...zum freien Download! Und zwar handelt sich beim Protagonisten um einen alten Bekannten: Ich sag nur Al Haca / Tritone / Siqnature... klingelt's? Ganz genau, der Stereotyp ist im Haus und jagd frische Basslines aus den Boxen. Kubo heißt sein neuestes Projekt, ob solo oder kooperativ konnte ich auf die schnelle nicht eruieren, aber weitere Infos folgen. Mir gefällt jedenfalls die Mischung aus typischem Mörthi-Sound und neuen südlich-sonnigen Rhythmuseinflüssen. Das einzige relevante im Moment ist die Download-URL...
Stefan versorgt die Community ja immer wieder mit phatten Gratis-Mixes in hervorragender Soundqualität - ganz ohne Kopierschutz-Crap und sonstigen Blödsinn, sondern einfach nur Beats. Alle Tunes am aktuellen Mixtape stammen von Kubo, der Mix dauert rund 20 Minuten und ist 25MB groß. Den Hörer respektive die Hörerin erwarten stereotypische Basslines und Ragga-Blueprints mit einem gehörigen Schuss Sci-Fi Soundästhetik und Moving Riddims. Hier geht's zum Gratis-Download:
Kubo Mixtape (*.zip-Format)
Kubo Mixtape (*mp3-Download
Aktuelle News zu Stefans Soundreisen rund um den Globus auf Crunchtime Records, so der treffende Namen von Stereotyps Solo-Label.
Tracklisting
PS: ich votierte ganz entschieden dafür, den Terminus Mixtape auch in Zeiten von mp3-Downloads unbedingt beizubehalten!
Achtung, Jugendliche unter 18 Jahren nicht weiterlesen! Dirty Langue folgt. Lady Bitch Ray sorgt aktuell für erhitzte Diskussionen in meinem BekanntInnenKreis: die deutsche Rapperin türkischer Abstammung nimmt sich kein Blatt vor den Mund, oder, wie sie sagen würde, die Muschi und denkt sich Texte aus wie: "Lady Bitch Ray fickt euch Schlampen in den Arsch / Du willst Anpassungen / ich bin dagegen / kein Schwanz ist so hart wie mein Leben." Viele Wege führen ins Fernsehen, das ist einer davon. Von wegen Gleichberechtigung: kaum sagt eine Frau laut "Fotze", fühlt sich das gesamt Feuilleton peinlich berührt.
Wer nun denkt, er habe es hier mit einer radikaleren Schwester Sabrina Setlur zu tun, der könnte falscher nicht liegen. (Okay, sie oder er könnte vermutlich falscher liegen, aber das ist eine andere Geschichte.) LBR ist Empfängerin eines Hochbegabtenstipendiums, schreibt gerade ihre Dissertation an der Uni Bremen und hat offensichtlich während und zwischen der Vorlesungen eine Menge Hip Hop Platten gehört und sowohl ausreichend schmutzige Phantasien als auch genug Marketingwissen um ihren persönlichen Goldbrunnen zum Sprudeln zu bringen. Aber lassen wir mal den Spiegel sprechen, der einen der besseren Artikel zu der un/stereotypen Dame zustande gebracht hat:
Ihr eigenes Label hat sie Vagina Records genannt. Unter dem Namen Vagina Style entwirft sie Kleidung - einen "Fotzen-Mantel" beispielsweise. Kürzlich ist sie in der Bezahlfernsehshow von Niels Ruf aufgetreten und hat sich von ihm den großen Zeh lutschen lassen. Erst Anfang der Woche mischte sie mit lasziven Sprüchen eine Maischberger-Talkrunde in der ARD auf und ernannte sich zur Nachfolgerin des Sexual-Aufklärers Oswalt Kolle.
