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Lijit.com: Potentiell geniale Social Web Suche mit Haken

lijitElaborierte Search-Plugins für WordPress existieren zur Genüge, denn die von Haus aus mitgelieferte, mysql-basierte Suche hat ein paar gewaltige Einschränkungen. Allerdings erfasst selbst das ausgefeilteste Such-Plugin nur jene Inhalte, die am eigenen Blog liegen. Wäre es in Zeiten des Syndikationswahnsinns denn nicht viel praktischer, sämtliche eigenen Inhalte, die auf diversen Social Plattformen von BlinkList über FlickR bis StumbleUpon so rumliegen, zu indizieren? Lijit nimmt sich genau dieser Aufgabe an – und ich bin schlichtweg begeistert drüber, dass es zur Abwechslung doch mal ein genuin neues, copycat-freies Web 2.0 Service gibt. Sowas wär doch in Europa auch mal toll.

Die Registrierung bei Lijit erfolgt in Windeseile, nach der Eingabe der eigenen Blog-URL sucht das Script erstmal auf allen derzeit unterstützten Plattformen nach passenden Usernamen. Das funktionierte bei mir auf Anhieb ganz hervorragend, da ich auf einigen Seiten mit dem Usernamen “datenschmutz” registriert bin. Jene Plattformen, die nicht automatisch erkannt werden, trägt man händisch in die Liste nach.

Lijit aggregiert den Suchindex

Die Zahl der unterstützten Social Services ist mehr als beachtlich, deutschsprachige Seiten bleiben allerdings außen vor. Derzeit umfasst das Portfolio folgende Plattformen:

  • Social Bookmarks / Social News:: BlinkList, ClipMarks, delicious, digg, Faves, Furl, Ma.gnolia, reddit, StumbleUpon, Mixx
  • Fotos und Videos: flickR, Youtube, Vimeo, Viddler
  • Social Networks / Bloghoster: LinkedIn, Live Journal, MySpace, Twitter, MyBlogLog, TumblR, Disqs, intense debate, Facebook
  • sonstige Services: zusätzlich können beliebige URLs, RSS- oder OPML-Feeds eingetragen werden.

Im zweiten Schritt analysiert Lijit die eigene Blogroll und – falls vorhanden – das zugehörige MyBlogLog Profil und bietet an, die gefundenen Blogs automatisch als Infoquellen für die Suche mit aufzunehmen. Auf diese Art und Weise sucht man wunschweise also nicht bloß in eigenen Inhalten, sondern in seinem gesamten sozialen Online-Mikrokosmos: ein Feature, das mir ganz hervorragend gefällt.

Das Suchergebnis wird dabei wahlweise als Floating Layer eingeblendet, ein Wechsel der Seite ist nicht erforderlich. Die Suche funktioniert reibungslos und schnell, die Darstellung ist übersichtlich – wäre da nicht die eingeblendete Werbung, die Lijit für mich auf datenschmutz unbrauchbar macht. Wer das ganz mal testen möchte, kann einen Blick auf datadirt werfen, dort hab ich das Search-Widget eingebaut:

lisearch

Leider existiert derzeit kein Premium-Modell: für eine werbefreie Variante, die ich fest in datenschmutz integrieren kann (eventuell ohne floating layer), würd ich sofort 5 Dollar im Monat bezahlen. Ich war mit den Betreibern bereits in Kontakt, eine Bezahlversion ist zumindest derzeit nicht geplant:

Lijit does not currently have a paid service offering as we believe most of our publishers would rather “pay” for their use of the service though the display of ad units.

Ein echtes Killer-Feature ist die Explore-Funktion: anhand von Incoming und Outgoing Links wird das eigenen Beziehungsnetzwerk als dynamisches, klickbares Diagramm dargestellt – klingt kompliziert, geht in der Praxis aber ausgesprochen flockig von der Hand:

explore lijit

Fazit: von allen Aggregatoren, die für sich beanspruchen, sowas wie ein zentraler “social hub” im Web 2.0 zu sein, hat Lijit für mich das größte Potential. Die “Explore” und “Surprise me” Funktion machen Spaß, die Kernaufgabe “Suche” erfüllt Lijit hervorragend. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Service weiterentwickelt.

Sie nannten ihn den Connector

MyBlogLogLogoÜberraschung: hab grad ein geiles neues Feature by mbl gefunden! MyBlogLog lässt sich nicht vom Zahn der Zeit benagen, sondern hört lieber auf Zeichen derselben: statt sich mit der Rolle als Blog-Aggregator zufrieden zu geben, setzt mbl auf Social Media Syndication. [schade, dass die Abkürzung SMS bereits vergeben ist.] Ächtüng: zartbesaitete Gemüter, die ihre Kontaktanfragen-Inboxes so sauber wie einen Toilettensitz im Grandhotel halten möchten, sollten lieber nicht weiterlesen.

Ziemlich einzigartig (zumindest meines Wissens) ist der “Connector”. Man kann bei MBL nämlich seit längerem die eigenen Accountdaten für diverse Social Media Services wie Youtube, twitter, last.fm, friendfeed und viele weitere im eigenen Profil eintragen. Klickt man in weiterer Folge auf die eigene Kontaktverwaltung, taucht dort wie aus dem Nichts ein Karteireiter mit dem klingenden Namen Connector (beta) auf. Er stellt in einer übersichtlichen Tabellenansicht horizontal die eigenen Social Services und in der vertikal die eigenen Kontakt dar. In jeder Zelle steht eines der drei Symbole no service/not found (der betreffende User nutzt den jeweiligen Dienst nicht), connected (bereits in der jeweiligen Kontaktliste) oder connect. Klickt man darauf, öffnet sich die direkt die Kontaktanfrage-Seite der jeweiligen Community, so man dort eingeloggt ist Das sieht so aus:

mblconnector

Zusätzlich erspart ein vierter Button an jedem Zeilenende Klickarbeit: connect on all services öffnet alle in Frage kommenden Kontaktanfrage-Seiten: so findet man die eigenen Blogfans mühelos im großen weiten Internet wieder… und gewinnt neue Twitter-Followers, zusätzliche Friendfeeder und so weiter. Da hat Yahoo mal wieder was richtig gemacht – schade, dass myBlogLog MyBlogLog im deutschsprachigen Bereich nicht so richtig populär ist. Gar nicht auszudenken, was für evil twisted SMO-Schweinereien man damit (semi)automatisiert aufführen könnte… ander ausgedrückt: “Eine Syndikationsplattform sie zu finden, auf die Kontaktliste zu treiben und ein Weilchen zu binden.”

Blognetworks: durch die Channels flippen

blognetworksBlognetworks ist eine meiner favorisierten Facebook-Applikationen: einerseits wirkt eine FB-App ohne Werbung geradezu verschreckend, zweitens sind bereits alle großen, wichtigen und schönen US-Blogs registriert und drittens launcht das Team ständig neue Features: aktuell in der Betaphase befindet sich das neue “Channel Flipping”: man bekommt jeweils eine Blog-Story aus seine Favs präsentiert, der Click auf “read more” führt zur nächsten Meldung.

Klingt vorerst nicht besonders aufregend, macht aber Spaß und ist irgendwie eine nette Gegenthese zur Informationsflut gängiger RSS-Reader. Da man jeder Story auch ein “Daumen hoch” geben kann, tun sich für die Programmierer interessante Matching-Möglichkeiten auf – außerdem könnte man ein Widget ins eigene Blog einbauen. Jede Menge laut dudelnde Zukunftsmusik:

Check out our new super-fast way to browse news from the 7000 blogs on Blog Networks. It’s not like an RSS reader, and it’s different form social news sites. It’s fun like flipping channels on TV. Give it a try and tell us what you think.

