Vor einiger Zeit habe ich auf der datenschmutz Startseite das Top Commentators Plugin eingebaut: es zeigt auf der Startseite eine dynamisch generierte Liste jener 10 datenschmutz BesucherInnen an, die in den letzten 30 Tagen die meisten Kommentare gepostet haben - unabhängig davon, ob der betreffende User am Blog registriert ist.
Die Usernamen sind dabei mit der vom Kommentator eingetragenen Homepage verlinkt, selbstverständlich ohne nofollow und Google-lesbar. Zwar verwende ich, wie schon mehrmals erwähnt, auch für die normalen Kommentare kein nofollow. (Frank, Elias, Christian, Thorsten und das Bloggeramt sehen die Sache übrigens ganz ähnlich.)
Freilich hat nur die Startseite Pagerank 5 - und sollte damit speziell für SEO-beachte Webmaster besonders attraktiv sein. Mit nur drei Kommentaren innerhalb eines Monats ist man derzeit dabei, und ich bin durchaus überrascht darüber, dass nicht mehr Gerangel um die Gratis-Startseitenlinks herrscht
Natürlich will ich niemanden auffordern, um des Backlinks willen zu posten; wer inhaltlich nix zur Diskussion beizutragen hat und nur Linkspamming betreibt, wird dafür natürlich nicht belohnt. Andererseits sind Kommentare eine der wichtigsten Ingredienzien des Bloggens, und StammleserInnen, die sich regelmäßig aktiv beteiligen, sollten dafür natürlich belohnt werden - daher halte ich die Top Commentator Liste auch für ein geniales Plugin. Die meisten Untersuchungen gehen ja davon aus - und meine Erfahrungen hier auf datenschmutz bestätigen das absolut - dass in der Blogosphäre weit über 99% der BlogleserInnen passiv "lurken", also niemals einen Kommentar hinterlassen. Da datenschmutz aufgrund der vielen Web 2.0 affinen Beiträge aber eine überdurchschnittlich hohe Dichte an Co-BloggerInnen innerhalb der Leserschaft aufweist, möchte ich die Gelegenheit beim Zopf ergreifen und nochmal explizit darauf hinweisen, dass es ganz einfach ist, in die prominent platzierte Topliste reinzukommen.
Nexuslex hat eine umfangreiche Liste diverser Blogcharts und -toplisten zusammengestellt. Die infamösen Vergleichslisten, mal mit mehr, mal mit weniger Background sind ja bekanntlich ein permanenter Stein des Anstoßes, oder freundlich formuliert: permanentes Work-in-Progress. Oder perpetual beta, wie's im Web 2.0 Kontext so schön heißt. Und damit natürlich extrem medienadäquat, auch wenn die Rückführung des Streites um des Trackbacks Bart (Echt? Nur mit Gütesiegel!) auf konsensuale Moralwerte ein a priori zum Scheitern verurteiltes Unterfangen darstellt...
Das schmälert aber keineswegs meine Freude über meinen Lieblingschartplatz auf Wikio, dort bin ich nämlich just während ich diesen Artikel verfasst auf der 33 gelandet.
Das Bloggeramt listet mich gar auf Platz 9, bei den Topblogs.de steht d/s mit Platz 19 auch noch knapp in den Top Twenty. Dafür bleib ich bei den German Top 50 Blogs (hübsches Design!), bei den Top 100 Business Blogs und beim Blogcounter Schwanzvergleich komplett außen vor. Also alles relativ? Nein, natürlich nicht: die einzige, wahre und letztgültige Wertung gibt's natürlich nur bei den Deutschen Piraten Blogcharts, wo ich derzeit Platz 27 (bzw. 3hoch3) okkupiere.
Mein akut gestiegenes Interesse an Hitparaden hat übrigens einen Grund, der voraussichtlich Mitte Dezember erstmals in einer Sneak Preview gezeigt wird. Ich kann nur soviel verraten: Wissen belastet, Helge, Comdao, Blögger und datenschmutz haben eine kleine Überraschung für die blog-interessierte .at-Öffentlichkeit; mehr dazu asap.
