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Blogistan Panoptikum KW46 2009

Die datenschmutz-Redaktion im Blogistan-Panoptikum Fieber: Eifrig wird getippt, verifiziert, herumtelefoniert, Brieftauben bringen Nachrichten aus aller Welt, Ballonfahrer werfen Infopakete über Wien ab – jeden Sonntag bricht erneut Hektik in der Redaktionsstube aus, denn es gilt, Millionen Tweets, Blogbeiträge und Status-Updates in einen einzigen Rückblick zu pressen. Linzerscnitte und datenschmutz haben auch diesen Sonntag wieder für Sie die große Hydraulikpresse angeworfen und begrüßen die hochverehrte Leserschaft zu einem Mitternachts-Snack ins virtuelle Zirkuszelt – fast wie Palazzo, nur ohne Dinner und Artisten.

Twitter-Erbsenzählerei

Judith aka Linzerschnitte Dass Twitter sich im Wachstum befindet, merkt man nicht nur an der ausufernden Berichterstattung der Mainstream-Medien. Wieviele User gibt es aber jetzt genau? Wieviele kommen jeden Monat hinzu? Wieviele Follower hat der durchschnittliche Twitteruser, wie splitten sich seine Tweets in Replies, Retweets und ähnliches -diese Fragen stellen sich neben wirklich an Twitter interessierten Menschen vor allem die vielzählen Social Media Consultants! Und Sistrix war so frei, diesem Bedürfnis Befriedigung zu verschaffen – und wie immer ist die Stichprobe sehr repräsentativ ausgefallen:

Da Twitter sich leider nicht in der Lage sah, mir einen Datenbank-Dump auf einem USB-Stick zuzuschicken, musste ich einen anderen Weg finden, um an eine ausreichende Datengrundlage zu kommen. Glücklicherweise hat Twitter eine recht umfangreiche API, die bei der richtigen Sonne-Mond-Konstellation sogar manchmal funktioniert. Wenn man sich bei Twitter anmeldet, erhält man eine aufsteigende Nummer (ID). Aktuell liegt diese Nummer bei rund 85 Millionen. Ich habe nun ein kleines Script geschrieben, das die Daten von Twitter-Accounts über die API abfragt und speichert. Rund 10% aller Accounts scheinen mir ausreichend, um aussagekräftige Schlüsse zu ziehen.

Das Orakel von Delphi spricht

ritchie aka datadirt Salvia Divinorum habe sich das Orakel von Delphi vor seinen mehrdeutigen Zukunftsprojektionen “reingezogen”, heißt es. Über die Konsumationsgewohnheiten des Teams rund um die Internationale Delphi-Studie 2030: Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien, sicher ist nur so viel:

Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Medien für die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ist größer als je zuvor. Um Einblicke in die langfristigen Entwicklungen dieser Branchen zu erhalten, hat der Münchner Kreis gemeinsam mit dem EICT, Deutsche Telekom und TNS Infratest sowie den Förderern und Unterstützern Siemens, Vodafone, Focus, VDE, SAP, Alcatel-Lucent Stiftung, IBM sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Studien „Zukunft der deutschen IKT“ sowie “Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien” durchgeführt.

Das Baby kam als gesundes PDF-File mit einem Gewicht von 18MB auf die Welt und ist für Eilige auch als Executive Summary verfügbar. Aber nur hier auf datenschmutz gibt’s die Ultra-Executive Frosch-Version, sozusagen die Small-Talk Version fürs Büro:

Haben Sie schon die letzte Woche erschienene Delphi-Studie gelesen? Der “Mediensektor wird durch Digitalisierung nachhaltig beeinflusst und verändert.”

Alternativ-Version für Old Media Verlagshäuser, bei denen aufgrund bevorstehender Kündigungswellen wegen des “Scheiß Internet” (siehe nächsten Beitrag) dieses Bonmot makaber wirken könnte:

Schrottprämie hin oder her: Ich warte noch 504 Monate mit Autokauf! In der letzte Woche erschienen Delphi Studie über das Jahr 2030 steht: “IKT wird im Automobil die Sicherheit und Effizienz erhöhen.”

Viren und ihre Ziele

ritchie aka datadirt Der Preis für den schrägsten Vergleich der Woche geht an Maestro Shoemoney, der von einer National Geographic Docu über den Schweinegrippen-Virus nahtlos zu Online-Businessmodellen überleitet:

One of the things the show also talked about is how many people don’t know that a virus goal actually NOT to kill people. Its goal is to reproduce and sustain life for as long as possible. When it’s living in a human and the human dies then it dies too.
So how does this apply to internet marketing?
Well everyone is trying to create something “viral”. But most of the time they don’t have an end goal. I know some of the most gifted programmers/designers in the world who have created some of the most viral websites on the internet yet can’t figure out how to profit from them.

Twitter automatisiert Retweets – Jetzt wird’s ernst!

Judith aka Linzerschnitte Plötzlich war es da. Und dann auch schon wieder weg. Das von Twitter angekündigte Retweet-Feature gab letzte Woche auf einigen weniger Twitterprofilen ein kurzes Gastspiel, darunter auch auf meinem. Und natürlich hab ich das Retweeten gleich ausprobiert. Bei Mouse-Over erschien auf dem Tweet neben Reply die Option “Retweet”. Nach dem Klicken erschien ein Dialogfenster, und fragte den User, ob man diesen Tweet wirklich retweeten möchte. Nach dem “OK” war der Tweet dann auch schon retweetet – ohne die Möglichkeit des Editierens oder die Notwendigkeit, die Nachricht gegebenenfalls auf 140 Zeichen zu kürzen. Der Retweet erschien nicht in meiner eigenen Timeline, dafür aber in der Timeline meiner Follower. Jedoch nicht mit meinem Avatar, sondern als “Forward” des Originaltweets inklusive mit einem kleinen Textlink (“retweeted by xy”).

Außerdem implementiert tauchte im Sidebar Menü ein neuer ReTweet-Filter auf und kurze Zeit später erschien dort auch ein Link auf ein Feedback-Formular, in dem ich sogleich mein Missfallen über das neue Feature kund tat – mit Erfolg, tags darauf war es verschwunden! (und vorläufig zurückgekehrt am 13.11.);) Digiom machte mich dann auf einen Blogbeitrag von Twitter-CEO Evan Williams aufmerksam, der erklärt, warum die Retweet Funktion so ist, wie sie ist. Besonders interessant und zutreffend fand ich den Absatz über den “Lärm”, den manche notorischen Retweeter verursachen:

Noisiness. Let’s face it: Some people over-retweet. You may be interested in what they personally say, but you don’t need to know about every link and charity cause they pull their RT-happy trigger finger on. The only choice you have today is deciding if the benefit of getting their occasional gems is worth the cost of their retweetarrhea.

Aber auch wenn Retweets eine schlimme Form von “Stream Pollution” sind, editiere ich meine eigenen RTs natürlich, um meinen Senf dazuzugeben. Das Retweet Feature, so wie es bisher geplant war, würde ich wohl nur in manchen Situationen einsetzen – und ansonsten beim klassischen, manuellen “RT” bleiben.

Social Info-Dubletten filtern

ritchie aka datadirt Anomaly Systems arbeiten an einem neuen Projekt, das Geeks helfen will, die Redundanz in der persönlichen Informationsflut einzudämmen, indem Dubletten aus Twitter, Friendfeed und verschiedenen Feed-Quellen eliminiert und zusammengehörige Einträge gruppiert werden. Lous Gray hat Cadmus getestet und ist recht angetan:

In my testing of Cadmus, I found it correctly detected retweets, replies from others to the original sender, copies of tweets sent to FriendFeed, and other topically-related items, even if they did not share keywords. Cadmus was even able to find similar updates that were hours or days apart.
On average, each refresh of Cadmus filtered around 10 percent of my updates. For runs that included 3,000 or so updates, 300 individual items would be grouped or filtered – and testing of a smaller account in the low hundreds also showed a similar 10 percent filter rate. In fact, the more updates I filtered, the higher the percentage filtering would be found. In a run comprising more than 8,000 items, almost 1,000 were “related”.

Tod dem Traffic

Judith aka Linzerschnitte Zeitungen wie “Der Standard” oder “Die Kronenzeitung” haben nach dem Tod von Jörg Haider und Michael Jackson schnell Dossiers über die verstorbenen Persönlichkeiten online gestellt und diese mit Google Adwords beworben. Sie wollten gefunden werden, sie wollten Traffic und User auf ihre Seiten locken. Das wollen eigentlich alle Medienunternehmen. Alle, nein einen großen Medienkonzern gibt es da, der sich wohl demnächst einen Consultant in Sachen “Negative SEO” (Copyright @navofignorance) suchen wird: Rupert Murdoch. Er hat die Nase voll davon, dass die “content kleptomaniacs” Google & Co. seinen hochwertigen journalistischen Content einfach zu Customized Online-Newspapers zusammenwürfelt. Darum will er seinen Content nun …verstecken.

Und Douglas Rushkoff, Professor für Media Studies findet diese Idee gut:

Of course, Murdoch’s remarks are really just a trial balloon. He has initiated a conversation—but one that few of us are in a position to back up with a multibillion-dollar media empire. By suggesting that he is ready to pull the plug on universally searchable news, he is inviting other publishers in the same position to consider taking the same leap.

Mal sehen, ob die anderen Lemminge Rupert Murdoch folgen würden…

Es trendet schon wieder, aber diesmal lokal

ritchie aka datadirt Dass Twitter in absehbarer Zeit Geo-Info in Tweets integrieren will, wurde bereits im August angekündigt – nun zeichnet sich ab, dass die neue API-Funktionen auf absehbare Zeit jedem Städtchen sein eigenes Trendbarometer verschaffen wird, wie Ben Parr auf Mashable berichtet:

The new API will open up the ability for Twitter apps to figure out what’s trending in a pre-defined set of locations. This means that while San Francisco will almost certainly have a set of local trends, my hometown of Princeton, IL (7200 residents) probably will not, at least in the beginning.

Dazu passt auch ganz hervorragend der Beitrag How Social Media is taking the News local von Leah Betancourt, ebenfalls auf Mashable:

“I sense inevitability is setting in with media companies with regard to social media. Those that thought… it was a fad that would quickly fade away are beginning to resolve themselves to the cold reality that social media is here to stay and will have to play a role in news coverage and audience building for a long time to come,” Briggs said.

Das Thema Bürgerjournalismus haben wir auch am World Blogging Forum ausführlich diskutiert – Tenor: die Tools und Möglichkeiten sind, wie die ökonomischen Grundlagen einer partizipativen Berichterstattung aussehen können, ist dagegen noch recht unklar: erste Versuche mit Beteiligung der User an den Werbeeinnahmen verlaufen für alle Beteiligten bislang noch nicht übermäßig einträglich.

Betriebssystem, verchromt

ritchie aka datadirt Chrome OS wird innerhalb einer Woche zum Download bereit stehen, weiß Michael Arrington. Googles im Juli angekündigten PC-Betriebssystem dürfte damit wohl das raschest entwickelte OS aller Zeiten sein. Über den Umfang der unterstützten Hardware sind noch keine Details bekannt, sicher ist aber, dass vorerst nur bestimmte Devices unterstützt werden:

We expect Google will be careful with messaging around the launch, and endorse a small set of devices for installation. EEE PC netbooks, for example, may be one set of devices that Google will say are ready to use Chrome OS. There will likely be others as well, but don’t expect to be able to install it on whatever laptop or desktop machine you have from day one. Google has previously said they are working with Acer, Adobe, ASUS, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments, and Toshiba on the project.

Über genaue Details der Softwarearchitektur ist bislang wenig bekannt. Big G entwickelt sein OS allerdings nicht von Null auf, sondern es beruht auf einem nicht näher spezifizierten Linux-Kernel. Avisiert wird die immer populärere Gruppe der Netbooks, deren Löwenanteil immer noch mit dem 8 Jahre alten XP auskommen muss. Chrome OS dagegen soll schlank und ressourcenschonend sein und dem Chrome-Browser eine optimale Systemumgebung bieten. Ich bin da relativ skeptisch, da es mir wesentlich wichtiger ist, gewohnte Software auch am Netbook verwenden zu können – das erfordert zwar in vielen Fällen etwas mehr Geduld als am Desktop, erhöht den Unterwegs-Nutzwert aber immens. Mehr über Google Chrome erfährt man in diesem TechCrunch Beitrag.

Sie nennen es Sprouten

ritchie aka datadirt Das neue Social-Network für Unternehmer und KMUs konzentriert sich ganz auf die berufliche Seite des Microblogging-Lebens und stellt daher konsequenterweise auch die Frage: “What are you working on?” statt “What are you doing?” Es reicht ohnehin schon Echtzeit-geplagten Entrepreneuren also nicht mehr, sich mit LinkedIn Messages zu bombardieren, weiß The next web:

Sarah Prevette, the founder and CEO, believes that “Sprouter can provide the forum for real-time networking and collaboration so everyone can benefit from mistakes and successes.”. Indeed it does and after it’s beta launch back in August 2009, it’s providing it’s user with a unique space to market themselves, their ideas and businesses.

