datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
Springeight in Graz meshed #1 Helge stieg ordentlich aufs Gaspedal. (Für die Akten: natürlich alles im Rahmen der StVO! Was auf Facebook steht, ist wahr!) Finnland meshed #1
datenschmutz RSS Feed
3,663 zufriedene Leser
RSS jetzt abonnieren
Twitter
48,747 Followers
auf Twitter folgen

Artikel-Schlagworte: „Werbung“

Wer stringent auftritt wirkt authentischer

Für Firmen mit klassischen Kommunikationsstrukturen ist es gar nicht so einfach, eine stringente Kommunikationslinie durchzuhalten, wie mir eine unbedeutende, aber signifikante Anekdote heute mal wieder gezeigt hat. So haben offenbar PR- und Marketing-Abteilungen manchmal recht divergierende Ansichten zum Thema Auswahl der richtigen Business-Partner.

Ein Online-Retailer plant einen Werbe-Event; im Zuge der Social Media Pressearbeit erhalte ich unaufgefordert einige Mails sowohl von Presseabteilung als auch PR-Agentur mit der freundlich-bestimmten Aufforderung, über die Veranstaltung zu berichten, denn diese sei von großem Interesse für meine Leser. Im Gegensatz zu den meisten derartigen Mails stimmte das in dem Fall übrigens sogar.

Andere Location, selbes Theaterstück: Zufällig hatte ich mich bei einem internationalen Affiliate-Netzwerk einige Wochen zuvor für das Programm desselben Händlers beworben - heute erreichte mich die (aus Textbausteinen bestehende) Rückmeldung:

Ihre Bewerbung zur Teilnahme am Partnerprogramm 'XXXXXXXXXXXXXXXX' mit Ihrem URL-Account 'datenschmutz blog' wurde leider abgelehnt.

Gründe dafür können sein:
* Ihre Seite entspricht nicht den inhaltlichen Vorstellungen des Anbieters
* Ihre Seite ist nicht fertiggestellt oder funktioniert nicht einwandfrei

Naja... zumindest zweiteres trifft zu: fertiggestellt ist meine Seite in der Tat nie! :mrgreen: Mir ist durchaus klar, dass völlig unterschiedliche Personen für die beiden Bereiche zuständig sind - aber eine Herausforderung im Social Media Marketing besteht darin, die verschiedenen Unternehmensbereiche zu "synchronisieren": das hat sehr viel mit internem Wissensmanagement und Kommunikationsstruktur zu tun, und diese Bereiche zählen nicht erst seit dem Boom des Web 2.0 zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren in der Wissensökonomie - aber das Social Web lässt Defizite in diesem Bereich sehr viel deutlicher hervortreten.

Ganz besonders sollten Unternehmen, die mehrere Online-Geschäftsfelder beackern (in diesem Fall Performance-Marketing und Blog-PR), auf interne Abstimmung hohen Wert legen.

Neue Twitter ToS, offene Tür für Werbung

Biz Stone hat heute ein E-Mail an alle Twitter-User verschickt, das die Änderungen der AGBs erklärt. Das Posting am offiziellen Blog erklärt die wichtigsten Punkte - nach wie vor wollen die Betreiber die Tür für Werbung offen halten. Ebenfalls spannend: alle Tweets "gehören" im urheberrechtlichen Sinn den jeweiligen Usern, Twitter behält sich aber das Recht vor, to "use, copy, reproduce, process, adapt, modify, publish, transmit, display and distribute your tweets". Mit anderen Worten: das Auto gehört mir, hat aber kein Tür- und Zündschloss: jeder der möchte, kann damit rumfahren, es verschrotten lassen oder Umlackieren. Dazu fällt mir nur ein Hash-Tag ein: #haarspalterei

Allerdings verstehe ich, dass die Betreiber für sich selbst rechtliche Sicherheit schaffen wollen - einen ausführlicheren Kommentar zu den neuen Twitter-AGBs gibt's auf datadirt:
New Twitter Terms-of-Service, open door for advertising

Zweibrüder LED Lenser M1 und M5: Hosentaschen-Hightech Licht

ZweiBrüder Optoelectronics reizen moderne LED-Technologie bis an die Grenzen des Machbaren aus: die LED Lenser Taschenlampen-Serie bringt unglaublich viel Licht in dunkle Ecken. Und auch wenn ich aus mehreren Gründen die Sinnhaftigkeit des EU-Glühlampenverbots bezweifle, so steht bei tragbaren Leuchten fest: was Lichtausbeute und Energie-Effizienz betrifft, haben herkömmliche Mini-Glühlampen gegen moderne Hi-Tech LEDs überhaupt keine Chance. Auf den Praxistest der beiden Kompakt-Modelle M1 und M5 war ich daher sehr gespannt – und die hohen Erwartungen, soviel vorweg, konnten durchwegs erfüllt werden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Morgen beginnt der Kampf um die Aufmerksamkeit

30. Juli 2009
18:30bis20:30
18:30bis20:30

Die APA EBC (E-Business-Community veranstaltet im Haus der Musik in Wien regelmäßig Expertendiskussionen zu verschiedenen IT- und Internet-Themen. Bei der morgigen Veranstaltung mit dem Titel Online-Marketing: Der Kampf um die Aufmerksamkeit werde ich ein kurzes Impulsreferat halten und anschließend in einer illustren Runde hoffentlich kontrovers (sonst wird's fürs Publikum sehr schnell langweilig) und instruktiv diskutieren:mrgreen:

Mit mir am Podium sitzen Peter Drössler (WKO), Geza Dunzer (WirtschaftsBlatt), Carmen Hickl-Szabó (seeyou 3.0), Alf Netek ( Kapsch AG), Yuki Sakurai (diamond:dogs), Dieter Zirnig (Hewlett-Packard). Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, hier geht's zur Anmeldung.

Datum und Zeit: Donnerstag, 30. Juli 2009. 18:30 Uhr
Ort: Haus der Musik, 1010 Wien, Seilerstätte 30, Café Cantino, Erdgeschoss

Muss man um Aufmerksamkeit kämpfen?

Meine Meinung zu dem Thema ist sehr eindeutig: im Online-Marketing ist die Kontaktgenerierung (in alle ihren Ausprägungen, ob Social Network, AdWords, SEO, Newsletter, Twitter... you name it) nur der erste Schritt - und zugleich jener, der finanziell am ungünstigsten skaliert. Die entscheidenden Fehler begehen die meisten Akteure nicht bei der Mediaplanung, sondern auf der eigenen Homepage, in der Servicierung und Nachbetreuung ihrer Kunden.

Das Web 2.0 mag einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Marktkommunikation einläuten, an der klassischen Verkaufsstrategie ändert sich dagegen gar nichts: um jeden Preis erhaschte Aufmerksamkeit stellt sich in der Praxis als wertlos heraus. Wertvolle "Whuffies" (so nennt Tara Hunt die "Währung" der Aufmerksamkeit) bekommt man durch den Aufbau von Vertrauen und Kompetenz. Beides entsteht durch langfristiges Beziehungsmanagement und die Bereitschaft, im Dialog mit den eigenen Kunden Mehrwerte zu schaffen. Alles andere ist bloß Mittel zum Zweck: zwar bietet das Web 2.0 effizientere und vor allem *viel* billigere Kontaktmöglichkeiten als Old Media, aber die Relation zwischen "Werber" und "Zielgruppe" ist eine grundsätzlich andere.

Es mag den einen oder anderen User geben, der alle heiligen Zeiten mal zufällig auf ein Banner klickt - aber Internet-Nutzer sind keine Fernsehkonsumenten, die man mit einem vorgegebenen Programmablauf und abgesehen von demographischen Kriterien vollkommen arbiträrer Werbung zuschüttet. Internet-Nutzer sind aktive Informationssucher, die verschiedenste Strategien nutzen, um jene Informationen und Produkte zu finden. Wer diese Tatsache ernst nimmt, wird sich auch nicht über Gebühr darum bemühen, das eigene Arsenal im Kampf um die Aufmerksamkeit hochzurüsten, sondern Ressourcen lieber nutzen, um die eigenen Produkte und Services so sehr zu verbessern, dass die Kunden von ganz allein kommen. Mal sehen, was der Rest der Runde morgen dazu sagt - hier mein Vortrags-Abstract:

Die Regelungen für den deutschsprachigen Internet-Markt sind im internationalen Vergleich sehr streng: doch trotz Double Opt-In und gutgemeinter Datenschutzbestimmungen prasseln auf fast jeden User täglich mehrere Spam-Mails, diverse Social-Media Notifications, Newsletter, Twitter-Messages und sonstige digitale Informationsschnipsel ein. Zugleich sprechen Web 2.0 Evangelisten seit einigen Jahren davon, dass der grundlegende Paradigmenwechsel vom Kon- zum Prosumer Märkte in Dialoge verwandelt. Aufmerksamkeit erlangt im Social Web aber nicht der, der am lautesten oder am häufigsten schreit - entscheidende Erfolgsfaktoren sind neben dem richtigen Kontext für die eigenen Werbemaßnahmen die laufende Optimierung der gesamten Vertriebskette von Werbeschaltungen über den Verkauf bis zur Nachbetreuung des Kunden: denn das Web 2.0 lässt mittelfristig die klassisch getrennten Unternehmensbereiche Werbung, Marketing und CRM verschmelzen und löst damit einen tiefgreifenden organisatorischen Wandel aus.

Blogistan Panoptikum KW25 2009

Zurück aus dem hochverschneiten Lienz (nächtens fiel die Schneefallgrenze deutlich unter 2.000 Meter) sitze ich in der ersten Klasse der ÖBB und frage mich, ob man die Arbeitslosigkeit in diesem Land nicht zumindest ein wenig bekämpfen könnte, wenn man ab und an mal jemanden die Zugfenster putzen ließe. Aber genug der Besserwisserei: wenn der natürliche Weichzeichner der Landschaft ihren kargen Reiz entreißt, wird die kühle Post-Kathodenröhre des Laptops umso interessanter. Mit anderen Worten: auf zum Panoptikum, das letzte Woche einem grausamen Arbeits-Anschlag, verschuldet durch den gewissenlosen Internetrat, zum Opfer fiel!

Die meisten WordPress-Templates saugen

Das sagt nicht irgendwer, sondern Blair Williams - und der hat immerhin das großartige Pretty Links for WordPress geschrieben. Wir alle wissen, dass gutes Aussehen manchmal für ein paar Stunden Spaß vollkommen ausreicht, aber wenn's um längerfristige Beziehungen geht, dann zählen auch die Werte unter der Haube - im Fall eines WordPress Templates zählen dazu solche Themen wie Kommentar-Formatierung, sauberes HTML und so weiter. In seinem Beitrag über die 10 häufig übersehene WordPress Template-Probleme erklärt Blair, worauf man bei Template-Wechsel neben der Optik noch achten sollte:

I'll think a theme looks clean, beautiful and professional — then I install it, have a look under the hood and realize that it has fatal flaws.
This really makes me wonder how many people are slaving away on their websites and blogs all the while their site is dying a slow death because of a WordPress Theme that they think is fine.

Reise durch die Räterepublik

Hans-Peter Lehofers e-comm Blog gehört seit einiger Zeit zu meinen Favoriten - ich kenne niemanden, der so unterhaltsam, fundiert und hintergründig über die an sich sperrigen Themen "österreichisches und europäisches Recht der elektronischen Kommunikationsnetze und -dienste" berichtet. Im kommenden Semester möchte ich jedenfalls an Dr. Lehofers Vorlesung an der WU Wien teilnehmen. Konkreter Anlass dieser Erwähnung ist die Serie "Reise durch die Räterepublik". Da heißt es im ersten Teil etwa:

Vielleicht sollte man alle Selbstregulierungseinrichtungen um eine ausdrückliche Erklärung ersuchen, dass es sich dabei (jedenfalls nach Auffassung der Initiatoren) nicht um ein fake handelt. Mit der Frage nach der "Legitimation" kann man eine Unterscheidung nämlich nur schwer treffen. Der auch gerade neu gegründete, wunderbar schräge Österreichische Internetrat (ÖIR) etwa schreibt zu seiner Legitimation (ausdrücklich als Selbstlegitimation bezeichnet): "Der ÖIR hat sich selbst gegründet und verfügt über die Legitimation, sich als erste Institution als Österreichischer Internetrat bezeichnet zu haben ..."

Und im zweiten Teil heißt es über den großartig amüsanten PR-Ethik Rat:

"PR-Ethik-Rat fordert klare Kennzeichnung von Werbung" Da gehört wirklich Mut dazu: etwas zu fordern, was seit Jahrzehnten gesetzlich verpflichtend vorgesehen ist. Aber das wirklich Faszinierende an der Presseaussendung ist, dass weder ein einziges Beispiel (von wegen "öffentliche Rüge"), noch auch nur die geringste Andeutung einer Sanktion - und sei es nur die Namensnennung - vorkommt. Der Grund dafür ist besonders nett: es gibt einfach zu viele schwarze Schafe.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

Musikalische Alternativen zu Last.fm

Last.fm kostet in den meisten Ländern mittlerweile Geld - mir persönlich hat die Seite nicht mal gefallen, als die Streams noch gratis aus dem Lautsprecher dudelten. Aber Alternativen gibt's genug - und die unterscheiden sich nicht nur in punkto Look und Repertoire - Roh.cc hat die drei "big Players" verglichen:

Drei Services werde ich hier näher beleuchten: Play.fm, Blip.fm und Hypemachine. Sie alle gibt es schon länger, und es wurde schon reichlich darüber geschrieben. Aber auch Musikplattformen machen eine Evolution durch und es bilden sich charakteristische Community-Kulturen, die sich durchaus voneinander unterscheiden können.

Super-Influencer: Experten ohne Ahnung

Wer V8-Zwölfzylinder Motoren baut, braucht sich um den Spott nicht zu kümmern, möchte man meinen, aber nix: Medien schaffen Distanz und fördern gefährliches Halbwissen, argumentiert ein erfrischen anti-trendiger Beitrag im Mashazine. Speziell bei diesem Zitat aus dem Teil "Inflation der Expertise" musste ich die fünf tapferen Pioniere denken, die vor kurzem den Österreichischen Internetrat gründeten:

Jeder ist Experte; die Vielzahl von Meinungen schafft Vertrauen – schlicht durch Präsenz: Weil es Kommunikation, Vielfalt, Widerspruch gibt wirkt der Ausschnitt, den wir wahrnehmen, für uns vertrauenswürdig – schließlich hat er sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt.
All das sind formale Kriterien; die Diskussion zu Vertrauen in Onlinemedien und Kriterien von Vertrauenswürdigkeit in der Onlinekommunikation wird nach wie vor oft über formale Merkmale geführt. Gibt es Gütesiegel, Kommentare, Pagerank oder andere Insignien digitaler Kompetenz?

Photoshop für Arme

Man muss nicht alles im Browser machen - aber man kann! Aviary findet, dass Photoshop und Co. den Profis vorbehalten bleiben sollte: den Geburtstagsgruß aus Digi-Foto pappen kann Otto Normaluser schließlich auch direkt in Firefox, noch dazu ganz für lau. Aviary bietet diverse Pixel- und auch Vektor-Manipulations-Tools an, free-user müssen vor allem mit der Einschränkung leben, dass alle erstellen Werke frei zugänglich sind. Wer 25 Dollar im Jahr bezahlt, bekommt eine private Kajüte und bessere Download-Optionen. Ausnahmsweise schließe ich mich dem Spiegel an und frage mich, wer sowas braucht - schließlich gibt's neben Adobe's Platzhirsch inzwischen sehr brauchbare Freeware-Alternativen (wie etwa Gimp, das ausschließlich existiert, damit man an passender Stelle seine Existenz erwähnen kann - ob jemand tatsächlich schon mal damit gearbeitet hat, weiß ich nicht genau), und gerade Bildbearbeitung, bei der schnell mal heftige Datenmengen anfallen, möchte ich eigentlich lieber lokal erledigen.

Wenn Richter irren

Manche Zufälle können gar keine Zufälle sein, möchte man meinen - aber StudiVZ hat keineswegs frech Facebook plagiiert, entschied der Richter im mit Spannung erwarteten Urteil Holtzbrinck vs. Facebook:

Zum angeblichen Diebstahl von Quellcodes durch StudiVZ habe Facebook lediglich Vermutungen angestellt, urteilte das Gericht. Diese seien nicht ausreichend, um dem deutschen Online-Netzwerk "unredliche Erkenntniserlangung" vorzuwerfen. Letztlich sei auch vorstellbar, dass die StudiVZ-Gründer die Facebook-Webseiten mit Hilfe von im Netz für jedermann sichtbaren Informationen nachprogrammiert hätten. Darin liege jedoch kein Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook, da StudiVZ nie selbst Vertragspartner des US-Unternehmens gewesen sei. Gegen das Urteil kann Facebook Berufung beim Kölner Oberlandesgericht einlegen.

Geile Begründung! "mit Hilfe von im Netz für jedermann sichtbaren Informationen"... wenn das nur mal kein Präzedenzfall wird!

Der Damm ist gebrochen

Deutschland darf endlich China werden! Da muss Maria Fekter ja geradezu vor Neid erblassen ob der CDU/CSU Kampfrethorik in punkto Netzsperren:

"Wir haben die Pflicht, alle rechtsstaatlichen Mittel zur Bekämpfung von Kinderpornographie einzusetzen", begründete Martina Krogmann, parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Fraktion die Initiative. Es könne sich hier niemand auf die Informationsfreiheit berufen.

Dabei haben unsere Nachbaren wirklich einen erstaunlichen Murks zusammengebracht - eine Verfassungsbeschwerde wegen unrechtmäßigem Zustandekommen des Gesetzes ist keineswegs ausgeschlossen, wie Heise berichtet:

Der "Placebo"-Entwurf sei nicht verhältnismäßig und öffne das Tor zur Internetzensur, monierte Jörn Wunderlich von den Linken. Eine rechtsstaatliche Kontrolle der Sperrlisten finde nicht statt. Polizeibehörden dürften nicht darüber entscheiden, was publiziert werden dürfe. Wolfgang Wieland beklagte für die Grünen, dass "im Schweinsgalopp" allein ein "Vorhang für Verbrechen" aufgezogen werde. Es sei "schierer Missbrauch", das Vorhaben unter der Flagge des Wirtschaftsrechts durchzusetzen. Prinzipiell müsste zumindest ein verwaltungsrechtliches Widerrufsverfahren gegen die Aufnahme auf die Schwarze Liste eingeführt werden. Ein Richter habe die Anordnung zu genehmigen, kein Kontrollgremium beim Bundesbeauftragten für Informationsfreiheit.

Dass das hochemotionale Thema Kinderpornographie nicht Ziel, sondern bloß Mittel zum Zweck ist, wissen Experten längst - es geht um die Schaffung der Sperr-Infrastruktur, die China schon so lange erfolgreich einsetzt: steht die Firewall erst mal, kann man auf Knopfdruck auch jeden anderen missliebigen Inhalt ausblenden. Naja, wie der CCC in einer bemerkenswerten Aussendung schrieb: freie Funknetze werden boomen.

SM zwischendurch?

Kein Lack, kein Leder, keine Neunschwänzige: bloß Social Media, das sich nach Ansicht von Steven Weather problemlos für den schnellen Quickie zwischendurch eignet:

Time is money, but Weathers says it's all about how you manage it. "Previously wasted down time like sitting in taxis for 20 minutes or standing in a bank line for 10 minutes is now spent on my mobile phone, bouncing between Twitter and Facebook. It's getting easier and easier, and for branding an entrepreneur, I think it's golden."

Naja, was will man auch von einem Artikel erwarten, der einleitend die folgenden Fragen stellt:

But is social media right for your business? Could it be a free substitute for a traditional (read: expensive) advertising plan? How much time should be spent in the care and feeding of all those profiles? The answers may surprise you.

Ach ja: die Antwort lautet völlig überraschenderweise "eventuell". Oder auch "teilweise". Wow, das kam jetzt echt überraschend.

Wikipedia kriegt Video

ReadWriteWeb berichtet über eine multimediales Wikipedia-Upgrade, das dank einer Partnerschaft mit Kaltura Hosting-technisch bereits unter Dach und Fach ist:

Wikipedia, the free web-based encyclopedia used worldwide, will be adding video to their online repository in a matter of months. When the new system launches, you'll find a new button labeled "Add Media" on Wikipedia articles. [...] According to news breaking at Technology Review, this video upgrade will be made available within two to three months. At launch time, Wikipedia will provide access to the following online video repositories: the Internet Archive, which contains 200,000 videos, Wikimedia Commons, a resource maintained by the Wikimedia Foundation, creators of Wikipedia, and Metavid, a source for Congressional hearings and speeches.

Twitter zensiert die "heißen Themen"

Auch ReadWriteWeb kann sich angesichts des jüngsten "Goodpussy" und "Gooddick" Skandals auf Twitter der Diskussion um die Notwendigkeit von Zensur entziehen:

Should there be an algorithm for trends rather than making trending topics a pure numbers game? Should the system be fixed so that #liesboystell doesn't win out over truly important, significant, or newsworthy content? Should tweets, like images and other kinds of content, be screened for "adult" material and user preferences be set accordingly? Or do trends really belong to the lowest common denominator?

Nein, nein und nochmals nein! Kommen Sie doch einfach zu SauberTweeten! Dort kontrollieren sich die User selbst :mrgreen:

Foto der Woche

Die Social Web Community engagiert sich seit einigen Tagen in der Causa "Where is my vote?" Mit zahlreichen grün eingefärbten Avataren und speziellen Tags solidarisiert sich die Netzgemeinde mit den Protestanten im Iran. In der Sonntagsausgabe des Kurier sagte der aus Persien stammende Kabarettist Michael Niavarani bezugnehmend auf die aktuelle österreichische Wertestudie sinngemäß: "In Österreich kämpfen islamische Frauen darum, ein Kopftuch tragen zu dürfen. Im Iran kämpfen sie darum, keines trage zu müssen. 60% der Österreicher misstrauen der Demokratie und wünschen sich einen starken Führer, 60% der Iraner misstrauen dem starken Führer und wünschen sich Demokratie." Hier eine Slideshow aktueller Fotos aus Teheran von Faramarz Hashemi - Achtung, nichts für empfindsame Gemüter! [via TechCrunch]

Video der Woche

Es ist eindeutig mal wieder Zeit für ein wenig Management-Theorie: das Peter-Prinzip, auch bekannt als die "Hierarchie der Unfähigen", wird in diesem Kurzfilm sehr anschaulich erläutert [via Linzerschnitte]:

YouTube Preview Image

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der letzten und am Beginn der aktuellen Woche angelangt: der längste Tag des Jahres ist vorüber, zumindest Sonnenlicht-technisch, trotzdem gilt wie immer: danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns morgen.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Contenture: das Prinzip Werbung umdrehen

Contenture [sprich: Kontänntscha, Oida!] halte ich für eines der vielversprechendsten Longtail-Monetarisierungs Networks der letzten Jahre. Kein neues Affiliate Netzwerk, keine personalisierten Ads: nein, Contenture ist ein Anti-Ad Network, in dem User dafür bezahlen, dass sie Seiten werbefrei sehen und/oder Zugang zu Premium Inhalten bekommen. Klingt ungewohnt und kommt sicherlich relativ früh - aber der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm.

Gelauncht wurde die Seite vom gleichen Team, das für meine Lieblings-Webstat-Applikation Clicky verantwortlich zeichnet - und die Jungs haben definitiv eine Menge Ahnung davon, wie Micro-Traffic Stream funktionieren. Bezahlt wird an die Webmaster übrigens anteilsmäßig je nach Besucherzahl. Warum ich glaube, dass Contenture eine blühende Zukunft bevorstehen könnte, habe ich in einem ausführlichen Review auf datadirt beschrieben:

Contenture - Support the Sites you love auf datadirt [in Englisch]

Blogistan Panoptikum KW22 2009

Herzlich willkommen zum Blogistan-Panoptikum - vor lauter Feiertagen vergehen die Wochen ja nahezu im Flug, aber das hält eifrige Blogger natürlich nicht vom Berichterstatten ab, ganz im Gegenteil. Noch dazu bei diesen sibirisch-verschärften Außenbedingungen... dabei hatten uns die EU-Spitzenkandidaten doch einen super-heißen Mai versprochen. Aber wenn's draußen kalt ist, dann kann man sich aus den diversen werblichen Print-Produkten und anachronistischen Tageszeitungen wenigstens ein wärmendes Feuerchen anzünden. Ganz ehrlich, kein Mensch braucht im Internetzeitalter mehr Tageszeitungen, die ganze Journalismus-Qualitäts-Debatte können wir Crowdsourcer uns doch endgültig schenken. Außer Datum - die einzige löbliche Ausnahme im von Falter-Meinungs-Monopolen geplagten Bobo-Österreich. Im Übrigen bin ich der Meinung, Armin Thurnherrs internet-feindliche Haltung gehört zerschlagen.

Google bringt Wave

The buzz is on - im Lauf des Jahres will Google sein neuestes Produkt "Wave" veröffentlichen - es soll nicht mehr und nicht weniger tun, als unseren Umgang mit Kommunikation und Kollaboration im Web nachhaltig zu verändern. E-Mail, Kontakte, Social Networks - Wave will die Grenzen zwischen Dokument und Dialog verschwimmen lassen:

A wave is equal parts conversation and document. People can communicate and work together with richly formatted text, photos, videos, maps, and more.
A wave is shared. Any participant can reply anywhere in the message, edit the content and add participants at any point in the process. Then playback lets anyone rewind the wave to see who said what and when.
A wave is live. With live transmission as you type, participants on a wave can have faster conversations, see edits and interact with extensions in real-time.

Erste Eindrücke und Screenshot kann man hier begutachten, potentiell Beta-Tester können sich mal für einen Account vormerken lassen. Wave wird übrigens komplett unter der Open Source Lizenz stehen - diese ausführliche Präsentation von der Google I/O macht mir jedenfalls den Mund wässrig:

YouTube Preview Image

"But all good things, they say, never last", sang Prince. Und nun sagt TechCrunch das gleiche über Twitters "Trending Topics":

Up until recently, Twitter’s trending topics - which are prominently displayed on their Search homepage and now also in the sidebar when you’re using the Twitter website - were an awesome way to get a feel of what was buzzing on the Web, in a way that virtually no other web service was able to do.

Aber dann kamen die Piraten und Michael war ordentlich beleidigt!

Today, when you look at Twitter’s trending topics, you’ll notice that the large majority of trends are memes started by a single user or a group of users, with the main goal offering entertainment rather than spreading information. That’s all fine and dandy - no harm in having fun - and I realize well that Twitter’s trending topics are not necessarily required to be giving you and me an overview of stuff that really matters, but I can’t help but think it’s a pity that that list is starting to turn into the top 10 of chain letters people used to circulate through e-mail messages in the late nineties.

Ach liebes fliegendes Spaghetti-Monster, ich bete zu dir jeden Tag darum, dass mehr Menschen einsehen mögen, dass es mehr Spaß macht, Social Media Plattformen zu manipulieren als deren Regen einzuhalten...

Heißt du wirklich so?

Amerikanische Ureinwohner tragen häufig sprechende Namen wie "Robin kills the Enemy": der steht zwar in ihrem Pass, bringt aber auf Facebook Probleme mit sich, ebenso wie exotische Namen á la "Lisa Strawberry" - denn laut AGBs verlangt FB den richtigen Namen und legt bei Verdacht auch gerne mal unbegründet Accounts stillt, wie der Spiegel online berichtet:

Alicia Istanbul wurde zum Verhängnis, dass sie einen ungewöhnlichen Namen hat. Und Facebook hat gerade eine Kampagne gestartet, alle "fake accounts" zu löschen, also Nutzerkonten, die nicht wie gefordert den richtigen Namen angegeben haben. Für dieses Anliegen hat Istanbul ja Verständnis. Aber ganz und gar nicht verstehen kann sie, warum Facebook sie nicht einfach gefragt hat. "Sie sollten vorher wenigstens einen Warnhinweis schicken", klagt sie. "Ich war dort den ganzen Tag unterwegs. Ich habe mein gesamtes soziales Netz darauf angelegt. Und das ist es ja schließlich, was Facebook auch will."

Zwar werden die Konten im Ernstfall nach Support-Intervention wieder freigeschalten, allerdings kann das bei 850 Mitarbeitern und Millionen Usern schon mal ein Weilchen dauern. So selten dürften derartige Fehlalarme übrigens gar nicht vorkommen - FB-Sprecher Barry Schmidt räumte Probleme ein, die Gruppe Facebook: don't discriminate against Native surnames!!! hat bereits über 4.000 Mitglieder. Schwierige Sache: einerseits will Facebook natürlich keine ressourcen-fressenden Fake-Accounts, andererseits entstehen dadurch für die Träger exotischer Namen derartige Kollateralschäden.

Gratulation zum 35., Mr. Shoemoney!

Jeremy Shoemaker wurde diese Woche 35 - herzliche Gratulation! Von keinem anderen US-Blogger habe ich mehr über Online-Marketing und Affiliate-Biz gelernt... keep up the good work! Auch einen Blick wert: das Friendshirt der Woche, diesmal von Friendshirt.me. Und die Kommentare sind ziemlich eindeutig... ich würd drauf wetten, dass da in der nächsten Zeit einige Bestellungen eingehen! Ich hab mein Friendshirt ja schon :mrgreen:

Wieviel ist ein Micro-Scobble?

Robert Scobble ist Web 2.0 Evangelist und Twitter-Legende. Das Disqus Blog hat ein Interview mit dem Mann, dessen Nachname Pate stand für die Benennung der internationalen Tweet-Frequenz-Einheit "Micro-Scobble", veröffentlicht:

I grew up in silicon valley, I had no choice. My Dad was an engineer and I grew up in Cupertino about a mile from Apple Computers. I had an Apple Computer in 1977, in my junior high I was in the first computer club , and I got a tour of Apple when they were one little building. So yeah, I’ve always been around tech.

Werner, die Russen sind da

Dass Facebook viel mehr Geld verbrennt als die Werbungen reinbringen, dürfte mittlerweile wohl bekannt sind. Munter geht die Suche nach neuen Investoren weiter -einen fand man in Form von Digital Sky Technologies. Die russische Internet-Investment Firma gab 200 Millionen Dollar für 1,96% Anteil an Facebook aus, wie die New York Times berichtet:

Digital Sky won because its founders Yuri Milner and Gregory Finger have strong experience running Internet properties in Eastern Europe and Russia, and "a deep, advanced understanding" of social networking technology, Zuckerberg said.

Pikantes Detail am Rande: Cheffe Zuckerberg gibt sich zwar ganz lässig, dürfte aber wissen, dass die Gesamtbewertung des Unternehmens in den nächsten Monaten wohl ziemlich nach unten rasseln wird. Der Gesamtwert beträgt derzeit übrigens sagenhafte 10 Milliarden Dollar, als Microsoft 2007 für 240 Millionen Dollar lediglich 1,6 Prozent erwarb, lag der Unternehmenswert noch um ein Drittel höher. Tja, Analysten sind halt auch ganz schön launisch.

Die fünf nuttigsten Hochzeitskleider ever

Danke an Judith, die mich auf diesen großartigen Beitrag über die Top 5 Sluttiest Wedding Dresses Spotted In 2009 hingewiesen hat. Auch wenn es mir fast das Herz bricht, dass Miss Carey nicht mehr Single ist, eines muss man ihr lassen: mit ihrem Gefühl für Styling könnte sie in jedem Bordell dieser Welt sofort einen Job bekommen - und der Hochzeitsbikini ist auch nicht übel. Das muss man gesehen haben:

The Mariah Carrey slutty wedding dress certainly doesn't leave anything to the imagination. Fully equipped with garter belt, stockings, and a main fashion piece better off worn under the dress or on the wedding night, this dress starts us off with its moderately tame slutty fashion.

SEO-News der Woche

Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo: das legt zumindest eine aktuelle Studie über das Thema Suchmaschinen Branding. vs. Suchmaschinenqualität nahe:

So haben die Mannen rund um Google einen internen Versuch durchgeführt, bei dem die Suchergebnisse konkurrierender Suchmaschinen wie z.B. Yahoo, MSN/Live, Cuil, Ask, AltaVista, etc. in das Seitenlayout von Google gegossen und Testpersonen vorgesetzt wurden. Zum Vergleich wurde dieses Spielchen natürlich auch in umgekehrter Weise durchgeführt, wobei die Google-Suchergebnisse in das Layout von fremden Suchmaschinen integriert wurden. Das Ergebnis: Die Probanden empfanden immer die Suchergebnisse als besser, über denen das Google-Logo platziert war!

Manches lässt sich aber auch experimentell überprüfen, wie etwa der Canonical-Tag - Stefan hat seine höchst aufschlussreiches Versuchsprotokoll hiezu dokumentiert - unbedingt lesenswerter Beitrag! Apropos Kopien: die Seouxindianer haben 10 einfache Linkbaits zum Kopieren bereitgestellt. Und in der Tat: die genannten Rezepte wirken nachhaltiger als alle Russenlinks dieser Welt :mrgreen:

Wie SMO *nicht* funktioniert

Bei den Seouxindinaner habe ich auch noch einen zweiten Beitrag gefunden, den sich potentielle Social Media Cowboys unbedingt *vor* allfälligen Pistolen-Duellen zu Herzen nehmen sollten, gefunden: Wie SMO nicht funktioniert beschreibt die häufigsten Fehler und ich kann jeden einzelnen Punkt nur vollauf unterstreichen. Beispiel gefällig?

Den Usern freie Hand lassen funktioniert nicht. Wer seine Firma in Social Media Portalen nicht selbst präsentiert, der gibt unzufriedenen Nutzern und der Konkurrenz die Chance “ihre Meinung” als einzig vorhandene einzureichen. Wenn die ersten Inhalte aber von der eigenen Firma gestellt werden, ist der erste Eindruck durch kontrollierte Publikation gerettet.

Google Suggest nutzen

Google Suggest wirft in der Tag einiges über den Haufen:

Google Suggest ist wohl die größte Änderung, die uns Google in den letzen Monaten präsentiert hat. Nicht nur, weil Suggest von der breiten Usermasse aktiv genutzt wird, sondern auch weil es ein paar Erkenntnisse der Vergangenheit über den Haufen wirft. So führt die aktive Nutzung zu einer massiven Verschiebung der Suchvolumen von Ein-Wort-Kombinationen hin zum Longtail.

Und der Preis für den charmantesten-Insider-Slang des Monats geht an den selben Beitrag:

Der User sucht trotzdem dasselbe, er geht nur evt. einen anderen, direkteren Weg. In der Folge heißt dies, dass es abermals schwerer wird, dem User Inhalte unterzujubeln, die er eigentlich gar nicht sehen möchte. Also heißt es, den User genauer zu studieren und seine Wünsche zu kennen.

Video der Woche

Normalerweise poste ich an dieser Stelle keine Werbeclips, aber Peter Novak hat mit dieser Redhat-Linux Werbung einen fantastischen Job gemacht! Der geht raus an die Open Source Community weltweit:

Foto der Woche

Die bewegten Bilder der Woche werden ab sofort in jedem Panoptikum um die Foto-Rubrik ergänzt: das Bild der Woche suche ich nach rein subjektiven Kriterien aus - seit ich selbst recht viel mit meiner digitalen SLR hantiere, weiß ich, wie schwierig es ist, perfekte (HDR)-Belichtungen zustande zu bringen. Die Auswahl ist mir bei der Premiere gar nicht leicht gefallen, aber diese Abendstimmung im Manasquan Reservoir von Joisey Showaa finde ich fantastisch:

manasquan Blogistan Panoptikum KW22 2009

Und das war's auch schon wieder für diese Woche - danke fürs Vorbeisurfen, wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

meshed #1: Social Marketing für Beginner

Ich geb zu: ein wenig deplatziert kam ich mir auf der meshed #1 schon vor - aber das ist bloß das alte Problem der Innen-/Außenperspektive. Für Einsteiger in den Bereich des Social Marketing gab es allerdings mit Sicherheit einiges an Informationen zu sammeln; die Frage ist in weiterer Folge natürlich, inwieweit auch das Prozessieren und weiterführende Einsetzen dieser neu gelernten Tools und Strategien dann auch gelingt. Denn eigentlich illustrieren die von den Vortragenden gerne zitierten Beispiele feat. Dell & Co. vor allem eines: wirklich erfolgreiche Social Media Strategien sind meist best practices: wir haben noch kaum Erfahrung, wir sammeln sie gerade. Grosso Modo hat der erste Tag Einsteigern in die Materie einen guten Überblick verschafft - und die Sky Loft im Ars Center ist ein äußerst angenehmer Veranstaltungsort.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Gastbeitrag für die ÖW: Tourismusmarketing im Web 2.0

Diesen Text habe ich auf Einladung von Christian Lendl für die zweite Auflage des "Social Web Wegweiser" geschrieben. Die Österreich Werbung will mit diesem Printprodukt Touristikern die Möglichkeiten des Social Web nahe bringen. Die erste Auflage ist vergriffen, aber in PDF-Format online verfügbar, mein Beitrag erscheint gemeinsam mit Gastkommentaren verschiedener Experten im Sommer in der "Reloaded" Version.

Der Durchlauferhitzer der Eigenpropaganda läuft auf Hochtouren: selbst der best-isolierte Marketing-Direktor kann sich dieser Tage vor der Information, dass man "im Social Web was tun müsse" kaum verschließen. Natürlich verstehen es Online-Berater und Marketing-Gurus besser als alle anderen, ihre eigenen Leistungen online lautstark anzupreisen, dabei eignet sich bei weitem nicht jedes Social Media Service für jedes Produkt. Tourismus allerdings ist ein hochgradig emotional besetztes Feld, ein Thema, über das Kunden freiwillig gerne und ausführlich diskutieren - und diese Tatsache ist die beste Grundlage für Social Marketing Kampagnen, die man sich wünschen kann.

braunsberg sonnenuntergang Gastbeitrag für die ÖW: Tourismusmarketing im Web 2.0

Diesen Beitrag weiterlesen »

Denn du bist Terrorist!

Einer von 82 Millionen, die neuerdings in Deutschland leben - ob Giftgasanschläge, Genozid-planende Vereinigungen, Selbstmordattentäter: wir wissen noch nicht genau, zu welcher Splittergruppe Osamas du gehörst, aber wir haben dich - ja, genau dich - im Visier:

Diesen Beitrag weiterlesen »

Kia hat keine Ahnung von Zeitreisen

Soeben habe ich im Fernsehen (auch beim Essen müssen parallel Medien konsumiert werden) die neue Werbung den Kia Ceee'd (so oder ähnlich schreibt man den) gesehen. Kompetent, die koreanische Autobaukunst zu beurteilen, fühle ich nun wirklich nicht, aber eines steht fest: von Zeitreisen haben die keine Ahnung. Und kommt so:

Anscheinend bietet Kia für besagtes Wägelchen eine 7jährige Garantie (auch ob mit oder ohne Fußnoten steht hier nicht zur Diskussion). Für dieses wurde, ich sehe die Verzweiflung in den Augen der Werber, wohl ein visuelles Testimonial gefunden werden. Man sieht den Testdriver, wie er einen Tunnel entlangfährt, um schließlich in eine Art Energiefeld bzw. Zeit-Tor hineinzufahren, zu verschwinden und auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Dazu sieht man auf einem Bildschirm die Worten "Seven Year Jump Complete":

Also bitte: warum sollte ein Auto (oder ein Terminator oder ein Stück Baumkuchen) bei einer Zeitreise um genau den übersprungenen Zeitraum altern? (Oder jünger werden, falls man in die andere Richtung reist.) Jeder Science-Fiction Leser weiß, dass für das reisende Objekt bzw. die Passagiere die Eigenzeit gilt - wie hätte H.G. Wells' neugieriger Wissenschaftler denn sonst jemals mehrere tausend Jahre vorwärts bis zu den Morlocks reisen sollen? Hätte Kia recht, denn könnten der unsterblichen Perry Rhodan und seine Zellaktivator-Freunde als einzige längere Zeitsprünge unternehmen - absurd!

Um sieben Jahre gealtert sein müssten dagegen im Kia-Spot die beobachtenden Techniker. Mit anderen Worten: dieser Spot beweist gar nix! Außer, dass die Koreaner eine völlig wertlose Zeitmaschine gebaut haben.

Kann man Äpfel mit Birnen vergleichen?

apfelbirne Kann man Äpfel mit Birnen vergleichen?Selbstverständlich - es könnte einer daherkommen und behaupten: "Äpfel sind im allgemeinen runder als Birnen!" Und schon hätte er verglichen. Genau genommen *muss* man sogar vergleichen, wenn man Birne und Äpfel denn überhaupt unterscheiden möchte. Gemeint ist mit der alten Bauernweisheit allerdings etwas ganz anderes, nämlich: Kann ich ein Klassifizierungssystem für Äpfel entwickeln und dann mit diesem System Birnen messen, ohne dass die resultierenden Erkenntnisse für mich jeglichen Wert verlieren? Diese Frage lässt sich mit einem entschiedenen Nein beantworten, aber dieser subtile Unterschied wird nicht nur im Online-Marketing häufig übersehen.

Denn in der Kürze liegt bekanntlich die Würze solcher Sprüche, da muss man schon mal das eine oder andere Missverständnis in Kauf nehmen. Aber was hat dieser kleine Ausflug in die logische Fruchtkunde mit Webwerbung zu tun? Eine ganze Menge: Man kann sehr wohl beispielsweise sehr wohl view-basierte Bannerschaltungen mit Performance-Modellen vergleichen - durch eine strikte Orientierung an den Sales bzw. an den Conversions.

Das wichtigste Kriterium wäre damit die Effizienz, und die lässt sich anhand des Verhältnisses Marketingbudget zu Verkäufen sehr leicht messen. Das gleiche Kriteriensystem, mit dem Marketingabteilungen die laufende Performance von PPV-Schaltungen seit 10 Jahren überprüfen, auf PPC-Modell anzuwenden, erweist sich dagegen als fatal: sowohl Einblendungen als auch Klickrate sind in Bezug auf bekannte Daten keine Referenzquelle mehr. Mit anderen Web 2.0 Services wie Twitter verhält sich die Situation ganz ähnlich.

Es ist also vollkommen legitim, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, wenn man die Unterschiede der beiden Fruchtsorten beschreiben möchte. Will der Obsthändler allerdings Kriterien definieren, um etwa Premium- von Klasse-B-Birnen zu unterscheiden, dann ist er schlecht beraten, wenn er seine bestehenden Qualitätsmaßstäbe für Äpfel anwendet. Denn zahlen Kunden mehr für Äpfel mit blitzblank polierter Oberfläche, während die schmackhaftesten Birnen vielleicht gerade an ihrer matten Oberfläche erkennbar sind!


Fotocredits: Das Titelbild zu dieser Story wurde aus zwei Fotos zusammengebastelt, und zwar nur ein Apfel von Sven H und Saftige Birne von Knipseline. (beide Fotos von pixelio.de)

ATV Shorts: Neue Plattform für Kurzfilmer

atvkanalshorts ATV Shorts: Neue Plattform für KurzfilmerVor wenigen Wochen launchte ATV die neue Video-Plattform als Nachfolger der konventionellen Homepage. Auch wenn die neue Seite mit einigen Beta-Kinderkrankheiten zu kämpfen hat, handelt sich um einen folgerichtigen Schritt für einen Fernsehsender. Besonderes Augenmerk legt die Online-Redaktion auf das beliebte Genre der Kurzfilme und widmet den "Shorts" einen eigenen Kanal. Der wesentliche Benefit für Video-Uploader: der neue Channel wird auf der Homepage ausgiebig beworben - und ein aufmerksamkes Publikum wünscht sich in der Regel jeder Kurzfilmer.

Unter dem Slogan Zeig uns deine Shorts (daher auch die hübschen Unterhosen an der Wäscheleine) lädt ATV ambitionierte Amateur- und Profi-Kurzfilmer ein, ihre Oeuvres einer breiten Öffentlichkeit vorzuführen. Ob 30-Sekünder oder 25-Minuten Mini-Drama, die Redaktion macht keine Längenvorgaben, einziges Limit ist die Videouploadgröße von relativ bescheidenen 100MB. Vorgeschlagen werden kann jedes Video (dazu einfach beim Uploaden den Kanal "Shorts" auswählen), allerdings werden alle Clips aus Qualitätssicherungs-Gründen redaktionell überprüft, bevor sie im Kurzfilm-Kanal erscheinen. Schon jetzt findet man einige Perlen - mein persönlicher Favorit ist naturgemäß die Geschichte vom Frosch und der Prinzessin:

Ich persönlich wünsche mir nicht ganz uneigennützig einen weiteren Channel: Podcasts, also alle Videos rund um Web 2.0, Social Media, Twitter, die Blogosphäre und Co. Soweit ich weiß, gibt's für diese Nische keinen Video-Aggregator für den deutschsprachigen Bereich.

Yigg is a joke in your Town + Werbeplatz gesucht

datenschmutz button Yigg is a joke in your Town + Werbeplatz gesuchtFrüher war Yigg echt mal ganz okay, und so aus reiner Gewohnheit reicht man halt immer noch die eine oder anderen Nachricht ein - die Seite kommt mir vor wie früher mal cooler Club, der eigentlich nur von seinem Ruf lebt; und von der Tatsache, dass man dort ziemlich unter sich ist. Nun, einerseits kann man den Betreibern ja nur dazu gratulieren, dass sie trotz monatelanger Kritik am völlig missglückten Relaunch so dickes Fell zeigen und sich voll und ganz auf die Werbekunden-Akquise konzentrieren. Rein aus Neugier (nicht Mitleid) wollte ich gerade ein kleines Kategoriesponsoring auf Yigg buchen, doch die Betreiber wollen anscheinend nicht bloß die Community vergraulen, sondern auch keinesfalls Geld verdienen.

Andererseits kann ich mir nicht erklären, dass mir die Buchung nahezu unmöglich gemacht wird. Da wäre erstmals die äußerst minimalistische Eingabemaske, die vor allem eine Frage offen lässt - welche Leistung respektive welchen Zeitraum buche ich denn da eigentlich? (Wohlgemerkt: der Click auf "Sponsor werden" führt direkt auf diesen Screen, ohne zwischengeschaltete Erklärungsseite)

yiggspons Yigg is a joke in your Town + Werbeplatz gesucht

Doch wer suchet, der findet - in den Sponsoring-FAQs im Footer findet sich gut versteckt des Rätsels vermutete Lösung:

Sie können ihre Produkte und Dienstleistungen in den Nachrichten-Kategorien IT & Technik, Politik, Wirtschaft, Unterhaltung, Wissenschaft & Bildung, etc. einbringen, indem Sie die jeweilige Kategorie sponsern; d.h. Sie buchen ein Sponsor-Paket zu einem Fixpreis für die Dauer eines Monats.

Also gut, dachte ich mir, probiert ich eben mal die IT-Kategorie für 30 Tage um EUR 49,- aus - der 125x125er Button war schnell gebastelt, anschließend klickte ich auf "Preview" - und siehe da, der 125er-Button mutierte zu einem vollkommen unlesbaren 50x50er Pixelhaufen, sowohl bei der direkten Preview als auch bei der Voransicht der gebuchten Seite (Screenshots in 1:1 Größe):

yigg vorschau Yigg is a joke in your Town + Werbeplatz gesucht

Selbstverständlich habe ich den Button nicht gebucht - dass Yigg auf meine 49 nicht unbedingt braucht, ist mir klar. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass bei diesem Schlamassel irgendjemand bucht - und Werbung ist schließlich das Kern-Businessmodell der Social News Community. Tja, so wird das nix - gut zu wissen, dass ich mir das Einstellen von News bei Yigg zukünftig sparen kann.

datenschmutz-Button zu vergeben

Weil die datadirt media group Finanzabteilung die Buchungskosten bereits der Ausgaben-Seite zugerechnet hat, suche ich verzweifelt nach einem Ersatz-Werbeplatz, gerne auf Blogs. Also wer bei sich diesen armen, heimatlosen 125er-Button (siehe Titel-Icon) unterbringen möchte, möge mir einen Vorschlag an datenschmutz@gmail.com schicken. (Maximalpreis: EUR 49,- für ein Monat, Zeitraum/Kosten variabel, ich bezahle via PayPal).

Blogistan Panoptikum KW01 2009

bewerbung Blogistan Panoptikum KW01 2009Der letzte Rückblick des Jahres 2008 stand ganz im Zeichen 51 vorangegangener Sonntag respektive Wochen, die erste Blogistan-Panoptikum Ausgabe des neuen Jahres riskiert einen Seitenblick auf einige andere lesenswerte Rückblicke. Man muss ja auch mal aktiv was unternehmen gegen das Vergessen, heißt es. Obwohl ohne die gute alte Entropie, Königin unserer chaotischen Herzen, unsere Informationsverarbeitung wohl ziemlich langweilig wäre. Für mich persönlich jedenfalls hat das 2k9 mit einer äußerst erfreulichen multiplen Pagerank-Überraschung begonnen: datenschmutz hat in der deutschen Blogosphäre nicht gerade breit gestreuten Sechser bekommen, datadirt wurde von Big G zu Weihnachten mit einem Fünfer bedacht und einige weitere Pages erhielten ebenfalls kleine Päckchen. Da sag ich doch mal artig "Danke", auch wenn das alles nicht völlig unerwartet kam :mrgreen:

Was ist ein Super-Affiliate?

Super Affiliate ist ein dummes Buzzword, das in der Affiliate-Blogging Community von Leuten verwendet wird, die dir einreden wollen, dass sie entweder mehr Geld verdienen oder auf irgendeine andere Weise besser sind als du. Als i8ch meine ersten 1000$ pro Woche mit einem sehr bekannten Affiliate-Netzwerk verdiente, sagten sie, ich sei jetzt ein "Super-Affiliate", was mir sofort zeigte, dass dieser Begriff überhaupt nichts bedeutet. Jeder, der den Ausdruck "Super Affiliate" in einer nicht-ironischen Weise verwendet, speziell, wenn er damit sich selbst meint, ist unglaubwürdig und ein Idiot.

Sagt Nicky Cackes vom Reformed Blackhat bei Shoemoney (Übersetzung von mir), und dieser wunderschönen Definition ist schlicht und ergreifend nix mehr hinzu zu fügen.

Blicken rück und vor! Aber flott!

Jeremy blickt ordentlich auf das gesamte Jahr zurück, was übrigens auch aus seo-technischer Sicht (Stichwort: interne PR-Verteilung) ganz und gar keine blöde Idee ist. Netzwertig blickt zweifach nach vorne, die Autoren haben durchwegs gewisse Auffassungsunterschiede über die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Web 2.0 und einen Hang zu vagen Prognosen, wie Computernotizen bemerkt. Er stellt etwas konkretere Fragen, die auch Mathias Schindler beantwortete. Das Google Watchblog spekuliert naturgemäß über Big G's Pläne für die nächsten 12 Monate, Phlow hatten eine äußerst hörenswerten, zweiteiligen Rückblick auf ein Jahr freie Musik zusammengestellt. Den grafisch reizvollsten Blick in den breiten Rückspiegel gibt's bei Max in Form von Tagclouds und Steam-Grafiken.

TechCrunch und Twitter

Ein aktueller Artikel über ein Mash-Up, das Twitter-Messages an die eigene Mailbox schickt, evozierte eine eigenartige Diskussion auf TechCrunch. Babou fragt:

I really enjoy your blog for your insights and the posts of your team of writers but there is one thing: you really speak a lot about twitter.
Now I understand Twitter has become an important medium of communication but does it really deserve so much attention?

Nun ja... ich würd mal sagen: soviel Aufmerksamkeit, wie sich in 140 Zeichen eben unterbringen lässt - dafür aber mehrmals am Tag :mrgreen:

SEO-News der Woche

Tja, die meisten SEOs haben in den vergangenen sieben Tagen wohl ausgiebig gefeiert - anders die dünne Gesätheit aktueller Nachrichten wohl kaum zu erklären. Gerald schreibt über PR-Updates und Fehlalarme und Blogiger plagt sich mit dem Seotonie Wettbewerb. Irgendwie fasziniert mich das Business-Modell "SEO-Wettbewerb" ja ungemein - den Betreibern müssen solche Wettbewerbe, selbst bei sinnlosen Keywords, ja einiges an Linkjuice bringen. Wem es um (Geld)Preise geht, der sollte die Energie und den Zeitaufwand aber lieber anderswo investieren - beispielsweise in einen neuen Digg-Clon. Und weil der SEO-Lesestoff diese Woche so schmal ausfällt, wär vielleicht mal wieder ein Zeitungsabo angebracht: aber leicht wird einem das Bestellen ja nicht immer gemacht.

Video der Woche

Trainingsmaterial für die richtige Bewerbung gibt es genug, doch wer sich dieses Video von Ben Schwartz zu Herzen nimmt, muss nie mehr Angst haben, jemals eine Anstellung zu bekommen:

Und damit sind wir auch schon wieder an der äußersten Nordspitze des Panoptischen Kaps angekommen. Setzen Sie lieber Ihre Kapuzen auf, es bleibt weiter kühl! Im Übrigen wünsch einen chilligen Sonntag, wir lesen uns morgen.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.
 1 2 3 4 5 6 7 nächste