Derzeit gibt’s für die Teilnahme noch Minimal-Requirement, aber die 15 Leser hat man bekanntlich schnell mal beisammen:

To limit the load during the beta test period, we’re pulling feeds from blogs with 15+ readers only.

Wer selbst ein Blöglein betreibt, hat Blognetworks vermutlich ohnehin bereits installiert – auch als reine Lese- und Stöber-Applikation für die große Gruppe der anonymen RezipientInnen gewinnt die Software damit an Attraktivität. Nach dem Eintragen des eigenen Blogs verlangt das Programm erstmal eine Authentifizierung. Die lässt sich via Upload einer HTML-Datei auf den eigenen Webspace oder aber durch die virtuelle ehrenamtliche Erklärung von 10 Facebookern: erst danach darf man die eigenen Page mit 3 “selected Stories” (“gebenedeit unter den Postings…”) behübschen und via Invites Blog Fans werben. Die Rating-Funktion dagegen steht allen frei: zwischen 1 und 5 Sterne waren auf ihren Einsatz.

Blognetworks hat einen gelungenen Start hingelegt – und ich bin wie erwähnt recht zuversichtlich, dass sich das Team hinter der Syndikationssoftware noch so einiges einfallen lässt. Der Weg zum neuen Technorati und Feedburner in Software-Union ist zwar noch weit, aber das Technorati-Monster entkommt in letzter Zeit immer häufiger… und seit sich Tante G FB einverleibt hat, scheint dort die Feed-Zeit stehen geblieben zu sein. Mybloglog dagegen erfreut sich trotz engstem Naheverhältnis zu Yahoo recht großer Beliebtheit; aber Blognetworks hat durchaus das Potential, ein bisschen Wind in den Syndikationsmarkt zu bringen. Hier geht’s übrigens zur datenschmutz Page: über einen Wall-Eintrag und ein 5*-Rating freu ich mich natürlich :mrgreen:

Facebook-News: Blognetworks-App und Targeted Updates

facebookupdatesEiniges neu macht der Mai: trotz aller Querelen mit Google um die Vorherrschaft bei der digitalen Identitätsverwaltung stricken die Facebook-Ingenieure fleißig weiter am System. Ganz frisch aus den Labs: ab sofort kann man Page-Update wahlweise geographisch einschränken. Außerdem hab ich eine recht nette Blog-Applikation gefunden.

Mein Haus, mein Garten, mein Blognetwork?

In letzter Zeit war’s ein wenig ruhig in der Facebook-Applikationsschmiede. Kein Wunder, denn für so gut alle gängigen Anwendungsfelder – von der Online-Videoverwaltung über Spiele bis zur Xing-Einbindung – existieren mittlerweile Zusatzprogramme. Auch bei der Einbindung des eigenen Blogs hat man die freie Wahl: ich bevorzuge WordBook, das zu jedem Posting ein Timeline-Update generiert; daneben gibt’s diverse Apps, die mehr oder weniger elaboriert RSS-Feeds einbinden. Da man WordBook auf Pages nicht nutzen kann, hat sich für diesen Zweck SimplyRSS sehr bewährt.

Mit etwas anderem Fokus nähert sich Blognetworks der Syndikations-Thematik an:

Your personal blogroll on Facebook. Show off your favorite blogs, network with bloggers, and discover new blogs.

Nach der Installation trägt man ein oder mehrere eigene Blogs mit Kurzbeschreibung, drei Tags und verwendeter Sprache ein. Erst wenn mindestens 10 User bestätigt haben, dass Person XY wirklich der Autor des betreffenden Blogs ist, gilt die Autorenschaft als verifiziert. (Mist. Jetzt kann ich mich doch nicht als Shoemoney ausgeben :mrgreen: ) Blogs können bewertet werden, und ähnlich wie von Pages gewohnt deklariert man sich wahlweise als “Fan”. Basierend auf Tags und Bewertungen generiert die Software Empfehlungen zu thematisch verwandten Blogs und hilft so beim Auffinden von frischem Blogosphären-Lesestoff. Ich hab das Teil ganz neu installiert und ein paar Einladungen verschickt – die Usual Austrian Suspects sind bereits alle registriert, mal sehen, welchen verwandten Blogs mir die Applikation in weiterer Folge noch empfehlen wird.

Target your updates!

Wer eine Facebook-Page betreibt, kennt vermutlich die Möglichkeit, sogenannte “Updates” an Fans zu schicken. Die gingen bisher immer an alle eingetragenen Page-Members, seit kurzem hat man hier, analog zu den Ads, die freie geo/demographische Wahl: Update lassen auf einzelne Länder, das Geschlecht und/oder Alter begrenzen. Für Pages mit sehr vielen Fans macht diese Erweiterung hochgradig Sinn, denn so lassen sich ohne großen Aufwand verschiedene Sprachversionen realisieren:

fanupdate

German Blogosphere auf BumpZee: PR4

bumpzeeAls Scott Jangro vor knapp einem Jahr dem Blog-Aggregator BumpZee ins Leben rief, hab ich eine Community namens German Blogosphere gegründet. Mittlerweile haben 94 BloggerInnen ihre Seiten eingetragen und die German Blogosphere hat schon eine ganze Weile lang einen stabilen Pagerank 4.

Scott weiß eben, wie man Google-freundliche Syndikationsseiten baut; ich bin einigermaßen erstaunt darüber, dass die Wachstumsrate einigermaßen nachgelassen hat – aber den vollen Hunderter werden wir trotzdem bald erreichen. Ähnlich wie mybloglog syndiziert BumpZee RSS-Feeds und bastelt aus einem Teil der Inhalte einen dynamischen Web-Katalog, der statt Duplicate Content ein paar feine incoming Links generiert – speziell für neue Blogs eine gute Sache. Wer die German Blogosphere also bisher übersehen hat, ist natürlich herzlich eingeladen; einzige Bedingungen: das Blog muss in deutscher Sprache verfasst und jugendfrei sein. Et voila, hier geht’s

zur Anmeldung

PS: Stereophone hat damals auch Facebook eine gleichnamige Gruppe gestartet, die hat witzigerweise ebenfalls genau 94 Mitglieder – da müssen wohl irgendwo die Illuminati am Werk sein!

If Wikio == neu then beta.test

wikioWikio, genreüberschreitender Bastard von Papa RSS-Aggregation und Mama Social Media Community, geht in die nächste Runde – für den Betatest werden derzeit ausprobierwillige SurferInnen gesucht. Die Aggregationsseite soll einen freshen Look bekommen und um etliche von Bloggern gewünschte Features erweitert werden.

Wie schon mal erwähnt, gefällt mir Wikio sehr gut. Die bereits jetzt sehr übersichtliche und funktionale Seite erlebt gerade ein Redesign samt neuen Features, wer vorab probieren, ist herzlich dazu einladen – und kann mit etwas Glück sogar noch einen smarten kleinen Digitalassistenten gewinnen:

Alle registrierten Betatester, die uns ein
Feedback per E-Mail zusenden, können an einer Verlosung eines Asus EeePCs teilnehmen. Interessiert sind wir neben Kommentaren zum neuen Design und neuen Funktionen auch an Meinungen zum Blog-Ranking, und zu gewünschten neuen Funktionen für Blogger.

Ich hab mich schon registriert, wer selbst ein Blog betreibt und einen RSS-Feed generiert, kann sich auch gleich mal zur Syndikation vormerken lassen.

