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datenschmutz Social Media Leseliste 2015: Die besten Bücher, Downloads, Videos und Newsletter

Die datenschmutz Social Media Leseliste (Update 2015) umfasst die wichtigsten Bücher, Whitepapers und Videos zu den Thema Social Media / Social Media Marketing / Social Media Management / Social Media Monitoring / Social Media Advertising. Die Einträge werden regelmäßig erweitert, die Liste ist in folgende Bereiche aufgeteilt:

Social Media Literatur

Über die datenschmutz Social Media Leseliste

Als Digital Universalgelehrter gehört das Unterrichten natürlich zu meinen liebsten beruflichen Tätigkeiten – ursprünglich habe ich die erste Version dieser Liste für meine New Media Vorlesungen an der Universität Wien und an den FHs Kufstein, Eisenstadt und Wien zusammen gestellt. Es zeigte sich allerdings rasch, dass großes Interesse an Literatur, Videos und didaktischen Materialien zum Thema Social Media besteht, daher habe ich diese #SocialMediaLeseliste veröffentlicht und mit Hilfe meiner Leser erweitert.

Selbstverständlich erhebt diese Zusammenstellung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit; es handelt sich aber im wesentlichen um die für mich persönlich relevantesten Werke zum Verständnis neuer Medien. Im ersten Teil finden Sie Einführungs- und Best Practice Literatur, alle Titel sind mit Amzon verlinkt. Der zweite Teil umfasst frei verfügbare Whitepapers und Download-Dokumente. Im dritten Teil präsentiere ich empfehlenswerte Videos, der vierte Teil bildet mit Medientheorie und Grundlagen-Werken den Abschluss meiner Social Media / Web 2.0 Literaturliste. Zu allen Einträgen habe ich kurze Rezensionen geschrieben. Auf Ergänzungen und Anmerkungen respektive auf Ihre persönlichen Favoriten bin ich gespannt – bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion am Ende dieses Beitrags oder das Kontaktformular, um weitere Einträge vorzuschlagen.

Version History

24.03.2009: Erste Version
12.01.2010: [Update] Liste “Theorie” erweitert, neuer Teil “Videos”
08.04.2010: [Update] Neue Einträge, neuer Teil Download-Dokumente
11.07.2011: [Update] Neue Einträge und Videos, neue Rezension
07.03.2012: [Update] Neue Rezensionen
01.02.2013: [Update] Erweiterung, neue Whitepaper Einträge
15.04.2014: [Update] Neue Literatur, Amazon Verlinkung, Videos
17.011.2014: [Update] Neue Rezension, Buch Unterkategorien
11.02.2015: [Update] Update, neuer Teil “Newsletter”

Bücher: Einführungen, Grundlagen, Marketing, Best Practices

Social Media Bücher

Social Media Literatur: allgemein

Blanchard, Olivier: Social Media ROI: Messen Sie den Erfolg Ihrer Marketing-Kampagne. Addison-Wesley 2011
Olivier Blanchard nähert sich dem Thema von der webanalytischen und wirtschaftlichen Seite her. Er erklärt sowohl die Konzeption eines sinnvollen Monitoring- Auswertungs-Setup als auch die Grundlagen für die Berechnung der Effizienz von erfolgreichen Social Media Kampagnen.

Grabs, Anne / Bannour, Karim-Patrick / Vogl, Elisabeth: Follow me!: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebok, Twitter und Co. Galileo 2014
Die aktualisierte Auflage des populären Guides der zwei bekannten Social Media Experten behandelt überblicksmäßig alle Bereiche der professionellen Nutzung von Social Media Plattformen – hervorragend geeignet als allgemeine Einführung.

Godin, Seth: Tribes. We Need you to lead us. London 2008 [Englisch]
Der bescheidene Umfang dieses kleinen Breviers sollte nicht über die Relevanz des Thema hinwegtäuschen: der amerikanische Marketing Berater Seth Godin redet nicht um den heißen Brei herum, sondern präsentiert seiner Leserschaft in knapper Form einen Einblick in die Bedeutung thematischer Online-Communities, die er als Tribes bezeichnet.

Hunt, Tara: The Whuffie Factor: Using the Power of Social Networks to Build Your Business. New York 2009 [Englisch]
Über Taras Währung für Aufmerksamkeit habe ich hier schon mal geschrieben – was Theoretiker als “Aufmerksamkeitsökonomie” betiteln, setzt die Marketing-Expertin in die Praxis um: ihr leicht verständliches Buch bietet zahlreiche Beispiele und eignet sich hervorragend als Einführung ins Thema Social Media Marketing.

Li, Charlene: Groundswell: Winning in a World Transformed by Social Technologies. Harvard Business Review, 2001 [ Englisch]
Eine viel beachtetes Grundlagenbuch über den Wandel, den Social Media Services in allen Bereichen unserer Gesellschaft auslösen. Mit vielen praktisch umsetzbaren Tipps zur Definition und Optimierung der eigenen Social Media Strategie.

Qualman, Erik: What Happens in Vegas Stays on YouTube: Privacy Is Dead. The New Rules of Reputation. Equalman Studios 2013
Erik Qualman warnt vor Reputations-Fallen in der Online Welt und erklärt die Privatsphäre für abgeschafft. Wer in der neuen Businesswelt gewinnen möchte, muss wissen, wie er mit dem eigenen Datenschatten umgeht.

Scott, Meermann David: Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Social Web: Wie Sie mit Social Media und Content Marketing, Blogs, Pressemitteilungen und viralem Marketing Ihre Kunden erreichen mitp 2014
Fallstudien zu Kampagnen auf verschiedenen Social Media Kanälen, geballte Information zur effizienten Nutzung von Pinterest, Instagram, Youtube, Twitter, Facebook und anderen Networks. Meermann Scott behält trotz kompetenter Detailerläuterung stets die integrierte Sicht auf alle Online-Marketing und PR Maßnahmen.

Tapscott, Don: Wikinomics: Die Revolution im Netz. DTV, 2009
Wie verändert sich die Wirtschaft durch neue Formen der Kollaboration und Informations-Distribution? Wird heute durchwegs kritisch rezipiert, aber wie Lena völlig richtig schreibt: Zu guter letzt würd ich Tapscotts Millenials nicht verschweigen, ja: ist peinlich, aber die jungen Leut sollen schon lernen, wem der Schmafu vom “digital native” zuerst eingefallen ist….

Tuten, Tracy L. / Solomon, Michael R.: Social Media Marketing. Pearson, 2013 [Englisch]
Dieses Textbuch von Tuten und Solomon richtet sich in erster Linie an Lektoren und Studierende. Es enthält praxisorientierte Outlines und Anleitungen zu allen Aspekten der Social Media Marketing Werkzeugkiste.

Vaynerchuk, Gary: Der Kampf um Kunden: So landen Sie gezielte Treffer mit Facebook, Twitter & Co. books4success 2014
Der bekannte amerikanische Online-Unternehmer und Berater darf sich mit dem begehrten Label “New York Times Bestsellerautor” schmücken. Ähnliche Tipps und Anregungen findet man auch anderswo, aber Gary hat einen ganz eignen Humor und eine sehr direkte Art, die viele Leser schätzen – während andere der Boxkampf-Vergleich eher abschrecken dürfte. Originell ist das Buch allemal!

Werner, Andreas: Social Media – Analytics & Monitoring: Verfahren und Werkzeuge zur Optimierung des ROI. dpunkt Verlag 2013
Kreativität und Storytelling sind die eine Seite von Social Media, aber das Controlling verlangt nach harten Zahlen und Fakten. KPIs für Social Media Kanäle zu definieren, ist alles andere als trivial. Das Buch erläutert gängige Analysetools und geht ausführlich auf Monitoring-Werkzeuge ein.

Weinberg, Tamar: Social Media Marketing – Strategien für Twitter, Facebook & Co. O’Reilly 2014 [deutsche Bearbeitung von Corina Pahrmann und Wibke Ladwig]
Die vierte Auflage des Standardwerks über Social Media Marketing enthält zahlreiche Fallstudien (auch aus dem deutschsprachigen Raum) und gibt Best Practice Tipps zu den täglichen Herausforderungen von Social Media Managern: Wie geht man Trollen um, wie reagiert man auf Kritik? Besonderes Augenmerk legen die Autoren Social Media Marketing für KMUs.

Ziegler, Cai-Nicolas / Lambertin, Justin: Social Media und der ROI: Erfolgsplanung und -kontrolle. O’Reilly 2013
Stichhaltige Argumente auf die Frage “Was bringt Social Media eigentlich?” liefert dieses Einführungsbuch. Es erläutert gängige Methodologien zur Social Media Erfolgsmessung und geht dabei auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Key Performance Indicators ein.

Social Media Literatur: Facebook

Adda, Lukas: Face to Face: Handbuch Facebook-Marketing. Galilieo 2013
Face 2 Face beschäftigt sich mit Marketing auf der weltweit populärsten Social Media Plattform. Best Practices vermitteln ein valides Bild davon, was funktioniert und liefern Denkanstöße für eigene Marketing-Aktivitäten.

Jelinek, Jonny: Facebook-Marketing für Einsteiger 2015: Social Media Minis. Stark Verlag 2015
Der Autor unternimmt einen umfassenden Streifzug durch alle Bereiche des Facebook Marketings: von der Entwicklung einer individuellen Strategie und dem Schritt-für-Schritt-Aufbau eines professionellen Facebook-Auftritts über die Erstellung von erfolgreichen Postings und die richtige Abwicklung von Gewinnspielen bis hin zum Einstieg in Facebook-Werbeanzeigen und rechtlichen Stolpersteinen.

Leopold, Meike / Eichstädt, Björn / Gläsel-Maslov Anett u.a.: Erste Hilfe für Social Media Manager: Rezepte & Best Practices für mehr Erfolg im Unternehmensalltag. dpunkt, 2014
Sieben Social Media Experten behandeln in diesem Sammelband Rezepte und Best Practices für typische Herausforderungen des Social Media Alltags. Das Themenspektrum geht weiter über Marketing hinaus und behandelt auch Themen wie die Erstellung interner Richtlinien für Mitarbeiter, Kooperation mit Dienstleistern oder Strategien für eine stärkere Beteiligung der Mitarbeiter.

Steinschaden, Jakob: Phänomen Facebook: Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt. Ueberreuter Verlag 2010 [Kindle Edition]
Wie sehr hat Facebook die Gesellschft vereinnahmt, was planen die Betreiber mit den Daten der Nutzer anzufangen und wie kann man in Mark Zuckerbergs Social Media Universum seine Privatsphäre schützen? Diesen Fragen geht der IT Journalist Jakob Steinschaden anhand von Reportagen und Interviews mit Facebook-Insidern nach.

Social Media Literatur: Twitter

Comm, Joel: Twitter Power: How to Dominate Your Market One Tweet at a Time. New Jersey 2009 [Englisch]
Guter Einstieg in Features und Funktionen sowie sinnvolle, langfristige Konzepte zum Aufbau einer Microblogging-Community: die beste mir bekannte Einführung, auch wenn die neueren Features wie zum Beispiel die Listen noch keine Berücksichtigung fanden.

Israel, Shel: Twitterville: How Businesses Can Thrive in the New Global Neighborhoods. Portfolio Verlag 2009 [Englisch]
Die Autorin präsentiert die Microblogging-Plattform als Netzwerk für Professionals und zeigt anhand zahlreicher (amerikanischer) Use-Cases, wie Microblogging die Unternehmensziele unterstützen kann.

Rajiv Shah, Michael: Twitter für Einsteiger. Stark, 2013
Literatur über den Kurznachrichtendienst gibt’s zuhauf – Einsteigern empfehle ich uneingeschränkt dieses Büchlein aus der Serie “Social Media Minis”, denn es bietet geballtes Twitter-Einsteigerwissen und konzentriert sich aufs Wesentliche.

Social Media Literatur: LinkedIn und Xing

Lutz, Andreas / Rumohr, Joachim: Xing optimal nutzen: Geschäftskontakte – Aufträge – Jobs. So zahlt sich Networking im Internet aus. Linde 2014
Die beiden Autoren erklären, wie man das volle Potential von Xing ausschöpft, das eigene Netzwerk ausbaut, Kontakte pflegt sowie recherchiert. Erfolgsgeschichten und Interviews mit Ex-OpenBC Experten runden das Kompendium ab.

Mader, Isabella / Rajiv Shah, Michael: Webselling – XING & LinkedIn – Die besten Erfolgsstrategien im Business-Networking. Data Becker 2012
Die Business-Networks LinkedIn und Xing bieten weit mehr Möglichkeiten, als nur den eigenen Lebenslauf zu präsentieren. Die Autoren führen den Nutzer Schritt für Schritt durch die geschäftliche Social Media Welt. Von der Einrichtung und Optimierung des eigenen Profils über Gruppen- und Suchfunktionen bis zu Kooperations- und Kollaborationsmöglichkeiten werden alle Aspekte umfassend behandelt.

Shah, Michael Rajiv: Karrierebeschleunigung mit Linkedin (2. Auflage). Stark 2014
LinkedIn eignet sich hervorragend zur Etablierung von Personenmarken, funktioniert in vielen Bereichen jedoch deutlich anders als gewohnte Social Networks. Der Autor zeigt die Möglichkeiten von LinkedIn auf und erklärt, wie man das eigene Profil optimiert, richtig recherchiert und LinkedIn zur Akquise nutzt.

