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Facebook kreuzigt die kostenlose Reichweite – eine Osterpredigt

Dieser Zuckerberg nimmt sich aber ganz schön viel heraus! Bedauernswerte Agenturen, die je nach Markteintritts-Datum 1 bis 5 Jahre lang ihren Kunden von der viralen Power des größten Social Networks vorgeschwärmt haben, müssen plötzlich denselben Budget-Verantwortlichen erklären, dass ab sofort neben der Betreuungspauschale nun auch noch reichlich Kosten pro Posting anfallen. Und zwar einfach nur deshalb, damit mehr als 5% der Fans das zu sehen bekommen, was sie gefälligst zu interessieren hat.

Unternehmen bezahlen also für “Reichweite”. Sie werfen Münzen ein, damit Facebook-Nutzern in ihrem Homestream plötzlich Bierwerbungen oder Mobilfunkverträge angepriesen werden. Und wenn’s mit der Conversion nicht ganz so hinhaut, dann drückt man eben auf Repeat, denn jeder Kontakt mit dem eigenen Logo “zahlt in den Markenwert ein”. Wir merken es bereits an der Bullshit-Bingo-Sprache, die sich plötzlich in die Domäne der Möchtegern-Digital-Vordenker einschleicht, ja, wir kennen das: man nennt es Werbung. Nicht virale Reichweite.

Das ist auch völlig okay, denn erstens sind Facebook-Nutzer, ob privat oder beruflich, den Launen Facebooks wehrlos ausgesetzt. Gestern erzielten Text-Status-Updates die höchste Reichweite, dann hat jemand am Algorithmus geschraubt und alle posten nur mehr Videos. Morgen sind dann Bilder dran – Hauptsache, man trickst den Newsfeed aus.

Den Newsfeed kann man nicht austricksen

Ausgestrickst werden aber bloß die Nutzer. Oder besser gesagt, sie werden an der Gurgel gepackt und so lange gewürgt, bis endlich eine Conversion zustande kommt. Seth Godin nennt diese Vorgehensweise in seinem TED-Talk von 2007 “How to get your idas to spread” den TV-Industrial-Complex: Reichweite einkaufen, Vertriebserlöse steigern, mit den Erlösen mehr Reichweite kaufen. Doch Social Media Agenturen haben brav auswendig gelernt, dass man “authentisch” sein muss und “mit den Kunden auf Augenhöhe kommunizieren”. Nun hat man aber erkannt, dass über weite Strecken gilt: “They just don’t care!”

Konsumenten haben mehr Wahlmöglichkeiten als je zuvor. Darauf reagiert Facebook mit immer restriktiveren Filter-Mechanismen. Genauso, wie die Luft an der Spitze des Google-Index von Jahr zu dünner wird und AdWords mangelnde organische Reichweite abfedern, garantieren Facebook-Ads, dass der an sich solide funktionierende Open Graph Ontologie unterlaufen wird. Unternehmen bezahlen also dafür, Nutzern Inhalte zu zeigen, die diese nicht sehen wollen.

Schmerzensgeld für Newsfeed-Clutter?

Sagen und Legenden zufolge existieren aber nach wie vor Facebook-Pages mit Visibility-Raten von über 50 Prozent, zumindest für einzelne Postings. Auch das ist nichts neues: für jedes Viral Video, das auf Youtube 1 Million Views bekommt, siechen 100 andere ungesehen dahin.

Sind die Goldrausch-Jahre der Werbeagenturen auf Facebook vorbei oder haben sie womöglich gar nie stattgefunden? Allerorten setzt Ernüchterung ein ob der Tatsache, dass Mark Zuckerbergs Plattform den Seitenbetreibern immer dreister in die Tasche greift, Spielregeln nach eigenem Gusto ohne Vorankündigung ändert und 99% aller kommerziellen Inhalte keineswegs viral verbreitet, sondern gleich mal präventiv vor den Augen der “Fans” verbirgt.

Dass der Großteil aller Facebook-Nutzer einfach nur mit *menschlichen* Freunden kommunizieren will und wenig Interesse an werblichen Botschaften hat, wäre zu ernüchternd, also müssen andere Erklärungen her. Faktum ist und bleibt ja: solange sich soviele Surfer regelmäßig auf der blauen Lagune herumtreiben, bleibt die Attraktivität für Werbetreibende ungebrochen hoch und solange kann sich’s Facebook leisten, sogar zahlende Gäste auf harten, unbequemen Holzbänken Platz nehmen zu lassen. Wer mehr für sein Geld will, als Facebook vertraglich garantiert, kommt sowieso schon längst nicht umhin, auf originelle, inspirierende, kostenintensive und nicht zuletzt weniger Inhalte zu setzen.

Sagen und Legenden von großen US-amerikanischen Companies, die Facebook enttäuscht den Rücken zuwenden, entpuppen sich bei näherem Hinsehen als zumindest unvollständig: so hat sich, wie häufig kolportiert wird, GM (General Motors) im Mai 2012 durchaus nicht ganz aus Facebook zurückgezogen, sondern lediglich aufgehört, in großem Stil Ads zu schalten. Charter Communications, einer der größen amerikanischen Kabelfernseh-Provider, hat sich beim Customer Support über Social Media Kanäle die Finger verbrannt. Erstere Nachricht sorgte vor allem deshalb für Furore, weil sie kurz vorm Börsegang Facebooks an die Presse ging, zweitere kann vermutlich jeder Social Media Verantwortliche in größeren Unternehmen recht gut nachvollziehen: die Anbindung bestehender CRM-Systeme an das eigenartige Flickwerk Facebook steckt, freundlich ausgedrückt, in den Kinderschuhen.

In Online-Österreich führen alle Weg nach Menlo Park

In einigen europäischen Ländern, darunter Europa, stellt sich die Situation mangels Alternativen noch drastischer dar: 3,2 Millionen Facebookern stehen in der Alpenrepublik noch nicht mal volle 120.000 Twitter Accounts gegenüber. Auf Google+ tummeln sich derzeit (noch) vorwiegend Kommunikationsexperten, Pinterest fliegt unter der Wahrnehmungsgrenze dahin und Instagram könnte in naher Zukunft an Kampfgewicht zulegen, gehört aber auch schon längst Facebook. Wer in der D-A-CH Region “Social Media machen” und ein breites Publikum ansprechen will, kommt an Facebook nicht vorbei. Punkt.

Judith Denkmayr von Digital Affairs sieht die Investitionssicherheit nicht mehr gegeben:

Fans, die wir in den letzten Jahren mit noch mehr Ressourcenaufwand und Einkauf von Facebook-Werbemitteln erworben haben. Für die wir unsere Websites, Drucksorten, Emailsignaturen und TV-Werbungen mit Facebook Werbung (Like buttons, Facebook Links, Sharebuttons und Widgets) zugekleistert haben. Eben diese Fans, für die wir bereits einmal gezahlt haben, nimmt Facebook jetzt in Geiselhaft.

Soviel Altruismus hätte ich Facebook von Beginn an nicht unterstellt, immerhin ist die genaue Funktionsweise des sogenannten Edgerank seit gut 2 Jahren bekannt. Obwohl ich persönlich ohnehin der Meinung bin, dass Facebook mit dem Ausblenden fader Werbe-Updates die User eher aus der Geiselhaft der “sozialen Unternehmenskommunikation” entlässt. Klaus Eck sieht die aktuelle Lage weit emotionsloser:

Wer im Social Network Facebook mit seinen Unternehmensinhalten punkten will, muss dafür in Zukunft größere Aufwendungen einplanen und auf Sponsored Posts setzen. Das Ende der klassischen Gewinnspiele und hoffentlich damit der langweiligen, austauschbaren Inhalte ist absehbar. Es ist kaum Unique Content und reizt nur die Schnäppchenjäger, sich zu beteiligen. Um die realen Stakeholder anzusprechen, bedarf es einer dezidierten Content- und Kommunikationsstrategie. Die Inhalte sollten weniger austauschbar sein.

Sind noch genug große Scheine in der Portokasse?

Mark Schaefer sprach Anfang des Jahres vom Content-Schock und prognostizierte rasant steigende Preise:

If I was “paying” my readers $500 a week in 2009, I am probably paying them $1,500 per week now because of the pressure to create more and better content that will keep their attention. Next year, it might be $3,000 per week — just to MAINTAIN my readership in the face of the Content Shock.