Mit anderen Worten: das Zeitalter der EPUs ist vorüber, denn kein KMU kann in Zukunft auf einen CSO – Chief Sprouting Officer verzichten können. Einziges Distinktionskriterium gegenüber dem großen Vorbild: Sprouter beherrscht Threading, also die von Foren gewöhnte Einrückung zusammengehöriger Konversationen. Der Name steht für “Keim, Spross, Trieb” – ich bezweifle allerdings stark, dass die Business-Welt ein eigenes Twitter-Network braucht. Prädikat: “Sprout Inhibition” (Keimungsunterdrückung)

The ConversationList

Judith aka Linzerschnitte Wenige Wochen nach ihrer Einführung ist es schon wieder ruhig um die Twitterlisten geworden. So richtig kann wohl niemand was damit anfangen. Oder doch?
The Conversation-List ist in etwa die Anti-These zur Karteileichen-Liste – dort finden sich 25 oder mehr Personen, mit oder über die man im Gespräch ist.

The list is automatically updated daily, so that it always reflects the people that you are paying attention to right now. If you @reply (or @mention) someone, they’re added to your list. If you stop talking to that person, they drop off your list.

Klingt nett, installiert sich quasi wie von selbst, und kann auch einfach wieder entfernt werden. Hilft’s nix, schadet’s nix: conversationlist.com.

PS: schon irgendwer einen echten Nutzen für die Twitterlists entdeckt? JohnOn geht ja beinhart davon aus, dass Google Twitter bald für 6 Milliarden gekauft haben wird müssen:

That’s the headline I think we’ll see soon enough, when Google gets over itself and swallows the bitter pill. The mistake was already made… more than once… when Google failed to truly demonstrate the value of Twitter to its future. Had it offered a sweet enough deal, it could have bought Twitter before. Everyone has a price. But with each passing week, Google (and the rest of us) see more and more clearly just how essential Twitter is to Google’s future. And each week, the cost of acquiring Twitter goes up.

Die schlimmste aller Fragen

ritchie aka datadirt …hat Christ Walker der Cyber-Entität Scobleizer gestellt, noch dazu auf Twitter: Any advice on getting followers?

It’s the worst question in social media. Sorry Chris for picking on your question. It’s actually a question lots of people wonder, but it’s the kind of thing that no one really can answer.
Why?
Because we’re not in control of who follows us. So, I’d rather not think about it. I rather think about things I CAN control. What are those?
1. What I write about.
2. Who I follow.
3. Who I hang out with.
4. The lists I follow and steal from.

Also bitte, lieber Scoble: Wer stiehlt denn? Wir remixen doch bloß!

Scheiß-Internet-Preis für die Grünen

ritchie aka datadirt Die Grünen sammeln Auszeichnungen wie andere Parteien Strafzettel in Brüssel. Durften sich die an Einmischung in in- und oder externe Affären wenig interessierte Partei in diesem Jahr bereits für die Forderung nach Internet-Sperren bereits über den Big Brother Jackpot freuen, so knallten gestern erneut die Korken:

Die Wiener Grünen sind die ersten Träger des Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten. Er belohnt sie für das “Kommunikationsdesaster” rund um die Grünen-Vorwahlen. Durch die Ablehnung eines Teils interessierter Nichtmitglieder zur aktiven Teilnahme an den parteiinternen Abstimmungen über die Kandidaten für die kommende Gemeinderatswahl hat die Partei einen Teil der Wiener Webszene enttäuscht.

Es kann nicht leicht gewesen sein, sich gegen diese übermächtige Konkurrenz durchzusetzen, und ich beneide die Jury nicht um die gewiss schwierige Entscheidungsfindung. Und die Nominierungsliste hat es definitiv verdient, an dieser Stelle in voller Länge wieder gegeben zu werden:

1. Nominierung: die ORF ON-Direktoren für 15 Jahre fehlende Barrierefreiheit im Scheißinternet und generelle Ignoranz; denn ORF ON endet als Versorgungspostenpool, der sich in der Konzeption von ORF-Dörfern und TV-Theken ergeht, anstatt eine umfassende Internetstrategie zu entwickeln.

2. Nominierung: Plagiatsjäger Stefan Weber für seine Leistungen als Blockwart eines konservativen Wissenschaftsbetriebes, der Studierenden Dummheit und Internetkriminalität vorwirft, anstatt Überlegungen über einen zeitgenössischen Wissenschaftsbetrieb des Web 3.0 zu machen.

3. Nominierung: der Bühnenabend “Menschmaschine” im Rabenhof in der Kategorie fehlgeleitetes Infotainment für die Leistung, das Web 2.0 auf die Formel “Beidlwitze” zu reduzieren.

4. Nominierung: Ibrahim Evsan – stellvertretend für alle Social Media Gurus, die den Übergriff der Technik (“Fixierungscode”) predigen und gut daran verdienen.

5. Nominierung: Armin Thurnher in der Kategorie beleidigter Leitartikler; große Verdienste um die österreichische Medienlandschaft sind noch lange kein Freibrief für unreflektiertes Gegrantel.

6. Nominierung in der Kategorie Abmahnwahn: Jako und Jack Wolfskin für ihren unglaublichen juristischen Umgang mit Kleinst-Bloggern und Hobby-Bastlern mit Netzzugang

7. Nominierung in der Kategorie ProfilneurosendistinktionsgewinnlerInnen: ein paar KolumnistInnen (u.a. Doris Knecht und Polly Adler/Angelika Hager) für ihre medialen Anti-Social-Media-Koketterien.

8. Nominierung: die Wiener Grünen für ihre missglückte politische Kommunikation im Netz und das Verpassen einer einmaligen Chance.

9. Nominierung: Franz Medwenitsch für seine jahrelange Tätigkeit als Blockierer von fairen Verwertungsmodellen und diesbezüglicher lobbyistischer Begleitung von allen Gesetzesnovellen auf staatlicher und gemeinschaftlicher Ebene.

10. Nominierung: Wolfgang Schüssel – fürs Lebenswerk in der Bereitung internetfreier Minuten, denn er strafte die von ihm ungeliebte “Internetgeneration” mit einer miserablen Telekom-Regulierungspolitik ab.

Wenn Häuser sich schlafen legen

ritchie aka datadirt Nein, es gibt wirklich kaum eine bessere Metapher für die Krise der Immobilienindustrie – und wären die Häuser näher beieinander gestanden, dann hätte es auch noch einen Domino-Effekt gegeben. Was genau hier [Foto] passiert ist, weiß Mish [via @muesli]:

  1. An underground garage was being dug on the south side, to a depth of 4.6 meters.
  2. The excavated dirt was being piled up on the north side, to a height of 10 meters.
  3. The building experienced uneven lateral pressure from south and north.
  4. This resulted in a lateral pressure of 3,000 tons, which was greater than what the pilings could tolerate. Thus the building toppled over in the southerly direction.

Judiths Video der Woche: Katzencontent, again!

Clean your screen. Wenn ich meine Katze dazu überreden könnte, das zu machen… ach wäre das Leben schön.

Ritchies Video der Woche

Vielleicht kann Religion die Menschheit doch noch retten – zumindest drängt sich dieser Gedanken bei Jesus 2000 auf:

Aber damit’s nicht heißt, ich würde hier im Panoptikum bloß religiösen Fanatismus verbreiten, hier noch eine Perle von Rocketboom, nämlich die Kulturgeschichte des beliebten Audio-Produktions-Plugins Autotune. Merke: It’s not a vocoder!

Lesetipps der Woche

  • Der Social Officer soll den Corporate-Dampfer sicher durch stürmische Twitter-Wogen lenken, doch wie findet man ihn? So nicht, mein altitudebranding.com
  • Gaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Und vor allem: glaube nie, was in einer Nielsen Umfrage steht. Demnach befindet sich der US-TV-Konsum nämlich auf einem All-Time-High, gegen das Amy Winehouse nüchtern wirkt.
  • Tod den Holzmedien: Zuerst waren es die Zeitungsverlagen, jetzt geht das Virus auf die klassischen Verlage über: Tod dem bedruckten Holz, diesmal ist der Gemischtwarenhändler und Kindle-Schöpfer Amazon schuld. Denn den Verlagen laufen die Autoren weg, geradewegs in Amazons Arme. Ob die Autoren von den üblichen Shares wissen? 70: 30 zu Gunsten des Verlages?
  • Twitter Microsyntax – Die Fortsetzung: Der “Erfinder” des Hashtags, Chris alias Factory Joe, schlägt einige neue Zeichen für Twitter vor! Genau, wenn man etwas verkomplizieren vereinfachen kann, soll man es selbstverständlich tun! Lasst uns eine Microfachsprache kreieren, damit uns endlich niemand mehr versteht und die Twitter Coaches ein neues Seminarbetätigungsfeld finden.

Und das war auch schon wieder unser wilder Galopp-Ritt durch sieben Tage Social Media. Danke für Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und lassen Sie sich auch weiterhin nicht durch Echtzeitmedien vom Panoptikum-Konsum abhalten – und vor allem nicht von Kommentare und Anregungen. Wir wünschen schöne restliche Sonntagsminuten, einen erquicklichen Wochenbeginn und lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW34 2009

Schon wieder ist eine Woche verflogen – und während sich der Spätsommer langsam aber merklich in den Frühherbst verwandelt, wird im Social Web gemessen, gewogen und begutachtet, dass Kulturpessimisten bereits vor dem drohenden Aussterben von Forschungsfragen warnt. So gut wie kein Land halte sich nicht an die internationalen Fangverbote für gefährdete Untersuchungsarten, erzählte mir letztens im Vertrauen ein Mitglied des Internetrats. Das hält Linzerschnitte und mich aber keineswegs vom Rückblicken ab, denn in der Zweitauflage des Web 1.0 passiert so viel, dass der Nachdruck wohl auch bald vergriffen sein wird.

Twitter: Karteileichen los werden

ritchie aka datadirt Die letzten paar Spam-Wellen haben in den USA einen neuen Twitter-Trend ausgelöst: einige populäre Tweeter haben sich zu einem Clean Cut entschlossen und *alle* User entfollowed, um ganz von vorne zu beginnen. SocialToo bietet diese Funktion neuerdings sogar für harte Dollars an, Mutuality bietet die gleiche Funktion für laut, allerdings insgesamt nur 3mal für Accounts mit mehr als 1.800 Kontakten. Man muss nicht gleich ganz so radikal vorgehen, um die “Followed”-Zahl zu reduzieren: zwei sehr nützliche Services sind Twitoria (das allerdings ab den ersten 10k nicht mehr funktioniert) und das von mir präferierte Untweeps. Beide Mash-Ups dienen dazu, Accounts, die seit einem gewissen, einstellbaren Zeitraum (bei Twitoria zwischen einer Woche und 6 Monaten, bei Untweeps frei nach Tagen einstellbar) inaktiv sind, zu entfollowen. Twitoria benötigt dazu überhaupt nur den Usernamen, das Unfollowing geschieht händisch. Bei Untweep loggt man sich mit TwitterAuth ein, kann auf Wunsch eine Whitelist von zu schützenden Accounts erstellen und massen-entfolgt bequem via Mausklick. 3 Benutzungen pro Monat sind kostenlos, wer häufiger Untweepen möchte, muss via PayPal $1,37 für 3 Tage unlimited Access oder 5 Dollar pro Monat bezahlen. Für professionelle Twitter-Nutzer ein großartiges Tool, das bei meinen Tests aber ebenfalls Probleme hatte, die komplette Liste von Twitter zu fetchen – allerdings ist die im Fall von @datadirt mittlerweile auch schon ziemlich lang. Außerdem bietet Untweet die Option, eine Liste aller Accounts anzuzeigen, die man im Lauf der Zeit geblockt hat. Gute Gründe, warum man inaktive Accounts überhaupt loswerden will, nennt dieser Artikel von John Samuel.

The Future of News

Judith aka Linzerschnitte Während manch ein Vertreter der Old Media Sektion noch hofft, dass Social Media nichts anderes ist als eine Seifenblase, die bald zerplatzen wird, sieht Arianna Huffington, Mitbegründerin des Weblogs bzw. Onlinemagazins Huffington Post die Sache naturgemäß etwas anders. Anlässlich des Launches von “HuffPost SocialNews”, einer Facebook Integration auf Huffingtonpost.com via Facebook Connect schrieb Arianna Huffington einen Gastbeitrag auf dem Facebook Blog:

News has become an important element of community—something around which we gather, connect and converse. We all are part of the evolution of a story now—expanding it with comments and links to relevant information, adding facts and differing points of view. In short, the news has become social.

Facebook geht damit eine seiner wenigen Partnerschaften ein; ungewöhnlich deshalb, weil eine Application auf Facebook durch die offenen APIs der Plattform keine Partnerschaft im gewöhnlichen Sinn erfordert. Mal sehen, ob sich die Kooperation mit der Huffington Post eines Tages noch mal als strategische Partnerschaft herausstellt.

