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Artikel-Schlagworte: „Taktik“

Buchtipp: Anleitung zum Subversivsein

subversionen 150x150 Buchtipp: Anleitung zum SubversivseinTrifft die Politik die Ästhetik und fragt: was für ein Verhältnis haben wir eigentlich? Ein subversives, versichern die AutorInnen eines brandneuen und ausgesprochen erfrischenden Sammelbandes zum gleichnamigen Thema. Den HerausgeberInnen Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantóm, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke ist es gelungen, ein vielschichtiges Bild eines schwer fassbaren, aber zentralen Konzepts einer Weltwahrnehmungsweise des 20. Jahrhunderts zu zeichnen. Neben den Beiträgen der einzelnen AutorInnen enthält der Sammelband die Transkription einer Diskussion mit dem Titel "Aber ich würde es nicht machen, wenn ich nicht glauben würde, dass es funktioniert" und Armin Chodzinskis Fotozyklus "Von der Sehnsucht nach Widerständigkeit".

Mein Überblick über aktuelle politische wie ästhetische Literatur ist ein enden wollender - aufmerksam gemacht auf das Buch hat mich Kollege Mirko, der seit einigen Semestern in Utrecht alle möglichen Mensch/Maschine/Kunst Interaktionen beforscht und -schreibt. Gemeinsam mit Hans Bernhard hat er für den vorliegenden Band den Beitrag "Subversion ist Schnellbeton" geschrieben, der sich mit der Ambivalenz respektive hochfrequenten Aneignung subversiver Strategien durch jene Strukturen, die eigentlich bloßgelegt werden sollen, beschäftigt - der Artikel ist auf Mirkos Homepage auch online verfügbar. (In der Tat ist dies wohl die zentrale Frage in der Bewertung jeglicher Alternative zu ultra-liberalem Turbokapitalismus. Denn kein anderes System war jemals so effektiv darin, jegliche strukturelle Form der Kritik zum adaptieren, implementieren und damit letztlich völlig zu entkräften.)

Ich habe das Buch vor einigen Wochen erhalten und noch nicht alle Beiträge gelesen - doch bereits jetzt, zur "Halbzeit", gehört das Kompendium zu meinen Lieblings-Readern der jüngeren Vergangenheit. Einen Teil tragen auch die sehr gelungene Aufmachung und das Layout des Buches bei - in der Fußzeile findet sich, fortlaufend gedruckt, übrigens ein "Bonustext", nämlich Florian Neuners "Was tun wenn's brennt / Aussageverweigerung / Wahl der Mittel". Sehr gelungen finde ich die Zusammenstellung sowie die Art und Weise der thematischen Annäherung: hier wird gar nicht erst versucht, in irgendeiner Weise Subversion dogmatisch zu definieren, stattdessen arbeitet das Herausgebertrio ganz bewusst mit einer Multiplizität der Zugänge, die sich auch im Aufbau des Buches widerspiegeln. Nach einem einleitenden Teil, der sich mit Geschichte, Strategie und Wirkung des Begriffs auseinandersetzt, folgt die weitere Einteilung spezifischen Zugängen der unterschiedlichen "schönen Künste": Beleuchtet wird das Phänomen Subversion in Literatur, Theater, Fotografie, Film und Fernsehen sowie in der Bildenden Kunst und Mode. Ob Lumpendesign im Modekontext oder unmögliche Perspektiven im Kino dank Computertechnologie: schnell wird deutlich, dass Subversion keine fixen Rezepte kennen kann, da sie stets von einem bestimmten zeitlichen Spannungsfeld getragen ihre "Wirkung" nach immer kürzerer Zeit verlieren. Soweit in diesem Kontext Verallgemeinerungen überhaupt möglich sind, versucht sie Mark Terkessidis in seinem einleitenden Text "Karma Chamäleon. Unverbindliche Richtlinien für die Anwendung von subversiven Taktiken früher und heute." Gemeinsam scheint allen subversiven Strategien jedenfalls die Einsicht, dass eine Kritik am System aus dem System heraus sich in einer paradoxen Münchhausen'schen Situation befindet: aber vielleicht kann man sich ja doch an den eigenen Haaren aus dem Sumpf herausziehen - denn die Ästhetik wiegt bekanntlich weniger als ein Vogerl.

Red Bulletin #6: Mehr Dosigkeit geht nicht

Früher mal hat so ziemlich alles, was der österreichische Energiegetränk-Hersteller angefasst hat, Flügel bekommen. Im Formel- und Fußball-Sektor musste die Firma samt ihrem charismatischen Österreich-Geschäftsführer erstmals erleben, dass im Mainstream-Sportbereich andere kommunikative Gesetze gelten als in der extremen Nische. In .at soll das Renommierhefterl Red Bulletin dick auftragen und die printkommunikativen-Bedürfnisse elegant abdecken. Allein: die sechste Ausgabe des permanent relaunchten Druckwerks nähert sich der herkömmlichen An-einen-Haushalt-Postwurfsendung beängstigend weit an.