Wie drastisch sich diese Inflation der Sichtbarkeit auswirkt, zeigt der Facebook Page Cost Calculator von Shift Communications. Nach Eingabe der Seitenadresse errechnet das Script einen groben Schätzwert dafür, wieviele Münzen der Seitenbetreiber pro Posting einwerfen müsste, um alle bestehenden Fans zu erreichen, also eine Sichtbarkeitsquote von 100% zu erzielen. Für die datadirt-Page wären das $83,62 pro Posting, also satte 13.000 Dollar pro Jahr mit 3 Postings pro Woche, für die datenschmutz-Seite immerhin noch 2.351 Dollar. Und Pula müsste als Social Media Modellhund mehr als $3.312 in die Kasse spülen, damit noch was übrig bleibt für Leckerlis.

Für derlei Summen bekommt zwar Displayfläche, aber weder Clicks noch Conversions. Ein Paradigmentwechsel zeichnet sich ab? Nein, er ist schon längst eingetreten: mittlerweile ist nicht nur die Produktion gern gelikter Inhalte teuer, sondern auch deren Distribution. Sogar besonders schlaue Interaktions-Schnorrer, die an jeder Status-Update-Ecke lauern, wird eiserne Besen besonders empfindlich treffen, denn Like- und Kommentarbetteleien sollen zukünftig hart abgestraft werden. Beiträge, in denen Nutzer zum Interagieren aufgefordert werden (Like meine Foto von einer zerbrochenen Bierflasche und gewinne ein iPad!), sollen zukünftig seltener im Newsfeed angezeigt werden.

Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein…

Werden Social Media Agenturen in den kommenden Monaten so schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind? Unwahrscheinlich. Denn erstens haben sich viele Marketingverantwortliche und Vorstandsmitglieder gerade erst an den “Hard Fact” Fanzahl gewöhnt (mein absoluter Favorit: die inzwischen wieder abgetauchte Ben & Jerry’s Austria Page, deren Fanzahl knapp die Einwohnerzahl der Alpenrepublik überstieg), und zweitens war’s früher nicht besser, sondern bloß weniger.

Michael Lazerow, Mitglied des Facebook Creative Councils, kann man getrost glauben, wenn er erklärt, dass die Creme de la Creme der Facebook-Maestros auch zukünftig die Geldtasche im Hosensack stecken lassen kann. Drei Faktoren geben in Kombination den Ausschlag:

  • Timely and relevant: That’s what we all expect from our News Feed.
  • Shareable: Something that you’d actually share with your friends and recommend to your own network. If you won’t share it, no one will.
  • Genuine: Your content must be genuinely interesting and not be a blatant attempt to game Facebook. So get rid of those, “Click ‘Like’ to vote…”

Für alte Hüte ist Platz genug in den Old Medias, und Linkbaiter haben’s in der Vergangenheit mit iPad-Verlosungen heftig übertrieben. Besonders relevant erscheint aber der zweite Punkt: seit Jahren ersuche ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Workshops höflich aber bestimmt, mal kurz die Innenperspektive zu verlassen und sich vor jedem Firmenposting die alles entscheidende Frage zu stellen: Würde mich das als Privatperson interessieren? Würd ich’s liken, teilen, kommentieren?” Wer darauf ehrlich mit “ja” antworten kann, macht nicht viel falsch. und erreicht mit Konsequenz und Kreativität recht rasch die richtige Zielgruppe. Man muss nicht von jedem geliebt werden, aber man sollte niemanden langweilen. Dann klappt’s auch auf Facebook mit der organischen Reichweite.

WKO eDay 2011 – Thema fürs Wunschkonzpert vorschlagen + Handy gewinnen

Der eDay ist die größte Veranstaltung der Wirtschaftskammer Österreich – über 2.000 Besucherinnen und Besucher ließen sich im Vorjahr von mehr als 70 Vortragenden und 40 Ausstellern über alle Aspekte des Online-Business informieren. Der eDay 2011 findet am 3. März in der Wirtschaftskammer Österreich (Wiedner Hauptstraße 62, 1045 Wien) statt und bietet unter dem Motto “Erneuern, um zu wachsen” neben einem noch umfangreicheren Programm zwei neue Zusatzangebote: Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern wird erstmals eine spezielle Wissensplattform für Wachstum im E-Business geboten, und im Rahmen des “Wunschkonzerts” hat jeder die Besucher die Möglichkeit, eigene Themenvorschläge einzureichen und ein Nokia E55 Monoblock Business-Phone zu gewinnen.

eDay 2011 - 3. März 2011

Haben Sie das E-Day Programm gelesen und hätten Sie gerne einen Vortrag zu einem Thema, das bisher nicht behandelt wird?

Dann schlagen Sie uns (in der Zeit von 20.01. bis 31.01. 2011) Ihr Wunschthema (max. 3 Themen / Person) vor!

Die spannendsten Themen werden (von 01.02. bis 10.02. 2011) auf www.eday.at zum Publikumsvoting bereitgestellt. Die 3 Themen, die beim Voting die meisten Publikumsstimmen erhalten, werden am E-Day im Franz Dworak Saal (von 17:00 bis 18:30 Uhr) vorgetragen.

Das E-Day Team kümmert sich um kompetente ReferentInnen für diese Themen. Die drei EinreicherInnen der beliebtesten Themen erhalten jeweils ein NOKIA E55 Monoblock mit suretype business phone.

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Video: Social Media für Ihr Unternehmen

Vite Social MediaAm 7. Oktober waren Martina Grom, Werner Reiter, Robert Lender, Robert Harm und ich zu Gast bei VITE – Vienna IT Enterprises. Das Thema “Social Media Anwendung in Unternehmen” stößt derzeit auf äußerst reges Interesse, sprich: von den 100 Plätzen im Businesscenter Nineteen ist keiner leer geblieben. Ich freue mich, dass wir den Besucherinnen und Besuchern ein paar Anstöße und Ideen rund um Social Media im Unternehmenskontext geben konnten und freue mich aufs nächste “Gastauftritt” bei VITE. Hier der Videorückblick, und: stay oldschool!

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Symposium: Digitales Managen

Der Leiter der Hauspost spielt schon wieder stundenlang “Farmville” – fast hätte ihn die elektrische Post um seinen Job gebracht, aber die eBay Eil-Pakete des Marketingleiters, der in seinem Eckbüro Orchideen züchtet, werden sich wohl auch auf absehbare Zeit noch nicht durch Datenleitungen quetschen lassen. Was lässt sich digitalisieren, was nicht? Jan A. Poczynek und die Beratergruppe Neuwaldegg beim Symposium digitales managen stellen die Frage einen Deut spezifischer: “Wie verändern Facebook, Twitter & Co. Entscheidungen und Kommunikation Unternehmen?”

Piratengruppe Neuwaldegg

Dass Social Networks ein Dialogmedium sind, das ausnehmend direktes und durchwegs nicht immer erwünschtes Feedback auf direktem Weg notfalls auch bis in die Chefetage befördert, musste schon so mancher Pressespreche auf die harte Tour lernen. Überhaupt stellen Social Media Strategien hohe Anforderungen an die interne Kommunikation und zweifellos auch an die Nerven der EDV, die wirklich besseres zu tun hat, als was auch immer man gerade von ihr braucht. Weiterlesen

Stephen Elop über Microsofts Business Visionen

usaDieser Beitrag ist auch auf Englisch verfügbar.

Bill Gates schickt, anders als Ex-Kanzler Franz Vranitzky, Mitarbeiter mit Visionen nicht notwendigerweise zum Arzt. Ganz im Gegenteil: Stephen Elop, Präsident von Microsofts Business Division, erzählt im folgenden Interview, in welche Richtung sich Business-Kollaboration seiner Meinung nach in den nächsten Jahren entwickeln wird:

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eDay Verlosung: Video-Visitkarten im Wert von €1.700 gewinnen!

Am 4. März lädt die Wirtschaftskammer Österreich zum eDay 2010. Online-Video bildet in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt. Über den E-Video Award habe ich bereits berichtet (die Einreichfrist endet am 5. Februar), außerdem wird die gesamte Veranstaltung mit mehreren parallelen Streams live im Netz übertragen inklusive Keynote-Videoarchiv. Und für datenschmutz-Leser gibt’s zusätzlich eine ganz besondere Aktion: in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich verlost datenschmutz 2 Video-Visitenkarten im Gesamtwert von €1.700,-. Professionell produziert werden die Clip von News on Video, dem Full-Service Dienstleister rund um Bewegtbilder im Internet.

