Der letzte Rückblick des Jahres 2008 stand ganz im Zeichen 51 vorangegangener Sonntag respektive Wochen, die erste Blogistan-Panoptikum Ausgabe des neuen Jahres riskiert einen Seitenblick auf einige andere lesenswerte Rückblicke. Man muss ja auch mal aktiv was unternehmen gegen das Vergessen, heißt es. Obwohl ohne die gute alte Entropie, Königin unserer chaotischen Herzen, unsere Informationsverarbeitung wohl ziemlich langweilig wäre. Für mich persönlich jedenfalls hat das 2k9 mit einer äußerst erfreulichen multiplen Pagerank-Überraschung begonnen: datenschmutz hat in der deutschen Blogosphäre nicht gerade breit gestreuten Sechser bekommen, datadirt wurde von Big G zu Weihnachten mit einem Fünfer bedacht und einige weitere Pages erhielten ebenfalls kleine Päckchen. Da sag ich doch mal artig "Danke", auch wenn das alles nicht völlig unerwartet kam
Super Affiliate ist ein dummes Buzzword, das in der Affiliate-Blogging Community von Leuten verwendet wird, die dir einreden wollen, dass sie entweder mehr Geld verdienen oder auf irgendeine andere Weise besser sind als du. Als i8ch meine ersten 1000$ pro Woche mit einem sehr bekannten Affiliate-Netzwerk verdiente, sagten sie, ich sei jetzt ein "Super-Affiliate", was mir sofort zeigte, dass dieser Begriff überhaupt nichts bedeutet. Jeder, der den Ausdruck "Super Affiliate" in einer nicht-ironischen Weise verwendet, speziell, wenn er damit sich selbst meint, ist unglaubwürdig und ein Idiot.
Sagt Nicky Cackes vom Reformed Blackhat bei Shoemoney (Übersetzung von mir), und dieser wunderschönen Definition ist schlicht und ergreifend nix mehr hinzu zu fügen.
Jeremy blickt ordentlich auf das gesamte Jahr zurück, was übrigens auch aus seo-technischer Sicht (Stichwort: interne PR-Verteilung) ganz und gar keine blöde Idee ist. Netzwertig blickt zweifach nach vorne, die Autoren haben durchwegs gewisse Auffassungsunterschiede über die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Web 2.0 und einen Hang zu vagen Prognosen, wie Computernotizen bemerkt. Er stellt etwas konkretere Fragen, die auch Mathias Schindler beantwortete. Das Google Watchblog spekuliert naturgemäß über Big G's Pläne für die nächsten 12 Monate, Phlow hatten eine äußerst hörenswerten, zweiteiligen Rückblick auf ein Jahr freie Musik zusammengestellt. Den grafisch reizvollsten Blick in den breiten Rückspiegel gibt's bei Max in Form von Tagclouds und Steam-Grafiken.
Ein aktueller Artikel über ein Mash-Up, das Twitter-Messages an die eigene Mailbox schickt, evozierte eine eigenartige Diskussion auf TechCrunch. Babou fragt:
I really enjoy your blog for your insights and the posts of your team of writers but there is one thing: you really speak a lot about twitter.
Now I understand Twitter has become an important medium of communication but does it really deserve so much attention?
Nun ja... ich würd mal sagen: soviel Aufmerksamkeit, wie sich in 140 Zeichen eben unterbringen lässt - dafür aber mehrmals am Tag
Tja, die meisten SEOs haben in den vergangenen sieben Tagen wohl ausgiebig gefeiert - anders die dünne Gesätheit aktueller Nachrichten wohl kaum zu erklären. Gerald schreibt über PR-Updates und Fehlalarme und Blogiger plagt sich mit dem Seotonie Wettbewerb. Irgendwie fasziniert mich das Business-Modell "SEO-Wettbewerb" ja ungemein - den Betreibern müssen solche Wettbewerbe, selbst bei sinnlosen Keywords, ja einiges an Linkjuice bringen. Wem es um (Geld)Preise geht, der sollte die Energie und den Zeitaufwand aber lieber anderswo investieren - beispielsweise in einen neuen Digg-Clon. Und weil der SEO-Lesestoff diese Woche so schmal ausfällt, wär vielleicht mal wieder ein Zeitungsabo angebracht: aber leicht wird einem das Bestellen ja nicht immer gemacht.