Im Medienbiz unerfahren ist reichlich mit sekundären Geschlechtsmerkmalen ausgestattete Selbstdarstellerin keineswegs - die ehemalige Mitarbeiterin von Radio Bremen wurde seinerzeit gefeuert, weil den Vorgesetzten die Bilder im Netz nicht gefielen: ein früher Fall von Social Network Disobedience, sozusagen. Reyhan Sahin aka Lady Bitch Ray klopfte daraufhin selbst bei der Bildzeitung an um die legendäre Schlagzeile Zu sexy! Radio-Moderatorin gefeuert. zu evozieren. Also alles nur Kalkül? Mitnichten, sagt die Protagonistin:
Lady Ray hat eine Mission: Sie möchte die erste wirklich prominente Rapperin Deutschlands werden, ein weiblicher Gegenentwurf zu Sido, Bushido und anderen Verbalaggressiven. Sie nennt sich selbst eine Bitch, eine Schlampe, Lady "Bitch" Ray, und sie beansprucht für sich, die erste deutsche Rapperin zu sein, die offen zu ihrer Sexualität steht: "Ich ficke, ich masturbiere, ich reibe an meiner Möse. So what? Fuck you?"
In der Tat ist dirty language im US-Rap zwar an der Tagesordnung, aber hierzulande scheitert Verständnis meist ohnehin a priori: .at-Denglisch und Hip Hop Slang don't fit... aber wenn dann eine/r kommt und plötzlich deutlich dekodierbar die ganze Zeit von Fotzen, Ficken, Blasen und Co. rappt, ist natürlich Aufmerksamkeit garantiert. Derzeit wird Bitch Ray von Pressetermin zu Pressetermin herumgereicht. Bisher erschienen drei EPs, ein Album wird wohl demnächst folgen. Der Aussage des Tagesspiegels (gefunden in der Wikipedia) kann ich mich daher nur anschließen:
Der Tagesspiegel, der ihre Musik als "professionell" lobte, stellte fest, dass es ihr nicht darum gehe, Mechanismen von Provokation und Vermarktung vorzuführen - sie bediene sie vielmehr ganz offen. Ihre Strategie, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, gehe daher auf.
Dass sie (vor allem bei den türkischen) männlichen Kollegen und Rap-Fans auf geteilte Reaktionen stößt, dürfte auch nicht weiter überraschen: das Myspace-Gästebuch strotzt nur so vor Beischlaf-Angeboten und Hasstiraden, wobei erstere allerdings bei weitem überwiegen. Auf ihrem myspace-Blog verleiht die Ex-Radiomoderatorin dem Phänomen Vaginalisierung der deutschen Sprache völlig neue Dimensionen:
Die Spiegel-TV-Redakteure waren meine Gäste und hatten die Ehre, an Lady Biatchs Möse mal zu schnuppern, außerdem haben sie meinen ultimativen Bitch-Honour-Auftritt mitten in meinem Wohnzimmer erleben dürfen... ...mit Titten-Pressen und Muschy-Reib-Aktionen von der Aufklärerin höchstpersönlich.
[...]
PS: An die Neider da draußen: Bellt weiter, ihr habt bald meinen Gummischwanz gaaaaaaaaaaaanz tief im Arsch stecken, Nutten und Nuttensöhne, ich ficke euch in den Anus. Meine Songs schmettern euch.
Und das finden dann letztendlich nicht ausschließlich pubertierende Identitätssucher geil, wie der Kommentar einer jungen Dame zeigt:
hey lady ray ...hab dich im spiegel gesehn ..war leider nich mein spiegelbild...isch find disch super...naja n bischen bitchig...aber is ma ne nedde abwechslung zum "hartenberlineryeahischfickedeinemuddarap"... du schlampiges ding du machs gut
Da Hip Hop zu einem hohen Grad davon lebt, Stereotypen zu perpetuieren (sorry, falls sich das jetzt so anhört, also ob ich was gegen Sprechgesang hätte: au contraire, unsere Liebesbeziehung feiert bald Goldene Hochzeit), und Härte plus Verbalaggression selbst in der Post-Alice-Schwarzer-Ära immer noch als primäre Männerattribute gelten, rennt ein Mädel natürlich ganz andere offene Sensationsreporter-Türen ein als ihre männlichen Berufskollegen. (Sidenote: vielleicht hätte Britney sich auch lieber an Dirty Language versuchen sollen, statt den Fotografen ihre unbeslipte Musche entgegen zu strecken.) Mir persönlich wär's ein bisschen zu viel Körpereinsatz, da bevorzuge ich dann doch konzeptionelles Marketing - mal ganz abgesehen davon, dass sowieso niemand sehen möchte, wie ich mich mit Nabelpiercing leichtbekleidet am Leopardenfell wälze... jedenfalls erinnert mich die ganz Inszenierung stark an Foucaults Schriften über den Körper - vielleicht doch kein Zufall, dass Lady Bitch Ray in Semiotik promoviert.
