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Social Media Widgets Plugin: SOFORT DEAKTIVIEREN!

Das populäre WordPress-Plugin “Social Media Widget” wurde von den Sicherheitsexperten von Sucuri als böse Spamschleuder entlarvt: Versionen unterhalb von 4.0.1 enthalten den betreffenden Schadcode, der WordPress-Installationen mit Spam-Links verseucht. Da das offizielle WordPress Repository, aus dem das Social Media Widget heute vormittag zwischenzeitlich entfernt wurde, listet die Software mittlerweile bereits wieder.

Sucuri empfiehlt allerdings, das Plugin überhaupt nicht mehr zu verwenden – dieser Empfehlung kann ich mich nur anschließend. Bevor ich auf die Hintergründe dieses Problems eingehe, möchte ich Ihnen zuerst mögliche Alternativen für das Social Media Widget vorschlagen.

Alternativen zum Social Media Widget

Das böse Plugin wartet wahrhaftig nicht mit komplexen Funktionalitäten auf:, dient es doch einzig und allein dazu, die bekannten Social Media Buttons zu den eigenen Webpräsenzen aufzulisten. Diese Funktion ist nicht zu verwechseln mit Share-Buttons: diese ermöglichen das Teilen von Inhalten (“Diese Seite auf Facebook / Twitter / Google+ etc. teilen”), während erstere einfach nur statische Links zu verschiedenen Profilen einbinden – nichts, was man nicht auch als “händisch” gecodetes HTML als Text-Widget realisieren könnte. So hab ich’s hier auf datenschmutz gemacht. Werfen Sie einen Blick nach rechts, in der Seitenleiste werden die beschriebenen Buttons im Abschnitt “Folgen Sie mir auf:” angezeigt.

Mittels Plugin geht’s komfortabler und mit hübschem Mouse-Over Effekt, wenngleich der Preis für diese Bequemlichkeit im vorliegenden Fall ein hoher sein kann: Google sperrt Webseiten, die solche Spam Injections enthalten, recht rasch und zuverlässig aus dem Suchindex aus. Also lieber nichts risktieren, das Social Media Widget sofort deaktiveren und durch eine der folgenden Alternativen – Reihenfolge nach Präferenz des Autors – ersetzen:

Social Media Feather: Auf Performance optimierte All-in-One Lösung mit Profil- und Sharing-Buttons in einem Widget, die Buttons können auch mit Shortcodes direkt in Postings und Pages eingebunden werden, zusäztliche Icon-Packs sind verfügbar.

Brankic Social Media Widget: Elegantes Widget mit ungewöhnlichem On-mouse-over Effekt und Icons für 28 soziale Netzwerke.

Acurax Social Media Widget: einfach zu konfigurierendes Widget mit verschiedenen Themepacks, Größen und Drag-and-Drop Sortierung inklusive Pinterest Button. Wer alle Feineinstellungen selbst treffen will, kauft die Pro-Version, die auch Share-Funktionalitäten integriert.

Floating Social Media Icon: vom selben Anbieter: die Buttons sind wahlweise nicht fix in der Seitenleiste positioniert, sondern “floaten” unteren Bildschirmrand – das heißt, sie bleiben auch an dieser Position, wenn der Nutzer scrollt.

Social Media Tabs: wahlweise Widget oder Seitenleiste, die am Bildschirmrand schwebt: Social Media Tabs zeigt nicht nur die Buttons, sondern bindet die Streams der einzelnen Profile ein. Nach meinem Geschmack etwas zu viel Info auf engstem Raum und suboptimal bei der mobilen Nutzung.

Wie konnte es zum Spam-Angriff kommen?

Die technischen Details können interessierte am Sucuri-Blog nachlesen. Die große Frage ist nun, ob es sich um einen Einzelfall handelt, oder ob solche Plugin-Hacks in Zukunft üblich werden. Denn das Social Media Widget verhielt sich unauffällig, bis mit irgendeinem Update der Schadcode eingeschleust wurde:

What is really concerning about this, isn’t even the SPAM injection. That happens all the time, it’s the fact that the malicious payload found it’s way in the core files. It was then uploaded to the WordPress.org Plugin Repository.

Im Klartext: entweder hat der Anbieter des Plugins den Schadecode selbst eingeschleust, oder jemand hat sich seinen WordPress-Repository Zugang verschafft. Wie gewohnt reagierte das WordPress Core-Team äußerst rasch und professionell, dennoch bleibt ein riskanter Nachgeschmack bei bisher 900.000 Downloads.

Wie schützt man WordPress besser vor solchen Attacken?

Kein Web-CMS ist 100%ig wasserdicht, doch es gibt Plugins zur Abwehr potentieller Bedrohungen, die in keiner Installation fehlen sollten. Einen hervorragenden Überblick bietet der Artikel Best Security Plugins for WordPress.

Als erster Schritt bietet sich ein Scan der eigenen Seite mit dem Sucuri Sitecheck Tool, das einen möglichen Parasitenbefall recht zuverlässig anzeigt. Für Einsteiger empfiehlt sich ganz besonders WordPress Security, da dieses Plugin nicht nur die eigenen Installation auf mögliche Schwachstellen überprüft, sondern den Admin interaktiv und mit hohem Lerneffekt bei deren Behebung anleitet. Block Bad Querries (BBQ) erfordert keinerlei Konfiguration und blockiert selbständig bekannte Exloit-Zugriffe. Um alle ausgehenden Verbindung, die WordPress respektive einzelne Plugins, mitzuloggen und übersichtlich darzustellen, eignet sich der Netzwerk-Monitor Snitch.

Ein regelmäßiges Backup ist ohnehin Pflicht – mehr zu diesem Thema aus aktuellem Anlass nächste Woche hier am Blog – aber das müssen Sie sich gar nicht merken, abonnieren Sie doch einfach meinen Newsletter! :frog:

Ein Widget in mehreren WordPress Sidebars verwenden

Widgets-fähige WordPress-Templates sind eine geniale Einrichtung, keine Frage: im Handumdrehen lässt sich der Sidebar bequem aus dem CMS via Drag-and-Drop an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Zusätzlich ermöglicht WordPress die Verwendung beliebig vieler Sidebars – hochgradig sinnvoll, um beispielsweise auf der Startseite, Einzelbeitragsseiten und statischen Pages jeweils unterschiedliche Sidebar-Inhalte darzustellen. Hier lauert jedoch eine Crux, die schon so manchen WordPress User in den Wahnsinn getrieben hat: mit wenigen Ausnahmen (Text, RSS) lassen sich Widgets nur ein einem einzigen Sidebar verwenden.

Das schränkt die Flexibilität bei der Gestaltung des eigenen Blogs in vielen Fällen deutlich ein: so ist es etwa Out-of-the-Box nicht möglich, das Tagcloud-Widget in zwei unterschiedlichen Sidebars (siehe diesen WordPress-Support Thread dazu verwenden. Abhilfe schafft ein geniales Plugin, das sich genau dieser Problematik widmet: Duplicate Sidebar Widgets ermöglicht das Anfertigen von Widget-Kopien und damit die Mehrfach-Einbindung. In den meisten Fällen funktioniert das problemlos – mit einigen etwas komplexeren Widgets, etwa den Top Commentators, versagte diese Methode jedoch.

Abhilfe schafft in diesen Fällen möglicherweise das Samsarin PHP Widget: während das Standard-Text-Plugin lediglich HTML darstellt, aber keine php-Scripts erlaubt, ermöglich Samsarin genau dieses. Man kann also mit Hilfe des oben genannten Duplicate Sidebare Widget Plugins mehrere Samsarin-Kopien anfertigen und in diese händisch die jeweiligen Function-Calls (in der Regel werden im Sidebar diverse UL-Listen dargestellt) eintragen. Um ein wenig Handarbeit und Konsultation der Doku kommt man dabei nicht herum, mit dieser Methode steht allerdings ein völlig freien Sidebar-Gestaltung mit WordPress nichts mehr im Weg.

Amazon bietet DRM-freie mp3s an

ammp3Seit gestern gehört auch Deutschland zum Reigen jener Ländern, in denen Branchenprimus Amazon Musik nicht mehr nur auf Silberscheibe oder Vinyl verkauft: ein riesiger Portfolio hochwertiger 256kBit Files stehen direkt auf der Webseite bereit. Für den One-Click-Einkauf ist die Installation des Amazon-mp3-Downloaders (verfügbar für XP, Vista, Mac und Linux) zwingend erforderlich. Austria-Surfer bleiben aber einmal mehr außen vor, aber wird sind’s ja gewohnt. Vordergründig übernimmt die Software den Download ganzer Alben sowie das Importieren in die iTunes Bibliothek – was die Software im Hintergrund tut, wissen bloß der Geier und die Musikindustrie.