Trainingsmaterial für die richtige Bewerbung gibt es genug, doch wer sich dieses Video von Ben Schwartz zu Herzen nimmt, muss nie mehr Angst haben, jemals eine Anstellung zu bekommen:
Und damit sind wir auch schon wieder an der äußersten Nordspitze des Panoptischen Kaps angekommen. Setzen Sie lieber Ihre Kapuzen auf, es bleibt weiter kühl! Im Übrigen wünsch einen chilligen Sonntag, wir lesen uns morgen.
Ich träum ja schon lange davon, eine "Ich und mein datenschmutz" über Tupacs "Me and my girlfriend" zu rappen oder aus DMXens "Ain't no sunshine" "Ain't no tagcloud" zu machen. Eine sehr smoother (angeblich) Hamburger Rapper hat aus meinem .de-Rap Lieblingstune der letzten Jahre nun eine grandiose Veräppelung von StudiVZ gemacht.
Die neue Version Sido's "Mein Block" erinnert an Weird Al Yankovichs Interpretationen bekannter Hits, und anders als im Original lautet der Refrain:
Mein Profil, meine Gruppen, meine Freunde, meine Fotos, meine Hobbies, meine Daten sind weg
meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine Welt, stehen nicht mehr im VZ!
Ich hab diese Perle bei Max gefunden, der ebenso neugierig ist wie ich, ob StudiVZ (so ziemlich das einzige größere Social Network, in dem ich *nicht* registriert bin) den Rechtsweg beschreitet oder mit einem adäquaten "Gegenvideo" antwortet.
Wollen Paragleiter unter sich bleiben? Oder Bergläufer? Oder Kegelvereine? Nicht unbedingt, meint Sportsfreunde.de und präsentiert sich als webzweinullige Plattform, die alle Facetten von König Sport beleuchten will und sich vom Gelegenheitswalker bis zum potentiellen Weltrekordler an ein breit gefächertes Publikum richtet.
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Kann ein Online-Musikanbieter profitabel funktionieren, ohne auf nervige Kopierschutztechnologien zu setzen? Diese Frage hat die Major Industrie in den letzten Jahren in einer immens kundenunfreundlichen Weise beantwortet. Der Online-Musikdienst Akuma macht's besser und setzt auf unverschlüsselte mp3-Files in hoher Qualität sowie auf Crowdsourcing bei Bewertung und Empfehlungen.
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Ein beträchtlicher Teil des Web 2.0 beruht auf dem Phänomen des Crowdsourcing: Wissen existiert verteilt, und jede/r ist ExpertIn auf seinem Spezialgebiet. Eine Plattform, die konsequent Web 2.0 Technologien nutzt, um Frage und Antworten zusammenzuführen, ist da nur die logische Konsequenz. Gutefrage.net widmet sich dieser Aufgabe und macht dabei Gebrauch von typischen Web 2.0 Features: Tag-Cloud, Toplisten und ein Bewertungssystem lassen keine Fragen offen.
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Tobias Kowatsch führt dieser Tage im Rahmen seiner Masterarbeit an der Hochschule Furtwangen ein Social Media Experiment durch: bei "I need somebody to tag" müssen zuerst einige Seiten bzw. Screenshots beschlagwortet werden, dann folgt ein Online-Fragebogen über die eigenen Tag-Präferenzen. Im großen und ganzen dreht sich's dabei um die Thematik, ob vorgegebene oder selbst definierte Tags (Schlagwörter) zu bevorzugen sind. Als Zusatzmotivation verlost Tobias unter allen TeilnehmerInnen Amazon Büchergutscheine.
Bis zum 21. Juli läuft die Befragung, die Ergebnisse werden Ende Juli auf der Homepage präsentiert; siehe auch Dobchat. So beschreibt der Autor sein Forschungsinteresse in eigenen Worten:
Das Web-Experiment "Help, I need somebody to tag!" ist Teil meiner Thesis, in der ich kollaborative Indizierungs-Systeme wie Del.icio.us, Connotea oder CiteULike untersuche. Ziel dieses Experiments ist es, die Nutzung solcher Systeme durch Sie - den Anwender - besser zu verstehen und an Ihre Bedürfnisse anzupassen.
Wenn Sie an diesem Experiment teilnehmen, werden Sie zunächst mit einem Indizierungs-System vertraut gemacht, indem Sie Webseiten mit Tags (engl. für Schlagworte) versehen. Anschließend bewerten Sie dieses Indizierungs-System. Sie benötigen etwa 13 Minuten für die Durchführung des Experiments.