Social Media PR und Öffentlichkeitsarbeit

Belvederesi-Kocs, Rebecca: Erfolgreiche PR im Social Web: Öffentlichkeitsarbeit mit Facebook, Twitter & Co. Galileo Press, Bonn 2013
Anhand von Praxisbeispielen aus verschiedenen Branchen zeigt die Autorin, wie sich Social Mdia Kanäle sinnvoll in die PR- und Öffentlichkeitsarbeit integrieren lassen.

Schindler, Marie-Christine / Liller, Tapio: PR im Social Web, 3. Auflageb O’Reilly 2014
Social Media hat das Verhältnis zwischen Unternehmen bzw. Agenturen und deren Zielgruppen stark verändert. Die Autoren zeigen, wie man erfolgreich professionell in einem Umfeld kommuniziert, in dem Transparenz und Dialog immer wichtiger werden. Fallstudien und Best Practices zu den Themen Blogger Relations, Monitoring, Issues Management und Umgang mit Kritik und Krisen garantieren Praxistauglichkeit.

Zerfaß, Ansgar / Pleil, Thomas (Hg.): Handbuch Online-PR: Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. UVK Verlag 2012
Der Sammelband gibt in 25 Beiträgen von Autoren aus Praxis und Wissenschaft einen systematischen Überblick zu Strukturen, Prozessen, Tools und Best Practices. Die Besonderheiten von Online-Monitoring, einzelnen Social Networks und allgemeiner Kampagnenführung im Web werden ebenso behandelt wie Personalisierungs und Storytelling.

Customer Experience Management

Moser, Christian: User Experience Design: Mit erlebniszentrierter Softwareentwicklung zu Produkten, die begeistern. Springer Verlag 2012
Wie entsteht ein positives Produkterlebnis? Nicht bloß durch die Funktionalität einer Web-Applikation, sondern durch positive Nutzerlebnisse. Wie man diese an digitalen Touchpoints inszeniert und analysiert, beschreibt Moser nachvollziehbar und unter Erläuterung relevanter, moderner Methoden.

Schüller, Anne: Touchpoints: Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute. Managementstrategien für unsere neue Businesswelt. 2. Auflage, Gabal 2012
Die Customer Journey ist gesäumt mit digitalen Touchpoints. Wie können Unternehmen die Kundenerfahrungen auf verschiedenen Kanälen optimieren und managen? Schüller liefert ein umfassendes Bild der durch digitale Medien ausgelösten Veränderungen in der Marketingwelt.

Smith, Joe / Wheeler, Shaun: Managing the Customer Experience: Turning Customers Into Advocates. Financial Times, 2002
Der Fokus dieses praktisch orientierten Buches liegt nicht auf Social Media, sondern auf Customer Experience Managemet. Social Media Kanäle spielen in Marketing und PR mittlerweile eine essentielle Rolle und werden im Buch daher ausführlich behandelt.

Content Marketing und Storytelling

Eck, Klaus / Eichmeier, Doris: Die Content-Revolution im Unternehmen: Neue Perspektiven durch Content-Marketing und -Strategie. Haufe-Lexware 2014
Storytelling und Content Marketing sind unverzichtbarer Bestandteil jeder Social Media Strategie. Denn von der Konkurrenz abheben kann man sich nur mit außergewöhnlichen Inhalten, die sich von der langweiligen Masse abheben. Das Buch beleuchtet alle Aspekte von “Corporate Content Creation” und garniert diese mit direkt anwendbaren Praxis-Tipps.

Löffler, Miriam: Think Content!: Content-Strategie, Content-Marketing, Texten fürs Web. Galileo 2014
Löfflers Buch beginnt mit einer Einführung in das Thema Content Marketing und gibt dem Leser anschließend die wichtigsten Werkzeuge für die erfolgreiche Inszenierung von Web-Inhalten in die Hand, wobei der Schwerpunkt auf Text-Inhalten liegt. Neben dem B2B Bereich behandelt die Autorin auch Storytelling in B2C Kontexten.

Pulizzi, Joe: Epic Content Marketing: How to Tell a Different Story, Break through the Clutter, & Win More Customers by Marketing Less.
Eines der Standardwerke zum Thema “Inszenierung von Unternehmensbotschaften”. ´Joe Pulizzi bezieht sich zwar durchgehend auf den US-amerikanischen Markt, aber seine Ansätze und Ideen lassen sich mit ein wenig Tuning hervorragend für andere Märkte adaptieren.

Sammer, Petra: Storytelling. O’Reilly 2014
Wie erstellen Unternehmen Inhalte, die den Kunden sowohl Mehrwert bieten als auch aktiv gerne geteilt werden? Bekannte Brands wie Red Bull setzen schon lange auf Storytelling, doch auch für KMUs bieten die neuen Social Media Kanäle zahlreiche Möglichkeiten für eine erfolgreiche Inszenierung. Die Autorin erklärt, wie man “Corporate Stories” auffindet, verdichtet und medienübergreifend erzählt.

WordPress, TumblR, Social Blogging

Cremer, Gino: WordPress Praxishandbuch – Profiwissen für die Praxis: Installieren, absichern, erweitern und erfolgreich einsetzen. Franzis Verlag 2013
WordPress hat sich zum beliebestens CMS entwickelt und kann schon längst viel mehr, als nur Online-Tagebücher zu erstellen. Gino Cremer startet mit der WordPress-Installation und geht im weiteren Velauf des Buches auf zahlreiche Fragen aus der Praxis ein, vom mobiltauglichen Design bis zur soliden Absicherung der eigenen Installation gegen Hacker.

Houghton, Robin: Blogging for Creatives. Ilex 20112 [Englisch]
Technisch orientierte Anleitungen über WordPress gibt es in großer Zahl, doch dieses Buch konzentriert sich auf die kreative Praxis. Rezensionen der besten Widgets und Plugins und viele Anregungen, von denen sich ruhig auch alte Hasen inspirieren lassen können, machen dieses Buch zu einer Empfehlung. Neben WordPress werden auch TumblR und andere Plattformen behandelt.

Kuhlmann, Michael: Social Media for WordPress: Build Communities, Engage Members and Promote Your Site. Packt Publishing 2012 [Englisch]
Die Eindung von Social Media Elementen in WordPress-Installationen geht über einen simplen Share-Button hinaus. Wie lassen sich Marketing-Techniken automatisieren, welche Analysetool verraten die wichtigsten KPIs? Im Fokus dieses Buches steht WordPress als Community-Tool.

Leopold, Meike: Corporate Blogs. O’Reilly 2013
Corporate Blogs erfolgreich zu planen und zu betreiben, gehört zu den Königsdisziplinen im Content Marketing. Die Autorin hilft mit ihrem interdisziplinären Wissen und ihrer umfangreiche Praxiserfahrung, typische Anfängerfehler zu vermeiden, Ressourcen effizient einzusetzen und regelmäßige Erfolgskontrollen in den Redaktionsprozess zu integrieren.

Rechtliche Aspekte von Social Media (Marketing)

Hilgert, Peter / Greth, Rüdiger: Urheberrechtsverletzungen im Internet. Beck Verlag 2014
Cloud Computing, Torrent Downloads, illegale Streamingangebote – Urheberrechtsverletzungen im großen Stil sind im Netz an der Tagesordnung. Die Autoren geben einen umfangreichen Überblick über den derzeitigen Status des juristischen Scharmützels zwischen Internetpiraten und der Abmahn-Industrie.

Seevogel, Jan Christian: Das Buch zu Facebook und Recht. O’Reilly 2014
Ein Kompendium zu praktischen Rechtsfragen in der Social Media Nutzung: von Bildrechten bis Impressumspflichten warnt das Buch vor so mancher juristischen Stolperfalle für Privatpersonen und gewerbliche Nutzer.

Schwenke, Thomas: Social Media Marketing und Recht. O’Reilly 2014
Die Selbstpräsentation im Web und auf Social Media Kanälen ist für die meisten Unternehmen unverzichtbar geworden. KMUs haben in der Regel keine eigene Rechtsabteilung, doch wer Fehler begeht, den schützt Unwissen nicht: Hinter jeder Ecke lauern Abmahnungem, Rechtsverstöße, Desaster. Wie man diese elegant elegant umschiffen? Juristisches Rüstzeug für Webarbeiter.

Rohrlich, Michael: Online-Recht: Rechtssichere Websites, Online-Shops und Onlinemarketing-Kampagnen. CreateSpace Independent Publishing 2013
Praxisnahe Rechtsfibel für Online-Shop Betreiber. Der Autor berücksichtigt in seinen Ausführungen die teils widersprüchlichen Präzedenzfälle, die aktuelle Ausgabe berücksichtigt die neue Verbraucherrechte-Richtlinie.

Solmecke, Christian / Wahlers, Jakob: Recht im Social Web: Der umfassende Ratgeber für alle Fragen im Social Media Marketing. Galileo 2014
Kein Buch über Social Media Recht kommt im Beschreibungstext ohne Begriffe wie “Fallstricke” aus. Die warten überall auf Stolperwillige und/oder naive Nutzer. Wer diesen Ratgeber konsultiert, wird schnell lernen, dass Bildrechte keineswegs erlöschen, sobald ein Foto irgendwo öffentlich im Netz auftaucht – aber dankenswerterweise eben nicht auf die harte Tour.

Social Media im internen Unternehmens-Einsatz

Dannhäuser, Ralph: Praxishandbuch Social Media Recruiting: Experten Know-How / Praxistipps / Rechtshinweise. Springer Gabler 2014
Die Jagd nach geeignetem Personal wird härter, mehr und mehr Personalchefs setzen auf Social Media Recruiting. Der Autor zeigt, wie proaktive Suche hilft, Qualität und Eignung der Bewerber zu steigern. Checklisten, Rechtshinweise und Beispiele aus dem HR-Alltag lassen kaum Fragen zur Online-Personalsuche offen.
Dörfel, Lars / Hirsch, Lutz (Hg.): Social Intranet 2012: Studienergebnisse, Fachbeiträge und Experteninterviews. scm-Verlag, Berlin 2012
Die Studie erhebt den aktuellen Status Quo von Social Media Anwendungen in der Mitarbeiterkommunikation. Neben den Studienergebnissen enthält das Buch Fachbeiträge und Experteninterviews zum Thema Enterprise 2.0 und Social Media in der Internen Nutzung, die wichtige Inputs für Manager liefern.

Dörfel, Lars / Schulz, Therese (Hg.): Social Media in der Internen Kommunikation. SCM-Verlag, Berlin 2012
Enterprise 2.0 ist Herausforderung und Chance zugleich. In ihrem Sammelband beleuchten die Herausgeber, wie Social Media Tools firmenintern sinnvoll angewendet werden können und liefert mit Expertenbeiträgen, Interviews und Best Practice-Beispielen zahlreiche Tipps für die konkrete Umsetzung.

Li, Charlene: Open Leadership: How Social Technology Can Transform the Way You Lead. John Wiley & Sons, 2010 [ Englisch]
Wie schafft man ein Klima der Offenheit und Vertrautheit und behält trotzdem Führungskompetenz? Li widmet sich modernen Paradigmen, die einer veränderten Kommunikationswelt Rechnung tragen und Manager mit dem nötigen Führungswissen ausstatten.

Pfeifer, Iris: Social Media in der internen Unternehmenskommunikation: Entwicklungspotenziale für die PAUL HARTMANN AG – ein integrierter Ansatz. Akademikerverlag, Saarbrücken 2013.
Dieses Buch diskutiert, wie sich das Nutzerverhalten von Mitarbeitern im Social Media-Kontext auf Unternehmen auswirkt und welche Potenziale sich für die interne Kommunikation, beispielsweise in Form der länderübergreifenden, Projektarbeit ergeben. Spannend sowohl für Praktiker als auch für Manager.

Schreiter, Salome: Die Nutzung von Social-Media-Angeboten in der internen Kommunikation von Organisationen: Ein Modellkonzept. E-Book, Grin-Verlag, Salzburg 2010
Masterarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Medien, Universität Salzburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Social Media in der Organisation: Lust oder Frust? Was nützen die neuen Medien und wie verändern sie die Organisation, ihre Strukturen, Kultur und Arbeitsweisen? Was sind Stärken und Chancen, was Schwächen und Gefahren im Enterprise 2.0?

Semple, Euan: Organizations Don’t Tweet, People Do: A Manager’s Guide to the Social Web. John Wiley and Sons, 2012 [Englisch]
“Ein Social Media Guide für Manager” lautet der Untertitel von Semples Best-Practice Buch. Der Autor zeigt, wie Social Media Tools Managementaufgaben erleichtern, wie erfolgreiches Dialog-Marketing strategische Ziele unterstützt und in unterschiedlichste Bereiche umstrukturiert.

Downloads: Whitepapers und eBooks

Social Media Literatur

Blogwerk Whitepapers [pdf, Registrierung erforderlich]
http://www.blogwerk.com/downloads/whitepaper/
Blogwerk.com bietet eine Reihe von Whitepapers zu spezifischen Social Media Themen gratis an, darunter “Social Media Marketing”, “Corporate Weblogs”, und “Social Media für Messeveranstalter”. Vor dem Download werden die Kontaktdaten abegefragt, die gewünschten Papers werden anschließend via E-Mail verschickt.

Learn and earn – A B2B Social media whitepaper [PDF]
http://advertising.microsoft.com/en/social-media/social-media-white-paper
Das Microsoft Social Media Team legt Erfahrungen aus mehreren Jahren Online-Marketing dar und erklärt, wofür die Firma welche Kanäle nutzt.