Web 2.0: Werben nach dem Bottom-Up Prinzip

Die deutschsprachige Blogosphäre wächst weiter – und mit der steigenden Zahl an Blogs und LeserInnen wird der Ruf nach lukrativen Werbeformaten immer lauter. Wenn der Markt keine adäquaten Werbe-Modelle anbietet, müsse man eben selbst aktiv werden, fordern immer mehr Blogger – und präsentieren Ideen für innovative Bottom-Up Werbenetzwerke. [Ö1 Netzkulturkolumne, veröffentlicht auf oe1.orf.at]

Zahlreiche Weblog-Autoren gehen ihrer Publikationstätigkeit aus ganz und gar nicht ökonomisch motivierten Überlegungen nach, andere sind von Beginn an darauf bedacht, Einnahmen zu erzielen. Affiliate-Netzwerke bieten ersteren ihre Vermittlungsdienste an, auch das Google AdWords System kommt häufig zum Einsatz. Beide Werbeformen allerdings beruhen auf Pay-per-Click oder Pay-per-Conversion Modellen. Das bedeutet, dass für den Seitenbetreiber erst dann Gewinne anfallen, wenn tatsächlich jemand auf die betreffende Anzeige klickt oder das beworbene Produkt kauft. Wirklich lukrativ ist diese Form der Werbung daher nur für wenige Nischenseiten – wer beispielsweise kontinuierlich über den deutschen ADSL-Markt schreibt, wird viele passende Partnerprogramme finden, bei thematisch breit angelegten Blogs erweist sich dies aber in der Regel als schwierig: über den Daumen gepeilt sind je nach Thema rund 150-500 Besucher am Tag erforderlich, um die Kosten eines dedizierten Servers zu refinanzieren. Im Durchschnitt weisen deutschsprachige Blogs aber gerade mal ein Zehntel dieser Leserschaft auf.

Im Bereich professioneller Online-Medien dagegen spielt die beschriebene Pay-per-Click Werbung eine untergeordnete Rolle: Schaltagenturen kaufen in der Regel bestimmte Bannerkontingente ein, zugrunde liegende Maßzahl sind die Einblendungen – man spricht von Pay-per-View Modellen. Ähnlich wie bei klassischen Printeinschaltungen respektive Radio- oder Fernsehwerbung bestimmen also Auflage beziehungsweise Quote den Preis. Solche Banner-Einblendungen oder im Fachausdruck “Pageviews” (engl. für Seitenaufrufe) werden in der Regel in größeren Paketen eingekauft, die je nach Branche in Österreich bei einer halben Million Pageviews, also Homepage-Besuchern, pro Monat beginnen.

Um diese Zahl zu erreichen, müssten die Schaltagenturen also nicht mit einem einzelnen Blogger, sondern mit mehreren Betreibern sprechen – und genau dieser organisatorische Overhead hält bisher Pay-per-View Vermarkter zuverlässig von einer solchen Bündelung zahlreicher kleinerer Seiten ab. Technisch allerdings gestaltete sich die Schaffung einer Syndikationsplattform relativ trivial – de facto reicht dazu eine gut konfigurierte Installation des Freeware-Adservers Open-Ads völlig aus. Daher überrascht es auch nicht weiter, dass immer mehr (semi)private Publikationen gerne von diesem größeren Werbekuchen mit naschen möchten. Während in der Schweiz einzelne Blogger sehr früh begannen, sich mit zunehmendem Erfolg zu Vermarktungsnetzwerken zusammen zu schließen und in Deutschland einige bekannte Online-Tagebuch-Schreiber das bisher eher glücklose Adical-Programm starteten, scheint die österreichische Bloggerszene erst jetzt jene (wenn auch immer noch sehr bescheidene) Größe zu erreichen, die Blogautoren ernsthaft über Synergieeffekte nachdenken lässt.

Auf absehbare Zeit jedenfalls müssen traditionelle Massenmedien keine ernsthafte Konkurrenz durch Weblogs fürchten – die umfassende Berichterstattung über Web 2.0 und die neuestens Trends und Hypes aus dem Netz mag zwar manchmal einen anderen Eindruck vermitteln, aber in der Praxis sind im deutschsprachigen Raum die Online-Tagebücher nach wie vor ein Minderheitenprogramm, aber so hat schließlich jedes neue Medienformat begonnen. Oder, wie Kollege Riepl es einst so treffend und zeitlos, weil mit maximalem Interpretationsspielraum, formulierte:

… die einfachsten Mittel, Formen und Methoden, wenn sie nur einmal eingebürgert und für brauchbar befunden worden sind, auch von den vollkommensten und höchst entwickelten niemals wieder gänzlich und dauerhaft verdrängt und außer Gebrauch gesetzt werden können, sondern sich neben diesen erhalten, nur daß sie genötigt werden, andere Aufgaben und Verwertungsgebiete aufzusuchen.
aus: Riepl, Wolfgang: Das Nachrichtenwesen des Altertums mit besonderer Rücksicht auf die Römer. Leipzig: Teubner, 1913.

weiterführende Links:

Adical – deutsches Blogvermarktungsnetzwerk von Sascha Lobo
Logcut – Schweizer Blog-Verlagshaus von Peer Dittmar
OpenAds – frei verfügbare Adserver-Software

Blogfever-Tipp: Schlagzeilen anpassen!

blogfeverKeine Ahnung, ob BlogRush sein Service jemals auf non-englischsprachige Blogs ausdehnen wird – ich bin jedenfalls sehr froh drüber, dass Blogfever so gut funktioniert. Technologisch ist das System seinem “Vorbild” mittlerweile sowieso überlegen, wie mir bei John Chows Posting zum Thema Headlines kontrollieren deutlich bewusst wurde. Wer seine Klickrate verbessern möchte, sollte ausgiebig Gebrauch von der Überschriftenauswahl machen.

Wer Blogfever noch nicht kennt, findet hier einen Beschreibung des Syndikations-Tools.

Der zentrale Punkt dabei: nicht jede Headline erregt gleich viel Interesse. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben zwei Artikel, nennen wir sie “33 Tipps für mehr Blogtraffic” und “Mein gestriger Abend”. Welcher der beiden Artikel wird wohl mehr Klicks bekommen? Eben… und genau aus diesem Grund zahlt es sich definitiv aus, regelmäßig im eigenen Blogfever Account die weniger attraktiven Schlagzeilen zu entfernen.

Bei BlogRush funktioniert dies nur mit etwas Trickserei (man muss einen eigenen Feed anlegen), die Blogfever-Macher haben dieses Feature aber gleich mitbedacht und ins Profilmanagement integriert: nach dem Einloggen klickt man auf “Übersicht” und anschließend auf “Schlagzeilen anzeigen”. Die Beiträge werden einmal am Tag upgedatet, sollten die aktuellsten Schlagzeilen nach dem Einloggen nicht angezeigt werden, hilft die Funktion “sofort anfordern” weiter. Zu jedem Feed-Item (= zu jeder Blog-Story) verrät das System das Erfassungsdatum, die Zahl der bisherigen Einblendungen und die Klicks. Mit zwei Zusatzfunktionen kann man das angesprochene Feintuning vornehmen: via “bearbeiten” lassen sich die von Blogfever automatisch ausgelesenen Tags händisch anpassen, und mittels Schlagzeile ausblenden wird die betreffende Story aus dem System entfernt (symbolisiert durch hellgrauen Hintergrund). Dieses Entfernen lässt sich jederzeit wieder rückgängig machen.

Vor allem für Blogs wie datenschmutz, die ein recht breites Themenspektrum haben (bei mir pendeln die Stories irgendwo zwischen Medien-Zeugs, Popkultur und Kuriositätenkabinett) und nicht ausschließlich Fachartikel zu einem einzigen Thema veröffentlichen, ist diese Funktion ungemein hilfreich. Ebenso natürlich für zeitlich begrenzte Artikel, etwa Ankündigungen zu diversen Veranstaltungen.

