Beiträge

Blogparade: Wann ist man jemand im Web?

Anlässlich des Kick-Offs der Eventreihe TwentyTwenty – exploring the future rufen die Organisatoren zu einer Blogparade auf: die Beiträge sollen Geert Lovinks Vortrag und die nachfolgende Diskussion im Radiokulturhaus ergänzen. Ich habe die Ehre und das Vergnügen, mit Moderator Martin Mühl, Falter-Redakteurin Ingrid Brodnig und dem altgedienten nettime-Haudegen himself die Bühnenbretter des Radiokulturhauses zu teilen und hoffe, dass die passende Identität kommenden Mittwoch aus dem Waschsalon zurück ist, denn: Netzkritik ist angesagt!

Geert hat nämlich auch schon begonnen zu schirrmachern und sich in alter Netzaktivisten-Tradition am 31. Mai 2010 freiwillig das Facebook-Leben genommen. Ein Netz-Verweigerer ist er deswegen keineswegs, sagt er: “The future is not some alien invasion from outside but is shaped by everyone. The future is inside us.”

Die Frage sei bloß: wer kontrolliert, wer strukturiert das Ich 2.0? Ich warte noch bis Mittwoch auf die ultimative Antwort und unternehme im Vorfeld mit Ihnen, verehrter Leser, einen Ausflug in die Vergangenheit, und die dauert – so viel Vorwegnahme muss ein – immer noch an. Schon wieder. Aber man kann’s nun mal nicht allen Recht machen: Us and them, wir und die anderen, Innen und Außen, ich und die Welt, darum dreht sich’s. Die Medien sind neu, die Frage nach der Identität bleibt hochgradig identisch, mehr ganz- als teilüberlappend.

Wann ist man “jemand” im Web? lautet die, wie sich’s für eine anständige Blogparade gehört, vergleichsweise einfach formulierte Frage. “Ab 1994″ gilt nicht, also:

Man ist jemand im Web, wenn ein anderer, von dem man glaubt, dass er jemand im Web ist, glaubt, man sei jemand im Web. Weiterlesen

Symposium: Digitales Managen

Der Leiter der Hauspost spielt schon wieder stundenlang “Farmville” – fast hätte ihn die elektrische Post um seinen Job gebracht, aber die eBay Eil-Pakete des Marketingleiters, der in seinem Eckbüro Orchideen züchtet, werden sich wohl auch auf absehbare Zeit noch nicht durch Datenleitungen quetschen lassen. Was lässt sich digitalisieren, was nicht? Jan A. Poczynek und die Beratergruppe Neuwaldegg beim Symposium digitales managen stellen die Frage einen Deut spezifischer: “Wie verändern Facebook, Twitter & Co. Entscheidungen und Kommunikation Unternehmen?”

Piratengruppe Neuwaldegg

Dass Social Networks ein Dialogmedium sind, das ausnehmend direktes und durchwegs nicht immer erwünschtes Feedback auf direktem Weg notfalls auch bis in die Chefetage befördert, musste schon so mancher Pressespreche auf die harte Tour lernen. Überhaupt stellen Social Media Strategien hohe Anforderungen an die interne Kommunikation und zweifellos auch an die Nerven der EDV, die wirklich besseres zu tun hat, als was auch immer man gerade von ihr braucht. Weiterlesen

Und schon ist man nicht mehr Herr seiner Daten

Der neue Facebook-Like Button sorgt für erregte Diskussion. Privacy-Bedenken drängen sich da natürlich auf, und ja: Facebook generiert noch viel mehr Daten über seine User. Aber let’s face it: im Großen und Ganzen sind die Bedenken gnadenlos überbewertet, denn in der häufig die Gemüter erhitzenden Datenschutzdebatte wird eines ganz gerne übersehen: Ohne Datenaustausch keine Kommunikation.

Social Media Panik

Das neue Social Plugin tut ja im Wesentlichen nichts anderes, als auf Facebook sowieso frei zugängliche Inhalte in einem iFrame auf Drittseiten einzubinden. Big Deal? Nicht wirklich, denn wer sein Facebook-Profil nur für Freunde zugänglich macht, der outet sich gegenüber Drittusern auch durch das neue Script nicht. Dazu fällt mir ein Beitrag ein, den ich vor kurzem in ATV Life gesehen habe – ein äußerst kompetenter Datenschützer wählte eine meiner Meinung nach unglückliche Formulierung, die den Sachverhalt ganz gut auf den Punkt bringt. Er sagte sinngemäß in etwa:

Niemand weiß, wie lange Social Networks wie Facebook die Daten ihrer User speichern. Man schreibt einmal ein Status-Update, und schon ist man nicht mehr Herr seiner Daten.

Und das ist genau mein Punkt – man schreibt Status-Updates, damit diese gelesen werden. Wir nutzen Facebook, um zu kommunizieren. Wir reden seit den frühen 90ern von den gewaltigen Möglichkeiten des Internet, von Bottom-Up Journalismus und dann später vom Web 2.0 – und kaum funktioniert mal eine User-Driven-Plattform, schüren alle Honoratioren die blanke Kontrollverlustpanik. Was da Finetuning des Empfängerkreises und die diversen Privacy-Settings angeht, mag noch Informationsbedarf herrschen, und selbstverständlich gibt es schützenswerte Daten – aber wer seine Steuer-, Sozialversicherungs- und Kontonummer auf Facebook postet, ist selber schuld. Die tatsächlichen Probleme liegen da, wo staatliche Datensammlungen wie Polizei- und Krankenakten ohne jede Kontrolle immer weiter wuchern. Der Umgang mit Facebook dagegen ist lediglich eine Frage der Media Literacy… und wie soll bitte personalized media ohne Präferenz-Analyse denn jemals funktionieren?

