Willkommen beim sonntäglichen Blogistan-Panoptikum, diesmal quasi live aus Dorfgastein. Coolerweise hat Kerstin, die Tochter des Hauses Kirchenwirt, endlich wieder eine Bar aufgesperrt, und zwar direkt beim Schwimmbad. Eine Alternative zur Kuh-Bar, meiner persönlichen Vorstellung von Party-Apokalypse, war sowieso längst überfällig - und ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, in DoGa einen erstklassigen Mojito serviert zu bekommen. Morgen geht's auf den Berg, aber vorerst noch die Blogosphären-News der Woche:
Schon so mancher hat sich gewundert, warum Big G den vor längerer Zeit erworbenen RSS-Aggregator Feedburner als eigenständiges Service weiterleben ließ, anstatt ihn ins eigene Service-Portfolio zu integrieren. Nun denn, die Verwunderung fand letzte Woche ihr jähes Ende: die Seite wird zukünftig Teil der Google-Services. Genauere Hintergründe zur Migration und der damit einher gehenden AdSense-Integration erfährt man auf Burning Questions, dem ehemals offiziellen Feedburner-Blog:
Following on the footsteps of this account migration, FeedBurner will start to look and feel more like a set of Google services, and we will be completing much tighter integration into other Google services such as Google AdSense. (If you are a feed advertiser, don't worry: we have some happy surprises coming for you as well, and if you are an advertiser who is not yet a feed advertiser, you too shall be blessed with good fortune.)
Wer das MyBrand Feature nutzt, muss Updates an der DNS-Konfiguration vornehmen, die Infos dazu sollten dieser Tage via Mail eintrudeln. Liest man das letzte Posting der Macher, so drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, dass die Betreiber der Plattform nicht übermäßig glücklich über die Zäsur sind - mal sehen, ob Google es schafft, FeedBurner sinnvoll weiter zu entwickeln, oder ob die Plattform vor sich hin dümpeln wird.
Und nicht Kleider. Aber Tweets machen jetzt auch Kleider, und zwar mit wenigen Klicks. Und das kommt so: Michi Kamleitner hat letzte Woche sein neues Mash-Up Tweetshirt gelauncht:
It’s pretty self-explanatory, just enter your Twitter-username, and choose the tweet you want printed on a shirt from your recent & favorite tweets.
Auf Fullfilment-Seite stehen Zazzle und die TShirtAG Printer bei Fuß - tja, so schnell kann's gehen und schon trägt man ein Unikat auf der Brust! Nette Idee, denn natürlich sieht das ganze gleich viel geekiger aus als ein simpler Slogan. Und notfalls kann man ja vorher noch das passende Tweet selbst rausschicken!
Nicht, dass es sich um eine Neuigkeit handelte: wer sich mit Online-Security und Kryptographie beschäftigt, stößt unweigerlich eher früher als später auf den Namen Bruce Schneier. Der amerikanische Sicherheitsexperte veröffentlicht seit mehreren Jahren seinen Crypto-Gram Newsletter, der sich durch hochkompetenten Umgang mit einem sensiblen Thema auszeichnet. In der aktuellen Ausgabe findet sich ein hochinteressantes Editorial zum Thema "Helping the Terrorist":
Let's all stop and take a deep breath. By its very nature, communications infrastructure is general. It can be used to plan both legal and illegal activities, and it's generally impossible to tell which is which. When I send and receive e-mail, it looks exactly the same as a terrorist doing the same thing. To the mobile phone network, a call from one terrorist to another looks exactly the same as a mobile phone call from one victim to another. Any attempt to ban or limit infrastructure affects everybody. If India bans Google Earth, a future terrorist won't be able to use it to plan; nor will anybody else. Open Wi-Fi networks are useful for many reasons, the large majority of them positive, and closing them down affects all those reasons. Terrorist attacks are very rare, and it is almost always a bad trade-off to deny society the benefits of a communications technology just because the bad guys might use it too.
Ein Abo des Newsletters kann ich uneingeschränkt empfehlen - hier geht's zur Anmeldeseite.