Wer sich nicht sicher ist, welche Headlines ausgeschlossen werden sollte, kann sich ganz auf die integrierte Marktforschung verlassen: da das System ja wie erwähnt Einblendungen und Klicks anzeigt, lässt sich für jeden Beitrag eine Ratio errechnen. Blendet man die Schlagzeilen mit mieser Klickratio aus, so erhalten die attraktiveren Titel automatisch mehr Einblendungen, somit steigt insgesamt die Klickrate. Kleiner Hinweis ans Team: ich fände es sehr praktisch, wenn die Ratio Klicks zu Einblendungen gleich in der Übersicht als weitere Kennzahl angezeigt würde.

BlogFever

Einblendungen und Klickraten der jeweiligen Beiträgen sind am Screenshot
orange unterstrichen. Ausgeblendete Schlagzeilen werden in hellgrau dargestellt.

 

Der “Effizienzquotient” lässt sich ganz einfach ausrechnen, indem man die Anzahl der Einblendungen durch die Anzahl der Klicks dividiert. Ich habe das für die untensehende Aufstellung beispielhaft gemacht, das Ergebnis mit 100.000 multipliziert und gerundet. Die höher die Zahl, desto höher die Klickrate des einzelnen Beitrags. Hier einige Beispiele aus den ersten Wochen:

Barcamp Vienna: der erste Rückblick – 059
Blogfever: Alternative zu BlogSpeed – 067
Gratis T-Shirt für schnelle Schnorrer – 169
WordPress Deutschland legt sich mit LinkLift ins Bett – 185
Erste Auswertung: Umfrage zum Blogeinkommen – 211

Ich blende also alle Schlagzeilen aus, die unter 150 liegen – somit bleiben nur die effektivsten Einblendungen übrig, et voila: die Overall-Klickrate dankt’s.

Ebenfalls neu: das Blogfever-Directory: alle teilnehmenden Blogs werden SEO-freundlich in verschiedenen Kategorien gelistet – und das aktuelle Pagerank-Update hat der Startseite bereits nach recht kurzer Zeit einen Vierer eingebracht – also noch ein gute Argument zum

Mitmachen bei Blogfever

Dirt Bird’s Predigtarchiv: Karnevalstreiben

Lässig, dass mit Blog-Parade.de eine deutschsprachige Syndikationsseite für alle möglichen Karnevalstreiben existiert. Wunderlich dagegen dünkt mich die neue “Back to the Roots Policy”. Vielleicht war ja früher wirklich alles besser. (Wir waren ja nicht dabei – damals, als die E-Gitarre noch nicht erfunden war. Geschweige denn der Synthesizer.) Aber Geschichtsfälschung bleibt trotzdem Geschichtsfälschung, und dass von New School Paraden gerade die Initiatoren profitieren, kann so nicht unwidersprochen stehen bleiben, meint Dirt Bird, mein Alter Ego für solche missgelaunten Quengeleien wie den folgenden Text.

An besagtem Artikel zeigt sich eines der Dilemmata der .de Blogosphäre überdeutlich. Aber das Schöne daran ist ja bekanntlich: jedes Ding hat zwei Seiten, jede Parade zwei Enden wie die Wurst. Und weil auf Blog-Parade.de gar ein bisschen einseitig argumentiert wird, kann ich das nicht einfach so stehen lassen, wenn Michi Wöhrer schreibt:

Dann gab es Blog-Paraden, bei denen die Initiatoren zur Teilnahmebedingung machten, dass nach Abschluss der Blog-Parade jeder Teilnehmer einen weiteren Blog-Beitrag erstellen muss, in dem alle Teilnehmer-Artikel per Permalink verlinkt werden – d.h. jeder musste jeden verlinken. Ein Mehrwert für den Blog-Leser? Wohl kaum;

Kategorienfehler! Es ging nie um den Mehrwert für die Leser, sondern für die teilnehmenden BloggerInnen. Was die Leser betrifft, so würde ich aber durchaus die gar nicht so weit hergeholte Behauptung wagen, dass es für die durchwegs interessant ist, sich auch durch die übrigen Beiträge zu klicken. Aber selbst erwähnter Nutzen für den Karnevalszug wird im folgenden Absatz radikal abgestritten:

Mit 5-10 Minuten Zeitaufwand konnte da schnell mal die Technorati-Authority um einen zwei- bis dreistelligen Wert erhöht werden; den vielfach unwissenden Lesern erklärte man das ganze als “Link Love”. Hauptziel einiger Teilnehmer war aber höheres Ranking bei Technorati, bessere Treffer bei Google, besseres Pagerank und damit höhere Werbeeinnahmen für Textlinks.

Was für eine Unverschämtheit! Es gibt tatsächlich fiese Blogger, die mit solchen “Methoden” ein besseres Ranking bei Google und höhere Werbeinnahmen erreichen wollen? Schmeißt diese Windbeutel alle sofort aus dem Netz! Ich bin für eine deutsche Blogzulassungsstelle: eine Gewissenskommission (ich wüsste da schon ein paar Kandidaten) prüft sechs Monate im internen Testbetrieb jedes Blog auf Motive und Sinistrizität des Autors: wenn’s diesem darum geht, Besucher oder gar Werbeeinnahmen zu erzielen, dann wird das Blog erst gar nicht freigeschalten. [/satire modus off].

Also, liebe unwissende TeilnehmerInnen, ich erklär euch jetzt mal was: vom klassischen Karneval profitiert der Initiator, da er von allen TeilnehmerInnen Backlinks bekommt. Das sieht so aus:

karneval old school

In ihren Beiträgen verlinken die teilnehmenden BloggerInnen auf den Karnevalsinitiator (schwarze Pfeile), der linkt am Ende zurück (blaue Pfeile). Nun betrachten wir doch mal den Fall der umstrittenen Linkliste:

karneval nu school

Zusätzlich zu den oben erwähnten Links kommen noch die gegenseitige Verlinkung (rote Pfeile). Der Endstand ist ziemlich eindeutig: in der ersten Variante hat der Initiator 3 Backlinks und jeder Teilnehmer 1 bekommen, in der zweiten Fassung dagegen erhalten alle teilnehmenden Blogs gleich viel, also in dem Fall 3 Backlinks.

Skurril übrigens, dass das jemand schreibt, der sein eigenes extrem hohes Technorati-Ranking prima causa den Backlinks in Plugins zu verdanken hat… ja ja, “Warnung vor Max Kossatz und Ritchie Pettauer”, sag ich nur. So, genug Dirt Bird gespielt, but you get my point, right?

PS: Aus der Rubrik “Advocatus Diaboli”: Irgendwie ja durchaus verständlich – solche exzessiven gegenseitigen Verlinkungen könnten ja plötzlich eine ganze Liga von Kleinseiten in die Mittelliga katapultieren, und ich versteh schon, dass die derzeitigen A-Blogger keinen Bock auf übermäßig Konkurrenz haben. Ob man seine Kanzelpredigten aber dafür nützt, brave Google-Schäfchen zu basteln, oder man Blogistan als ein weitgehend kollaboratives Unternehmen begreift, bleibt aber zum Glück jedem selbst überlassen.

Blogfever: 150 Euro zu gewinnen

blogfeverDas genannte Preisgeld teilen sich die drei Erstplatzierten des Evangelisten-Wettbewerbs – denn Blogfever, jenes rasch wachsende deutschsprachige Blogsyndikat, das bisher alles richtig macht, will mit einem kleinen Gewinnspiel für noch raschere Verbreitung sorgen. Jene drei Blogger, die zum Stichtag 21. Oktober am meisten neue Mitglieder geworben haben, erhalten die erwähnten 150 Mäuse gestaffelt nach folgendem Schlüssel:

Das Preisgeld wird unter den Plätzen 1 bis 3 prozentual anhand der geworbenen Blogs aufgeteilt.
Beispiel: User A wirbt 25 Blogs, User B wirbt 15 Blogs, User C wirbt 10 Blogs
Insgesamt wurden 50 Blogs von den ersten 3 Usern geworben. Pro Blog erhält somit jeder User 150 €/ 50 geworbene Blogs = 3 €.
User A erhält somit 75 €, User B erhält somit 45 €, User C erhält somit 30 €
Gewertet werden nur die Blogs, die aktiv geführt werden, regelmäßig neue Beiträge schreiben und das Blogfever-Widget eingebunden haben. Der Wettbewerb startet jetzt sofort. Ab jetzt werden alle geworbenen Blogs gewertet.