Und ganz ehrlich: ich kann dieses idiotische Beispiel mit “diese Praktikantin hat ihren Job wegen eines Facebook-Postings verloren, Danger Danger, Reputation Management Alarm!” wirklich nicht mehr hören, noch dazu wo die meisten Vortragenden die Original-Story nicht mal kennen und die an sich durchaus lehrreiche Anekdote dann auch noch falsch erzählen (zweimal passiert in den letzten 3 Wochen mit den Original-Screenshots). Sagen wir mal so: wenn eine neue Mitarbeiterin am letzten Tag ihrer Probezeit auf Facebook postet, dass ihr Chef (mit dem sie auf Facebook befreundet ist) unfähig, die Firma mies ist, sie ihren Job hasst und besagter Chef ihr dann öffentlich antwortet, dass er schon aus rein ökonomischen Gründen kein Interesse an Mitarbeitern habe, die ihren Job hassen, dann kann man daraus wohl kaum das Gefahrenpotential von Social Networks ableiten… ich würd sagen: besser so für beide Seiten!

Wir leben in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen privat und öffentlich neu definiert werden; aber das wurden und werden sie andererseits ohnehin permanent, zumindest seit die alten Griechen diese Dichotomie im westlichen Denken verankerten. Und dass diese neuen shiny Tools neue Herausforderungen mit sich bringen, stelle ich keineswegs in Abrede. Aber da geht’s um (politische) regulatorisch Maßnahmen – diese Paranoia wegen jedes einzelnen Status Updates ist vollkommen unberechtigt, also lassen Sie sich bloß nicht den Spaß verderben. Wenn wir nicht jeder einzeln als digitaler Einsiedler im Netz vor uns hinvegetieren wollen, dann werden wir den einen oder anderen Datenaustausch schon zulassen müssen.

Die Sache mit dem Vergessen dagegen halte ich für überbewertet: die “alles auf ewig speichernden Rechner” muss erst mal jemand auf wirklich längere Sicht finanzieren, denn auf eines ist Verlass: die Entropie lässt sich nicht überlisten. Und selbst, wenn Rechner sich alles merken sollen: Menschen vergessen. Und diese Fähigkeiten, da sind sich alle Neuropsychologen einig, macht uns überhaupt erst überlebensfähig.

ceTwit: Mein Twitter-Favorit für Windows Mobile

Seit einiger Zeit verwende ich wieder vorwiegend Windows Mobile Handys (It’s all just a little piece of history repeating!). Was mir bisher fehlte, war ein flinker Twitter-Client unterwegs – genau den habe ich nun in Form der Freeware ceTwit gefunden. Das schlanke Programm von Vince Koser beruht auf dem .net Compact Framework und bedient neben Twitter und Twitpic auch Ping.fm. Weiterlesen

Aus WordPress ein Social Media Network machen

WordPress bietet immer wieder faszinierende neue Möglichkeiten und bleibt dank der Kreativität und Power der Open Source Community so sehr am Puls der Zeit, dass “kommerzielle” Produkte kaum mehr mithalten können. Die ehemalige Weblog-Only Software hat sich zum ausgewachsenen CMS mit hunderten Erweiterungen in Form von Plugins entwickelt. Zwei neue Plugins ermöglichen es nun, die eigene WordPress-Installation mit Social Network Features auszustatten. Einerseits BuddyPress, das neuerdings in der aktuellen Version 1.2 auch mit “normalen” WordPress Installationen funktioniert (für die MultiUser Variante ist BP schon länger verfügbar), andererseits bietet Blair Williams, der Programmierer des genialen PrettyLink Plugins, mit Mingle eine äußerst interessante Alternative an.

Obwohl beide Plugins grundsätzlich ähnliche Funktionen bereit stellen, unterscheiden sie sich vom Einsatzzweck her gravierend. Während BuddyPress darauf abzielt, WordPress komplett in ein Social Network umzumodeln, liegt der Zweck von Mingle in der Erweiterung eines bestehenden Blogs um Social Network Funktionalitäten. Mingle kommt seit heute hier auf datenschmutz zum Einsatz – erkennbar am neuen Hauptmenüpunkt Profil. Warum und wie lesen Sie im folgenden Beitrag. Weiterlesen

Blogistan Panoptikum KW46 2009

Die datenschmutz-Redaktion im Blogistan-Panoptikum Fieber: Eifrig wird getippt, verifiziert, herumtelefoniert, Brieftauben bringen Nachrichten aus aller Welt, Ballonfahrer werfen Infopakete über Wien ab – jeden Sonntag bricht erneut Hektik in der Redaktionsstube aus, denn es gilt, Millionen Tweets, Blogbeiträge und Status-Updates in einen einzigen Rückblick zu pressen. Linzerscnitte und datenschmutz haben auch diesen Sonntag wieder für Sie die große Hydraulikpresse angeworfen und begrüßen die hochverehrte Leserschaft zu einem Mitternachts-Snack ins virtuelle Zirkuszelt – fast wie Palazzo, nur ohne Dinner und Artisten.