Lanu hat die Liste der ersten echten deutschen Blogger zusammengestellt. Echt bezieht sich in diesem Fall anders als bei Bio-Nahrung nicht auf die heilige Dreifaltigkeit kernig-heimatlich-rustikal, sondern die Autorin vertritt die These, dass jemand, der (auch) anderweitig harte Dollars und/oder Euros mit dem Aneinanderreihen von Buchstaben verdient, kein/e BloggerIn sein kann:
Da die deutschen Blogcharts immer mehr von Journalisten unterwandert werden, die ja bekanntlich keine Blogger sind, sehe ich mich gezwungen, in Kürze die echten deutschen Bloggercharts herauszugeben.
Interessante Idee - und ein gutes Beispiel für Old vs. Newschool bzw. für die völlig unterschiedlichen Konzepte, die hinter dem Begriff Weblog stehen: für manche sind Blogs eben private und vor allem nichtkommerzielle, nicht professionelle Webseiten, während andere darin einfach nur täglich aktualisierte Webmedien sehen. Und spätestens seit Erfolgsstories wie Techcrunch dürfte klar sein, dass Problogs längst fixer Bestandteil im Medienmix sind. Aber warum ich rausgefallen bin, verstehe ich nicht: zumal ich ja Journalist und Werbeheini bin, hebt sich denn das nicht gegenseitig auf?
Übrigens: die neue Ausgabe der dbc ist ebenfalls draußen und Jens wundert sich über Zeitbudgets:
Es ist manchmal absolut unfassbar, mit welchen Dingen manche Leute ihre Zeit vertrödeln. [...] Wie gesagt: ich habe keine Ahnung, warum jemand so viel Energie und Zeit ver(sch)wendet, [...]
Da kann ich nur sagen: think out of the box! Es ist unfassbar, über welches Thema manche Leute ihre Dissertation schreiben.
Adonomics™ ist ein Must-Read für alle Facebook-Applikationsentwickler. Die Seite dokumentiert die "Facebook Economy" anhand des Wachstums der populärsten Applikationen. Die Topliste gibt dabei Auskunft über die Anzahl der Installationen, aktiven User und den "Marktwert" der jeweiligen Erweiterung:
Adonomics™, formerly Appaholic, is your source for Facebook analytics. By providing a stock-market-style analysis of the Facebook platform we enable developers and investors to track application growth, activity, and valuation.
Die Seite beschränkt sich dabei aber keineswegs auf die bloße Statistik, sondern fungiert als realer Marktplatz für Applikationsentwickler:
Adonomics helps Facebook developers and owners take their applications through the three key phases of Growth, Engagement, and Monetization (GEM).
In the Apps For Sale section, we provide a listing of Facebook Apps which have hired Adonomics to sell their application (as well as Facebook apps that are being offered for sale on eBay).
Am zugehörigen Blog findet man spannende Hintergrundanalysen, etwa über die grundlegenden Unterschiede in den Businessmodellen von Google und FB:
One of the narratives shaping up around Google vs. Facebook is that Google is about turning intent into dollars and Facebook's model will be about turning relevance into dollars. Google makes the money they do because they advertise at the point of intent. [...] Intent still matters, but where Google capitalizes on people's existing intent Facebook actually has the opportunity to manufacture the intent.
Für klassische Shoppinganwendungen scheint sich Facebook dagegen weniger zu eignen, wie Get Elastic berichtet. [via Exciting Commerce] Viel zu viele Apps ohne Mehrwert verderben den Brei - wer aus der Masse herausragen will, muss jedenfalls die virale Klaviatur jedenfalls virtuos beherrschen.