Neue deutschsprachige Twitter-Charts

ritchie aka datadirt Gerald Bäcks Liste zwitschernder Journalisten erfreut sich großer Beliebtheit und die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Gerald an einem elaborierten Twitter-Ranking arbeitet. Zuvor gekommen sind ihm einstweilen die Microblogosphären-Vermesser von Twop. “Wer misst, misst Mist”, lernt bekanntlich jeder Studiosus der Naturwissenschaften, da machen natürlich auch Rankings keine Ausnahme. Die Erklärung klingt aber durchwegs plausibel:

The Global Twopcharts are tracking the most followed Tweeters in the German language. We are taking into account the follow behavior of tweeters and filtering out tweeters who are excessively following, in order to avoid noise from “if you follow me, I will follow you back” behavior. Unfortunately there are many tools which are just encouraging mass following, and we are trying to determine which tweeters have appealing content, and can attract followers without tools and tricks.
The tweet chart is a subset of the twop-chart, so it is not trying to find the most active tweeter in the Universe, but is ranking the tweet frequency of the twop-1000.

Wenn allerdings die Tweet-1000 bloß eine umsortierte Ansicht der Twop-1000 darstellen, dann verstehe ich nicht, warum ich mit meinem deutschsprachigen Account ritchie_tweets in der einen Liste auf Platz 928 und in der anderen gar nicht vertreten bin.

40 Prozent der Twitter-Nachrichten “nichtiges Geschwätz”

Judith aka Linzerschnitte Die Austria Presse Agentur schickt pro Woche wohl ca. 200 Meldungen über die Ergebnisse mehr oder weniger relevanter Studien aus. Eine dieser Meldungen wurde diese Woche fleißig von diversen Old-Media-Plattformen veröffentlicht. Inhalt: Eine Marketing-Agentur aus Texas hat eine Studie veröffentlicht, der Conclusio lautet: 40 Prozent aller Twitter-Nachrichten sind “nichtiges Geschwätz”. Die Tatsache überrascht an sich nicht wirklich, zeigt aber, dass manche Marketing-Agenturen das “Social” in “Social Media” wohl immer noch nicht ganz deuten können. Achja, ebenfalls Ergebnis der Studie: Unternehmenswerbung und Spam machten nur 5,85 beziehungsweise 3,75 Prozent der Kurznachrichten aus.

Anm. von ritchie: Nur 40%? Da wurde wohl ein systematischer Messfehler verbrochen. Ich würd eher meinen: 98 Prozen! :mrgreen:

Facebook User mit Contests kaufen

ritchie aka datadirt Allfacebook.com verrät Tipps und Tricks für Facebook-Contests, mit denen sich Traffic und Fanbase von Pages beträchtlich steigern lassen:

Facebook currently has no limitation on the number of fans users can invite to a public profile which makes invitations one of the most important components of generating fans. So how on earth do you get users to invite their friends? Contests of course! Contests are probably the single best tool for driving more users to your public profile if you encourage fans to invite their friends.

Ganz billig wird die Sache dann allerdings doch nicht, denn Nick O’Neill empfiehlt “Cash Prizes” für die Contest-Gewinner. Aber im Vergleich zu anderen Formen der FB-Lead-Generierung denke ich ebenfalls, dass für Social-Media werbende Firmen Gewinnspiele in Form von Wettbewerben die Waffe der Wahl darstellen.

Dani Terbu startet mit Coolhunting.at

ritchie aka datadirt “Because catching up is the new looking ahead” lautet das Motto von Dani Terbus druck- bzw. pixelfrisch gestartetem Weblog Coolhunting.at. Ich finde das Design mit dem 9er-Grid auf der Startseite sehr gelungen, die Themen sind unter der gemeinsamen Klammer “Trends” breit gestreut. Unter anderem geht’s darum, dass the gap Facebook mag, fußfreie Strumpfhosen und Guy Kawasakis Vortrag im September:

Guy Kawasaki ist im September in Wien und hält einen Vortrag. Und coolhunting ist nicht nur dabei, sondern natürlich mittendrin und wird voraussichtlich als Live-Bloggerin vom Event berichten.

Ich freu mich schon auf den Vortrag am 10. September – und vor allem auf mein Video-Interview mit dem Meister; hier geht’s zur Anmeldung.

Charles Schumann: Die Barkeeping Legende spricht

Judith aka Linzerschnitte …mit dem Playboy. Was Mixen angeht, sind des Meisters Bücher für mich sowieso der Maßstab aller Cocktail-Theorie, aber dass der Wegbereiter der Cocktailkultur ein so cooler Hund, wusste ich bisher nicht. Hier zwei Zitate aus dem Interview:

Playboy: Erklären Sie uns: Was ist eine Bar?
Schumann: Eine Bar ist ein Ort, den man als Wohnzimmer betrachtet. Wo man zu Hause ist und trotzdem gehen kann, wann man will.
Playboy: Was unterscheidet eine gute Bar von einer schlechten?
Schumann: Dass man als Gast nicht merkt, dass Geld verdient werden muss. Wenn die Bar überschaubar ist, kann man mit dem Barkeeper reden, muss aber nicht. Eine gute Bar ist sicher nicht Cocktails mixen. Das steht für mich nicht einmal an zweiter Stelle.
[…]
Playboy: Wie wichtig sind Cocktail-Moden? Nehmen wir Caipirinha, eigentlich doch ein widerliches Zeug, oder?
Schumann: Stimmt nicht, Caipirinha ist kein widerliches Zeug! Das ist ein klassisches brasilianisches Getränk. Nein, vorsichtig sein muss man mit Gemüse und Obst und Kräutern. Wenn eine Bar nur noch Gemüsestand ist, kann man gleich zum Viktualienmarkt gehen.

Übrigens: demnächst startet auf ATV.at und Cocktail-Blog.com unsere Cocktail-Mixing Videoserie, mehr dazu in Kürze. Ich sag nur: wir lüften alle Geheimnisse um Malcolm Lowry, Black Russian, Daiquiri und Co.

Photo der Woche

Dieses Foto fällt eindeutig in die Kategorie “gelungener Schnappschuss”. Fotograf moriza sagt dazu:

It was a lucky shot. I saw the moment and the camera worked.

ubahnblur

Ritchies Video der Woche

“Signs” heißt dieses wunderbare und für ein Online-Video fast biblisch lange 12-Minuten-Lehrstück über The thing that keeps you going – drauf gestoßen bin ich bei Neelaa.

Judiths Video der Woche

“We all wanna be Prince” – dieser Botschaft ist an sich schon nicht mehr viel hinzuzufügen, aber wenn sie von Felix Da Housecat ist, ein basslastig und mit einem Party-Prince-Poser-Video daherkommt, mutiert das Ganze zu einem sehr stimmungsvollen Wochenendausklangs-Video.

Felix Da Housecat – We All Wanna Be Prince

Und schon nähern sich rasant die letzten Buchstaben dieses Blogistan-Panoptikums. Aber keine Sorge: mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit beginnt morgen eine neue Woche und in sieben Tage werden wir erneut zurückgeblickt haben. In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW33 2009

Fast allen großen Religionen dieser Welt gilt der Sonntag als der Tag des Blogistan-Panoptikums. Da machen auch wir atheistischen Laizisten keine Ausnahme und zelebrieren die Tradition mit dem gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datadirt auf sieben Tage ganz normalen Social Media Wahnsinn. Von während der Wehen twitternden Twitter-Gründer Ehefrauen bis zur specklastigen Feinkostabteilung reicht das Themenspektrum, kurzum: dieses Panoptikum hat wieder mal alles, also ohne weitere Ausschweifungen direkt in medias res:

Codename: Project Retweet

Judith aka Linzerschnitte ritchie aka datadirt Am 13. August brachte Mashable die Breaking News: Project Retweet verhilft der altbekannten Best-Practice zu offiziellem Feature-Status. Beim Retweeten setzt man ein “RT” an den Beginn der weiterzuleitenden Nachricht, in gewisser Weise handelt es sich um ein Äquivalent der E-Mail-Forwarding-Funktion (z.B. RT @linzerschnitte oder RT @datadirt). Retweets könnten sich – analog zu Backlinks bei Google – zu einer Art Twitter-Popularitäts-Währung entwickeln, die Integration die API und in weiterer Folge in 3rd Party Apps ist daher ein logischer Schritt. Noch sind aber nicht alle Details bekannt:

1. You can see if someone retweets a link with a small line that says “Retweeted by ___” under the tweet and the time when the tweet was sent.
2. Hovering over a tweet will soon make two options appear: Reply and Retweet. Reply is already supported by Twitter – it’s that little arrow that appears on the right when you hover over a tweet.
3. Clicking on the “Retweet” button will confirm if you really want to retweet this tweet to all of your followers
4. The retweet is done. It apparently shows the people that have retweeted it in your timeline. We’re unsure as to how many people can be listed in the “Retweeted by” section of any tweet.

Journalistische Qualitätsmaßstäbe

ritchie aka datadirt Früher: Check, Cross-Check, Re-Check, Double-Check Jackson, wie die Zeitungswissenschaftler zu sagen pflegten. Heute dagegen: Retweet, Retweet, Nix-Check. Denn wie digiom richtig stellt:

NEIN, Sony hat KEINE Selbsthilfegruppe für Social Media-Abhängige gegründet! Das wäre eine eigene Studie wert: Inwieweit stimmen geretweetete Kurzdarstellungen mit der tatsächlichen Nachricht überein? Recht häufig klafft dazwischen eine gewaltige Lücke – z.B. auch in dem von Nicole Kolisch analysierten Fall ‘Twittensnobelpreis’, in dem Mark Pfeifle, “ein (ehemaliger) Sicherheitsberater der (ehemaligen) US-Regierung” vorgeschlagen hatte, dass Twitter für den Friedensnobelpreis nominiert werden solle. Was wurde re-re-re-tweetet? “Twitter für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.” Klingt natürlich toll – da ehemalige Sicherheitsberater aber noch immer nicht das Vorschlagsrecht bei der Vergabe des Friedensnobelpreises haben, war’s natürlich Blödsinn.

Sehr lesenswertes Posting über multiple Social Media Wahrheiten: unbedingt auch die Videos im Beitrag anschauen – Bruno Kammerls Megawoosh ist verdammt gut gemacht.

Facebook: Ein Durchlauferhitzer für Eitelkeitsdramen?

ritchie aka datadirt Das legt zumindest eine aktuelle Studie aus dem CyberPsychology & Behavior Journal nahe:

The report concludes that there is a “significant association between time spent on Facebook and jealousy-related feelings and behaviors experienced on Facebook.”

Das alte Bon-Mot “Was ich nicht weiß, macht mich heiß” findet also seine Fortsetzung im Social Web der Zwischenmenschlichkeiten. Man könnte natürlich auch sagen: je mehr Kommunikation, desto mehr Missverständnisse :-)

adjix schaltet Link-Werbung

ritchie aka datadirt Twitter hat Link-Shortener Services zu ungeheurer Popularität verholfen. Je nach Eleaboriertheitsgrad bieten die verschiedenen Services bloß die Basics oder weitergehende Features wie etwa Klick-Tracking Statistiken. adjix geht einen anderen Weg, schaltet via Frameset relativ dezente Werbung über die verkürzten Links und beteiligt den Nutzer an den Einnahmen.

Für mich hat sich, seit ich PrettyLinkPro einsetze, das Thema 3rd Party Short-URL Services völlig erledigt. PLP verbindet flexible, frei anpassbare Statistik-Reports mit einer ganzen Reihe von Cloaking-, Word-Replacement und Twitter-Publishing Funktionen und erlaubt über den “PrettyBar” optional auch das Einblenden von (Eigen)Werbung. Ein weiterer relevanter Unterschied zwischen 3rd Party Services und PLP besteht in der Zeit-bezogene Sicherheit (wer weiß, ob TinyURL und Co. ewig bestehen). Grundsätzlich wäre adjix ein interessantes Tool für Power-Tweeter – aber gegen PrettyLinkPro und Short-URLs auf der eigenen Domain kommt der Service nicht an.

Social Networking verkommt zur Gammelfleischparty!

Judith aka Linzerschnitte Vor einigen Wochen erzählte Axel Maireder von einer aktuellen Studie über Social Networks, die an der Uni Wien durchgeführt wurde. Eines der erstaunlichsten Ergebnisse: aus nicht nachvollziehbaren Gründen würden viele Teenager mit ca. 16 Jahren, nach zwei jähriger Social-Networks-Aktivität plötzlich Reißaus nehmen und die diversen Plattformen mehr und mehr zu einer Gammelfleisch-Party mutieren. Über die Gründe wusste man zum damaligen Zeitpunkt noch nichts Genaueres. Ein Artikel im britischen The Guardian lieferte diese Woche allerdings erste Interpretationsansätze zu dieser Massenflucht: Die coolen Kids hauen ab, weil ihre Eltern (und Lehrer) plötzlich in den Social Networks auftauchen! Und das ist ihnen einfach URpeinlich…

Although their love of being online shows no sign of abating, the percentage of 15- to 24-year-olds who have a profile on a social networking site has dropped for the first time – from 55% at the start of last year to 50% this year. In contrast, 46% of 25- to 34-year-olds are now regularly checking up on sites such as Facebook compared with 40% last year.