Twitter-Erbsenzählerei

Judith aka Linzerschnitte Dass Twitter sich im Wachstum befindet, merkt man nicht nur an der ausufernden Berichterstattung der Mainstream-Medien. Wieviele User gibt es aber jetzt genau? Wieviele kommen jeden Monat hinzu? Wieviele Follower hat der durchschnittliche Twitteruser, wie splitten sich seine Tweets in Replies, Retweets und ähnliches -diese Fragen stellen sich neben wirklich an Twitter interessierten Menschen vor allem die vielzählen Social Media Consultants! Und Sistrix war so frei, diesem Bedürfnis Befriedigung zu verschaffen – und wie immer ist die Stichprobe sehr repräsentativ ausgefallen:

Da Twitter sich leider nicht in der Lage sah, mir einen Datenbank-Dump auf einem USB-Stick zuzuschicken, musste ich einen anderen Weg finden, um an eine ausreichende Datengrundlage zu kommen. Glücklicherweise hat Twitter eine recht umfangreiche API, die bei der richtigen Sonne-Mond-Konstellation sogar manchmal funktioniert. Wenn man sich bei Twitter anmeldet, erhält man eine aufsteigende Nummer (ID). Aktuell liegt diese Nummer bei rund 85 Millionen. Ich habe nun ein kleines Script geschrieben, das die Daten von Twitter-Accounts über die API abfragt und speichert. Rund 10% aller Accounts scheinen mir ausreichend, um aussagekräftige Schlüsse zu ziehen.

Das Orakel von Delphi spricht

ritchie aka datadirt Salvia Divinorum habe sich das Orakel von Delphi vor seinen mehrdeutigen Zukunftsprojektionen “reingezogen”, heißt es. Über die Konsumationsgewohnheiten des Teams rund um die Internationale Delphi-Studie 2030: Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien, sicher ist nur so viel:

Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Medien für die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ist größer als je zuvor. Um Einblicke in die langfristigen Entwicklungen dieser Branchen zu erhalten, hat der Münchner Kreis gemeinsam mit dem EICT, Deutsche Telekom und TNS Infratest sowie den Förderern und Unterstützern Siemens, Vodafone, Focus, VDE, SAP, Alcatel-Lucent Stiftung, IBM sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Studien „Zukunft der deutschen IKT“ sowie “Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien” durchgeführt.

Das Baby kam als gesundes PDF-File mit einem Gewicht von 18MB auf die Welt und ist für Eilige auch als Executive Summary verfügbar. Aber nur hier auf datenschmutz gibt’s die Ultra-Executive Frosch-Version, sozusagen die Small-Talk Version fürs Büro:

Haben Sie schon die letzte Woche erschienene Delphi-Studie gelesen? Der “Mediensektor wird durch Digitalisierung nachhaltig beeinflusst und verändert.”

Alternativ-Version für Old Media Verlagshäuser, bei denen aufgrund bevorstehender Kündigungswellen wegen des “Scheiß Internet” (siehe nächsten Beitrag) dieses Bonmot makaber wirken könnte:

Schrottprämie hin oder her: Ich warte noch 504 Monate mit Autokauf! In der letzte Woche erschienen Delphi Studie über das Jahr 2030 steht: “IKT wird im Automobil die Sicherheit und Effizienz erhöhen.”

Viren und ihre Ziele

ritchie aka datadirt Der Preis für den schrägsten Vergleich der Woche geht an Maestro Shoemoney, der von einer National Geographic Docu über den Schweinegrippen-Virus nahtlos zu Online-Businessmodellen überleitet:

One of the things the show also talked about is how many people don’t know that a virus goal actually NOT to kill people. Its goal is to reproduce and sustain life for as long as possible. When it’s living in a human and the human dies then it dies too.
So how does this apply to internet marketing?
Well everyone is trying to create something “viral”. But most of the time they don’t have an end goal. I know some of the most gifted programmers/designers in the world who have created some of the most viral websites on the internet yet can’t figure out how to profit from them.

Twitter automatisiert Retweets – Jetzt wird’s ernst!

Judith aka Linzerschnitte Plötzlich war es da. Und dann auch schon wieder weg. Das von Twitter angekündigte Retweet-Feature gab letzte Woche auf einigen weniger Twitterprofilen ein kurzes Gastspiel, darunter auch auf meinem. Und natürlich hab ich das Retweeten gleich ausprobiert. Bei Mouse-Over erschien auf dem Tweet neben Reply die Option “Retweet”. Nach dem Klicken erschien ein Dialogfenster, und fragte den User, ob man diesen Tweet wirklich retweeten möchte. Nach dem “OK” war der Tweet dann auch schon retweetet – ohne die Möglichkeit des Editierens oder die Notwendigkeit, die Nachricht gegebenenfalls auf 140 Zeichen zu kürzen. Der Retweet erschien nicht in meiner eigenen Timeline, dafür aber in der Timeline meiner Follower. Jedoch nicht mit meinem Avatar, sondern als “Forward” des Originaltweets inklusive mit einem kleinen Textlink (“retweeted by xy”).

Außerdem implementiert tauchte im Sidebar Menü ein neuer ReTweet-Filter auf und kurze Zeit später erschien dort auch ein Link auf ein Feedback-Formular, in dem ich sogleich mein Missfallen über das neue Feature kund tat – mit Erfolg, tags darauf war es verschwunden! (und vorläufig zurückgekehrt am 13.11.);) Digiom machte mich dann auf einen Blogbeitrag von Twitter-CEO Evan Williams aufmerksam, der erklärt, warum die Retweet Funktion so ist, wie sie ist. Besonders interessant und zutreffend fand ich den Absatz über den “Lärm”, den manche notorischen Retweeter verursachen:

Noisiness. Let’s face it: Some people over-retweet. You may be interested in what they personally say, but you don’t need to know about every link and charity cause they pull their RT-happy trigger finger on. The only choice you have today is deciding if the benefit of getting their occasional gems is worth the cost of their retweetarrhea.