SocialMedia – Was Sie wirklich wissen müssen [PDF]
http://www.deutsche-stadtauskunft.ag/media/social-media-marketing-whitepaper.pdf
Robert Justitz hat für die deutsche Stadtauskunft Marketing AG ein lesenswertes Whitepaper für Social Media Einsteiger verfasst. In seinem Paper widmet er sich den grundlegenden Chancen und Herausforderungen von Social Media und verzichtet auf technische Details.

Paul Anderson: What is Web 2.0? [pdf Datei]
http://www.jisc.ac.uk/media/documents/techwatch/tsw0701b.pdf
Paul Andersons Exploration der näheren Bedeutung des Begriffs ist nicht mehr ganz taufrisch: bereits im Februar 2007 erschien dieser TechWatch Report, der als Einführungsliteratur in die Konzepte und technischen Grundlagen aber nach wie vor sehr gut geeignet ist, da die wichtigsten Fachbegriffe und Konzepte sehr gut strukturiert erläutert werden:

This TechWatch report was commissioned to investigate the substance behind the hyperbole surrounding ‘Web 2.0′. It reports on the implications this may have for the UK Higher and Further Education sector, with a special focus on collection and preservation activities within libraries.

Delphi Studie 2030: Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien [pdf Datei]
http://www.tns-infratest.com/presse/pdf/Zukunft_IKT/Zukunft_und_Zukunftsfaehigkeit_der_IKT_2009.pdf
Der internationale IT-Gipfel befragte nach der sogenannten Delphi-Methode in einem zweistufigen Verfahren über 500 Experten. Herausgearbeitet werden sollten langfristige Trends in der Informations- und Kommunikationstechnologie bis zum Jahr 2030. Das Ergebnis beweist, dass soviele geballte Fachkompetenz in diesem Fall nicht irren kann: denn die Ergebnisse klingen verdächtig nach Nullaussagen. Hier ein Beispiel:

Akzeptanz und Vertrauen der Menschen im Umgang mit IKT sind die Grundlage der Entwicklung einer modernen und offenen Informationsgesellschaft.
Leistungsfähige Kommunikationsnetze sind Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Informationsgesellschaft.

Doch auch wenn man für diese Zukunftsprognosen nicht unbedingt das griechische Orakel bemühen muss, so enhält die rund 300 Seiten umfassende Studie eine wahre Flut an Beispielen, Zahlen, Fakten und Diagrammen, allerdings sehr spezifisch auf die Situation in Deutschland bezogen.

Chris Anderson: Free [Audio]
Mit seinem Buch über den “Longtail-Effekt” wurde der Internet-Ökonom Chris Anders berühmt; im Follow-Up “Free” argumentiert er munter-euphorisch gegen den herrschenden Pessimismus im Verlagsgeschäft: Free sei die Zukunft des (Medien)Business, Aufmerksamkeit heißt die neue Währung. Die Grundgedanken der Publikation fasst dieser Wird Beitrag zusammen, bei Scribd könnte man “Free” online lesen, befände man sich nicht in Europa (so ganz frei ist der Zugang dann wohl doch nicht, aber wer unbedingt will, kann via de-bug). Das Audiobook gibt’s dagegen wahlweise zum Online-Hören oder als Zip-Download. Zitat:

What this boils down to is the difference between abundance- and scarcity-based business models. If you’re controlling a scarce resource, like the prime-time broadcast schedule, you have to be discriminating. There are real costs associated with those half-hour chunks of network time, and the penalty for failing to reach tens of millions of viewers with them is calculated in red ink and lost careers. No wonder TV executives fall back on sitcom formulas and celebrities—they’re safe bets in an expensive game.
But if you’re tapping into an abundant resource, you can afford to take chances, since the cost of failure is so low. Nobody gets fired when your YouTube video is viewed only by your mom.

Vilém Flussers Bochumer Vorlesungen (1991) [Audio]
http://www.flusser-archive.org/publications/bochumervorlesungen
Das von Edith Flusser und Klaus Sander 1992 in München aufgebaute Flusser-Archiv wird seit 1998 von Siegfried Zielinski betreut. Die umfassende Sammlung umfasst rund 2.500 Essay- und Buchmanuskripte, darunter zahlreiche unveröffentlichte Texte. Nach Absprache steht die Sammlung interessierten offen. Auf der Homepage findet man leider, leider überhaupt keine digitalisierten Texte – aber zumindest die legendären Vorlesungen, die der Kommunikationsphilosoph 1991 an der Uni Bochum hielt, sind als Audio-Podcast in voller Länge verfügbar. Zwar im eigenartigsten Audioplayer, den ich je gesehen habe; dafür gibt’s aber komplette Untertitel. Ein Komplett-Download ist nicht verfügbar, wer alles hören will, muss sich durch sämtliche Schnipsel klicken (oder die Links aller dahinterliegenden Ogg-Files zusammenkopieren, runterladen und eine Playlist machen. Das Zip-File hätte ich dann bitte gerne :frog:). Der Aufwand lohnt sich, allerdings sollte man sich Zeit nehmen: zum Nebenbeihören sind Flusser Gedankengänge (zumindest mir) durchwegs zu komplex.

Social Media Newsletter

Newsletter zu Social Media

#socialmediawatchblog #Briefing (täglich)

Socialmedia Watchblog Newsletter

“Täglich um 7 Uhr morgens alle relevanten Links zu Social frisch in die Inbox” verspricht das deutschsprachige #briefing des Social Media Watchblogs. Und das ist keineswegs zu hoch gegriffen: Die Redaktion steckt eine Menge Aufwand in das Projekt und berücksichtigt sowohl Quellen aus dem D-A-CH Raum als auch internationale Beiträge. Die aktuellsten Newsletter gibt’s auch online.

Social Media Watchblog #briefing – zur Anmeldung


Thomas Hutters Facebook Wochenrückblick (wöchentlich)

20150210-socialmedia-leseliste-news-hutter

Als digitale Sonntagszeitung verschickt Facebook-Berater Thomas Hutter seinen Wochenrückblick. Pünktlich zum Frühstück bekommen Abonennten jede Woche alle aktuellen Entwicklungen rund um Facebook in ihre Mailbox.

Thomas Hutter Facebook Wochenrückblick – zur Anmeldung


datenschmutz Newsletter (zweiwöchentlich)

datenschmutz Newsletter

Besser als selber recherchieren! Ein bis zweimal im Monat bekommen Abonnenten die nützlichsten datenschmutz Beiträge sowie das eine oder andere Goodie in ihre Mailbox.

datenschmutz Newsletter – zur Anmeldung


Videos über Social Media

Social Media Videos

Shift Happens / Did you know [Playlist]
Das am 22. Juni 2007 erstmals veröffentliche Video Did you know präsentierte die damals aktuellen Zahlen und Fakten zum Medienwandel auf komprimierte und deshalb beeindruckende Weise – seither gab es zahlreiche Videoantworten und akualisierte Versionen.


Commoncraft-Videos
Commoncraft haben vor einigen Jahren begonnen, Erklärungsvideos zu verschiedenen Social Media Themen zu drehen. Der handgezeichnete Bleistift-Stil stieß auf so große Begeisterung, dass die Videos mittlerweile verkauft und pro Homepage-Einbindung und Video 35$ im Monat an Lizenzkosten fällig werden. Auf der Commoncraft-Page kann man aber alle Filmchen ansehen. Besonders empfehlenswert:

Commoncraft: Social Media in Plain English
Commoncraft: Social Networking in Plain English
Commoncraft: Blogs in Plain English


TED-Vorträge über Social Media [Playlist]
Auch auf den populären TED-Konferenzen ist Social Media regelmäßig ein Thema. Diese Playlist umfasst die spannendsten TED-Talks über die neue digitale Medienwelt.


datenschmutz Videopodcasts und Round Tables [Playlist]
Im Lauf der Jahre habe ich einige sehr spannende Gesprächspartner vor meine Podcast-Kamera zerren können.


 

Michael Welsh: The Machine is using us

[empfohlen von Axel Maireder]


Michael Welsh: Information R/evolution
[empfohlen von Axel Maireder]


Theorie und Medienphilosophie

Grundlegendes und Einführungen

Eisenstein, Elizabeth: Die Druckerpresse. Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa. Wien 1997
Die bekannteste historische Untersuchung über die langfristigen Implikationen der Druckerpresse mag zwar auf den ersten Blick wenig mit New Media zu tun haben – aber der Eindruck täuscht. Aus der Verlagsbeschreibung:

Denn weit über die subtilen technischen Innovationen hinaus ist der Buchdruck Medium von gesamtgesellschaftlichen Revolutionen. Renaissance, Reformation und die gesamte Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaften sind in den Mediatisierungsprozess des Buchdrucks eingeflochten. Der Buchdruck ist nicht allein der Triumph der Reproduktion über das Original, nicht allein Zeichen einer neuen Herrschaft der Schrift über das Bild in der Öffentlichkeit – er ist vor allem auch das Medium einer gesamten psychosozialen und mentalitätsgeschichtlichen Umwälzung.

Ess, Charles: Digital Media Ethics (Digital Media and Society)
.
Cambridge 2009
[empfohlen von Michael Hafner]
Charles Ess beschäftigt sich auf allgemeiner Ebene mit den Fragen der digitalen Ethnik und bezieht in seine Gesamtbetrachtung Themenfelder wie Copyright, Datenschutz und “Digital Citizenship” mit ein. Dabei bemüht der Autor zwar immer wieder bekannte Beispiele der jüngeren Netzgeschichte (wie beispielsweise den Facebook-Beacon-Protest), verliert sich aber nicht in Details, sondern will dem Leser ein Gesamtbild der Kernfragen einer digitalen Ethik vermitteln. Auch Ess’ Überlegungen zu Digital Sex und Computerspielen beziehen nicht bloß westliche Nutzungsgewohnheiten, sondern die globale Perspektive und kulturelle Unterschiede mit ein; gute Einführung in ein komplexes und immer mehr an Bedeutung gewinnendes Thema. Eine Rezension des englischsprachiges Buches, das mittlerweile als Taschenbuch verfügbar ist, gibt’s am mashazine:

Ess investigates potential new ethical challenges that arise in the context of digital media. This does not mean it’s about copyright only. A major question is wether digital(online) media empower (free speech) or enslave people (spread structures from western civilization all over the world), whether online communication makes us less sensitive and responsible (because it’s only disembodied words) or more powerful and thus requires more responsibility (because our communication has much more reach and impact).

Flusser, Vilém: Ins Universum der technischen Bilder. Göttingen 1996
Jedes einzelne Buch des brillanten Kommunikologen Vilém Flusser ist definitiv lesenswert. “Ins Universum der technischen Bilder” bietet eine hervorragende Einführung in den grundlegenden Wandel, den der Philosoph im Übergang von der Schrift- zur Bildkultur konstatierte. Neben Marshall McLuhan mein zweiter Favorit in punkto “Webverständnis”:

Zweifellos hingegen ist, dass das Schreiben durch Computer die Einstellung des Schreibenden und des Empfängers zum Text radikal verändert. Das schöpferische Engagement wird anders erlebt als vorher. Es ist eine neue Art von Selbstkritik und von Verantwortlichkeit dem anderen gegenüber hinzugekommen, und der Text hat eine neue Art von Eigenleben gewonnen. Kurz, man beginnt, wenn man auf diese Art schreibt, beim Schreiben dialogisch zu denken, zu schaffen, zu leben. Auch und vor allem in jenem Sinn, den Martin Buber gemeint hat.

Hartmann, Frank: Medienphilosophie. Wien 2000
In seiner umfassenden Einführung bietet Frank Hartmann einen exzellenten Überblick über Entstehung, historische Entwicklungen und aktuelle Strömungen im Bereich der Medienphilosophie: ein unentbehrliches Grundlagenwerk, zum Lesen und Nachschlagen sowie mit einem immens umfassenden Verzeichnis weiterführender Literatur.

Manovich, Lev: The Language of New Media. Cambridge 2001
Der Kulturwissenschaftler Lev Manovich stellt das Kino ins Zentrum seiner Reflexionen über die visuelle Medienkultur. Manovichs Ideen und Theorien zum bewegten Bild sind von besonderem Interesse für alle, die sich für die Theorie des Bewegtbilds interessieren.

McLuhan, Marshall: Understanding Media: The Extensions of Man. Cambridge 1964
Das zentrale Werk McLuhans wird nahezu jährlich neu verlegt: in seinem Forschungsansatz der “Probes” und seiner Erkenntnis der Untrennbarkeit von Forscher und “umgebendem Medium” war der kanadische Theoretiker radikal konsequent: seine Auffassung von (elektronischen) Medien als Prothesen hat bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren.

Möller, Erik: Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern. Hannover 2006
[empfohlen von Linzerschnitte]
Erik Möller beschreibt in seiner Einführung, wie Konsumenten zu Produzenten werden und welche langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen durch Online-Medien zu erwarten sind. Eher essayistisch als Hardcore-Theorie, ermöglicht das Buch allen, die sich möglichst rasch die wichtigsten Begriffe und das entsprechende Grundwissen aneignen wollen, einen schnellen Einstieg in die Thematik.