Liebe Leser, wir gehören nun wohl alle offiziell zum alten Eisen!

Keine kleine Spende

ritchie aka datadirt Wie die FutureZone berichtet, will Facebook im Allgemeinen “kommerzielle Userprofile” verbieten und im Speziellen das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden:

Das Soziale Netzwerk Facebook hat am Dienstag erneut Änderungen bei den Nutzungsbestimmungen vorgeschlagen. Diese beinhalten unter anderem ein Statement, dass private Nutzerprofile nicht dazu verwendet werden dürfen, kommerzielle Gewinne zu erwirtschaften. Konkret angeführt wird das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden. Werbekunden dürfen freilich weiterhin bezahlte Anzeigen schalten.
Facebook geht mit dieser neuen Regelung den gegenteiligen Weg des Microblogging-Diensts Twitter. Mit dem Dienst Sponsored Tweets können Twitter-Nutzer ihre 140-Zeichen-Nachrichten an Werbekunden verkaufen.

Dazu wäre noch anzumerken, dass es sich bei SponsoredTweets *nicht um ein offizielles Twitter-, sondern ein 3rd Party Service handelt, genauer gesagt um ein Start-Up von Izea. Ich hab mich dort mal umgeschaut und kann die ganze Sache (noch) nicht ernst nehmen: Beim Launch wurde aufs Affiliate Programm vergessen, Anzeigenkunden gibt’s noch so gut wie keine. Um einiges früher dran war übrigens Magpie, über das man wenigstens sagen kann, dass es so vor sich hindümpelt :mrgreen:

Dass Werbekunden auch weiterhin bezahlte Anzeigen schalten dürfen, ist allerdings beruhigend. Und wer seine Statusmeldungen trotzdem verkauft, sollte sie wenigsten mit [bezahlte Quasi-Anzeige] kennzeichnen, damit Facebook die betroffenen Accounts auch zuverlässig sperren kann *rofl*

Facebook erhält Twitter-ähnliche Suchfunktion

Judith aka Linzerschnitte Bisher war Facebook ein riesiger Moloch, der eine Unmenge Daten in sich hineinfraß, hermetisch abschottete und nichts nach außen dringen ließ. Das wird die Plattform auch weiterhin bleiben – vorerst. Aber um mehr Übersichtlichkeit zu gewähren gibt es ab sofort eine bereits teilweise implementierte Suche. Ähnlich der Twittersearch werden die Suchergebnisse laufend aktualisiert, außerdem kann man in der Suche nun filtern: nach Pages, Gruppen usw. Und dann wäre da noch das neue Schlüsselfeature: die Keywordsuche mit dem Filter “Everyone”!

The new Everyone filter makes Facebook like Twitter in search, but it will take some time for people to learn to use Facebook the way they do Twitter, and it’s not clear that the two models will mesh well on one social platform.

Erstmals lässt Facebook also zu, dass die Schranken des eigenen Freundeskreises durchbrochen werden. Keyword-Search auf Facebook – das bedeutet wohl feuchte Träume für die gefühlten 78 Prozent Marketer und Partyveranstalter auf Facebook…

TweetMeme vs. TechMeme

ritchie aka datadirt In der Schlacht der Aggregationsgiganten 2.0 – Tech-, TweetMeme, SocialMedian und Co. sind die neuen Diggs – scheint Tweetmeme vorerst klar Sieger vorne zu liegen. TechMeme verlässt sich auf multiple, nicht dokumentierte Quellen:

At this moment, the must-read stories in technology are scattered across hundreds of news sites and blogs. That’s far too much for any reader to follow.
Fortunately, Techmeme arranges all of these links into a single, easy-to-scan page. Story selection is accomplished via computer algorithm extended with direct human editorial input. Our goal is for Techmeme is to become your tech news site of record.

TweetMeme setzt ganz auf Twitter-RTs (siehe auch weiter oben) und liegt derzeit in der Gunst der User klar weiter vorne. Die Zahlenbasis ist durchwegs beeindrucken: für einen Platz in den Top-in-7-Days Charts braucht man derzeit rund 5.000 Retweets, für einzelne Kategorien wie Security reichen aber auch schon 5 Stück für einen Platz in der Top-in-24-hourse Liste.

Gebärfreuden

Judith aka Linzerschnitte Letzte Woche hat es auf Twitter wieder mal richtig gemenschelt. Denn es gibt sie noch – die Menschen, die Twitter zur Befriedigung privater Kommunikationsbedürfnisse nutzen – und nicht nur zur beruflichen Selbstdarstellung und als Trafficgenerator für die eigene Website. In diesem besonderen Fall gewährt @Sara, Ehefrau von Twitter CEO Evan Williams sehr private Einblicke:

sara1

Nun, auch aus privaten Meldungen kann man einige interessante Schlüsse ziehen – so verrät dieser Tweet wohl, dass man auf die Twitter-Monetarisierung noch länger warten wird müssen…

sara2

Anm. li schni: Bei @ev handelt es sich um Twitter-CEO Evan Willams… Mashable kennt weitere intime Details.

Baconize it, suckers!

ritchie aka datadirt Moslems finden Schweine ganz und gar nicht lecker, weite Teile der westlichen Welt tragen dagegen stolz Schildkappen mit der Aufschrift “Baconize it”. Naja, eigentlich habe ich eine solche Schildkappe nur bei Frank in 30 Rock gesehen – aber wie auch immer: geräucherte Sau-Teile, in dünne Streifen geschnitten und liebevoll als “Speck” betitelt (Nachfrage unnötig: ja, die Osttiroler sind die Weltmeister in der Herstellung dieser Delikatesse), umhüllen gegrillten Schafkäse, finden ihren Weg zwischen Burgerhälften, auf morgendliche Eierteller… falls Sie Vegetarier sind und Ihnen an dieser Stelle bereits schlecht ist, entschuldige ich mich – ich hätte Sie vorwarnen sollen, aber besser später als nie: es wird noch schweinischer! Auf Recipestar.com finden Afficionados ein liebevolles Tutorial mit dem vielsagenden Titel How to use Bacon to make your life incredible & amazing. Mein Favorit:

Attach bacon to your hard drive.
Every time you download a large file, the smell will be glorious.

Auf derselben Seite gibt’s auch ziemlich unterhaltsame Quizzes rund ums Thema Feststoffzufuhr durch den Mund. Ich bin übrigens “extremelely experienced in the foods of the world”, und wenn mich ein Kannibale essen würde, “I would most likely taste like barbequed beef”. Mhmmm, yummy!

Foto der Woche

Großartiger B/W Shot eines Kicksportkampfes von Latente Le Balene Fossili al Governo. Das Bild heißt übrigens Lo sport di quelli che si tirano i calci in faccia:

kickbox

Ritchies Video der Woche

Joe Simon hat Regie geführt beim neuen Video von Mutiny Bikes, das ab September auf DVD und Blue-Ray erhältlich sein wird. Auf Vimeo gibt’s den Trailer zu “Let’s get mystical” und weitere Videos einer der weltweit besten BMX-Crews. Die Jumps und die Kameraarbeit sind ein Hammer, ich freu mich auf die Vollversion:

Judiths Video der Woche

Die Welt ist wieder sicher!
Der Online Reputation Manager ist tot, hoch lebe die absolute Datensicherheit! Google bietet nun das lang erwartete, absolute Datenschutzkonzept: Das Google Opt Out inklusive Google Opt Out Village.

YouTube Preview Image

Über die Mietpreise in Opt-Out Village sind noch keine näheren Details bekannt – Ihre Web-Chronisten Linzerschnitte und datadirt bleiben selbstverständlich Woche für Woche für Sie am laufendenden. Danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns am Montag.

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Contenture: das Prinzip Werbung umdrehen

Contenture [sprich: Kontänntscha, Oida!] halte ich für eines der vielversprechendsten Longtail-Monetarisierungs Networks der letzten Jahre. Kein neues Affiliate Netzwerk, keine personalisierten Ads: nein, Contenture ist ein Anti-Ad Network, in dem User dafür bezahlen, dass sie Seiten werbefrei sehen und/oder Zugang zu Premium Inhalten bekommen. Klingt ungewohnt und kommt sicherlich relativ früh – aber der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm.

Gelauncht wurde die Seite vom gleichen Team, das für meine Lieblings-Webstat-Applikation Clicky verantwortlich zeichnet – und die Jungs haben definitiv eine Menge Ahnung davon, wie Micro-Traffic Stream funktionieren. Bezahlt wird an die Webmaster übrigens anteilsmäßig je nach Besucherzahl. Warum ich glaube, dass Contenture eine blühende Zukunft bevorstehen könnte, habe ich in einem ausführlichen Review auf datadirt beschrieben:

Contenture – Support the Sites you love auf datadirt [in Englisch]

Werbeplanung.at Handbuch Nr. 4 erschienen

Ein wahres Paradies für Zahlenliebhaber ist das dieser Tage erschienene ÖWA Plus Handbuch mit den soziodemographischen Daten der österreichischen Internet-Nutzer aus dem vierten Quartal 2008. Wer hierzulande im quantitativen Bannermarkt mitspielen mag, kommt nicht umhin, das teure Zählpixel einzubauen. Dementsprechend aufgeregt wedelte die fellige Dame des Hauses, die vor kurzem den grauen Markt des paid targetted traffic entdeckte, mit dem Schwanz, als ich meinen Umschlag öffnete:

werbeplanung

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Blogistan Panoptikum KW08 2009

panowheelLangsam reicht’s mit der weißen Pracht dann auch wieder mal – ich hab in den letzten sieben Tagen im Gasteinertal meine jährliche Dosis Powder im Übermaß abbekommen. Dabei scheint die Wirtschaftskrise durchwegs ihre Spuren hinterlassen zu haben: der Ansturm auf die Lifte war enden wollend, die teuren Restaurants vorwiegend mit Russen besetzt. Trotzdem haben die Einheimischen schon vor Jahren kapiert, dass man die eigenen Revenue-Streams entlang der Wertschöpfungskette positionieren muss, dann klappt’s auch in Non-Boom Zeiten mit der Diversifizierung – was Online-Marketer von Tourismus-Bauern lernen könn(t)en, werde ich demnächst in einem dedizierten Posting erklären. Aber nun, without much further ado folgt die Kopfdrehung um 180 Grad:

Von Geldern, Karotten und Nasen-Eseln

Reicht Geld als Incentive in der Arbeitswelt? Mir persönlich vollauf, aber ich bin ja auch selbständiger Einzelunternehmer. In größeren, schwerfälligen Strukturen, auch bekannt als “Companys”, liegt die Sache aber wesentlich komplizierter, wie Pete in einem äußerst instruktiven Beitrag erklärt:

Ich denke ohne neuen Incentives die längerfrisitg orientiert sind, eine gewisse Sustainability ermöglichen, und nicht nur das Individuum belohnen werden wir aus der aktuellen Krise nicht herauskommen.

Tja, man kriegt eben, wofür man bezahlt – aber ich habe nicht den Eindruck, dass besonders viele Manager abseits von Konferenz-Geschwurbel und paradigmatischen Willenserklärungen einen ernsthaften Unterschied zwischen Sach- und Human-Ressourcen machen.

Identitäten affirmativ managen

Auf Helge.at stapelt sich der Lesestoff, denn der Autor hat für die kommende Ausgabe des Werbeplanung Guides 2009 einige lesenswerte Interviews geführt: zum Beispiel mit 1-2-3 People’s Bernhard Lehner und Pop-URLs Mastermind Thomas Marban. Mindestens ebenso lesenswert: ein nachdenklich machender Incident zum Thema Personalchefs und Identitätsmanagement:

Und, wie Martin es ganz gut auf den Punkt bringt, global Öffentliches ist nicht privat. Was es braucht, ist Medienkompetenz – und die beginnt beim Problembewusstsein.

In der Tat! Neu ist allerdings, dass so mancher bitterlich über verschüttete Milch weint: aber die Next Generation wird unsere Anfängerfehler gewisse vermeiden!

Werbe.Kunst.Replacements

Kunst kommt vielleicht von können. Und bekanntlich gilt ab sofort “Yes we can”. Wir können beispielsweise sämtliche Werbebanner mittels Blocker-Tools und Firefox-Plugins entfernen, aber mit den vielen Whitespaces sehen Spiegel Online, TechCrunch und Co. dann gleich viel langweiliger aus. Da gefällt mir Max’ Neuentdeckung schon wesentlich besser: Kunst statt Kommerz sozusagen:

Das Firefox-Plugin (Add-Art) funktioniert ganz einfach, im Zusammenspiel mit “Adblock Plus” werden Werbebanner auf fast allen Seiten entfernt. Aber die “Plätze” bleiben nicht leer sondern werden mit wechselnden Kunstausstellungen bespielt.