Doch während bei Aldi zumindest verschiedene Produkte für rudimentäre Abwechslung sorgen, geht's im RB auf 100 Seiten immer nur um das eigenartig schmeckende Zuckerwasser - sogar New York Times Autor Simon van Booy, verantwortlich für den literarischen Beitrag "Kein besseres Geschenk", hat in seinen suboptimal übersetzten, aber ansonsten sehr erfrischenden Zeilen, eine Getränkedose misplatziert. Und das ist symptomatisch für das ganze Heft: hier wird unglaublich viel Geld in die Hand genommen, aber irgendwo hakt's ganz gewaltig: denn gerade die teuren Fotos und Texte funktionieren überhaupt nicht als Verschleierungstaktik für die Überdosis Marktkommunikation. Da engagiert man einerseits Edelfedern wie die exzellenten Food-Journos Christian Grünwaldt oder Christian Seiler (deren Witzigmann-Risotto respektive Modena-Stories sind fast die einzigen, einigermaßen unpenetranten, flockigen Stories) und ist gleichzeitig zu feig - oder zu sehr in den 80ern verhaftet - um auch nur einen einzige Beitrag ohne Product Placement zu riskieren.

Natürlich steht auch bei den Waxos ganz zufällig eine Dose am Tisch; Simon Schreyer hat mit dem Interview übrigens einen recht guten Job gemacht, halt leider ein paar Jahre zu spät - aber als wir anno dunnemal Felix, Buzz und Zuzee am gap-Cover hatten, gab's ja noch kein Red Bulletin. Ich halte diese Strategie insgesamt für extrem kontraproduktiv. Denn jeder weiß, wo RB herkommt und worum's geht - man muss die LeserInnen nicht alle 20 Zeilen dran erinnern, wer Druck und Inhalte bezahlt hat. Wenn man ein Suchspiel draus machen könnte, das eine Foto zu finden, auf dem sich kein Red Bull Logo und keine Brand-Erwähnung in der Bildunterschrift findet, dann ist wohl irgend jemand bei der Idee, ein cooles Magazin mit fetten Placement-Möglichkeiten zu machen, weit übers Ziel hinausgeschossen. Somit bleibt mir für diese Mini-Blattkritik eigentlich nur ein Verbesserungsvorschlag: die Nummer sieben würd ich 200 Seiten dicken machen und alle Inhalte nur auf die linken, geraden Seiten drucken. Dann wär noch Platz für 100 großartige Red Bull Getränkedosen, am besten mit Preisangabe. Oder einfach nur 100 Seiten lang "All content and no Red Bull makes Jack an unhappy fool."

Dass nicht nur RB in den letzten Jahren verstärkt Schwierigkeiten mit der Fernseh-Distribution der eigenen Events hatte, weil sich immer mehr Networks weigern, Sportclips, in denen die Protagonisten aussehen wie visual Testimonials, während jede freie Bande mit dem gleiche Logo zugepflastert ist, als Gratis-Werbeclips abzuspielen, ist eine Sache - dass man am B2C Printsektor voll und ganz auf Overbranding setzt, eine andere; so verspielt Red Bulletin jegliche Möglichkeit, anders als eine Werbebroschüre wahrgenommen zu werden. Aber mit dieser Meinung steh ich sicherlich ganz allein: denn die Leserbriefe suggerieren immerhin eine unvorstellbar enthusiasmierte Fangemeinde. Aber es geht bekanntlich nix über Meinungsforschung: was meinen Sie, werte datenschmutz LeserInnen, zur sechsten Ausgabe des Red Bulletin?

Billy Baypack: da draußen ist Leben!

Der Schöpfungsmythos findet sich in der Literatur in vielgestaltiger Form: vom Golem bis zum Roboter bereiten die künstlichen Kreaturen ihren Schöpfern meist mehr Ärger als Arbeitserleichterung. Nicht anders Billy Baypack: die erfundene Figur soll nun nämlich von der Rundfunkbehörde zur Kasse gebeten werden.

Und das kam so: der in Münster ansässige Aktionskünstler Ruppe Koselleck generierte vor zwei Jahren eine fiktive Identität rein zu datenforscherischen Zwecken. telepolis schreibt:

2005 erschuf Kosellek die Figur Billy Baypack, eine "frei erfundene Person, die weder in Deutschland, der EU noch den USA gemeldet ist." Der Name des "organisierten Werbelisten- und Datenschrotplatzes" ist eine erkennbare Anspielung auch die Payback-Karte. Dort und auf vier weiteren Werbelisten ließ Kosellek den Namen auch eintragen: Von McDonalds, Beate Uhse, Happy Digits und der Rewe Handelsgruppe. Wie nicht anders zu erwarten, erhielt Billy Baypack daraufhin jede Menge Post von "Werbefirmen, Agenturen und sonstigen Netzwerken der freien Wirtschaft." Als Kosellek seinen Billy zum Doktor promovierte, erhielt dieser auch Post von Banken, die ihm Kredite anboten.