Tapscott, Don / Williams, Anthony: Wikinomics: Die Revolution im Netz. München 2009
[empfohlen von Manuel Gruber]
Der Klassiker über die Medienrevolution der Wirtschaftswelt: Tapscott und Williams sprechen nicht vom Crowdsourcing, sondern von Wikinomics. Neue kollaborative Kooperationsmodelle verändern nach Meinung der Autoren die Wirtschaftswelt gravierend. Achtung: im März 2010 erscheint eine aktualisierte Auflage:

Wir treten in ein neues Zeitalter ein, wo die Menschen in einer Weise am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen wie nie zuvor. Noch nie hatten Einzelne die Macht und die Gelegenheit, in losen Netzwerken Gleichgestellter und Gleichgesinnter (‘Peers’) zu kooperieren und Waren und Dienstleistungen kontinuierlich und in konkret fassbarer Form herzustellen.

Zerfaß, Ansgar / Welker, Marin / Schmidt, Jan (Hg.): Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web: Grundlagen und Methoden: Von der Gesellschaft zum Individuum: Bd. 1. Köln 2008

Zerfaß, Ansgar / Welker, Martin / Schmidt, Jan (Hg.): Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web. Strategien und Anwendungen: Perspektiven für Wirtschaft, Politik und Publizistik: Bd. 2. Köln 2008
[empfohlen von Axel Maireder]
Ganz gute und halbwegs aktuelle Texte finden sich im 2-bändigen Sammelband der Deutschen Gesellschaft für Onlineforschung zu Partizipation und Wirkungen im Social Web. Band 1 beleuchtet theoretische und methodologische Grundlagen (ausführlich die Konstruktion des “aktiven Rezipienten”), Band 2 unterschiedliche Spannungsfelder (Journalismus, Unternehmen etc.). Nicht alle Texte sind empfehlenswert, aber die beiden Sammelbände eignen sich gut, um ins Forschungsfeld reinzuschnuppern.

Weitere Vorschläge?

Das waren also meine neun Favoriten – aber das Gesetzt der “Best-Of” Listen verlangt natürlich nach mindestens 10 Einträgen, also wende ich mich vertrauensvoll an Sie: Was sind Ihre Lieblings-Druckwerke zum Thema Internet / Social Media / Online Marketing? Die Lese- und Videoliste wird regelmäßig um neue Einträge ergänzt (natürlich mit Backlink) – BITTE NUTZEN SIE DIE KOMMENTARFUNKTION oder mein KONTAKTFORMULAR! Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Twitter Werbung: Kosten-Nutzen RECHNER für Unternehmen aus Österreich

Anfang des Monats hat Twitter einige Monate nach dem hauseigenen Analytics-Tool nun auch sein Do-It-Yourself Werbe-Interface für KMUs im Deutschland, Österreich und der Schweiz zugänglich gemacht. Seit dem vierten Februar können alle deutschsprachigen Twitter-Account-Inhaber unter ads.twitter.com ihre eigenen Kampagnen schalten. Die Betreiber haben sich bemüht, das Schalten von Twitterwerbung so selbsterklärend wie möglich zu gestalten und geizen im offiziellen Blogbeitrag auch nicht gerade mit vollmundigen Versprechungen:

Twitter ist wie gemacht für kleine und mittelständische Betriebe. […] Ab sofort bauen Unternehmen ihre aktuellen Twitter-Aktivitäten in nur wenigen Minuten aus, indem sie Twitter Ads nutzen. Erfahrungen in der Planung und Umsetzung von Werbemaßnahmen sind dabei nicht notwendig: Wer einen Tweet schreiben kann, kann auch auf Twitter werben.

Dass Twitter auf Dauer nicht allein von Luft, Liebe und Kurznachrichten leben kann, ist bekannt. Und obwohl die offizielle Unternehmens-Parole dank stagnierender Wachstumsraten mittlerweile “Reichweitensteigerung” statt “Nutzerzuwachs” lautet, ändert sich nichts am grundlegenden Unbehagen vieler Nutzer. Wer die Twitter-Timelines potentieller Kunden also zukünftig mit seinen Werbebotschaften vollpflastern möchte, braucht verdammt gute Argumente sowie außergewöhnlich originelle Kurznachrichten.

Wie t3n richtig schreibt, macht Twitter mit einer klaren Zieldefinition neuen Werbern den Einstieg zwar leicht, schwächelt aber bei der Filterung der Zielgruppe, da die Reichweite insgesamt einfach zu gering ist. (t3n meint Deutschland. Wir reden hier von einem sehr knappen Zehntel.) Im deutschsprachigen Raum ist und bleibt Microblogging bislang nun mal ein Nischenphänomen, und es sieht nicht so aus, als ob sich in naher Zukunft daran was Grundlegendes ändern würde.

Twitter Werbeziele

Beim Anlegen einer neuen Kampagne will Twitters Werbe-Interface im ersten Schritt wissen, welche Ziele man mit der eigenen Kampagne erreichen möchte.

Werbung auf Twitter jagt Kennzahlen in die Höhe

Für gepeinigte Social Media Manager lösen die neuen Twitter-Ads zweifelhafte Followerverkäufer ab, zweifelsohne eine willkommene(re) Alternative. Mokiert sich der Vorstand zukünftig darüber, dass “unsere Konkurrenz mehr Follower hat als wir”, lässt sich das Problem durch simple Werbebudget-Erhöhung mit Twitters Segen aus der Welt schaffen. Selbiges gilt sinngemäß natürlich auch für Werbung, die auf Interaktionen, App-Installationen und so weiter abzielt. Welcome to the Rat-Race once again.

Lassen sich unter diesen Umständen überhaupt quantifizierbare Aussagen zur einer möglichen Umsatzsteigerung treffen? Nur sehr grob, denn jegliche konkrete Berechnung erfordert die Eingabe von Klick- und Conversion-Raten, und die lassen sich nun mal im Vorhinein nur sehr grob abschätzen. Wie könnte ein solches Berechnungsmodell für die Alpenrepublik aussehen?

Conversion-Mathematik: Twitter Werbung für Österreichs KMUs

Twitter bietet wie erwähnt verschiedene Werbeziele an – im folgenden Beispiel geht’s um Conversions, also die Königsdisziplin im Online Marketing. Retweets, Favorites, Markenwertsteigerung hin oder her, letztendlich lautet die entscheidende Frage: Wenn ich 1 Goldmünze in den Twitter-Werbeautomaten einwerfe, wie viele Goldmünzen kommen dann unten wieder raus? Das folgende Beispiel erklärt, wie der Twitter-Conversion-Rechner funktioniert.

Am 9.2.2015, also gestern, existierten 125.873 Twitter-Accounts, die als Land “Österreich” angegeben haben und damit die Grundgesamtheit an Zielgruppe bilden. Wir ignorieren geflissentlich, dass ein beträchtlicher Teil dieser Accounts seit längerem inaktiv respektive nur zu Monitoring-Zwecken in Verwendung ist.

Aus den Vermächtnissen diverser Netzwerk-Analysten wissen wir, dass diese 1,485 Prozent der Gesamtbevölkerung (8,474 Millionen) keineswegs einen repräsentativen Querschnitt darstellen, sondern spezifische Subgruppen überdurchschnittlich stark vertreten sind: Journalisten, die dem Beispiel des Wolfs folgten, Social Media Berater, Studenten der Kommunikationswissenschaft, Freunde der Krisen-PR und politisch überaus Interessierte.

Lassen wir all dies trotzdem mal beiseite und behaupten, unsere Zielgruppe sei definitiv auf Twitter zuhause. Das ist bei digital-affinen Produkten ja nicht mal unwahrscheinlich. Tun wir überdies so, als wollten wir eine spezielles, neues Selfie-Kamera-Telefon (mit eingebauten, ausziehbarem Selfie-Stick!) an die Frau sowie den Mann bringen und behaupten wir überdies, unsere Marktforschungsabteilung habe festgestellt, dass 5% der Alpen-Twitteranten regelmäßig Selfies posten. (Dass Instagram der neue heiße Selfie-Scheiß ist, hat der MaFo leider niemand gesagt, aber das ist eine ganz andere Geschichte).

Nun, was sagen die Zahlen? Von unseren 5 Prozent Selfie-Postern besitzt jeder fünfte schon mindestens einen Stick und 1 Prozent würde sein iPhone nie, aber auch wirklich niemals freiwillig hergeben für unseren Androiden. Bleiben als Zielgruppe also 3 Prozent aller .at-Tweeps, das sind 3.776,19 Personen.

Weil unsere Textfabrik ihren 140-Zeichen-Job hervorragend A/B getestet hat, kriegen wir eine Klickrate von optimistischen 5 Prozent zusammen und schicken somit 188,80 Personen auf unsere Landingpage. Die selbstredend ebenso sorgefältig optimiert wurde wie unser Tweet. Allein aus diesem Grunde konvertieren hier 3 Prozent aller Besucher, ordern also auf der Stelle ihr brandneues Stickphone. Wir haben somit 5,6 Bestellungen generiert.

Twitter-Werbung: Erste Erfahrungen

3% Conversion-Rate sind wirklich ganz schön optimistisch.

Bezahlt haben wir an diesem Punkt für 189 Klicks. In Österreich lag das notwendige untere Klick-Gebot vor drei Tagen zwischen 50 und 80 Cent, mittlerweile empfiehlt Twitter, mehr als einen Euro pro Klick einzuplanen. Wir haben für unsere aufgerundet 6 Bestellungen bei einem Klickpreis von 110 Cent folglich €207,09 ausgegeben.

War unsere Österreich Werbekampagne auf Twitter eigentlich ein Erfolg?

Ja, wenn wir pro verkauftem Produkt mehr als €34,65 (Kampagnenkosten durch verkaufte Stückzahl) Gewinn erzielen, und nein, falls der Gewinn niedriger liegt. Soviel also zur Mathematik hinter der Twitter-Werbung – blickt man hinter die Fassade der Umwegrentabilität auf die nackten Zahlen, dann wird eines schnell klar: Für “erfolgreiche” Schaltungen müssen etliche Faktoren zusammenspielen, damit der erhoffte Optimalfall eintritt. Geld-Druck-Maschinen schauen jedenfalls anders aus.

Anmerkung: Ja, ein kleiner Teil der Besucher überschläft die ganze Sache nochmal und kauft das Stickphone erst in den folgenden Tagen. Und ja, einige wenige haben unsere Werbung retweetet (!) und die Reichweite somit vergrößert. Folglich kommen in der Realität wohl noch ein paar Kollateral-Conversions dazu, aber dafür geht mindestens einem Mobile User just während des Bestellvorgangs der Akkustrom aus.

Der Twitter-Kalkulator

Mit dem datenschmutz Twitter Werbe-Rechner können Online Shop Betreiber sofort ausrechnen, ob sich Werbekampagnen auf Twitter auszahlen. Ein paar Anmerkungen zur Berechnungsweise:

  • Der Kalkulator geht immer davon aus, dass die gesamte Zielgruppe die Werbeanzeige zu sehen kriegt – wie gut Twitter tatsächlich Angebot und Nachfrage zusammenführen kann, muss erst die Praxis zeigen.
  • Klick- und Conversion-Raten müssen händisch eingetragen werden (innerhalb sinnvoller Parameter). Wie gut ein Werbetweet tatsächlich funktioniert, zeigen letztlich bloß Echtdaten, Annäherungsweise sollten hier Klick- bzw. Conversion-Raten von vergleichbaren Kampagnen auf anderen Online-Kanälen eingetragen werden.
  • Nein, mein Kalkulator rechnet nicht falsch, die Ergebnisse werden bloß gerundet. Und ja, Conversion-basierte Twitter-Werbung eignet sich in Österreich so gut wie nur für Produkte mit einer Gewinnspanne, die locker das Hundertfache der Klickkosten beträgt!

Wenn Sie ein wenig mit den Parametern gespielt haben, dann haben Sie sicherlich festgestellt, was auch mir deutlich aufgefallen ist: Mit Twitters neuem Werbesystem lassen sich die eigenen Retweet-, Favorite- und Reichweiten-Statistiken zwar problemlos und scheinbar sogar relativ kostengünstig pushen. Wenn’s jedoch ums Eingemachte geht, sprich um tatsächliche Verkäufe, stößt die Twitter-Werbemagie rasch an ihre Grenzen.

Ob Microblogging-Werbekampagnen Sinn machen, lässt sich eben nur von Fall zu Fall entscheiden – für wenige, ausgewählte Unternehmen mag sich hier eine lukrativer neuer Werbe-Channel auftun, das Gros der österreichischen KMUs wird seine Zielgruppe jedoch viel effizienter anderswo ansprechen können.

Als Zusatzelement einer Kampagne respektive zur punktuellen Verbreitung einzelner Links mag sich Twitters Werbeplattform in Einzelfällen durchaus eignen. Die meisten Werbetreibenden werden am Ende des Tages (oder der Kampagne) jedoch keine handfeste Gewinnsteigerung erreichen und sich wieder lukrativeren Werbe-Optionen (AdWords, Facebook Ads) zuwenden: Die deutschsprachige Twitter-Community ist nun mal eine in ihrer Eigenwahrnehmung zwar elitäre, aber letztendlich doch marginale Zielgruppe.

Twitter Timeline 2.0 – Zwangsbeglückung mit Zusatztweets, aber keine Filter

Twitters Timeline-Experimente mit zusätzlichen Inhalten müssen wohl zufriedenstellend verlaufen sein, denn ab sofort bekommen alle Nutzer regelmäßig Kurznachrichten von Accounts zu sehen, die sie gar nicht abonniert haben. Und zwar zusätzlich zu den hinlänglich bekannten, aber in D-A-CH nach wie vor nicht sehr verbreiteten Werbe-Tweets. Die Auswahl erfolgt anhand mehrere Kriterien, die durchwegs von Facebook “inspiriert” sind, denn Twitter nutzt unter anderem Favorites als Selektionskriterium.