Damit trifft das Wiener Unternehmen exakt den Zeit- oder besser gesagt Netzgeist, denn eine solche multimediale Vorstellung wertet Homepages enorm auf und wird entsprechend stark nachgefragt. Die Video-Visitenkarte ist ca. eine Minute lang und inkludiert ein kurzes Interview. Ein Beispiel findet man auf der News on Video Homepage: Weiterlesen

Wer stringent auftritt wirkt authentischer

Für Firmen mit klassischen Kommunikationsstrukturen ist es gar nicht so einfach, eine stringente Kommunikationslinie durchzuhalten, wie mir eine unbedeutende, aber signifikante Anekdote heute mal wieder gezeigt hat. So haben offenbar PR- und Marketing-Abteilungen manchmal recht divergierende Ansichten zum Thema Auswahl der richtigen Business-Partner.

Ein Online-Retailer plant einen Werbe-Event; im Zuge der Social Media Pressearbeit erhalte ich unaufgefordert einige Mails sowohl von Presseabteilung als auch PR-Agentur mit der freundlich-bestimmten Aufforderung, über die Veranstaltung zu berichten, denn diese sei von großem Interesse für meine Leser. Im Gegensatz zu den meisten derartigen Mails stimmte das in dem Fall übrigens sogar.

Andere Location, selbes Theaterstück: Zufällig hatte ich mich bei einem internationalen Affiliate-Netzwerk einige Wochen zuvor für das Programm desselben Händlers beworben – heute erreichte mich die (aus Textbausteinen bestehende) Rückmeldung:

Ihre Bewerbung zur Teilnahme am Partnerprogramm ‘XXXXXXXXXXXXXXXX’ mit Ihrem URL-Account ‘datenschmutz blog’ wurde leider abgelehnt.

Gründe dafür können sein:
* Ihre Seite entspricht nicht den inhaltlichen Vorstellungen des Anbieters
* Ihre Seite ist nicht fertiggestellt oder funktioniert nicht einwandfrei

Naja… zumindest zweiteres trifft zu: fertiggestellt ist meine Seite in der Tat nie! :mrgreen: Mir ist durchaus klar, dass völlig unterschiedliche Personen für die beiden Bereiche zuständig sind – aber eine Herausforderung im Social Media Marketing besteht darin, die verschiedenen Unternehmensbereiche zu “synchronisieren”: das hat sehr viel mit internem Wissensmanagement und Kommunikationsstruktur zu tun, und diese Bereiche zählen nicht erst seit dem Boom des Web 2.0 zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren in der Wissensökonomie – aber das Social Web lässt Defizite in diesem Bereich sehr viel deutlicher hervortreten.

Ganz besonders sollten Unternehmen, die mehrere Online-Geschäftsfelder beackern (in diesem Fall Performance-Marketing und Blog-PR), auf interne Abstimmung hohen Wert legen.

Blogistan Panoptikum KW35 2009

Wäre dieser Zug ein Flugzeug, hätte ich schon längst von einer hübschen Stewardess Erfrischungen serviert bekommen und den Landeanflug hinter mir. Als zweitklassiger Fahr”gast” der ÖBB dagegen darf man von sauberen Waggons und funktionierenden Klima-Anlagen, Toiletten und anderen Unwichtigkeiten nur träumen. Doch sogar in der ersten Klasse musste ich mich heute von einer überschminkten, sehr altersungemäß gekleideten und drei Plätze weiter weg sitzenden “Mitreisenden” für mein mobiles Telefonieren rügen lassen: “Ich fahre ja nicht mit der ersten Klasse, um Ihnen zuzuhören!” Sie sagte das dermaßen unfreundlich, dass ich nicht umhin konnte zu fragen, ob sie denn wirklich glaube, dass die ÖBB in die 1.-Klasse-Waggons Moving Repeater einbaut, um zugleich den Reisenden das Telefonieren zu verbieten. “Stil kann man nicht kaufen”, erklärte sie mir beleidigt. Tja, blöd gelaufen: wer Ruhe beim Reisen haben will, braucht eben mindestens ein Motorrad oder ein Auto – Still kann man nämlich sehr wohl kaufen! (Falls Sie das hier lesen: die kurzen roten Haare passen wirklich überhaupt nicht zu Ihrer biestigen Art! Eine graue Melone, wie sie die Mutter von Jack in 30 Rock trägt, wäre viel angebrachter.) Aber genug der Real-Life-Flamewars, auch virtuell heben sich allerhand Zeige- und Mittelfinger – also ohne weitere Verzögerung auf zum heiteren Social-Web-Raten mit Linzerschnitte und datenschmutz. Heute zum ersten Mal mit dabei: unsere neue Fix-Rubrik “Pflichtlektüre der Woche”. Viel Vergnügen mit dem Panoptikum!

Dein Blog ist dein Königreich

ritchie aka datadirt Om Maliks plädiert in The Evolution of Blogging für mehr Sensibilität beim Thema fremd- vs. selbstkontrolliertes Publishing: wer seine gesamte Online-Präsenz in die Hände von Dienstanbietern gibt, auf deren Entwicklung und Strategie er keinerlei Einfluss hat, kann eines Tages mit einem blauen Auge respektive ohne diese Inhalte aufwachen. Om zitiert das aktuelle Beispiel des Short-URL Services tr.im:

First was the shutdown drama around a little-known URL-shortening service called Tr.im. While it’s since been resurrected, the incident showed me how by championing these URL-shortening services, we’re essentially putting the entire link economy in the hands of companies that are skating on thin ice during the peak of summer.

Facebook, Friendfeed, Twitter und Co. haben gezeigt, so Malik, dass ein verstärktes Interesse an Echtzeit-Kommunikation besteht. Blog-Publishing System wie WordPress bleiben dank ihrer Offenheit flexibel genug, um etwa eine Life-Feed Funktionalität via Plugin rasch nachzurüsten. Content war im Web 1.0 schon King, und daran hat sich rein gar nix geändert: aber die Frage lautet, ob die Produzenten die Publikation und Verbreitung ihrer Inhalte selbst kontrollieren. Social Media Services sind keine Charity-Veranstaltungen, sondern profit-orientierte Unternehmen – die Versprechen des Free-Web scheinen so verführerisch wie weiland Odysseus’ Sirenen, aber: wer die Daten kontrolliert, hält in der Informationsgesellschaft die Fäden der Macht in seiner Hand. Social Media Services sind mittlerweile zwar unverzichtbare “Extensions” der eigenen Webpräsenz, das “Mutterschiff Weblog” können und sollten sie keinesfalls ersetzen – in exakt diese Kerbe schlägt auch das Webworker-Posting Your blog is your mothership.

Twitter-Psychos

Judith aka Linzerschnitte Wer als Twitter-Marketer etwas auf sich hält, der überlässt nichts dem Zufall. Twitterpsych, die neue Twitter-App von Dan Zarella, analysiert die letzten 1000 Tweets eines Tweepers anhand zweier linguistischer Analyse-Alogorithmen (RID und LIWC). Unter anderem werden folgenden Komponenten erhoben: Soziales Verhalten, Moralischer Imperativ und auch der Faktor “Ruhm”. Ebenso wird analysiert, wie viele Smilies der User verwendet, worüber er hauptsächlich spricht, zu welcher Zeit usw. Außerdem werden gleichgesinnte User angezeigt. Und das ohne Passwort-Eingabe. Also das ultiamtive Psycho-Analyse-Intstrument für alle Marketiere. Leider oder glücklicherweise funktioniert Tweetpsych nur bei englischsprachigen Accounts in vollem Umfang: tweetpsych.com

Neu und genuin anders: TwitThis

ritchie aka datadirt Über Shoemoneys Beitrag mit dem vielversprechenden Titel How I used Twitthis to Get Over 15,000 Twitter Followers bin ich auf ein sehr interessantes Services gestoßen: TwitThis verbindet auf smarte Weise ReTweet-Funktionen mit Follower-Empfehlungen, Link-Shortening und Credit-Systeme. Klingt kompliziert? Nur für die Betreiber, das Interface für User wurde angenehm simpel gehalten. Genial:

Click the twitthis button you see on sites – according to Yahoo! the button is on over 10 million sites now including some HEAVY hitters like official government websites like texas.gov and oklahoma.gov as well as the new twilight movie. Everywhere you see a page where the twitthis button is (or in a feed) that you find interesting click it and tweet it! Also when you do tweet it you will be offered to follow a suggested user. If you do both of these things you gain points and increase the chance that you will be suggested for people to follow.