Nicht wahnsinnig überraschend - bis im November vorigen Jahres die GEZ (in Deutschland zuständig für die Einhebung der Rundfunkgebühren) bei Billy meldete. Damit waren sie an den richtigen geraten, denn Koselleck packte die Aktionismus-Gelegenheit beim Schopf:

Er (Koselleck) meldete seine Figur wie von der GEZ verlangt an. In der Anmeldung teilte er neben der Nichtexistenz auch mit, dass Billy Baypack weder über ein Konto noch über einen Pass oder ähnliches verfügt. Dann gönnte sich Koselleck den Spaß und beglich die Radiogebühren - in kleinen Münzen.

Das alte Gangstarap-Motto "Blood in, blood out" trifft hier allerdings nicht zu. Vielmehr erinnert die Taktik der GEZ an die guten allen wasserdichten Radios: Wasser kommt einmal rein, aber dann garantiert nie wieder raus:

Außerdem versuchte er zu erfahren, wer der GEZ die Daten von Billy Baypack verkauft hatte, scheiterte aber an der gut eingeübten Auskunftsverweigerung der Behörde. Die betonte lediglich immer wieder, dass alles den Datenschutzbestimmungen entspreche. Allerdings gibt es, da Billy Baypack ja nicht existiert, nur den Weg des Ankaufs von Werbelisten durch die GEZ.

So richtig schwierig wurde es dann allerdings erst, als das Empfangsgerät wieder abgemeldet werden sollte, frei nach dem Motto: "eine abgebrochene Antenne macht noch kein statisches Rauschen":

Bei der nächsten Zahlung kürzte der neue Radiohörer Dr. Billy Baypack die Gebühren - mit der Begründung, dass ihm das Programm nicht mehr gefiel. Die GEZ reagierte darauf mit einer Mahnung. Darauf wollte Koselleck Billy Baypack als Radiohörer abmelden. In einem ersten Versuch schickte er der Behörde, die seit einigen Jahren dafür bekannt ist, Abmeldungen nach Möglichkeit zu verweigern, zusammen mit einer formalen Kündigung eine abgebrochene Radioantenne zu. Die Reaktion überraschte selbst den Aktionskünstler: Die GEZ schrieb zurück, dass sie die Abmeldung nicht akzeptieren würde, weil Billy Baypack ja weiterhin über ein Empfangsgerät verfüge - mit allerdings schlechtem Empfang.

Gestern zerstörte der Aktionskünstler in einer öffentlichen Aktion direkt vor der Hauptpost in Münster für ein und allemal - die Einzelteile sollen der GEZ zugestellt werden, um die Abmeldung zu bestätigen. Besuch von der Ausländerbehörde und/oder der Polizei bekam U-Boot Billy Baypack allerdings bis dato nicht - immerhin würde die Behörde, wie der Schöpfer der Experimentalfigur meint, durch die Ausweisung ja einen weiteren Gebührenzahler verlieren.

Der falsche Hase: Wenn sich Spammer registrieren

In den letzten Tagen und Wochen haben sich bei mir am Blog immer mehr UserInnen registriert - allerdings handelt es sich dabei keineswegs um interessierte LeserInnen, sondern um Spambots: leicht zu identifizieren an den aus jeweils zwei Bauteilen zusammengesetzten Usernamen.

"Normaler" Kommentarspam hat dank der Kombination aus Akismet und Math Comment Anti Spam kaum mehr eine Durchdringungschance, und Simple Trackback Validation hält mir die Spam-Trackbacks vom Leib, aber es bleibt ein Kopf-an-Kopf Rennen: die neueste Taktik der Spammer scheint darin zu bestehen, sich zu registrieren.

Mit Ausnahme der angelegten User sind mir bisher keinerlei Aktivitäten aufgefallen, aber ich vermute mal, dass die Spammer präventiv massig Accounts anlegen und dann bei Bedarf "zuschlagen" - Kommentare von registrierten Usern haben grosso modo definitiv größere Überlegungschancen: ist der betreffende Bot erstmal eingeloggt, entfällt zumindest die Rechenaufgabe; ob Akismet eingeloggte User anders behandelt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Wie sieht's bei der bloggenden Kollegenschaft aus? Habt ihr plötzlich auch jede Menge russischer User, die hans_schmid, herr_schmid, schmiz_schmid und so weiter heißen?

Registrierung abdrehen?

Könnte man machen, mag ich nicht. LeserInnen, die regelmäßig kommentieren wollen, sollen sich ja registrieren können, um nicht jedesmal die Rechenaufgabe lösen zu müssen... außerdem kann man nur durch Registrierung einen Usernamen "reservieren", und wenn ich mal den ersten Ferrari verlos, dann müssen sich die GewinnspielteilnehmerInnen ebenfalls registrieren :-)

Und da es ja kein "Simple Spam User Removal" Plugin gibt, bleibt wohl nur die händische Kontrolle der User-Accounts. Schnuttensalat hat ebenfalls verstärkte Spam-Anhäufungen bemerkt, und ich wette, ich bin nicht der einzige mit russischen Gästen.