Wer also schon immer mal seine Bildungslücken in Sachen klassischer net.art auffüllen will, schlage zu: Jodi.org passt beängstigend gut in den 468x60er Rahmen :mrgeen:

SEO-News der Woche

Grandioses, unbestrittenes Highlight der vergangenen sieben Tage: die SEO-Bauernregeln auf SEO-United.de. Das klingt ungefähr so:

Kommt mehrmals am Tag der Googlebot, steigt das Ranking ziemlich flott.

Ich hab ja gerade sieben Tage in einem touristisch erschlossenen Bauernhof gewohnt, wo die Originale säuberlich gestickt an der Wand hängen – so ein Stick-Deckerl mit den SEO-Bauernregeln tät sich in meinem Office aber auch gut machen! Auch nicht schlecht: die kürzlich veröffentlichten SEO-Witze. Mein Favorit:

Wie viele SEOs braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?
Keinen, Dunkelheit wird zum neuen Rankingfaktor erhoben.

Videos und anderen Schnickschnack einstreuen

Man mag ja kaum glauben, dass Google sich tatsächlich traut, multimediale Inhalte in die Suche einzustreuen – Multimedia statt Semantik? Aber der Linkvendor hat genauer hingeschaut und rät, Videos dringend in die SEO-Strategie mit einzubeziehen:

Die Ergebnisse sind erstaunlich und bestätigten den subjektiven Eindruck. Jeder der Videos und News (falls relevant) nicht in seine SEO-Strategie einbezieht wird 2009 echt was verschlafen. Ich werde daher ab sofort jeden Monat einmal Googles Blended Search, vornehmlich die Videos analysieren.

Selbstverständlich muss sich Big G auch im Bewegtbildbereich ein Relevant-Kriterium einfallen lassen – ich könnte mir gut vorstellen, dass die Zahl der indizierten Embeds dabei eine gravierende Rolle spielt, denn eine Video-Einbindung ist meiner Meinung nach das exakte Gegenstücke zu einem Backlink auf textuelle Informationen.

Vergleich dich unvorstellbar reich

Preisvergleiche sind die wollsaulegenden Eiermilchkartons im Waffenarsenal avancierter Affiliates. Man muss aber nicht mal unbedingt selbst Hand anlegen – Contaxe und Ecato bieten fix-fertige, live aktualisierte Vergleichs-Tools. Auf Allblogs gibt’s einen Erfahrungsbericht zu den zwei genannten Systemen. Dem Fazit des Autors kann ich mich nur anschließen:

Gerade bei recht technisch affinen Blogs finde ich diese Möglichkeit der Monetarisierung nicht die Schlechteste, da man ja doch hin und wieder einmal Produkte vorstellen und anstatt die idealos dieser Welt zu verlinken, warum nicht auf den eigenen Preisvergleich verweisen und für seine Recherchen belohnt werden? Schaden kann es sich nicht! Und so lange man es nicht übertreibt mit der Einbindung, ist es sicher ein sehr effektives Werkzeug im Marketingmix/Vermarktungsmix einer Webseite.

Daten auf den Desktop holen

Der Blogrammierer stellt zwei interessante Tools vor: der Piwik Connector und die Desktop Web Analytics For Piwik liegen als Open Source Programme vor und holen Server-Statistiken übersichtlich auf den Desktop. Beide Tools benötigen Adobe Air, die Desktop Web Analytics liefern umfangreichere und grafisch recht liebevoll aufbereitete Stats:

Viele Daten werden mit unterschiedlichem Diagramm dargestellt, was eine schnelle Erfassung der wichtigsten Daten ermöglicht. Es gibt einen Site-Manager, mit dem die eingetragenen Webseiten leicht verwaltet werden können bzw. man schnell zu anderen Projekten springen kann.

Video der Woche – die Einsamkeit des Luna Parks

Wunderschön elegische inszenierte Shots eines verlassenen Luna-Parks: was soll man dazu schon noch sagen?

Und damit wären wir auch schon wieder am panoptikalischen Ende angelangt – möge das Aufbäumen des Winters ein letztes gewesen sein für diese Saison. Mich dürstet nämlich nach Wassersport-Arten, bei denen das H2O nicht (notwendigerweise) gefroren ist! In diese Sinne wünsche ich Ihnen einen geruhsamen Rest-Sonntag, wir lesen uns am Montag.

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Blogistan Panoptikum KW04 2009

what is social?Frank glaubt, dass Twitter rasch weitere Schritte in Richtung Mainstream unternehmen wird, Max hat Slangmania, das fantastische neue Video der Vamummtn, ausgegraben, Helge erklärt wie Monty Python ihre DVD-Verkäufe um 23tausend Prozent steigerten, der Werbeblogger zerrt den schlechtesten Lenovo-Spot aller Zeiten ans Tageslicht, Hans-Peter ist aus den Gefilden der Fiebertrance zurückgekehrt und Pete hat seit letztem Sonntag eiskalt – gar nix veröffentlicht. Mit anderen Worten: eine anderer Blogistan-Woche voller Business-as-unusual.

US-Ikone in Schwierigkeiten

Die Krise der US-Autoindustrie greift auch auf die Zweirad-Hersteller über: so kündigte Harley Davidson vergangene Woche an, über 1.000 Stellen zu streichen. Nach mehreren fetten Jahren war der Absatz bereits 2008 um 8 Prozent gesunken, mit weiteren 10% Prozent Rückgang rechnet die Firmenleitung in diesem Jahr:

Insgesamt seien 2008 etwa 303.000 Motorräder gebaut worden, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2009 erwartet Harley Davidson ein weiteres Minus von zehn bis 13 Prozent. Ein Motorenwerk und eine Fabrik zur Herstellung von Getriebe in der Region Milwaukee sollen geschlossen werden. 800 der Stellen sollen in der Produktion wegfallen, der Rest in der Verwaltung.

Die Anorexie verherrlichen

Anscheinend erstmals hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Blog auf den Index gesetzt – keine Ahnung, warum das erst so spät passiert ist. Jedenfalls scheint die betreffende Seite Anorexie zu glorifizieren, so die Begründung laut Beck.de:

In einem Grundsatzbeschluss hatte das 12er-Gremium bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass Medien als jugendgefährdend einzustufen sind, die dazu auffordern, sich oder anderen Menschen (schwere) körperliche Schäden zuzufügen (z.B. Aufforderung zum Selbstmord, Aufforderung zur Nahrungsverweigerung, die zu extremen Mangelerscheinungen bis zum Tode führen können [Proanorexie]). Weiterhin seien solche Medien jugendgefährdend, die ein Verhalten verherrlichen oder verharmlosen, das zu körperlichen Schäden führen kann;

Dieser Kiesel hat einen Stein der Zensur-Empörung ins Rollen gebracht. Aber warum sollten Blogs eine Sonderstellung einnehmen? Weblog-Betreiber müssen sich genauso an geltende Gesetze halten wie DVD-Produzenten und alle anderen Medienheinis. Konkret bedeutet die Indexierung, dass die Betreiberin des ursprünglich bei Google gehosteten und nunmehr vom Netz genommenen Blogs für eine 18+ Zugangskontrolle sorgen muss; übrigens ist die Betreiberin selbst ebenfalls minderjährig. Die ganze Story kennt wie üblich heise.de. Der ganzen Debatte zugrunde liegt einmal ein altes Mysterium: Jahrzehnte der Medienwirkungsforschung haben nicht mal feststellen können, ob Christiane F’s Pamphlet Jugendliche nun zum Drogenkonsum ermuntert oder sie eher abschreckt:

Die Bundesprüfstelle folgte dem Argument und nahm das Blog mit Beschluss vom 4. Dezember in den Index für jugendgefährdende Schriften auf. Die BPjM sieht “in Übereinstimmung mit der KJM auch im Bereich bestimmter ‘Pro-Anorexie-Angebote’ erhebliche Gefährdungselemente”, heißt es in der Begründung der Bonner Behörde, die heise online vorliegt. Medieninhalte, die “suggestiv fordernd auf Kinder und Jugendliche einwirken”, um sie zu gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen zu drängen, erfüllen nach Ansicht des zwölfköpfigen Gremiums den Tatbestand der Jugendgefährdung.

Ausnahmsweise bin ich vollkommen einer Meinung mit Spreeblick, der nicht nur die Indexierungs-Begründung im 16seitigen Volltext veröffentlichte, sondern in seinem Beitrag darauf hinweist, dass der Staat eine Regulations-Funktion besitzt und Indexierung keineswegs mit Zensur gleichzusetzen ist – das hält Pawlow’s Hundeschar aber nicht vom üblichen Untergang der Blogosphäre Gezeter ab.

SEO-News der Woche

Über Linkaufbau kann man nie genug wissen – Geld-verdienen.tv hat die Grundregeln in einem übersichtlichen Einsteiger-Beitrag zusammengefasst. In Kombination mit SEO-Nords 10 Trust-Tipps steht dem ersten Platz bei der Suche nach Klingelton dann wohl nix mehr im Wege – es sei denn die robots.txt ist immer noch falsch konfiguriert! :mrgreen:

Das Geheimnis des verschwundenen Hyves

Die alte SEO-Regel “trau niemandem, der einen Abakus-Account hat und auch noch stolz drauf ist” bestätigte sich in der vergangenen Woche einmal mehr: kurz war sie da, die mysteriöse Hyves-Subdomain, die allfällige Dom-Abstrafungen bei Big G ins Tageslicht zerren sollte – und dann war sie auch schon wieder weg. Das hinderte aber niemanden, diesen tollen Insider-Tipp weiter zu verbreiten, als gäb’s da keine anderen Möglichkeiten… wie lautet schnell nochmal die SEO-Entsprechung zu Script Kiddies?

Das Angebot der Nachfrage anpassen

Was will der Kunde? Klassisches SEO wird 2009 nicht ausreichen, um in der Oberliga der Optimierer mitzuspielen. SEM oder Suchmaschinenmarketing (sprich AdWords-Planung) und SMO (Social Media Optimization) werden immer stärker nachgefragt, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Absolit zeigt:

Weiter im Trend und sogar Pflicht ist zudem die Aktivität von Unternehmen im Bereich Affiliate-Marketing und selbst die teilweise totgesagte klassische Bannerwerbung gehören auch zukünftig noch zu den wichtigsten Instrumenten im Online-Marketing bei kleinen und großen Unternehmen.

Ciao, Mister Wong

Eines technisch fadesten und lamesten Social-Bookmarking-Portale in Deutschland muss nun endlich nicht mehr bespammt werden: Mister Wong führt nofollow ein, und zwar gründlich und überall, wie’s scheint. Danke dafür! Ging mir echt immer unheimlich auf den Geist, eine Extra-Search-And-Replace Runde einzulegen, um die Tag-Kommas zu entfernen:

Screenshot aufgenommen mit dem nodofollow Plugin auf der Profilseite eines zufälligen Benutzers (sehen alle so aus) – rot kennzeichnet nofollow Links. Neben den Links zu anderen Websites werden inzwischen auch Tags und Links auf Benutzerprofile seitenintern nofollow verlinkt. Der Sinn? Wer weiß.

Mit Twitter Traffic schaufeln?

Torsten ist sich nicht ganz sicher, ob Twitter langfristig ein sinnvoller Trafficbringer ist:

Mit meinem Kollegen habe ich darüber diskutiert was Twitter bringt. Er ist der Meinung, dass man damit die Besucher eher anderen Communities zuspielt, anstelle sie auf seiner Seite zu halten. Ich selbst sehe das etwas anders und betrachte Twitter eher als Mittel Besucher direkt an sich zu binden.

Meine Erfahrungen sind da recht eindeutig: automatisiertes Posten bringt wenig, aber in punkto Aufwand/Nutzen-Relation ist der Microblogging-Service nicht zuletzt aufgrund des aktuellen Hypes derzeit kaum zu toppen.

Video der Woche

“To share is to be human” – Hans Peter Brondmo erklärt in der aktuellen Ausgabe der Blogpiloten-Klartext-Serie den Begriff social kurz und knapp; da kann man schlecht widersprechen:

Und das war’s auch schon wieder mit der aktuellen Kalenderwoche, die sich in wenigen Stunden ihrem unausweichlichen Ende zuneigt. Glücklicherweise beginnt allerdings infinitesimal kurz drauf eine neue – das nennt man dann den Lauf der Dinge. Schönen restlichen Sonntag, wir lesen uns morgigentags.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
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Mit einem Blog Geld verdienen? Blöde Idee!

bankierDie überwiegende Mehrheit meiner (virtuellen) Bekannten, die mir eine Frage zum Thema Blogging stellen, wollen wissen, wie man am besten mit einem Weblog Geld verdient. Nun, die Antwort ist bestechend simpel: am besten gar nicht. Nein, wirklich: Blogs sind keine Cash Cows. Ich kann das guten Gewissens sagen, denn ich hab alles Mögliche ausprobiert. Aber das ist mir auch ziemlich egal – natürlich freu ich mich über jeden Leser und Kommentar, aber ich würde hier auch weiterschreiben, wenn kein Mensch mehr meine Artikel liest.