Letztere ist in punkto Wasserzeichen und Konsumentenkriminalisierung in den letzten 10 Jahren ja nicht gerade durch Zimperlichkeit aufgefallen; da wundert man sich direkt, dass Amazon seinen Verkauf überhaupt ohne DRM starten durfte. Der Beschreibungstext weist gleich mal auf “lokale Besonderheiten” hin:

amazonmp3

Tatsächlich konnte ich keine Songs in den Einkaufswagen legen. Zwar tauchte keine Fehlermeldung auf, aber die Songs schienen einfach nicht auf. Erst nach Installation der Software und einem One-Click-Verkauf wurde Amazon ein wenig gesprächiger:

Bitte beachten Sie: Tut uns leid. Ihre Bestellung konnte nicht verarbeitet werden, da das gewünschte Produkt geografischen Einschränkungen unterliegt. Weitere Informationen zu den geografischen Einschränkungen finden Sie in den Nutzungsbedingungen zu diesem Produkt. Wir entschuldigen uns für Unannehmlichkeiten, die Ihnen möglicherweise hieraus entstanden sind.

Nur der Schelm glaubt, dass wir Alpenrepublikaner durch solche Actions Piratebay & Co. in die Arme getrieben werden. Bin gespannt, ob sich die Amazon-Rechtsabteilung wegen der paar Bewohner überhaupt die Verhandlungen mit AKM, AUME und Co. antut.

Affiliates freuen sich

Affiliate-Experten wissen, dass ein sogenannten “Medienbruch” die Conversion beträchtlich verschlechtert. Verkauft ein trusted merchant wie Amazon digitale Güter, so steigt automatisch die erzielbare Conversion Rate – Deeplinks auf einzelne Alben bzw. Tracks sind schon jetzt möglich, an einem mp3-Widget wird mit Hochdruck gearbeitet. Musik ist ein dankbarer Rohstoff – allen Unkenrufen zum Trotz geben ausreichend viele User durchaus Geld für Beschallungsinhalte aus, sofern die Convenience stimmt. Mit anderen Worten: hier tut sich meiner Meinung nach eine sehr lukrative neue Einnahmequelle für alle Internetseiten mit Popkultur-Bezug auf!

Startseite: Amazon mp3-Downloads

Blogistan Panoptikum KW51 2008

tangible interfacesWien wird weiße Weihnachten wollen – wenig wahrscheinlich, wenn wettermäßig Wärme wiederkehrt. Außerdem wollte ich schon immer mal einen Panoptikum-Satz mit lauter W-Wörtern beginnen, und das ist immerhin die vorletzte Gelegenheit in diesem Jahr. Übrigens sind mir so gut wie keine Blogs mit Weihnachtsdekoration und Lichterketten aufgefallen, oder sollte ich da was übersehen haben? Jedenfalls erwartet uns im Lauf der kommenden Tage gewiss eine Flut von Jahresrückblicken. Die Blogpiloten liegen jedenfalls nicht falsch, wenn sie 2008 das “Jahr der 140 Zeichen” nennen.

Endlich adäquate digitale Präsentationen

Slide-orientierte Präsentation waren gestern: Powerpoint ist ja bloß sowas wie Final Scratch für Vortragende, ein verzweifeltes Festhalten an der Folienmetapher. Die Ungarn zeigen, dass es auch anders geht: Max ist schwerstens angetan von seinem Closed-Beta Prezi Account. Mindmaps meet Flash-Ästhetik meet SaaS (Software as a Service): tolle Sache und hoffentlich bald öffentlich verfügbar. Auf der neuen Homepage sind einige Beispiels-Präsentation online, außerdem kann man den Editor schon mal testen. Ich freu mich jedenfalls sehr über meinen heute eingetroffenen Beta-Key: Adios, Powerpoint!

Den Clickpreis wählen

TechCrunch verbreitet ein interessantes Gerücht, demzufolge Digg mit Hochdruck an einem eigenen, AdWords-ähnlichen Werbesystem basteln soll:

One experiment Digg is working on, says one source close to the company, is a self service advertising product that will be somewhat similar to Google AdWords, but with a twist. The product would insert advertisements into the Digg news stream (presumably clearly marked). Where those ads end up, and how much an advertiser pays per click, would be based on user feedback.

Klingt in der Theorie gut – praktisch bezweifle ich aber stark, dass “echte” User Zeit und Energie ins Bewerten von Werbung investieren. Digg möchte wohl die Qualität der Werbung erhöhen, man braucht allerdings keine hellseherischen Fähigkeiten für eine kleine Zukunftsprognose: Digg-Mobs haben demnächst ein wesentlich lukrativeres Business-Model. (“‘tschuldigen’s, mei Glickbreis is zu hoh. I breichat wohts!”)

Der Ausverkauf des Web 2.0

Janko Röttgers hat einen lesenswerten Kommentar über den Ausverkauf des Web auf der ORF Futurezone veröffentlicht: angesichts der Übernahme und Schließung von Pownce durch 6Apart, der Übernahme und Schließung von Sandy durch Twitter und der Verknappung frischen Kapitalgeber-Geldes folgern Sequoia und Co., dass Web 2.0 Start-Ups profitabel werden müssen. Wer hätte das gedacht? Ein Vergleich mit der ersten Blase wäre allerdings völlig fehl am Platz, denn interessanterweise scheint das Geldverdienen derzeit eher den kleinen, wendigen SaaS-Anbietern zu gelingen als den Schwergewichten der Branche (Gruß an Yahoo und Facebook!). Außerdem schreibt Janko:

Fehlender Erfolg war nicht immer ein Grund für eine Übernahme mit Todeskuss. Branchenriesen gaben zu den Hochzeiten des Web-2.0-Booms viel Geld für Start-Ups aus, deren Nutzerzahlen alles andere als beeindruckend waren. So ließ sich Yahoo das soziale Widget myBlogLog zehn Millionen Dollar kosten, obwohl der Dienst zum Übernahmezeitpunkt Anfang des letzten Jahres gerade mal 45.000 registrierte Nutzer verzeichnete.

Ich würd allerdings behaupten, dass dies eine der besseren Investition in Yahoos wechselvoller Firmengeschichte der letzten 12 Monate war…

SEO-News der Woche

Für mich war’s eine sehr erfreuliche Woche mit einem angenehmen Highlight: bei den neu gelaunchten Twingly Blogcharts stieg datenschmutz auf Platz 44 der deutschsprachigen Rangliste ein – war ja auch wirklich höchste Zeit für einen Technorati-Nachfolger. Andererseits haben zwei meiner Network-Sites gravierend an Pagerank verloren – eine weitere Bestätigung der Tatsache, dass regelmäßig Update-Zyklen ein zunehmend größere Rolle für Big G spielen. Apropos Fakten: jede Menge davon gibt’s in der neu erschienen Ausgabe der Online-SEO-Zeitschrift Suchradar: “Zentrales Titelthema der aktuellen Ausgabe ist der Ausblick auf das Jahr 2009 im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing”, so das SEO-Handbuch. Eines steht jedenfalls schon fest: OMD wird’s 2009 keine mehr geben, wie Sistrix. Und wie es eben seine Art ist, spekuliert er nicht wild drauf los, sondern hat ein aufschlussreiches Experiment durchgeführt:

Mit dem vorletzten Verlinkten (dem 8. Wort) allerdings schon, Google schneidet also einfach nach den 8 Worten ab. Das ist übrigens genau der Wert, den Shaun in seinem ursprünglichen Blogpost erwähnt hat – er hat daraus allerdings den falschen Schluss gezogen, dass Google den Linktext nach Anzahl von Buchstaben begrenzt. Dass dies nicht so ist und Google die Anzahl der Trennzeichen nimmt, glaube ich mit den 2 Tests gezeigt zu haben.

Keyword nicht gleich Keyword

SEO-United fasst einige Überlegungen zu den unterschiedlichen Typen von Keywords zusammen – gerade bei Longtail-Seiten steckt in dem Artikel interessantes Futter für Nischen-Konzepte:

Neben der Tatsache, dass Suchanfragen immer länger werden, also die Anzahl der eigegeben Begriffe steigt, unterscheidet man Keywords auch in Bezug auf deren Funktion. Etabliert hat sich hierbei die Unterteilung in informational, navigational und transactional, also in informierende, navigierende und agierende Suchanfragen bzw. Keywords.

