Das große Social Media Erdbeben der letzten Woche zeigt seine Nachwirkungen: denn wenn Twitter und Facebook zur gleichen Zeit Schluckauf haben respektive nicht mehr erreichbar sind, dann bleibt Millionen Nerds weltweit nichts anderes übrig, als vor die Tür zu gehen. Die unmittelbar bedrohlichste Auswirkung allerdings spüren unsere hochverehrten Stammleserinnen und Leser am eigenen Monitor: dieses Panoptikum hat sich eiskalt um volle 2 Tage verspätet! Der Absatz von Sonnenschutz-Mitteln und After-Sun Lotions sei ums 33-fache gestiegen an jenen schicksalhaften #Fail-Tagen, ergab eine Untersuchung des abhängigen Instituts für Anti-UV Kosmetik. Sofort tauchen die wildesten Gerüche Gerüchte auf, die auch sofort willig weiter-verbreitet wurden: der KGB wars! Aber bitte, die Herren und Damen Drehbuchautoren mussten aus James Bond ja eine verweichlichte, post-feministische Figur machen - das haben wir nun davon. Siehe dazu auch unsere erste News, also auf zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt.
Die Russen kommen! Und wenn sie schon nicht kommen, dann sind sie zumindest schuld. An der zeitgleichen DOS (Denial of Service)-Attacke auf Facebook, Youtube und Twitter in der vergangenen Woche nämlich. Das meint zumindest der georgische Blogger Cyxymy. Der hat nämlich Konten auf Facebook, Youtube und Twitter, welche anscheinend das Ziel der Hackerattacke des FSB, des russischen Geheimdienstes und KGB-Nachfolgers waren.
Vielleicht wurde der Angriff nur von gewöhnlichen Hackern ausgeführt, aber ich bin mir sicher, dass der Auftrag dazu von der russischen Regierung kam.
Grund für die Attacke sollen die kritischen Äußerungen des Bloggers über die Kaukasus-Politik der Russen sein. Gut, damit wäre also alles geklärt - und nein, wir haben das nicht erfunden, siehe ZDNet.
Wenn Real Estate Companys ihre Mieter wegen Twitter-Rufschädigung verklagen, dann der Bumerang ganz plötzlich zurückkommen: die betroffene Mieterin hat zwar nur 20 Followers, was die Forderung von $50.000 nur umso absurder erscheinen lässt. Copyblogger kennt die ganze Story:
If you haven't heard the story yet, a Chicago real estate company called Horizon Realty Group filed a lawsuit against one of its tenants on Monday. She apparently made a snarky remark on Twitter, claiming that the company "didn't care" about mold in her apartment. Horizon is suing her for libel, looking for $50,000 in damages to their reputation.
She only had about 20 followers, so this looked like a pretty harsh David and Goliath story. Unfortunately, Horizon’s legal and PR teams forgot what happened to Goliath. By Tuesday afternoon, the story of Horizon's lawsuit had hit trending topics on Twitter. Which means that a peevish remark made in front of 20 people has now found its way to hundreds of thousands.
Tja... mit einer simplen Rückmeldung hätte diese PR-Katastrophe einfach abgewendet werden können. Mit dieser Story hat sich Horizon jedenfalls einen Platz im Olymp der Twitter-Marketing-Fails redlich verdient.
Diese Meldung hat wieder mal ein wahres Twitter-Gewitter losgelassen: Facebook kauft Friendfeed. Friendfeed, der Social Media Aggregator, gilt als Vorbild für Google großangekündigte Kommunikationsrevolution Google Wave. Mit Facebook im Rücken kann Friendfeed, das alles kann, aber niemand kennt oder primär nutzt, wahrscheinlich seinen Untergang in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Google ist damit in zweierlei Hinsicht eins ausgewischt: 1. Friendfeed existiert und funktioniert bereits jetzt. 2. Friendfeed wurde von einer Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter gegründet. Im offiziellen Presse-Release auf Facebook heißt es dazu:
"Facebook and FriendFeed share a common vision of giving people tools to share and connect with their friends," said Bret Taylor, a FriendFeed co-founder and, previously, the group product manager who launched Google Maps. "We can't wait to join the team and bring many of the innovations we've developed at FriendFeed to Facebook's 250 million users around the world.
TechCrunch hat das erste Interview mit Bret Taylor (Friendfeed-Mitgründer) und Chris Cox, Vize-Präsident von Facebook. Was weiter passiert, scheint aber noch unklar zu sein, wie dieser Beitrag am FriendFeed-Blog nahelegt:
FriendFeed.com will continue to operate normally for the time being. We're still figuring out our longer-term plans for the product with the Facebook team.
Twitter-Account Phishing scheint nach wie vor äußerst lukrativ zu sein. Mashable berichtet über eine neue Spam-Welle, deren Auslöser noch unbekannt ist:
Yesterday we noticed a strange occurrence on Twitter (Twitter): hundreds, if not thousands of Twitter accounts were sending out spam links, all at once. Most of these accounts weren't your usual spam accounts, but regular Twitter users with real accounts, followers, and tweets. Then, the flood suddenly stopped. We wondered if it was just a strange group of accounts or a one-time attack. Now we're fairly certain that isn't the case.
Wie immer gilt: wer auf Nummer sicher gehen will, ändert am besten wöchentlich sein und bei Verdacht auf Hi-Jacking sein Passwort. Und nicht vergessen: die Änderung muss auf allen Clients und Services nachgezogen werden, denn permanente Log-In Versuche mit einem veralteten Passwort können ebenfalls zur (temporären) Account-Sperre führen.
Die Journalismus-Honorare sind nicht nur im deutschsprachigen Raum im Keller. Georg Holzer berichtet über ein besonders drastisches Beispiel:
Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazine sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus. [...] Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.
In Österreich dagegen sieht die Lage völlig anders aus, wie Georg in dem lesenswerten Beitrag beschreibt, denn der Zugang zum fotographischen Hochamt ist streng geregelt:
Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen – wie gesagt: einzigartigen – Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.
Ich hoffe nur, ich darf weiterhin Fotos für mein Blog machen
Nicht nur Facebook, auch Google war in der letzten Woche wieder mal in Kauflaune. Diesmal hat man sich den Video-Spezialisten On2 Technologies einverleibt, um damit der Online-Videoabteilung des Konzerns, manchen als "Youtube" bekannt, ein hübsches Geschenk zu machen. On2 ist übrigens spezialisiert auf Video Codecs. Wikipedia meint dazu:
Es (Anm. li schni: On2) ist Hersteller einer Reihe wichtiger Video-Codecs, wie unter anderem VP3, der Grundlage für den freien Codec Theora, dem mit Version 8 von Adobe Flash eingeführten Codec (VP6) für Flash Video und den für die chinesische Enhanced Versatile Disc (EVD) vorgesehenen Video-Codecs (VP5 und VP6).