In die neue Timeline-Kategorie fallen zum einen “empfohlene Tweets” sowie “empfohlene Accounts” von Twitter und zum anderen eben Nachrichten, die von überdurchschnittlich vielen Nutzern, denen man selbst folgt, favorisiert wurden. Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir mal an, Hans folgt Thomas und Hugo. Wenn Thomas und Hugo ein Tweet von Daniel favorisieren (also auf den “Favorite-Stern” klicken), dann könnte dieses zukünftig auch auf der Startseite von Hans auftauchen, obwohl der Daniel ja gar nicht folgt.

Welche Inhalte spielt Twitter zusätzlich in die Timeline?

Man könnte also von einer Art “inverser Facebook Logik” sprechen. Mark Zuckerbergs Netzwerk filtert nämlich jede Menge Inhalte automatisch raus und zeigt dem Nutzer jene Status-Updates an, die zu seinem bisherigen Aktivitätsprofil passen. Liken mehrere Freunde ein Update, das normalerweise nicht im eigenen Stream auftauchen würde, so erscheint dieses trotzdem – frei nach der durchaus bewährten Idee: was meine Freunde interessiert, interessiert mich auch.

Twitter zeigt Zusatztweets in der Timeline an.

Twitter “reichert” die eigene Timeline mit Zusatzinhalten an. Spielt es bald keine Rolle mehr, wem man folgt?

Twitter dagegen lässt keinerlei Inhalte unter den Tisch fallen, sondern reichert die Timeline mit zusätzlichen Inhalten an, integriert also quasi eine Art nicht abschaltbare “Discovery”-Funktion in den Newsfeed. Dass der Kurznachrichtendienst früher oder später verstärkt auf sogenannte “Social Signals” setzen würde, war seit langem absehbar. Bereits Anfang September titelte Techcrunch Twitter’s Timeline Could Get (More) Algorithmic. Die offizielle Twitter-Hilfe beschreibt die neuen Inhalte in der Timeline wie folgt:

Additionally, when we identify a Tweet, an account to follow, or other content that’s popular or relevant, we may add it to your timeline. This means you will sometimes see Tweets from accounts you don’t follow. We select each Tweet using a variety of signals, including how popular it is and how people in your network are interacting with it. Our goal is to make your home timeline even more relevant and interesting.

Twitter will keine Kennzeichnung neuer Tweets in der Timeline

Soweit mir bekannt, werden die zusätzlichen Tweets in der Timeline nicht speziell gekennzeichnet. Zahlreiche Nutzer beschwerten sich schon im Vorfeld über diese “Zwangsbeglückung” und orten in der neuen Timeline einen gravierenden Kontrollverlust, dabei ist noch gar nicht bekannt, wieviel Prozent die neuen Inhalte ausmachen werden in Relation zu den Tweets der eigenen Followers. Twitter setzt damit aber bloß jenen Kurs fort, der mit API-Restriktionen und dem Aussperren alternativer Clients begonnen schon vor Jahren begonnen hat. Das Interesse der Betreiber liegt klar darin, werberelevante Kennzahlen wie Verweildauer und Klickraten zu steigern und damit den Kurs der Twitter-Aktie an der Börse zu steigern, denn irgendwann wird’s für jedes Vögelchen mal Zeit, die Gewinnzone zu erreichen. Wo der Nutzen für die Anwender liegt, muss sich erst noch zeigen.

Fazit: Ich persönlich hab nichts gegen zusätzliche Tweets, ganz im Gegenteil: solche Discovery-Funktionen stellen für mich einen der stärksten Mehrwerte von Social Media Plattformen dar. Eine deutliche Kennzeichnung der Zusatztweets würde ich mir allerdings sehr wohl wünschen. Und wie Jan bin ich der Meinung, dass Twitter zukünftig noch stärker an der Timeline respektive deren Zusammensetzung herumschrauben wird.

dUTS Kalkulator: Vergleichen Sie Ihre Twitter-Performance mit den Top 10

Twitter war, ist und bleibt in Österreich im Vergleich zu Facebook ein Nischenmedium – wenngleich eines, das von überdurchschnittlich vielen Journalisten, PR-Profis und Kommunkations-Experten gern und häufig frequentiert wird. Gerade mal 120.000 Österreicher haben sich bei der populärsten Microblogging-Plattform registriert. Diese Zahl nimmt sich gegenüber 3,4 Millionen Facebook-Accounts recht bescheiden aus, dennoch ist Twitter ständig medial präsent, denn Journalisten und Social Media Berater sprechen nun mal vorzugsweise über sich selbst.

Viele haben versucht, den Impact von Twitter zu messen, alle sind gescheitert. datenschmutz experimentiert und fährt unzählige Testreihen, bevor definitive Aussagen getroffen werden. Dieses Prinzip hat sich seit 2002 bewährt. Nach jahrelangen, intensivsten Bemühungen, nach unzähligen ethisch zumindest fragwürdigen Testreihen in den datenschmutz Labors ist es diesem Blog daher nicht zum ersten Mal gelungen, komplizierte Sachverhalte in eine einzige, elegante Kennziffer zu komprimieren.

Denn der Vorstand will wissen: Macht dieses Twittern überhaupt Sinn?

Wer noch nie dem Charme wild-romantischer Verlaufskurven erlag, der werfe den ersten Troll. datenschmutz ignoriert Ideologie-zentrierte Rhethoriken greift zu fundierter Simplifizierung. Wer die Formel beweisen möchte, muss ab jetzt mitdenken, denn es folgt jetzt Twitter Mengenlehre für Fortgeschrittene. Axiomfrage: Wussten Sie, dass es nur zwei relevante Kennzahlen im Microblogging-Kosmos gibt?

Der Twitter Score - dUTS

Die Zukunft: dUTS Kalkulatoren aus dem 3D-Drucker?

  1. Zum einen das Verhältnis von “Folge ich” zu “Followern”, das deutlich unter eins liegen sollte – wir nennen diese Variable R wie Relevanz. Und zwar aus einem ganz simplen Grund: Tweeps, die mehr Leuten folgen als vice versa, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verzweifelte Social Media Manager, die auf Re-Follows hoffen und Twitters Anti-Spam Policy verfluchen. Wir geben uns keinerlei Illusionen hin: Twitter ist ein “Some-to-many-more” Medium.
  2. Zweitens spielt auch das Verhältnis von Tweets zu Followern eine bedeutende Rolle – diese Variable heißt in unserer Formel E wie Effienz. Sie kennen ja den Spruch vom blinden Huhn und seinem Korn… wer nach 400.000 Tweets “schon” 400 Follower hat, ist nicht erfolgreich, sondern bloß unangenehm geschwätzig.

Daraus ergibt sich in unserem linearen, vierdimensionalen Universum unweigerlich: multipliziert man R mit E und bildet anschließend den Kehrwert, so erhält man als Ergebnis den dUTS, kurz für “datenschmutz Ultimate Twitter Score”. Je höher die Zahl, desto größer Ihre Coolness und desto kleiner ihr Twitter CO2-Fußabdruck*.

Die Formel lautet also wie folgt:

1 / [(Folge ich / Follower) * (Tweets / Follower)] = dUTS.

Mathematiker erkennen sofort, welche Frage der dUTS beantwortet: Wieviele Tweets haben Sie benötigt, um möglichst viele Menschen für Ihre Inhalte zu interessieren? Ob Superstar oder Mikronischen-Prediger spielt dabei keine Rolle, denn der dUTS skaliert nicht. In Account mit 100 Tweets, der 1000 anderen folgt und selbst 10.000 Follower hat, erhält das gleiche Ergebnis wie ein Account mit 10 Tweets, 100 Follows und 1.000 Followern.

Messen Sie Ihre Twitter Performance

Social Media Berater bei der dUTS-Berechnung. (Stock Photo)

Benchmark: Wie schneiden zufällig ausgewählte österreichische Twitter-Accounts ab?

Ich hab einfach mal die Top 10 von SocialMediaRadar durch den dUTS Kalkulator laufen lassen – hier die auf komplexer, fehleranfälliger und vor allem veralteter Technologie basierende Reihung von SMR. In Kursivschrift ist der dUTS angegeben. Der misst, das zeigt bereits der erste Blick, primär “Fame” – also Popularität. Beim dUTS zählen nicht Technologie-Kenntnis und Twitter Kung Fu, sondern allein die Botschaft und wer sie hören will.

  1. Armin Wolf – @arminwolf – 845,030
  2. derStandard.at – @derStandardat – 4,017
  3. Ingrid Thurnher – @IngridThurnher – 982,264
  4. Floriank Klenk – @floianklenk – 117,763
  5. profil online – @profilonline – 135,009
  6. Hanno Settele – @HannoSettele – 967,170
  7. Karim El-Gawhary – @Gashary – 763,686
  8. Webstandard – @webstandard – 7,637
  9. David Alaba – @David_Alaba – 26.626.701,120
  10. Corinna Milborn – @corinnamilborn – 35,470

Sortiert man die Liste neu nach dem dUTS, ergibt sich ein deutlich anderes Bild mit einem völlig uneinholbaren, relativ tweetfaulen, aber sehr beliebten David Alaba an der Spitze, gefolgt von der seit Ottos ZIB-Auftritt nicht minder legendären Ingrid Thurnher:

  1. David Alaba – @David_Alaba – 26.626.701,120
  2. Ingrid Thurnher – @IngridThurnher – 982,264
  3. Hanno Settele – @HannoSettele – 967,170
  4. Armin Wolf – @arminwolf – 845,030
  5. Karim El-Gawhary – @Gashary – 763,686
  6. profil online – @profilonline – 135,009
  7. Floriank Klenk – @floianklenk – 117,763
  8. Corinna Milborn – @corinnamilborn – 35,470
  9. Webstandard – @webstandard – 7,637
  10. derStandard.at – @derStandardat – 4,017

Außerdem hab ich die Account-Daten von einigen alten Twitter-Bekannten und natürlich meine eigenen gecheckt – mit durchaus überraschendem Resultat:

  1. Ritchie (en) – @datadirt – 653,46
  2. Astrid – @kom_forschung – 70,0
  3. Ritchie (de) – @datenschmutz – 8,33
  4. Judith – @linzerschnitte – 0,92
  5. Martin – @leyrer – 0,028

Was ist Ihr dUTS [datenschmutz Ultimate Twitter Score]? Verwenden Sie den Kalkulator, posten Sie das Ergebnis, um ebenfalls in die dUTS Charts eingetragen zu werden!

* Für die Mathematiker: man hätte auch auf den Kehrwert verzichten und sagen können, “je kleiner die Zahl”. Aber ich eins durch das Ergebmos dividiert, damit man auf T-Shirts besser mit dem dUTS angeben kann.

Ello: Misstrauen und Popularität wachsen parallel

Der Hype um Ello kommt und geht in Wellen. Während sich in den letzten drei Wochen zeitweise bis zu 30.000 neue Nutzer pro Stunde (!) registrierten, ist es bereits wieder ein wenig stiller um den kontroversiellen Versuch, eine weniger böse Alternative zu Facebook ins Netz zu stellen, geworden. Verunsichert hat ungewöhnlich gut informierte Nutzer in erster Linie der Artikel Ello, Goodbye. von Aral Balkan.

Der Netzaktivist und strikte Gegner sogenannter “Closed Gardens” weiß, wovon er spricht, denn er hat die Ello-Gründer in der Anfangsphase sogar beraten. Als Aral erfuhr, dass Budnitz und sein Team knapp eine halbe Million Dollar vom Venture-Capital-Investor freshTracks erhalten hatten, verabschiedete er sich noch in der Betaphase vom Netzwerk. Denn mit dieser Art der Finanzierung habe Ello seine Nutzer bereits verkauft, Privatsphären-Manifesto hin oder her:

When you take venture capital, it is not a matter of if you’re going to sell your users, you already have. It’s called an exit plan. And no investor will give you venture capital without one. In the myopic and upside-down world of venture capital, exits precede the building of the actual thing itself. It would be a comedy if the repercussions of this toxic system were not so tragic.

Aral hat angekündigt, im November die erste Alpha-Version seines Indienet-Clients “Heartbeat” zu veröffentlichen. Der soll sowas wie der frühe Vorbote eines kompletten, unabhängigen digitalen Ökosystems werden, das unter dem Arbeitstitel “Project Stratosphere” in “independent Smartphone” kulminieren soll. Bis das “Indienet” die angepeilte Freiheit von böser Kommerzwelt und noch böserer NSA bietet, werden aber noch einige Jahre ins Land ziehen. Also zurück zur Ello-Gegenwart.

Zur Ello’schen Befreiungstheologie

Die Unzufriedenheit der Netzelite mit Ello beschränkt sich keineswegs auf die Finanzierungsform. Was die einen charmant und retro finden, nennen andere ein Design Desaster. Markus Beckedahl sieht Ello als schon wieder zusperren, Rolf prognostiziert die Zukunft des schwarzweißen Smilies nicht ganz so düster.