Gute Idee – je mehr Blogs bei Blogfever mitmachen, desto mehr haben wir alle davon. Wer noch nicht weiß, worum’s geht: BlogRush fegt wie ein Wirbelsturm über die Ami-Blogosphäre, und Blogfever bietet das gleiche Modell für deutschsprachige Seiten. Nach Einbindung eines JavaScript-Codes zum Beispiel in der Seitenleiste werden fortan thematisch passende Beiträge anderer Blogs aus dem Netzwerk angezeigt – nicht Blog-URLs, sondern Links zu einzelnen Postings, basierend auf Kategorie und Schlagwörtern.

Kurz formuliert: kostenlose Werbung auf 1:1 Tauschbasis, die mir in den letzten Tagen schon über 50 Besucher eingebracht hat – und zwar nicht irgendwelche Google-Zufallstreffer, sondern systembedingt eben zielgruppentechnisch perfekten Traffic. Nachteile sehe ich überhaupt keine, ganz im Gegenteil: ich bin selbst häufiger Click-Gast der Gast-Einblendungen hier auf datenschmutz, weil ich über diesen Weg schon einige spannende Beiträge gefunden hab, die mir ansonsten entgangen wären. Wer sein Blog weder hinter einem Login versteckt noch ausschließlich für die engsten Familienmitglieder schreibt, der sollte Blogfever unbedingt mal auschecken:

bei Blogfever anmelden

 

Blogfever bald Google-lesbar?

Die Macher überlegen derzeit eine imho sehr spannende Weiterentwicklung in Form eines Plug-Ins. Naja, ob JS-Code oder Plugin, macht denn einen großen Unterschied? Yup! Einen riesengroßen, und zwar in punkto SM-Lesbarkeit:

Ein großer Vorteil dieser Vorgehensweise wäre die daraus resultierende “Linkpower”. Denn so eingebundene Widgets können im Gegensatz zu JavaScript-basierenden Lösungen von Suchmaschinen erfasst werden. Außerdem würde das ganze auch ohne JavaScript funktionieren.

Die Entwickler möchten wissen, was Nutzer davon halten – nun, einerseits sehr viel, weil die Einbindung über ein Plugin wesentlich mehr Möglichkeiten bietet; andererseits stellt sich die Frage, ob tatsächlich ein merklicher SEO-Leverage Effekt auftritt: denn Blogfever schaltet ja keine statischen, sondern dynamische Links, die sich des öfteren mal ändern. Um einen Google-Ranking Vorteil zu erreichten, müssten bei jeder Story mindestens 3, beziehungsweise bei den momentan Pagerank-Zyklen, wohl eher 6 Monate lang immer die gleichen Links stehen bleiben, was aber dann wieder dem Sinn der aktualitätsbezogenen Syndikation zuwiderliefe.

 


PS: Muss bei der SM-Abkürzung an Peters 90-60-90 Artikel denken… an Heroes-Rezensionen, Bullshit Bingos und Missverständnisse mit Sätzen, die Genitalien, Sperma und Vorhaut enthalten: “Bevor wir gen Italien fahren, sperr’ ma die Hund in Kofferraum, damit’s es ned vorhaut.” In diesem Sinne: SM steht natürlich für Suchmaschinen, nicht für Sado Maso.

Mehr Blogbesucher mit Blogspeed.de

Update: Blogspeed.de gibt’s nicht mehr, dieser Beitrag steht nur mehr aus historischen Gründen online.

So gut wie alle amerikanischen Pro-Blogger verwenden bereits BlogRush, seit dem Launch verzeichnet der Service einen massiven Trafficboom. Letztens hab ich mich beschwert, das nicht-englischsprachige Blogs mal wieder außen vor bleiben, aber siehe da: BLOGspeed bietet die gleichen Features für deutschsprachige Blogs. Weiterlesen

Blogistan Panoptikum Woche 36 2k7

Englischsprachige Blogs haben ein cooles neues Spielzeug: Blogrush bewegt einiges, aber leider nicht in Tschörmänn: die schwer geniale Verknüpfung von automatisierter Blog-Syndikation und Traffic-Affiliate Marketing plant zwar eine Erweiterung auf zusätzliche Sprachen, vorerst bleiben non .en-Blogs aber leider außen vor. Mag nicht jemand schnell sowas für .de-Blogistan bauen?

Gott bloggt!

Und Armin “Farlion” Meier betreut ihn dabei technisch – und das, ohne ständig zwischen den niederen Sphären der Menschlein und jenen der Engel wechseln zu müssen, denn der Himmel hat jetzt endlich Netzanschluss, und sys-adminning funktioniert via ICQ und ssh bekanntlich ganz perfekt. Höchste Zeit jedenfalls, dass endlich mal der Noah-Irrtum aufgeklärt wird! Und wie eh zu erwarten war: nicht mal Gott selbst war anwesend beim Wienbesuch von Ratzi dem Ersten… sonst hätte er sicherlich gebloggt und ein paar verregnete Fotos online gestellt. [via Robert, dessen neues Design rundum gelungen ist. Echt schönes Headerbild!]

Kampf der Social News Plattformen

Beim Googlefight kommt’s nicht auf die Muskelstärke an, sondern einzig und allein auf die Anzahl der indizierten Suchergebnisse. Baynado ließ Webnews und Yigg gegeneinander antreten – hätte ich auf den Sieger gewettet, wäre ich um ein paar Dollar reicher (obwohl: keine Ahnung, wie die Quoten stehen…) Auch deprimierend: Pete kickt mich aus dem Ring. Aber zum Glück gibt’s ja noch technorati und Feedburner!

Technorati Topics: halbgar

Vorige Woche präsentierte Technorati das neue Topics-Feature, Shoemoney hat einen sehr treffenden Kommentar zu verfasst:

Technorati has kind of gotten a habit of pioneering new cool things but then stopping just a little before they are polished and letting someone else come in and steal their thunder (see google blog search).

Das passt auch zur Ankündigung der WordPress-Macher, ab Version 2.3 die Dashbord-Backlinks nicht mehr via Technorati, sondern via Google Blogsuche anzuzeigen. Wirklich schade, dass T permanent technisch patzt und generell wenig weitergeht – wenn die so weitermachen, dann war Technorati mal die wichtigste Weblog-Syndikationsplattform….

Virtuelles Nasenreiben

Der elektrische Reporter hat Dirk Olbertz und Sebastian Küpers zum Thema “dezentrale soziale Netzwerke” befragt – kurz gesagt geht es dabei um das spannende Thema “Kontrolle über die eigenen Daten”. Ich hab meine Xing-Premium-Mitglieschaft vorgestern wieder gekündigt wegen Sinnlosigkeit – dem Noserub-Projekt kann ich allerdings einiges abgewinnen:

So, dann wünsch ich noch einen schönen Restsonntag und einen guten Start in die kommende Woche. Prija verlost übrigens morgen seinen LCD-Screen… drückt mir die Daumen. Und, just in: der österreichische Fotograf Michael Winkelmann hat seine neue Homepage gelauncht – großartige Fotos und unbedingt einen Besuch wert.