Die Illusion der Präzision durch die Übersetzung komplexer Sachverhalte in simple Zahlen bescherte uns schon so manches schöne Zitat: bereits Winston Churchill wollte keiner Statistik trauen, die er nicht selbst gefälscht hatte. Dennoch sind Votings und Ratings ein fester Bestandteils des Zweitgenerationsweb - deswegen und trotzdem gibt's ab sofort Artikelvotings auf datenschmutz.
Mal gucken, ob die verehrte Leserschaft (ja, Sie sind gemeint!) damit was anzufangen weiß - auf der Startseite im blauen Balken unter der Überschrift bzw. in der Einzelartikelansicht am Ende des Textes finden sich die gar nicht ominösen 5 Sternderl. Bewerten kann jede/r, Registrierung und/oder Login sind (genauso wie fürs Kommentieren) nicht erforderlich. Dank Ajax wird das Ergebnis ohne Reload sofort nach dem Klick auf die gewünschte Wertung angezeigt - man sieht dann auch gleich, wieviele BesucherInnen bereits abgestimmt haben.
Möglich macht's ein Plugin von Lester Chan, der für einige meiner Lieblings WP-Plugins verantwortlich zeichnet, gefunden habe ich WP-PostRatings über das Wordpress.org Plugin Directory. Installation und Konfiguration gehen schnell von der Hand - lediglich eine zusätzliche Codezeile muss an die gewünschte Stelle im single.php bzw. index.php Template-File eingefügt werden, um die Ratings zu aktivieren.
Die Rating-Abstufung, die Grafiken sowie die angezeigten Texte sind übers Backend sehr flexibel konfigurierbar, ein mitgeliefertes Widget ermöglicht die Anzeige der am höchsten bewerteten Artikel im Sidebar. Um diese "Topliste" sinnvoll zu nutzen, müssen allerdings erst entsprechend viele Votings gesammelt. In diesem Sinne freu ich mich über jede Stimme und bin neugierig auf die Ergebnisse, ob gefälschte Statistik oder nicht: Zahlen vermitteln immer ein (ungerechtfertigtes) Gefühl der Objektivität
Die deutschen Piraten Blogcharts haben für ein hinlänglich bekannte Erregung gesorgt, die sogar in einer Warnung vor dem äußerst gefährlichen Max und meiner nicht minder zwielichtigen Person gipfelte. Doch wie bereits angekündigt war unser Stunt erst der Beginn einer Reihe von Spielereien mit dem Thema Relativität von Toplisten - und wir präsentieren stolz unser zweites Chart Baby, die deutschen Piraten Newcomer Blogcharts.
Wie innerhalb Blogistans inzwischen wohl hinlänglich bekannt ist, werten unsere Charts die Technorati Backlinks aus und erstellen daraus eine Reihung. Wir filtern Aggregatoren aus sowie Seiten, die eindeutig keine Blogs sind - das ergibt eine Reihung der meistverlinkten deutschsprachigen Weblogs. Ursprünglich entstanden die Piratencharts als Reaktion auf Jens' Topliste - er geht ähnlich vor wie wir, mit einer Ausnahme: unliebsame, durch Blogketten bzw. rein auf Verlinkung abzielende Backlinks werden mehr oder weniger willkürlich abgezogen. Das fanden wir ein wenig intransparent und haben sozusagen als fröhliche-praktische Kritik unsere eigenen Piratencharts ins Netz gestellt.

Aber mit unserer hübschen Domain haben wir noch einiges vor - dieser Tage ging unsere zweite Topliste online. Die Newcomer-Charts featuren ganz neue Blogs, die noch keine Backlinks haben; Sinn und Zweck der Aktion zitiere ich einfachheitshalber aus den FAQs:
Die halbe Menschheit beschwert sich darüber, dass die bekannten Blogs immer bekannter werden, die unbekannten aber kaum eine Chance bekommen. Diese Liste soll neuen und völlig unbekannten Blogs eben diese Chance geben. Sie ist damit das direkte Gegenteil der Deutschen Piraten Blog Charts, in der nur die "Top Blogs" aufgeführt werden.
Wie entsteht die Reihung?