Da wird die Musik schnell zur Nebensache, wobei ich anmerken muss: die Songs am myspace-Profil gefallen mir. Phatte, zeitgemäß produzierte Beats, flowige Raps... gute Sache. Ziemlich abgedreht ist auch der Texte von Ich hasse dich, einer derben Beschimpfung von Sarah Connor, Jeanette Biedermann und Mel Beatz, die deutlich zeigt, dass Bitch Ray in der olympischen Kategorie "Dissen" jederzeit die Goldmedaille holen würde. Fürs angepeilte Zielpublikum bin ich wohl zu alt, aber ein paar Lady Bitch Ray Pladden würd ich sofort hier verlosen... macht sich sicher gut im Regal für "beängstigend gut gelungene weirde Marketingexperimente". Und wem das alles zu theoretisch klingt, der möge downloaden: bei Rap.de gibt's einen Track in hoher Quali zum Download: Hengzt, Arzt und Orgi (Direktlink)
Lady Bitch Ray bei Spiegel TV
Man beachte die großartige Meldung am Schluss: wissenschaftliches Arbeiten und Raptexte schreiben sei im Prinzip das gleiche, sagt Lady Bitch Ray. So viel zum Thema "Postmoderne goes Mainstream".
PS: Sabrina hat mir übrigens erzählt, dass der Auftritt bei "Willkommen Österreich" wohl eher peinlich ausgefallen sei. (Warum zum Geier lädt man eine Pornorapperin zur den Großeltern-Nachrichten ein? Oder war's doch "Österreich will kommen"?) Hat da vielleicht jemand einen Youtube-Link?
Die Blog-Parade Mein SommerSoundTrack dauert noch bis zum 2. November - ich möchte gern von meinen LeserInnen wissen: was war Ihr/euer persönlicher Soundtrack des Sommers? Hier nun wie angekündigt mein eigener Beitrag. Musikalisch betrachtet hab ich einen stilistisch und genre-technisch durchwegs gemischten Sommer hinter mir, wobei allerdings dubbige und hip hoppige Sounds eine durchwegs dominierende 30-Grad-plus Rolle spielten.
Ich hab's zum ersten Mal gehört im Auto auf der Fahrt nach Graz - keine Rede von adäquaten Subwoofern, aber dieser Mix ist solideste Handarbeit: DJ Food & DK: Now Listen Again erschien in diesem Jahr am Solid Steel Label. Dass DK fein scratcht und Food einen exzellenten Musikgeschmack hat, war schon vorher klar. Überraschend allerdings die komplexe Reise durch unterschiedlichste Studiowelten: von Timbaland über Cut Chmist zu Pepe Deluxe und wieder zurück, von Gorgio Moroder zu Aphex Twin - die beiden Reiseführer durchs (broken) Hip Hop Universum packen mehrere Jahrzehnte in ihren Mix und droppen gegen Ende dann sogar noch den Qemists '03 Remix von "Swords in the Dirt" (Roots Manuva feat. Rodney P.) sowie - und spätestens an diesem Punkt sollte die Bassbox bei Fuß stehen - "Tarantula" von Pendulum und Fresh. Großes Ohrenkino... und definitiv eine meiner Heavy Rotation Schreiben im vergangenen Sommer.