Ich hab natürlich mitgemacht - Hintergrund der ganzen Untersuchung ist offensichtlich das Thema selbst definierte Tags vs. vorgegebene Stichwortliste. Keine Ahnung, wie die Mehrheit der Internetnutzer dies sieht, ich persönlich brauche meine eigenen Tag-Schreibweisen ganz dringend: die Chance auf Wiederauffindbarkeit von Information (und dazu dient das Taggen ja primär) ist ganz einfach größer, wenn ich mein eigenes Wording und meine Systematik verwende.
Nicht hoch genug kann man in diesem Zusammenhang übrigens Michael Wöhrers grandioses Simple Tagging Plugin für WordPress (mittlerweile in den weiterentwicklerischen Händen von Amaury Balmer) loben: dank des Type-Ahead Features (bereits während man die ersten Buchstaben eintippt, präsentiert eine Pop-Up Box bestehende, passende Keywords) lassen sich verschiedene Schreibweisen des gleichen Begriffs sehr effektiv vermeiden.
Zukünftig sollen allerdings sowohl der ältere UTW (Ultimate Tag Warrior) als auch ST obsolet werden, da WordPress in der demnächst erscheinenden Version 2.3 Tagging bereits integriert haben wird. Ich kann nur hoffen, dass jemand daran denkt, eine Importer für Simple Tagging zu bauen und die neue Software ebenso komfortabel bedienbar sein wird.
Aber zurück zum Thema: Tobias erforscht wie oben beschrieben die Präferenzen der Online-User - im Fragebogen wiederholen sich einige Aussagen, Zwischenfragen ohne Bezug zur eigentlichen Thematik sollen wohl ebenso der Validierung dienen wie das mehrfache Abfragen der selben Aussage in verschiedenen Formulierungen. Ich konnte mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass der Aufbau der Fragen durchwegs suggeriert, eher für vorgegebene Tags zu votieren als für eigene; ich bin jedenfalls gespannt auf die Ergebnisse.
Aufruf an die Einwohner der deutschsprachigen Blogosphere: Bumpzee bietet Social Network Funktionen für BloggerInnen - die Kombination aus Mybloglog-artigem Service und Digg-Funktionen wirkt auf den ersten Blick nicht unspannend. Ich hab mal eine Community für deutschsprachige Web 2.0 Blogs angelegt - wer mitspielentesten will, der möge sich und sein Blog registrieren.
Großteils finden sich auf der Plattform derzeit englisch-sprachige, US-basierte Blogs - mit ein Grund, warum ich mit der GermanBlogosphere Gruppe ein wenig Syndikation anstoßen möchte, und ein paar Backlinks können ja bekanntlich nie schaden.
Ander gesagt: Medien tendieren zu Meta-isierung, speziell in Zeiten von RSS-Feeds und Tagclouds. Kumulierte Daten produzieren Mehrwerte, die Blogger zu schätzen wissen: nicht umsonst fand mybloglog in kürzester Zeit so viele User. So mancher Blogger klagt allerdings über Ladezeit-Latenzen, andererseits verlockt die Möglichkeit, Live-Bildchen der letzten BesucherInnen anzuzeigen. BUMPzee! steigt mit einem ganz ähnlichen Leistungsportfolio in den Social Media Ring: da wie dort gibt's interessensbasierte Communities, Widgets zum Einbau ins eigene Template (hier am Blog in der rechten Spalte zu bewundern) sowie diverse Kommentar- und Groupware-Funktionen.
Nicht uninteressant scheint bei BUMPzee! die integrierte Digg-Funktionalität, mit deren Hilfe sowohl overall als auch Community-basiert die interessantesten Postings kollektiv bewertet werden. Wie sich der Service in der Praxis bewähren wird, muss sich zeigen - ich hab mich jedenfalls grade mal vor zwei Stunden registiert, ein Profil für datenschmutz angelegt sowie die Community germanblogosphere eingerichtet. Deren weitgefasstes Themenspektrum liest sich so:
Deutschsprachige Blogs zum allen Themen!
So denn - über MitspielerInnen tät ich mich freuen, mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.
PS: Wo hätte ich auf BUMPzee! stoßen können, wenn nicht beim Großmeister der Traffic-to-Cash Blog-Alchemie, Mr. Shoemoney.