Webseitenaufbau mit Sprites beschleunigen

Die Image-Slicer haben ihre goldenen Zeiten hinter sich: die Leitungen sind schnell genug, ob ein Bildchen 2 oder 5kB groß ist, macht weniger Unterschied als die Zahl der Requests. Google mag bekanntlich schnelle Responses mit wenigen Requests, also könnte der bei phlow beschriebene Sprite-Ansatz gerade bei icon-lastigen Web 2.0 Seiten sehr nützlich sein:

Insbesondere wiederkehrende Grafiken – z.B. Icons -, die man für CSS verwendet, können unter Umständen eine Menge Server-Anfragen produzieren. Um das zu verhindern baut man sich so genannte Sprite-Maps. Das sind Dateien, auf denen sämtliche Icons oder Layout-Grafiken in nur einer Grafikdatei abgespeichert (siehe Bild)werden. Glücklicherweise gibt es dafür einen Online-Service.

Video(s) der Woche: Tangible Interaction

Aus der Abteil: Wunschwerkzeuge eines jeden Visualisten. Tangible Interaction bauen, wie der Name nahelegt, diverse “full-sensory” Interfaces zu digitalen Medien. Klingt abstrakt, dürfte in der Bedienungspraxis aber riesigen Spaß machen – hier ein Video der Graffiti Wall. Sowas sollte eigentlich jedes Haus haben, an dem man vorbeispaziert :mrgreen:

Und wo das herkommt, gibt’s noch mehr: Scott Beale vom Lachenden Tintenfisch hat die HD-Videofunktion seiner neuen Canon 5D Mark II an Doc Populars Yoyo-Künsten getestet, und man kann nur sagen: geile Bildqualität, geile Tricks:

Und das war’s auch schon wieder mit dem vorletzten Blogistan Panoptikum dieses Jahres. Mögen Sie, hochgeschätzte Leser, die Weihnachtsfeiertage gut überstehen. Vorsicht jedenfalls vor Elchen im freien Fall, frohes Feiern und viel Glück und Durchhaltevermögen, falls Sie morgen bei der Last-Minute Geschenksrallye teilnehmen (müssen) – wir lesen uns morgen!

 

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

digsby: das Schweizer Taschenmesser für Geeks

digsbydigsby ist gebenedeit unter den Instant Messengern – wobei diese Bezeichnung fast eine Beleidigung für diese E-Mail-legende Social Media Wollmilchsau darstellt: denn die Desktop-Software für Windows beherrscht nicht nur alle gängigen Chatprotokolle, sondern bietet dem User eine äußerst gelungene Zentralperspektive auf seine gesamten Social-Network Aktivitäten. Wer sich schon immer eine gemeinsame Kontaktliste für Live Chats, Facebook Twitter, Linked-In und Co. gewünscht hat, wird von digsby schlichtweg begeistert sein.

Als das Internet noch die Versionsnummer 1.0 trug und die Aufsplittung in verschiedene Chat-Systeme (IRC, ICQ, MSN, Yahoo…) die Installation mehrerer Messengers parallel langsam lästig wurde, tauchten Multi-Protokoll Tools wie Trillian auf, das unter einer übersichtlichen Oberfläche und einer gemeinsamen Kontaktliste alle Messenger-Formate unter einen Hut brachte. Digsby trägt diesen Ansatz elegant ins Web 2.0 und integriert neben den gängigsten Chatprotokollen (AIM, MSN, Yahoo, Google Talk, ICQ, Jabber und Facebook Chat) auch die beliebtesten Social Services, nämlich Facebook, Twitter, Myspace und LinkedIn und ein äußerst gelungenes E-Mail Benachrichtigungssystem, mit dem neue Nachrichten mit einem Mausklick gelöscht bzw. als gelesen markiert werden können.

Aus all den Kontaktdaten der einzelnen Chats/Networks erstellt Digsby eine gemeinsame Kontaktliste, in der unterhalb des Namens auch das jeweils aktuellste Status-Update sowie ein Icon für das jeweilige Chatsystem, das der betreffende User nutzt, angezeigt werden. Hovert man mit der Maus über einen Namen, wird ein Infofenster mit den zugehörigen Profil-Links und Status-Infos eingeblendet. So sieht mein digsby aus:

digsby Screenshot

Unterhalb der Kontaktliste tauchen die übrigen Services auf: via Mausklick liest man aktuellen Facebook-Friendfeed, wirft einen Blick in die Twitter-Timeline und sieht auf einen Blick, ob neue Mails eingetroffen sind. Die jeweiligen Alerts können detailliert an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, auf Wunsch blendet Digsby auch Quick-Icons in die Windows Startleiste ein. Mit der rechten Maustaste ruft man weitere kontextuelle Optionen auf: unter anderem kann man direkt aus digsby Tweets schicken, den Facebook-Status updaten, Myspace Bulletins aufrufen etc.

Auch beim Instant Messaging leistet sich der Client keinerlei Patzer: Um den Desktop nicht á la Skype mit Chat-Fenstern vollzustopfen, öffnet digsby lediglich ein Fenster – weitere Unterhaltungen werden übersichtlich in Tabs angezeigt.

Chat-Spaß mit Widgets

Die Betreiber biete nicht bloß ihren Desktop-Client an: über ein gelungenes Online-Interface lassen sich in Windeseile komplett anpassbare Widgets erstellen, die per Copy-and-Paste mit minimalem Aufwand die eigene Seite integriert werden können. Mit dieser Funktionalität rüstet man das eigene Blog im Handumdrehen mit einer Live-Chat Funktion aus. Diese Funktionalität bietet digsby auch für Facebook – durchwegs sinnvoll, da auf öffentlichen Profilen auch Benutzer, mit denen man nicht virtuell befreundet ist, die Chatfunktion nutzen können.

Chattende Besucher benötigen übrigens auch *keinen* Digsby-Account, sondern wählen im Widget einen beliebigen Nicknamen aus. Die Konversation poppt am Desktop in weiterer Folge als Standard-Chatfenster am eigenen Desktop auf. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise bei Small Business Sites mit minimalem Aufwand eine Live-Chat-Hilfe integrieren.

Next Level Social Chat

Viele gute (und gut umgesetzte) Ideen zeigen, dass sich die Betreiber eingehend mit dem Thema Online-Kommunikation auseinandergesetzt haben: die einzelnen Log-Ins werden serverseitig gespeichert, installiert man den auf einem weiteren Rechner, ist lediglich das Digsby-Login erforderlich. Design und Usability der Desktop-Software sind hervorragend gelungen, was sich an zahllosen kleinen Details von den liebevoll gestalteten Skins über das gelungene Hauptmenü bis hin zur Fenstergestaltung offenbart.

Fazit: Ich verwende Digsby auf Empfehlung von Topfmodel seit einigen Wochen und möchte dieses geniale Stück Social Software keinesfalls mehr missen. Da Digsby derzeit allerdings werbefinanziert ist, stellt sich die Frage, wie die Betreiber ihr Business-Modell langfristig anlegen. Auf jeden Fall bietet die Software dermaßen viel Mehrwert, dass ich lieber eine jährliche Gebühr bezahlen würde, als meinen Desktop mit Echtzeit-Werbung zu verunzieren. Social Geeks sollten sich den Client unbedingt installieren – ich garantiere Ihnen, dass Sie spätestens nach einigen Tagen digsby nicht mehr missen möchten: digsby.com.

Symbaloo: Nicht die schlechteste Startseite

symbalooVersuche, den Absprungpunkt in die Weiten des Netzes möglichst komfortabel zu gestalten, gab es in der jungen Geschichte des Netzes bereits unzählige. Mitte der Neunziger wollte so gut wie jeder Anbieter ein eigenes Portal zimmern: um seine User zu finden, zu konvertieren und auf ewig zu binden :mrgreen: Aber kurze Zeit später kam Google mit dem enorm erfolgreichen Konzept des minimalistischen Suchfeldes dazwischen, und Alles-aus-einer-Hand Lösungen waren nicht mehr besonders gefragt. Aber jede Entwicklung verläuft bekanntlich zyklisch, und nun tritt Symbaloo in moderner Web 2.0 Optik an, um das Genre der personalisierten Portale erneut zu beleben.

Die Symbaloo-Startseite besteht aus drei Tabs, standardmäßig beginnt man mit dem sogenannten “Desktop” – und aus den Fehlern der Vergangenheit hat man offenbar gelernt: denn das Google-Suchfeld wurde zentral platziert, umgeben wird es von diversen thematisch gruppierten Icons, die häufig benötigte Services in jeweils neuen Tabs öffnen. Alle Icons sind via drag-and-drop beliebig im Grid platzierbar und selbstverständlich kann man auch eigene Links hinzufügen.