Aber auch wenn Retweets eine schlimme Form von “Stream Pollution” sind, editiere ich meine eigenen RTs natürlich, um meinen Senf dazuzugeben. Das Retweet Feature, so wie es bisher geplant war, würde ich wohl nur in manchen Situationen einsetzen – und ansonsten beim klassischen, manuellen “RT” bleiben.

Social Info-Dubletten filtern

ritchie aka datadirt Anomaly Systems arbeiten an einem neuen Projekt, das Geeks helfen will, die Redundanz in der persönlichen Informationsflut einzudämmen, indem Dubletten aus Twitter, Friendfeed und verschiedenen Feed-Quellen eliminiert und zusammengehörige Einträge gruppiert werden. Lous Gray hat Cadmus getestet und ist recht angetan:

In my testing of Cadmus, I found it correctly detected retweets, replies from others to the original sender, copies of tweets sent to FriendFeed, and other topically-related items, even if they did not share keywords. Cadmus was even able to find similar updates that were hours or days apart.
On average, each refresh of Cadmus filtered around 10 percent of my updates. For runs that included 3,000 or so updates, 300 individual items would be grouped or filtered – and testing of a smaller account in the low hundreds also showed a similar 10 percent filter rate. In fact, the more updates I filtered, the higher the percentage filtering would be found. In a run comprising more than 8,000 items, almost 1,000 were “related”.

Tod dem Traffic

Judith aka Linzerschnitte Zeitungen wie “Der Standard” oder “Die Kronenzeitung” haben nach dem Tod von Jörg Haider und Michael Jackson schnell Dossiers über die verstorbenen Persönlichkeiten online gestellt und diese mit Google Adwords beworben. Sie wollten gefunden werden, sie wollten Traffic und User auf ihre Seiten locken. Das wollen eigentlich alle Medienunternehmen. Alle, nein einen großen Medienkonzern gibt es da, der sich wohl demnächst einen Consultant in Sachen “Negative SEO” (Copyright @navofignorance) suchen wird: Rupert Murdoch. Er hat die Nase voll davon, dass die “content kleptomaniacs” Google & Co. seinen hochwertigen journalistischen Content einfach zu Customized Online-Newspapers zusammenwürfelt. Darum will er seinen Content nun …verstecken.

Und Douglas Rushkoff, Professor für Media Studies findet diese Idee gut:

Of course, Murdoch’s remarks are really just a trial balloon. He has initiated a conversation—but one that few of us are in a position to back up with a multibillion-dollar media empire. By suggesting that he is ready to pull the plug on universally searchable news, he is inviting other publishers in the same position to consider taking the same leap.

Mal sehen, ob die anderen Lemminge Rupert Murdoch folgen würden…

Es trendet schon wieder, aber diesmal lokal

ritchie aka datadirt Dass Twitter in absehbarer Zeit Geo-Info in Tweets integrieren will, wurde bereits im August angekündigt – nun zeichnet sich ab, dass die neue API-Funktionen auf absehbare Zeit jedem Städtchen sein eigenes Trendbarometer verschaffen wird, wie Ben Parr auf Mashable berichtet:

The new API will open up the ability for Twitter apps to figure out what’s trending in a pre-defined set of locations. This means that while San Francisco will almost certainly have a set of local trends, my hometown of Princeton, IL (7200 residents) probably will not, at least in the beginning.

Dazu passt auch ganz hervorragend der Beitrag How Social Media is taking the News local von Leah Betancourt, ebenfalls auf Mashable:

“I sense inevitability is setting in with media companies with regard to social media. Those that thought… it was a fad that would quickly fade away are beginning to resolve themselves to the cold reality that social media is here to stay and will have to play a role in news coverage and audience building for a long time to come,” Briggs said.

Das Thema Bürgerjournalismus haben wir auch am World Blogging Forum ausführlich diskutiert – Tenor: die Tools und Möglichkeiten sind, wie die ökonomischen Grundlagen einer partizipativen Berichterstattung aussehen können, ist dagegen noch recht unklar: erste Versuche mit Beteiligung der User an den Werbeeinnahmen verlaufen für alle Beteiligten bislang noch nicht übermäßig einträglich.

Betriebssystem, verchromt

ritchie aka datadirt Chrome OS wird innerhalb einer Woche zum Download bereit stehen, weiß Michael Arrington. Googles im Juli angekündigten PC-Betriebssystem dürfte damit wohl das raschest entwickelte OS aller Zeiten sein. Über den Umfang der unterstützten Hardware sind noch keine Details bekannt, sicher ist aber, dass vorerst nur bestimmte Devices unterstützt werden:

We expect Google will be careful with messaging around the launch, and endorse a small set of devices for installation. EEE PC netbooks, for example, may be one set of devices that Google will say are ready to use Chrome OS. There will likely be others as well, but don’t expect to be able to install it on whatever laptop or desktop machine you have from day one. Google has previously said they are working with Acer, Adobe, ASUS, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments, and Toshiba on the project.

Über genaue Details der Softwarearchitektur ist bislang wenig bekannt. Big G entwickelt sein OS allerdings nicht von Null auf, sondern es beruht auf einem nicht näher spezifizierten Linux-Kernel. Avisiert wird die immer populärere Gruppe der Netbooks, deren Löwenanteil immer noch mit dem 8 Jahre alten XP auskommen muss. Chrome OS dagegen soll schlank und ressourcenschonend sein und dem Chrome-Browser eine optimale Systemumgebung bieten. Ich bin da relativ skeptisch, da es mir wesentlich wichtiger ist, gewohnte Software auch am Netbook verwenden zu können – das erfordert zwar in vielen Fällen etwas mehr Geduld als am Desktop, erhöht den Unterwegs-Nutzwert aber immens. Mehr über Google Chrome erfährt man in diesem TechCrunch Beitrag.