Shoe vs. Chow: und hoffentlich ein paar RSS Tipps

Kaum ist Jeremy Shoemaker aus dem Urlaub zurück, battled er sich auch schon mit seinem würdigsten Kontrahenten: zwischen Shoemoney und JohnChow.com läuft im Oktober ein RSS-Wettbewerb: wer es innerhalb der 31 Tage schafft, mehr neue Feedreader auf sein Blog zu kriegen, ist unmoralischer Sieger - und bekommt vom Verlierer einen demütigenden Backlink:

So whats at stake? Well the loser will have to have a link to the winners website with "Find out why shoemoney is a better marketer then me".

In letzter Zeit arbeiten die beiden selfmade Dotcom-Mogule öfter mal zusammen, so moderierte Chow letztens sogar zweimal Shoemakers Marketing-Podcast. Abgesehen vom Unterhaltungsfaktor bleibt nur zu hoffen, dass die beiden Herren ein wenig über ihre evil plans plaudern: denn RSS-Abonnenten steigern den Wert eines Blogs zwar gewaltig, sind aber schwer zu bekommen. Da mag's aber durchwegs Unterschiede zwischen eu und us geben: ich hab zumindest den Eindruck, dass die gar nicht mehr junge Feed-Technologie hierzulande noch eher ein Nerd- als ein Breitenmedium darstellt, aber sowas kann sich bekanntlich recht flott ändern.

Vergleichende Affiliate-Studien

Ich wette, dass die zwei Marketing-Gurus völlig unterschiedliche Taktiken wählen. John startete gestern mit einem Gewinnspiel und wirft unter anderem einen iPod Nano und Werbeplätze in den Pot. Jeremy hält sich bislang eher bedeckt, ich tippe mal stark darauf, dass er im Gegensatz zu John nicht primär sein Blog, sondern eine ganze Reihe von SEO-Network Sites verwenden wird, um seinen Feed zu promoten. Am 1. November wissen wir mehr - Ende September lag JC mit 8585 RSS-Lesern jedenfalls deutlich hinter den 10833 von JS.

Das datenschmutz Wettbüro ist eröffnet: wer richtig tippt, bekommt am Ende des Monats einen Backlink in meinem Bericht über den Ausgang des Duells - einfach einen Kommentar hinterlassen und kurz erklären, warum JC oder JS gewinnen werden...

Gratistours gibt Klimatipps für den Alltag

Dies ist ein von trigami vermittelter Auftrag Hinweis: Dies ist ein von
trigami vermittelter Auftrag.

gratistoursGratistours.com waren schon einmal im Zuge der Firmendependance in Second Life zu Gast auf datenschmutz. Diesmal geht's um die Klasse Klima Initiative von Gratistours.com, ein Maßnahmenbündel zur Entlastung der Umwelt. Reisen und Umweltschutz sind Themen, eng zusammenhängen: einerseits trägt steigende (Freizeit)Mobilität zur Verschmutzung der Atmosphäre durch alle Arten von Verbrennungsmotoren bei, andererseits lernen viele Stadtbewohner erst auf Reisen den Reiz intakter Umwelten kennen. Aber nicht nur im Hotel- und Tourismusbereich liegen gewaltige Einsparungspotentiale, auch im eigenen Alltag kann jeder zu ein bisschen weniger Energieverbrauch beitragen.
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deutsche piraten blogcharts: die Fortsetzung

Jener Artikel, der nun den schönen Titel Max Kossatz und Ritchie Pettauer kopieren Design von deutscheblogcharts.de trägt, hieß vor wenigen Stunden noch Warnung vor Max Kossatz und Ritchie Pettauer, wie der Permalink verrät. Jan versteht trotzdem noch immer nicht, worin eigentlich die Pointe begraben liegt. Aber kein Wunder - so viel aufopferungsvolle Sicht kann schon mal den Blick für die vielbeschworene Demokratisierung trüben. Danke im übrigen an Frank Helmschrott, den Mitbegründer des deutschen Blog Schwanzvergleichs, für seinen Beitrag:

Jens Schröder macht sich mit den originalen DBCs eine Arbeit, die ich mir offen gesagt schon lange nicht mehr gemacht hätte. Die Aussage die dahinter steckt wurde zahlreich in Frage gestellt und letztlich vermittelt sie ein Bild der sog. deutschen Blogosphäre, dem sie teilweise selbst nicht gerecht wird. Was für ein Blog ist schon besser oder beliebter als ein anderer? Wenn nur eingehende "echte" Links eine Rolle spielen, wie wichtig sind dann noch Leser oder der Grund warum sie den Blog lesen? Um ganz ehrlich zu sein brauchen wir keine der Toplisten so wirklich.