Wenn ich nicht schon PrettyLink Pro als eigenen URL-Shortener im Einsatz hätte, würde ich jeden meiner Links über TwitThis rausschicken, denn:

I want to be a suggested user. How do I earn TwitPoints?

  • Submit a URL to TwitThis and earn 5 TwitPoints.
  • Follow a suggested user and earn 10 TwitPoints

How are my TwitPoints used?

  • Each time someone follows you, it costs you 1 TwitPoint.
  • Every 1000 times you are the suggested user, it costs you 1 TwitPoint.
  • To keep the ecosystem fresh, users are taxed 10% of their TwitPoints daily.

Watson, ich meine: wir haben es hier mit einer Twitter-Train 2.0 zu tun! Der deutsche Sprachraumbleibt natürlich wie üblich außen vor, wer auf Englisch twittert, kann sich aber schon mal auf massiv viele Followers freuen. Im Shoemoney-Beitrag wird auch en detail beschrieben, wie man TwitThis via Feedburners Feedflare in den RSS-Feed integriert – unbedingt empfehlenswert!

Tracy – Ein Fall für den Online Reputation Manager

Judith aka Linzerschnitte Ähnlich nervtötend wie ein Versicherungsvertreter am Telefon ist der Online Reputation Manager im Web. Hinter jedem Satz vermutet er einen möglichen, lebenslänglichen Ausschlußgrund für zukünftige Jobs oder Lebenspartner und am liebsten würden die Online Reputation Manager uns genauso glattgestrickt und todlangweilig dastehen lassen, wie sie selbst sind. Trotz aller Vorbehalte gegen diese Zunft: Manchen Mensche täte es vielleicht nicht schlecht, einen solchen zu kontaktieren. Da wären zum Beispiel Agenturen, die sich mit ihrer Social Media Kompetenz rühmen und dann im Web 2.0 über die Inhouse-Kampagnen ihrer Kunden herziehen, an denen sie selbst nicht mitschneiden dürfen. Bei jener Dame namens Tracy wurden letzte Woche wohl einige Online Reputation Manager vorstellig. Tracy hat wohl ihre Facebook Wall mit den Private Messages verwechselte – und zwar ausgerechnet bei einer sehr intimen Botschaft:

Thank you too, Micheal, I had a great time as well. I’m glad you enjoyed my OTHER puss ;). I must admit I haven’t had sex in a while, so getting mounted by such a strong and powerful man was a pleasant surprise after so many long months of abstinence. […]

Keine Ahnung, ob es Fake oder Real ist. Aber selbst in diesem Fall sollte ein Online Reputation Manager nicht unbedingt von Nöten ist. Eher ist die Großzügigkeit der Leser dieser Botschaft gefragt, die sich selbst an der Nase nehmen und das Lästern mal sein lassen sollten. Sich einfach mal mit und für Tracy (oder den erfolgreichen Social Media Aktivitäten des Kunden) freuen und schon wird es im Social Web wieder ein bisschen lustiger.

Just in: Angeblich handelte es sich um einen Hack, wie The Coffee Desk berichtet:

So there’s a Facebook screenshot floating around in the Blogosphere depicting a woman with a very embarrassing status, as Mashable naively reports. Truth is, a Christian dating website was compromised by 4chan hackers and they used the information to take over the victims’ Facebook pages.

Faszinierend: bereits die ersten paar Kommentare zur Mashable-Story stellen die “Ente” richtig – da können papierene Medienprodukte einfach nicht mithalten!

A productivity plain

ritchie aka datadirt Zu viele Social Media Notifications sind der Tod der Produktivität – ich habe letzte Woche (notgedrungen) meinen Desktop neu aufgesetzt (akuter System-Disk Tod, Ursache: unbekannt) und peinlichst genau darauf geachtet, dass der Start-Up Folder leer bleibt. Wenn man Skype, Twitter und Co. nur on demand nutzt und die Ablenkungen minimiert, dann geht einfach mehr weiter, hat Jeremy kürzlich im Flieger festgestellt:

So this week I am going to whack all the notifiers… Now I am not going to go all 4-hour work week and only check my email 2x a day but I for sure need to cut back on the 0-second notifications.
It’s an amazing world we live in where communication happens so fast but it can be hard to be productive.

Wie twittern deutsche Unternehmen?

Judith aka Linzerschnitte Corporate Tweeper stehen unter ständiger Beobachtung: sie dürfen nicht zuviel und nicht zuwenig twittern, sie sollen Follower aufbauen und auch zurückfolgen, aber ja niemanden “belästigen” und auf jeden Fall sollen sie Dialogbereitschaft und Mehrwert bieten. Wie die Realität aussieht, hat eine deutsche Agentur untersucht. Fazit:

  • Nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) weist über 1000 Abonnenten (Follower) aus.
  • Der Follower-Durchschnitt liegt bei 661 Abonnenten (Median: 400 Follower).
  • Im Schnitt twittern die Unternehmen 13 Mal pro Woche.
  • 67 Prozent der Corporate-Tweets enthalten Links, in der Regel in Form einer Kurz-URL.
  • Nur 33 Prozent der Unternehmen verwenden @Relplies, kommunizieren also direkt mit anderen Twitterern.

Downloadlink zur Studie.

TweetLater heißt jetzt SocialOoomph

Zugegeben: auf Deutsch klingt “Umpf” etwas seltsam. Aber längerfristig macht die Entscheidung von Dewald, nicht bloß auf Twitter zu setzen, hochgradig Sinn. In wenigen Monaten entwickelte sich Tweetlater zum Platzhirsch unter den Premium-Mash-Ups; ich bin gespannt, welche neuen Ideen Dewald im Ärmel stecken hat:

To date we have been focusing on providing productivity solutions for Twitter users. We decided to change our name to allow for future expansion into other social media solutions, and to ensure that our brand does not conflict with any current or future legal rights of the Twitter organization.
To allay any speculation, we want to make clear that this is an unsolicited, proactive and preemptive action on our side.

Für Free- und Pro-User ändert sich außer der Adresse nichts; die alten Affiliate-Links werden ebenfalls weiterhin funktionieren, allerdings empfiehlt Dewald, in allen Links “Tweetlater” durch “Socialoomph” zu ersetzen.

Foto der Woche

Nein, Judith hat mich noch nicht (völlig) mit Katzencontent infiziert. Aber recubejims “Katzenklo” aka I’m all right, honest besticht nicht nur inhaltlich, sondern auch fotografisch:

katzenklo

Ritchies Video der Woche

A failed attempt: in diesem Video sehen wir das, was Piloten als “riskante Landung” bezeichnen. Allerdings handelt es sich glücklicherweise um einen ferngesteuerten Flieger, der – im Gegensatz zur Kamera – den Tauchgang unbeschadet überstand. Bei solchen Videos krieg ich immer immense Lust, mir einen RC-Heli mit Kamera zuzulegen…

Judiths Video der Woche

Nicht jede/r kann den Bullen so graziös und aufreizend reiten wie Kylie Minouge. Nicht grazil, nicht sexy – aber wesentlich lustiger:

YouTube Preview Image

Pflichtlektüre der Woche

  • How to kill your community in 6 steps – WordPress-Matt (Mullenweg) erklärt, wie man Communities kaputt macht – und derzeit scheint sich das Gros der Community-Manager geradezu sklavisch an seine Anweisungen zu halten.
  • Negatives Feedback zu Cash for Clunkers: die Ami-Version der Verschrottungsprämie wird bloß zu einem immensen Anstieg der privaten Verschuldungsrate führen, meinen die Kritiker.
  • Twitter wächst nach wie vor: Der Juli war ein guter Monat für unser aller liebster Microblogging-Dienst. Twitter hat mittlerweile über 51 Millionen Unique Visitors pro Monat, 60 Prozent davon von außerhalb der USA: Twitter Flew Above The 50 Million Uniques Mark For the First Time in July auf TechCrunch.
  • Philip Garrido, religiöser Fanatiker und Entführer von Jaycee Lee Dugard, hat einen Blog. Lesenswerter als die Blogbeiträge sind die Kommentare: voicesrevealed.blogspot.com