Sie nennen es Sprouten

ritchie aka datadirt Das neue Social-Network für Unternehmer und KMUs konzentriert sich ganz auf die berufliche Seite des Microblogging-Lebens und stellt daher konsequenterweise auch die Frage: “What are you working on?” statt “What are you doing?” Es reicht ohnehin schon Echtzeit-geplagten Entrepreneuren also nicht mehr, sich mit LinkedIn Messages zu bombardieren, weiß The next web:

Sarah Prevette, the founder and CEO, believes that “Sprouter can provide the forum for real-time networking and collaboration so everyone can benefit from mistakes and successes.”. Indeed it does and after it’s beta launch back in August 2009, it’s providing it’s user with a unique space to market themselves, their ideas and businesses.

Mit anderen Worten: das Zeitalter der EPUs ist vorüber, denn kein KMU kann in Zukunft auf einen CSO – Chief Sprouting Officer verzichten können. Einziges Distinktionskriterium gegenüber dem großen Vorbild: Sprouter beherrscht Threading, also die von Foren gewöhnte Einrückung zusammengehöriger Konversationen. Der Name steht für “Keim, Spross, Trieb” – ich bezweifle allerdings stark, dass die Business-Welt ein eigenes Twitter-Network braucht. Prädikat: “Sprout Inhibition” (Keimungsunterdrückung)

The ConversationList

Judith aka Linzerschnitte Wenige Wochen nach ihrer Einführung ist es schon wieder ruhig um die Twitterlisten geworden. So richtig kann wohl niemand was damit anfangen. Oder doch?
The Conversation-List ist in etwa die Anti-These zur Karteileichen-Liste – dort finden sich 25 oder mehr Personen, mit oder über die man im Gespräch ist.

The list is automatically updated daily, so that it always reflects the people that you are paying attention to right now. If you @reply (or @mention) someone, they’re added to your list. If you stop talking to that person, they drop off your list.

Klingt nett, installiert sich quasi wie von selbst, und kann auch einfach wieder entfernt werden. Hilft’s nix, schadet’s nix: conversationlist.com.

PS: schon irgendwer einen echten Nutzen für die Twitterlists entdeckt? JohnOn geht ja beinhart davon aus, dass Google Twitter bald für 6 Milliarden gekauft haben wird müssen:

That’s the headline I think we’ll see soon enough, when Google gets over itself and swallows the bitter pill. The mistake was already made… more than once… when Google failed to truly demonstrate the value of Twitter to its future. Had it offered a sweet enough deal, it could have bought Twitter before. Everyone has a price. But with each passing week, Google (and the rest of us) see more and more clearly just how essential Twitter is to Google’s future. And each week, the cost of acquiring Twitter goes up.

Die schlimmste aller Fragen

ritchie aka datadirt …hat Christ Walker der Cyber-Entität Scobleizer gestellt, noch dazu auf Twitter: Any advice on getting followers?

It’s the worst question in social media. Sorry Chris for picking on your question. It’s actually a question lots of people wonder, but it’s the kind of thing that no one really can answer.
Why?
Because we’re not in control of who follows us. So, I’d rather not think about it. I rather think about things I CAN control. What are those?
1. What I write about.
2. Who I follow.
3. Who I hang out with.
4. The lists I follow and steal from.

Also bitte, lieber Scoble: Wer stiehlt denn? Wir remixen doch bloß!

Scheiß-Internet-Preis für die Grünen

ritchie aka datadirt Die Grünen sammeln Auszeichnungen wie andere Parteien Strafzettel in Brüssel. Durften sich die an Einmischung in in- und oder externe Affären wenig interessierte Partei in diesem Jahr bereits für die Forderung nach Internet-Sperren bereits über den Big Brother Jackpot freuen, so knallten gestern erneut die Korken:

Die Wiener Grünen sind die ersten Träger des Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten. Er belohnt sie für das “Kommunikationsdesaster” rund um die Grünen-Vorwahlen. Durch die Ablehnung eines Teils interessierter Nichtmitglieder zur aktiven Teilnahme an den parteiinternen Abstimmungen über die Kandidaten für die kommende Gemeinderatswahl hat die Partei einen Teil der Wiener Webszene enttäuscht.

Es kann nicht leicht gewesen sein, sich gegen diese übermächtige Konkurrenz durchzusetzen, und ich beneide die Jury nicht um die gewiss schwierige Entscheidungsfindung. Und die Nominierungsliste hat es definitiv verdient, an dieser Stelle in voller Länge wieder gegeben zu werden:

1. Nominierung: die ORF ON-Direktoren für 15 Jahre fehlende Barrierefreiheit im Scheißinternet und generelle Ignoranz; denn ORF ON endet als Versorgungspostenpool, der sich in der Konzeption von ORF-Dörfern und TV-Theken ergeht, anstatt eine umfassende Internetstrategie zu entwickeln.

2. Nominierung: Plagiatsjäger Stefan Weber für seine Leistungen als Blockwart eines konservativen Wissenschaftsbetriebes, der Studierenden Dummheit und Internetkriminalität vorwirft, anstatt Überlegungen über einen zeitgenössischen Wissenschaftsbetrieb des Web 3.0 zu machen.