Da kann ich nur zustimmen, und die Aggregationsfunktionen von Dirk Olbertz' Blogscout sind extrem gut durchdacht und kommen meiner Vorstellung von Blog-Aggregation um Meilen näher als irgendwelche oberlehrerhaften Listen. Und zugegeben: die Layout-Ähnlichkeit bzw. Mimikry ist eine der ältesten Taktiken zur Generierung von Aufmerksamkeit; natürlich können wir auch gaaaanz anders. Aber, wie Max bereits geschrieben hat:

die sogenannte blogsphaere (die, laut technorati eine miniszene ist, so gibt es nur rund 300 blogs mit "viel authority" (wenn man diese "kennzahl" jetzt hernimmt) bei technorati auf deutsch, da muss man rund 120 zeitungen, etc. abziehen, das ist ech wenig fuer rund 100 Millionen menschen) muss endlich begreifen das es keinen sinn mehr macht nur die ganze zeit ueber sich selber zu referenzieren.

hier sind neue ideen gefragt um den naechsten schub einzuleiten, deswegen nochmals danke fuer diesen beitrag! lauyout und design spielen bei solchen problemen, genauso wie beleidigungen und warnungen, keine rolle.

warnung

Aber nicht genug mit der Umbenennung: Michael, der Autor, schließt auch gleich noch zugehörigen Diskussionthread mit den knappen Worten:

Max/Ritchie: Da es nun wohl doch von Euch eingesehen wurde, dass nicht nur bloß eine Word-Tabelle kopiert wurde, und Ihr das Design angepasst habt, habe ich nun den oben stehenden Artikel aktualisiert und die Warnung aufgehoben.
Außerdem schließe ich damit auch die Diskussionen hier.

Gar nix haben wir eingesehen! Es ging von Anfang nie um das Layout, obwohl sich die Mimikry als wesentlich probateres Mittel zum Generieren von Aufmerksamkeit erwiesen hat als erwartet. Nun gut, wir haben die Farben invertiert und die Schriftart geändert, den schließlich macht sich auch die Piratenflagge weiß auf schwarz besser. Damit wäre der Vorwurf des Designklaus "aus der Welt geschafft", was immer das heißen mag, aber wie Cordobo völlig richtig schrieb:

Hmm, ich habs als Parodie gesehen. Und ich glaube als solche war die Seite auch gedacht, wenn man sich die FAQ ansieht.

A propos Warnungen - dieser Screenshot bekommt einen Ehrenplatz auf meiner Festplatte: die erste Manifestation des verbreiteten Piratenschreckens! Sogar auf Rivva haben wir bereits eine umfassende Kollektion bekommen! Und der Upload-Podcast, den ich hier an dieser Stelle gerne remixed hätte, darf leider nicht veröffentlicht werden, wie Jan mitteilte. Naja, was soll's -he's kickin' it old school, aber ich hätte "ich find's eine Frechheit!" zu gern mit ein paar Breakbeats unterlegt. Der Herr Blogpimp wundert sich ebenso wie wir über die "transparenten Filtermechanismen" des "Originals":

Und noch was ist mir aufgefallen, bei den Piraten tauchen Blogs mit teilweise über 2000 Backlinks laut Technorati auf, die in den deutschen Blogcharts gar nicht vertreten sind. Und das, obwohl sie offensichtlich keine Templates, Plugins oder ähnliches anbieten. Da fragt sich der brave Blogbetreiber, wie denn die Filter der Deutschen Blocharts programmiert sind, und wen man verlinken muss, damit die Filter einen mögen?

Michael kopiert ebenfalls oberdreist das Layout mit seinen Smiley Blogcharts. Das fand ich zuerst überhaupt nicht okay, aber dann musste ich wieder an Nikos Präsentation auf diesem Designkongress vor Jahren denken - also letztendlich haben wir's doch noch geschafft, Webpublishing via Word zum Trend zu adeln!

smiliecharts

Naja, jedenfalls sollte man Diskussion nicht an dem Punkt schließen, wo sie beginnt, interessant zu werden... die deutsche Blogosphäre wird sich wie weiland Münchhausen an den eigenen Haaren immer weiter nach oben ziehen! In diesem Sinne: auf das neue Design der deutschen piraten blogcharts!

Rand Fishkin makes Wikipedia jump

Whiteboard Friday - yeah! Machen Sie sich bereit für eine Magiestunde in der dunklen Kunst des Wikipedia-Hijackings. Zwar kann man damit der eigenen Seite nix Gutes tun, aber einer fremden jede Menge Schlechtes.

Wie Rand dann auch so treffend erklärt, sollte man die Taktik möglichst nicht bei Konkurrenzseiten anwenden: denn es geht darum, eine Seite von Platz zu verdrängen, indem man den angegriffenen Link durch ein Wikipedia-Resultat ersetzt. Und ist der erstmal an der Spitze, dann bleibt er auch dort, denn bekanntlich liebt Big G die manipulierbarste Enzyklopädie aller Zeiten. Oder, wie Jeremy schreibt:

Rand Fishkin demonstrates how to exploit Googles love for Wikipedia and knock someone you don't like down a bit.

Und Graywolf fragt sich, was denn passieren würde, wenn diese "Grayhat" Taktik Schule macht - und kommt zu dem Ergebnis, dass Google wohl früher oder später WP einen Malus verpassen müsste:

What would happen, wikipedia would rank for everything. like 99% of the time the top spot would be taken by the wiki instead of just the 90% it is now. How long would it be before regular users started to notice and get annoyed or complain. Would they go someplace else, or would Google have to step up and finally do something to devalue the wiki algorithmically.