Manche optimieren nach Schema F, andere vertrauen auf die Kraft der Foren und Big G straft sich in bester katholischer Tradition gleich mal partiell selbst ab, um die Sünden der SEOs auf sich zu nehmen. Aber ob hinter jeder unsinnigen Meldung wirklich ein Masterplan steckt, wage ich nicht zu beurteilen.
Nein, hier wird nicht gesungen - vielmehr soll der neue Meta-Tag "canonical" den großen Suchmaschinenanbietern helfen, die Duplicate Content Problematik(en) in den Griff zu kriegen. Alles Wissenswerte dazu findet man bei Thomas Zeithaml:
Das HTML Tag wird ähnlich wie das
Bereich der Webseite definiert. Die Syntax lautet wie folgt:Tag im <link rel="canonical" href="http://www.example.de/product_info.php" />
Hier wird also einfach die Seite ohne Parameter angegeben, die für Google als eindeutige URL gelten soll. Für Wordpress, Drupal und Magento gibt es bereits schon Plugins die dieses Tag berücksichtigen.
Bleibt wohl nur zu hoffen, dass Cpt. Canonical mehr Erfolg beschieden ist als seinem kleinen Brüderlein nofollow!
Was tun bei Content-Klau? Da Inspektor Columbo nur Morde untersucht und Monk anderweitig beschäftigt ist, muss man wohl oder übel selbst aktiv werden. Wie das sinnvollerweise geschehen kann, erklärt Torsten Maue in einem lesenswerten Beitrag. Im Ernstfall ist jedenfalls Kontaktaufnahme die erste Waffe der Wahl:
Da ich selbst betroffen bin zur Zeit, hab ich den Webmaster angeschrieben und um Entfernung gebeten, das ganze in Verbindung mit einer angemessenen Frist. Erst wenn da nichts geschieht werde ich das ganze meiner Anwältin überreichen. Viele werden sicher schon bei Androhung von rechtlichen Schritten der Entfernung der Inhalte Folge leisten. Man braucht also nicht sofort mit der großen Anwaltskeule loszuschlagen - kann man natürlich.
Dass ein immer größerer Anteil der Google-Nutzer eingeloggt surft und persönliche Ergebnisse serviert bekommt, wird das SEO-Business mit Sicherheit nachhaltig verändern. Und zweifellos ist die Wissenschaft von der Manipulation des Users eine komplexere als die von der Beeinflussung vergleichsweise simpler Algorithmen:
Wer zukünftig als SEO erfolgreich eine Webseite auf den vorderen Positionen etablieren will, sollte sich der Qualität der Seite sehr genau bewusst sein. SEO wie wir es heute kennen, also die Möglichkeit, beinahe jede Seite ganz nach oben bringen zu können, wird es schon bald nicht mehr geben.
Möglicherweise greift Gretus sogar eine Spur zu kurz: ich bezweifle, dass man derzeit *jede* Seite ganz nach oben bekommt.
Heftig diskutiert wird derzeit Sinn und Zweck gemieteter ausländischer Links. Und wie so oft im Leben gibt es keine klare Ja/Nein Antwort, wie SEOline.de elegant zusammenfasst:
Hat man beispielsweise einen Online Shop für Bayern und bezieht viele Backlinks aus Russland, oder Japan, dann wird sich das nur begrenzt förderlich auswirken, da Google keinen relevanten Bezug herstellen kann. [...] Betreibt man selbst allerdings einen internationalen Online Shop, dann können sich solche Links durchaus positiv auf das Ranking der Seite in den SERPs auswirken, auch wenn der Sitz in Deutschland ist. Ein Link ist nämlich eine Empfehlung – zumindest im Sinne von Google – und warum sollte jemand, der sich im Ausland befindet, einen Shop nicht empfehlen können?