3. Nominierung: der Bühnenabend “Menschmaschine” im Rabenhof in der Kategorie fehlgeleitetes Infotainment für die Leistung, das Web 2.0 auf die Formel “Beidlwitze” zu reduzieren.

4. Nominierung: Ibrahim Evsan – stellvertretend für alle Social Media Gurus, die den Übergriff der Technik (“Fixierungscode”) predigen und gut daran verdienen.

5. Nominierung: Armin Thurnher in der Kategorie beleidigter Leitartikler; große Verdienste um die österreichische Medienlandschaft sind noch lange kein Freibrief für unreflektiertes Gegrantel.

6. Nominierung in der Kategorie Abmahnwahn: Jako und Jack Wolfskin für ihren unglaublichen juristischen Umgang mit Kleinst-Bloggern und Hobby-Bastlern mit Netzzugang

7. Nominierung in der Kategorie ProfilneurosendistinktionsgewinnlerInnen: ein paar KolumnistInnen (u.a. Doris Knecht und Polly Adler/Angelika Hager) für ihre medialen Anti-Social-Media-Koketterien.

8. Nominierung: die Wiener Grünen für ihre missglückte politische Kommunikation im Netz und das Verpassen einer einmaligen Chance.

9. Nominierung: Franz Medwenitsch für seine jahrelange Tätigkeit als Blockierer von fairen Verwertungsmodellen und diesbezüglicher lobbyistischer Begleitung von allen Gesetzesnovellen auf staatlicher und gemeinschaftlicher Ebene.

10. Nominierung: Wolfgang Schüssel – fürs Lebenswerk in der Bereitung internetfreier Minuten, denn er strafte die von ihm ungeliebte “Internetgeneration” mit einer miserablen Telekom-Regulierungspolitik ab.

Wenn Häuser sich schlafen legen

ritchie aka datadirt Nein, es gibt wirklich kaum eine bessere Metapher für die Krise der Immobilienindustrie – und wären die Häuser näher beieinander gestanden, dann hätte es auch noch einen Domino-Effekt gegeben. Was genau hier [Foto] passiert ist, weiß Mish [via @muesli]:

  1. An underground garage was being dug on the south side, to a depth of 4.6 meters.
  2. The excavated dirt was being piled up on the north side, to a height of 10 meters.
  3. The building experienced uneven lateral pressure from south and north.
  4. This resulted in a lateral pressure of 3,000 tons, which was greater than what the pilings could tolerate. Thus the building toppled over in the southerly direction.

Judiths Video der Woche: Katzencontent, again!

Clean your screen. Wenn ich meine Katze dazu überreden könnte, das zu machen… ach wäre das Leben schön.

Ritchies Video der Woche

Vielleicht kann Religion die Menschheit doch noch retten – zumindest drängt sich dieser Gedanken bei Jesus 2000 auf:

Aber damit’s nicht heißt, ich würde hier im Panoptikum bloß religiösen Fanatismus verbreiten, hier noch eine Perle von Rocketboom, nämlich die Kulturgeschichte des beliebten Audio-Produktions-Plugins Autotune. Merke: It’s not a vocoder!

Lesetipps der Woche

  • Der Social Officer soll den Corporate-Dampfer sicher durch stürmische Twitter-Wogen lenken, doch wie findet man ihn? So nicht, mein altitudebranding.com
  • Gaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Und vor allem: glaube nie, was in einer Nielsen Umfrage steht. Demnach befindet sich der US-TV-Konsum nämlich auf einem All-Time-High, gegen das Amy Winehouse nüchtern wirkt.
  • Tod den Holzmedien: Zuerst waren es die Zeitungsverlagen, jetzt geht das Virus auf die klassischen Verlage über: Tod dem bedruckten Holz, diesmal ist der Gemischtwarenhändler und Kindle-Schöpfer Amazon schuld. Denn den Verlagen laufen die Autoren weg, geradewegs in Amazons Arme. Ob die Autoren von den üblichen Shares wissen? 70: 30 zu Gunsten des Verlages?
  • Twitter Microsyntax – Die Fortsetzung: Der “Erfinder” des Hashtags, Chris alias Factory Joe, schlägt einige neue Zeichen für Twitter vor! Genau, wenn man etwas verkomplizieren vereinfachen kann, soll man es selbstverständlich tun! Lasst uns eine Microfachsprache kreieren, damit uns endlich niemand mehr versteht und die Twitter Coaches ein neues Seminarbetätigungsfeld finden.

Und das war auch schon wieder unser wilder Galopp-Ritt durch sieben Tage Social Media. Danke für Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und lassen Sie sich auch weiterhin nicht durch Echtzeitmedien vom Panoptikum-Konsum abhalten – und vor allem nicht von Kommentare und Anregungen. Wir wünschen schöne restliche Sonntagsminuten, einen erquicklichen Wochenbeginn und lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
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Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW15 2009

panolegsNach einem ruhigen, äußerst offlinigen Oster-Wochenende (da scheint sich ein unausgesprochenes Mem namens “gutes Wetter” rasant schnell und subliminal ausgebreitet zu haben), folgt das dieswöchige Panoptikum mit feiertagsbedingter Verspätung. Denn der höchste katholische Feiertag im Jahr eignet sich hervorragend, um der Laizismus-Initiative zu gedenken, die vom himmlischen Gedankengebäude herabgestiegen ist, um die Menschheit von ihrer großen Schuld namens Religion zu erlösen – Amen! Denn ich kann mich Niko nur anschließen und gemeinsam mit ihm in zur Hölle fahren: “Zu Ostern ist Jesus Christus von den Toten auferstanden. Ja genau… und Benco macht stark und schlau.” Im übrigen geht ein phattes 3-faches Dankeschön ans Medienkultur-Blog für die lobend-schmeichelnde Erwähnung jenes Panoptikums, das sie gerade in den Händen hielten, wäre es denn eine Zeitung.

