschäftigt sich mit der Entwicklung von Location-based Services. Im Mai diesen Jahres startete die Betaversion von GPS Mission, einem Geo-Location Portal für Spielernaturen, die ihrem Hobby lieber im Freien statt in virtuellen Computerwelten nachgehen. Waren GPS-Empfänger noch vor wenigen Jahren Nerd-Spielzeug oder Luxus-Gut, so verfügen so gut wie alle aktuellen Smartphones über eingebaute GPS-Sensoren, und die machen derartige location-based-games überhaupt erst möglich.
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Redesign und neues Dashboard bei Naymz.com

Redesign bei NaymzVor kurzem wurde das amerikanische Business-Network Naymz einem gelungenen Relaunch unterzogen: grelles Orange wich einem dezenten dunkelblau-grau-orangen Farbschema (woran erinnert mich das bloß?), für mehr Übersicht sorgt die Neugestaltung des Dashboards. Vor einigen Monaten habe ich ein Interview mit einem der Naymz-Gründer veröffentlicht, in dem Tom Drugan die Spezialitäten von Naymz erklärt. Besonders gut gefällt mir die Idee der "Reputation Networks": alle Grundfeatures stehen in der kostenlosen Version bereit, gegen Aufpreis gibt's etliche Special wie genaues Besuchertracking und dergleichen.

Besonders aktive oder gut vernetzte User erhalten ab einem "Repscore" von 10 einige Premium-Features gratis, die Kalkulation dieses Werts erfolgt dynamisch und skaliert anhand der Aktivität des gesamten Netzwerks. Primärer Faktor sind die "Assesments", die man von anderen erhält: wie es sich für eine Business-Plattform gehört, stellt Naymz nicht die Profilsammelei in den Vordergrund, sondern lässt User ihre eigenen "Reputation Networks" aufbauen, die auf bereits erfolgter Zusammenarbeit und sogenannten "Endorsements" beruhen.

Das neue Naymz Dashboard
Das neue Naymz-Dashboard

Die Informationen über Erfahrungen aus vergangener Zusammenarbeit sind natürlich weit aussagekräftiger als ein bloßer Lebenslauf. Den Slogan "Next level networking" setzt Naymz hervorragend um, allerdings muss ich schon wieder das gleiche Klagelied anstimmen: die coolen Services sind immer vollkommen us-dominiert und daher ist Naymz (noch) keine Alternative zum Xing-Telefonbuch. Wer allerdings das Geschnake der Globalisierung ernst nimmt und ein Business-Network sucht, das elegant bedienbar, innovativ und international ausgerichtet ist, sollte sich auf jeden Fall ein Profil bei Naymz anlegen - das sieht in der öffentlichen Ansicht so aus: Ritchie Pettauer's Naymz profile.

Web 2.0 Organisations-Workshop von 2.-3. Juni in Wien

Gemeinsam mit Thomas Broessler (Beratungsgruppe Exantis) und Anton Fricko (IBM, Programmanager Emerging Technologies) veranstalte ich am 2. und 3. Juni einen Workshop zum Thema Web 2.0 - ein Hype mit Wirkungen. Die Veranstaltung soll interessierten Unternehmen die Möglichkeit bieten, hinter die Kulissen des mysteriösen "Crowdsourcing" zu blicken und eigene Anwendungsszenarien für Kommunikationsinstrumente wie Blogs und Wikis zu entwickeln.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt dabei auf den organisatorischen Veränderungsprozessen, technische Details und Produkte stehen *nicht* im Fokus. Wer Interesse hat, die organisationtheoretischen Fragen und Aufgabestellungen der Web 2.0 Welt mal von innen kennen zu lernen, ist hier richtig: wir werden theoretische praktische Inputs liefern und gemeinsam mit den SeminarteilnehmerInnen Fallbeispiele aus der Praxis diskutieren und gemeinsam konkrete Anwendungsszenarien erarbeiten. Zielgruppe der zweitägigen Intensiv-Schulung sind Projektleiter und Manager im Umfeld von IT, HR, Business Development und Organisation:

Social Software/Web2.0 ist ein Hype. Täglich gibt es neue Anwendungen und Milliarden-Dollar-Deals. Gleichzeitig wird der Abgesang schon wieder eingeläutet.