Dan aka MountainDan aka The next Stephen Spielberg hat sein Video zum Twestival Wien auf Vimeo online gestellt - pure HD Goodness, und meiner Meinung nach gestaltungstechnisch äußerst gelungen. (Und das sag ich keinesfalls, weil Dan mich auch interviewt hat :mrgreen:):
Und damit geht dieses sonntägliche Panoptikum auch schon wieder rasant seinem unvermeidlichen Ende zu. Morgen schmeiß ich mich auf die Piste, idealweise mit Zigarette im Mund und ohne Helm - irgendjemand muss ja schließlich gegen den Zeitgeist schwimmen. In diesem Sinne: einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns am Montag!
War ein netter Abend gestern - bis auf die junge blonde Dame, die eine herbe Enttäuschung erlebte, als sie bemerkte, dass nicht ihr Los mit der Nummer 48 die Squeezebox gewonnen hatte, sondern sie bloß den Zettel verkehrt herum hielt, haben sich alle prächtig amüsiert. Zweifellos könnte man mit längerer Vorbereitungszeit größere Twitterer-Massen mobilisieren, aber angesichts des kurzen Zeitraums und der höchst improvisierten Veranstaltung freuten wir uns sehr über knapp 500 Charity-Eulen für den afrikanischen Brunnenbau.
Jedenfalls kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es sich um das größte Wiener Twestival aller Zeiten handelte - Besucher erzählen schon jetzt ihren Enkeln davon! Big up an dieser Stelle an Hausherrn Manfred und DJ Smartula aka Ludwig, in dessen gestriger Playlist auffällig viele meiner cross-genre Favoriten eingestreut waren. Und wenn Twitter so weiterwächst, dann wohl in der Stadthalle
| 12. Februar 2009 | ||
| 18:00 | bis | 23:00 |
Twitterer sind, das wissen wir von diversen Barcamps, Grillereien und Microblogging-Mittwochen, gesellige Leutchen, und so kann man nur hoffen, dass die Wiener Crowd recht zahlreich erscheint. Denn der lokale Ableger der weltweiten Charity Aktion lässt sich am besten in den Worten des Organisators erklären: Tweet. Meet. Give. Und beim Treffen für den guten Zweck reinen Wassers schmeckt das Bierchen gleich doppelt so fresh. Oder ausführlicher:
On 12 February 2009 175+ cities around the world will be hosting Twestivals which bring together Twitter communities for an evening of fun and to raise money and awareness for charity: water.
Im September 2008 entstand die Idee, seit diesem Zeitpunkt werkeln hinter den Kulissen unzählige Freiwillige - mehr Hintergrundinfos bietet die offizielle Homepage. Wer in Wien lebt, ist in punkto Leitungswasser ganz besonders verwöhnt. Da vergisst man schnell mal, dass immer noch 1,1 Milliarden Menschen weltweit kein sauberes Wasser zur Verfügung steht, was wiederum den Hauptgrund für Seuchen und Epidemien in den betroffenen Gebieten darstellt. Es geht am 12. Februar also nicht nur darum, Spendengelder einzusammeln, mit denen nachhaltige Trinkwasser-Lösungen finanziert werden sollen, sondern auch um Awareness für ein dringendes Problem.
Am Twestival Wien Blog kann man direkt Spenden, die am Donnerstag freiwillig zu erwerbenden Eintrittskarten kosten 5 Euros. Sämtliche Einnahmen gehen zu 100% an Hilfsorganisationen, die sich um den Brunnenbau kümmern. Ab $4.000 ist eine "Brunnenpatenschaft" drin:
Twestival cities might consider setting a goal to raise enough money from their event to fund a well project in a developing country, starting at $4,000 USD.
Selbstverständlich werden alle Events live im Netz gestreamt, @MountainDan wird für Techfluff live aus Wien berichten und den einen oder anderen Besucher interviewen. Aber keine Angst: Dan ist New Yorker, er spricht zwar gut deutsch, aber feine Bosheiten und gemeine Fragen muss niemand fürchten
Stattdessen wird DJ Smartula einen sauber gewaschenen musikalischen Klangteppich quer durch's WerkzeugH verlegen, außerdem werden ein Nintendo Wii sowie eine Logitech Boombox unter der spendenwilligen Besucherschar verlost. Loki freut sich auch schon aufs Twitter Get-Together: man sieht sich am Donnerstag!
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