Kontrolliert Google die Nachrichten?

Erick Schonfeld hat auch TechCrunch eine spannende Kolumne zum Thema “technologische Meinungsfreiheit” veröffentlicht. Sein Fazit: Google News sind gar nicht sooo bedeutend, viel relevanter ist die Frage nach dem Einfluss der Suchfunktion auf die Opinion Leadership:

So Google News is not the middleman here. Let’s just put that notion to rest. Yahoo News is three times as large, and Yahoo sends even more traffic to newspaper sites from other parts of Yahoo through its online newspaper consortium. The bigger question is whether Google as a search engine is controlling access to news sites.

Der Blogger und die Grammatique

In der Tat ist die Grammatik ein fluides Regelsystem und anders als Moe’s 10 Gebote nicht in Stein gemeiselt – daran erinnert uns der Copyblogger in einem lesenswerten Beitrag über Regeln, die gebrochen werden sollen:

Unfortunately, more often than not, the new syntax is terribly awkward and painful to read. Take the first sentence of this section, for example. “From where this rule came” sounds like something Yoda would say, not me. A big part of blogging is showing your personality through words. How can you do that when you’re twisting your phrases to suit some archaic rule?

Immerhin: je starrer desto Korsett, desto größer der Spielraum fürs Unterlaufen von Regeln – äußerst amüsanter Beitrag!

Die neue FriendFeed-Beta

FriendFeed bietet nach Meinung von TechCrunch die avancierteren Features als Facebook:

If you look at it, FriendFeed is actually a lot closer to Facebook these days. You know, that service that 200 million plus people use. They’re doing a lot of similar things — only FriendFeed is doing them better.

Besonders gut gefällt MG Siegler das Live-Update der neuen FriendFeed Beta Version – aber ich nehme mal an, dass Facebook hier bald nachziehen wird. Für mich läuft FriendFeed irgendwo unter der Kategorie “von Scripts für Scripts” (es ist einfach praktisch, einen Gesamtfeed zu haben, den man an beliebiger anderer Stelle einbauen kann), wobei da Recherche-technisch sicherlich noch einiges Potential vorhanden wäre.

20 Must-Read Blogs für Online-Unternehmer

Da hat man SnackR endlich frisch installiert, doch die Scrolleiste zeigt immer die gleichen News… wer partout keine Ideen hat, welche RSS-Feeds er neben TechCrunch, Seth Godin und datadirt noch abonnieren sollte, der werfe einen Blick auf ein durchwegs Recherche-Arbeit sparendes Posting im Freelance Folder:

One of the most important parts of being an online entrepreneur is maintaining an intellectual edge. Those who work and start businesses on the web are always learning, always watching other businesses, and always looking for new sources of information. The goal of this list is to provide that — 20 useful, thought-provoking, and potentially lucrative sources of news and ideas.

Wii “motion plus” startet im Sommer

Heute gab Nintendo den Marktstart des Wii “motion plus” im Sommer 2009 bekannt – Europa könnte allerdings wie üblich durchaus etwas später dran sein. Das Controller Add-On soll für mehr Präzision sorgen und damit wesentlich realistischere Sportspiele möglich machen:

First out of the gate is the Wii MotionPlus, a long-awaited accessory that attaches to the bottom of a Wii controller to make it more accurate. It will debut at $19.99 on June 8 in the U.S. Slated to drop on July 26, Wii Sports Resort (which, at $49.99, will come with one Wii MotionPlus) is the followup to the signature Wii Sports game that has been included for free in the more than 50 million Wii consoles sold to date.

Der PostRank Twitter-Newsroom

Über einen Beitrag auf ReadWrite Web bin ich auf ein interessantes neues Feature bei PostRank gestoßen – den Twitter Newsroom: jeder kann eigene Twopics generieren, Source Feeds hinzufügen und somit einen Twitter-Feed generieren, dem andere User folgen können. Das hausinterne Ranking soll Relevanz garantieren:

Imagine a system for delivering only high-value information via Twitter. That’s what PostRank has built with its new PostRank Twitter Newsroom. The system finds the most engaging blogs on various topics, then automatically pulls the most talked-about posts from those blogs and now delivers those links to you via Twitter.

Ich hab mal testweise das Twopic Twittermarketing angelegt – aber sonderlich responsiv scheint das System nicht zu sein, mal sehen, ob die Gruppe demnächst auftaucht.

SEO-News der Woche

SEOigg begrüßte in den vergangen Wochen den 4.000sten registrierten User – herzliche Gratulation, die Social-Nischen-News Seite ist definitiv die beste Übersichts-Seite im deutschen Sprachraum. Ein deutliches Indiz, dass das Interesse an diesem Thema nach wie vor sehr groß ist. Und irgendwie werd ich den Eindruck nicht los, dass genau jene Leute, deren SEO-Bemühungen von wenig Erfolg gekrönt sind, regelmäßig der gesamten Branche die Existenzberechtigung absprechen wollen :mrgreen:

Die Mitbewerber analysieren

Eigenes Monitoring gehört zum Pflichtprogramm, aber neugierige Nasen wollen ja zusätzlich auch noch gerne wissen, was die Konkurrenz denn so (nicht) treibt. thenetsetter beschreibt in einem überaus ausführlichen Posting in beängstigend lesefreundlicher Typo diverse Möglichkeiten der Konkurrenzbeobachtung vom Web Archive bis zu Quantcast. Ich sag nur: Alle Mann antreten zur Feedanalyse!