Das ist der richtige Zeitpunkt für Manager und Projektleiter aus Business Development, HR, IT, sich um den praktischen Nutzen für die eigene Organisation zu kümmern und die Erfahrung aus Public Communities auf den praktischen Nutzen Organisationen zu übertragen. Dieser kann im z.B. Vertrieb, in der Produktentwicklung und in der internen Kommunikation liegen.

Wie bilden und nutzen wir also neue Corporate Communities, seien diese intern oder extern? Neue Geschäftsformen und interne Veränderungen werden jedenfalls Hand in Hand gehen. Es wird notwendig, Neue Medien und das Veränderungsmanagement aufeinander abzustimmen. Wir möchten Sie herzlich einladen, das Potenzial von "Social Ware" in Ihren Organisationen zu untersuchen und kennenzulernen.

Ihr Nutzen: Sie gewinnen Einblicke in aktuelle Fallbeispiele und bringen Ihre konkreten Fragestellungen und Projekte mit. Es erwarten Sie Fachinputs und gemeinsame Arbeit an diesen spannenden Fragen, wobei wir auf Technologiediskussionen oder Produktpräsentationen verzichten.

Organisatorisches und Anmeldung

Wann: 2.-3. Juni 2008, 09:00-17:00 Uhr
Wo: Gartenhotel Altmannsdorf, 1230 Wien
Preis: Euro 990,- zuzüglich 20% MwSt. inkl. Seminargetränke und Mittagessen.
Anmeldung bis: 20.4.2008 unter www.exantis.at/Seminare.htm
pdf-Download: Web 2.0 für Unternehmen - ein Hype mit Wirkungen

Facebook Applikation gefällig?

Dass man auf Facebook sehr effektiv auf CPC-Basis werben kann, hat sich zumindest in Deutschland in den letzten Wochen ausgiebig herumgesprochen: das zeigt sich überdeutlich am empfohlenen CPC-Preis, der in den letzten drei Wochen bei meinen Keywords um 300% (!) stieg. 't'was a good thing while it lasted, aber zukünftig werden sich effiziente Kampagnen wohl gleich auf Applikationen abstellen.

Die Stakes sind wesentlich höher, weil's nun mal länger dauert, eine Applikation zu konzipieren, zu programmieren und erfolgreich zu launchen. Und da wär's halt extrem hilfreich, Ahnung zu haben von der Facebook API. Wer's also bislang verabsäumt hat, Java zu lernen und jetzt phattestens abzucashen, ist auch schon wieder verdammt spät dran, denn Andi Klinger, Mitgründer des resident-Mags und extrem kompetenter Programmierer, hat sich auf dieses Geschäftsfeld spezialisiert - siehe facebook-developer.at. Eine seiner ersten Arbeiten, die Kununu-Applikation, ist bereits fertig, aber noch im App-Verzeichnis, denn die dortige Eintragung dauert eine gute Woche. Kununu dreht die klassische Arbeitszeugnis-Situation um: auf der Plattform bewerten Arbeitnehmer ihre -geber, sehr sympathisches Projekt, das Ganze. Jürgen Hobarth, der für Idee und Konzept verantwortlich zeichnet, hat mir den Link zur fertigen App heute geschickt, hier entlang, bitte.

No more Einladungs-Spam

A propos change of plans: seit einigen Wochen hat FB die "Einladungspolitik" geändert: durfte früher jede Applikation pro User 20 Einladungen/Tag verschicken, so richtet sich die Quote nun nach den Conversions, ergo: wer einmal spammt, dem traut man nicht, selbst wenn der Krug am Brunnen bricht oder so. Mit anderen Worten: die Zahl der erlaubten Einladungen liegt nun zwischen 8 und 15, je mehr Freunde eine bestimmte App nach Aufforderung installieren, desto mehr Einladungen dürfen hinkünftig verschickt werden. Damit will Facebook einem der Hauptkritikpunkte am derzeit erfolgreichsten Social Networks begegnen: der Spam-Flut an Einladungen.