Symbaloo Startscreen

Der zweite Tab nennt sich “News” und präsentiert in der Standardeinstellung eine bildliche Übersicht aktueller Geschehnisse, die sich via Dropdown-Menü auf bestimmte Themenbereiche einschränken lässt und der dritte Tab, selbsterklärend mit “Feeds” betitelt, listet die aktuellsten Meldungen diverser RSS-Quellen. Diese Grundausstattung lässt sich um weitere, frei konfigurierbare Tabs ergänzen, die wiederum aus Vorlagen oder von Null weg gestaltet werden können. Neben den erwähnten Links und Feeds bietet Symbaloo diverse vorgefertigte Widgets, etwa zur Anzeige des aktuellen Horoskops, von Börsenkursen etc. an. Die Auswahl hält sich derzeit noch in relativ engen Grenzen, allerdings wollen die Betreiber weitere 3rd Party Widgets integrieren. Lokalisierung spielt für ein solches Projekt eine wichtige Rolle: im Gegensatz zu den meisten us-amerikanischen Start-Ups setze Symbaloo seit Beginn an auf Mehrsprachigkeit, wobei lokalisierte Inhalte und Seitensprache getrennt gewählt werden können.

Auch wenn Symbaloo gewiss keinen innovativen Durchbruch darstellt, so weiß die Seite doch durch schnelle Ladezeiten, nette Zusatzfeatures wie Kontaktverwaltung und hohe Flexibilität zu gefallen. Public Desktops fügen eine soziale Komponenten hinzu: registrierte User dürfen öffentliche Tabs freigeben, die andere User dann wieder in ihr Symbaloo-Setup einbinden können. Genau dieses Features bereite Online-Marketeers große Freude: denn wer sich die Zeit nimmt, eine gut sortierte Themenseite zum eigenen Fachgebiet zusammenzustellen und dort auch Links zu eigenen Projekten unterbringt, darf sich über umso mehr netten Zusatz-Traffic freuen, je populärer Symbaloo wird. Die Chancen dafür stehen durchaus gut, denn die derzeit noch vollkommen werbefreien Webstart-Applikation erfreut sich in den letzten Wochen zunehmender Beliebtheit – von einem Massenphänomen zu sprechen, wäre allerdings verfrüht, aber auch das könnte sich ändern.

Vom Online-Marketing haben die Symbaloo-Macher jedenfalls Ahnung: ein mir unbekannter User hat – was mich natürlich sehr freut – datenschmutz als erster seiner Symbaloo-Seite hinzugefügt. Ich erhielt darauf ein E-Mail mit der Aufforderung, ein Symbaloo-taugliches Icon beim Betreiber zu hinterlegen. Meine Kontaktdaten sind im ds-Impressum in maschinenlesbarer Form hinterlegt, trotzdem war ich durchaus überrascht über diese recht schlaue Form der viralen Verbreitung – denn erst über diese Notification habe ich Symbaloo kennen gelernt und in weiterer Folge dieses Posting verfasst :mrgreen:

Lust auf 1.000$ und eine werbefreie Gratis-Homepage?

best of synthasiteUnd noch dazu Ruhm und Ehre auf Synthasite? Die Betreiber des sympathischen Free-Page Generators haben einen Contest ausgeschrieben, der bis 5. Jänner läuft: wer die tollsten Synthasite-Seiten baut, darf sich über ein ordentliches Preis-Paket freuen. Wie die Betreiber ihren Service finanzieren, wissen der Geier und höchstens TechCrunch: nach der Registrierung kann man sich im benutzerfreundlichen in-Browser Editor austoben, das fertige Elaborat bleibt frei von aufgedrängten Werbeeinblendungen.

Das macht Synthasite sozusagen zum zeitgemäßen Nachfolger der guten alten Geocities – dass sich der Service in Europa trotzdem keiner gesteigerten Beliebtheit erfreut, liegt aber wohl nicht zuletzt daran, dass an Free-Hosting Providern wahrlich kein Mangel herrscht. Viele User bevorzugen außerdem ein leicht zu bedienendes Blog gegenüber einer Homepage mit selbstdefinierter Struktur, auch wenn die Lernkurve beim Synthasite Editor angenehm flach ausfällt. Auf der Habenseite stehen außerdem diverse dynamische Module: man kann ohne weiteres eigene Fotogallerien, einen Shop, frei definierbare Formulare und sogar eigene Werbung unterbringen. Beim Publishen der fertigen Seite kann man entweder eine Synthasite-Subdomain wählen, für 15$ im Jahr eine dedizierte Domain kaufen oder die fertige Seite herunterladen und am eigenen Webspace unterbringen.

synthasite editor
Der Synthasite Editor Screen

Ich bin generell kein großer Freund von Infrastrukturprovidern. Wenn man schon Zeit und Aufwand investiert, dann lieber gleich in eine selbst gehostete Seite. Denn auch bei Free-Providern begibt man sich stets in ein Abhängigkeitsverhältnis – wer weiß, ob Synthasite nicht irgendwann doch Werbung schaltet, offline geht oder sonst? Trotzdem bietet der Contest einen ordentlichen Anreiz, schließlich geht’s nicht um den Tausender, sondern um diverse PR-Leistungen, die jeder Pro-Blogger zu schätzen wissen dürfte, zumal Synthasite in den USA bereits beachtliche Popularität erreicht hat:

Winners will receive (a) a free SEO lesson, performed by SynthaSite CEO and SEO Expert Vinny Lingham, (b) $1000, (c) be featured in a SynthaSite press release, in the SynthaSite newsletter and posted to Vinny’s blog, and (d) be able to post a “Best SynthaSite” logo on the winning Web site(s) (collectively, the “Prize”). Awards will be announced no later than January 5, 2009. The approximate value of the Prize is $4,500.

Die komplette Teilnahmebedingungen sowie den Link zur Einreichung gibt’s hier. Wie so oft dürften deutschsprachige Seiten wohl keine Chance haben – wer den Synthasite Editor mal so richtig auf Herz und Nieren testen möchte und bei der Gelegenheit sein Glück beim Contest versucht, sollte sich für ein englischsprachige Page entscheiden. Die Gewinner werden am 5. Jänner 2009 unter bestof.synthasite.com bekannt gegeben, wieviele Preise vergeben werden, gaben die Betreiber noch nicht bekannt. Die Jury berücksichtigt bei ihrer Entscheidung die folgenden Kriterien: “visual appeal of site, focused purpose, and/or innovative use of widgets”.

mybloglog: Ich aggregier’ dich wie die Hölle

mybloglog wurde an dieser Stelle bereits des Öfteren erwähnt; vor einiger Zeit hat sich Yahoo den Dienst einverleibt und das Portfolio um einige interessante neue Services erweitert.

Ich hab das Widget, das anzeigt, welche mbl-User datenschmutz besuchen, zwar eingebaut (siehe Footer), aber die Seite schon ein Weilchen nicht mehr besucht. Erste Auffälligkeit: man loggt sich fürderhin mit seinem Yahoo-Account ein, denn ebenso wie Goliath Google setzt David Yahoo bei allen hauseigenen Web-Apps auf Unified Login. Das ist allerdings bei weitem nicht die einzige Neuerung: das eigene Profil wurde ganz gewaltig gepimpt, und zwar ganz dem Activity-Feed Zeitgeist entsprechend.

Konnte man früher lediglich IM-Daten und Homepage eingeben, nehmen die Profileinstellungen nun jede Menge Usernamen von Web 2.0 Services entgegen: so lassen sich unter anderem das eigene Facebook, FlickR, Youtube und del.icio.us Profil sowie zahlreiche weitere Web-Präsenzen mit dem mybloglog-Profil verknüpfen – fortan tauchen diverse Social Actions auch im mbl-Feed auf, außerdem werden die ausgewählten Services auch in das optionale Sidebar-Widget eingebunden.

mybloglog

Die gewohnten Community- und Kontaktmanagement Funktionen sind natürlich erhalten geblieben; zusätzlich dürfen HTML-E-Mail User (Just my 5 Cents: HTML-E-Mails sind die Ausgeburt des bösen. Text only rules supreme!) sich eine semi-phatte E-Mail Signature mit mybloglog Werbung generieren. Grosso modo gefallen mir die Updates recht gut – nett zu wissen, dass Yahoo die vor allem in den USA sehr florierende Seite nicht vom Zahn der Zeit benagen lässt, sondern Ressourcen in die Weiterentwicklung investiert – tatsächlich ist die Aggregation verschiedener Webpräsenzen nach dem Facebook-Vorbild wohl einer der großen Trends des Web 2.0 der kommenden Monate. So, und mit diesem doppelten Genetiv schließt der Beitrag auch schon wieder; was mich aber noch interessieren täte: wer aus der geschätzten LeserInnenschaft nutzt mybloglog fürs eigene Weblog?