Glauben Sie mir: wirtschaftlich gesehen ist der Betrieb eines Blogs eine ziemlich dämliche Idee, denn das Businessmodell skaliert langfristig so gut wie gar nicht. Irgendwann ist die Traffic-Decke in der Nische erreicht, und beliebig viele Blogs kann man auch nicht betreiben. Schließlich erfordert die dauernde Posterei hohen Zeiteinsatz, doch dem stehen magere Einkünfte entgegen: da und dort mal eine trigami-Rezension, für die Mutigen vielleicht ein paar vermietete Links plus spärliche Klicks auf die PPC-Werbemittel – mit Postings ist der Weg zum Geldspeicher definitiv nicht gepflastert.

Umwegrentabilität dagegen ist zweifellos ein Thema: als Ein-Mann-Unternehmen generiere ich über mein Blog Werbung, Aufmerksamkeit, Medienpräsenz und damit letztendlich auch Leads – und tue genau das, was mir am meisten Spaß macht. Zweifellos mag die Verzahnung von Bloggen und Jobben in meinem Fall besonders eng sein, schließlich berate ich meine Kunden zum Thema Webstrategie. Trotz bin ich überzeugt davon, dass ein Weblog für jedes B2C-Unternehmen einen idealen Kommunikationskanal darstellt – aber ein Blog als monetären Selbstzweck zu betreiben, macht einfach keinen Sinn.

Klar, ich verdiene mittlerweile einen vierstelligen Betrag pro Monat direkt mit datenschmutz und meinen anderen Blogs. In Relation zu der Zeit, die ich dafür aufwende, ist der Stundenlohn im Vergleich zu meinen übrigen Jobs trotzdem bestenfalls lächerlich – als Kellner könnte ich finanziell besser aussteigen, aber Getränke rumzutragen macht mir halt höchstens einen Abend lang Spaß: beim Bloggen verhält sich das aber ganz diametral. Als ich mit datenschmutz begonnen habe war’s ein reines Spaßprojekt, und die Lust am Experiment an der Schnittstelle zwischen Geschreibsel und Technik hat bis dato für mich nix von ihrer Faszination verloren. Als ich vor über 10 Jahren begonnen habe, mich mit SEO zu beschäftigen, geschah dies ebenso aus purem Spieltrieb – ich verschwendete damals keinen Gedanken daran, jemals Geld mit der Positionierung von Webseiten zu verdienen. Als wir in den Neunzigern unsere ersten Web-Communities (medianexus.net) bauten, da dachten wir nicht an Bannerschaltungen, sondern hatten plötzlich ein neues Lieblings-Hobby gefunden. Aufgrund dieser immer wiederkehrenden Erfahrung, dass alle meine erfolgreichen Projekte aus der Beschäftigung mit Dingen, die ich sehr gern tue, entstanden sind, bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass der wahre Wert eines Blogs nicht in Werbeeinnahmen aufzuwiegen ist. :mrgreen:

Symbaloo: Nicht die schlechteste Startseite

symbalooVersuche, den Absprungpunkt in die Weiten des Netzes möglichst komfortabel zu gestalten, gab es in der jungen Geschichte des Netzes bereits unzählige. Mitte der Neunziger wollte so gut wie jeder Anbieter ein eigenes Portal zimmern: um seine User zu finden, zu konvertieren und auf ewig zu binden :mrgreen: Aber kurze Zeit später kam Google mit dem enorm erfolgreichen Konzept des minimalistischen Suchfeldes dazwischen, und Alles-aus-einer-Hand Lösungen waren nicht mehr besonders gefragt. Aber jede Entwicklung verläuft bekanntlich zyklisch, und nun tritt Symbaloo in moderner Web 2.0 Optik an, um das Genre der personalisierten Portale erneut zu beleben.

Die Symbaloo-Startseite besteht aus drei Tabs, standardmäßig beginnt man mit dem sogenannten “Desktop” – und aus den Fehlern der Vergangenheit hat man offenbar gelernt: denn das Google-Suchfeld wurde zentral platziert, umgeben wird es von diversen thematisch gruppierten Icons, die häufig benötigte Services in jeweils neuen Tabs öffnen. Alle Icons sind via drag-and-drop beliebig im Grid platzierbar und selbstverständlich kann man auch eigene Links hinzufügen.

Symbaloo Startscreen

Der zweite Tab nennt sich “News” und präsentiert in der Standardeinstellung eine bildliche Übersicht aktueller Geschehnisse, die sich via Dropdown-Menü auf bestimmte Themenbereiche einschränken lässt und der dritte Tab, selbsterklärend mit “Feeds” betitelt, listet die aktuellsten Meldungen diverser RSS-Quellen. Diese Grundausstattung lässt sich um weitere, frei konfigurierbare Tabs ergänzen, die wiederum aus Vorlagen oder von Null weg gestaltet werden können. Neben den erwähnten Links und Feeds bietet Symbaloo diverse vorgefertigte Widgets, etwa zur Anzeige des aktuellen Horoskops, von Börsenkursen etc. an. Die Auswahl hält sich derzeit noch in relativ engen Grenzen, allerdings wollen die Betreiber weitere 3rd Party Widgets integrieren. Lokalisierung spielt für ein solches Projekt eine wichtige Rolle: im Gegensatz zu den meisten us-amerikanischen Start-Ups setze Symbaloo seit Beginn an auf Mehrsprachigkeit, wobei lokalisierte Inhalte und Seitensprache getrennt gewählt werden können.

Auch wenn Symbaloo gewiss keinen innovativen Durchbruch darstellt, so weiß die Seite doch durch schnelle Ladezeiten, nette Zusatzfeatures wie Kontaktverwaltung und hohe Flexibilität zu gefallen. Public Desktops fügen eine soziale Komponenten hinzu: registrierte User dürfen öffentliche Tabs freigeben, die andere User dann wieder in ihr Symbaloo-Setup einbinden können. Genau dieses Features bereite Online-Marketeers große Freude: denn wer sich die Zeit nimmt, eine gut sortierte Themenseite zum eigenen Fachgebiet zusammenzustellen und dort auch Links zu eigenen Projekten unterbringt, darf sich über umso mehr netten Zusatz-Traffic freuen, je populärer Symbaloo wird. Die Chancen dafür stehen durchaus gut, denn die derzeit noch vollkommen werbefreien Webstart-Applikation erfreut sich in den letzten Wochen zunehmender Beliebtheit – von einem Massenphänomen zu sprechen, wäre allerdings verfrüht, aber auch das könnte sich ändern.

Vom Online-Marketing haben die Symbaloo-Macher jedenfalls Ahnung: ein mir unbekannter User hat – was mich natürlich sehr freut – datenschmutz als erster seiner Symbaloo-Seite hinzugefügt. Ich erhielt darauf ein E-Mail mit der Aufforderung, ein Symbaloo-taugliches Icon beim Betreiber zu hinterlegen. Meine Kontaktdaten sind im ds-Impressum in maschinenlesbarer Form hinterlegt, trotzdem war ich durchaus überrascht über diese recht schlaue Form der viralen Verbreitung – denn erst über diese Notification habe ich Symbaloo kennen gelernt und in weiterer Folge dieses Posting verfasst :mrgreen:

Blogistan Panoptikum KW37 2008

illu-kroKaum zu glauben, dass ich letzte Woche noch in Pula war – 10 Grad statt 33, herbstliche Trostlosigkeit und Dauerregen statt Wasserspritzern und Salz auf unserer Haut… ich kann’s schon jetzt kaum erwarten, im Mai wieder nach Kroatien zu fahren. Westösterreich ist zwar auch nicht schlecht (obwohl mich das Heiligenbluter Glocknerlamm-Fest heute wirklich nicht vom Hocker gerissen hat), aber eine Bachforelle ist bloß ein schwacher Ersatz für frischen Branzino. Doch genug gejammert, wenden wir uns dem Wochengeschehen zu!

Herzliche Gratulation an Soup.io und Tripwolf: die beiden österreichischen Start-Ups haben es ins Finale des Seedcamp geschafft! Da kann nur hoffen, dass die Financiers des Seedcamp nicht mit den Lehmann Brothers in geschäftlicher Beziehung standen :mrgreen:

SEO-News der Woche

Wenig überraschend dominierte das Thema OMD, die ich leider urlaubsbedingt auslassen musste. Der Iceblog lobt das Networking und kritisiert die sanitären Anlagen, Scuhmaschinen News war vom Kontaktknüpfen ebenfalls mehr angetan als von der Organisation. Andreas Roth findet den SEOnaut undankbar, Baynado traf alte virtuelle Bekannte, SEOMaxx hat ein paar Pix von freshen Messehostessen und Florian Stelzner hat einen ausführlichen dreiteiligen Review geschrieben – falls die OMD nächstes Jahr nochmal stattfindet, bin ich auf jeden Fall dabei.

Eigener Blog auf SEOigg: SEOigg ist sowieso mein deutschsprachiges Lieblings-News-Portal, und diese Woche kündigte Mario an, dass er auf Anfrage Bloghosting auf der Domain zur Verfügung stellt:

Wer also Interesse daran hat, kann dieses entweder per Mail bei mir bekunden oder aber auch in den Kommentaren schreiben. […] Wer jetzt gleich die $$$ Zeichen in den Augen hat und hier Kredite ohne Schufa oder ein Tagesgeldkonto verkaufen möchte, den muss ich leider enttäuschen. Die Blogs sollten sich natürlich mit dem Thema SEO oder Onlinemarketing beschäftigen und werden regelmäßig überprüft.

Selbsterhaltung: Martin Waiss hat einen sehr lesenswerten Beitrag über zirkuläre Strukturen in der Blogosphäre verfasst – Ketzer-Alarm! :mrgreen:

Das zeigt uns m.E. nach einmal mehr, dass die gesamte Blogosphäre ein “Sich-selbst-tragendes-Medium” ist, das ohne die unerschöpfliche Kernaktivität der Beteiligten und Involvierten selbst praktisch KEINEM fehlen würde, was man nach wie vor sehr gut daran sieht, wie viele “Enduser / Normalosurfer” mit dem Begriff “Blog / Bloggen” auch wirklich was anfangen können …

Googles Gaudi: Es war nur eine Frage der Zeit, bis Google beginnt, Audio-Inhalte zu indizieren. Das neueste Produkt aus den Labs nennt sich Gaudi und will durch Audio-to-Text Funktion Videos und Sprachaufzeichnungen durchsuchbar machen. [via SEO-Handbuch.de]

Twitter-News der Woche

Dass Twitter eine feine Quelle für organischen High-Conversion Traffic ist, wissen heavy user des beliebtesten aller Microblogging-Services schon längst. Schlüssel zum Erfolg ist im Fall des munter zwitschernden Vögelchens die Zahl der Follower, und genau aus diesem Grund werden reine Marketing-Accounts niemals funktionieren. Wer Twitter erfolgreich im Web 2.0 Marketingmix einsetzen möchte, sollte sich tunlichst *vorher* überlegen, was er all den Lurkern Konsumenten da draußen eigentlich erzählen möchte. Eine smarte Hilfestellung für effizientes Power-Twittering ist Twitterless, ein Statistik-Service zum genauen Tracken der eigenen Followers. Alleinstellungsmerkmal: Twitterless gibt Laut, sobald ein eigener Follower sich verabschiedet – ein Feature, das man bislang schmerzlich vermisste. Kann also nicht mehr lange dauern, bis wir die ersten Kreuz-Korrelationen zwischen Tweet-Inhalt und Penetranzfaktor präsentiert bekommen. Twitterless steckt derzeit in der Betaphase, wer einen Key möchte, musst dem zugehörigen Twitter-User tless – erraten: followen.

Wort der Woche: serienmonogam

Danke, Kleine Zeitung vom 21. September: im Beitrag “Die Ehe an sich macht nicht glücklich” bin ich auf das Wort der Woche gestoßen: serienmonogam. s-e-r-i-e-n-m-o-n-o-g-a-m! Gemeint ist damit der sexuelle Treuemodus von nicht-enthaltsam One-Night-Ständern: wer keine zweimal knallt den Austausch von Körperflüssigkeiten auf unique Events beschränkt und/oder statt zu heiraten die fixe Freundin immer dann auswechselt, wenn Langweile droht, der oder die lebt serienmonogam. Mindestens so erschütternd: der gemeine Durchschnittsmann starrt täglich 16 Minuten lang (fremden) Frauen hinterher und bewältigt in dieser Zeitspanne schmutzige Fantasien mit 8 verschiedenen Gespielinnen. Dafür investiert er insgesamt 6 Monate seines Lebens, Frauen dagegen stieren laut Statistik, obwohl sie zwei bis drei Jährchen länger leben, insgesamt gerade mal 4 Wochen lang den Objekten ihrer unanständigen Begierden nach.