Und das waren auch schon wieder sieben Tage Social Media im Schnelldurchlauf – an dieser Stelle noch eine Anmerkung in eigener Sache: in den letzten Wochen gab es erfreulich viel Feedback zu unserem Blogistan-Panoptikum: Kommentare, Anmerkungen, Ergänzungen, Lob und Hasstiraden motivieren uns natürlich ungemein. Lassen Sie sich also durch nichts – aber auch wirklich gar nichts – davon abhalten, reichlich Gebrauch von der Kommentarfunktion zu machen: quasi “Comment as much as you can”! Sagen Sie uns, über welche Themen Sie gerne mehr/weniger lesen würden, erzählen Sie uns, wie Sie nach sechs Monaten Panoptikum-Dauerlektüre quasi über Nacht zum Social Media Officer Ihres Unternehmens wurden oder auch nicht: wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen! In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, schönen Restsonntag und: wir lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Morgen beginnt der Kampf um die Aufmerksamkeit

Die APA EBC (E-Business-Community veranstaltet im Haus der Musik in Wien regelmäßig Expertendiskussionen zu verschiedenen IT- und Internet-Themen. Bei der morgigen Veranstaltung mit dem Titel Online-Marketing: Der Kampf um die Aufmerksamkeit werde ich ein kurzes Impulsreferat halten und anschließend in einer illustren Runde hoffentlich kontrovers (sonst wird’s fürs Publikum sehr schnell langweilig) und instruktiv diskutieren:mrgreen:

Mit mir am Podium sitzen Peter Drössler (WKO), Geza Dunzer (WirtschaftsBlatt), Carmen Hickl-Szabó (seeyou 3.0), Alf Netek ( Kapsch AG), Yuki Sakurai (diamond:dogs), Dieter Zirnig (Hewlett-Packard). Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, hier geht’s zur Anmeldung.

Datum und Zeit: Donnerstag, 30. Juli 2009. 18:30 Uhr
Ort: Haus der Musik, 1010 Wien, Seilerstätte 30, Café Cantino, Erdgeschoss

Muss man um Aufmerksamkeit kämpfen?

Meine Meinung zu dem Thema ist sehr eindeutig: im Online-Marketing ist die Kontaktgenerierung (in alle ihren Ausprägungen, ob Social Network, AdWords, SEO, Newsletter, Twitter… you name it) nur der erste Schritt – und zugleich jener, der finanziell am ungünstigsten skaliert. Die entscheidenden Fehler begehen die meisten Akteure nicht bei der Mediaplanung, sondern auf der eigenen Homepage, in der Servicierung und Nachbetreuung ihrer Kunden.

Das Web 2.0 mag einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Marktkommunikation einläuten, an der klassischen Verkaufsstrategie ändert sich dagegen gar nichts: um jeden Preis erhaschte Aufmerksamkeit stellt sich in der Praxis als wertlos heraus. Wertvolle “Whuffies” (so nennt Tara Hunt die “Währung” der Aufmerksamkeit) bekommt man durch den Aufbau von Vertrauen und Kompetenz. Beides entsteht durch langfristiges Beziehungsmanagement und die Bereitschaft, im Dialog mit den eigenen Kunden Mehrwerte zu schaffen. Alles andere ist bloß Mittel zum Zweck: zwar bietet das Web 2.0 effizientere und vor allem *viel* billigere Kontaktmöglichkeiten als Old Media, aber die Relation zwischen “Werber” und “Zielgruppe” ist eine grundsätzlich andere.

Es mag den einen oder anderen User geben, der alle heiligen Zeiten mal zufällig auf ein Banner klickt – aber Internet-Nutzer sind keine Fernsehkonsumenten, die man mit einem vorgegebenen Programmablauf und abgesehen von demographischen Kriterien vollkommen arbiträrer Werbung zuschüttet. Internet-Nutzer sind aktive Informationssucher, die verschiedenste Strategien nutzen, um jene Informationen und Produkte zu finden. Wer diese Tatsache ernst nimmt, wird sich auch nicht über Gebühr darum bemühen, das eigene Arsenal im Kampf um die Aufmerksamkeit hochzurüsten, sondern Ressourcen lieber nutzen, um die eigenen Produkte und Services so sehr zu verbessern, dass die Kunden von ganz allein kommen. Mal sehen, was der Rest der Runde morgen dazu sagt – hier mein Vortrags-Abstract:

Die Regelungen für den deutschsprachigen Internet-Markt sind im internationalen Vergleich sehr streng: doch trotz Double Opt-In und gutgemeinter Datenschutzbestimmungen prasseln auf fast jeden User täglich mehrere Spam-Mails, diverse Social-Media Notifications, Newsletter, Twitter-Messages und sonstige digitale Informationsschnipsel ein. Zugleich sprechen Web 2.0 Evangelisten seit einigen Jahren davon, dass der grundlegende Paradigmenwechsel vom Kon- zum Prosumer Märkte in Dialoge verwandelt. Aufmerksamkeit erlangt im Social Web aber nicht der, der am lautesten oder am häufigsten schreit – entscheidende Erfolgsfaktoren sind neben dem richtigen Kontext für die eigenen Werbemaßnahmen die laufende Optimierung der gesamten Vertriebskette von Werbeschaltungen über den Verkauf bis zur Nachbetreuung des Kunden: denn das Web 2.0 lässt mittelfristig die klassisch getrennten Unternehmensbereiche Werbung, Marketing und CRM verschmelzen und löst damit einen tiefgreifenden organisatorischen Wandel aus.

Erster Mobile Monday in Österreich

momoBereits in 150 Städten treffen sich weltweit Mobil-Experten immer wieder montags zum Erfahrungsaustausch. Initiiert 2000 in Helsinki, der Heimatstadt Nokias, kommt der mobile Montag mit nur neun Jahren Verspätung dank eines engagierten Organisationsteams endlich auch nach Österreich. Im Rahmen der “mobile internet 2009″ Konferenz lädt das MoMo Austria Team am 23. März ins NH Danube City Hotel in Wien (1220, Wagramerstrasse 21), dieses erste Treffen ist der Auftakt zur einer Veranstaltungsserie, die dem traditionell recht veranstaltungslosen Montag einen Teil seines Schreckens nehmen soll.

“Just another manic Monday,” sangen die Bangles in den Achtzigern. Und Momo, so die Abkürzung des Mobile Monday, hieß die Hauptfigur des gleichnamigen Romans von Michael Ende. In der Tag hat die Veranstaltung ein wenig mit Fiktion bzw. deren optimistischer Schwester Vision zu tun:

MobileMonday (MoMo) hat in über 150 Städten weltweit eine globale Community mobiler Visionäre geschaffen – und ist nun ab 23.3.2009 endlich auch in Österreich zu Hause.
Was im Jahr 2000 in Helsinki klein begann, ist mittlerweile zu einer weltweiten Institution herangewachsen: MobileMonday ist ein Raum zum Netzwerken sowie zum Wissens-, und Erfahrungsaustausch für Pioniere, Experten, Forscher als auch Unternehmer in der mobilen Industrie – stets in entspannter Atmosphäre und immer an einem Montag Abend.

Der Event könnte zwar auch MoMoMo heißen, denn Hauptsponsor ist die mobilkom Austria. Dennoch soll der Konkurrenzkampf zwischen den Big Players an diesem Abend keineswegs im Vordergrund stehen, internationale Vernetzung wird dagegen groß geschrieben, so die Organisatoren:

Wir müssen alle an einem Strang ziehen, denn nur gemeinsam werden wir die mobile Industrie in Österreich weiterentwickeln und wachsen lassen können. Es liegt uns am Herzen internationale Gäste und Referenten aus anderen MoMo- Communities einzuladen.

Dass T-Mobile und die mobilkom an einem gemeinsamen Strang ziehen, kommt wohl nicht allzu häufig vor, doch das Organisationsteam ist in diesem Fall äußerst bunt gemischt:

Das MobileMonday Chapter in Österreich wird ehrenamtlich von Experten aus der Branche organisiert. Hierzulande besteht das Gründerteam aus sechs “MoMo-nauten”: Aleksandra Schmid (Country Manager – MMS GmbH), Markus Kritscher (CEO – Melon Mobile), Philipp Nagele (Produkt Manager T-Mobile), Jörg Hotter (CEO – Blackbetty), Peter Höflehner (Unternehmer) und Mark Kramer (Forscher “Mobile Learning”). Finanziell ermöglicht wird der MobileMonday Austria durch Sponsoren. Unterstützt wird die Initiative im Jahr 2009 durch die Hauptsponsoren mobilkom austria und DIMOCO.