Wikio kombiniert Social Media und RSS Aggregation

wikiologoWiki-ohh! datenschmutz.net wurde aufgenommen bei Syndikationsplattform Wikio und befindet sich am ehrenwerten 1794sten (in Worten: tausendsiebenhundertvierundneunzigsten) Platz. Die Plattform ist mir eine ausführliche Vorstellung wert, denn die Macher haben sich eine schlaue (wenn auch noch leicht gewöhnungsbedürftige) Kombination aus flexiblem RSS-Reader und Social News Plattform ausgedacht.

Also bloß 1793 deutschsprachige Blogs vor mir… die Mediasphäre regieren übrigens souverän König Niggemeier und Kronprinz Indiskretion, Stefan rockt auch die Gesamtwertung, gefolgt von Roberts BasicThinking, der dafür das High-Tech Ranking sein eigen nett. So, jetzt wären also beide verlinkt, ohne die Ergebnisse zu verfälschen, denn:

Die Position eines Blogs im Wikio-Ranking hängt von der Anzahl und dem Gewicht der Links ab, die von anderen Blogs eingehen.
Das Gewicht eines Links hängt vom Ranking des verlinkenden Blogs ab. Bei unserem Algorithmus hat ein Link, der von einem Blog im Top-Ranking ausgeht, mehr Gewicht als eine Link von einem schlechter gewerteten Blog.
Wikio berücksichtigt Links der letzten 120 Tage.

Somit kann’s eine Weile dauern, bis die angemessene Rankingposition erreicht ist, da Wikio verständlicherweise erst ab dem Tag der Freischaltung mit dem Quantifizieren beginnt. Ich bin jedenfalls gespannt, wo ds in drei Monaten landet.

Was kann die Plattform?

wikioEndlich mal eine Seite, die nicht das Technorati-Ranking API-mäßig ansaugt und frisiert, sondern die sich auf ihren eigenen Algorithmus verlässt! Herr Wikio ist zweifellos anders als all die anderen Mädchen, was sich bereits am (für mich nicht wirklich intuitiven) Farbleitsystem und der irgendwie wikiartigen Oberfläche zeigt. Konkret beläuft sich der Wiki-Teil auf die Möglichkeit, neben den default-mäßig angezeigten Karteireitern “News”, “Blogs” sowie den erwähnten Rankings eigene Tabs anzulegen, die sich auf eigenwillige Weise “personalisieren” lassen, und zwar entweder durch die Einbindung von RSS-Feeds, oder aber durch die Wahl entsprechender Tags.

Die Logik der Stichwortauswahl erschloss sich mir dabei auch nicht auf den dritten Blick: anscheinend wir eine Zufallsauswahl an Tags angezeigt, mit jedem gewählten Tag verändert sich diese – ob nach unerfindlichen Regeln (Subthemen sind’s jedenfalls nicht) oder tatsächlich zufällig, macht keinen Unterschied: Wikio jedenfalls gibt mir zuverlässig nicht nur das Gefühlt, die Zentralperspektive zu verlieren, sondern schlichtweg gar keine zu haben – vielleicht das konsequenteste Blog-Syndikations Interface bis dato.

wikioDie Idee, mehrere Tabs anzulegen, erleichtert die Übersicht ungemein: man stellt sich je nach Präferenz eine Politik, eine Web 2.0 Seite etc. zusammen – und clustert so thematisch die aktuellen Themen rund um die eigenen Informationsbedürfnisse. Verwendet man auf einer solchen Profilseite zugleich RSS-Adresse und Tags, so stellt Wikio alle News in einer chronologischen oder nach Relevanz (s.u.) sortieren Liste dar – wobei grafisch gekennzeichnet ist, welche aus RSS-Feeds stammen und welche News der Tagfilter aggregiert hat.

Wie wächst die Plattform?

Über die Anzahl der derzeit syndizierten Blogs und Newsquellen hält sich Wikio bedeckt, zumindest konnte ich keine Zahl finden – dem Eindruck nach zu urteilen, aber nicht gerade wenige. Befindet sich die eigene Seite noch nicht darunter, so schafft das Anmeldeformular Abhilfe. Wer bloß einen einzelnen Artikel eintragen möchte, findet dazu ebenfalls ein passendes Formular. Für die Einbindung auf die eigene Seite stehen diverse Buttons zur Verfügung, von statisch bis dynamisch. Mittels eines Wikio WordPress Plugins lässt sich eine Abstimmungsbutton im Nu hinzufügen – der bei mir allerdings einen php-Fehler erzeugte. Mal sehen, ob ich das Script noch zum Laufen bringe.

Die Grundidee Wikios, Syndikationsfunktionen mit einem News Voting und frei konfigurierbaren Karteireitern zu verbinden, finde ich spannen. Inwiefern sich betreffenden Votes auf die Platzierung der Artikel oder andere Faktoren auswirken, erschließt sich allerdings nicht unbedingt auf Anhieb. Während die chronologische Liste nach Datum vorgeht, scheint die Relevanz-Ansicht Votes und andere Kriterien zu kombinieren. Im Detail weist die Bedienung einige Tücken auf: so erfährt man zum Beispiel die eigene Ranking-Position, indem man nach seinem Blog sucht. Als ich heute von meiner Freischaltung erfuhr, hab ich das gleich mal gemacht – und bekam bei der Blogsuche nach “datenschmutz” 0 Treffer zurück. Knapp vor dem Mail an den Support fiel mir noch ein, nach datenschmutz.net zu suchen – et voilá, mein kleines Web 2.0 Experimentallabor tauchte plötzlich auf.

vorläufiges Fazit

Wikio vereint bekannte Medienmetaphern auf eine erfrischend neue Weise. Einiges ist verbesserungsfähig: ganz oben auf meiner Wunschliste stünde etwa eine RSS-Listenübersicht zusätzlich zur standardmäßigen Newsdarstellung – in punkte Lesekomfort bei vielen abonnierten RSS Feeds finde ich Bloglines noch immer ziemlich konkurrenzlos. Die Verbindung von Social News Plattform und personal RSS Aggregator bietet aber viele Entwicklungsmöglichkeiten – ich werde die Seite jedenfalls im Auge behalten.

Sphere It: für die Fisch’

sphereSphere indiziert Blog- als auch Newsplattformen und bietet verschiedene Browser Plugins an. Matthias Bauer hat vor kurzem ein WordPress Plugin veröffentlicht. Sphere Related Content soll ähnliche Beiträge finden – für nicht-englischsprachige Blogs zahlt sich der Einbau derzeit aber keinesfalls aus.

Frage an Radio Eriwan: Was macht Sphere It?
Antwort: Auf deutschsprachigen Blogs im Prinzip nichts. Außer die Ladezeit gewaltig zu verlängern.

So schnell der Einbau gelingt und so gut die Darstellung als schattierter CSS-Layer, der sich über die Seite legt, gefällt: bei der eigentlichen Kernfunktion versagt Sphere im deutschsprachigen Raum völlig. Ich habe das WordPress Plugin in den vergangen zwei Wochen ausprobiert, doch selbst bei Beiträgen mit englischen Begriffen im Titel hieß es immer nur “no related articles found”:

 

spherescreen

 

Besser gefüllt, aber ohne irgendwelche erkennbaren Zusammenhänge, präsentierte sich die Rubrik “Bloggers talking about this topic”. Keinerlei Mehrwert also, dafür eine deutliche Verzögerung der Ladezeit – und deswegen habe ich das SRC gestern wieder deaktiviert.

Schade eigentlich, denn ein solches Tool böte sowohl Autoren als auch Lesern beträchtlichen Mehrwert, der natürlich mit der Qualität und dem Umfang des indizierten Datenmaterials steht und fällt. Während im klassischen Journalismus ein spezifisches Regelsystem und solche Dinge wie Nachrichtenwertfaktoren eine Rolle spielen, finden sich solche Notwendigkeit eines analogen Mediensystems im Internet derzeit bloß als Transitionsphänomen wieder: wenn die Technologie das Auffinden einer Multitude von Standpunkten erlaubt, ist das ohnehin fragwürdige Projekt der “Objektivierung” eigentlich gar kein erstrebenswertes Ziel mehr. Dies gilt für Blogger, die ja funktional betrachtet keineswegs Journalisten sind, umso mehr: nicht umsonst spielen Vernetzungsfunktionen wie Trackbacks eine so wichtige Rolle in Blogistan.