"Where my dawgs at?" Irgendwo hab ich vor kurzem gelesen, DMXens alte Produktionen klängen nach Casio-Synthies. Shame on whoever wrote that! "It's dark and hell is hot" von 1998 ist ein episches Meisterwerk. Ich muss ja gestehen, dass ich die Qualitäten dieses Albums seinerzeit durchwegs übersehen hab - vor allem die textlichen: "Damian" und "The Convo" liefen in meiner Neuerwerbung dieses Sommers (ein Sony-MP3-Player. Yup. MP3. Nicht Atrac4.) auf heaviest rotation possible. Die späteren Alben kommen da kaum mehr ran... und irgendwie hat mich DMX in einen unheilvollen Strudel früher Kindheitserinnerungen im Osttiroler Ghetto gesogen... nee, Quatsch. Aber ich hab jede Menge reminisziert, Zeitreisen via Audio: und Wu Tangs "36 Chambers" widersetzt sich immer noch hartnäckig jedem Remastering. "Can it be that it was all so simple then?" Naughty by Nature 1995 in der Wiener Arena, Gang Starr einige Jahre später in der Szene und dann ein zweites Interview mit meinem lyrical Hero Guru, als er mit Jazzmatazz im Metropol auftrat - yup, Hip Hop trägt die Hauptschuld an meiner Liebe zur Musik. Und in diesem Sommer hab ich meine Soundroots extensiv gewürdigt.
Natürlich war da noch eine Menge mehr, über die ich großteils bereits auf datenschmutz geschrieben habe: Dubblestandart, Shantel, Samon Kawamura, D.Kay, Stereotyp (Keepin' me!), Underwolves, MC Mankind, Deep Dish, Spiral Tribe, Trentemoeller, Little Louis Vega, und und und - but first and foremost I can't forget my wicked sound engineers - und hier gibt's auch gleich was zum Anhören. Ladies and Gents, vereinte eklektische Popfans: give it up for the one and only mysterious sound engineers from inner space:
Während für die westlicheren Gefilden .at's Meteorologen demnächst Schneefälligkeit prognostizieren, freue ich mich über weitere Einreichungen beim datenschmutz SommerSoundTrack Karneval. Bis 2. November bleibt Zeit, einen eigenen Beitrag einzureichend und mit ein wenig Glück eines der fünf Alben zu gewinnen.
Sabrina aka Weird Sista, gap-Kollegin seit den frühen schwarz/weiß-Tagen (nein, nicht damals, als the gap noch einfarbig gedruckt wurde, sondern damals, als die Welt noch s/w war!), hat ihre Sommercharts zusammengestellt, und die Selektion deckt sich zu einem hohen Grad mit meiner Playlist - ich sag nur: Stereotyp feat. Sandra Kurzweil: Keepin' Me... Jahrtausendtrack!!!
Greg ließ sich von einer Mischung aus verschiedenen Jahrhunderten beschallen: King Crimson und John Lee Hooker stehen ebenso auf der Liste wie verschiedene klassische Kompositionen aus dem Barock. Und auch die Top 10 des Ostsee-Club24 erstrecken sich über mehrere Dekaden - "Summer Son" gehört auch zu meinen Faves, und den "Say what you want" Remix mit Method Man find ich allein schon deshalb genial, weil ich schwer bezweifle, dass Texas und Meth je gemeinsam im Studio waren... dennoch phat! S.O.S. aka Lady Smiles votiert für Mario Biondis großartiges "This is what you are", der Waldviertel-Blogger ließ sich von heimischen Songs der Band stoahoat und bazwoach beschallen.
Der SommerSoundTrack Karneval läuft noch bis zum 2. November - wer mitmachen möchte bei Karneval und Gewinnspiel ist natürlich herzlich eingeladen. Ob Top-10 Liste oder Kurz-Essay: Form und Inhalt sind völlig frei. Ich freue mich auf weitere Einreichungen!
Auf Betreiben von 8asians entfernte die Social Bookmarking Seite Mister-Wong dieser Tage den lachenden Asiaten aus dem Logo. Der erfolgreiche Dienst mit ernsthaften internationalen Expansionsplänen sah sich mit Rassismusvorwürfen konfrontiert und reagierte mit nicht-metaphorischer Kopflosigkeit. Ernie (nicht der aus der Muppets Show, sondern der von den 8Asians) hat mit seinem Posting quasi die Logolawine losgetreten, indem er Mister Wong als unehelichen gemeinsamen Sohn von Uncle Ben, Jeeves und dem Ask.com Butler bezeichnete:
I mean sure, it's based in Germany, which is practically a whole world away. Maybe people aren't as sensitive to political correctness as they are here in North America. But seriously, one of their web badges has the slogan "ping pong, king kong, Mister Wong." Which I, of course, interpret as "ching chong, Mister Wong" and get INCREDIBLY FUCKING ANGRY. It's like Jeeves, the ask.com butler and Uncle Ben had a stereotypical illegitimate Asian son.