Einig sind sich fast alle aber darin, dass der enorme Zustrom zu Ello vor allem eines zeigt: die Lust auf Alternativen zum Zuckerberg’schen Personenverzeichnis nimmt stetig zu und bietet neuen Anbietern so gute Markteintritts-Chancen wie schon lange nicht mehr. Dass Ello strukturell eher mit Twitter verwandt ist als mit G+ und Facebook, spielt dabei ebenso keine Rolle wie die reichlich vorhandenen konzeptionellen Schwächen oder fehlenden Features des Netzwerks. Ob Ello den Weg aller App.nets und Twitter-Klone gehen wird oder nicht, ist uns Power-Usern außerdem völlig egal, solange wir eine neue Spielwiese haben, auf der uns eher nackte Brüste als abgetrennte Köpfe begegnen.

Die Mainstream-Medien goutieren jedenfalls Budnitz’ PR Strategie. Kaum ein Magazin oder Fernsehsender, der nicht zum rasanten Wachstum der jüngsten Vergangenheit beitrug. Für einen Newsbeitrag hat mich puls4 im Büro besucht. [zum vollständigen Beitrag]

Dass die Nutzer in Zukunft, wie von Ello geplant, bereit sein werden, für Premium Features kleine Münzbeträge einzuwerfen, darf in Anlehnung an bisherige Erfahrungen mit vergleichbaren Angeboten stark angezweifelt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es jedenfalls zu früh für Schwanengesänge oder Lobeshymnen -also in diesem Sinne: immer misstrauisch bleiben und bloß nicht die Neugier verlieren!

 

Twitter Analytics Guide: Wie Sie das neue Statistik-Dashboard optimal nutzen

Seit einigen Tagen ist Twitters mächtiges Statistik Tool für alle Nutzer des populären Microblogging-Services verfügbar. Werbetreibende haben schon länger Zugriff auf analytics.twitter.com. Doch erst kürzlich begann Twitter, das begehrte Analytics Feature für alle Nutzer auszurollen. Mittlerweile hat jeder Nutzer auch im deutschsprachigen Bereich Zugriff auf die statistischen Auswertungen der eigenen Twitter-Aktivitäten. Im folgenden Guide finden Sie Informationen zu aktuellen Nutzungszahlen sowie eine Anleitung zur Nutzung der neuen Twitter Statistik.

Zahlen und Fakten: Wie populär ist Twitter im D-A-CH Raum?

Im kommerziellen Bereich stößt Twitter häufig auf Sketpsis und kommt im D-A-CH Raum in der Regel dann zum Einsatz, wenn mindestens ein Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung selbst begeisterter Microblogger ist. Während Privatnutzer die unkomplizierte Plauderei meist als essentielle Bereicherung ihres Alltags erleben (ja, ich wundere mich auch), bleibt für Unternehmen stets die Frage im Raum: Lohnt sich der Aufwand für die paar Leudde? Gerade mal 121.000 österreichische Twitter-Accounts, von denen bloß die Hälfte die Plattform aktiv nutzen, entsprechen in etwa der Reichweite eines oder zweier erfolgreicher lokaler Printmediums. Respektive 1,5 Prozent der Alpenrepublikaner.

In Deutschland schwanken die Zahlen je nach Studie. Anfang 2014 sprach Statista von 10 Millionen Usern, allerdings entstand diese Zahl im Rahmen einer repräsentativen Umfrage. Konservativere Quellen gehen von zwischen 1.5 und 2 Millionen aktiven Nutzern am Tag aus, das entspricht unter 3 Prozent der Gesamtbevölkerung. In der Schweiz twittert wohl eine halbe Million, immerhin stolze 6 Prozent der Gesamtbevölkerung, dennoch deutlich im einstelligen Bereich.

Gesamtbevölkerung
Twitter-Nutzer in Österreich: 1,5 Prozent
Twitter-Nutzer in Deutschland: 3 Prozent
Twitter-Nutzer in der Schweiz: 6 Prozent

Solch magere Zahlen können mit der scheinbaren Totaldurchdringung Facebooks keinesfalls mehr mithalten. Zuckerbergs Netzwerk scheint mittlerweile Basis, Spitze und Mittelteil der Social Media Pyramide zu sein, also muss die strategische Entscheidung für Unternehmen wohl völlig klar sein. Oder? Die einzig mögliche Antwort lautet: man weiß es nicht. Lässt man das ganze Geschwafel von den tollen Opinion-Leadern, die angeblich lieber 140-Zeichen-Kurznachrichten als Foto-Status-Updates mögen, bleibt immer noch das Problem der enorm gesunkenen Facebook Reichweite.

Twitter Analytics: Unerwartet nützliche Statistiken für Unternehmen

Ich beziehe mich hier, das muss an dieser Stelle klar gesagt werden und gilt auch für den Rest dieses Beitrags, ausschließlich auf die Situation von Unternehmen. Die bekommen von Facebook schon länger detaillierte Nutzungszahlen zu ihren Pages, auf Twitter tappte man bislang im Dunkeln oder musste sich auf mehr oder weniger zuverlässige externe Werkzeuge verlassen. Die neuen Statistiken helfen allen professionellen Twitter-Nutzern effektiv bei der Beantwortung folgender essentieller Fragen:

  • Benchmarking: Wie viele Kontakte generiere ich auf Twitter im Vergleich zu meiner Facebook Seite?
  • Posting-Zeitpunkt: Zu welcher Uhrzeit werden die eigenen Tweets am aufmerksamsten gelesen?
  • Redaktionsplanung: Welche Themen kommen bei meinen Followern am besten an?

 

Twitter Statistiken

Twitter zeigt jetzt allen Nutzern detaillierte Statistiken.


Was kann Twitters Statistik-Dashboard?

Das Twitter Analytics Dashboard zeigt sowohl Zahlen zu einzelnen Tweets als auch Durchschnittswerte zu den vergangenen 28 Tagen an. Zweitere lassen sich erfreulicherweise komplett als CSV exportieren, um so offline weitere Auswertungen vornehmen zu können. Das dürfte in vielen Fällen aber gar nicht notwendig sein, denn das Dashboard stellt Informationen zur Follower-Entwicklung sowie zu den Interessen, Locations und zum Geschlecht der eigenen Leser recht übersichtlich dar.

Besonders nützlich für die Optimierung der eigenen Tweet-Strategie finde ich die Detaildaten zu Einzelmeldungen. Erstens kommt es oft anders, als man denkt: einer meiner Interkations-stärksten Tweets der letzten Wochen befasste sich mit… lecker Erdbeertörtchen. Ich hab einen Sekundenbruchteil lang sogar überlegt, ob ich meine Online Marketing Karriere zugunsten der Zuckerbäckerei aufgeben soll *g*

Zweitens liefert die Kombination aus Gesamtperformance und Mikro-Perspektive spannendere und leichter verwertbare Einblicke als alle Drittanbieter-Auswertungstools, die ich bisher benutzt habe (Hootsuite, SumAll, Buffer).

Welche Daten und Fakten rückt Twitter nun raus?

Twitter teilt das Statistik-Portal in drei Bereiche auf. Der Startbildschirm von analytics.twitter.com präsentiert Statistiken zu den eigenen Kurznachrichten. Der Menüpunkt „Follower“ präsentiert Zahlen und demographische Daten zu den eigenen Followern, “Twitter Cards” zeigt Auswertungen zu Twitters Metadatenformat.

Alles über Tweets – gesamt und pro Nachricht

Nach dem Einloggen bzw. dem Aufrufen von analytics.twitter.com gelangt man erstmal zu einer Übersichtsseite, welche die Tweet-Impressions der letzten 28 Tage übersichtlich zusammenfasst. Wenn man so ignorant und sporadisch twittert wie ich, ergibt das natürlich ganz ordentliche Ups and Downs.

Twitter Analytics

Übersicht über die Tweets der letzten Monate

Die Übersichtsliste mit den einzelnen Tweets folgt darunter, aufgeteilt in Tweets, Tweets und Antworten sowie Werbenachrichten. Hier zeigt Twitter folgende Daten an:

  • Impressionen: Wie viele Nutzer haben die jeweilige Nachricht auf Twitter gesehen?
  • Interaktionen: Wie oft haben Nutzer auf die Nachricht reagiert? Hier zählt Twitter Replies, Favs, Retweets – aber, ACHTUNG – auch Follows und Clicks innerhalb der Nachricht, etwa auf Links oder auch #Hashtags.
  • Interaktionsrate: berechnet nach der bewährten Formel (Interaktionen/Impressionen)*100 und in Prozent angegeben. Sozusagen die Twitter Conversion-Rate.*

* Anmerkung für Stochastiker: ob die Interaktionsrate hier über 100% liegen kann, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Theoretisch könnten ja 100 Nutzer eine Nachricht sehen. Wenn jeder einzelne Retweeted und 10 davon zusätzlich von faven, läge die IR nämlich bei 110%. Und wenn das passiert, endet das Internet, wie wir es kennen. Aber zum Glück gibt’s ja genug ignorante Bots *g*)

Der Klick auf eine einzelne Nachricht führt zur Detailanzeige im Pop-Up Fenster. Hier listet Twitter für jede einzelne Nachricht die folgenden Parameter auf.

Twitter Analytics

Detailansicht: Tweet-Statistik

  • Impressionen
  • Detailerweiterungen (wie oft hat Nutzer auf “mehr Details” geklickt)
  • Antworten
  • Retweets
  • Favoriten

All diese Daten lassen sich via CSV-Export in eigenen Tools weiterbearbeiten. Wie man die einzelnen Metriken bewertet und gewichtet, hängt natürlich von der jeweiligen Strategie und den Business-Zielen ab. Die Interaktionsrate bietet einen guten Anhaltspunkt, weit mehr Detail-Einsichten erhält man durch die Einteilung der Nutzer-Aktionen in “Direct Engagement” (Nutzer interagiert direkt mit dem eigenen Account) und “Indirect Engagement” (Favs, Klicks auf “mehr sehen” etc.).

28 Days later

Auf der rechten Seite der Nachrichtenliste blendet das Dashboard diverse Vergleichs-Charts ein. Hier sieht man auf einen Blick, ob Interaktionsrate, Link-Klicks, Retweets, Favoriten und Antworten im Vergleich zu den vorigen 28 Tagen gestiegen oder gefallen sind. Zu einzelnen Tweets gibt’s derzeit noch keine grafische Auswertung, einen frei einstellbaren Vergleichszeitraum hat Twitter ebenfalls nicht vorgesehen.

Was erfährt man über die eigenen Follower?

Der zweite Hauptmenüpunkt widmet sich der eigenen Followerschar. Detaildaten (hallo Datenschutz) findet man hier keine, stattdessen ein bis zu zwei Jahre zurückreichende Darstellung der eigenen Follower-Entwicklung sowie ein paar demographische Auswertung.

Twitter Statistik

Twitter Analytics: Das Follower-Dashboard

  • Interessen: Twitter kategorisiert seine Nutzer nach selbigen und zeigt die 5 am stärksten vertretenen Themen an sowie darunter eine Gesamtliste der “Top-Interessen”. Dass mit 49% und 48% “Technologie” und “Technische Neuheiten” an erster Stelle stehen, zeigt übrigens recht deutlich, wie wenig Twitter-Themenhoheit mit dem echten Leben zu tun hat und dass die Seite nach wie vor weit mehr Männlein als Weiblein und Sonstige twittern.
  • Standort: Hier zeigt Twitter die Länderaufteilung der eigenen Follower als quadratische Grafik mit korrespondierenden Segment-Größen. (Wenn jemand den Fachausdruck für solche Grafiken kennt, bitte aufzeigen und kommentieren.)
  • Geschlecht: zur Abwechslung mal ganz klassische männlich/weiblich.
  • Ihre Follower folgen auch: Die 10 Twitter-Accounts, denen die meisten Ihrer Follower ebenfalls folgen mit Prozentwerten.

Exportfunktion hat Twitter hier keine vorgesehen und fürs detaillierte Reporting hält sich der Nutzen dieser Daten in eher engen Grenzen. Man könnte allenfalls auswerten, ob und wie sich die Interessen über den Verlauf der Zeit ändern, um diese Erkenntnisse für die eigene Redaktionsplanung zu nutzen.

Twitter Cards – lohnt sich die Verwendung?

Der dritte Abschnitt der Twitter Statistik bezieht sich auf ein relativ neues Feature. Wohl inspiriert von Facebooks Open Graph führte Twitter ein eigenes Set von Metatags ein. Deren Inhalte befüllen die sogenannten “Twitter Cards”, mit denen man kurze Textpassagen, Fotos oder auch Videos an Kurzmeldungen anhängen kann. Twitter sieht verschiedene Typen von “Karten” vor. Damit diese auch angezeigt werden, muss der jeweilige Webmaster die passenden Tags hinzufügen und die Domain zusäztlich mit dem offiziellen Validator-Tool freischalten.

Twitter Cards Analytics

Die Twitter Cards Statistik

Interessierte finden im offiziellen Guide nähere Informationen. Hier auf datenschmutz nutze ich noch seit einer Weile das grandiose Easy Social Share Buttons Plugin für WordPress, das unter anderem auch besagte Metatags einfügt. Twitter verspricht höhere Klickraten, und in der Tag zeigen die Statistiken, dass mit grafischen Inhalten “angereicherte” Tweets deutlich höhere Klickraten erzielen. Im Detail verrät das Analyse-Werkzeug hier folgende Daten:

  • Schnappschuss: grafische Darstellung der Zusatzclicks durch Twitter-Cards.
  • Änderung im Zeitverlauf: zusätzliche Impressions und Clicks durch Twitter Cards.
  • Card-Typen: Twitter bietet verschiedene Typen (Photo Card, Gallery Card, Player Card etc.) an. Diese Auswertung zeigt, welche am besten bei den eigenen Followern ankommen.
  • Links: Welche Twitter Card Links erzielten die meisten Clicks?
  • Einflussnehmer: Die fünf Accounts, die am häufigsten Links zu eigenen Inhalten tweeten.
  • Tweets: Die fünf Twitter-Card Kurznachrichten mit den meisten Clicks.
  • Quellen: Apps, Webseiten und Widgets, mit denen am häufigsten getweetet wurde.