Fassen wir zusammen: Open Source Codec Theora, VP6 für Flash Videos und noch irgendetwas chinesisches (EVD). Vielleicht bald die neuen Standard-Video Codecs.
BloggingPro stellte kürzlich ein äußerst interessantes Plugin für Viel-Blogger vor: der Advanced Exporter erspart viel Mühe, wenn man beispielsweise ein Blog in mehrere aufteilen und die Kategorien einzeln exportieren möchte:
With it, you can easily export a single category of a blog to import into another. That is something many people have wanted an easy way to do for a long time. You can also use the restrictions to create multiple WXR files in case you can’t import a single large file. Also worthy of note as that this plugin was entered into the WeblogToolsCollection plugin competition for 2009.
Out-of-the-Box kann unser Lieblings-CMS mittlerweile schon einiges - doch wer sich von der Masse abheben möchte, muss auf Bells-and-Whistles setzen. Das Designmag stellt zwanzig Add-Ons vor, für deren Umsetzung allerdings grundlegende Web-Programmierkenntnisse erforderlich sind. Der Aufwand zahlt sich aus:
One of the reasons WordPress is so popular is because of its flexibility. Designers, developers, and bloggers have plenty of options. In this post we’ll look at a combination of tutorials for improving a WordPress-based site, and plugins that can provide added functionality that will bring new possibilities.
Alle Methoden sind ausführlich in einzelnen Tutorials beschrieben - eine gute Gelegenheit, sich näher mit Erweiterungsmöglichkeiten für WordPress zu befassen.
Ich war mir nicht sicher, ob der intellektuelle und feinsinnige Diskurs zwischen Gerhard Dörfler und HC Strache (Dörfler, Regent der Provinz Kärnten: "Wenn sich der Heinzl benimmt, haben wir kein Problem." Strache: "Schau, jetzt hat er den Heinzl zum österreichischen Türken erklärt.") über das Universum an sich und den Sinn des Lebens im Speziellen das Gespräch der Woche werden sollte. Dann hab mich aber aus persönlichen Gründen doch für Niko Alm versus Andreas Khol entschieden. Es wird Zeit, dass die Welt erfährt, dass alle Menschen gleich, aber christlich-konservative Politiker doch wesentlich gleicher sind:
Andreas Khol: An sich tun Sie mir ja als Atheist leid. Sie repräsentieren vier Prozent der Bevölkerung. Dass 96 Prozent sich irren, kann ich mir nicht vorstellen.
Hier das komplette Interview - und ein paar ergänzende Anmerkungen von Niko.
Achtung - hier kommt ein Vogel, der nix mit Twitter zu tun hat! Jimmy Davao hat den weißen Flieger samt Reflexion perfekt aufs Bild gebannt:
Kein Stern, der deinen Namen trägt. Aber: Ein Phallus, der mit dir zum Himmel fliegt. Stoff für so manche Flugträume!
http://www.vimeo.com/5856277"A thousand shades of White" nennt icescapes diese grandiosen Aufnahmen aus dem Ilulissat Eis-Fjord in Grönland:
These images were filmed during the 2006 Climate Change College, during which 6 students from the UK and the Netherlands ventured into the arctic wilderness to be trained as climate change ambassadors. Based on the experiences and knowledge gathered on several locations in Greenland, they launched various initiatives raising public awareness around the topic of climate change.
Und außerdem kommen Hunde drin vor - was will man mehr?
Und damit sind wir auch schon am Ende des dieswöchigen Rückblicks angelangt - besten Dank für Ihre Whuffies, wir halten weiter die Augen und Ohren offen. Bis zum nächsten Panoptikum, wir lesen uns morgen!
Seit der Eröffnungsdiskussion zum diesjährigen Elevate Festival freut sich die Duden-Redaktion über eine neue Redewendung: einen Lorenz performen steht für gut getimte Pauschalverurteilungen zum Zwecke des (möglicherweise gar unbeabsichtigten) Linkbaiting. Aber genug gelacht, die Macher des Festivals riefen gemeinsam mit dem Studiengang Journalismus und Unternehmenskommunikation (FH Joanneum) eine Seite ins Leben gerufen, die den konstruktiven Dialog fördern soll.
Scheissinternet oder Superinternet - für wen wird sich unser Kandidat, der österreichische Rundfunk, entscheiden? Unter letzterer Adresse haben willige Mitgestalter die Möglichkeit, entweder via E-Mail Formular oder nach erfolgter Registrierung auch als öffentliches Posting diverse Verbesserungsvorschläge und Wünsche zu deponieren. Alle Beiträge werden zur späteren Aufbereitung in einem Wiki gesammelt - und sollen keineswegs ungehört verhallen:
Der ORF hat bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert und der Geschäftsführer von ORF.at, Karl Pachner, hat sich bereit erklärt, sogar in Form von Workshops Zwischenergebnisse zu evaluieren. Somit kann mit diesem Projekt konkret etwas bewegt werden, wenn ihr zahlreich mitarbeitet und den Druck aufrecht erhält!
Die ersten öffentlichen Vorschläge machen ja schon mal hochgradig Sinn: Manu wünscht sich eine Veröffentlichung aller Eigenproduktionen unter CC-Lizenz und Clemens wünscht sich direkte Kontakt- und Feedbackmöglichkeiten zu allen ORF-Mitarbeitern. Durchaus erfüllbare Forderungen, alles nur eine Frage des politischen Willens. Da kann man ja nur hoffen, dass die Gespräche erst beginnen, wenn die neue Regierung ihre Fernseh-Führungsriege installiert hat, sonst wär's schade um den Aufwand.
| 4. Oktober 2008 | bis | 5. Oktober 2008 |
An diesem Wochenende gibt's für alle Blogger, Aggregatoren, Seeder, SEOs und Evangelisten massiv komprimiertes Brainfood in Form von Kurzpräsentation: "Barcamp Oida!'", sagt man hierzulande fast mit derselben Nonchalance wie vor einigen Tagen in Bayern "O'zapft is!". Naturgemäß zieht die Hauptstadt mehr zwielichtige Gestalten Webworker an als so exotische Locations wie Traunkirchen oder Gmünd: 138 fixe Gästinnen stehen auf der Anmeldeliste (der Damenanteil mit über 10% oder 15 Anmeldungen in absoluten Zahlen ist diesmal geradezu beängstigend hoch), 46 unentschlossene Pilger wollen vielleicht kommen. Das dürfte für ein dicht gefülltes Programm sorgen - mal sehen, ob ich einen Timeslot für einen kurzen Vortrag über Sinn und Unsinn von Social Media PR finde, der mir schon länger im Kopf rum spukt.