Ca. alle 15 Minuten werden die Technorati-Rankings automatisiert abgefragt; da Technorati keine Sprach-Abfrage anbietet, parsen wir bestimmte häufige Wörter, um die deutschsprachigen Blogs auszufiltern. Aus dieser Liste rekrutieren sich die aktuellen Newcomer. Unter Newcomern verstehen wir Blogs, die keine Autorität bei Technorati besitzen (Authority 0) und einen neuen Blogbeitrag beinhalten. Der Blog mit dem neusten Beitrag ist folglich der Blog auf Platz 1.Warum war ich Gestern dabei und bin heute nicht mehr drin?
Da wir Technorati immer mit allen Blogs aus der Liste des Vortags pingen, erhält so jeder Blog automatisch seinen ersten Autoritäts-Punkt. Hat er diesen Punkt erhalten, wandert er automatisch soweit nach unten, dass alle Blogs mit Autorität 0 vor ihm gelistet werden. Außerdem kann es dazu kommen, dass andere Blogger Deinen Blog in dieser Liste hier gefunden und daraufhin bei sich verlinkt haben.
Voila, wieder ein Punkt mehr bei Technorati!
Und mach Dir keine Sorgen, früher oder später wirst Du dann ja in den Deutschen Piraten Blog Charts auftauchen...
Mit anderen Worten: eine Transitstation auf dem Weg zum ersten Backlink und eine schneller Überblick über deutschsprachige Neugründungen am Blogsektor - Max hat das ganz leiwand programmiert, wie wir prinzipiell verdächtigen Schurkenstaatbewohner sagen, und Francis, ebenfalls mit an Bord, ist als Inselbewohner nicht minder verdächtig.
Draußen nur Kännchen hat unseren Newcomer bereits entdeckt - Tenor:
Obwohl ich von Top-Blog-Charts nicht halte, finde ich dass die "Deutsche Piraten Newcomer Blogcharts" für die neuen Blogs eine Sinnvolle Einrichtung sind, die ich sicherlich mit Interesse weiter verfolgen werde.
Danke für den Beitrag! Und wie gesagt: wir werden uns weiter mit dem Thema "Aggregation aus Piratensicht" beschäftigen... wer Lust hat, mit zu planen und auf den Weltmeeren Blogistans unter Piratenflagge zu segeln, die/der sagt einfach Bescheid und bekommt von mir eine Einladung zu unserer Homebase blogpiraten.com.
Ein beträchtlicher Teil des Web 2.0 beruht auf dem Phänomen des Crowdsourcing: Wissen existiert verteilt, und jede/r ist ExpertIn auf seinem Spezialgebiet. Eine Plattform, die konsequent Web 2.0 Technologien nutzt, um Frage und Antworten zusammenzuführen, ist da nur die logische Konsequenz. Gutefrage.net widmet sich dieser Aufgabe und macht dabei Gebrauch von typischen Web 2.0 Features: Tag-Cloud, Toplisten und ein Bewertungssystem lassen keine Fragen offen.
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Jener Artikel, der nun den schönen Titel Max Kossatz und Ritchie Pettauer kopieren Design von deutscheblogcharts.de trägt, hieß vor wenigen Stunden noch Warnung vor Max Kossatz und Ritchie Pettauer, wie der Permalink verrät. Jan versteht trotzdem noch immer nicht, worin eigentlich die Pointe begraben liegt. Aber kein Wunder - so viel aufopferungsvolle Sicht kann schon mal den Blick für die vielbeschworene Demokratisierung trüben. Danke im übrigen an Frank Helmschrott, den Mitbegründer des deutschen Blog Schwanzvergleichs, für seinen Beitrag:
Jens Schröder macht sich mit den originalen DBCs eine Arbeit, die ich mir offen gesagt schon lange nicht mehr gemacht hätte. Die Aussage die dahinter steckt wurde zahlreich in Frage gestellt und letztlich vermittelt sie ein Bild der sog. deutschen Blogosphäre, dem sie teilweise selbst nicht gerecht wird. Was für ein Blog ist schon besser oder beliebter als ein anderer? Wenn nur eingehende "echte" Links eine Rolle spielen, wie wichtig sind dann noch Leser oder der Grund warum sie den Blog lesen? Um ganz ehrlich zu sein brauchen wir keine der Toplisten so wirklich.