Erste Eindrücke mit WordPress 2.5

Seit heute ist WordPress in der Version 2.5 verfügbar. Die eigentlich für’s Vorquartal geplante Version 2.4 entfiel ersatzlos, das Upgrade erfolgt direkt von 2.3.3 auf 2.5. Die wohl am deutlichsten ins Auge fallende Neuerung ist die vollkommen überarbeitete Admin-Oberfläche.

Der Update-Prozess erfordert diesmal ein Update der Datenbank; die Entwickler empfehlen, vorher eine Sicherheitskopie anzufertigen und alle Plugins zu deaktivieren, da aufgrund einiger interner Änderungen durchaus Inkompatibilitäten auftauchen könnten. Dafür wartet die aktuelle Version auch mit einer ganzen Reihe gravierender Verbesserungen auf. Die wichtigsten sind:

  • automatisches Update der Plugins aus dem Backend mit einem Klick
  • Verbesserter WYSIWYG-Editor, der angeblich ganz nett zu händischem Code ist.
  • integrierte Fotogallerien
  • integrierte Medienverwaltung
  • mehrfach-Dateiupload
  • Suchfunktion über Posts *und* Pages
  • Full-Screen Editing

Dazu kommen noch jede Menge Detailverbesserungen – im Dashboard etwa lassen sich nun Widgets unterbringen. Übersicht über die wichtigsten Verbesserungen bietet dieser Screencast.

datenschmutz hab ich noch nicht upgedatet, weil ich auf ein paar anderen Blogs erst noch das problemlose Funktionieren aller von mir verwendeten Plugins testen wollte. Einzig und allein Vipers Video Quicktags bereitete mir in zwei Installs Probleme, allerdings scheint das nicht unbedingt mit 2.5 zu tun zu haben, denn auf anderen Domains lief alles problemlos. Nur die von mir bevorzugte Admin-Oberfläche SpotMilk musste ich überall deaktivieren – allerdings sieht das Backend ja nun von Haus aus endlich übersichtlich-hübsch und nicht mehr wie ein Mitt-90er Relikt aus. Gratulation ans WordPress-Team und an Matt zur hervorragenden Arbeit – WordPress rockt. Hier geht’s zum Download der aktuellen Version, das deutschsprachige Package folgt in Kürze.

Die oben erwähnten Features hab ich mir noch nicht im Detail angesehen (Stichwort: heilige Sonntags-Updateruhe :-), aber die Plugin-Update Funktion erspart viel mühsame händische Arbeit und lieferte mir bislang keinerlei Grund zur Beanstandung. Neugierig bin ich auf die neue Gallerie- und Medienverwaltung sowie den verbesserten Team-Editing Workflow: mehr Details dazu nach dem Backup und Update dieses Blogs.

Nie mehr punkten bei Blogfever

blogfeverIch hab nach anfänglicher Begeisterung das Blogfever Widget aufgrund der gravierenden Ladeprobleme vor einiger Zeit rausgeworfen und nur von meinen Affiliate-Points profitiert – inzwischen ist die Seite auf einen neuen Server umgezogen (There is only one Hetzner…), die Performanceschwierigkeiten sollen damit der Vergangenheit angehören – und das Punktesystem wurde bei der Gelegenheit auch gleich abgeschafft.

Statt des gewohnten Sidebar-Widgets steht nun wahlweise auch ein Post-Widget zur Verfügung:

Wir möchten alle User bitten, das Widget neu auszuprobieren. Insbesondere die Erfahrungen mit dem Post-Widget interessieren uns. Nach unseren Test sind die Klickraten damit deutlich höher als mit dem Sidebar-Widget.

An einem weiteren Schwachpunkt des Systems arbeiten die Macher ebenfalls: die Themenrelevanz der eingeblendeten Schlagzeilen konnte bislang ganz und gar nicht erzeugen, und die Schuld daran trägt offensichtlich das Punktesystem:

Der Suchalgorithmus des Widgets findet eigentlich immer relevante Schlagzeilen, muss aber die meisten (bzw. alle) aussortieren, da die dazu gehörigen Blogs keine Punkte mehr haben. In dem Fall müssen dann irgendwelche anderen Schlagzeilen genommen werden, zuerst wird die Kategorie abgegrast, und dann wird genommen was kommt. Auf diese Weise sind wirklich aktuelle, relevante Schlagzeilen meist sehr schnell aus dem System, es sei denn der Blog dahinter generiert sehr viele Punkte.

Um diesen Missstand zu beheben, ist die Einblendung der Schlagzeilen noch gratis – gewertet werden nur mehr die tatsächlichen Klicks, um kleinere Blogs, für die das System ja in erster Linie gedacht ist, nicht über Gebühr zu benachteiligen. Offen sich freilich noch die Frage, auf welche Art und Weise (oder ob überhaupt) Weblogs belohnt werden sollen, die besonders viele Widget-PIs generieren:

Die Einblendung von Schlagzeilen kostet nun erstmal keine Punkte mehr, außerdem gibt es nur noch Punkte für Klicks, nicht für Einblendungen. Auf diese Weise werden die Schlagzeilen im Widget wirklich nur noch auf Grundlage der Relevanz ausgewählt.

Die Blogfever Betreiber bitten dazu um Vorschläge und Ideen – grundsätzlich finde ich die Idee der automatisierten Blogroll sehr spannend. Dass das Widget nun in der Einzel-Beitragsansicht via Plugin direkt unter dem Posting eingebunden werden kann, mach ebenfalls hochgradig Sinn – bei der langen Performance-Schwäche hab ich schon befürchtet, dass die Seite langsam verkommt, aber nun gibt’s einige interessante neue Ideen. Ich werd das Widget mit dem neuen Design mal ausprobieren – gestern Abend hab ich begonnen, auf der Basis von Yaml noxed3, den dritten Anlauf für mein selbstgebackenes ds-Template, in Angriff genommen. Andererseits kann’s durchaus noch bis Juni dauern, bis das Werkl fertig ist: schließlich haben sich inzwischen eine Menge Einzel-Templates und diverse Tweaks angesammelt, die alle transferiert werden müssen…

Weihnachtsgeschenk WordPress

WordPress hat sich in den letzten Jahren zur meistverbreiteten Blog-Software entwickelt. Was unter der Prämisse “smart and simple” als vergleichsweise einfaches Weblog-Tool begann, ist mittlerweile ein ausgereiftes Content-Management-System, das dank zahlreicher Plugins flexibel und vielfältig einsetzbar ist.
erschienen auf futurezone.orf.at
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Blogfever: Neue Statistiken, neue Vergütungs-Pläne

blogfeverErst vor wenigen Tagen hab ich vorgeschlagen, bei den Blogfever Statistiken einen “Effizienzquotienten” auf Schlagzeilen-Ebene einzubauen: et voila, das aktuelle Update lieft die gewünschte Funktionalität frei Haus oder besser gesagt frei Widget. In erster Linie dient die Anzeige der Optimierung der eigenen Klickrate, schließlich profitieren alle Syndikatsmitglieder von steigendem Traffic:

Ich möchte alle Mitglieder der Gemeinschaft bitten, diese Klickratio im Auge zu behalten und zu überprüfen. […] Wir möchte genau wissen, was zu einer Verbesserung der Klickratio geführt hat. Bitte bedenkt, dass sich die Änderungen erst nach einem Tag wirklich relevant auf die Klickratio ausgewirkt haben. Je Änderung sollte daher 24 Stunden getestet werden. Für alle ist es ein gewaltiger Vorteil, wenn die Klickrate in der Gemeinschaft steigt. Dies bringt uns allen guten, frischen Traffic.

Allerdings bleibt’s nicht bei der Beforschung, Blogfever will basierend auf der erreichen Klickrate in weiterer Folge Boni und Mali vergeben:

Als zweiter Schritt sollen dann die zu erzielenden Punkte nach Höhe der Klickrate im eigenen Blog verteilt werden. Blogs mit guter Klickrate steuern viel zur Gemeinschaft dabei und erhalten daher mehr Punkte als Blogs mit schlechter Klickrate.