In der Tat sind neue Ideen für die mobile Wertschöpfungskette gesucht: die Tarife sind längst im Keller, an SMS verdienen die Betreiber auch nur mehr dank der jüngsten Zielgruppe und mittelfristig wird Sprachtelefonie ein Datendienst neben anderen sein. Insofern dürften die Networking-Gespräche im Anschluss an die Podiumsdiskussion “Landscape of the Mobile Industry in Austria” (unter anderem mit Reinhard Zuba (mobilkom Marketing) und Jochen Punzet (Paybox) sehr interessant verlaufen. Die Veranstaltung richtet sich keineswegs ausschließlich an Branchen-Insider, wie Aleksandra Schmid erklärt:

Es ist uns wichtig auch Experten und Sprecher aus nicht-mobilen Branchen anzuziehen, denn gerade die Sicht einer Agentur oder eines Handelsunternehmens das mobile Technologien anwendet, ist eine Chance für uns Mobilisten über den Tellerrand zu schauen und innovativ Probleme zu lösen.

Für Buffet und Drinks ist gesorgt, die Teilnahme ist gratis, die Veranstaltungssprache Englisch und die Platzanzahl begrenzt. Anmelden können sich Mobil-Interessenten auf www.mobilemonday.at – ich werden mir den ersten österreichischen MoMo jedenfalls nicht entgehen lassen.

Gratis-Konferenzteilnahme: Identitätsblogger gesucht!

identitat09Für die 2-tägige Fachkonferenz “IDENTITAT09″ suchen die Veranstalter 1-2 Live-Blogger, die das interessierte Web 2.0 Publikum mit Echtzeit-Informationen von der Konferenz versorgen. Was den Job so spannend macht, ist einerseits die starke Praxis-Ausrichtung der Veranstaltung mit zahlreichen Keynotes aus dem Business-Alltag und andererseits der Preis für eine reguläre Teilnahme: 1.390€ kostet der Tagungspasse regulär. Gefragt ist dabei keinesfalls ein braver Wasserträger, sondern eine engagierte Bloggerin und/oder ein engagierter Blogger, die kritisch die aufgenommenen Inputs über die eigene Seite sowie Twitter reflektieren, Interviews mit den Keynote-Speakers sind ebenfalls gefragt. Zeit haben sollten Bewerber am 20./21. April, Veranstaltungsort ist das Austria Trend Hotel Kahlenberg.

Zur näheren Analyse des firmeninternen Identitäts-Managements laden Identitäter / Happy&Ness. Details zum Konferenzprogramm findet man hier, das Line-Up klingt spannend:

IDENTITAT09 bringt Keynotes unter anderem von Fachbuchautor Holger Schmidt und Unternehmenskulturspezialistin Sonja A. Sackmann. Dazu internationale Praxis-Beispiele von großen Marken und kleinen Paradeunternehmen: Shell, Henkel, EADS Astrium, Basler Versicherung, Sonnentor, dm drogerie markt, Atlas Copco Gruppe, Prisma Kreditversicherung, Nycomed Austria, Hotel Hochschober, mobilkom austria & Wirtschaftskammer Österreich.

Hochwertige Inhalte fürs eigene Blog und spannende zwei Tage – wem bereits der Blog-Speichel auf die Tastatur tropft, der bewirbt sich bei Daniela Terbu unter der E-Mail-Adresse d[DOT]terbu[AT]happyundness[DOT]at und beantwortet die folgenden Punkte:

- Kontaktdaten
– Was ist der persönliche Bezug zu Internal Branding?
– Was interessiert dich/Sie an der IDENTIAT09 besonders?
– Warum möchtest/möchten du/Sie als Blogger vor Ort sein?
– Blog-URL bzw. Themenschwerpunkt des eigenen Blogs.

Ich hab meine Bewerbung gerade abgeschickt… würd mir die Identitätskonferenz sehr gerne anhören. Also kann ich allen Mitbewerbern keinesfalls ehrlich “viel Glück” wünschen :mrgreen:

Mit einem Blog Geld verdienen? Blöde Idee!

bankierDie überwiegende Mehrheit meiner (virtuellen) Bekannten, die mir eine Frage zum Thema Blogging stellen, wollen wissen, wie man am besten mit einem Weblog Geld verdient. Nun, die Antwort ist bestechend simpel: am besten gar nicht. Nein, wirklich: Blogs sind keine Cash Cows. Ich kann das guten Gewissens sagen, denn ich hab alles Mögliche ausprobiert. Aber das ist mir auch ziemlich egal – natürlich freu ich mich über jeden Leser und Kommentar, aber ich würde hier auch weiterschreiben, wenn kein Mensch mehr meine Artikel liest.

Glauben Sie mir: wirtschaftlich gesehen ist der Betrieb eines Blogs eine ziemlich dämliche Idee, denn das Businessmodell skaliert langfristig so gut wie gar nicht. Irgendwann ist die Traffic-Decke in der Nische erreicht, und beliebig viele Blogs kann man auch nicht betreiben. Schließlich erfordert die dauernde Posterei hohen Zeiteinsatz, doch dem stehen magere Einkünfte entgegen: da und dort mal eine trigami-Rezension, für die Mutigen vielleicht ein paar vermietete Links plus spärliche Klicks auf die PPC-Werbemittel – mit Postings ist der Weg zum Geldspeicher definitiv nicht gepflastert.

Umwegrentabilität dagegen ist zweifellos ein Thema: als Ein-Mann-Unternehmen generiere ich über mein Blog Werbung, Aufmerksamkeit, Medienpräsenz und damit letztendlich auch Leads – und tue genau das, was mir am meisten Spaß macht. Zweifellos mag die Verzahnung von Bloggen und Jobben in meinem Fall besonders eng sein, schließlich berate ich meine Kunden zum Thema Webstrategie. Trotz bin ich überzeugt davon, dass ein Weblog für jedes B2C-Unternehmen einen idealen Kommunikationskanal darstellt – aber ein Blog als monetären Selbstzweck zu betreiben, macht einfach keinen Sinn.

Klar, ich verdiene mittlerweile einen vierstelligen Betrag pro Monat direkt mit datenschmutz und meinen anderen Blogs. In Relation zu der Zeit, die ich dafür aufwende, ist der Stundenlohn im Vergleich zu meinen übrigen Jobs trotzdem bestenfalls lächerlich – als Kellner könnte ich finanziell besser aussteigen, aber Getränke rumzutragen macht mir halt höchstens einen Abend lang Spaß: beim Bloggen verhält sich das aber ganz diametral. Als ich mit datenschmutz begonnen habe war’s ein reines Spaßprojekt, und die Lust am Experiment an der Schnittstelle zwischen Geschreibsel und Technik hat bis dato für mich nix von ihrer Faszination verloren. Als ich vor über 10 Jahren begonnen habe, mich mit SEO zu beschäftigen, geschah dies ebenso aus purem Spieltrieb – ich verschwendete damals keinen Gedanken daran, jemals Geld mit der Positionierung von Webseiten zu verdienen. Als wir in den Neunzigern unsere ersten Web-Communities (medianexus.net) bauten, da dachten wir nicht an Bannerschaltungen, sondern hatten plötzlich ein neues Lieblings-Hobby gefunden. Aufgrund dieser immer wiederkehrenden Erfahrung, dass alle meine erfolgreichen Projekte aus der Beschäftigung mit Dingen, die ich sehr gern tue, entstanden sind, bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass der wahre Wert eines Blogs nicht in Werbeeinnahmen aufzuwiegen ist. :mrgreen:

Über die Arbeitsbedingungen der modernen Gatekeeper

Gatekeeping im WandelPassend zur aktuellen Debatte, warum deutsche Medienjournalisten soviel Zeit haben, mit Twitter und Facebook rumzuspielen, wo sie doch eigentlich andere User, die mit Facebook und Twitter rumspielen, über Twitter und Facebook interviewen sollten, fragt Günter nach den Schwerarbeitsbedingungen österreichischer Online-Journalisten. Die E-Mail trägt Siegel der Mediengruppe Online, bei der es sich, anders als der Name vermuten lassen könnte, keineswegs um radikal-aktionistische Medienkünstler handelt, sondern um eine Interessensgemeinschaft österreichischer Netzjournalisten

In Kooperation mit der Journalistengewerkschaft der GPA-djp werden anonym harte Daten und Fakten über die tägliche Einfuhr ins virtuelle Buchstabenbergwerk erhoben:

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Bedingungen und Akzeptanz für Online-JournalistInnen zu verbessern – egal, ob in klassischen Medienbetrieben oder in freien Unternehmen. Um gesicherte Daten über Online-Journalistinnen und Online-Journalisten zu erhalten brauchen wir Infos von euch, etwa zu Arbeitsbedingungen in Onlineredaktionen, Bezahlung, konkrete Arbeit, die Anbindung an andere Redaktionen usw.