Video der Woche

Der neueste Commoncraft-Spot entmystifziert das us-amerikanische Wahlsystem: äußerst praktisch für alle, die mit minimalem Bildungsaufwand qualifiziert bei der Obama-vs.-McCain Debatte mitschnaken möchten! [via Max]

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Das war’s auch schon wieder – somit bleibt mir nur mehr, der hochverehrten Leserschaften einen unvorstellbar entspannten Restsonntag zu wünschen: wir lesen uns am Montag!

Blogistan Panoptikum KW27 2008

wrbÜberzeugte Frühstücker hatten heute erstmals Gelegenheit, im WerkzeugH am Betafrühstück teilzunehmen. Nutella wurde bereitgestellt, das ist bekanntlich schon mal die halbe Miete – wobei ich sagen muss: das beste (Kater)Frühstück seit langem hab ich im Aiola City in Graz bekommen: nix geht über Satai-Spießchen mit Kürbischutney, Kernöleierspeise und Roastbeef von extrem glücklichen steirischen Rindern. Dass dieser Wochenrückblick so essens-fixiert beginnt, mag durchaus auch an dem fantastischen Lammfilet liegen, das ich von Roman bekommen habe – und an meinen ziemlich zufriedenstellenden Experimenten in der heiligen Kunst der Gnocci-Herstellung. (Gepriesen sei der Weizengries!). Und bevor ich mich den Safrannudeln mit Hühnerfilet, Bohnen und Chilis sowie der Panna Cotta mit marinierten Erdbeeren widme, möchte ich noch eine Wette abschließen: wo zwei oder drei Geeks zusammenkommen, da wird dieser Tage übers iPhone gesprochen oder: nichts schweißt Individualisten lieben die Uniformierung.

Die Reputation messen

Harris Interactive hat ein Messgerät entwickelt, mit dem sich laut Eigenangaben die Reputation einer Firma messen lässt. Fuellhaas hat die Faktorenmatrix detailliert beschrieben. HI hat auch gleich eine Liste der Top-Companies erstellt: Platz 1 belegt Tante G: so klaffen also Wahrnehmung und Realität einmal mehr weit auseinander… Wenig überraschend ist übrigens die Schlussfolgerung aus der Untersuchung:

Die Umfrage von Harris Interactive hat eine deutliche statistische Verknüpfung zwischen einer guten Reputation und der Wahrscheinlichkeit, dass Konsumenten Produkte eines Unternehmens kaufen oder weiterempfehlen, gezeigt. Im Weiteren lassen sich aus den Bewertungen Rückschlüsse ziehen, welche Faktoren für die Konsumenten am wichtigsten sind.

Krochavideo der Woche

Auch vor den USA macht die neuste Wiener Jugendkultur nicht halt – schwere Zeiten für Hip Hop und alle anderen Ghetto-Styles also!

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Wer zur Abwechslung mal gute Musik hören will, werfe einen Blick auf myspace: Stefan Oberthaler aka Keyminator hat unter einer CC-Lizenz einen Remix von Gilberto Gils “Bandalarga” gemacht und auf seiner Page veröffentlicht. Anhören wird dringend empfohlen!

Wo war Matt 2008?

Mit seinen Tanzvideos hat Matthew Harding in den vergangenen Jahren Furore im Internet gemacht: er reist um die Welt und nimmt sich selbst beim Tanzen an teils abgelegenen, teils skurrilen, teils einfach nur wunderschönen Kulissen auf. Wie das aussieht, zeigt dieses sehr gelungene 2008er Video [via Ulrich]:

SEO-Rundblick

Wikipedia macht extrem viel Sinn für SEO, da bin ich ganz Fabians Meinung. Okay, zugegeben: wie der Begriff verrät, richtet sich SEO an Engines, nicht an Human User… aber wer immer noch auf dumme Algorithmen setzt, statt die eigenen Aktivitäten auch mit SMO zu kombinieren, hat vor lauter Pagerank-Geilheit schon vergessen, dass ganz “normaler” organischer Usertraffic nicht ein Faktor unter vielen, sondern das Ziel ist; nofollow hin oder her. Dass seit längerem die Legende kursiert, Big G werte die Wikipedia-Links trotzdem, dürfte außerdem meinen Beobachtungen nach stimmen – aber sicher kann man sich da bekanntlich nie sein – der Artikel fasst jedenfalls alle wesentlichen WP-“Benefactors” elegant zusammen.

Währenddessen desillusioniert Sistrix: Pagerank-Sculping ja, aber bitte richtig – anscheinend wertet G nur den ersten Linktext. Die Seokratie pflichtet da übrigens bei. Und Semplicity berichtet, dass Google endlich Flagge, äh, Keywordhäufigkeit respektive Suchvolumen, derzeit wohl nur testweise bei einigen Accounts, anzeigt – mal gucken, wie lang das so bleibt.

Twitter going downhill?

Earl hat seine beliebte Twitter-Blacklist geschlossen und konzentriert sich fortan voll und ganz auf Identi.ca. Downtimes und Spam machen dem müden Wal in letzer Zeit ganz schön zu schaffen – Identi.ca dagegen basiert auf Open Source Technologien und wird daher zukünftig diverse Widrigkeiten im bewährten Crowdsourcing-Verfahren viel effektiver lösen, so Earle. Ich behalt vorerst nur mal Twitter im Auge… zwei parallele Kurznachrichten-Feeds sind zu stressig. Auch wenn mein Client ständig präventiv meint: “Posting to twitter *should* work again. Sorry if you experienced any problems!”

Chuck “Supermario” Norris

In Amerika erzählt man sich die folgende Legende: “A blind man once stepped on the foot of Chuck Norris and instantly was able to see again. Sadly, the first, last, and only thing the man ever saw was a fatal roundhouse kick to the face.” Es heißt auch, Chuck Norris habe seinen WoW Charakter (einen Allianzhorde Hexer-Ingeneur-Priester-Kämpfer-Schurken) schon lange vor the Burning Crusade auf Level 999 hochgespielt – gewiss ist indes nur, dass die seltsamen Schildkröten im Super Mario Land nix zu lachen haben, wenn sie ge-chuck-norrised werden:

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So, nun zu den letzten, entscheidenden Fragen der Woche, wie etwa: “Wer war zuerst da – Batman oder die älteren Götter?” Selbstverständlich kennten das Netz die Antwort – na raten Sie mal.

Twitter und die Feedbackschleife

twitterquotientGruppendynamik, Systemtheorie, Sprachgestus, Eigenwahrnehmung, Verhaltensanalyse, Typenzuordnung, Kommunikationsquotient, emotionale Intelligenz, Selbst- und Fremdbild… sind die Arbeitsfelder von Kommunikationsberatern unterschiedlichster Couleur. Eine breite Skala zwischen dem jämmerlichen NLP und spaßigen Outdoor-Kletterübungen schult und sensibilisiert, wird aber per sofort überrollt vom Twitter Quotienten: denn der stellt völlig “unbiased”, frei von jeglichem kulturellen Background und allfälligen Animositäten, eine erschreckend schonungslose Diagnose.

Microblogging liefert nämlich nicht nur 140 Zeichen, sondern auch die volle Persönlichkeitsanalyse, wie ich von Metty (natürlich aus einem tweet) erfahren habe. Und die deprimierende Wahrheit folgte auch gleich auf den Fuß: Max wird weniger gehasst als ich, weil und er twittert viel häufiger. Allerdings ist er auch dran schuld, dass Twitter so häufig down ist:

twitter-index

PS: Das Favorite-Concept halt ich für überschätzt… aber der schlechteste Trafficbringer ist Twitter nicht gerade….

100 Clicky Pro-Accounts gratis

clickylogoClicky, mein Lieblings Webstatistik-Tool, unterscheidet sich in einigen Punkten gravierend von Google Analytics: anstelle der stundenlangen Zeitverzögerung gibt’s alle Statistiken in Echtzeit. Das übersichtliche User-Interface macht das Absurfen der eigenen Zugriffsstatistiken zum Vergnügen – und die sauber gelöste WordPress-Integration via Plugin ist für Blogger ein zusätzlicher Pluspunkt.

Ich hab mich seinerzeit beim Launch für eine Testaccount registriert und war anschließend so angetan von dem schlanken und flotten Interface, dass ich mir gleich mal einen Jahreszugang für die Professional Version zugelegt habe, denn damit kann man im Gegensatz zum Blogger-Account beliebig viele Seiten tracken. Das zahlt sich definitiv aus – ohnehin weiß nur der Geier, was Google mit den Analytics-Daten so alles macht. Doch wer sich die paar Dollar sparen will, sollte im Juli einen näheren Blick auf Clicky werfen, denn die Betreiber verschenken 100 Pro-Accounts. Wer Clicky also zwölf Monate lang gratis nutzen möchte, schreibt einen mindestens 300 Wörter langen Review inklusive Screenshot und sagt anschließend Sean via Kontaktformular Bescheid. Wer mehr als 100 Besucher pro Tag hat, bekommt einen Pro-Account (regulärer Preis für 12 Monate: 60 Dollar), wer darunter liegt staubt einen Blogger-Account (Jahrespreis: 24$) ab. Für einen gratis Pro-Account muss man allerdings den Clicky-Tracking-Code installiert haben, um die Besucherzahl zu verifizieren.

Der Echtzeit-Spion

Alleinstellungsmerkmal von Clicky ist der sogenannte “Spy” dieser live aktualisierte Feed zeigt in Echtzeit die Zugriffe auf die eigene Homepage an: wenn also mal wieder nix Brauchbares im Fernsehen läuft, kann man live nachsehen, wie die Besucherfluten über den eigenen Server hereinbrechen :mrgreen:

clickyscreen

Über Referrals durch Suchen mit den verschiedenen Engines (Yay! Ich hatte heute 1,5 Prozent Traffic von Yahoo und 0,3 von Google.ru!) gibt Clicky ebenso bereitwillig Auskunft wie über die Visitors samt Stadt, Land und Referrer plus Systemdaten (Bildschirmauflösung, Browser etc.). Zu jedem Visitor gibt’s eine Detailpage, auf der dessen Actions und alle bekannten Daten verzeichnet sind. All diese Parameter und einige mehr fasst das frei anpassbare Dashboard auf einen Blick zusammen, für Archivzwecke oder Präsentationen lassen sich alle Daten als CSV- oder XML-Dateien problemlos exportieren. Größter Bonus gegenüber Google ist meiner Ansicht nach neben der erwähnten Echtzeit-Analyse die sympathische und schlanke Benutzeroberfläche – selbst wenn man im Juli keinen Pro-Account abstauben kann, sind die 24$ bzw. 60$ pro Jahr für jeden Webmaster einen lohnende Investition – so let’s get Clicky.

Buchempfehlung: Mario Fischer – Website Boosting

Die aktuellsten SEO-Infos findet man naturgemäß online – trotzdem erspart ein kompetentes Kompendium vor allen EinsteigerInnen jede Menge Googeleien und allfällige Irrwege. Marios Fischers “Webseite Boosting”, erschien bei mitp, erspart dem Käufer jegliche Schwafeleien und fasst auf 450 Seiten knackig und leicht verständlich zusammen, was Sache ist.

Ohne übermäßig polemisch werden zu wollen: gerade im e-Commerce Bereich sind Bücher, deren Inhalt mehr verrät als der Untertitel, eher rar gesät. Außerdem gelingt es wenigen AutorInnen, die komplexe Materie aus Technologie, Vertrieb und gesundem Menschenverstand so zu präsentieren, dass weder Theorie noch Praxis zu kurz kommen. Ein gelungenes SEO-Buch muss beide Seiten der Medaille präsentieren, denn so etwas wie eine Punkt-für-Punkt Checkliste gibt es nicht, zu sehr unterscheiden sich die einzelnen Werbestrategien je nach Themengebiet, Budget und langfristiger Strategie. Um die Vermarktung der eigenen Web-Aktivitäten sinnvoll planen und Online-Marketing Kosten seriös einschätzen zu können, ist ein gewisses Grundverständnis der Google’schen Funktionsweise ebenso unterlässlich wie Kenntnis der technologischen Möglichkeiten und Grenzen. Dass in einem SEO-Lehrbuch auch Praxis-Tipps nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst – und in beiden Bereichen weiß Mario Fischers Kompendium zu überzeugen.

Nach einer allgemeinen Einleitung, in der die Spezifika das viralen Marketing erklärt und essentielle Konzepte erläutert werden, klopft der Autor gängige Tools wie Newsletter, RSS-Feeds, Weblogs etc. auf ihre Marketing-Tauglichkeit ab. Im Suchmaschinen-Teil erklärt Fischer dann sowohl die Essentials zu bezahlter Werbung als auch die wesentlichen Erfolgsfaktoren und Traffic-Quellen. Technologisches Hintergrundwissen und die die Vorstellung zahlreicher Tools runden dieses Kapitel ab. Der dritte Teil widmet sich dem “Steuern von Besucherströmen” und enthält wertvolle komprimierte Erkenntnisse aus dem Bereich conversion-optimierte Usability. Im abschließenden Abschnitt geht’s um die Auswertung der ganzen Bemühungen mit Hilfe dienstbarer digitaler Geister wie Analytics; Punkt-für-Punkt Checklisten sorgen dafür, dass auch wirklich an jedem Schräubchen gedreht wird.