Und last but not least versprechen die Betreiber dank des geplanten Link-Directory zusätzlichen Google-Juice – bei einem Startseiten-PR von 4, der beim nächsten Update wohl steigen wird, ein netter Zusatznutzen. Im Verzeichnis werden dabei nicht nur die Blog-URLs angezeigt, sondern die aktuellen Schlagzeilen, wiederum sortiert nach der Klick-Beliebtheit:

Die Schlagzeilen werden ebenfalls nach Relevanz und Klickratio gelistet, so dass interessante Schlagzeilen weiter oben gelistet werden, wie Uninteressante. Alte Schlagzeilen wandern in ein Archiv mit statischen URLs, so dass diese Schlagzeilen dauerhaft verlinkt werden. Dies wird die Linkpower auf Eure Schlagzeilen verbessern und sollte im Laufe der Zeit ebenfalls guten Traffic bringen.

Mittlerweile sind bereits rund 450 Blogs registriert, bis zum halben Tausender wird’s also nicht mehr allzu lange dauern. Bei einem so raschen Community-Wachstum muss man natürlich auf ein ausgewogenes Verhältnis achten – und natürlich sollen jene Blogs, die viel Netzwerk-Traffic generieren, von ihrem Einsatz profitieren. Max allerdings hat ein paar sehr stichhaltige Argumente gegen die geplante Vorgangsweise:

Das Problem dabei ist das die Blogs, auch wenn sie das Widget noch so gut platziert haben, bestraft werden wenn das Matching (angezeigter Inhalt des Blogs mit passenden Schlagzeilen im Blogfever.de-Widget) nicht gut funktioniert, was leider im Moment der Fall ist.
Außerdem werden “große” Blogs, die ein breites Spektrum von Themen abdecken gegenüber Nischen-Blogs bevorzugt, da hier das Matching besser funktionieren wird. Das gilt auch für Blogs mit vielen Lesern, da dort die Chance, dass jemand auf einen Link klickt, größer ist als bei Blogs, die wenig Leser haben. Bei “kleinen” Blogs wird die Klickrate auch sehr schwanken, da dort schon ein Klick komplett andere Prozent-Zahlen liefern kann (in der Email steht auch nicht welcher Zeitraum für die Berechnung der Klickrate verwendet wird).

Dem kann man imho wenig entgegen halten. Für ein wirklich smoothes Matching braucht’s eben ausreichend Blogs in allen Kategorien. Der gravierenden Gefahr, dass Matching und Bloggröße die Ergebnisse sehr stark verzerren und die “Kleinen”, für die BF eigentlich gedacht wäre, auf der Strecke bleiben, muss man unbedingt entgegen wirken, und dafür scheint das neue Bonus-Punktesystem nicht wirklich gut geeignet. Metty ist da übrigens genau der gleichen Meinung. Aber so, wie ich das Team von Blogfever bisher (virtuell) kennen gelernt haben, wird sich mit Sicherheit eine akzeptable Lösung finden. Und eines darf man natürlich nicht vergessen: allzu hohe Erwartungen führen zu eigentlich unbegründeter Enttäuschung. Treffender als Max könnt ich’s nicht formulieren:

Wobei sich hier die Frage stellt: Welche Klickrate hat man erwartet? Besser als jeder Banner ist sie allemal. Ich denke mal es gibt noch keinen Grund zur Panik.

Selbstoptimierung für Fortgeschrittene

Markus Merz hat zu meinem letzten Blogfever-Artikel folgenden Kommentar geschrieben:

Es wäre evtl. schick, wenn ältere Artikel mit hoher Klickrate automatisch drin bleiben und solche mit niedriger Klickrate nach x Tagen automatisch ausgeblendet werden.

Diesen Ansatz sollte man in der Tat unbedingt verfolgen – Francis hat ja bereits vor einiger Zeit empfohlen, einen statischen Best-Of Feed anzulegen:

Normalerweise gibt man beim Einrichten eines Blogs bei Blogfever brav die URL zum Haupt RSS Feed an, in dem immer die neusten Beiträge von Deinem Blog angezeigt werden. Das ist schön, bringt aber nicht unbedingt die gewünschte Menge an Klicks. Warum also nicht einfach einen RSS Feed anlegen und bei Blogfever eintragen, der Deine Top-Beiträge enthält?

Dies wäre allerdings gar nicht nötig, wenn das System selbst die Top-Schlagzeilen erkannt und in Abhängigkeit von der Klickrate eben entsprechend häufiger oder seltener bis gar nicht einblendet.

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Rating-Plugin für d/s: Quantifizierung muss sein

Die Illusion der Präzision durch die Übersetzung komplexer Sachverhalte in simple Zahlen bescherte uns schon so manches schöne Zitat: bereits Winston Churchill wollte keiner Statistik trauen, die er nicht selbst gefälscht hatte. Dennoch sind Votings und Ratings ein fester Bestandteils des Zweitgenerationsweb – deswegen und trotzdem gibt’s ab sofort Artikelvotings auf datenschmutz.

Mal gucken, ob die verehrte Leserschaft (ja, Sie sind gemeint!) damit was anzufangen weiß – auf der Startseite im blauen Balken unter der Überschrift bzw. in der Einzelartikelansicht am Ende des Textes finden sich die gar nicht ominösen 5 Sternderl. Bewerten kann jede/r, Registrierung und/oder Login sind (genauso wie fürs Kommentieren) nicht erforderlich. Dank Ajax wird das Ergebnis ohne Reload sofort nach dem Klick auf die gewünschte Wertung angezeigt – man sieht dann auch gleich, wieviele BesucherInnen bereits abgestimmt haben.

WordPress Plugins: WP-PostRatings

Möglich macht’s ein Plugin von Lester Chan, der für einige meiner Lieblings WP-Plugins verantwortlich zeichnet, gefunden habe ich WP-PostRatings über das WordPress.org Plugin Directory. Installation und Konfiguration gehen schnell von der Hand – lediglich eine zusätzliche Codezeile muss an die gewünschte Stelle im single.php bzw. index.php Template-File eingefügt werden, um die Ratings zu aktivieren.

Die Rating-Abstufung, die Grafiken sowie die angezeigten Texte sind übers Backend sehr flexibel konfigurierbar, ein mitgeliefertes Widget ermöglicht die Anzeige der am höchsten bewerteten Artikel im Sidebar. Um diese “Topliste” sinnvoll zu nutzen, müssen allerdings erst entsprechend viele Votings gesammelt. In diesem Sinne freu ich mich über jede Stimme und bin neugierig auf die Ergebnisse, ob gefälschte Statistik oder nicht: Zahlen vermitteln immer ein (ungerechtfertigtes) Gefühl der Objektivität :-)

Blogfever: gewonnen!

blogfeverBlogfever hatte in den letzten Wochen eine kleine Rekrutierungs-Rally laufen: knapp mehr als die Hälfte des Preisgeldes geht ans Googlewatchblog, den Rest teilen Baynado und ich ex aequo.

EUR 34,62 sind wohl mehr Kohle, als viele Longtail-Blogger im Halbjahr mit ihren Google-Adsense Accounts verdienen. Für den neuen Flatscreen reicht’s nicht ganz, aber ich schätz, ich werd meinen Gewinn wohl in Mittagsmenüs in der Schönen Perle investieren, das Hirschsteak letztens war grandios. Aber ich schweife ab, weit wichtiger als das Preisgeld sind die Besucher, die mir das Syndikat täglich zu datenschmutz schickt. Denn die BF-Community konnte in den letzten Tagen und Wochen ein hervorragendes Wachstum verzeichnen, die 4 Millionen Widgetviews sind längst überschritten. Das Team arbeitet weiter engagiert an der Verbesserung des Service, das neue Bonus-System für Blogs, die besonders viele Clicks generieren, finde ich ausgesprochen gelungen:

Unser nächstes Update wird im Userbereich die Klickrate des eigenen Blogs und die durchschnittliche Klickrate anzeigen, damit sich jeder ein Bild von der Performance des eigenen Blogs machen kann. Gleichzeitig werden dann die Punkte in Relation zur Klickrate verteilt. Blogs mit einer überdurchschnittlichen Klickrate werden 6 Punkte pro Widgetaufruf erhalten, während Blogs mit einer unterdurchschnittlichen Klickrate nur 3 Views erhalten werden.