Da kann ich nur zustimmen, und die Aggregationsfunktionen von Dirk Olbertz' Blogscout sind extrem gut durchdacht und kommen meiner Vorstellung von Blog-Aggregation um Meilen näher als irgendwelche oberlehrerhaften Listen. Und zugegeben: die Layout-Ähnlichkeit bzw. Mimikry ist eine der ältesten Taktiken zur Generierung von Aufmerksamkeit; natürlich können wir auch gaaaanz anders. Aber, wie Max bereits geschrieben hat:
die sogenannte blogsphaere (die, laut technorati eine miniszene ist, so gibt es nur rund 300 blogs mit "viel authority" (wenn man diese "kennzahl" jetzt hernimmt) bei technorati auf deutsch, da muss man rund 120 zeitungen, etc. abziehen, das ist ech wenig fuer rund 100 Millionen menschen) muss endlich begreifen das es keinen sinn mehr macht nur die ganze zeit ueber sich selber zu referenzieren.
hier sind neue ideen gefragt um den naechsten schub einzuleiten, deswegen nochmals danke fuer diesen beitrag! lauyout und design spielen bei solchen problemen, genauso wie beleidigungen und warnungen, keine rolle.

Aber nicht genug mit der Umbenennung: Michael, der Autor, schließt auch gleich noch zugehörigen Diskussionthread mit den knappen Worten:
Max/Ritchie: Da es nun wohl doch von Euch eingesehen wurde, dass nicht nur bloß eine Word-Tabelle kopiert wurde, und Ihr das Design angepasst habt, habe ich nun den oben stehenden Artikel aktualisiert und die Warnung aufgehoben.
Außerdem schließe ich damit auch die Diskussionen hier.
Gar nix haben wir eingesehen! Es ging von Anfang nie um das Layout, obwohl sich die Mimikry als wesentlich probateres Mittel zum Generieren von Aufmerksamkeit erwiesen hat als erwartet. Nun gut, wir haben die Farben invertiert und die Schriftart geändert, den schließlich macht sich auch die Piratenflagge weiß auf schwarz besser. Damit wäre der Vorwurf des Designklaus "aus der Welt geschafft", was immer das heißen mag, aber wie Cordobo völlig richtig schrieb:
Hmm, ich habs als Parodie gesehen. Und ich glaube als solche war die Seite auch gedacht, wenn man sich die FAQ ansieht.
A propos Warnungen - dieser Screenshot bekommt einen Ehrenplatz auf meiner Festplatte: die erste Manifestation des verbreiteten Piratenschreckens! Sogar auf Rivva haben wir bereits eine umfassende Kollektion bekommen! Und der Upload-Podcast, den ich hier an dieser Stelle gerne remixed hätte, darf leider nicht veröffentlicht werden, wie Jan mitteilte. Naja, was soll's -he's kickin' it old school, aber ich hätte "ich find's eine Frechheit!" zu gern mit ein paar Breakbeats unterlegt. Der Herr Blogpimp wundert sich ebenso wie wir über die "transparenten Filtermechanismen" des "Originals":
Und noch was ist mir aufgefallen, bei den Piraten tauchen Blogs mit teilweise über 2000 Backlinks laut Technorati auf, die in den deutschen Blogcharts gar nicht vertreten sind. Und das, obwohl sie offensichtlich keine Templates, Plugins oder ähnliches anbieten. Da fragt sich der brave Blogbetreiber, wie denn die Filter der Deutschen Blocharts programmiert sind, und wen man verlinken muss, damit die Filter einen mögen?