Nach dem WerkzeugH und Microsoft lädt diesmal Hewlett-Packard zum Barcamp ein. Organisiert haben die Messe der Web 2.0 Gläubigen anno domini 2008 Michaela, Dieter und Max - doch im Gegensatz zum katholischen Pendant dauert die Veranstaltung nicht bloß eine Stunde, sondern gleich volle zwei Tage. Den Samstag werd ich mir auf jeden Fall geben, über die sonntägliche Motivation wage ich noch keinerlei Prognosen abzugeben. Immerhin habe ich ja eigentlich vor, mir heute einen neuen Desktop-PC zuzulegen, denn das in meinem Kopf ruckelfrei laufende, im Compositing-Programm aber kaum erträgliche 9-Sekunden-Intro zu meinen Video-Podcasts fordert seinen Hardware Tribut. Mit anderen Worten: womöglich schraube ich am Sonntag am neuen Motherboard rum, anstatt neugierig frische Business- und Weltverbesserung-Modelle aufzuschnappen.
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Eines steht jedenfalls fest: bei sovielen Anmeldungen wird das wohl die bislang umfangreichste Barcamp-Schuhgallerie. Also bitte Bedacht bei der Auswahl von Schusters Rappen, meine Digicam-Akkus sind jedenfalls voll aufgeladen! Spätberufene haben übrigens immer noch die Möglichkeit, sich im offiziellen Wiki ("offizielles Wiki": sehr lässige contradictio in adjecto) anzumelden, Dieter hat seine Drohung, die Anmeldung bei 100 Gästen zu schließen, nicht wahr gemacht. Auf die von Michaela designten T-Shirts bin ich ebenso gespannt wie verärgert drüber, dass mein Baseball-Cap mit neuem Logo wohl nicht mehr rechtzeitig bis zum BC im Postkasten liegen wird...
Die Fotos vom Veranstaltungsort sehen ja schon mal sehr vielversprechend aus (die HP'ler leben offensichtlich wie die jungen Hunde), Max hat die Liveübertragung für alle physisch nicht anwesenden (Extra)Terraner bereits vorbereitet, hofft auf rege Bratislava-Beteiligung und wird gemeinsam mit Dieter eine Session über die Ergebnisse seiner Wahlbeobachtung halten. Wichtige Forderung des Zentralkomitees für Aggregation: bitte alle Blog/Twitter/Facebook/Soup und sonstigen Beiträge tunlichst mit dem Tag bcv08 zu kennzeichnen, damit wir alle viel später, wenn die Altersdemenz mit voller Wucht einkickt, von maschinengestützter Gedächtnisauffrischung profitieren können.
Am übernächsten Wochenende, vom 3. bis 5. September, findet in Graz die Triple-I statt, zu der auch ich im Praxisforum als Referent eingeladen bin. Aufgrund es diesjährigen großen Sponsoreninteresses freue ich mich sehr, meinen Lesern ein besonders Special anbieten zu können: ich vergebe 2 Gratis-Tickets für das Praxisforum im Wert von je EUR 310,-. Die Verlosung beginnt mit diesem Posting und endet am Sonntag, 31. August. Und weil das hier datenschmutz und nicht das Blog irgendeines windigen "Make-Money-Online Gurus" ist, müssen Sie weder auf irgendeine Seite verlinken, noch Ihre E-Mail für ewig an die Spam-Mafia verkaufen und mir nicht mal Geld für ein Premium-eBook überweisen, um am Gewinnspiel teilzunehmen: ein simpler Kommentar reicht vollkommen.
Das Triple-I Praxisforum beschäftigt sich mit Wissensmanagement, semantischen Systemen und neuen Medientechnologien und bringt hochkarätige Forscher mit Kapitänen (natürlich Wirtschafs-, nicht Schiffs-) zusammen. Die zu verlosenden Tickets umfassen folgende Leistungen:
Wer Lust hat, sich in der Murmetropole drei Tage lang über den State-of-the-Art des Semantic Web zu informieren und dabei ausgiebig zu networken, ist hier genau richtig - es gelten die üblichen datenschmutz-Teilnahmeregeln, als da wären: wer gewinnen möchte, schreibt einfach nur einen Kommentar zu dieser Story und teilt mit, warum er oder sie in Graz mit dabei sein möchte.
Special Deal: Für jede Ankündigung dieses Gewinnspiels gibt's ein Extralos, Facebook-Fans von datenschmutz erhalten ein Los zusätzlich (bitte im Kommentar erwähnen!). Im übrigen gelten die üblichen Teilnahmebedingungen.
Wiki-Practitioners werden jede Menge Gesprächsstoff finden: die kollaborativen Wissensdatenbanken haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einem beliebten Wissensmanagement-Tool in vielen Firmen entwickelt. Wer die Praxis kennt, weiß allerdings, dass es mit der Installation allein bei weitem nicht getan ist: wenn die schöne neue Medienwelt im Unternehmen kein Mauerblümchendasein fristen soll, muss ein Integrations- und Nutzungskonzept festgelegt und in weiterer Folge permanent weiterentwickelt werden - Effizienz statt Informationsflut ist angesagt, wie man auch diesem Interview mit Peter Kemper, Knowledge Manager bei Shell, entnehmen kann. Über die Triple-I sagen die Veranstalter selbst:
Zahlreiche Vortragende aus der Wirtschaft berichten über neue Business-Möglichkeiten, die sich in den Konferenzthemen Wissensmanagement, Neue Medientechnologien und Semantische Systeme eröffnen. Eine begleitende Ausstellung informiert über aktuelle und künftige Produkte und Dienstleistungen. Ein besonderes Highlight ist die heuer erstmalig stattfindende Veranstaltung Professors4Industry. In dieser Veranstaltung bringen international anerkannte Professoren und Professorinnen von renommierten Universitäten aus dem deutschsprachigen Raum ihre Erkenntnisse und Erfahrungen im Bereich Web 2.0 der Wirtschaft näher.

Von Alexander Stocker habe ich die zwei Gutscheincodes bekommen, mit denen man sich selbst anmelden kann - dazu muss lediglich in Schritt 3 bei der Anmeldung "Activation Code" ausgewählt und der betreffende Code eingetragen werden. Die beiden Gewinner werden im Zufallsverfahren ermittelt und erhalten von mir ihren Code für den Gratis-Konferenzpass via E-Mail zugeschickt. So - damit bleibt mir nur mehr, viel Glück zu wünschen: und ich würd mich natürlich freuen, dem einen oder anderen Stammleser in Graz über den Weg zu laufen.
| 22. August 2008 | bis | 23. August 2008 |
CD- und Buchreviews sind sowas von 90er, heutzutage diskutiert man nicht über kulturelle Artefakte, sondern über neue und alte Social Media Services - zum Beispiel beim BarCamp Traunsee Ende August 2008. Wer weiß, vielleicht gilt's in 15 Jahren ja als unglaublich manieriert, Platten aufzunehmen, die nur zum Anhören da sind und den User nicht aktiv involvieren! Und womöglich ist dann Hip Hop noch reaktionärer und dafür Jazz wieder voll cool, Dominik Heinzl moderiert die "Oldies des Tages" auf last.fm, der unsterbliche Dichand Hans veröffentlicht seine Cato-Kolumnen in Fortsetzungen auf Identi.ca und Podcasts werden endlich angehört.