Dieser Sohne musste nun eben nicht nur Federn, sondern gleich das ganze Konterfei lassen. Kai Tietjen, Gründer von Mister-Wong, nimmt zur Kopflosigkeit folgendermaßen Stellung:
It was never my intention, nor that of my company, to hurt anyone with the use of the illustration. We are extremely sensitive to this issue and the feelings of others. We removed the original illustration off the top of the page some time ago, when the issue first arose, in hopes that no one would be offended by it any longer. Though this was met with great disappointment from many of our users, we felt it was the right thing to do.
Ich würde den Betreiber niemals gewollten Rassismus unterstellen - gewundert hab ich mich allerdings schon, warum gerade ein Asiate das Logo ziert. Mich hat die Optik irgendwie immer an diese Asia-Fast-Food Kette erinnert, die ebenfalls mit einem hochfröhlichen, stilisierten Vertreter aus asiatischen Gefilden wirbt. Insofern weine ich dem Logo auch keine Träne nach, solange die Plattform selbst weiterhin so gut funktioniert wie bisher.
Eng verknüpft scheint die Wing-Wong Problematik mit dem Ching-Chong "racial slur", einer abwertenden Bezeichnung für Asiaten, die vor allem im anglo-amerikanischen Bereich verbreitet ist und auf die Tatsache zurückgeht, dass die meisten Nicht-Asiaten die tonalen Unterschiede der einzelnen Silben nicht unterscheiden können... also klingt für das barbarische Ohr der weißen Teufel kurz gesagt alles eben wie "ching chong", die Wikipedia weiß mehr darüber - schon ganze Bands mussten deswegen ihren Namen wechseln (aber "Lurch" klingt sowieso besser):
On February 14, 2007, "Ching Chong Song" performed at New York University. Members of NYU's Asian Heritage Club demonstrated, and the band agreed to change its name to Church of Lurch.
Die Amis stehen bekanntlich bedingungslos auf solche Verlagerungen rassistischer Probleme in die rein sprachliche Ebene - Stichwort PC (political correctness). Als professioneller Buchstabenmanipulator hab ich eine sehr zweischneidige Meinung dazu: dass Wörter wie "Ni**er" nichts im Sprachgebrauch verloren haben, dürfte klar sein - aber wenn die Putzfrau zur Reinigungsfachkraft wird, dann fühlt man sich in die schlechte alte K&K-Zeit zurückversetzt: Österreich hat ja eine beeindruckende Tradition an Titelvergaben vorzuweisen, nicht wahr, verehrtester Herr Hofrat? Und die Schaffung sprachlicher Tabus halte ich tendenziell für den Feind des offenen Dialogs.
Der Meinung des Sichelputzers, dass die Entfernung des Logos ein Fehler war, kann ich mich ganz und gar nicht anschließen. Man mag die Reaktion für übertrieben halten, aber wenn die Lawine erst mal losgetreten ist, hat's keinen Sinn mehr, sich dagegen zu stemmen. Spannend bleibt allerdings die Frage, ob vielleicht demnächst überhaupt eine generelle Umbenennung erfolgt:
Ich mutmaße, dass damit auch ganz genau die komplette Marke "Mister Wong" betroffen ist. Wie transportiere ich die durch das Logo umgesetzte Botschaft des asiatischen Typen, der als Identifikation für den Dienstleister selbst dient? Ein absolut spannendes Thema!
In einschlägigen Kreisen wird übrigens bereits heftig spekuliert, dass die Konkurrenz das Feuerlein gelegt und geschürt haben könnte - anscheinend gibt's klare Verbindungen zwischen den 8Asians und Yahoo, für die Wong wiederum eine ernst zu nehmende Konkurrenz am Social Bookmarking Sektor darstellt. Andererseits wissen wir ja längst, dass auch schlechte Werbung gute Mediencoverage bringt. Aber wie auch immer, eines hab ich vom Hip Hop definitiv gelernt: ungestraft dissen darf man nur die eigenen ethnische Gruppe. Also wenn ich mal eine Social Bookmarking Plattform bau, dann werd ich sie wohl "Weißwurstfresse", "Bleichgesicht" oder "weißer Teufel" nennen...