Yahoo setzt auf die Mobilwelt

Yahoo wagt sich auf mobiles Terrain und präsentiert mit Yahoo Mobile eine schlanke Version der hauseigenen Services, die mit Social Media Einbindung punkten will, wie das SEO-Handbuch berichtet:

Ein besonderer Clou von Yahoo Mobile ist die Möglichkeit sich Status-Updates von Social Networks und anderen Web2.0-Portalen wie z.B. Facebook, MySpace, Twitter, usw. auf der Yahoo Mobile anzeigen zu lassen. Zusätzlich können auch weitere persönliche Interessen und wichtige Informationen wie das lokale Wetter, Aktienkurse, Sportergebnisse, RSS-Feeds, etc. hinzugefügt werden, so dass man mit einem einzigen Besucher der Yahoo Mobile Seite immer auf dem neuesten Stand bleibt.

Ich bin ja eher ein Fan von mobile Clients (Twitter und Facebook reichen mir), aber speziell für ältere Smartphones könnte Yahoo Mobile eine interessante Alternative darstellen.

Google setzt auf die lokale Welt

Abakus fragt, ob bald jede Suche eine mobile Suche wird – denn Big G setzt verstärkt auf Map-Einbindung und die lokale “One-Box”. Der Autor kommt zu einem eindeutigen Fazit:

Fazit: Klein und Mittelbetriebe werden von dieser Änderung sofern sie sich durchsetzt vermutlich am meisten profitieren.

Werden internationale Brands Suchmaschinentraffic an lokale KMUs verlieren? Das hängt sicherlich von der jeweiligen Sparte ab, SEO-technisch ergeben sich dadurch jedoch auf jeden Fall eine Reihe von Zusatzanforderungen.

Videos der Woche

Ich geb’s zu, ich konnte mich nicht entscheiden: rasender Junghund oder verlangsamtes New York, was meinen Sie?

Und das war’s auch schon wieder – Grund zum Jubeln gibt’s für alle, denen 7 Tage Wartefrist viel zu lang sind, denn das nächste Panoptikum erscheint wieder ganz regulär am kommenden Sonntag. In diesem Sinne: fröhliche Post-Ostern, wir lesen uns morgen!

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Warum Facebook nicht Twitter ist

Seit dem letzten Facelifting hört man aller Orten, Facebook habe Twitter kopiert. Auf den ersten Blick mag die Optik durchaus ähnlich wirken, und von der Gewichtung des Themas Micro-Blogging (respektive Status-Update, wie’s in FB-Terminologie heißt) setzt das größte Social Network der Welt zwar deutliche Akzente. Vielfach übersehen wird aber die Tatsache, dass sich die Antwort-Logik und die Thread-Darstellung der beiden Systeme wesentlich unterscheiden.

Twitter bietet bekanntlich die Möglichkeit, über das Einfügen von @-Symbol und Username eine Tweet-Message als Antwort zu kennzeichnen. Diese rudimentäre Thread-Logik erlaubt es in Zusammenhang mit der Timestamp, öffentliche Gespräche nachzuvollziehen. Replies sind aber trotz ihrer Spezialfunktion ganz gewöhnliche “öffentliche” Tweets.

Betrachtet man im Vergleich die Funktionsweise von Facebook etwas näher, so zeigt sich schnell der erste Unterschied: Antworten auf Status-Updates werden nicht zu einem späteren Zeitpunkt in die Timeline geschickt, sondern auf der Webseite direkt mittels Reply-Button an die Originalnachricht angehängt. Die Timeline ist also nicht chronologisch, sondern hierarchisch angeordnet. Im Fall einer Antwort wird der Schreiber des ursprünglichen Updates verständigt, und in weiterer Folge bekommen alle am einzelnen Thread Beteiligten User Benachrichtigungen bei neuen Antworten. Die sind zwar grundsätzlich auch Public, allerdings orientiert sich Facebook hier eher an klassischen Forums-Logik als an der Zeitstrahl-Metapher Twitters. Dieser Unterschied mag Usern, die mit beiden System gar nicht oder nur am Rande vertraut sind, marginal erscheinen – in der Tat sorgt aber für einen gravierenden Unterschied in der Nutzung und im Look-and-Feel.

Ich bin jedenfalls neugierig, ob Facebook weiter in Richtung Micro-Blogging geht und zukünftig gar das @-Symbol auswertet. Viele User bespielen bereits jetzt ihre Status-Updates automatisch mit Tweets, mir persönlich sind die Unterschiede zwischen beiden Formaten dann doch zu groß: während ich Twitter mittlerweile vorwiegend als “Information-Retrieval” Tool nutze, empfinde ich das Facebook-Status Update nicht unbedingt als persönlicher, aber doch als personen-bezogener. Die weitere Entwicklung wird jedenfalls spannend zu beobachten.

Meinungen zum Facebook Homepage-Lifting?

Facebook hat das vor kurzem angekündigte Face-Lifting der Home-Seite mittlerweile gelauncht. Heute in der Früh habe ich eine Twitter-Blitzumfrage gemacht, und siehe da – Microblogger fühlen sich frappant an die Twitter-Timeline erinnert.

fb-homeneu

Nur heißen die Tweets hier Status-Updates und die bekannten Freundes-Listen fungieren als zusätzliche Filter-Option – eine gravierende Verbesserung vor allem für User mit umfangreichem virtuellem Freundeskreis. Über diese Ähnlichkeit herrscht in der Geekosphäre weitgehende Einigkeit: Weiterlesen