Alles, wie uns die Science Fiction lehrt, gleichwertige und mögliche Szenarien: Es wird also nicht leicht sein, beim Mikadospiel mit Zeitachsen die richtige rauszugreifen, ohne alles zum Einsturz zu bringen Erdacht und organisiert wurde der zweitägige G8-Bloggergipfel von Meral: geplant ist, in geselliger Runde am 22. August über populäre und upcoming Social Media Services zu sprechen und am zweiten Tag quer durchs Gemüse zu latschen, denn die Gegend lädt ja definitiv dazu ein.
Nähere Details kennt das österreichische BarCamp Wiki. Um ein meiner Ansicht nach äußerst gelungenes Logo hat sich Jana gekümmert, über die Farbkombinations-Details wird derzeit noch angeregt diskutiert, und auf der TeilnehmerInnen-Liste ist noch viel Platz. Das Camp trägt den Untertitel Social Review Camp - die Diskussionen werden sicherlich nicht nur äußerst spannend, sondern ich vermute mal, dass jedeR TeilnehmerIn mit einem großen virtuellen Sack voll neuer Bookmarks nach Hause gehen wird... was mich gleich zum nächsten Thema führt: Gesucht werden derzeit noch Sponsoren (alte Barcamp-Hasen wissen: in punkto Media Coverage immer ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis) - Details siehe hier, ab einem Hunderter ist man dabei: also keine Ausreden, liebe innovations-interessierte Telkos und Co.!
Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter eine Anreise mit dem Motorrad zulässt; Zelt und Schlafsack sind sowieso jederzeit griffbereit. Ansonsten bleibt nur die Anreise mit dem Batmobil...
...hat auf den ersten Blick nur bedingt mit dem Austausch zwischenmenschlicher Körperflüssigkeiten zu tun, handelt es sich doch um eine Gleichung aus der guten alten Physik, die Teilchenstromdichte, im Volksmund auch als "Fluss" bezeichnet in Beziehung setzt zum Konzentrationsgradienten und der Diffusionsrichtung. Wenn man also irgendwo was reinspritzt und/oder fließen lässt, dann bestimmt dabei die Konzentration vereinfacht gesagt, wie viel hinten wieder austritt. Adolf Fick hat das im ersten Fick'schen Gesetz unglaublich elegant zusammengefasst:
Nach dem Ersten Fick'schen Gesetz ist die Teilchenstromdichte (Fluss) proportional zum Konzentrationsgradienten entgegen der Diffusionsrichtung. Die Proportionalitätskonstante ist der Diffusionskoeffizient.
Und wo's ein erstes Gesetz gibt, da folgt natürlich so sicher wie das Amen im Gebet auch ein zweites - welcher Jurist kann schon von sich behaupten, dass er zwei Gesetze aufgestellt hat, die bis heute gelten? Das zweite Fick'sche Gesetz macht allerdings alles wesentlich komplizierter, denn es beschränkt sich nicht nur die Eindimensionalität ("Alles, was für dich zählt, ist Sex!"), sondern beschreibt einen länger währenden Vorgang:
Die Diffusionsgleichung stellt eine Beziehung zwischen zeitlichen und örtlichen Konzentrationsunterschieden dar und eignet sich somit zur Darstellung instationärer Diffusion, im Gegensatz zum 1. Fick'schen Gesetz, das einen zeitlich konstanten Diffusionsfluss beschreibt. Es existieren für diese Differentialgleichung zahlreiche analytische und numerische Lösungsansätze, die jedoch stark von den Anfangs- und Randbedingungen abhängen.
Diese zeitlichen und örtlichen Konzentrationsunterschiede kennt man ja: mal hat einer keine Lust, dann ist die andere wieder für ein Wochenende Weg. Wie Adolf Fick richtig erkannt hat, ergibt sich die jeweilige Lösung der Gleichung meist nur im konkreten Fall, häufig jedoch auch gar nicht. Wichtig zum Verständnis Fick'scher Diffusionsprobleme, dass der Physiker drei Arten von Diffusion unterscheidet, die nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge auftreten, meist jedoch schon: Tracerdiffusion ("Aufriss"), Klassische Fick'sche Diffusion (meist relativ kurz) und, manchmal nach wenigen Minuten, fallweise auch erst nach mehreren Jahren, die Gegendiffusion. Wer tiefer in die die Geheimnisse von Adolf Ficks Theoriegebäude eindringen möchte und das Bedürfnis hat, bis zum intellektuellen Orgasmus Integrale zu penetrieren, dem sei dieser Wikipedia-Artikel ans Herz gelegt: Diffusion.
Überhaupt nichts zu tun mit Diffusion (oder zumindest nur sehr indirekt) hat dagegen das sogenannten Fick Prinzips, mit dessen Hilfe Ärzte den Blutfluss durch bestimmte Organe bestimmen:
Das Fick-Prinzip erlaubt unter Steady-state-Bedingungen bei bekannter Eingangs- und Ausflußkonzentration die Berechnung des Blutflusses im untersuchten Organ.
Früher glauben manche Männer, sie müssten unter anderem einen Baum pflanzen und ein Haus bauen. Aber Baugründe steigen immer weiter, und das mit den Bäumen ist in der Stadt auch ein schwierige Sache - also verleiht man in der Informationsgesellschaft wahlweise einfach einem Wort neue Bedeutung, und das ist mir letzthin gelungen: bei welt|weit|wort wird ds gelistet als jene Homepage, die dem Begriff neue Bedeutung verliehen hat.
Ein Wort, ein Website - und laut Beschreibungstext soll dabei der Kuriositäten-Kabinetts-Faktor nicht zu kurz kommen:
Mit welt|weit|wort entdeckst Du außergewöhnliche Websites: einmalig informativ, überraschend interessant, erstaunlich witzig oder auch völlig absurd. Oder Du gibst selbst Begriffen neu Bedeutung: Suche ein Wort und verlinke es zu Deiner außergewöhnlichen Website – Deine Website definiert dann den Begriff. Damit ist welt|weit|wort eine neue und ungewöhnliche Art, im Internet Begriffe zu definieren.