Aber nun zum Lehrvideo der Woche - so kann's gehen:

YouTube Preview Image

LaFraise Shirts: Fenster zur Welt auf der Brust tragen

lafraiseDas T-Shirt, einst pflegeleichte Alternative zum Full-Feature Hemd, hat eine rasante Entwicklung vom bloßen Kleidungsstück hin zum Kommunikationsmedium erlebt. Während sich die Kreativität mancher Labels darauf beschränkt, ihr eigenes Logo in Übergröße auf Vorder- und oder Rückseite zu pappen, hat sich LaFraise eine wesentlich spannenderes Businessmodell überlegt: die Website bietet limitierte Versionen von T-Shirts an, deren Designs die User selbst entwerfen.
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Das langsame Ende der Harald Schmidt Show

Nix gegen Oliver Pocher - was für ein Eröffnungssatz für ein Posting, in dem's eigentlich um den Grande Mestre der deutschen Fernsehrespektlosigkeit geht. Aber wie man's auch dreht und wendet, der dritte Sidekick stellt wohl keine große Ehrerbietung des Öffentlich-Rechtlichen an Harald Schmidt dar - zumal die Show demnächst auch gleich in die "Schmidt Pocher Show" umbenannt wird.

Bis Herbst hat Dirty Harry noch Gelegenheit, solo für die Latenight-Abendgestaltung seiner ZuseherInnenschaft zu sorgen. Wie ORF und ARD berichten, waren es zuletzt rückläufige Quoten, die den ARD zur Entscheidung bewogen. Programmdirektor Struve ist - der Passus wird wohl in seinem Vertrag stehen - zuversichtlich:

Pocher, der zuvor vier Jahre für ProSieben unter anderem mit der Show "Rent a Pocher" als Komiker aufgetreten war, soll exklusiv bei der ARD weiterarbeiten. "Wir haben 'Rent a Pocher' wörtlich genommen", sagte Programmdirektor Günter Struve. "Im Augenblick ist er ja noch als selbst ernannter B-Promi auf Tour. Aber an der Seite von Harald Schmidt im Ersten wird Oliver Pocher - da bin ich mir sicher - ganz schnell zum A-Promi aufsteigen."

Pete macht auch endlich wieder Eintragungen ins Logbuch und schreibt über Pocher:

Ich sag mal, damit ist die Marke Schmidt endgültig so weit verwässert, das ich zumindest auch nicht öfter schauen werde. Nix gegen Pocher aber er wäre damit der 3 Sidekick (Natalie, Manuel) in der Sendung. Wenn man 3 Zuarbeiter braucht um gut auszusehen hat man wohl den Zenith überschritten.

Den Spreeblick will auch keine rechte Begeisterung überkommen. Ich sag nur: zuviele Showköche verderben den Brei. Und nicht jedes Konzept lässt sich in jedem Umfeld beliebig reproduzieren: Anke Engelkes Kurzzeit-Intermezzo war ja auch nicht direkt von übermäßigem Erfolg gekrönt. Obwohl: Harry und Olli, die Paarung ergibt irgendwie Sinn: zwei respektlose Rotzlöffel, die den leichten Haut Gout der Derbheit wie wahre Mediengourmets zu schätzen wissen.

Die 9 Live Affäre: eine Fernsehsimulation

Live-Quiz-Fernsehen hat in der Tat eine ganz neue Ära der Niveaulosigkeit in die wunderbare Welt der Fernsehunterhaltung eingebracht - professionelle Medienpessimisten wie Neil Postman oder Günther Anders hätten kaum vermutet, dass sich die Regie nicht mal mehr die Mühe macht, die eigene Simulationstaktik zu verschleiern.

Geschäftsführer Marcus Wolter lässt sich mit den Worten zitieren: "9Live ist Vorreiter für transparentes, chancengleiches und faires Call TV."

Und in der Tat - das folgende Video belegt zumindest, dass man eine Menge von der guten alten Transparenz hält im Hause 9 Live - wer braucht denn noch die lästigen Antworten auf die Fragen, wenn ohnehin klar ist, dass die Anruferin eine wohlbekannte erfolgreiche Quizzerin ist? Wär doch auch mal ein ganz neuer Ansatz für die Millionenshow: "Sie wissen eh immer alles, nehmen's doch gleich die Million und gehn's nach Hause!"

[via Jan's Technik-Blog]

Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?

Total Google Control"Trusted Computing" bedeutet übersetzt "Vertrauenswürdiges Rechnen", oder noch besser "ehrenwerte Datenverarbeitung", das hört sich doch gut an. Marketing-Labels schmeicheln dem Ohr, das liegt in ihrer Natur. Nicht nur in diesem Fall gilt aber: süßer die Botschaft nie klang, doch das Fertigprodukt enthält keine Vitamine mehr und kann zu schweren Vertrauensstörungen führen. Wird nun "do-no-evil" Google das neue TCPA und MS in Firmenunion?