Michael kopiert ebenfalls oberdreist das Layout mit seinen Smiley Blogcharts. Das fand ich zuerst überhaupt nicht okay, aber dann musste ich wieder an Nikos Präsentation auf diesem Designkongress vor Jahren denken - also letztendlich haben wir's doch noch geschafft, Webpublishing via Word zum Trend zu adeln!

Naja, jedenfalls sollte man Diskussion nicht an dem Punkt schließen, wo sie beginnt, interessant zu werden... die deutsche Blogosphäre wird sich wie weiland Münchhausen an den eigenen Haaren immer weiter nach oben ziehen! In diesem Sinne: auf das neue Design der deutschen piraten blogcharts!
Actio und Reactio: man könnte meinen, die deutschen piraten blogcharts seien eine Reaktion auf Jensens manuelle Filterung. Damit läge man gar nicht mal sooo falsch; in erster Linie geht's uns allerdings um die gute alte Relativitätstheorie. Nein, nicht e=mc2. Sondern: jede Wertung ist relativ.
Jens dürfte sich schon ein klein wenig geärgert haben, lässt sein Sprachductus vermuten:
...zeigt der Versuch der "deutschen piraten blogcharts" (Deppen-Leerzeichen stammt nicht von mir) vor allem eins...
...Jener Herr Kossatz, der sich gern auch als Geschäftsführer, Gesellschafter und Entrepreneur bezeichnet,...
...Grund genug für Herrn Kossatz, mit meinem Layout und zweifelhafter Domain eigene "blogcharts" zu bauen. Ob auch noch Herr "Datenschmutz" mit dabei ist, oder ob seine Ankündigung von neulich noch eine weitere tolle Liste ans Tageslicht bringt - ich bin gespannt....
Die Spannung sinkt - denn der Herr datenschmutz - genauer gesagt: der Herr Captain Lafitte - ist mit an Bord, was wir alle hier mehr oder weniger freiwillig miterleben, ist der neueste Streich der Social Media Piraten. Diesen subversiven Ernstvögeln ist bekanntlich nix heilig außer ihrer Buddel voll Rum. Den Vorwurf der dreisten Kopie allerdings verstehe ich nicht ganz: worin genau liegt bei einer schwarz-auf-weiß Liste mit 1 Pixel Rand rund herum die Einzigartigkeit? Oder haben diese Schelme womöglich absichtlich ein wenig Verwexlungsgefahr eingebaut? Genau wird man es wohl nie erfahren, fest steht nur: die deutschen piraten blogcharts werden täglich frühmorgens (während der Hundswache) neu erstellt, alles Weitere wissen die FAQs.
Am schnellsten hat uns Yoda's Blog entdeckt, der aber bekanntlich ja auch über entsprechende Force-Talents verfügt. Außerdem hab ich gerade gelesen, dass der Autor eine Reise zum Barcamp Wien plant - ich freu mich schon drauf, einen meiner all-time Lieblingsblogger mal persönlich kennen zu lernen. @Yoda: biete mich gern an für eine Stadtführung, ich bin als gebürtiger Tiroler zwar selbst nur "Zuagraster", aber nach 10 Jahren Wien kann ich zumindest den 1. vom 21. Bezirk unterscheiden. Meistens.
Die Webjunkies fühlen sich einerseits in den Kindergarten versetzt, ehren uns aber andererseits durch den uns unterstellen Einfluss auf Blogistan:
Da braucht sich im Endeffekt auch niemand wundern, warum die deutsche Blogosphäre nicht wirklich ernst genommen wird. Vor allem weil die Gründung einer zweiten Liste im krassen Gegensatz zur der allseits beliebten Aussage: "Ich blogge eh nur für mich!" steht. Das kann ja so nicht stimmen, wenn alle Welt geil darauf ist, doch in irgendeiner Topliste aufzutauchen.