Freilich steckt auch eine ökonomische Motivation dahinter. Und die Monetarisierungs-Idee des neuen "Schlagwortkatalogs", der am 1. Juni gelauncht wurde, finde ich ausgesprochen originell. Es handelt sich sozusagen um eine remixte Neuauflage des Million Dollar Wiki:
Brich mit gängigen Definitionen und zeige anderen, was Du von einem Begriff hältst! Für den Preis von 1 Euro je Buchstabe kannst Du ein Wort kaufen und ihm eine Website zuweisen. Jedem Wort kann nur einmal eine Website zugeordnet werden, also gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ein schlafender Fuchs fängt kein Huhn. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Den letzten beißen die Hunde. Und, ach ja: Reden ist Silber, Schreiben ist Gold!
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Soviel dazu - etwas schade finde ich, dass man keine eigenen Wörter vorschlagen kann, sondern lediglich bestehende Begriffe aus der Datenbank auswählt, diese umfasst aber bereits einen recht beachtlichen "Stock" an Keywords. Denn natürlich geht's in erster Linie um Keywords. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob eine Einzelseite ohne Beschreibungstexte, nur mit Begriff und Link, für einen SERP-Bonus ausreicht; allerdings finde ich die Idee originell und hab gleich mal 25 Euro in ein paar Begriffe investiert, darunter Werbung, Medienrummel und Medienplanung - nützt es nix, so schadet's auch nicht.
Sehr gut gelungen sind Bedienung und Bezahlvorgang: ganz ohne Registrierung wählt man lediglich den gewünschten Begriff, gibt die zu verlinkende Adresse ein und zahlt bequem und in Echtzeit via Paypal:

Auch die Regeln und Bedingungen wären ziemlich okay - die Seiten bleiben bis mindestens 31.12.2011 aktiv, danach behalten sich die Betreiber eine Abschaffung oder eine weitere Bezahlrunde vor - fairer Deal. Was mich allerdings stört, ist Punkt 6 der Nutzungsbedingungen:
Wir behalten uns vor, diese Regeln und Bedingungen jederzeit und ohne vorherige Ankündigung zu ändern.
Wozu dann überhaupt Nutzungsbedingungen? Zweifellos hat diese "Generalklausel" im Streitfall einen gewissen proaktiven Argumentationswert, Vertrauen weckt sie allerdings nicht gerade.
Wie ich allerdings zum Betriff Schmutzzulage komme, bleibt ein Rätsel: falls es sich um eine Promotion-Aktion des Anbieters handelt, dann ist diese gelungen: immerhin lesen Sie grade meinen Review über welt|weit|wort. Der Terminus Technicus existiert übrigens da draußen in der realen Welt wirklich, wie mir ein Blick ins Lindeonline-Forum verriet:
Der KV-Arbeiter im Eisen- und Metall verarbeitenden Gewerbe sieht eine stundenweise Schmutzzulage für Arbeiten vor, die im Vergleich zu den allgemein üblichen Arbeitsbedingungen eine außerordentliche Verschmutzung von Körper und Bekleidung des Arbeitnehmers zwangsläufig bewirken. Bei der Prüfung, ob diese Voraussetzung vorliegt, ist letztlich ein gewisser Beurteilungsspielraum gegeben. Schlosser haben sicher nicht schlechthin Anspruch auf Schmutzzulage, sondern es hängt von der konkreten Tätigkeit ab (vgl. zB bei Tankwart: nur Tätigkeiten wie Ölwechsel oder Anbringung von Unterbodenschutz werden als außerordentlich und zwangsläufig verschmutzend angesehen, siehe Lohnsteuerrichtlinien Rz 1134).
Hmmm... schon blöd, dass dieses Blog mein eigenes Projekt ist und ich nicht beim datenschmutz-Imperium angestellt bin: denn dann könnte ich zweifellos Schmutzzulage verrechnen:mrgreen:
Eine brandneue Community für alle, die's in die Ferne zieht, befindet sich derzeit im geschlossenen Beta-Test: Tripwolf fungiert zugleich als Social Travel Guide und Reisplaner, der es sich primär zum Ziel gesetzt hat, seinen UserInnen einen multimedialen Eindruck potentieller Destinationen zu vermitteln: Reiseberichte lassen sich mit Sound, Fotos und Videos pimpen, ein Empfehlungssystem sorgt für den Insider-Mehrwert. Die Betreiber setzen dabei konsequent auf Personalisierung: persönliche Empfehlungen von Gleichgesinnten und spezifisch auf die eigenen Wünsche abgestimmte Tipps ersetzen den gewohnten "Einer-für-alle" Reiseführer. Und das Beste daran: für datenschmutz-LeserInnen gibt's 33 exklusive Einladungen für die Beta-Phase.
Wer neugierig geworden ist und einen genauen Blick auf Tripwolf werfen möchte, klickt hier und holt sich seinen Beta-Account:
Die Mischung aus Wiki-Editing und Social Network fühlt sich auf Anhieb sehr "convenient" an - die Usability-Verantwortlichen des Projekts haben hervorragende Arbeit geleistet. Bereits jetzt beinhält die Datenbank über 200.000 Points of Interest, die mit Google Maps verknüpft sind. Auf der babylonischen Habenseite finden sich Deutsch und Englisch, für schnellen Aufbau des eigenen Freundes-Netzwerks sorgt eine Facebook-Importfunktion. Besonders ortskundige Mitglieder, sogenannten "Trip Gurus", stehen allen Mitgliedern über die von ihnen betreuten POIs Rede und Antwort - derzeit werden bereits 100 Destinationen von solchen Guides betreut. Wer sich nicht sicher, wohin die Reise gehen soll, bekommt vom System Vorschläge, die vom eigenen "Social Graph" abhängen - den fertigen personalisierten Travelguide kann man anschließend auch ausdrucken.
Finanziert wird Tripwolf vom Start-Up Inkubator i5invest:
Tripwolf wurde von einigen Wienern, die sich in Manhattan befinden, gegründet und initiiert. Sebastian Heinzel, CEO & Co-founder, selbst ein Weltenbummler, managt das Team in New York, Wien, Budapest und San Francisco.
Der öffentliche Launch soll im Juni erfolgen, bis dahin haben die Macher noch einige Features in Planung: so soll die fertige Version unter anderem mit einer angepassten iPhone-Version und direkter Buchungs-Integration punkten. (Hoffentlich funktioniert die Seite auf meinem HTC ebenso gut wie auf Apples Schneckenfunker!) Derzeit ist die Seite in
Selbstverständlich gibt's auch ein begleitendes Tripwolf Blog - dort wird sowohl über neue Features und Erweiterungen der Seite als auch über verschiedene Reisehighlights von MitgliederInnen berichtet. Mehr Infos und Kommentare mit ersten Eindrücken zu Tripwolf gibt's auf Techcrunch und Mashable.
| 26. Mai 2008 | ||
| 19:00 | bis | 23:00 |
Ende Mai geht der nächste Wiener Webmontag über die Bühne - soeben hat mich Erics Frühwarnung erreicht. Ort des schrecklichen community-erbaulichen Geschehens wird das WerkzeugH sein.