Mit Günter habe ich anno dazumal diverse Seminararbeiten gemeinsam geschrieben, unter anderem erforschten wir seinerzeit die Arbeitsbedingungen von Journalisten im Irakkrieg (mir Primärinterviews und so) – eine gewisse Kontinuität lässt sich also durchwegs nicht verleugnen. Hier geht’s zur Umfrage und hier geht’s direkt zur Umfrage.

Quo Vadis, Gatekeeping?

Die Mediengruppe Online veranstaltet regelmäßige Treffen (das letzte fand am 2. Dezember statt) und vernetzt professionelle Netz-Schreiberlinge (also quasi eine Art Mini-Barcamp für Lohnsklaven). Die großen Verlage leiden bekanntlich darunter, dass sich Online mit den gewohnten Geschäftsmodellen nicht genug Geld verdienen lässt, also muss man nicht nur Stift und Papier, sondern auch Korrektor und aufwändige Recherchen einsparen: it’s not Show Business!

Aber egal, was Gatekeepern zu ihrer eigenen Rolle einfällt: Moritz Fürst hat letztens bei mir in der AT-KFOR Lehrveranstaltung eine kurze und knackige Präsentation gehalten, welche die tatsächlichen Veränderungen besser auf den Punkt bringt als seitenlanges Rotieren um ein unbestimmtes Gravitationszentrum: wie Seth Godin in seinem Tribes-Buch schreibt, übernehmen über digitalen Medien (ab)gebildete und vermittelte Netzwerke die Funktion eines dynamischen Gatekeepers: If an information is important enough, it will find me! Aber kein Grund zur Beunruhigung für die Betroffenen: solange bloß eine Hand voll Geeks bis zum Hals in die Web 2.0 Informationsflut eintaucht, werden sich Redaktionsräume nicht so schnell leeren. Auf mittelfristige Sicht allerdings wird Journalismus im klassischen Sinne in der Informationsvermittlung zur Nischentätigkeit, auch wenn die seltsame deutschsprachige Vorgeschichte samt Pressegesetz und Vierter-Gewalt-Idee seit Jahrzehnten konsequentest die streng riechenden Verbindungen zwischen Big Business und Big Meinungsspektrum wegdiskutieren lässt.

Eine kurze Nachlesen zur “Knüwer-Affäre” gibt’s bei Matthias Suess, der Artikel des Anstoßes hat mir bereits einmal ein Schmunzeln entlockt, da ich unangenehm an normative Entwürfe der frühen 70er erinnert fühlte: die Journalisten müssten dies und das tun, damit die Welt im Lot bleibt – Bullshit-Alarm! Die Journalisten müssen einfach nur das tun, was ihre Arbeitgeber wollen, oder sie machen sich selbständig und verlieren nicht nur den Lohnzettel, sondern auch die institutionelle Credibility. Und: Blogger sind keine Journalisten, die wenigsten wollen das überhaupt sein – bei Thomas dagegen liegt die Situation natürlich arbeitsrechtlich komplizierter, immerhin ist “Indiskretion Ehrensache” ja schließlich Teil des Handelsblatt-Portfolios. Wenn’s ein “echtes” Blog wäre, dann könnte er sich allerdings diese arbeitsrechtlichen Verrenkungen sparen und einfach nur sagen: “Ich hab den Kommentar gelöscht, weil er mir nicht gefallen hat.” Das ist keine Zensur, sondern völlig legitim – Zeitungen machen das dauernd. Mit dieser Instant-Beschwörung des alten Metternich’schen Konzepts entlarven sich Internet-Illiterati doch bloß selbst: unter den Bedingungen des digitalen Mediensystem bedeutet Zensur die Kontrolle über Informationszugang und Publikationsmöglichkeit – und sicher nicht das Löschen eines unliebsamen Kommentars am eigenen Blog.



Fotocredit Titelbild: News! von korkey/ pixelio.de


Mercur 2008 Gala: Innovationen feiern

mercur2008Merkur mag der Gott des Krieges gewesen sein, Mercur dagegen ist eine güldene Statuette, die besonders innovativen Wiener Unternehmen von der Wirtschaftskammer verliehen wird. Am 2. Dezember haben innovationsfreudige Interessierte die Möglichkeit, bei der Mercur-Ausstellung im Tech Gate Vienna die eingereichten Projekte aus der Nähe kennen zu lernen, um 18:00 Uhr beginnt die ebenfalls öffentlich zugängliche Mercur Gala inklusive Preisverleihung und Feier.

Was habe ich mit dem Mercur zu tun? Keine Angst, datenschmutz hat mitnichten den Preis fürs innovativste Twitter-Marketing gewonnen (ich hab mich als “Involvierter” auch gar nicht beworben). Gemeinsam mit den Mastercodern Bernd und Roman habe ich das elektronische Einreichsystem für die Wirtschaftskammer konzipiert und programmiert. Die Einreichfrist ist längst zu Ende, die Gewinner der einzelnen Kategorien dürften bereits feststehen. Preise werden vergeben für die beste “Innovation allgemein”, “Kreativität” (Multimedia) und den innovativsten Jungunternehmer:

Neben den Sonderpreisen FEMMINOVA und “Kooperation” wird auch der Sonderpreis ECONOVIUS verliehen – das innovativste Projekt eines Kleinunternehmens ist außerdem automatisch zum Österreichischen Staatspreis nominiert. Die Preise werden in einer Festveranstaltung Anfang Dezember verliehen, die Kategoriensieger sowie die Sonderpreisträger erhalten jeweils 1500 Euro.

Im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftspreisen wurde die Einreichung bewusst knapp und einfach gehalten, schließlich haben Kleinunternehmen in der Regel recht begrenzte Ressourcen. Über 150 Teilnehmer gab es in diesem Jahr, wie auch aus gut informierten Insiderkreisen erfahren haben :mrgreen: Ich weiß nicht, ob Projekte aus dem Web 2.0 Umfeld vertreten sind, im Mai habe ich auf die Einreichmöglichkeit hingewiesen – Wiener Web-Bereich fallen mir einige potentielle Gewinner ein. Wer die Teilnahme in diesem Jahr versäumt hat, bekommt 2009 erneut die Chance zum Mitmachen.

Die Gala-Veranstaltung, bei der die Preise an die Kategoriesieger verliehen werden, ist öffentlich – interessierte Gäste sind gerne gesehen, und im Anschluss lädt die Wirtschaftskammer Wien zu Buffet und DrinX. Wer teilnehmen möchte, muss sich lediglich über dieses Formular anmelden und die Anzahl der Personen angeben.

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Trainerei: Gruppendynamik und Gendersensibilisierung

TrainereiVor kurzem habe ich die Verwendung des Binnen-I auf datenschmutz zur Diskussion gestellt und seine Verwendung aufgrund des großteils negativen Feedbacks beendet. Meine Bloggerkollegen Irene, Markus und Peter von der Trainerei haben im Bereich der Gendersensibilisierung einiges an Erfahrung. Grund genug, mich mit der Trainerei zu treffen und mir anzuhören, was die Experten so zum ungeliebten Binnen-I zu sagen haben – und bei der Gelegenheit auch gleich mal nachzufragen, was die Trainerei denn eigentlich so treibt.

datenschmutz: Was ist denn eure Erfahrung mit Splitting, Binnen-I und Co. in eurer Arbeit?

Trainerei: Das ist vom Kontext abhängig. Einige AuftraggeberInnen finden es sehr wichtig und bestehen auf gendersensiblen Formulierungen, einige kommen im Zuge eines Trainings zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung. Wirklich egal ist es aber sehr selten, da Splitting praktisch immer polarisiert. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, gendersensibel zu sprechen und zu schreiben. Uns geht es in einschlägigen Trainings ja nicht darum, jemanden zu bekehren oder zu missionieren, sondern Argumente und Fakten zu präsentieren, andere Sichtweisen vorzustellen bzw. Erfahrungen zu ermöglichen, die blinde Flecken aufzeigen. Was die einzelnen SeminarteilnehmerInnen damit tun, bleibt in ihrer Selbstverantwortung. In dieser ganzen Binnen-I Debatte bleiben leider andere Punkte, die zum gendersensiblen Umgang miteinander gehören, vollkommen unterbelichtet.