Im anglo-Netz funktioniert Sphere bereits jetzt recht gut – wer ein englischsprachiges Blog betreibt, könnte mit dem Plugin durchaus etwas anfangen.

WP-Plugin: MyAvatars zeigt Userpics neben Kommentaren

Avatare neben den Kommentaren gestalten Diskussionen persönlicher und erhöhen den Wiederkennungswert. Mit dem passenden Plugin lässt sich das mybloglog-Icon aller User, die auf der beliebten Blog-Syndikations-Plattform registriert sind, neben jeder Wortspende anzeigen – ich hab MyAvatars hier auf datenschmutz soeben testweise eingebaut.

Praktischerweise unterstützt das Plugin auch gleich Gravatars. Der Service, der eigentlich recht vielversprechend begann, wurde nach gravierenden Hostingproblemen allerdings in ein Bezahlservice umgewandelt und hat gravierend an Beliebtheit eingebüßt. Mybloglog dagegen ist gratis, inzwischen sind auch sehr viele deutschsprachige Blogger dort registriert. Das Plugin selbst benötigt allerdings keinen Account, wie der Autor schreibt:

Tired of Gravatar? You can now use MyAvatars, a plugin that shows MyBlogLog’s avatars in your comments instead of Gravatar’s ones even if you’re not subscribed to MyBlogLog.com.

Falls jemand weder einen Gravatar noch ein mybloglog-Konto verwendet, wird wahlweise ein Platzhalterbild angezeigt. Um bei fehlenden Avataren die Anzeige komplett zu unterdrücken, kann man hier z. B. ein 1×1 Pixel großes, transparentes GIF eintragen. Die entsprechende Option editiert man in der php-Datei an dieser Stelle:

$default_IMG= "http://www.mybloglog.com/buzz/images/pict_none.gif";

Aussehen und Formatierung des Avatarbildes übernimmt die mitgelieferte CSS-Datei, die sich im Nu an die eigenen grafischen Bedürfnisse anpassen lässt.
Download bei Napolux

Kommentare strukturieren

Sehr interessant wäre ja außerdem Brian Meidells Threaded Comments Plugin. Auf einer “nackten” Installation lässt sich die Erweiterung dank an Kubrick angepasster comments.php-Datei ohne weiteres installieren. Das Plugin implementiert eine “threaded”-Struktur, wie man sie von Foren kennt: anstatt bloß linear zu antworten, können Diskutanten direkt auf ein früheres Posting antworten: die Diskussion wird entsprechend verschachtelt dargestellt, das sieht dann so aus wie hier.

Übersichtlich, quadratisch, praktisch – vor allem für Blogs, auf denen auch mal längere Diskussionen ins Laufen kommen. Ich hätte die strukturierten Antworten längst eingebaut, mit den diversen Bells-and-Whistles (Ajax Comments, Math Antispam etc.) und diversen Anpassungen gestaltet sich dieses Vorhaben allerdings nicht ganz untrivial und ich werd wohl meine Testinstallation bemühen müssen. Die Kombination des mybloglog-Avatar Plugins mit den Threaded Comments führt nämlich zu einer forumähnlichen Darstellung der Kommentare, und die Möglichkeit, direkt antworten zu können, ist eben speziell bei längeren Diskussionen äußerst hilfreich. Aufmerksam geworden auf die zwei Erweiterungen bin ich bei John Chow.

Die Link-Kauf-Affäre: von Blogrolls und Pageranks

Blogrolls, Trackbacks und Kommentarlinks waren eigentlich mal dazu gedacht, relevante Themen miteinander zu verlinken und die Diskussion zwischen Weblogs zu fördern. In Zeiten der allgegenwärtigen Suchmaschinenoptimierung werden Bloglinks allerdings plötzlich zu begehrten Ware – denn je mehr Links auf eine Zielseite zeigen, desto höher deren Popularität in Suchmaschinen.

Die Jagd nach Links nimmt dabei zuweilen etwas kuriose Ausmaße an: 71grad berichtet aktuell von einer, gelinde gesagt, seltsamen Anfrage: für zwanzig Euro bot ihm Stereopoly einen Backlink an – zur Erhöhung des Pageranks. Lennard lehnte dankend ab:

Die Aufwandsentschädigung für das Setzen des Links plus Tipps zur Optimierung meiner Seite (was für SEO nötig ist) in Höhe von monatlich 20 Euro halte ich etwas sehr hoch, um ganz ehrlich zu sein. Wenn dir meine Seite zusagt, dann kannst du selbstverständlich einen Link setzen, ich freue mich natürlich darüber. Nur blogge ich aus purem Vergnügen ohne finanziellen Anreiz, so dass viele Besucher zwar aus langjähriger Webmastererfahrung schön sind, mir diese spezielle Maßnahme der Optimierung aber unnötig erscheint.

Der Adminartinator kommentiert die Sache gewohnt eloquent:

So, Butter bei die Fische. Meinen recht guten PageRank 5 mache ich ab sofort zu Geld, daher kosten Links in meiner Blogroll ab sofort 49 EUR pro Monat. Ein Schnäppchen, wie ich finde. Halt, das war natürlich nur Spaß. Wer allerdings meint, eine solche Aktion wäre völlig fiktiv, der liegt falsch. So läuft der Hase neuerdings in der Bloggeria.

Eigentlich alles, was es zu dem Thema zu sagen gibt – ich würde auch kein Geld bezahlen für Bloglinks zu meiner Seite – und die Blogs, die ich regelmäßig lese, werden sowieso in der Blogroll festgehalten, in die erweiterte Linkliste eingetragen (der Platz auf der Startseite ist begrenzt) und/oder via RSS abonniert sowie zu technorati Favorites hinzugefügt. Schließlich freu ich mich ja auch drüber, wenn jemand dasselbe mit datenschmutz macht. btw: Fave this blog at technorati!.

Andersrum betrachtet wird aus der Sache für BlogautorInnen allerdings ein Schuh, oder besser gesagt ein Geschäftsmodell. Man bezahlt nicht für Links aufs eigene Blog, sondern vermietet welche – und zwar normalerweise nicht an andere Hobby-Blogger, sondern an Firmen, die ihren Online-Media-Mix mit Backlinks auffetten. Enter paid Linktrading:

Link-Marktplätze: Text Link Ads, Linklift

Eine neue Werbeform feiert ihren Siegeszug quer über eine ganze Armada von Blogs: die Kommerzialisierung des Linktradings zielt anders als klassische Ads darauf ab, den Pagerank der Zielseite zu erhöhen. Webmaster, die eine Seite mit entsprechendem Pagerank betreiben, vermieten monatsweise Links an die Käufer – der Code ist dabei so in die jeweilige Wirtsseite eingebettet, dass Suchmaschinen den gekauften Link erkennen und auswerten, was bei über Javascript eingebundenen Anzeigen nicht unbedingt der Fall ist.

Zwei Plattformen haben sich auf diese Form des Linkhandels spezialisiert: da wäre zum einen Text Link Ads, der amerikanische Vorreiter und zum anderen Linklift, ein deutscher Anbieter, der die Businessidee geklont hat. Beide System kommen hier auf datenschmutz zum Einsatz – Linkvermietung macht nicht reich, bietet aber eine relativ angenehme Low-Maintenance Möglichkeit zur Refinanzierung der Serverkosten für BlogautorInnen.