Am 19. Mai gibt sich die Wiener DJ Szene im Wiener WUK die Ehre: das umfangreiche Line-Up kam als Benefiz für Scheibosan zustande, der nach längerer Krankheit Unterstützung benötigt. Tolles Line-Up, unter anderem mit Stereotyp live, Darkosan, Karl Möstl und einer ganzen Reihe weiterer erfahrener heimischer Plattendreher. Die Ankündigung hab ich von S.O.S. bekommen mit der folgenden Info:
Kleine Verletzung mit großen Folgen: Im Februar entwickelte sich eine kleine Wunde an Scheibo's Finger zu einer schweren Blutvergiftung, die ein Multiorganversagen verursachte! Dank Intensivmedizin und einem starken Lebenswillen ist unser Scheibo nun wieder auf dem Weg der Besserung, hat jedoch noch eine längere Reha vor sich.
Nun, da aber der Krankenstand für Djs erst erfunden werden muss und Scheibo für länger seinen Gigs nicht nachkommen kann ist das Grund genug für die Wiener Dj und Club-Szene, gemeinsam für die gute Sache anzutreten und ein Benefiz für den lieben Kollegen zu veranstalten. Und was für eines. Alle sind sie dabei, von I-Wolf über Stereotyp und Karl Möstl bis hin zu Shanti Roots, Gü-mix und Darcosan (um jetzt nur einen Bruchteil zu nennen).
Joja und Lady Smiles hätten für die Outdoor-Beschallung sorgen sollen: die wurde mangels Genehmigung allerdings gecancelt, dafür gibt's die beiden Ladies im Café Leopold zu hören - also eine gute Gelegenheit zum Vor-Chillen für die gute Sache. Musikalisch wär das ja ganz mein Geschmack, allerdings bin ich über's Wochenende in Kroatien: ich wünsch also eine tolle Party und ein so volles WUK wie bei der gap-Geburtstagsfeier!
Stefan Mörth aka Stereotyp hat sich das rote Mäntelchen umgelegt, die Mütze aufgesetzt und seinen Rentierschlitten bestiegen: "Stereoclaus is comin' to town" kündigt er auf seinem myspace-blog an, und im Gepäck hat er ein fettes 200MB Zip-File mit Live-Material und bisher unveröffentlichten Songs. Gesaugt werden darf bis zum 25. Dezember.
OK FOLKS WE GOT CHRISTMAS COMIN UP !!!
SO I THOUGHT I PREPARE A GIFT FOR YOU ALL !!
HERES A WHOLE BUNCH OF FREE MP3'S FOR YALL, INCLUDING SOME WORK I DID LIKE 10 YEARS AGO,
YOU HAVE UNTIL THE 25TH OF DEZ. TO DO SO, THEN I'LL TAKE IT OFF MY SERVER AGAIN-
Ich hab's gerade frisch runtergeladen schauen wir mal rein - da wären fünf Tunes von 1995 (currently listening to "softwear"... angenehm Synthie-Schauer und anscheinend schon damals Mörthi-typische Basslines wogen durch meine Gehörgänge - nice!), eine halbstündiges Live-Set mit MC Coppa, einige unreleased Tunes plus "Stereotyp meets Al Haca" - und alles in Club-PA-tauglicher hoher Bitrate. Danke, Stereoclaus - HO HO HO!
X-Mas mp3-Downloads - File inzwischen nicht mehr verfügbar!
Stereotyp auf myspace.com
Homepage: stereotyp.biz
Am kommenden Dienstag zelebrieren die gaposlovakia DJs zum ersten Mal in der Dondrine ihren Slogan: Pro nekonformni Diskoteky. Um in den Worten von Didi Bruckmeyer zu sprechen: This is just a little warning from for the pimps! Ab sofort brennen wir die Kirchengasse 20 jeden letzten Dienstag im Monat nieder - mit Beats und Clickz und Katz Cuts natürlich, rein metaphorisch.