Filesharing, Contentswapping und offene Lizenzen: die Inhaltsindustrie find sich im Sog eines Malstroms, der ihr gar nicht schmeckt. Die verlorene Kontrolle will man mit Hilfe Friedrich Kittler's 8. Muse* techné rückerobern. Alle Computer inklusive PDAs, Handys, Waschmaschinen und was sonst noch König Content wiedergeben kann, sollen zukünftig ab Werk mit einem kleinen Chip geimpft werden. Dagegen regte sich schnell Widerstand - und Benjamin Stephan und Lutz Vogel drehten vor ein paar Jahren einen sehr instruktiven Lehrfilm. Mittlerweile ist die TCPA Geschichte - das Gremium erwies sich letzlich als Fehlentwicklung und tat das, was man eben in einem solchen Fall macht: es gab sich einen neuen Namen.

Aufgrund des Veto-Rechts aller 200 Mitglieder erwies sich die TCPA als nicht handlungsfähig. Als Konsequenz wurde im April 2003 die offizielle Nachfolgeorganisation Trusted Computing Group (TCG) gegründet, die die bis dahin geschaffenen Spezifikationen übernahm und ihre Weiterentwicklung fortführt. (wikipedia]

Damit konnte man immerhin die Besitzer der Domain www.againsttcpa.com überlisten und die Arbeit in Ruhe fortführen - beziehungsweise Google interferierenden Filmemachern überlassen.

Eine brandaktuelle Produktion [via Spreeblick] ortet die kontemporären Datengefahren nämlich nicht im Chip, sondern im Netzeinstieg und widmet sich einer kritischen Betrachtung des Masterplans unserer Lieblingssuchmaschine. Dabei setzt er eine recht ähnliche Visualisierung ein wie seinerzeit die Anti-TCPA Regisseure. Absolut sehenswert, wenn auch in keiner Hinsicht zurückhaltend: denn Google engangiert sich jetzt auch im Bereich der Genomforschung - was, so die rhetorische Frage am Ende des Streifens, wenn die Firma neben den ganzen übrigen Daten nun auch noch die komplette DNA eines jeden einzelnen Menschen gespeichert hätte und wir alle völlig transparent wären?

Das hätte nun wirklich nicht sein müssen - doch ob diese abschließende Suggestivfrage des Films sich ungewohnt weit von der Wirklichkeit entfernt, um besondern aufzurütteln, oder ob die Autoren Anhänger des biologischen Totaldeterminismus sind, werden wir nie erfahren. Aber selbst frei von Bio-Logismen stellt sich schon langsam die Frage, ob Google das neue Microsoft geworden ist - und in viele kleine Suchmaschinchen zerschlagen werden sollte :-) So ändern sich eben Hegemonieszenarien innerhalb weniger Jahre - nur: Windows lässt sich ja durch Linux ersetzen, aber ein Ersatz.Google ist nicht in Sicht. Fragen wir doch mal MS'ens Miss Dewey, was sie dazu meint... und wie immer kommt nach Eingabe des Begriffs "Google" ein hochphilosophischer und unbedingt passender Kommentar von der hübschesten Suchassistentin aller Zeiten:

If television was the opiate of the masses, I wonder what that makes the internet.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

--
* techné, siehe Kittler, Friedrich: "Draculas Vermächtnis"

Blogistan-Rückblick KW44

Für diese Jahreszeit kletterte die Quecksilbersäule die letzten Tage ungewöhnlich hoch. Über 20 Grad Ende Oktober - wer denkt da nicht an Klimawandel? A propos: wider die vorherrschende Meinung lassen sich Rechenknechte auch bei sehr hohen Temperaturen betreiben. Wir sprechen hier allerdings nicht von der Workstation im semi-ariden Wüstengebiet, sondern von richtig vielen Celsius mitten in der Fritteuse: Deep Fry Computer Cooling.

Wenn in Graz ein Baum umfällt, und niemand hat's gebloggt, liegt der Baum dann überhaupt am Jakominiplatz? Diese Frage wird ab sofort obsolet, denn die steirische Landeshauptstadt hat ab jetzt auch ein Metroblog. Ob Second Life Bewohner auch bald mit dem Stadt-Blogging beginnen? Steve Rubel hat jedenfalls einige impressive Zahlen zum rasanten Wachstum der digitalen 3D-Online-Welt. Über deren virtuelle Kriminalitätsstatistik ist noch nichts bekannt, gibt In der realen Welt zumindest ist nicht einmal ein Feuerwehrauto sicher, wie der Rettungstrupp-Blogger berichtet.