Ich merke bei meinen eigenen Widget-Schlagzeilen, dass die Klickrate beständig steigt – die Betreiber machen also offensichtlich eine ganze Menge richtig. Ausnahmsweise sieht Google das auch so, denn beim letzten Ranking-Update gab’s PR4 für die Startseite. Wie schon mal erwähnt wäre natürlich ein WordPress-Plugin, das die Links sm-lesbar einbaut, definitiv eine Überlegung wert: Blogistan lebt nun mal von themenaffiner Verlinkung – und die bekommt Blogfever umso besser hin, je mehr Blogger am System teilnehmen. Denn das geniale am System ist ja, das Blogfever vollautomatisiert themenaffine BesucherInnen aufs eigene Blog bringt!

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Blogfever macht die 2. Mille voll und die Klickrate steigt

blogfeverErstens gratuliere ich Blogfever an dieser Stelle nochmals zur geknackten ersten Million und zweitens zur zweiten und drittens freue ich mich über die in den letzten Tagen permanent steigende Klickrate – jeder der neueren Beiträge hat mindestens 10 Besucher über das Blog-Syndikat bekommen. Das ist in absoluten Zahlen nicht die Welt, zeigt aber eine deutliche Tendenz in die gewünschte Richtung.

Wer die Seite noch nicht kennt: Blogfever tauscht automatisiert Schlagzeilen zwischen Blogs aus: nach Einbau des Widgets werden die Titel der Beiträge anderer Blogs aus derselben Kategorie angezeigt. Pro Einblendung und Klick erhält der Blogger Punkte, mit denen wiederum die Einblendungen in anderen Blogs “bezahlt” werden. Der Service ist völlig gratis, der Einbau funktioniert problemlos, die Optik ist über eigenen CSS-Klassen völlig frei anpassbar. Sinn und Zweck des Traffic-Stimulators: mehr Besucher auf das eigene Blog zu bekommen. Und das funktioniert zunehmend besser, je mehr Teilnehmer registriert sind. Am 14. Oktober war im zugehörigen Blog zu lesen:

Heute Nacht haben wir die magische 1.000.000 Widget-View Grenze durchbrochen. Aktuelle wurde das Widget 1.010.063 mal in den Blogs des Syndikats angezeigt.

Hatte das Erreichten der ersten Million noch 14 Tage gedauert, so konnten die Einblendungen bereits nach weiteren vier Tagen verdoppelt werden – das nenn ich eine steile Wachstumskurve. Und kurz davor gab das Team bekannt, dass inzwischen 200 deutschsprachige Blogs Mitglied bei Blogfever sind. Bis zum 21. Oktober läuft außerdem noch die Referrer-Competition, bei der 150 Euro verlost werden. Ich bin wirklich neugierig, wie sich Blogfever mittelfristig weiterentwickelt und gehe davon aus, dass die Klickrate sich durch diverse Optimierungsmaßnahmen noch weiter steigern lässt. Das Betreiber-Team reagiert wie ein Web 2.0 Musterbetrieb fast in Echtzeit auf Feature-Wünsche der Community – bislang ein rundum gelungener Launch. Natürlich wird am noch recht jungen System noch geschraubt und feingetuned:

Wir planen im Laufe der nächsten Tage die Viewvergütung entsprechend der Klick-Ratio des Blogs anzupassen. Zurzeit laufen die Berechnung so, dass jeder Blog, der eine Klickratio oberhalb der durchschnittlichen Klickratio aufweist, eine Punktevergütung von 4,5 zu 1 erhält. Pro Widgetaufruf werden die Schlagzeilen des Blogs also 5 mal woanders eingeblendet. Blogs, deren Klickrate unterhalb der durchschnittlichen Klickrate liegen, erhalten dagegen nur ca. 2 Punkte pro Widgetaufruf im eigenen Blog.

Gute Sache – so wird das System noch fairer und belohnt alle, die das Widget gut sichtbar einbinden. Ich bin mittlerweile jedenfalls ein Fan von Blogfever geworden und kann das Widget jedem Blogger uneingeschränkt empfehlen.

Vorsorgen für knappe Zeiten

Discobeats hatte eine nette Sparbuch-Feature Idee, mit der man dem Problem des Echtzeit-Spending begegnen könnte:

Wie wäre es wenn es sowas wie ein Sparbuch geben würde? Man definiert einen Faktor an Punkten die automatisch auf das Sparbuch gehen. […] Wenn man dann einen Beitrag publiziert, welchen man für wichtig hält und gerne viel in anderen Widgets angezeigt haben möchte, kann man die Punkte seines Sparbuchs auf diesen Beitrag umbuchen.

Fände ich sehr praktisch – von der Möglichkeit, einzelne Beiträge aus dem Blogfever-Feed auszunehmen, mache ich recht häufig Gebrauch – ein kleiner Extra-Push für Beiträge, die einem besonders am Herzen liegen [btw: SommerSoundTrack Karnevalszeit!], kann nie schaden.

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Blogfever: maximale Designfreiheit

blogfeverMit Blogfever steppt der Web-Bär auch an stärkeren Tagen bei komplexen Designs: denn mit dem neuen “Profimodus” lassen sich die vom Widget verwendeten CSS-Klassen direkt anpassen! Falls jemand mit dem Begriff CSS-Klasse gar nix anzufangen weiß: die Möglichkeit, das Widget via Preview anzupassen, besteht natürlich nach wie vor.

.de-Blogistan ist nun mal kleiner als sein englischsprachiger Counterpart, kein Wunder also, dass Blogfever durchaus ein wenig langsamer wächst als sein US Kontrapart BlogRush. Aber zum Glück checken immer mehr Webmaster, dass sie mit dem Widget hervorragenden, targettierten Gratis-Traffic für ihr Blog erhalten – knapp zweihundert Blogs sind derzeit mit dabei.

Es soll zwar auch Autoren geben, die bloß keine Besucher auf ihrem Blog sehen wollen – an Max schrieb letztens eine Blogger.com Webmasterin, wir mögen ihre Seite doch bitteschön aus den Newcomer-Charts rausnehmen, da ihr Blog nur für StudienkollegInnen gedacht sei. (Der Wink mit dem Zaunpfahl-Login hilft hoffentlich…) Im Normalfall allerdings baut und betreibt man Webseiten, auf dass sie andächtig und in hoher Frequenz besucht werden mögen. Und Blogfever sorgt im Gegensatz zu statischen Blogrolls und Artikellisten vollautomatisch dafür, dass immer themenaffine “weiterführende” Texte zur Verfügung stehen. Selbstverständlich wird das System umso zielgenauer und besser funktionieren, je größer das Netzwerk wird – und je früher man sich registriert, desto größer die Freude über Referral-Punkte.

Dank des neuen Profimodus lässt sich das Widget nun in der Tat völlig nahtlos ins eigene Design übernehmen, siehe rechte Spalte neben diesem Beitrag: die unter der Überschrift “ähnliche Beiträge” gelisteten Links generiert das Simple Tags Plugin, den Block darunter mit dem Namen “ähnliche Beiträge auf anderen Blogs” erstellt Blogfever:

Im Profimodus müssen Sie alle Anpassungen des Widgets selbst über CSS vornehmen! Da das Widget direkt in Ihren Blog injiziert wird, werden die Klassen des für Ihren Blog verwendeten Stylesheets verwendet. Implementieren Sie die spezifischen CSS-Klassen (siehe unten) um das Widget komplett Ihren Vorstellungen anzupassen.

  • blogfever_widget – Das DIV-Element, welches das Widget einschließt
  • blogfever_link – Alle Links im Widget
  • blogfever_source – Die Quellenangaben (Blognamen)
  • blogfever_bottom – Die letzte Zeile des Widgets mit dem “Blog hinzufügen”-Link

Bis jetzt bestätigen die Macher meinen ersten Eindruck, dass Blogfevermittelfristig zu einem Killer-Widget werden könnte, voll und ganz. Derzeit werden am Blog laut Überlegungen zu einem WP-Plugin angestellt – ich bin hochgespannt auf die weitere Entwicklung.

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Blogfever: 150 Euro zu gewinnen

blogfeverDas genannte Preisgeld teilen sich die drei Erstplatzierten des Evangelisten-Wettbewerbs – denn Blogfever, jenes rasch wachsende deutschsprachige Blogsyndikat, das bisher alles richtig macht, will mit einem kleinen Gewinnspiel für noch raschere Verbreitung sorgen. Jene drei Blogger, die zum Stichtag 21. Oktober am meisten neue Mitglieder geworben haben, erhalten die erwähnten 150 Mäuse gestaffelt nach folgendem Schlüssel:

Das Preisgeld wird unter den Plätzen 1 bis 3 prozentual anhand der geworbenen Blogs aufgeteilt.
Beispiel: User A wirbt 25 Blogs, User B wirbt 15 Blogs, User C wirbt 10 Blogs
Insgesamt wurden 50 Blogs von den ersten 3 Usern geworben. Pro Blog erhält somit jeder User 150 €/ 50 geworbene Blogs = 3 €.
User A erhält somit 75 €, User B erhält somit 45 €, User C erhält somit 30 €
Gewertet werden nur die Blogs, die aktiv geführt werden, regelmäßig neue Beiträge schreiben und das Blogfever-Widget eingebunden haben. Der Wettbewerb startet jetzt sofort. Ab jetzt werden alle geworbenen Blogs gewertet.