Nähere Informationen sowie die do-it-yourself Anmeldeliste finden potentielle BesucherInnen im zugehörigen Webmontag Wiki. Von 19:30 bis 20:30 Uhr stehen 2-4 Stand-Up Präsentationen am Programm, danach wird genetworkt, dass die virtuellen Fetzen nur so fliegen. Und hier geht's zum WerkzeugH, das dank freiem WLAN und gutem Essen sich schon längst als inoffizielles Zentralgestirn der Wiener Web 2.0 Szene etabliert hat. Robert, Eric, Martin und Jürgen sind auf jeden Fall dabei, Hannes kommt vielleicht.
Neben den Barcamps hat sich der Webmontag mittlerweile als fixes Veranstaltungsformat etabliert - sozusagen eine lockere Runde mehr, in der Byte-Entrepreneure auf Gleichgesinnte und eventuell sogar Financiers treffen:
Web Montag ist ein informelles, nicht-kommerzielles, dezentral organisiertes Treffen, das zum Ziel hat, all diejenigen miteinander zu verbinden, die die Zukunft des Internet gestalten. Inspiriert von der Kultur Silicon Valleys startete der Web Montag gegen Ende 2005 in Köln als Versuch, ein bisschen "kalifornischen Sonnenschein" nach Deutschland zu bringen.
Seitdem hat sich der Web Montag schnell weiterverbreitet: Treffen finden mittlerweile in mehr als 30 Städten überall in Deutschland, in Österreich, Schweden, Silicon Valley sowie auf Second Life statt. Als Treffpunkt und Anlaufstelle der verschiedenen lokalen Web 2.0- und Startup-Szenen hat der Web Montag mit seinen bisher 100+ Veranstaltungen bereits 1.000+ Teilnehmer angezogen, mit teils sehr erfreulichen Auswirkungen.
Alle, die mit Web 2.0 und benachbarten Themen zu tun haben und interessiert daran sind, ihr Wissen zu teilen und sich miteinander auszutauschen, sind herzlich willkommen. Ob Erfinder, Ingenieur, Designer, Gründer oder Finanzier - Web Montag ist die Gelegenheit, sein neues Produkt, Service, Startup, oder die nächste große Idee einem stetig wachsenden Publikum von Webbegeisterten vorzustellen.
Ein kleiner Hint noch aus SEO-technischer Perspektive: webmontag.de ist naturgemäß verlinkt und besitzt Pagerank 5. Wer sich in die TeilnehmerInnenListe einträgt, kann im Wiki eine Profilseite zum eigenen Namen erstellen. Dazu verwendet man folgende Syntax:
[[:Vorname Nachname]]
Anschließend die Seite speichern, auf den eigenen Namen klicken, "Profilpage erstellen" wählen - und schon hat man eine Wiki-Seite, auf der eine Kurzvita bzw. Links zu den eigenen Webpräsenzen untergebracht werden können. Soviel zum Thema "günstig einen Backlink abstauben"...
| 6. Mai 2008 | ||
| 19:00 | bis | 21:30 |
Die letzte digitalks-Veranstaltung vor der Sommerpause beschäftigt sich mit dem Thema Crowdsourcing. Unter diesem von Wired-Editoren geprägten Neologismus versteht man im Allgemeinen "die Verlagerung von Arbeitsprozessen, Ideenfindung und Innovation an eine unbekannte Gruppe von Menschen über Internet. Diese sind zumeist nicht vernetzt und lösen die Aufgabe für sich, ohne Zusammenarbeit mit den anderen."
Klingt laut Wikipedia also erst mal höllisch unkooperativ, allerdings entsteht dabei (idealerweise) ein größeres Ganzes, von dem dann alle und/oder ganz besonders der Initiator des Projekts ideell und oder finanziell profitieren. Am kommenden Dienstag werden Online-Plattformen vorgestellt, die sich ebendieses Geschäftsmodell zu Nutze machen. Wer sich das anhören und natürlich auch mitdiskutieren möchte, sollte sich besser heute als morgen anmelden, denn gestern waren nur mehr 10 Plätze frei: die Teilnahme ist gratis, aber die Beherbungskapazitäten des net.culture Space sind bekanntlich enden wollend. Ich freu mich schon auf den Abschlussevent vor der Sommerpause, speziell weil nachher noch ein gemeinsames Abhängen aller bisherigen digitalks-Gäste am Programm steht... könnte also durchwegs ein längerer Abend werden.
Location: Museums Quartier Wien, quartier21, Raum D
PS: wenn man Can und einige andere deutsche Bands aus den Siebzigern gemeinsam eine Downloadplattform bauen ließe - wär das dann Krautsourcing?
Der dritte Virtual Think Tank von trendone wird sicherlich wieder ausgesprochen spannend, und ich wäre Norberts Einladung zu trendone nach Berlin sehr gern gefolgt - zumal das Thema "Real Business Models in digital Environments" lautet.
Aber leider verhindern Terminkollisionen den Ausflug samt der obligatorischen Currywurst... aus dem Sandwich auf der Friedrichsstraße wird ja nix mehr, weil ich beim letzten Mal mit Entsetzen feststellen musste, dass Schlotzky's Deli seine Pforten geschlossen hat. Aber ich bin schon äußerst gespannt aufs Protokoll und freu mich schon auf die nächste Gesprächsrunde.
Beim letzten Workshop im Februar ging's um die Konvergenz von Filmen und Games - die Ergebnisse sind mittlerweile in Form eines Szenariotrichters als pdf am trendone wiki verfügbar.
Besagter Trichter ist eine nette Visualisierung des zukünftigen Zeitstroms - je fortgeschrittener die Jahreszahl, desto weiter laufen die beiden Achsen "worst" und "best case" auseinander. Verschiedene Trends, Entwicklungen und Technologien werden dann auf dieser Matrix platziert; die vorgenommene Einteilung ist das Ergebnis unserer angeregten Diskussionen und bietet eine guten Überblick über kommende Trends - ich habe ein jpg draus gemacht, biddeschön:
Andi Schabus hat mit dem MS Robotics Studio einen Tennisroboter programmiert, den er bei den Big Days vorführen wird. Auf msdn wurde die ganze Sache in Comicform festgehalten - ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte, ob gezeichnet oder gerendert. Auch sonst war die vergangene Woche ebenso wie ihre Vorgängerinnen keineswegs arm an bemerkenswerten Ausschlägen des Blog-Oszillometers.
Der bekannt amerikanische AI-Forscher Jaron Lanier steht der Wikipedia äußerst misstrauisch gegenüber. Das Kollektivprinzip "die Gruppe weiß mehr als der einzelne" erinnert ihn an faschistoide Strukturen, wie ein sehr lesenswerter Artikel in der Zeit berichtet:
In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind. Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.
[...]