?: Was wären diese Punkte?

Trainer!: Nicht nur bei der Sprache hängen bleiben, sondern sich die eigene Rolle, das eigene Agieren und folglich die unterschiedlichen Handlungsweisen anzusehen; Strategien zu entwickeln, um diese Unterschiede nicht zu werten, sondern in den eigenen Handlungen mitzudenken. Es geht um Bewusstseinsbildung, und da sind Gut-Böse-Schemata der falsche Ansatz. Im Idealfall können nach einem Seminar die Unterschiede wahrgenommen und als Ressourcen anerkannt und genutzt werden.

?: Was heißt das jetzt für mich als Blogger?

!: Du kannst es natürlich halten, wie du willst. Das ist ja das schöne am Bloggen, dass du deine eigenen Regeln aufstellen kannst und an kein Redaktionsstatut gebunden bist. [[Anm.: das datenschmutz Redaktionsstatut ist äußerst streng! :mrgreen] Aber Wirklichkeit wird über Sprache konstruiert, und wer in der Sprache nicht vorkommt, spielt auch weniger Rolle in der kollektiven Wirklichkeit. Das hat Markus in dem Video, das du auch verlinkt hast, deutlich gezeigt.

?: In welcher Situation wende ich mich mit Coaching-Wünschen an euch? Was sind eure Empfehlungen?

!: Immer mehr Aufgaben im beruflichen Alltag werden in Gruppen oder Teams erledigt. Diese funktionieren am besten, wenn alle vorhandenen Ressourcen bekannt sind, eingebracht und genutzt werden können. Ressourcen umfassen nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch ein Verständnis der eigenen Position und der damit verbundenen Zuschreibungen. Dabei spielt Gender eine noch oft unterschätzte Rolle. Unsere Seminare sind immer auf die Bedürfnisse unserer AuftraggeberInnen zugeschnitten. Es macht verständlicherweise einen Unterschied, ob wir es mit einer Schulklasse, Studierenden, einer KMU, NGOs oder einem Großunternehmen zu tun haben. Prinzipiell geht es uns darum herauszufinden, was die thematischen Knackpunkte und die Erwartungen der AuftraggeberInnen sind. Wir verwenden keine Seminarkonzepte von der Stange, sondern entwickeln individuelle Trainings je nach Bedürfnislage. Ob wir dabei auf Kreativmethoden, spielerische Übungen oder auf klassische Wissensvermittlung setzen. hängt genauso von der Gruppe wie der Dauer des Seminars ab.

?: Ihr macht aber nicht nur Genderkompetenz-Seminare. Wer auf eure Website schaut, findet da noch eine Reihe anderer Seminarthemen wie Leitungs- und Führungskompetenz, Moderationstechniken, Projektmanagement und einige andere.

!: Dadurch, dass wir zu neunt sind, ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Kompetenzen, Schwerpunkte und wissenschaftlicher Zugänge. Die Kombination daraus führt zu einem breiten Spektrum an Seminaren, sowohl thematisch als auch methodisch.

?: Neun Personen sind ganz schön viele – ist das ganze organisatorisch sehr aufwändig? Als EPU wünscht man sich ja manchmal Austausch und Diskussion, aber gleich neun Leute?

!: Hinter den Kulissen kann schon mal länger diskutiert werden ;-) Im Endeffekt entscheiden die AuftraggeberInnen, wen sie kontaktieren. Zu AuftraggeberInnen gibt es immer eine Ansprechperson, die die Projektverantwortung trägt. Diese Person führt das Vorgespräch, stellt das ideale Team zusammen und kümmert sich um den reibungslosen Ablauf.

?: And now to something completely different: Im April gab es eine phatte Party im Nelsons. Ist so etwas wieder geplant?

!: Sicherlich. Unser einjähriges Bestehen werden wir jedenfalls feiern.

LaFraise verdreifacht Affiliate-Provisionen

lafraiseIm LaFraise Newsletter stehen jedesmal erfreuliche News – so betreibt man erfolgreich Kundenbindung! Heute Vormittag habe ich erfahren, dass der T-Shirt-Anbieter in den nächsten Wochen seine Affiliate-Provision von 10 auf 30 Prozent erhöht. Das gesammelte Guthaben wird nicht in Bargeld, sondern in “Brouzoufs” ausbezahlt. So nennen die Betreiber ihre Bonuspunkte, die sechs Monate lang gültig sind und für alle Einkäufe im LaFraise Shop verwendet werden können.

Jede Woche kommen neue, hammermäßige Designs dazu – seit ich LaFraise entdeckt habe, ist es für mich eines der spannendsten Crowd-Sourcing Projekte im Web. Ich verfolge die verschiedenen Designs nun schon seit einiger Zeit und bin der Meinung, dass kein Designer der Welt gegen die geballte Kreativität aller Webuser ankommt: soviel Abwechslung, Originalität und handwerkliches Können findet man sonst nirgends. Der Schweizer Kunsttheoretiker Beat Wyss sieht im kurzärmligen Leiberl sogar eine weitreichende Medienmetapher – seinen Klassiker Die Welt als T- Shirt. Zur Ästhetik und Geschichte der Medien kann ich jedem Consious T-Fan nur empfehlen :mrgreen:

Zurück zu LaFraise: neben der Provisions-Verdreifachung wird der Weihnachts-Bonus von 222 auf 555 Brouzoufs aufgestockt. Es dauert zwar noch ein Weilchen, bis Santa das Christkind zu Besuch kommt, aber da bei LaFraise sämtliche Shirts auf insgesamt 500 Stück beschränkt sind, lohnt sich frühzeitige Geschenksplanung. (Darth Vader mit Lichtschwert-Zippo hab ich leider versäumt) Freunde nachhaltiger Produktpolitik und die in Österreich um 1 Prozent geschrumpfte Gruppe der Lohas können beruhigt zugreifen, denn gedruckt wird auf American Apparel Shirts – das Unternehmen setzt auf sweatshop-freie Produktion, freiwillige Sozialleistungen für Mitarbeiter und gehört zu den schnellst wachsenden 500 Unternehmen der USA. Druck- und Textilqualität sind einwandfrei, auch ältere Shirts, die schon etliche Waschgänge überstehen mussten, haben Form und Farbe behalten.

zum LaFraise Shop

.at-Branchenbücher Vergleich: WKO Datenbank


.at Branchenbücher im VergleichDieser Beitrag gehört zu der Serie österreichische Online-Branchenbücher im (SEO) Vergleich. Weitere Postings:
Herold.at | Branchenbuch-Öesterreich.at | Yellowmap.at | FirmenABC.at | Falter Creation | WKO Datenbank | Fazit

wkologoMichi Kamleitner hat mich auf ein weiteres Branchenbuch aufmerksam gemacht, das ich in meiner Serie übersehen habe, obwohl ich schon längst drin vertreten bin: die Wirtschaftskammer Österreich betreibt auf ihrer eigenen Seite ein umfangreiches Firmenverzeichnis namens Firmen A-Z und bietet neben den Kontaktdaten auch zusätzliche Services für Unternehmen an, die im Netz tätig sind. Weiterlesen

.at-Branchenbücher SEO Vergleich: Der Rest & Fazit


.at Branchenbücher im VergleichDieser Beitrag gehört zu der Serie österreichische Online-Branchenbücher im (SEO) Vergleich. Weitere Postings:
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branchenbuecherEintragungen in Branchenbücher mögen den einen oder anderen menschlichen Besucher generieren – im Online-SEO-Mix für gewerbliche Homepages spielen sie allerdings keine Rolle. Die gut platzierten Verzeichnisse verlangen in der Regel Geld für einen Backlink, der sich anderswo leicht gratis abstauben lässt. Als High-Trust Link Directories käme gut gepflegten Online-BBs zwar hoher Google-Trust zu, die meist monatlich laufenden Schaltungskosten rechtfertigen diesen jedoch aus SEO-Sicht im Vergleich zu dedizierten Linkvermietern keineswegs. Weiterlesen