Selbstverständlich schneidet dabei die jeweilige Plattform einen prozentuellen Anteil des Linkpreises mit – die Teilnehmer profitieren dafür von den bekannten Vorteilen der Syndikation, für WordPress bieten beide Firmen spezielle Plug-Ins an, mit denen Installation in Windeseile abgewickelt ist. Nicht jede Seite kann am Marktplatz teilnehmen – entsprechender Pagerank ist die Voraussetzung für die Aufnahmen.

Selbst verkauft die/der Webmistress/Master

Den “cut the middleman” Ansatz verfolgt ein brandneues WordPress-Plugin: Textlink Adder erlaubt den On-Site Verkauf von Links: Die Idee dahinter: wer eine ansprechende Seite findet, auf der er gern seinen Link platzieren möchte, klickt einfach auf “Purchase Links” und bezahlt via Paypal die Monatsmiete, die der Betreiber festgelegt hat.

Ich bin über’s red SEO Blog auf das Plugin gestoßen – in der Theorie hört sich die Idee nicht schlecht an, in der Praxis werd ich auf meiner Testinstallation demnächst mal damit rumspielen und anschließend berichten.

Werbung, kein lächelndes Aas?

Ich schreib seit Ausgabe Nummer 2 bei the gap mit – was als Fanzin begonnen hat, entwickelte sich mittlerweile zu einem respektablen österreichischen Popkulturjournal. Ohne Werbung – und natürlich ohne zahllose unbezahlte Stunden aller Beteiligten – wär das Heft nie über die Startphase hinausgekommen. Meine persönlichen Berührungsängste mit der Kommerzialisierung dieses Blogs sind daher denkbar gering.

Mich nerven zwar bei anderen Blogs riesige Ads, die den Lesefluss störend im Text platziert sind, und ich mag keine Seiten, die mit Bannern zugemüllt sind. Ein paar passende Ads, überlegt positioniert, in Kombination mit vermieteten Links, die natürlich nicht in der Blogroll, sondern deutlich als Werbung gekennzeichnet positioniert sind, erscheinen mir dagegen durchaus als geeigneter Werbemix – und gegen eine Refinanzierung der Serverkosten hat wohl kein Blogautor etwas einzuwenden.

BUMPzee – Konkurrenz für mybloglog

Aufruf an die Einwohner der deutschsprachigen Blogosphere: Bumpzee bietet Social Network Funktionen für BloggerInnen – die Kombination aus Mybloglog-artigem Service und Digg-Funktionen wirkt auf den ersten Blick nicht unspannend. Ich hab mal eine Community für deutschsprachige Web 2.0 Blogs angelegt – wer mitspielentesten will, der möge sich und sein Blog registrieren.

Großteils finden sich auf der Plattform derzeit englisch-sprachige, US-basierte Blogs – mit ein Grund, warum ich mit der GermanBlogosphere Gruppe ein wenig Syndikation anstoßen möchte, und ein paar Backlinks können ja bekanntlich nie schaden.

Ander gesagt: Medien tendieren zu Meta-isierung, speziell in Zeiten von RSS-Feeds und Tagclouds. Kumulierte Daten produzieren Mehrwerte, die Blogger zu schätzen wissen: nicht umsonst fand mybloglog in kürzester Zeit so viele User. So mancher Blogger klagt allerdings über Ladezeit-Latenzen, andererseits verlockt die Möglichkeit, Live-Bildchen der letzten BesucherInnen anzuzeigen. BUMPzee! steigt mit einem ganz ähnlichen Leistungsportfolio in den Social Media Ring: da wie dort gibt’s interessensbasierte Communities, Widgets zum Einbau ins eigene Template (hier am Blog in der rechten Spalte zu bewundern) sowie diverse Kommentar- und Groupware-Funktionen.

Nicht uninteressant scheint bei BUMPzee! die integrierte Digg-Funktionalität, mit deren Hilfe sowohl overall als auch Community-basiert die interessantesten Postings kollektiv bewertet werden. Wie sich der Service in der Praxis bewähren wird, muss sich zeigen – ich hab mich jedenfalls grade mal vor zwei Stunden registiert, ein Profil für datenschmutz angelegt sowie die Community germanblogosphere eingerichtet. Deren weitgefasstes Themenspektrum liest sich so:

Deutschsprachige Blogs zum allen Themen!

So denn – über MitspielerInnen tät ich mich freuen, mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.

PS: Wo hätte ich auf BUMPzee! stoßen können, wenn nicht beim Großmeister der Traffic-to-Cash Blog-Alchemie, Mr. Shoemoney.

Blogistan-Panoptikum Woche 17 2k7

So, Google hat’s nun doch geschafft, vor Microsoft die meistbesuchte Webpage der Welt zu sein – so sah’s aus im März 2007 (via BasicThinking, GoogleWatchBlog): Google: 528 Millionen, Microsoft: 527 Millionen, Yahoo!: 476 Millionen.

Aber Microsoft verdient weiterhin am meisten, wobei’s mit dem Umsatz/Gewinnverhältnis bei Google trotz aller Aquisitionen ja wirklich nicht schlecht aussieht:

Gewinn Q 1/07: Microsoft: 4,93 Mrd USD, Google: 1 Mrd USD
Umsatz Q 1/07: Microsoft: 14,4 Mrd USD, Google: 3,66 Mrd USD

Und zum State of the Blogosphere wär zu sagen, dass derzeit angeblich rund 15,5 Mio aktive Blogs (upgedatet in den letzten 90 Tagen) existieren, meint technorati.

Max zieht um

Kein Roter Hut mehr für Max – der ist nämlich umgezogen auf’s brandneue red seo blog. Wie gewohnt gibt’s massig hilfreiche Optimierungs-Tipps.

RSS, simpel erklärt

In Zeiten des Web 2.0 besitzen möglichst einfache Erklärung einen manchmal unwiderstehlichen Charme – Blip.TV versorgt alle RSS-Newbies in guter alter Zettel-und-Stift Didaktik mit den essentiellen Fakten über RSS, das beliebteste Syndikationsformat des Internet. Fazit: “RSS compared to a website is like netflix compared to your local videostore.” [Was? Netflix hat eine schmuddelige Porno-Ecke?]

Frösche und 100 Dollar Laptops

Nicolas Negroponte’s XO-Projekt sorgt für Online-Gesprächsstoff: Entwicklungsländer sollen mit billigen mobilen Rechnern versorgt werden. Ein Bestandteil des Konzepts sind sogenannten Mesh-Netzwerke, bei denen alle Teilnehmer zugleich als Relais-Stationen fungieren, sozusagen als Ersatz für fehlende Internet-Zugriffsinfrastruktur – man bezeichnet solche Strukturen auch als Ad-Hoc Netzwerke. Im Trend Magazin 03/2007 findet sich ein Interview mit Negroponte, der sich als ausgewiesener Frosch-Freund entpuppt:

Damit steht das Internet an Orten zur Verfügung, die wir früher nie mit diesem Medium in Verbindung gebracht hätten,” zeigt sich Negroponte begeistert und vergleicht das Mesh-Netzwerk mit einem Teich voller Seerosen und Frösche: “Erst blüht eine Rose, dann drei, dann zehn, und schließlich ist der ganze Teich mit Seerosen bedeckt. Die meisten Leute mögen diese Metapher, vergessen dabei aber auf die Frösche. Die Frösche sind der Schlüssel für die kommenden Jahre. Sie hüpfen von Access Point zu Access Point und erzeugen damit ein Mesh-Netzwerk.

Wenn Rechner 20 Fragen stellen

Das gute alte 20-Questions Spiel ist eine Klassiker der KI-Forschung – Hier kann man in vielen Sprachen spielen, Deutsch ist ebenfalls dabei: und die Trefferquote des permanent “lernenden” Scripts ist mittlerweile recht beachtlich.