Tatsächlich trage Wikipedia totalitäre Züge, weil es die Meinung vertrete, Kollektive könnten Ideen und Intelligenzformen hervorbringen, die jenen von Individuen überlegen seien. Damit negiere das Internet-Forum das Wissenspotenzial des Einzelnen zugunsten einer anonymen, gleichförmigen und gleichmacherischen Einheitsbewegung. Einer Bewegung, die Ähnlichkeiten mit Ideologien aufweise, die wie Nationalsozialismus und Bolschewismus auf schiere Masse setzten.
Hart ausgedrückt und ziemlich tendenziös - eine Glorifizierung des Konzepts Autorenschaft erinnert mindestens so sehr an Totalitarismus wie die Glorifizierung der Masse an Faschismus... deswegen jegliches kollektive Wissensprojekt vorzuverurteilen greift zu kurz, weil diese Argumentation das klassische Verlagssystem zum Heiligen Gral der Wissensproduktion stilisiert. Dennoch trifft Lanier einige neuralgische Punkte, an denen die Wikipedia noch hart zu knabbern haben wird: und wenn demnächst Brockhaus mit seinen 300k Artikel online geht, dann wird sich - zumindest im deutschsprachigen Raum - deutlich zeigen, welches der beiden Autorenschaftskonzepte sich als das überlegene erweist.
20% der dänischen Bevölkerung sind nicht zum Frühaufsteher geboren, sagt die SZ:
Sechs Prozent der Bevölkerung macht nach Meinung des dänischen Schlafforschers und Neurologen Morten Møller der harte Kern der Morgenmuffel aus, die ohne Vergewaltigung ihrer selbst nicht früh aufstehen und schon gar nicht frühmorgens bei der Arbeit funktionstüchtig sein können. Auf 15 bis 25 Prozent schätzen die Wissenschaftler den Anteil der Gesamtgruppe an "B-Menschen" an der Bevölkerung. So nennen die Dänen Langschläfer, die ganz einfach viel besser funktionieren, wenn sie ein bisschen länger in den Federn bleiben können.
Vor sechs Wochen erhob SEOMoz demographische Daten über den gemeinen Suchmaschinenoptimierer; die Ergebnisse sind nun eingelangt und in Kurzform als Blogartikel sowie als umfangreiche Auswertung mit Charts verfügbar. Dabei treten ein paar recht interessante Fakten zutage: SEO lernten fast alle Befragen im do-it-yourself Verfahren - kein Wunder, formalisierte Ausbildungen sind samt und sonders zu langsam für die rasante Google-Achterbahn
"Der schlaue Farmer düngt draußen statt drinnen", so eine alte Bauernregel aus den USA. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum Word aus "Presseaussendung" bei der Rechtschreibkorrektur gerne Presseaußendung machen möchte - das nenn ich mal eine originelle Interpretation der neuen alten Rechtschreibung!

Was gab's ansonsten in dieser Woche noch so an weltbewegenden Geschehnissen? Nun, ich hab die oberste virtuelle Zweiradliga bei Onetrack erreicht und darf nun endlich das Hellbike mein eigen nennen. Sozusagen das Äquivalent zu WoW Level70 und T6 Equipment... naja, nicht ganz. Dennoch: der fahrbare Untersatz des Ghost Rider hat schon was, obwohl ich aufgrund des dekorativen Totenschädels ja eher von einem Piratebike sprechen würde... wie auch immer: angenehmen Restsonntag wünscht Ihr datenschmutz-Rider!

Gemeinsam mit Thomas Broessler (Beratungsgruppe Exantis) und Anton Fricko (IBM, Programmanager Emerging Technologies) veranstalte ich am 2. und 3. Juni einen Workshop zum Thema Web 2.0 - ein Hype mit Wirkungen. Die Veranstaltung soll interessierten Unternehmen die Möglichkeit bieten, hinter die Kulissen des mysteriösen "Crowdsourcing" zu blicken und eigene Anwendungsszenarien für Kommunikationsinstrumente wie Blogs und Wikis zu entwickeln.
Der Schwerpunkt des Seminars liegt dabei auf den organisatorischen Veränderungsprozessen, technische Details und Produkte stehen *nicht* im Fokus. Wer Interesse hat, die organisationtheoretischen Fragen und Aufgabestellungen der Web 2.0 Welt mal von innen kennen zu lernen, ist hier richtig: wir werden theoretische praktische Inputs liefern und gemeinsam mit den SeminarteilnehmerInnen Fallbeispiele aus der Praxis diskutieren und gemeinsam konkrete Anwendungsszenarien erarbeiten. Zielgruppe der zweitägigen Intensiv-Schulung sind Projektleiter und Manager im Umfeld von IT, HR, Business Development und Organisation:
Social Software/Web2.0 ist ein Hype. Täglich gibt es neue Anwendungen und Milliarden-Dollar-Deals. Gleichzeitig wird der Abgesang schon wieder eingeläutet.
Das ist der richtige Zeitpunkt für Manager und Projektleiter aus Business Development, HR, IT, sich um den praktischen Nutzen für die eigene Organisation zu kümmern und die Erfahrung aus Public Communities auf den praktischen Nutzen Organisationen zu übertragen. Dieser kann im z.B. Vertrieb, in der Produktentwicklung und in der internen Kommunikation liegen.
Wie bilden und nutzen wir also neue Corporate Communities, seien diese intern oder extern? Neue Geschäftsformen und interne Veränderungen werden jedenfalls Hand in Hand gehen. Es wird notwendig, Neue Medien und das Veränderungsmanagement aufeinander abzustimmen. Wir möchten Sie herzlich einladen, das Potenzial von "Social Ware" in Ihren Organisationen zu untersuchen und kennenzulernen.
Ihr Nutzen: Sie gewinnen Einblicke in aktuelle Fallbeispiele und bringen Ihre konkreten Fragestellungen und Projekte mit. Es erwarten Sie Fachinputs und gemeinsame Arbeit an diesen spannenden Fragen, wobei wir auf Technologiediskussionen oder Produktpräsentationen verzichten.
Wann: 2.-3. Juni 2008, 09:00-17:00 Uhr
Wo: Gartenhotel Altmannsdorf, 1230 Wien
Preis: Euro 990,- zuzüglich 20% MwSt. inkl. Seminargetränke und Mittagessen.
Anmeldung bis: 20.4.2008 unter www.exantis.at/Seminare.htm
pdf-Download: Web 2.0 für Unternehmen - ein Hype mit Wirkungen
Einerseits sollte man sich im Zweifelsfall seine Meinung aus einem breitestmöglichen Querschnitt an Information bilden - andererseits stellen Web 2.0 Technologien das ideale Toolset zur Aggregation von Information dar. Das gilt auch im Shopping-Bereich - testfreaks.de bastelt aus diesen beiden Maximen eine Produkt-Plattform, die zu diversen digitalen Gadgets eine breite Palette an Tests, Kommentaren und Meinungen von sowohl Profis als auch Amateurusern aggregiert.
Egal ob neue Digitalkamera, Handywechsel oder Erstanschaffung eines Navigationssystems: ein Blick in die betreffende Kategorie präsentiert die beliebtesten Produkte inklusive FreakScore: dieser errechnet sich als Querschnittswertung aus allen Test-Infos, die einbezogen werden. Im Detail wird dabei zwischen "Expertenbewertungen" und "Userbewertungen" unterschieden: zu ersteren zählen alle Testberichte in Branchenmedien wie CNET und Co., zweitere stammen von den Nutzern der Seite. Um eine eigene Bewertung abzugeben, muss man sich registrieren - der betreffende Link erscheint als Floatover-Window erst beim Klick auf "Edit" - eigentlich eine recht elegante Lösung.

Für die Bearbeitung der Seite kommt eine Wiki-Software zum Einsatz - derzeit stehen allerdings noch nicht alle Funktionen zur Verfügung. Zukünftig werden User eigene Punktebewertungen abgeben können, Videorezensionen und Fotos hochladen sowie eigene Produkte einstellen.
Eine der Hauptstärken der Seite liegt in der internationalen Ausrichtung: Testfreaks besteht aus mehreren lokalisierten Länderpages, bei jedem Produkt kann man zwischen lokalisiertem Content - in diesem Fall deutschen Bewertungen - und allen Inhalten umschalten. An manchen Stellen tut sich dabei natürlich ein wenig babylonische Sprachverwirrung auf, ein großer Teil der Rezensionen steht allerdings ohnehin auf Englisch zur Verfügung.

Ich erwäge, demnächst ein technologisches Upgrade meine Bildspeichertechnologien vorzunehmen - ein Blick in die Kategorie Digitalkameras zeigt schnell die Vorteile der übersichtlichen Benutzeroberfläche: keine unnötigen Bells-and-Whistles, dafür alle relevanten Infos auf einen Blick. Auf der Produkt-Detailseite finden kaufwillige Interessenten einen von Shopping.com syndizierten Preisvergleich - was auch die Frage nach dem Finanzierungsmodell von testfreaks.de aufwirft. Denkbar sind mehrere Möglichkeiten: Affiliate-Prämien, Premium-Placements bzw. bezahlte Werbung kommen auf jeden Fall in Frage. Hintergrundinformationen zum Projekt liefert das (allerdings sehr sporadisch upgedatete) Testfreaks Blog.
Die Wiki-basierte Oberfläche finde ich äußerst gelungen und übersichtlich - noch leidet die deutschsprachige Version an recht wenigen Einträgen und fehlenden Funktionen, das dürfte sich aber in Kürze ändern: denn durch die Konzentration aufs Wesentliche bietet testfreaks.de dem binär-technologischen Nerd sozusagen aggregativen Mehrwert... jedenfalls eine der spannenderen Produkt-Info Plattformen, die mir bislang im Web 2.0 begegnet sind.
Mmmmhhh... lecker! Effilee macht Appetit und gehört zu meinen absoluten Lieblings-Koch-Infoquellen. Es handelt sich keineswegs um ein Blog im herkömmlichen Sinn, vielmehr teilt sich die Seite in einen redaktionell gepflegten, blogartigen Teil und eine wiki-mäßig organisierte Tipp- und Wissensdatenbank, bei der jeder registrierte User mitschreiben kann.
Gängigen Kategorisierungen entzieht sich die Seite auf den ersten und auch zweiten Blick - Biographien von Köchen, Restaurantadressen, Frage-und-Antwort Teile, Filme, Bilder und Rezepte bilden ein sympathisches Mini-Koch-Universum, das vor einzigartigen Infos nur so strotzt. Das ruhige, reduzierte Design lenkt den Blick auf die hochwertigen Fotos - hier steht nicht König Firlefanz, sondern Kaiserin Haute Cuisine im Fokus, wie die Betreiber auf der Titelseite so treffend schildern:
Vom Hummer bis zum gebackenen Wachtelei - so manches, was den Weg in die heimische Küche selten findet lohnt doch den Versuch. Denn seltene und vor allem gute Zutaten regen Koch- und Esslust an. Was Sie über Schnepfe und Foie Gras wissen müssen erfahren Sie bei uns. Oder lassen Sie sich von historischen Speisekarten inspirieren. Vieles mehr finden Sie auf unseren Seiten.
Vor gar nicht allzu langer Zeit ließ eine deutsche Rezeptseite eine ganze Menge Blogger abmahnen, die sich Rezept-Fotos geborgt hatten - wer dies mit Defilee-Inhalten macht, muss keine Angst haben, vor dem Kadi zu landen, denn alle Inhalte stehen geilerweise unter der Creative Commons Attribution License! Überhaupt sehen die Betreiber das Projekt recht locker:
Die Seite wird betrieben von der Effilee GmbH (ehemals Kochpiraten) mit Sitz in Hamburg. Ein netter Journalist hat uns mal als "Startup ohne Geschäftsmodell" beschrieben. Das trifft es ganz gut: Momentan wissen wir noch nicht so genau, womit wir mal Geld verdienen sollen. Aber das findet sich.
Ich bin über eine Google-Suche nach Clubsandwich auf Effilee gestoßen - und schon dieses eine Rezept zeigt die unglaubliche Liebe zum Detail - die das Ergebnis, ich hab's natürlich ganz nach Anleitung inklusive home-made mayo ausprobiert, aber absolut rechtfertigt. Ab sofort besteht auch keinerlei Notwendigkeit mehr, zum Currywurstverzehr nach Berlin zu reisen... als Rohmaterial werden übrigens ob des hohen Kalbfleischanteils boarische Weisswiascht' empfoi'n.
Dazu findet sich massiv viel Hintergrundwissen über klassische Haute Cuisine Zutaten und Zubereitungsvarianten - so erfährt man im Eintrag zu Schnepfen etwa, dass deren Darm samt Originalfüllung besonders begehrt ist. (You think you're a gourmet? Eat shit!)
Als besondere Delikatesse gilt der Schnepfendreck. Dabei handelt es sich um den Darm der Vögel samt Inhalt. Keine Sorge, Schnepfen sind, so sagt man, ausgesprochen wählerisch bei der Wahl ihrer Nahrung. Der Schnepfendreck kann mit etwas Gänseleber "verlängert" werden und wird zusammen mit Speck und einigen Gewürzen (Thymian, Rosmarin) fein gehackt und mit Eigelb vermischt. Auf kleine goldgelb geröstete Scheiben Toast geben und im Ofen etwas gratinieren.
Kurz gesagt: eine Welt voll Kochwissen, ein riesiger digitaler Appetitanreger mit unglaublich nachkochenswerten Rezepten, fantastischen Fotos und erstklassigen Warenkunde-Infos.