Bei der Dondrine handelt sich's um ein Abschiedsgeschenk der Mouse-on-Mars, das sie hier in Wien in der Kirchengasse vergessen hat.
7. Bezirk, Kirchengasse 20. Zwischen 21 und 2 Uhr. Expect 'lectronic madness von IDM über Dub bis Hardcore Techno.
Timetable:
21:30-23:00 Terence Repeat-Until [gaposlovakia, Leitstrahl]
23:00-0:30 noxukao [gaposlovakia, crystal-matters]
0:30-2:00 Paul Raal [gaposlovakia]

GAPOSLOVAKIA was born way long time ago - some say, the crew is older than the sun, moon and stars. Even though it's virtually impossible to find out any actual facts of it all, GAPOSLOVAKIA have proven many times that they are not only hard edged workhorses, but also that they enlighten people like fire in the most ideolotical way.
Beats are here for all, and we came to distribute them. If you're not believing there is no return from the inner regions of GAPOSLOVAKIA tundra.
Über die Großartigkeit des brandneuen Stereotyp-Albums wurde an dieser Stelle bereits berichtet; und dank Natalie von g-stone Recordings kann ich das gute Stück hiermit zur Verlosung anbieten - 3 Stück gibt's, original cellophaniert und frisch aus dem Presswerk. Insofern: mp3-Downloads sind out, Freeloader gewinnen die wirklich essentielle Alben ab sofort einfach auf datenschmutz!
Wie gewinnen?
Natürlich muss unvorstellbar großer Aufwand getrieben werden, um am Gewinnspiel teilzunehmen - wer "Keepin' me" haben will, muss:
- auf blog.datenschmutz registriert sein - hier geht's zur Registrierung
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Die Verlosung läuft zwei Wochen lang - am 26. November werde ich dann die Nicknames aller TeilnehmerInnen durch den datenschmutz.randomizer.3000 laufen lassen. Selbiger spuckt dann drei Namen aus, anschließend bekommen alle TeilnehmerInnen ein E-Mail mit der Info "leider nein" oder "gewonnen" - die GewinnerInnen schicken mir anschließend ihre Postadresse und einige Tage später liegt "My Sound" bei ihnen in der Post.
Extra-Quickness Bonus: ich hab noch zweimal die Presse-Version des Albums zuhause, das ist die Original-CD ohne Booklet, ohne Case in Cellophan-Hülle. Wer als erster hier postet, hat eine der beiden Presse-CDs fix gewonnen.
Teilnahmebedingungen:
Die Gewinner werden via E-Mail verständigt. Die Barablöse von Gewinnen und der Rechtsweg sind ausgeschlossen. Über das Gewinnspiel kann kein Schriftverkehr geführt werden.
Weil dieser Tage Stereotyps zweites Album "Keepin' me" erscheint, hier der Reprint meines Artikels über Stefans Debutalbum "My Sound". (erschienen 2004 in the gap).
"My Sound" von Stereotyp aka Stefan Moerth verbindet Dancehall, Drum'n'Base, Soul und Funk zu einem Fusion-Sound, der vielleicht nicht den einzigen Weg in die Clubkultur des 3. Jahrtausends weist - aber den weitaus sympathischsten.
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Stereotyp aka Stefan Mörth hat sein neues Album "Keepin' me" auf g-stone veröffentlicht. Ich halte ihn für einen der spannendsten Wiener Elektronik-Produzenten und bin Fan seit seinem Debutalbum "My Sound".
Hier die noch nicht mal druckfrische Rezension der neuen Platte, die im kommenden the gap erscheinen wird. Und aus gegebenem Anlass gibt's hier auch ein "Reprint" des Features, das ich im Juli 2004 über Stereotyps Debut "My Sound" geschrieben habe. (erschienen in the gap). Man sieht daran außerdem: das In-Series PlugIn verrichtet nützliche Dienste.
"My Sound" zeigte vor vier Jahren paradigmatisch die Richtung des Stereotyp-Sounds an. Mit seinem neuen Album rockt Stefan Mörth wesentlich subtiler: "Keepin' me" braucht Aufmerksamkeit, aber die wird mit zahllosen wohligen Soul-Schauern bedankt.
Keepin' me Pressebilder: