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Artikel-Schlagworte: „Werkzeug“

Blogistan Panoptikum Woche 38 2k7

Markus findet, dass Duplicate Content durchaus auch seine reizvollen Seiten hat, Robert Treichler hinter-quiz-fragt Alice Schwarzer, Robert erklärt auf für mich sehr beeindruckende Art und Weise sein Blogger-Selbstverständnis, Grissemann scheint Werbung für deutsche Handys zu machen und die Viralmythen typologisieren wissenschaftliche Blogs: also wieder mal eine ganz gewöhnlich ereignisreiche Woche in Blogistan, das Sommerloch zeigt sich endgültig von herbstlichem Tatendrang in die Stränge gewiesen. Außerdem gibt's ein Jubiläum zu feiern: Tante Google ist anscheinend neun Jahre alt geworden.

Yahoo schluckt Zimbra

Georg Holzer analysiert den Kauf der Messaging-Lösung durch Yahoo und kommt zu dem Schluss:

Zimbra als Werkzeug für höheren Marktanteil bei anderen Geschäften. Der Kaufpreis von 350 Millionen Dollar könnte sich so rechnen. Könnte ... Und irgendwann, wenn die nächste Gerneralrenovierung von Yahoo-Mail fällig ist, wird man wohl auf nur noch eine Codebasis bei seinen Messaging-Servern setzen - derweil hat man aber noch zwei.

Microsoft dagegen beißt kräftig in Facebook rein - ob sich das wirklich rechnet?

Gravenreuth verurteilt

telepolis hat ein sehr lesenswertes Interview mit Johannes Eisenberg veröffentlicht: der Anwalt verteidigte die taz im Verfahren gegen den bekannten deutschen Berufskollegen Freiherr von Gravenreuth, der durch seine zahlreichen Abmahnprozesse einer Menge Webmaster viel Kopfzerbrechen bereitete:

telepolis: Herr Rechtsanwalt Eisenberg - Sie werden im Netz gerade als eine Art "Drachentöter" gefeiert, weil es ihnen gelang, den Freiherrn von Gravenreuth "hinter Gitter zu bringen". Wie ist Ihnen das gelungen - und wieso hat das vorher noch niemand geschafft?

Johannes Eisenberg: Ich weiß nicht, ob ich als 'Drachentöter' gefeiert werde. Ich hab' das noch nirgendwo gelesen. Und den Herrn Gravenreuth hab ich auch nicht hinter Gitter gebracht - er ist nur zu einem halben Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden, weil er die Domain der taz pfänden ließ, läuft aber weiter frei rum und kann weiter sein Unheil anrichten.

Passend zum Thema: hat man Sie etwa auch öffentlich diffamiert? Dann kann ich nur dringend zur Benutzung des abmahnr raten! [via Zweinull.cc]

Hübsche Screensaver

Gibt's bei 9031.com, unter anderem ein Old-School Digitaluhr mit digital simuliertem mechanischem Zifferwerk... so wie wir's halt den 80ern am Nachtkasterl stehen hatten.

Googeleien der Woche

Am S-O-S SEO Blog gibt's eine imho sehr treffende und spannende Überlegung zum Thema Zukunft des Google Pagerank, Fazit:

Warum nicht für eine Domain nach außen einen fetten PR7 oder PR8 Balken anzeigen, wohl wissend, dass der echte PR nach Abzug der Steuern und Kauflinks gerade mal für PR5 reicht, und all die armen Link-Käufer und Mieter ihr Geld für völlig überschätze und in Wirklichkeit kaum spürbare Verlinkungen ausgeben lassen. Besser als echte Werte anzuzeigen und auch besser als keine Werte anzuzeigen. Denn in letzterem Fall würden die Webmaster und SEOs vielleicht neue Kriterien suchen und finden, die ihnen bessere Einschätzungen der Domain- und Linkwerte ermöglichten - damit würde die Manipulationsgefahr für Google wieder steigen.

Der Iceblog findet, dass in Google inzwischen verdächtig viele wikipedia-Ergebnisse auftauchen... und vermutet gar, dass bald Schluss sein wird mit den ganzen lästigen Webseiten, sozusagen Google als interne Suchmaschine der Wikipedia-Datenbank.

myspace benutzerstärkstes Social Network in .de

Comscore veröffentliche Nutzungsdaten über Social Networks in Deutschland - erstaunlicherweise liegt in dieser Untersuchung MySpace vor studiVZ: [via zweinull.cc]

Unique Visitors von Social Networks in Deutschland im Juli 2007
Quelle: comScore

MySpace: 3,7 Millionen
studiVZ: 3,1 Millionen
JUX.de: 2,6 Millionen
Piczo: 2,0 Millionen
StayFriends: 1,3 Millionen

Video der Woche

Zum Wahlkampfauftakt der NPD in Niedersachsen musste die Extra3 Reporterin Olivia Jones erfahren, dass selbst die Spitzen der Partei einfach nicht wissen, warum man ihren Verein überhaupt braucht... könnte sich auf einer FPÖ-Wahlkampfveranstaltung wohl ganz ähnlich abspielen. [via FranzToo]

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Historisch-radikale UrheberRechte

Am 20. Oktober findet in Zürich das BlogCamp Switzerland 2-0 statt, und Michael hat für seine dortige Präsentation ein imho hochspannendes Thema ins Auge gefasst:

Unter dem Arbeitstitel "Copyright, Copywrong - Radikale Stimmen zum Urheberrecht" könnte ich mir vorstellen, anhand der zwei oben genannten Beispiele (Spooner und Tucker; ergänzt durch ein, zwei Personen des 20. Jahrhunderts, die sich auf diese beziehen) eine kurze Tour d'Horizont zu geben. Dabei konzentriere ich mich bewusst auf Personen, die vor der Entstehung des Internets gewirkt haben.

Michael hat das Thema zur Diskussion gestellt und möchte wissen, ob sich Blogger für derlei Geschichtsausflüge interessieren - ich werd's am 20. Oktober nicht nach Zürich schaffen, aber ich kann nur sagen: wenn's einen Blogcast gibt, dann schau ich mir den sicher an. Von radikalen Entwürfen kann man immer eine Menge lernen - und wider der Behauptung der Rechtskonservativen in Einzelfällen sogar etwas von der Geschichte.

Handynutzung: Wiener sind vertrauensselig

Diese Woche flatterte eine Umfrage der mobilkom austria ins Haus - Kernaussage: Wiener sind im Umgang im Handys vertrauensseliger als die Bewohner anderer österreichischer Bundesländer:

Im Vergleich zu allen anderen Bundesländern legen die Wiener Handy-UserInnen am meisten Vertrauen an den Tag, wenn es um Anrufe mit unterdrückter Nummer geht: 78% der UserInnen nehmen Gespräche auch an, wenn sich der Anrufer nicht zu erkennen gibt. Auch beim Ausleihen des Handys gibt es einen Vertrauensvorschuss: 35% der WienerInnen können sich vorstellen, ihr Handy für mehr als nur ein spontanes Gespräch herzuborgen.

Das reicht österreichweit in beiden Disziplinen für Platz 1 - wer sich also ein Handy ausborgen möchte, der hat in der Bundeshauptstadt die besten Chancen.

Barcamp-News: pl0gbar am Donnerstag

27. September 2007
19:00bis23:00

barcampAm kommenden Montag wird das Wiener September-Barcamp auch schon wieder Vergangenheit geworden sein... doch bis dahin gibt's noch ein umfangreiches Programm zu absolvieren, getreu dem Motto der Veranstaltung idealerweise aktiv und passiv. Neu: am Donnerstag, den 27.9., also zwei Tage vor dem Barcamp bzw. morgen findet der plOgbar Stammtisch im werkzeugH statt.

Man kann dort "sich schon mal beschnuppern, Sessionideen auszutauschen oder sich über Weballerlei zu unterhalten. pl0gbars findet unregelmäßig und ohne Agenda statt." Mit anderen Worten: alles ist eine pl0gbar! wer vorsozialisiert, muss am BC nicht mehr soviele Visitenkarten einstecken, ich werd jedenfalls hinschauen, denn das werkzeugH ist sowieso immer einen Besuch wert. Das eigentliche Barcamp geht dann am Sa/So im Microsoft Hauptquartier über die Bill-Gates erprobte Bühne.

Die TeilnehmerInnenListe ist mittlerweile ganz schön umfangreich, wenn 50% der "Vielleichts" auftauchen, dann wird der Hunderter auf jeden Fall voll. Bleibt nur zu hoffen, dass Microsoft genug Bier eingekühlt Platz hat.

Tja... Do&Co ist leider nicht auf der Sponsorenliste, Attila Dogudans Kebab wär schon ein Hammer gewesen, aber spannend wird's auf jeden Fall. Martin und ich haben unseren 17stündigen Vortrag bereits vorbereitet, die Letztversion der Begleitfilme wird noch geschnitten und von Neurosis vertont. Einziges verbleibendes Logistik-Problem: wie kriegen wir die 3 Blasmusikkapellen, den falschen Elefanten und das Schiff durch die Sicherheitsfenster des Microsoft Gebäudes? Und ist der Innenhof breit genug für den geplanten Raketenlaunch, der den ersten österreichischen Affiliate-Satelliten in die Googlesphäre schießen soll?

Uhrbänder in rauen Mengen

Was wäre die schönste Armbanduhr ohne das Band, das sie hält? Bloß ein Stück Metall, das zu Boden fällt. Wer stilvolle Chronographen schätzt, der weiß allerdings auch genau, dass Bänder nun mal zu den Verbrauchsteilen gehören. Für Abwechslung suchende Uhrenfans bietet Watchband.de eine riesige Bandbreite an verschiedenen Modellen.

Warum schreibe ich plötzlich über Uhrbänder? Nun, das liegt nicht primär daran, dass ich als Jugendlicher fanatisch Armbanduhren gesammelt habe wie andere Fußballabziehbildchen (vom Digital-Taschenrechnermodell mit Eintagsfliegen-Lebensdauer bis hin zum edlen helvetischen Titan-Statussymbol), sondern an meinem ersten ReviewMe Auftrag nach ziemlich genau einem Jahr. Ich hätte ja fast nicht mehr daran geglaubt, aber nun darf ich mich über die erste Provision freuen - die übrigens lediglich freche 50% des Gesamtpreises beträgt, in meinem Fall 50$. Die reichen allerdings allemal für zwei bis drei Kautschukbänder, was mich zurück zum Thema bringt.

watchband
Von oben nach unten: Leder, Metall, Kunststoff

 

Watchband.de präsentiert Uhrenbänder aller Couleurs, Materialien und Marken - ob Lederband aus Eidechse, Kalb oder Krokodil, ob Titan oder Edelstahl, ob Silikon oder Velcro: der Besucher hat die freie Wahl zwischen organischen, metallischen und synthetischen Werkstoffen. Neben den diversen Bändern selbst bekommt man hier auch Ersatzteile wie Faltschließen und Federstege sowie Uhrmacher-spezifisches Werkzeug, mit dem die Bandanpassung gleich ein Heimarbeit geschehen kann. Die Preise sind durchwegs moderat, für ein "Monte Carlo Uhrband" aus Louisiana Alligator kann man schon mal 160 Eulen hinlegen, Titan-Schließbänder sind allerdings bereits ab rund 35 Europadollars zu haben. Die Mindestbestellsumme beträgt EUR 25,-, die Bezahlung erfolgt über Kreditkarte.

Am Shopsystem gibt's nicht zu bemängeln: das klar nach verschiedenen Materialien gegliederte Menü und die Detailseiten mit den Farbmustern und Größenangaben lassen wenige Fragen offen - ohne Bells und Whistles, aber funktional und einfach zu bedienen.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem neuen Band für seine Lieblingsuhr ist, der wird bei der riesigen Auswahl von Watchband.de mit hoher Wahrscheinlichkeit fündig.

Blogvorstellungen: NanoPub und Lisa Neun

Mit diesem Beitrag starte ich eine neue Serie - in wöchentlichem Abstand werde ich jeweils am Montag ein bis drei Blogs hier vorstellen. Auf die Idee gebracht hat mich Max' Kommentar zum Thema Blogvernetzung, ausgelöst durch unsere Blogcharts-Parodie. Den Auftakt machen NanoPub und Lisa Neun.

Max Argumentation hat ja einiges für sich; zu den 2k ist's dennoch ein weiter Weg, aber irgendwo muss man ja jenseits von karnevalistischen Blogketten mal anfangen:

vielleicht kann man das ganze mal als anregung nehmen neu zu denken, mehr miteinander zu machen und nicht immer jeder gegen jeden spielen (wo dann immer gleich der moralische zeigefinger kommt).
wieso gibt es genug englische blogs die 7000 authority haben aber nur ganz wenig deutsche mit 2000 (wenn man schon sowas als "vergleich" her nimmt)?

In diesem Sinne - viel Spaß mit den Blogvorstellungen; wer hier gerne was über sein eigenes Weblog lesen möchte, die oder der hinterlasse einen Kommentar. Aber bei sovielen Mikropublishern wird mir der Stoff schon nicht so schnell ausgehen :mrgreen:

NanoPub. Die Nanopublishing-Bar

Das Mission-Statement, zu finden im About-Bereich, ist bei NanoPub klar formuliert:

Die Informationen im NanoPub sollen eher dem "kleinen" Blogger, den "kleinen" Blognetzwerken helfen, die keine Hemmungen haben, durch die Inhalte, die sie produzieren, auch Werbeeinnahmen zu produzieren.
Außerdem sind wir hier in der Nanopublishing-Bar. Es darf diskutiert und sich ausgetauscht werden, Neuigkeiten werden verbreitet, man trifft Freunde und lernt neue kennen. Und ab und an gibt's vielleicht auch mal einen Show-Act ;-)

Betrieben wird Nanopub von Jan Tißler, der auch für's Upload Magazin verantwortlich zeichnet, gegründet hat das Projekt Marcus Puchmeyer im August 2006. Leser sind ausdrücklich aufgefordert mit zu machen, denn NanoPub ist ein Teamblog und lebt von der Abwexlung. Von wem welcher Beitrag stammt, ist allerdings nicht klar - bei einem solchen Teamprojekt wäre die Anzeige des Autorennamens, die bei Ein-Personen-Blogs natürlich völlig sinnlos ist, durchaus praktisch. Ich bin erst vor kurzem auf die Seite gestoßen - was NanoPub.de von all den anderen Blog-Ratgeber Blogs abhebt, ist der erfrischende, witzige Schreibstil. Potentielle Feedreader sollten mit 2-5 Beiträgen pro Woche rechnen.

NanoPub

 

Lisa Neun

fernseherDie meisten BloggerInnen (including me) beschränken ihre publizistische Tätigkeit auf das Texten und streuen ab und an ein Foto ein. Nicht so Lisa Neun: die gebürtige Wienerin, die mittlerweile in Erlangen lebt, erlebte die typische Superhelden-Kindheit:

In jungen Jahren verletzte Sie sich an einer radioaktiv verseuchten Füllfeder und verwandelt sich seitdem regelmäßig in Toon Girl. Mit Ihrer Tooncam fotografiert sie Ihre Erlebnisse.

Mit der Tooncam, Sie ahnen es bereits, sind Lisas meiner bescheidenen Meinung nach grandiose Comic Strips gemeint. Ich bin vor einigen Monaten durch einen typischen Internet-Zufall auf das Blog gestoßen und delektiere mich seither regelmäßig an den farbenfrohen Figuren im unverkennbaren Lisa-Stil. Da wird auch mal die Dachrinne zur Bühne... es könnte ja sein, dass Lisa ihre Zeichnung offline malt und einscannt, aber ich vermute ja fast, dass ein Graphiktablett zum Einsatz kommt - aber wie auch immer: ich hab meine Lieblings-Blog-Cartoonistin gefunden. Nebenstehend eine ihrer Interpretationen zum ewigen Mann/Frau Beziehungsdrama.

Lisa Neun

Barcamp Vienna auf ATV

Via Max bin ich gerade auf einen Puls TV Beitrag gestoßen, den Helge in seinem Blog gepostet hat. Thema: das Barcamp Vienna, das Anfang Juni im WerkzeugH stattfand:

YouTube Preview Image

Massiv viele Fotos vom Event gibt's auf FlickR.

Barcamp Vienna in Worten, Links und Bildern

barcampAm vergangenen Sonntag trafen sich die selbstorganisierenden Barcamper im Wiener WerkzeugH - Workshops und Vorträge sorgten für reichlich Web 2.0 und netzökonomischen Input; und Wini von Punctilio, Heinz Wittenbrink, Helge Fahrnberger, Karin Schmollgruber und einige virtuelle Bekanntschaften mehr hab ich endlich mal IRL gesehen.

Für mich war's das erste Barcamp - hat Spaß gemacht, auch wenn ich nicht bis zum Ende bleiben konnte. Die kurzen sinstflutartigen Hagel/Regeneinbrüche haben, so versichert das Amt für Wetterkontrolle, nichts mit dem Barcamp per se zu tun. Das WerkzeugH erwies sich einmal mehr als ausgesprochener geeigneter Veranstaltungsort und die vegetarischen Curries als schmackhaft; vorgestellt wurden unter anderem Tupalo (dazu demnächst mehr) und Medienschelte.at. Max hat 3 Beiträge geschrieben, Heinz fand die Atmosphäre passend und hat weitere Berichte angekündigt:

Der Rahmen war ganz anders als beim letzten Mal: statt dem One Smart Space, einem inspirativen Freilicht-Museum der Dotcom-Blase, das WerkzeugH, ein Mashup aus Lokal und Kreativraum. Direkt dahinter die noch unfertige k-werkstatt von Knallgrau, alles zusammen ergab eine Labor-Atmosphäre die zu einer Unkonferenz sehr gut passt.

Dem kann ich mir nur anschließen; mit Wini und Helge hab ich bei prasselndem Regen unterm Vordach über WordPress-Performance Probleme geschnackt, die Shittr-Entwicklung am Abend scheint ja ziemlich Spaß gemacht zu haben, bin schon neugierig auf den Launch.

Dieter Rappolds Einführungsworkshop mit dem Titel "Medien, Telcos und Brands" adressierte zentrale Fragen des zukünftigen Online-Business; vertikales Identitätsmanagment, Clustering und Segmentierung verändern die Bedingungen der Wertschöpfung, in den letzten Jahren wurde das Netz von einem multimedialen Angebot zu einer Querschnittsmaterie durch fast alle Wirtschaftssektoren - die Diskussion hätte vermutlich locker den ganzen Vormittag gefüllt. Hier ein paar Snapshots, weitere Pix vom Juni-Barcamp gibt's auf FlickR, die nächste Auflage des Barcamp Vienna steigt im September, ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..

Heute Metanight 3, morgen Barcamp im WerkzeugH

9. Juni 2007
21:00bis23:59
10. Juni 2007
10:00bis19:00

On short notice: morgen um 10 steigt das erste Barcamp Vienna 2007. Unteilnehmer halten Unvorträge auf dieser Unkonferenz, undiskutieren locker über Unprojekte und im Anschluss gibt's das eine oder andere Unbier. Geeklich aufwärmen kann man sich schon mal heute abend bei der Metanight #3.

Das wurde an dieser Stelle schon mal erwähnt, aber seitdem ist die Liste der TeilnehmerInnen um einiges länger geworden und umfasst nun rund fünfzig Namen. Die Session-Slots werden morgen früh koordiniert, natürlich kann man sich auch noch in letzter Sekunde anmelden - file under: Unanmeldefrist. Alle weitere Details gibt's im Wiki, also bis morgen.

Metanight #3

Findet im Metalab beim Rathaus (Rathausstraße 6) statt - Nerdtalk wird auf Minimum reduziert, alle limbischen Systeme sind vor dem Betreten der Festivität auf Partymode zu stellen:

get-your-sneakers-in-motion party mit Cocktails, Beschallung durch four styles in %w{breaks, hip-hop, soul, funk, drum'n'bass} und internationaler Konnektivität. Shake or die!

Es spielen und singen G'stanzerl: Irina (doorbitch/female pressure), Dereck Foreal/Luis Figueroa (The Loud Minority), beelee / seybee / ssk (audiomedics) und Gaswerk (geheimer Special Guest, aber datenschmutz-Leser wissen mehr.) Der Eintritt ist frei, Happy Hour steigt von 21:00-22:30, das Ende ist offen und die Stunden danach werden vermutlich auch lustig. Mal sehen, ob jemand gleich durchmacht und dann direkt ins WerkzeugH fährt.

Barcamp Vienna im WerkzeugH

10. Juni 2007
10:00bis18:00

barcamp vienna 2007Am 10. Juni treffen sich Wiener BloggerInnen und Web 2.0 Afficionados im WerkzeugH: it's Barcamp Time again. 2 Tage vorher läutet das Barcamp Salzburg den Veranstaltungsreigen ein, für September (Datum tba) ist eine weitere Runde in Wien geplant.

Barcamps sind laut Wikipedia-Definition Ad-Hoc Nicht-Konferenzen (Unconferences), bei denen es keine TeilnehmerInnen, sondern ausschließlich aktiv Mitwirkende gibt:

Teilnehmer müssen entweder eine Präsentation oder eine Session abhalten oder aber bei einer mithelfen, oder sonstwie als Freiwilliger zum Gelingen der Veranstaltung beitragen.

Die Regeln der Barcamps basieren also auf der Idee der Partzipiation - stille Teilhaber unerwünscht:

8th Rule: If this is your first time at BarCamp, you HAVE to present. (Ok, you don't really HAVE to, but try to find someone to present with, or at least ask questions and be an interactive participant.)

Wer mitmachen möchte, trägt sich im Veranstaltungswiki selbst in die Liste ein - Sponsoren für die Veranstaltung werden ebenso gesucht wie Vortragende, Helfer und Evangelisten der Barcamp-Causa.

Blogistan-Panoptikum Woche 18 2k7

Retro-Gamer aufgepasst: Robert hat das ultimative WordPress Theme für C64 Fans aufgespürt, und es hat nicht die Form eines Brotkastens. Patrick Breitenbach dagegen wundert sich ein wenig über die fehlende Medienkompetenz der StudentInnen an einer FH für MultiMediaArt:

Spannend war in der anschließenden Diskussion auch zu merken, dass die neue Medien als alltägliches Werkzeug noch nicht wirklich bei allen Studenten Verwendung findet - erschreckend, da gerade die Studenten im Bereich Multimediadesign in Zukunft verstärkt in diesem Gebiet arbeiten werden. Deshalb ging ich auch noch verstärkt auf meine Herzensangelegenheit Medienkompetenz ein. Wir müssen dringend damit beginnen, diese Disziplin an Hoch- und Regelschulen zur (nicht lästigen) Pflicht zu machen.

About the Process gewährt Einblick in die Arbeit von Designer - ein Blick in das zweisprachige (en/fr) Gratis-PDF zahlt sich für Designinteressierte jedenfalls aus. [via Dr. Web]

Das WordPress Shirt

Wer seine Zuneigung zum Blog-Publishing System mit dem großen W auch öffentlich zeigen möchte, sollte schnellstens den WordPress T-Shirt Shop besuchen. Kurz gesagt:

Nachtschwarz aus reiner Baumwolle mit weissem Logo in schwerer 195g/m² Qualität, zu einem fairen Preis von EUR 16.99 pro Shirt - inklusive Versand (innerhalb Deutschlands, EUR 18.99 innerhalb Europas). Die Shirts sind in einer kleinen Auflage in den Größen S bis XXL zu haben.

Ein Bild von dem rabenschwarz-grellweißen Schmuckstück gibt's am WordPress Deutschland Blog.

Schmutz in Blogs

Okay, hier ist der Name Programm - aber auch anderswo wird ordentlich gesaut, wenn auch meist unfreiwillig, wie Bloganbieter.de berichtet:

Eine neue Studie von ScanSafe hat gezeigt, dass schätzungsweise 80 Prozent der Weblogs "offensive content", also anstößliche Inhalte, beinhalten. Diese Anstößlichkeiten wurden sowohl in den Kommentaren, als auch in den Blogartikeln gefunden. Die Anstößlichkeiten umfassen pornografische Bilder oder Schriften und Malware.

Ein großer Teil der Anstößigkeiten ist wohl auf schlüpfrige Spam-Kommentare zurückführen - im Volltext gibt's die Studie hier.

Mehr weniger Spam

FranzToo empfiehlt Tan Tan Noodles, einen neuen Spam-Filter für Wordpress, der eine Vorauswahl für Akismet trifft:

Hier greift dann das neue Plugin von tan tan noodles, das vor Askimet die auffälligsten Muster checkt und Kommentare sofort blockiert, wenn diese auftreten (mehr als fünf Links, bbcode style links, Keywords). Erst wenn dieser Vorfilter passiert ist, wird der Kommentar an die anderen Spamfilter weitergereicht.

Alles rund um Domains

Werkzeug-Galore bei Dr. Web: Domainnamen finden, Domain-Tools, Foren, in denen über Domains diskutiert wird, Foren, in denen über Foren, in denen über Domains diskutiert wird, diskutiert wird und so weiter - diese Linksammlung kennt sie alle. Vom Generator bis zum Restaurator: das volle Programm.

Shoppero wird diskutiert

Businessmodell und Umgang mit Kundendaten: nur im Idealfall kein Antagonismus, wie die aktuelle Causa Shoppero belegt: das VisualBlog hat die Vorgänge rund um den Launch der Plattform zusammengefasst: konkret ging's um übersehen Unstimmigkeit in den AGBs und um technische Probleme - wie sich die Idee, Blogger für aggregierte Produktreviews zu bezahlen, in der Praxis entwickelt, werden wohl die nächsten Monate zeigen. Mehr Infos zum Geschäftsmodell gibt's beiExciting Commerce und Robert:

User generated Content und Beteiligung am Gesamterfolg: Ein interessantes Modell, das so noch niemand in Angriff genommen hat meines Wissens. Ich bin gespannt, wie das der Web-Markt aufnehmen wird. Imho muss dieser Aspekt viel stärker hervorgehoben werden als bisher.

Die Betreiber selbst haben ihre Sicht der Dinge am firmeneigenen Blog ebenfalls ausführlich dargelegt:

Wir wollten vorher nicht so genau erzählen, was wir machen, aber haben dann beim Start das Thema nicht so gut rüber gebracht, wie wir es wollten. Das sollte in den nächsten Tagen schleunigst nachgeholt werden.

Daran sollte das Team in der Tat schleunigst arbeiten - wer sich bei Shoppero umschaut, findet weit und breit keine Erklärung zum Sinn und Zweck der Plattform. Ansonsten bleibt nur mehr, einen schönen Restsonntag zu wünschen!

Der große IP-Werkzeugkasten

DNS Lookups, Domain Info, Whois Anfragen und Co. gehören zu den Standardaufgaben eines Webmasters. Iptools.com ist die Seite "to rule them all" - hier gibt's sämtliche Werkzeuge, übersichtlich auf einer Seite versammelt.

Neben den genannten Tools bietet die Seite IP-basiertes Geomapping via Google Tools, einen Check der eigenen Domain gegen die gängisten Spam-Datenbanken, ein Ping-Service, Berechnung der CIDR-Ranges, Überprüfung von E-Mail-Adressen darauf, ob sie von einem Gratis-Anbieter stammen, IP Routing, Tracepath und so weiter.

Ausgesprochen hilfreich - check out IPtools.com. Ein wenig spezialisierter ist IP-Adress.com: hier kann man entweder die eigene IP oder beliebige Hosts eingeben, um ihren Standort mit genauer Längen- und Breitengradangabe zu erfahren.

Digital Mixing: DJ Sets aus dem Laptop

digital djingDigitale Mixing-Software wird erwachsen - die neueste Generation verabschiedet von der Two-Turntables Metapher. Diesen Text über den Wandel der digitalen DJ-Interfaces hab ich für die 10-Jahres-Jubiläumsausgabe von the gap geschrieben - es geht um das klassische techno-mediale Spannungsfeld, um den Wechsel von der Simulation klassischer Interfaces hin zu genuin digitalen Benutzeroberflächen.

Sets aus dem Laptop

Musicload

Kombinierte Hard- und Softwarelösungen zum Überblenden von mp3-Files kann der Techno-Fetisch interessierte Home-DJ seit Jahren erwerben. Im professionellen Bereich dagegen durften solche Programme allerdings vorwiegend automatisch Diskotheken und Supermärkte bespielen: als zu umständlich, unhaptisch und letztendlich auch unpräzise erwiesen sie sich bislang für den ernsthafte Plattendreher. Abgesehen von Lo-Tech Charme versprühenden Randveranstaltungen wie dem Gameboy Music Club zählen unter den erschwerten Bedingungen der nächtlichen Clubbespielung vor allem zwei Faktoren: Soundqualität und Einfach- bzw. Robustheit der Bedienelemente.

Netraver.de - Dein Set auf Netgrooves Radio

Diese Bedingungen erfüllte und erfüllt der klassische 1210er Turntable heute noch mit Bravour - freilich hat sich die digitale Hardware auch ganz gewaltig weiterentwickelt. Klangqualität ist längst kein Thema mehr, und dedizierte Midi-Hardware-Controller ersparen dem Laptop-Artist die umständliche Frickelei mit Maus und Tastatur. Dabei geht's allerdings längst nicht nur um Gewichtsreduktion und Flexibiltät: Mixing-Software neuester Generation orientiert sich nicht an klassischen Abspielgeräten, sondern an der Timeline-Metapher modern Produktionsumgebungen - und vermischt damit ganz nebenbei die Grenzen zwischen Soundkonserver und Live-Performance.

Oh Interface, my Interface

Interfaces sind nie ein singuläres Phänomen, sondern ein Amalgam aus technischen Möglichkeiten, bewährter Praxis, Code und Anwendungszweck. Die traditionelle klassische Notenschrift erfasst längst nicht alle Parameter eines Musikstücks - aber genug davon, um jederzeit eine wiedererkennbare Reproduktion zum Beispiel durch ein Symphonieorchester zu ermöglichen, und ein Sequencer wiederum nutzt völlig andere Darstellungsparameter als ein Wav-Editor.


Vor der Ära der technisch-akustischen Speicherung fungierte stets der Mensch Interpretateur des Codes. Erst mit den Speichermedien wirkt die Technik als Übersetzungsschicht, erfüllen zuerst mechanische und später algorithmische Konstruktionen die Aufgabe der Umwandlung des Codes in Schall.

Die Vinyl-Schallplatte in ihrer unübertroffenen Direktheit kennt keine metaphorische, sondern eine sehr konkrete "Bedienungsebene": die akustischen Informationen, welche die Nadel auf ihrer Reise durch die Spiralrille mitnimmt, sind analog kodiert und reproduzieren ohne zwischengeschaltene Umrechnungsebene direkt die in ihnen gespeicherten Töne. Wer eine unerwünschte oder ohnehin stark verkratzte Platte zuhause rumliegen hat, der kann diese genauso gut mit der klassischen Nähnadel mit Papiertrichter abspielen.

In dieser nahezu instrumentalen Direktheit gestaltete das Vinyl-Interfaces die Ausdrucksmöglichkeiten des DJs. Die verschiedenen Möglichkeiten des haptischen Eingreifens führte zur Entwicklung einer Reihe akrobatischer Techniken, zur Meisterschaft getrieben beim Scratching im Hip Hop. Keine Überraschung also, dass das Gros der Club DJs weiterhin auf Vinyl vertraute, während sich CDs im Consumer-Bereich steigender Beliebtheit erfreuten.

TraktorCD sind ebenfalls rund und drehen sich - viel mehr haben sie mit Schallplatten schon nicht gemein. Erhebungen und Vertiefungen auf der Silberscheibe schreiben die Musikinformation als digitalen Code, der D/A Wandler im CD-Player wandelt sie in elektrische Schwingungen und die Boxen in Schall um. Spätestens seit der weiten Verbreitung von CD-Brennern lassen sich die Silberscheiben am durchschnittlichen Heim-PC on demand herstellen und ersparen so das aufwändige und teure Cutten echter Dubplates. Und wenn auch der Zahn der Zeit schneller an Ihnen nagt als an Vinyl, so lässt sie der Vorgang des Abspielens qualitätsmäßig völlig unberührt, während Platten sich im eigentlich Sinne des Wortes selbst mit einer optimal eingestellten Nadel abnutzen.

Eingang in die Clubs hat digitaler Sound mit den sogenannten DJ-tauglichen CD-Playern gefunden: Pioneer baute mit dem massiven CDJ-1000 als erster Hersteller ein CD-Abspielgerät, das eine ähnliche Arbeitsweise wie ein klassischer Plattenspieler erlaubt: die gerillte Scheibe an der Oberseite simuliert die Schallplatte und kombiniert die manuellen Eingriffe mit digitalen Komfortfunktionen wie abspeicherbaren Loops, Cue-Punkten etc. Der Aufwand, der betrieben werden will, um einer CD beizubringen, sich wie eine Schallplatte zu benehmen, beeindruckt nicht nur Technik-Enthusiasten: von extremen Geschwindigkeitsänderungen im 100%-Bereich bis zum Mini-Sampler behaupten die CD-Abspieler selbstbewusst, den kreativen Handlungsspielraum ihres Benutzers zu erweitern.

Es dreht sich weiter

Der Gewohnheit geschuldet und noch näher an der klassischen Realität als DJ-CD-Player sind Systeme wie Stantons "Final Scratch", die Turntables gar nicht völlig ersetzen wollen: anstatt der üblichen Schallplatten liegen zwei Timecode-Scheiben auf den Turntables, welche via spezieller Hardware mit einem Laptop verbunden sind. Jede Bewegung der Platten wird live als Steuerungsbefehl an die MP3-Software übertragen: die Musikbibliothek befindet sich dabei vollständig am Rechner, Plattenspieler und Mischpult fungieren rein als haptisches Interface. Final Scratch verbindet damit, das "best of two worlds" miteinander zu verbinden: digital Flexibiltät mit dem gewohnten analogen Interface.

Die Frage, ob runde Vinylscheiben in der Tat der Weisheit letzter Schluss sind, wenn es darum geht, Übergänge zwischen Songs zu mixen, lässt sich nur in sehr emotionalisierter Form stellen: Gelernt ist gelernt scheint für manche DJs zu gelten, während andere jede experimentelle Darbietungsform als Erweiterung ihres Spektrums begrüßen. Systeme wie Final Scratch präsentieren sich jedoch als Übergangslösungen: wer ohne Vinyl großgeworden und mit Software wie Ableton Live oder Logic Audio vertraut ist, der wird die schwarzen Scheiben im Club kaum vermissen.

Ob mit oder ohne motorgetriebene Hardware: bis vor zwei, drei Jahren simulierten alle gängigen DJ-Programme in der einen oder anderen Form zwei unabhängige, pitchbare mp3-Player, deren Audiosignale über eine Soundkarte mit zwei Vollduplex-Kanälen entweder an die beiden Mischpult-Kanäle weitergeleitet oder auf Wunsch direkt am Bildschrim gemixt werden. Die Abfolge der einzelnen Tracks speichert dabei in der Regel eine zentrale Playlist, je nach Komfort-Level und Kostenpunkt verwaltet die Software zusätzliche Parameter wie Cue Punkte, Loops, Equalizer-Kurven und dergleichen. Wer schon einmal versucht hat, einen digital simulierten Analogsynthesizer mit der Maus zu bedienen, der weiß allerdings, dass virtuelle Drehknöpfe in der Hitze des DJ-Sets beileibe nicht der beste Freund des Touchpads sind - und mit der Maus lässt sich eben immer nur ein Regler zugleich betätigen, weswegen zum ernsthaften Einsatz ein externer Midicontroller mit den entsprechenden Kontrollelementen nahezu unerlässlich wird.

Here comes the Timeline

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt DJ-Software der neuesten Generation wie das skandinavische MixMeister Fusion, das bereits beim ersten Start verblüfft: statt zwei Playern gibt's eine mehrspurige Trackdarstellung, wie man sie von Produktionsumgebungen her kennt. Das Programm simuliert nämlich nicht Abspielgeräte im Duo, sondern ordnet die einzelnen Tracks (oder auf Wunsch auch Samples und Loops) auf einer Timeline an, deren Spuranzahl nur durch die Rechenleistung begrenzt ist.

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Erst die Leistung moderner tragbarer Rechenknechte macht's möglich, ganze Songs wie Parts eines Arrangements zu behandeln - Hüllkurven, dynamische Geschwindigkeitsverläufe und externe Effekt-Plugins inklusive. Das Vorhören funktioniert dabei naturgemäß anders, nämlich mit Hilfe eines zweiten, unabhängigen Cursors: während das vorbereitete Set also abläuft, kann der DJ zugleich die Parts hören, die in fünf Minuten an der Reihe sind.

MusikmeisterMixMeister verändert damit nicht nur die Arbeitsweise beim Mixen nachhaltig, sondern auch das Ergebnis: wer dieses System nutzt, muss nicht notwendigerweise live Beatmixen, sondern die Übergänge im vorhinein festlegen und sich dann während des Sets auf zusätzliche Effekte, Overdubs und Details konzentrieren. Die Software übernimmt damit Teile der klassischen DJ-Tätigkeit - und gibt dem Mixenden dafür die Flexibilität, sich um anderes zu kümmern. Angesiedelt zwischen der Produktions- und Bühnensoftware Ableton Live und reinen DJ-Lösungen, verweist MusikMeister die Konkurrenz in punkto Komfort und künstlerische Freiheit in die Schrnaken - den überzeugten Vinyl-Puristen wird die Oberfläche allerdings nicht nur abschrecken, sondern geradezu entsetzen. Für den scratchenden Hip Hop DJ bietet die Software natürlich ebenfalls kein ernsthaftes Betätigungsfeld.

Musicload

In vielen Genres elektronischer Musik allerdings wird die Grenze zwischen Live-Performance und DJ-Set danke solcher Software immer unschärfer - und die alte medienmorphologische Weisheit, dass nach einer Anpassungs- und Simulationsphase neue Medien erst mit Zeitverzögerung adäquate Interfaces verpasst bekommen, bewahrheitet sich einmal mehr: genauso, wie die ersten Online-Zeitschriften in den frühen Neunzigern genauso aussahen wie ihre Printpendants, müssen die passenden Werkzeuge für den ambitionierten Laptop DJ erst entwickelt werden. MusikMeister verlässt dabei konsequent ausgetretene Konzeptpfade, verabschiedet sich von der Turntablemetapher, vereint Trackmixing mit Musikproduktion und zeigt herkömmlichen Lösungen elegant, wie flexibel die Timeline mit den klingenden Bytes umzugehen weiß.


Mixmeister Fusion Demo

Traktor Demo

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