Ich persönlich installier jede Facebook-App, zu der ich eingeladen werde, schon rein aus professionellem Interesse... sozusagen im virtuellen Wechsel von Jahreszeiten, Feiertage und Trends. Wer sich allerdings von übermäßig vielen Invites penetriert fühlt, sollte einen näheren Blick auf den unscheinbaren kleinen Link "ignore all" in der rechten Seitenspalte werfen, der auftaucht, sobald man dabei ist, einen Request zu beantworten. Allerdings versäumt man damit garantiert die eine oder andere spannende App.

Myspaceface auf Boingboing

Früher hieß es noch "you've been slashdotted", mittlerweile wird man ge-boingboingt, was den Traffic betrifft. monochroms myspaceface-Performance von den letztjährigen Big Brother Awards dürfte mit der Veröffentlichung auf bb schlagartig eine weltweit Audience erreichen - zu Recht, der Clip ist wirklich grandios!

Gratulation an die monos, hier geht's zum BoingBoing Vidcast:

An original musical production about social networking and your personal privacy, by Austrian art-pranksters monochrom, with Jonathan Mann aka GameJew. Performed at the Austrian Big Brother Awards, where online rights advocates honor "government agencies, private companies and individuals who have excelled in the violation of our privacy."

Die ungekürzte Version gibt's auf monochrom.at. Da bleibt nur mehr zu sagen: Meet us here on myspaceface!

XinXii: wenn Autoren selbst verlegen

xinxiiEin Basar für Bits und Bytes versucht sich an einer spannenden Aufgaben: jeder registrierte User kann eigene Werke, die natürlich in digitaler Form vorliegen müssen, hochladen und kommerziell vertreiben - den Preis der digitalen Publikation, die in einer der über 600 Kategorien einsortiert werden muss, legt der Autor bei Xinxii dabei selbst fest und erhält für jeden Download 70% des Netto Verkaufspreises.

Leseproben vermitteln auf Wunsch des Autors einen konkreten Eindruck der jeweiligen Publikation, Käufer haben die Möglichkeit, die Qualität erworbener eTexte zu bewerten. Wer ganz bestimmte Informationen bzw. Publikationen sucht, kann über den Menüpunkt "Content on Demand" eine entsprechende Ausschreibung starten; diese Funktion qualifiziert XinXii also prinzipiell auch durchaus als b2b-Seite für den journalistischen Bereich. An den professionellen Schutz der Urheberrechte, die übrigens - und hier unterscheidet sich Xinxii gravierend von vielen anderen Vertriebsmodellen - vollständig beim Autor verbleiben, haben die Betreiber gedacht:

In Kooperation mit der Priormart AG bietet XinXii jedem Verfasser die Möglichkeit, sein Werk zur notariellen Hinterlegung auf einen Online-Server hochzuladen und dadurch zusätzlich urheberrechtlich zu schützen.

Informationswirtschaft 2.0?

Die Informationswirtschaft verweigert sich hartnäckig so manchen Grundsätzen klassischer Ökonomietheorie: Information wird nicht weniger, wenn man sie verteilt, braucht so gut wie keinen physischen Speicherplatz und lässt sich unglaublich leicht kopieren - davon weiß die Musikindustrie gewiss ein wenig beschwingtes Lied zu singen. Andererseits ermöglichen der digitale Vertrieb geistiger Ergüsse auch ganz neue Vertriebsmöglichkeiten, wie Chris Anderson in seinem Longtail-Buch so treffend feststellte: da die Kosten der Lagerhaltung bei digitalen Waren nahezu gegen Null streben, ist der Aufbau eines großen Inventories kein Problem. Dass für (hochwertige) Information auch im Web bezahlt werden soll, ist angesichts der Gratis-Mentalität im Internet schwer vorstellbar. Der herkömmliche Weg der Monetarisierung usergenerierter Inhalte führt also über das lächelnde Aas Werbung, zu dem beispielsweise Blogger ganz unterschiedliche Auffassungen vertreten.

XinXii stellt eine Alternative für unentdeckte Edelfedern dar - über diese trigami-Ausschreibung freue ich mich besonders, da eine solche Plattform meiner Ansicht nach eine definitiv existierende Marktlücke füllt: von der Diplomarbeit bis zum Comicstrip und den bereits erwähnten b2b-Funktionen bietet sich ein breites Spektrum möglicher Verwendungszwecke an, also auf zum Praxistest.

Xinxii's Herz und Nieren

Die Seite samt Tab-Hauptmenü ist übersichtlich und sauber aufgebaut - als Kind der Web 2.0 Ära hängt sich Xinxii natürlich ein "beta" hinten ans Logo und wählt entsprechend dezente, helle und freundliche Farben. Die klare Screenaufteilung sorgt für gute Übersicht, verloren oder überfordert muss sich hier niemand fühlen.

xinxii startseite

Dazu passt auch die Registrierung, die rasch erledigt ist - neue Nutzer weist Xinxii speziell auf Punkt 9.3 der AGBs hin: Uploader müssen natürlich bestätigen, selbst die Urheberrechte an den angebotenen Werken zu besitzen, außerdem verlangt Xinxii Volljährigkeit nach deutschem Recht. Mich interessieren beide Seiten der Medaille, also mache ich mich erstmal auf die Suche nach einem passenden Download - dabei zeigt sich allerdings rasch, dass das Inventar noch nicht besonders gut gefüllt ist: zwar gibt's ausreichend Kategorien, die meisten allerdings sind noch gähnend leer - hier wäre vielleicht ein dynamisches Tag-System nicht unbedingt von Nachteil. In der Kategorie "Literatur" fand ich dann allerdings doch eine Hausarbeit zum Max Frisch' "Homo Faber", auf die ich für 2 Euro durchaus einen Blick werfen würde, also ab in den Warenkorb. Bei der Bezahlung zeigt sich allerdings der imho erste gravierende Nachteil: lediglich Kreditkarte oder Lastschriftverfahren (nur für deutsche Bankkonten) kommen in Frage. Gerade bei Kleinbeträgen eignet sich aus Kundensicht PayPal ideal: dass diese Bezahlvariante hier nicht zum Einsatz kommt, verwundert mich umso mehr, als Autoren ihr angesammeltes XinXii-Guthaben ausschließlich via PayPal überwiesen bekommen. Mich zumindest hält die zwangsweise Eingabe der Kreditkartendaten bei solchen Kleinbeträgen vom Kauf ab.

Also Zeit, einen Blick auf die Textproduzenten-Seite zu werfen: über dem Reiter "Publizieren" gelangt man zum Uploadformular, wo eine abschließende Warnung vor Rechtsbrüchen erfolgt:

Der Nutzer verpflichtet sich, in die Datenbank des Betreibers keine Inhalte einzustellen, die gegen wettbewerbsrechtliche, urheberrechtliche oder markenrechtliche Vorschriften verstoßen oder die als obszön, beleidigend, diffamierend, anstößig, pornografisch, belästigend, rassistisch, ausländerfeindlich, rechtsradikal oder sonstig verwerflich anzusehen sind.

Das anschließende Uploadformular fasst alle benötigen Informationen auf einer Seite zusammen: Kategorie, Titel, Beschreibung, Präsentationsform, Dokumententyp etc. sind verpflichtend, zusätzliche Elemente wie ein Cover- und Autorenfoto, ein optionales Inhaltsverzeichnis bzw. eine Leseprobe erhöhen die Attraktivität der eigenen Präsentation. 2 Euro beträgt der Mindestpreis, nach oben ist die Grenze offen; leider hat niemand auf die Schnelle meinen trigami-Test-Upload für günstige 1.300 Euro gekauft, dabei wär doch dort die Antwort auf alle Fragen dringestanden... selbst hochgeladene Dokumente können jederzeit wieder gelöscht und somit aus dem System entfernt werden, usability-technisch betrachtet funktioniert die Applikation ganz hervorragend - einzig die Vorschaufunktion produzierte bei mir einen php-Fehler, das mag aber möglicherweise am rtf-Format liegen. Vorsichtige Naturen dürften sich besonders über die Integration des Priormart-Services freuen: die Datenbank dient der Beweissicherung durch notarielle Hinterlegung, denn die kann im Streitfall vor Gericht sehr hilfreich sein, wenn man mal in die Lage kommen sollte, beweisen zu müssen, dass man tatsächlich der Urheber eines bestimmten Dokuments ist.

Fazit: Xinxii hat sich den hehren Anspruch gestellt, jeden interessierten Autor zu seinem eigenen Herausgeber zu machen. Die Konditionen der Plattform erscheinen dabei ausgesprochen fair, Design und Usability sind hervorragend gelungen. Um an Popularität zu gewinnen, werden sich die Betreiber vor allem um einen raschen Ausbau des angebotenen Sortiments kümmern müssen, außerdem wäre die Integration PayPals zur Bezahlung von Downloads ebenfalls wünschenswert. Abgesehen von diesen beiden Punkten verbindet Xinxii die Themen Social Networking, digitale Distribution und Eigenvertrieb auf spannende und innovative Weise zu einer Plattform, der durchaus langfristiger Erfolg beschieden sein könnte.
www.xinxii.com

Facebook: “Trust you” und der geheime Eingang

trust youNormalerweise darf jede Facebook-Applikation pro Tag und User genau 20 Einladungen verschicken. Trust you allerdings umgeht diese Einschränkung auf elegante Weise - da sind anscheinend dark secret technologies am Werk... bisher tappen die Ermittler noch im Dunkeln. "Harry, fahr schon mal den Wagen vor", sagt Oberkommissar Da Rick.

Viele Facebook-Applikationen generieren aus den Eingaben der User ein bestimmtes Ranking: ob hottest, smartest oder most successful friends, die zugrunde liegende Mechanik ist immer die gleiche: je mehr Kontakte man hat und je mehr Leute man einlädt, desto höher die rein statistische Chance, besser im Ranking abzuschneiden, weil man einfach von mehr Kontakten beurteilt wird. Nun ist die angesprochene 20-User-Grenze keineswegs Goodwill der App-Programmierer, ganz im Gegenteil: die Facebook-API gibt diese Zahl fix vor um von vornherein Applikations-Spam in großem Stil auszuschließen.

Trust you fällt in die oben beschriebene Kategorie von Apps - man wählt aus, welche seiner Bekannten man für besonders vertrauenswürdig hält, das Programm erstellt ein dynamisches Ranking, sowohl Facebook-weit als auch eines des eigenen Bekanntenkreises. So weit, so gut - dass ein derartiges Ranking aus den oben beschriebenen Gründen *rein gar nichts* aussagt, dürfte klar sein. (Soll natürlich keinesfalls heißen, dass ich nicht vertrauenswürdig bin *fg*)

Und die App wäre auch nicht weiter erwähnenswert, gäb's da nicht dieses "Secret Entrance" Fenster, auf dem zu lesen ist:

secret entrance

Und in der Tat: auch wenn man bereits die täglichen 20 Einladungen verschickt hat, führt der Klick auf einen der fünf Geheimeingänge zu der bekannten Einladungsmaske, allerdings mit zurückgesetztem Limit. Man kann also nicht 20, sondern mindestens 120 Personen einladen. Das ist im Kontext der genannten Applikation nicht weiter spannend, was mich vielmehr fasziniert ist die Tatsache, dass da ganz offensichtlich jemand smarter war als die API; keine Ahnung, wie die Betreiber das geschafft haben, aber das Beispiel dürfte wohl bald Schule machen, wenn Facebook diese Lücke - wo immer sie auch sein mag - nicht dicht macht.

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