Dass Twitter das hauseigene Card-Format pushen will, liegt auf der Hand. Die meisten Nutzer dürften sich allerdings weit mehr für die “Primärnutzungsdaten” ihrer Kurznachrichten interessieren. Nur Wer jedoch bereits Twitter-Cards einsetzt, bekommt hier Daten zu Gesicht und sieht immerhin auf einen Blick, welche Zusatzinhalte die meisten Interaktionen erzeugten.

Fazit: Regelmäßige Besuche im Twitter Analytics Dashboard zahlen sich aus!

Die einzigen, die sich nicht über die neuen Tweet-Statistiken freuen dürften, sind spezialisierte Drittanbieter Tools. Für alle Nutzer, die nicht aus Spaß an der Freude twittern, sondern den Microblogging-Dienst als Teil ihrer Online-Marketing-Strategie nutzen, liefert die hauseigene Statistik wertvolle Einblicke und eine solide Entscheidungsgrundlage für den zukünftigen Umgang mit dem blauen Zwitscher-Vögelchen.

Ich vermute stark, dass Twitter im Lauf der nächsten Monate noch einige Funktionen nachliefern wird. An erster Stelle meiner persönlichen Wunschliste stehen frei wählbare Vergleichszeiträume und detailliertere Followerdaten.
Wer regelmäßig Reportings abliefert, bekommt aber schon jetzt ein intuitiv bedienbares, exzellentes Werkzeug inklusive der sonst so oft vermissten Export-Funktion. Damit tut sich Twitter nicht zuletzt selbst einen veritablen Gefallen, denn Hard Facts machen Twitter von einem mysteriösen Hoffnungsträger zum kalkulierbaren Bestandteil der eigenen Online Marketing Strategie.
Haben Sie das neue Twitter Analytics Dashboard schon ausprobiert? Finden Sie die Statistiken nützlich und verwenden Sie sie in Ihren Reportings? Erzählen Sie mir von Ihren Erfahrungen!

 

Was sagen Sie zum neuen Twitter Statistik Dashboard?

Bitter für Twitter: Deutschsprachiges Microblogging bleibt Nischenphänomen

Eigentlich hat sich Twitter ja vom Start weg an jenen Ratschlag gehalten, den Walter White seinem Crystal Meth Kochschüler Jessie gibt: “Be a blowfish!” Denn die Verteidigungsstrategie dieses Meeresbewohners besteht darin, sich aufzublasen und so viel größer zu erscheinen, als er eigentlich ist. Im Gegensatz zum Blowfish musste Twitter nichtmal selbst Wasser durch die Kiemen ansaugen, das haben andere besorgt: jahrelang nannten Chronisten der Social Media Ära Facebook und Twitter in einem Atemzug, und zwar in völliger Verkennung der Tatsache, dass Twitter zumindest im D-A-CH Raum wie auch im Großteil des übrigen Europas wenn nicht ein Rand-, so doch ein Kleingruppenphänomen darstellt.

Angesichts der Tollpatschigkeit des Managements, des wenig lukrativen Business-Modells und der stagnierenden bis rückläufigen Nutzungs- und Interaktionsrate spricht sich langsam herum, was der Spatz schon längst von den Dächern pfeift: längeres Zwitschern macht die meisten Nutzer Microblogging-müde.

Überall Tweets, nirgends Interaktionen, wenige Clicks

Meinem @datadirt-Account hat 43.000 Follower. Vor drei bis vier Jahren folgten auf jeden Link, den ich ausgeschickt habe, ein paar hundert Klicks so sicher wie das Amen in der Kirche. Davon kann längst nicht mehr die Rede sein: mehr Nutzer, weniger Zeit und verkürzte Aufmerksamkeitsspannen haben die Klickrate, die Twitter anfangs als Marketing-Tool so überaus attraktiv machen, in den Keller sinken lassen – keineswegs nur mir. Holger Schmidt schreibt:

Als die freundlichen Kollegen von @SPIEGELONLINE neulich einen Beitrag aus diesem Blog an die damals 280000 Follower twitterten (und ich hektisch beim Provider nachfragte, ob der Server hält), kamen trotz einiger Retweets ganze 250 Klicks auf den Text zustande. Eine Nachfrage bei einem Blogger-Kollegen brachte etwa die gleiche magere Resonanz. Ich treffe auch immer mehr Twitterer der ersten Stunde, die keine Lust mehr haben, weil die “Echokammer” inzwischen ziemlich leer sei. Bleibt nur ein kleiner Teil an Menschen übrig, für die Twitter als täglicher Nachrichtenlieferant unverzichtbar geworden ist? Denn auch im Kriterium der sozialen Interaktionen auf den Nachrichtenseiten verliert Twitter an Bedeutung gegenüber Facebook.

Der Stachel, der früher oder später die Luft aus dem Twitter-Ballon entweichen lassen wird, sitzt aber noch viel tiefer. Twitter schafft es problemlos, potentielle neue Nutzer neugierig zu machen, diverse Kooperationen mit Fernsehsendern holten viele neue Twitteranten ins Boot. So ein Account ist rasch angelegt, doch die Crux liegt in der Langzeitbindung. Aktuelle Nutzungszahlen und -trends belegen deutlich, dass selbst angesichts steigender Neuregistrierungen das Interesse rasant sinkt.

Im vierten Quartal 2014 schrumpfte erstmals die Wachstumsrate der Timeline-Views, während Twitter als Traffic-Quelle im deutschen Sprachraum immer unwichtiger wird. Don Dahlmanns fragt sich, ob Zeit und Ressourcen überhaupt noch gut investiert sind. Aktuelle Referrer-Vergleiche der Blogrebellen illustrieren ein unschöne Wahrheit: ob groß, ob klein, alle Webseiten hängen am Facebook-Traffic-Tropf. Twitter spielt auch hier auf datenschmutz im Trafficmix trotz knapp 50% Social Traffic bloß eine sehr untergeordnetes Röllchen, auch in den USA.

Social Media Traffic

Alle Mann von Bord

75% aller Twitter Nutzer springen im Lauf ihrer Microblogging-Karriere wieder ab:

Jeder siebte Nutzer, der sich bei Twitter angemeldet hat, ist also noch aktiver Schreiber; etwa jeder Vierte nutzt die Seite noch. Auch dieser Wert wird von Twopcharts bestätigt, die 13 Prozent aktive Schreiber, umgerechnet also etwa 124 Millionen schreibende Twitterer. Besonders interressant ist die Loyalität in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Anmeldung: 25 Prozent der Twitterer, die sich 2008 angemeldet haben, schreiben heute noch aktiv. Aber nur 10,7 Prozent der neuen Nutzer aus dem Jahr 2012 sind noch aktiv.

Das bestätigt auch die jüngste Onlinestudie von ARD und ZDF. Nur 7% der Nutzer seien täglich unterwegs, die Hälfte besucht Twitter bloß einmal im Monat – das entspricht mageren 1,95 Millionen aktiven Deutschen monatlich. Ob diese Zahl die Headline Twitter im Sinkflug rechtfertigt, sie dahingestellt. Weit mehr Sorgen macht mir ein anderer Indikator: geht man davon aus, dass unser gemächliches Österreich allen Netzentwicklungen locker zwei bis drei Jahre hinterherhinkt, so kann an getrost prognostizieren: es wird bald abwärts gegangen sein. Selbst wenn oder vielmehr gerade weil Twitter hierzulande seit Jahresbeginn einen deutlichen Popularitätsschub verzeichnen konnte. Die Zahl der Accounts stieg zwar um 20.000 auf insgesamt 117.000 – was aber imnmer noch bloß nicht ganz einem 27stel der österreichischen Facebook-Nutzerschaft entspricht.

Internationale Jubelmeldungen sind daher keineswegs 1:1 auf hiesige Verhältnisse umzulegen. Amerikanische Marketer sehen in erster Linie zwei Stärken: während KMUs auf Branding setzen, nutzen Großunternehmen ihre Twitter-Präsenz primär zur Gewinnung von Neukunden. Beide Gruppen geben durch die Bank an, ihre Werbebudgets zu erhöhen, sehen aber zugleich den hohen Zeitaufwand, den konsistentes Twitter-Marketing erfordert, als Hauptproblem.

Befürworter von Corporate Accounts argumentieren mangels Zahlenbasis gerne qualitativ: Die Alpentwitterrepublik möge zwar dünn besiedelt sein, dafür aber reich an digitalen Meinungsführern, deren kumulierte Microreichweiten alle Unkenrufer verstummen lassen sollte. Wenn sie denn die hier gierig aufgeschnappten Kurzmeldungen über die Grenzen des Twitterversums hinein in ihre Redakionsstuben und Blogs trügen… Ja, hier ist die Kommunikationsbranche in der Tat noch weitgehend ungestört unter sich. Wo sich Pressesprecher und Innenpolitik-Redakteuer gute Nacht sagen, sollte man aber realistischerweise von klassischer PR und nicht unbedingt von Social Media Marketing sprechen.

Here be dragons (und Armin Wolf)

Verglichen mit Italien, Spanien und Großbritannien sind Deutschland und Österreich sehr dünn betwittert, wie diese Mapbox-Karte zeigt:

Europe Tweets

Schön, wenn sich trotzdem wenigstens die Politik über “Interesse” freut, immerhin fand die erste Debatte der EU Spitzenkandidaten in Maastricht am 28. April ja quasi unter Ausschluss der Old Media Öffentlichkeit statt. Und es zeugt von rührender Hilflosigkeit, wenn euractiv versucht, Erfolgserlebnisse zu beschwören:

Wer die Debatte gewonnen hat, ist offen. Aber alle Parteien zeigten sich beeindruckt vom Online-Interesse an der Diskussion. “Ich habe die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien angeschaut, und es scheint, als ob die Menschen zugeschaut und zugehört hätten”, sagte Martin Schulz im Anschluss an die Debatte. “Wir waren unter den beliebtesten Hashtags in mehreren Ländern in ganz Europa. Das ist ziemlich beeindruckend”, sagt Giuseppe Porcaro vom European Youth Forum.

Herr Porcaro ist offenbar nicht der einzige, der leicht zu beeindrucken ist – der Autor des Artikel entblödet sich nicht, den Zwischentitel “Die sozialen Medien als zentrales Wahlkampfelement” zu wählen, um dann folgendes zu konstatieren:

Nach Angaben einer Umfrage zum Medienkonsum in Europa bevorzugen 75 Prozent der Bürger das Fernsehen als Informationsquelle für Europapolitik. Auch die Printmedien stehen hoch im Kurs. 40 Prozent aller Befragten geben an, dass diese eine ihrer beiden Hauptquellen für Informationen seien. Zwei von zehn Europäern sagen, dass sie das Internet überhaupt nicht nutzen.

Here be dragons

Solche Aussagen sind symptomatisch für die Wahrnehmung von Twitter: man möchte modern sein, möchte gerne glauben, dass ein 140-Zeichen-Service für die Sünden der Old Media Welt büßt, und Zuckerbergs gleich dazu. Dabei hat sogar @ArminWolf, Aushängeschild der österreichischen Twitter-Szene und Hauptgrund für deren starke Journalisten-Lastigkeit, auf seiner Facebook-Seite mittlerweile 40.000 Follower mehr als auf seinem Twitter-Profil.

Das Management arbeitet hart an der Kreuzigung

Die Geschichte des Unternehmens weist zwei Konstanten auf: Twitter hat erstens von Beginn an innovative technische Lösungen aus dem Hut gezaubert, mit dem Bootstrap-Framework eine enorm populäre Grundlage für viele Webservices geschaffen und eine mittlerweile solide Infrastruktur (Stichwort #Failwhale) auf die Beine gestellt. Und es zweitens immer konsequent geschafft, weit hinter den Möglichkeiten des Marktes zurück zu bleiben:

Die momentanen Probleme von Twitter (Reichweite, stagnierende Userzahlen) basieren auf etlichen Fehlentscheidungen des Managements. Wenn ich Drittanbieter nutzen muss um eine wackelige, von niemanden überprüfbare Userliste, die nach Interessen sortiert ist, zu bekommen, dann ist das schon mal schlecht. Twitter hat es auch vermieden, wichtige Bestandteile der Seite weiter zu entwickeln.

Im letzten Quartal hat Twitter schon wieder 132 Millionen an Investorengeld verbrannt – die Differenz der Betriebskosten gegenüber Einnahmen von 250 Millionen Dollar. Mit dem gezielten Aussperren von Drittentwicklern dürften sich die Betreiber langfristig auch keinen Gefallen getan haben.