Zweiteres allerdings ist eine unzulässige Unterstellung, der ich vehementest widersprechen möchte: wir haben seinerzeit weder the gap noch medianexus.net gegründet, um unsere eigenen Texte zu lesen. Ich arbeite auch nicht als Journalist, um mir ein paar Belegexemplare ins Regal zu stellen. Und ich blogge für die Leser. Für Rum und Ähre. Nicht für mich selbst!!! Bloggen is' ja kein Computerspiel... Vollkommen richtig dagegen liegt der Blogclub mit seiner Vermutung:
Dies ist offensichtlich passiert, weil nicht alle BlogOwner mit der Wertung, welche Jens über die Technorati-Daten stülpt, einverstanden sind. Mit der Piraten-Site der deutschen Blogcharts will man wohl ein Gegengewicht legen.
Und gegen die Zusammenfassung der Ereignisse auf Dimension2k kann ich auch wenig einwenden:
...allerdings zeigt die gesamte Diskussion doch recht gut, das ein System, in welchem man Popularität aufgrund von Verlinkungen aufbaut nicht funktionieren kann, ohne das man A oder B benachteiligt. Von daher haben eigentlich beide Systeme ihre Daseinsberechtigung, sofern die der jeweiligen Liste zugrunde liegende Filterung ersichtlich und für alle klar verständlich ist.
Die Prinzess dagegen weiß noch nicht so ganz, was sie von der Sache halten soll:
Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob mich das nun freut oder nicht und wie ich die Aktion zu werten habe.
Freu dich! Besser zwei Chartplatzierungen als nur eine - und wer weiß, vielleicht lösen wir einen ganz neuen Trend in Blogistan aus: weblogcharting. Man könnte ja ein WordPress Plugin schreiben, das es jedem Blogautor ermöglicht, seine eigenen Charts online zu stellen. Mit Datenabfrage von Technorati oder komplett arbiträr. In diesem Sinne hoffen wir alten Seebären, dass unserer Liste noch viele weitere Charts folgen werden! Wir sehen uns auf:
Box Offices sind eine Sache, die kollektive Meinung cineastischer Experten eine andere. Citizen Kane von Orson Welles ist und bleibt nach Ansicht zweiterer Alphafilm der Kinogeschichte.
Die Story um den Aufstieg und Fall des Medienmoguls Charles Foster Kane belegt seit 1962, als die Liste des AFI (American Film Institute) zum ersten mal erschien - bei der Neuauflage änderte sich nix an der Poleposition, der zweit- und der drittbeste Film aller Kinozeiten allerdings wechselten die Positionen: Platz zwei hält nun Francis Ford Coppolas Mafia-Epos "Der Pate", den dritten belegt "Casablanca". "Ich schau dir in die Augen, Pate," kann man da nur sagen - und wo bleibt Clerks auf dieser Liste?
1500 Regisseure, Schauspieler, Produzenten, Journalisten und andere Filmbiz-Bewohner zeichnen für die Reihung verantwortlich. Gewählt werden die Top 100 Filme aus 400 vorgeschlagenen Titeln (wer diese vorschlägt, verschweigen die Lübecker Nachrichten, ebenso wie den Link zur im Internet veröffentlichen Liste. Der Focus übrigens auch, aber die vorbildlichen Nachrichen.ch lassen ihre Leser nicht in die Printfalle tappen).
Hier geht's jedenfalls direkt zum Original-PDF mit Citizen Kane an der Spitze inklusive Vergleichswertung zum Vorjahr. Und so sehen die Top-Plätze aus:
- Citizen Kane
- The Godfather
- Casablance
- Raging Bull
- Singin' in the Rain
- Gone with the Wind
- Lawrence of Arabia
- Schindler's List
- Vertigo
- The Wizard of Oz
- City Lights
- The Searchers
- Star Wars
- Psycho
- 2001: A Space Odyssey
- Sunst Blvd.
- The Graduate
- The General
- On the Waterfront
- It's a wonderful Life
- Chinatown
- Some like it hot
- The Grapes of Wrath
- E.T. The Extra-Terrestrial
- To Kill a Mockingbird