Synergien geschaffen werden in der Schweiz, wo swissblogpress gerade beginnt, die gemeinsamen Interessen bekannter Blogger zu vertreten. Das kommt gut an und sollte vielleicht auch für At-Land ein Vorbild sein:

Swissblogpress (sbp) ist ein Netzwerk von etablierten und unabhängigen Blogs. Alle Blogs publizieren regelmässig Beiträge zu einem bestimmten Themengebiet (z.B. Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur, traditionelle und neue Medien etc.). Das als Verein organisierte Netzwerk unterstützt seine Mitglieder in technischen Belangen, Rechtsfragen, Vermarktung, etc. Swissblogpress fördert die publizistische Qualität und damit auch die Glaubwürdigkeit von Blogs. Ein wichtiges Ziel von sbp ist die Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit für Blogs. Dazu wirkt sbp als Anlaufstelle für alle Belange rund ums Bloggen in der Schweiz.

Auf wenig Gegenliebe in der Blogosphere stößt dagegen der Blogjungle - wer arbeitet schon gern unbezahlt für andere? Oder schaut so vielleicht das Web 2.0 Businessmodell der Zukunft aus?

Sicherheitsguru Bruce Schneier versorgt die Community seit Jahren mit High-Level Infos zum Thema (Daten)Sicherheit - per Newsletter und regem Blogging. In dieser Woche Woche brachte er einen lang geplanten Deal unter Dach und Fach und verkaufte seine Firma "Counterpane Security" an die British Telecom. Neben zahlreichen Congratulations gibt's bei den Kommentaren einen fiktiven Dialog, den Bruce selbst als "Best Blog Comment ever" bezeichnete. Geek-Humorfaktor: hoch!

CEO: He's [Bruce Schneier] after my elevator too, isn't he?
FLUNKY: Well, he says it's bad security to create a privileged low-security
channel for a lucky few.
CEO: He isn't a socialist, is he?
FLUNKY: He's a very wealthy one if he is.

So weit hergeholt ist das Thema "gravierende Sicherheitslücken" jedenfalls nicht: Mit dem NWA Boarding Pass Generator kann man ohne weiteres falsche Boarding-Pässe für besagte Airline erstellen - ein faszinierende Lücke aus der Rubrik "Sinn und Unsinn der Flughafensicherung". Er erspart zwar nicht das Flugticket, ermöglicht aber ein Upgrade und ein relativ einfaches Passieren der Passagierkontrolle. So sieht das dann aus, wenn der Böse Terrorist fliegt:

Fake Boarding Pass

EDIT: Der Programmierer des Boarding-Pass Generators hat bereits Schwierigkeiten mit dem FBI - sein Rechner wurde beschlagnahmt. [via Lummerland]

Außerdem wäre da noch das Thema "Expired Domains" - denn wenn eine Domain ausläuft und ein Dritter sie kauft, kann er problemlos via catch-all sämtliche E-Mails mitlesen... also gut aufs Ablaufdatum achten! Denn da tun sich ganz neue Formen der Industriespionage auf.

Doch nun zu Erfreulicherem: Thorsten Ulme berichtet im Bloglevel 21 über den Stuttgarter Webmontag Nr. 3, wo neben anderne Vortragenden Prof. Rafael Capurro (Professor an der HDM) über Hermeneutik und Semantik sprach und generell Wissen und Updates aus der Blogosphere ausgetauscht wurde. WP als CMS wird auch bei Musikern beliebt - die deutsche Band Tomte verwenden WordPress als neue CMS-Software für ihre Homepage, berichtet das deutschsprachige WordPress Blog. Thorsten Bentrup, der deutsche Taxiblogger, durfte diese Woche seinen 500.000sten Besucher begrüßen. Ich gratuliere, nenne das ganz im publizistikwissenschaftlichen Slang "neue Formen der Öffentlichkeit" und darf mich ebenfalls freuen über die datenschmutz Blog-Review auf the gap - danke Werner!

Die Kolumne #48 (Juni 2003)

Die übliche Urlaubsfrage: Gen_Italien?
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Bruce Schneier über terroristische Bedrohungen

Unter dem Eindruck der vereitelten Anschläge auf mehrere britische Flugzeuge veröffentlichte der amerikanische Sicherheitsexperte Bruce Schneier in der Star Tribune einen äußerst lesenwerten Artikel.
Der Titel subsummiert die Programmatik: "Focus on terrorists, not tactics."
Eine etwas längere Version findet sich auch in der ohnehin empfehlenswerten aktuellen Ausgabe des Crypto-Gram, Bruce Schneiers Newsletter.

Schneier weist darauf hin, dass man durch die Konzentration auf die Taktiken der Terroristen deren aktuellen Plänen stets notgedrungen hinterherhinke. Zu vielfältig seien die Möglichkeiten. Nicht die verschärften Sicherheitsbestimmungen, die seit 911 gelten, sondern klassische Polizeiarbeit habe die aktuelle Anschlagsserie verhindert.

It's easy to defend against what terrorists planned last time, but it's shortsighted. If we spend billions fielding liquid-analysis machines in airports and the terrorists use solid explosives, we've wasted our money. If they target shopping malls, we've wasted our money. Focusing on tactics simply forces the terrorists to make a minor modification in their plans. There are too many targets -- stadiums, schools, theaters, churches, the long line of densely packed people in front of airport security -- and too many ways to kill people.

Artikel im Crypto-Gram Web-Archiv: http://www.schneier.com/crypto-gram-0608.html#1