Ist Twitter also passé? Den Exitus des Patienten zu konstatieren, wäre mehr als verfrüht, zumal der Service in den USA schon längst zur festen Begleitung des Fernsehprogramms geowrden ist. Andererseits schützt auch ein bekannter Brand nicht vor dem rasanten Sturz in die totale Bedeutungslosigkeit, siehe Myspace. Die ankündigte Einführung eines Mute-Buttons, der es ermöglicht, Nutzern zu folgen, ohne deren Tweets in der eigenen Timeline zu sehen (quasi Facebook-Filterung für misstrauische), wird jedenfalls keinen Weg aus dem Dilemma weisen, mit dem Twitter in Deutschland und Österreich zu kämpfen hat: eine vergleichsweise überschaubare Gruppe von Opinion-Leadern versichert sich gegenseitig, wie toll und relevant sie Twitter und sich selbst finden.

Der Rest schaut gelegentlich mal vorbei und weiß nicht so recht, wie er diese schier endlose Flut an kleinen Textschnipseln sinnvoll und dauerhaft in den kommunikativen Alltag integrieren soll. Und wenn nach nunmehr acht Jahren die Zahlen zeigen, dass bloß ein einstellige Prozentzahl längerfristigen Nutzen in diesem eigenartigen, widersprüchlichen Medium sieht, dann muss man sich vermutlich von dem Gedanken verabschieden, dass der große D-A-CH Durchbruch demnächst oder überhaupt irgendwann erfolgt. Mal sehen, wie lange Twitter die Heizkosten für unsere Vanity-Nische noch bezahlen kann.

Ein Blog ist keine Facebook-Chronik- Interview mit Sascha Lobo

Auf der diesjährigen re:publica stellte der deutsche Social Media Experte und Blogger Sascha Lobo die Alpha-Version eines WordPress Plugins vor, das die eigenen Social Media Inhalte wieder zurück ins Blog holen soll. Reclaim.fm geht über das Konzept einer herkömmlichen Social Wall hinaus, weil die Inhalte in der eigenen Datenbank gespeichert werden sollen – denn die Facebook-Chronik ist nicht der Weisheit letzter Schluss in punkto Flexiblität und Online-Publishing.

Wie geht’s also weiter mit der Blogosphäre? Wie wird sich das Verhältnis zwischen Weblogs und der Social Sphere in Zukunft gestalten? Viel Spaß mit dem 2. Teil des datenschmutz-Videopodcasts mit Sascha Lobo.

Im ersten Teil des Podcasts geht’s um Netzneutralität, Online-Politik und Monopole:
datenschmutz-Videopodcast mit Sascha Lobo – Teil 1

Die Politik muss schneller werden – Interview mit Sascha Lobo

Sascha Lobo ist Blogger, Buchautor, Journalist – zusammenfassen lassen sich seine viele Aktivitäten wohl am besten unter dem Begriff “Online-Popstar”. Am Internet Summit 2013 hielt der deutsche Netzaktivist mit dem unverwechselbaren roten Irokesen-Haarschnitt einen Vortrag über den Status Quo von Netzpolitik und Netzneutralität. Die österreichische Online-Branche feierte in diesem Jahr ein Doppeljubiläum: 25 Jahre .at-Domains und 15 Jahre nic.at boten gleich zwei Anlässe für eine kritische Analyse des Status Quo, denn die drängenden Fragen auf der digitalen Agenda häufen sich.

Medienmonopole nie gekannten Ausmaßes formen die digitale Sphäre. Google definiert, was wir wie im Internet finden, die NSA hört fröhlich und unsaktiniert mit. Zugleich wird an vielen Fronten hitzig über Datenleitungen als Basisinfrastruktur diskutiert respektive gestritten, und etliche Provider würden das Prinzip der Netzneutralität lieber heute als morgen aufgeben. Was kann die Politik tun, was soll die Politik tun. Was ist der User, was darf er hoffen? Viel Vergnügen mit dem ersten Teil des Interviews.

Im zweiten Teil des Podcasts geht’s um Weblogs und Social Media:
datenschmutz-Videopodcast mit Sascha Lobo – Teil 2

datadirt – Twitter Influencer Number One

APA breaking News: ich herrsche mit eiserner Faust und keinerlei Sinn für Gerechtigkeit weiterhin über jene tapfere Enklave der Austro-Tweetosphäre, die sich dem Terror-Regime von König Leitwolf tapfer widersetzt – qua sehr passiven Widerstands wie weiland Ghandi, denn bekanntlich sagt ein Blogartikel mehr als 1000 mal mehr als 140 Zeichen. Die gute alte 160-Zeichen-Ära ist lang vorbei – war ganz schön viel Arbeit, tausende alte Tweets umzuschreiben. [1. Bei gleichbleibender Entwicklung enthält ein Tweet im Jahr 2023 maximal 0 Zeichen – exakt wie vom Meier-Kalender vorausgesagt!]

Da blieb kaum Zeit für vorwärtsgewandte Kommunikation, so hätte ich die Goldmedaille in der Kategorie “ferner tweeten” um ein Schamhaar übersehen, hätte mich nicht der umfassend monitorende Herr Haderer auf einen erfreulichen Umstand hingewiesen:

[tweet https://twitter.com/hdrr_at/statuses/205256180010975232]

Aktualität, Quantität… überlass ich gern den alten Medien und nehmen, voll authentisch kaum getwitternd habend in der jüngeren und jüngsten Vergangenheit, stolz meine Auszeichnung entgegen und köpfe zur Feier des Tages ein Fläschlein Schaumwein. [2. He Freixenet, hier könnte Freixenet stehen, wenn ihr mir ein paar Flaschen schickt. Ich trink Freixenet, den einzigen spanischen Cava, den man in jedem noch so abgefuckten Billa bekommt, wirklich gern. Mit Prosecco würd ich nicht mal mein Motorrad waschen, aber es könnte auch eine Proseccomarke hier stehen, gegen Bares aber nur. Manwhoring for Cheeseburgerz again!]

Hier geht’s zur .at Twitterliste (auf “Weitere Influencer” klicken) – Gratulationen werden via Kommentarformular gern entgegen genommen, von Blumenspenden bitten wir abzusehen.

Österreich-Monitoring: Social Media am Radar

Social Media RadarSeit Technorati keine quantitativen Daten mehr über die Blogosphäre liefert, sind die Deutschen Piraten Blogcharts die einzig verlässliche Quelle für digitale Landvermesser. Dann gibt’s noch einige Twitterlisten, aber die haben beträchtlich an Attraktivität verloren, seit der Fokus der Useraufmerksamkeit sich hartnäckig auf Facebook konzentriert. Nicht verwunderlich also, dass die von Digital Affairs schon länger bereit gestellten FB-Nutzungszahlen in fast jedem Vortrag über Social Media Nutzung Österreich zitiert wurden. Aber die boten bloß einen Vorgeschmack auf die virtuelle Landvermessung, denn letzte Woche ging online: die Seite bieten detaillierte Statistiken zu Facebook und Twitter, Zahlen zum mittlerweile auch in Europa immens populären Geolocation-Service Foursquare sollen in Kürze folgen.

Social Media Radar - Facebook Page Ranking

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Wiener Runde Podcast: Spaghetti an die Wand kleben

Da hätte ich der hochverehrten Leserschaft vor lauter Barcamp-Stress doch fast die aktuelle Ausgabe der Wiener Runde vorenthalten… nun denn: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aus dem geplanten Barcamp-Special ist zwar nichts geworden, dafür haben wir uns am vergangenen Freitag ganz regulär unterhalten – über Spaghetti, die an der Wand kleben, Twitters neue Werbe-Strategie, den 7. Geburtstag von WordPress und vieles mehr. ‘njoy!

Links zum Podcast auf Wienerrunde.at   Download
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Wiener Runde Podcast: Dem Vulkan trotzen

Wolken ziehen hoch am Himmel übers Land – Wolken, mit denen Eyjafialla den europäischen Flugverkehr recht erfolgreich lahmlegt. Island ist pleite und hat kein Geld, um einen neuen Deckel für den Vulkan zu kaufen – und auch die Wiener Runde wurde tief betroffen: anders als sonst konnten wir den freitäglichen Podcast nicht im obersten Stockwerk des Burj Al Arab aufnehmen, sondern musste auf Skype ausweichen. Da kam das neue neue Podcast-Studio-Equipment gerade recht: ein Rode NT1A und ein Presonus Channel One versehen ab sofort Dienst im datadirt Headquarter, der Mackie-Mixer ist noch am Weg aus England nach Wien:

Aber genug der Technikverliebtheit, ein ausführlicher Beitrag zu verschiedenen Podcast-Aufnahme-Möglichkeiten folgt in Kürze. Fusselig geredet haben wir uns den Mund am Freitag in erster Linie über Twitter, dazu gibt’s wie gewohnt wieder jede Menge Links zum Nachsurfen.

Links zum Podcast auf Wienerrunde.at   Download
mp3, 55Mbyte [rechte Maustaste und “speichern unter”]

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Twitter-Numerologie: Wem folgt Österreich?

Twitter-Charts existieren mittlerweile en masse – was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass de facto keine eindeutige Messmethode existiert: die Zahl der Follower lässt sich allzu leicht manipulieren, also könnte man auf die Retweets setzen, die Listen-Mitgliedschaften zählen oder komplexe Wertungsalgorithmen aus mehreren Parametern bauen. In dieser Hinsicht hat der Spruch “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast” durchaus seine Gültigkeit. [Ob diese Aussage nun tatsächlich von Winston Churchill oder doch von Joseph Goebbels zuzuschreiben ist, weiß man übrigens nicht genau.]

.at Twittercharts

Gerald präsentiert heute allerdings eine Auswertung, die keinen Spielraum zur Interpretation lässt und der für den österreichischen Online-Werbemarkt spannenden Frage nachgeht: Wer hat die meisten österreichischen Twitter-Follower?. Wie zu erwarten landete auf Platz nicht etwa ein Franzose, sondern Ankermann Armin Wolf. Auch auf den folgenden vier Plätzen findet sich mit Rob Misik, dem Blumenau, Corinna Milborn und Meister Holzer kein reinrassiger Digital-Publizist, oder, wie Gerald schreibt: Weiterlesen

ceTwit: Mein Twitter-Favorit für Windows Mobile

Seit einiger Zeit verwende ich wieder vorwiegend Windows Mobile Handys (It’s all just a little piece of history repeating!). Was mir bisher fehlte, war ein flinker Twitter-Client unterwegs – genau den habe ich nun in Form der Freeware ceTwit gefunden. Das schlanke Programm von Vince Koser beruht auf dem .net Compact Framework und bedient neben Twitter und Twitpic auch Ping.fm. Weiterlesen

Video-Podcast: Interview mit Matthias Lüfkens

Matthias Lüfkens hielt am eDay 2010 vergangene Woche die Keynote: der Social Media Experte des World Marketing Forum Davos rät Unternehmen, auf die eigenen Mitarbeiter als wertvollstes Web 2.0 Kapital zu setzen und sich nicht von (weitgehend unbegründeter) Angst vor negativen Konsequenzen und Kontrollverlust zu fürchten.

Im Video-Interview, das sich *kein* Social Media Berater (und die gibt’s mittlerweile ja wie Sand an der Strandbar Hermann) entgehen lassen sollte, erzählt Matthias, den ich beim World Blogging Forum in Davos kennen gelernt habe, worauf Unternehmen bei ihren Social Media Marketing Aktivitäten achten sollten und woher der Trend-Wind 2010 weht:

[vimeo]http://vimeo.com/10050937[/vimeo]
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Barcamp Klagenfurt 2010: 50 Beweisfotos und ein Konzertmitschnitt

Herzlichen Dank dem Organisationsteam des Barcamp Klagenfurt 2010: wie schon in den Vorjahren zwei tolle Tage mit hervorragenden (und mittlerweile wohl durchaus obligatorischen!) Kärntner Kasnudeln und spannenden Sessions. Meine persönlichen Highlights waren Olaf Nitz’ Präsentation über Social Media und Social Search sowie Gerald Bäcks Session zum Thema “Reichweitenmessung auf Twitter”. Hier endlich mit ein wenig (upload-technisch bedingter) Verspätung meine Fotos vom #bcklu und ein äußerst musikalisches Podcast-Special – ‘njoy!


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Social.Media.Sucht: Hilfe, das Internet hat meinen Verstand gefressen

Was haben die FAZ und the gap gemeinsam? Die Herausgeber beider Druckwerke misstrauen dem Internet und den Herzpulsbeschleunigenden Fährnissen digitaler Ubiquität, ja man könnte ohne Übertreibung sagen: sie beäugen die sozialkraftzersetzende Auswirkung der digitalen Revolution ausgenommen kritisch. Frank Schirrmacher in seinem kürzlich wohlkalkuliert erschienen Irrwegs-Essay, Thomas Weber im aktuellen Impressum von the gap. Es läge demnach die Haupt-Lebensqualität-verbessernde Wirkung des Internet darin, sich “auch mal eine Auszeit” respektive eine “Facebook-freie” Periode zu gönnen.

Nun mag ich zwar den Falter lieber als je zuvor, denn nicht einmal die Titanic ist unterhaltsamer als eine Truppe von erzreaktionären Alt-68ern, die sich aus selbstkonstruierter Tradition heraus für “progressive Links(liberale) halten. Und ich schätze Armin Thurnhers unmotivierte und beleidigende Ausritte gegen die Internetgeneration im Allgemeinen und gegen seine eigenen Mitarbeiter im Speziellen mindestens so sehr wie Hans Mentz’ Humorkritik. Doch die Dreistigkeit, mit der die junge Generation einem Armin Thurnher seinen Kulturpessimismus klaut, erschüttert meinen Irrglauben ans Urheberrecht zutiefst. Weiterlesen

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