Gute Idee – je mehr Blogs bei Blogfever mitmachen, desto mehr haben wir alle davon. Wer noch nicht weiß, worum’s geht: BlogRush fegt wie ein Wirbelsturm über die Ami-Blogosphäre, und Blogfever bietet das gleiche Modell für deutschsprachige Seiten. Nach Einbindung eines JavaScript-Codes zum Beispiel in der Seitenleiste werden fortan thematisch passende Beiträge anderer Blogs aus dem Netzwerk angezeigt – nicht Blog-URLs, sondern Links zu einzelnen Postings, basierend auf Kategorie und Schlagwörtern.

Kurz formuliert: kostenlose Werbung auf 1:1 Tauschbasis, die mir in den letzten Tagen schon über 50 Besucher eingebracht hat – und zwar nicht irgendwelche Google-Zufallstreffer, sondern systembedingt eben zielgruppentechnisch perfekten Traffic. Nachteile sehe ich überhaupt keine, ganz im Gegenteil: ich bin selbst häufiger Click-Gast der Gast-Einblendungen hier auf datenschmutz, weil ich über diesen Weg schon einige spannende Beiträge gefunden hab, die mir ansonsten entgangen wären. Wer sein Blog weder hinter einem Login versteckt noch ausschließlich für die engsten Familienmitglieder schreibt, der sollte Blogfever unbedingt mal auschecken:

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Blogfever bald Google-lesbar?

Die Macher überlegen derzeit eine imho sehr spannende Weiterentwicklung in Form eines Plug-Ins. Naja, ob JS-Code oder Plugin, macht denn einen großen Unterschied? Yup! Einen riesengroßen, und zwar in punkto SM-Lesbarkeit:

Ein großer Vorteil dieser Vorgehensweise wäre die daraus resultierende “Linkpower”. Denn so eingebundene Widgets können im Gegensatz zu JavaScript-basierenden Lösungen von Suchmaschinen erfasst werden. Außerdem würde das ganze auch ohne JavaScript funktionieren.

Die Entwickler möchten wissen, was Nutzer davon halten – nun, einerseits sehr viel, weil die Einbindung über ein Plugin wesentlich mehr Möglichkeiten bietet; andererseits stellt sich die Frage, ob tatsächlich ein merklicher SEO-Leverage Effekt auftritt: denn Blogfever schaltet ja keine statischen, sondern dynamische Links, die sich des öfteren mal ändern. Um einen Google-Ranking Vorteil zu erreichten, müssten bei jeder Story mindestens 3, beziehungsweise bei den momentan Pagerank-Zyklen, wohl eher 6 Monate lang immer die gleichen Links stehen bleiben, was aber dann wieder dem Sinn der aktualitätsbezogenen Syndikation zuwiderliefe.

 


PS: Muss bei der SM-Abkürzung an Peters 90-60-90 Artikel denken… an Heroes-Rezensionen, Bullshit Bingos und Missverständnisse mit Sätzen, die Genitalien, Sperma und Vorhaut enthalten: “Bevor wir gen Italien fahren, sperr’ ma die Hund in Kofferraum, damit’s es ned vorhaut.” In diesem Sinne: SM steht natürlich für Suchmaschinen, nicht für Sado Maso.

Blogfever: ich steh tief in der Kreide

blogfeverBlogfever rockt, keine Frage. Dass das Widget einiges mehr drauf hat als BLOGspeed, war mir gleich nach der ersten Review klar. Ein kurzer Blick in meine Stats hat mich dann aber doch überrascht: ich wusste gar nicht, dass datenschmutz so kreditwürdig ist :-)

In den allgemeinen Statistiken werden die Einblendungen und die Clicks angezeigt. Und dort las ich heute:

Sie haben insgesamt 436 Punkte verdient. Ihr Guthaben beträgt -1705 Punkte. Alle Ihre Schlagzeilen wurden insgesamt 2141 mal in anderen Blogs angezeigt und 20 mal angeklickt.

Die Clicks scheinen derweilen noch “gratis” zu sein – denn die Summe aus 1.705 und 436 ergibt genau meine 2.141 Einblendungen. Da sag ich doch Dankeschön, vermute aber mal stark, dass derzeit einfach noch zu wenige Blogs registriert sind: und weil man anders als die Konkurrenz auf die Einblendung seltsamer Hardlinks verzichtet, bekommen derzeit alle Early Adopters einfach mehr zurück, als sie in den Pot einzahlen… wobei sich diese Situation wohl bald normalisieren dürfte, denn ich habe den Eindruck, dass Blogfever rasch wächst. Je rascher man sich registriert, desto besser die Platzierung im Netzwerk – wenn die Betreiber ihren Job weiterhin so gut erledigen, dann wird’s BlogRush hierzulande schwer haben.

Update: Richtig spekuliert. Im neu gelaunchen begleitenden Blog erklären die Blogfevermacher den Grund für das negative Guthaben:

Einige Nutzer sollten schon festgestellt haben, dass sie negative Guthaben haben. Normaler Weise sollten Schlagzeilen von Blogs, die kein Guthaben mehr haben, nicht angezeigt werden. Da das Syndikat aber noch in der Wachstumsphase ist, würden die Zeilen ziemlich schnell leer sein, bzw. wir müssten Füllblogs (Werbung etc.) einfügen, damit immer was dasteht. Da aber zur Zeit (und auch in nächter zeit) keine Füllblogs im System erfasst sind, sondern nur die Einträge der Nutzer, die sich auch bei Blogfever registrieren, haben eben einige Nutzer negative Guthaben, da sie öfter angezeigt werden “müssen”.

Und auch zum Thema “Belohnung der Klickrate” haben sich die Macher bereits etwas überlegt – präventive Feedback-Reaktion, sozusagen – Respekt!

Die Klickratio bewegt sich derzeit im Bereich zwischen 0% und 3% . Um die Klickratio zu verbessern haben wir uns, wie gestern angekündig dazu entschlossen, Klicks bedeutend besser zu belohnen, sodass die Nutzer motiviert werden, das Widget gut sichtbar und relativ weit oben einzubinden.

Denn was die ganze Sache eben besonders attraktiv macht, ist die bereits jetzt hohe Klickrate – im Vergleich zu Blogspeed, das mir viel weniger Einblendungen genau 0 Besucher brachte, ist selbige mathematisch betrachtet sogar unendlich hoch. Mehr als 20 Besucher über ein brandneues Widget in den ersten vierzig Stunden bei gerade mal knapp hundert TeilnehmerInnen: da hat jemand ganz einfach saubere Arbeit gemacht, Gratulation. Adsense-Marketing ohne Budget und auf Tauschbasis, sozusagen: wer ein Blog schreibt und hier nicht mitmacht, verpasst definitiv etwas. Und dass Chefentwickler Matthias am erwähnten Blog begleitende Einblicke gibt und erklärt, warum er welche Thematik wie löst, macht mir das ganze Projekt noch sympathischer – und zeigt imho, dass die Betreiber Web 2.0 Entwicklung bei stylishen Templates enden lassen, sondern die vielzitierte “Crowd” aktiv in den Entwicklungsprozess einbeziehen. Respekt!

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Erinnerung: Blogger’s Choice Awards, Umfrage

Zur Erinnerung: die Blogger’s Choice Awards sind in vollem Gange, und die Aktion “datenschmutz-Backlink für Ihre Stimme” läuft weiterhin; selbstverständlich gibt’s neben dem digitalen Dankeschön auf datenschmutz auch eine Gegenstimme – denn deutsch-Blogistan ist bei den Awards bisher ohnehin eher spärlich vertreten…

Die Umfrage zum Thema moneyblogging – wieviel Geld verdient ihr mit eurem Blog? läuft ebenfalls noch bis nächste Woche; die Auswertung der kleinen qualitativen Umfrage folgt Mitte Oktober, auch hier wartet ein Beitrag für alle, die ihre Meinung kundtun.