Wer selbst im Bereich SEO/Viral Marketing arbeitet, wird dem Autor hohe Sachkenntnis bestätigen. Zwar kann kein Buch die laufende Recherche ersparen, schließlich ist das Netz ein Medium in rasantem Wandel. Als Unterlage im didaktischen Bereich oder als Einstieg in ein komplexes Thema kann ich Website Boosting. Suchmaschinen-Optimierung, Usability, Webseiten-Marketingwebsite boosting allerdings uneingeschränkt empfehlen: von Treppen in den Google-Olymp bis hin zu den Stolperfallen am Weg zum Online-Reichtum bietet Mario Fischers Buch einen tollen Einstieg – die dreißig Euros sind gut investierte Kohle.

Update:

Als tagesaktuelle Info-Ergänzung zum Buch betreibt Mario Fischer auch ein Blog, in dem er sich mit für jeden Webworker spannenden Fragen wie Warum werden Webseiten nicht getestet? oder mit Themen wie dem sagenumwobenen Google Algorithmus bzw. dem Stellenwert des Pagerank befasst; das Blog hatte ich bisher übersehen, bin soeben durch den untenstehenden Kommentar des Autors drauf aufmerksam geworden; und der Feed (leider nicht im Volltext verfügbar) ist soeben in meinem Reader gelandet.

Das ist die Macht der Duplikation!

Weitgehend unkommentiert möchte ich diese spannende Pressemeldung zum Thema “Social Network Marketing” stehen lassen… aber lesen Sie selbst.

…ging Mitte März das US-amerikanische Portal *** in die Beta-Phase. Dieses neue Social-Network wird eine Revolution werden. Es soll den bekannten Plattformen, darunter auch XING das Wasser abgraben. Das Neue bei dieser Markteinführung ist, dass *** zur Mitgliedergewinnung das Prinzip des Network-Marketing anwendet. Eine Art Mund-zu-Mund-Werbung. Für die Gewinnung neuer User verteilt *** 80% der zukünftigen Werbeeinnahmen an die aktiven Mitglieder. Fleißige Werber bekommen natürlich mehr ab, dies regelt ein sog. Marketingplan.

Aha. Marketingplan ist bekanntlich der mittlere Vorname des Cheap Chief Affiliation Officers.

Die Mitgliedschaft ist natürlich kostenlos. Die einzige Bedingung, um an den Einnahmen partizipieren zu können ist, dass man volljährig ist und sich innerhalb eines Monats 30 Mal auf der Seite einloggt. *** berichtet in einer Meldung, dass ein 66-Jähriger in wenigen Wochen über 2.500 Menschen in seine Gruppe bekommen hat, indem er es ein paar Freunden erzählte, diese den Video auf der ***-Homepage angeschaut haben und diese es wiederum ihren Freunden erzählten. Das ist die Macht der Duplikation!

Respect the power of duplication! Vielleicht sollt ich’s auf datenschmutz auch so machen und die “Macht der Duplikation” einsetzen, hehe.

Der Erfolg zeichnet sich bereits ab. Bei Alexa kann man dies leicht ablesen: Innerhalb sechs Wochen stieg der Traffic von Null auf 7 Mio Zugriffe pro Tag an. Zum Vergleich: Webnews hatte im letzten Jahr gleichmäßig ca. 5 Mio Zugriffe, XING ca. 40 Mio. Für mehr Erfolg muss die *** Seite natürlich auch noch kräftig an Ihrem Design und an den Funktionen arbeiten, will sie mit YouTube & Co. konkurrieren.

Ja dann bleibt nur zu hoffen, dass Xing nicht allen, die sich mindestens 30x täglich einloggen, eine Gratis-Premium-Mitgliedschaft anbietet, sonst wird’s erst wieder nix mit dem Alexa-Traffic… jedenfalls ist eine neue eierlegende Social-Network Sau genau das, worauf die Netzwelt gerade wartet. Oder? Einen Lacher wert ist jedenfalls der Slogan: Make friends. Make money. Make Sense… da fällt mir ein neuer datenschmutz-Slogan ein: Undo friendship. Do dirt. Get retarded.

Myspaceface auf Boingboing

Früher hieß es noch “you’ve been slashdotted”, mittlerweile wird man ge-boingboingt, was den Traffic betrifft. monochroms myspaceface-Performance von den letztjährigen Big Brother Awards dürfte mit der Veröffentlichung auf bb schlagartig eine weltweit Audience erreichen – zu Recht, der Clip ist wirklich grandios!

Gratulation an die monos, hier geht’s zum BoingBoing Vidcast:

An original musical production about social networking and your personal privacy, by Austrian art-pranksters monochrom, with Jonathan Mann aka GameJew. Performed at the Austrian Big Brother Awards, where online rights advocates honor “government agencies, private companies and individuals who have excelled in the violation of our privacy.”

Die ungekürzte Version gibt’s auf monochrom.at. Da bleibt nur mehr zu sagen: Meet us here on myspaceface!

Das Uri Geller Prinzip und 2 Gedichte

Uri Geller, der Esoteriker ohne Ablaufdatum, bewegt Löffel, Tische und Massen. Die Frage, wozu Esswerkzeuge unbedingt mit Gedankenkraft verbiegen muss, wenn man dazu auch seine Hände benutzen könnte, wollte man sie denn überhaupt verbiegen, stellt zum Glück niemand. Und auch die Motivation eines so begabten Superheroes, sich immer wieder aufs Neue der Skepsis des Publikums zu stellen, nicht.

Aber Pro7 wird dem generationenverbindenden Stammtischliebling sicherlich einen ordentlichen Gehaltsscheck ausstellen, daran dürfte ausnahmsweise niemand zweifeln. Aber könnte Uri mit seiner Gedankenkraft nicht mal was Vernünftigeres machen? Ja, kann er. Denken sich einige BloggerInnen und starteten ein faszinierendes Experiment, das jeden Skeptiker schnell von den unvorstellbaren medialen (nein, das ist nicht doppeldeutig gemeint) Fähigkeiten des genialen Selbstvermarkters überzeugt. Aber sehen Sie sich selbst vom Unerklärlichen:

URI   GELLER   RULED.

Denn dank der aktuellen Show avancierte Uri Geller sogar zum aktuellen Fast-Win Hype #1 im Deutsch-Blogistan. Eigentlich wollte ich mich einmal der Traffic-Hurerei entziehen, aber The Next Uri Geller zwingt mich, das beste Löffelverbieger-Gedicht des 21. Jahrhunderts hier zu zitieren. Originalquelle leider unbekannt!

Zieht´s euch beim Brunch die Wurst vom Teller,
ist schuld daran der Uri Geller.
Wird´s am frühen Morgen heller,
Klare Sache… Uri Geller
Geht´s in der Aldi-Schlange schneller
zaubert wieder Uri Geller.

Dem möchte ich allerhöchstens noch hinzufügen:

Wenn Blogtraffic vorne juckt und hinten beißt,
nimm Klosterfrau Melissengeist!
Doch juckt er hinten, beißt er vorne,
rotiert Analytics wie ein Propeller:
spürst du im Log die Voodoo-Dorne…
dann hilft dir sicher Uri Geller,
er holt die Zahlen aus im Keller.

Ach ja, wer tatsächlich “unbegreiflicherweise” an der Geschichte des Phänomens Geller interessiert ist, der/dem sei dieser großartige Spiegel-Artikel ans Herz gelegt, Zitat:

Der Magier James Randi etwas liefert sich seit Jahrzehnten eine Privatfehde, nachdem Geller ihn für die Behauptung verklagt hatte, dass einer seiner Tricks von einer Cornflakes-Packung stammen würde. Die Packung konnte tatsächlich aufgetrieben werden, und Geller verlor den Prozess.
[…]
Kürzlich wehrte er (Uri Geller) sich erfolglos gegen die Veröffentlichung eines Videos, in dem deutlich zu sehen ist, wie er sich beim israelischen Original von “The next Uri Geller” einen Magneten über den Finger schiebt, bevor er auf scheinbar wundersame Weise eine Kompassnadel zum Ausschlag bringt.
[…]
Doch all dies konnte bis heute seine Popularität nicht brechen – darin besteht das eigentliche Phänomen Uri Geller. Trotz aller Entzauberung hat er es immer geschafft, im Gespräch zu bleiben: sei es als Teilnehmer der englischen Variante des Dschungel-Camps (Geller wurde als erster rausgewählt), oder mit der dreisten Behauptung, er habe unmittelbar am Ende des Kalten Krieges mitgearbeitet, da er einem russischen Unterhändler mit positiver Energie bombardiert habe, damit dieser dem Abrüstungsvertrag zustimmt.

Wer’s ausführlicher erklärt haben möchte, bekommt die genauen Hintergründe bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.. Ich persönlich bin ja wirklich ein riesiger Fan von Zauberkünstlern, und wie schon Meister Foerster, der ja selbst im Umfeld bekannter Salonzauberer aufwuchs, schon mal sinngemäß so treffend bemerkte: es geht um eine gezielte Täuschung der Wahrnehmung – ob dabei Magie im Spiel ist, macht für den Betrachter, der ein bestimmtes Phänomen (ob eben aufgrund “magischer” Einflüsse oder bloß nicht bekannter Faktoren) einfach nicht in sein oder ihr Weltbild einordnen kann! Oder, wie Heinz von Foerster in einem Vortrag von 1990 in seiner unnachahmlich eleganten Art sagte:

Mag sich der Naive einbilden, Magie erklären zu können. Magie kann nicht erklärt werden, Magie kann nur praktiziert werden, wie Ihnen bekannt ist.

Im Fall von Geller wundert nur auf den ersten Blick, dass er ein derart unsportlicher Verlierer ist und nach so unwiderlegbarer “Entzauberung” immer noch fest und steif behauptet, übersinnliche Kräfte zu haben, anstatt sich als kompetenten Salonzauberer zu präsentieren: nur so bleibt er im Gespräch.

Von Werbung, Plattformen und Direktverkäufen

Das Thema Werbung in Blogs wird in Bälde zu einem beträchtlichen Teil über Tauschbörsen abgehandelt werden; Bernd und ich haben voriges Jahr bei departure und Zit derartige Projekte eingereicht, aber leider kein Geld bekommen. Der Businessplan liegt fertig im Schrank, ein Prototyp ist bereits programmiert, mal sehen, ob und wie wir die Sache ohne Fördergelder ins Laufen bekommen… ich musste jedenfalls gerade dran denken, als ich Michael Wöhrers Artikel über eine Börse zur Vermittlung von Werbekunden gelesen hab:

Ich stell mir vor, dass ich bei einer Webseite kostenlos mein Blog anmelden kann. Dabei mache ich allgemeine Angaben über das Blog und ggf. noch Daten zum durchschnittlichen Traffic der letzten 3 Monate (Besucher und Seitenaufrufe). Dann gebe ich an, welche Werbeformen ich anbiete: Textlinks, Banner, bezahlte Beiträge, etc. Zu den einzelnen Werbeformen kann ich dann Details angeben: Größe, Platzierung, auf welchen Seiten erscheint Werbung, Preis.

Also á la Adbrite sozusagen – und in dieser Richtung existiert für den deutschsprachigen Raum in der Tat keine einzige akzeptable Lösung – Adsix geht zwar in diese Richtung, scheint aber einfach nicht den nötigen Drive bzw. die kritische Masse zu erreichen.

Robert nimmt da die Dinge lieber gleich selbst in die Hand und stellt ein geniales Modell vor: Leser werben Bannerschaltungen und bekommen dafür 33% Provision, der Basic Thinker nickt die Werbung ab und lässt den Rest bottom up entscheiden. Ein konsequenter Web 2.0 Ansatz, der Robert auch sicherlich glücken wird: Basicthinking.de hat inzwischen den Status eines Fachmagazins erreicht und eine Größe, die derartige Aktionen möglich und sinnvoll macht.

Prinzipiell spricht aber nichts dagegen, ein derartiges Modell auf ein ganzes Netzwerk von Blogs auszudehnen – und dann ist da noch so ein Gedanke, der mir schon länger nicht mehr aus dem Kopf geht: Werbung verkaufen ist ja fein, aber Werbung schalten ist auch nicht übel – womöglich wollen Blogger ja auch letzteres. Also warum nicht gleich tarnen und täuschen verkaufen und tauschen? Wirklich schade, dass departure unser Projekt nicht innovativ genug fand… aber andererseits: aus den Augen, aus dem Sinn scheint das Motto der Förderstelle zu sein, denn der letzte Eintrag des skurrilen Lifestyle Advertising Blogs mit dem Titel Lifestyle Advertising: Das Framework (Teil 1) stammt vom 14. November… also falls hier zufällig ein Venture Capitalist mitliest: wir hätten da was in der Schublade! Details nach NDA