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Artikel-Schlagworte: „Witz“

Blogistan Panoptikum Woche 30 2k7

23. Juli 2007bis29. Juli 2007

Der Werbeblogger weist auf eine laufende Studie zum Thema Corporate Weblogs hin, die Arne Beekmann im Rahmen seiner kommunikationswissenschaftlichen Abschlussarbeit durchführt und verweist im gleichen Atemzug auf die grandiose Homepage von Jeff The Dude Bridges, Frank verrät Strategien gegen Contentklau, Robert plant ein Tiefenblog

Eine weitere deutsche Blog-Hitparade

Wikio reiht die deutschen Topblogs nun ebenfalls in einer Liste, die die Welt bedeutet. Backlinks ist dabei nicht gleich Backlink:

Das Gewicht eines Links hängt vom Ranking des verlinkenden Blogs ab. Bei unserem Algorithmus hat ein Link, der von einem Blog im Top-Ranking ausgeht, mehr Gewicht als eine Link von einem schlechter gewerteten Blog. Wikio berücksichtigt Links der letzten 120 Tage.

Hmmm... was soll man davon halten? Gut abgekupfert von Google oder anti-blogosphärig, weil die Alphaseiten bevorzugt werden? Man wird sehen, eine Überraschung bietet die Wertung: Medienjournalist Stefan Niggemeier liegt vor Robert Basic. [via Marketing-Blog.biz]

Grüne Piraten hijacken Social Media

Die Ausstellung Social Media Hacking ist dieses Wochenende nach wie vor zu besichtigen. Michael hat die passenden < Piraten-Smilies dazu gepixelt:

smiley emoticons pirat Blogistan Panoptikum Woche 30 2k7   smiley emoticons pirat2 Blogistan Panoptikum Woche 30 2k7

NoFollow Update

Ich hab schon mehrmals Gründe gegen die Verwendung des Nofollow-Attributs in Blogs veröffentlicht. Bei Frank bin ich auf ein interessantes Experiment gestoßen: Goatix:

Für Blog-Kommentare, bei denen ich aus inhaltlichem Interesse gerne kommentieren würde, es aber "aus Prinzip" früher gar nicht gemacht habe, da Nofollow in den Kommentaren genutzt wird, hatte ich mir vor mehreren Monaten die URL nofollow-backlink-spam.de zugelegt.
Will ich seither bei nem interessanten "Nofollow-Jünger" Artikel kommentieren, verlinke ich meinen Namen mit obiger URL (statt mit SM-Blog) & hoffe einfach, dass die- oder derjenige mal draufklickt & sich evtl. entsprechende Gedanken macht. Bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt

Witzige Idee - und einige Blogger ließen sich bereits "bekehren". Ich vermute mal, dass Goatix keine Einwände hat, wenn sich jemand die Domain beim Kommentieren auf nofollow-Blogs borgen möchte... trotzdem: fröhlich bleiben, weitertanzen und nicht vergessen: oh, jetzt hab ich vergessen, was ich schreiben wollte. Schönen Sonntag!

PS: eine neue Studie auf TechCrunch bestätigt, was wir immer schon gewusst haben: Musiker verdienen im langen Lauf der Verwertungskette am vergleichsweise wenigsten an ihren Werken. [via BasicThinking]

Lauter neue Gratis-Magazine: Vice, Nullzeit

vicemagVorgestern wurde am sandbeschütteten Gelände des Wiener Eislaufvereins tiefseeiges präsentiert: Nullzeit, das neue österreichische Tauchermagazin, rief zur Premierenfeier. Danach lud Vice in den Project Space, um die Erstausgabe des Österreich-Ablegers gebührend zu befeiern. Beide Magazin sind gratis erhältlich, auf hochwertigem Papier gedruckt und aufwendig bebildert. Einmal geht's um alle Aspekte des Tauchsports und einmal um kollektive Trend-Exploration.

Das Riepl'sche Gesetz kickt wieder mal mit voller Wucht ein: der Mann postulierte zu Radiozeiten, dass neue Medien alte nie vollständig verdrängen, sondern deren Funktionen verändern:

In seiner Dissertation über Das Nachrichtenwesen des Altertums mit besonderer Rücksicht auf die Römer stellte Riepl fest, dass eingebürgerte Medien "niemals wieder gänzlich und dauernd verdrängt und außer Gebrauch gesetzt werden [...], sondern sich neben diesen erhalten, nur dass sie genötigt werden, andere Aufgaben und Verwertungsgebiete aufzusuchen. (Wikipedia)

Wie so viele Gesetze der Publizistikforschung fast eine No-Na Meldung; zumindest die Funktion, musealer Ausstellungsgegenstand zu sein, wird jede überkommene Medientechnik behalten... aber genug geschweift: das Internet verdrängt Printmagazine nicht nur nicht, neue Vertreter der Spezies blühen auf, und alle gibt's für lau. Das wiederum ist wohl ein direkter Effekt der Aufmerksamkeitsökonomie und gibt irgendwie jenen Outlaws moralisch Recht, die sich immer schon die Kronenzeitung am Sonntag aus dem Ständer geklaut haben und sich hartnäckig weigern, ORF-Gebühren zu bezahlen.

Ganz schön weit unter Wasser

Ein dediziertes Tauch-Magazin gab's in Österreich bislang nicht: Nullzeit schließt diese Lücke und berichtet von tiefblauen Erlebniswelten. Das Projekt finanziert sich über Werbung, Hobbytaucher bekommen ihre Ausgabe gratis:

Es ist Zeit für ein österreichisches Wassersportmagazin, das sich sowohl an Taucher wendet, aber auch an Bootsfahrer, Windsurfer und Kiter. Und genau das bietet das neue nullzeit Magazin. Es wurde von Tauchern, Seglern und Surfern für die uns wichtigsten Menschen geschrieben - eben Sie, unsere Leser. Jeder, der gerne eine gedruckte Ausgabe in Händen halten möchte, kann nullzeit Magazin ab dem 1. Juli 2007 im gesamten österreichischen Wassersporthandel, bei ausgesuchten Vereinen, Fitnesscentern und Schwimmbädern in ganz Österreich finden.

nullzeitNeu ist die Zeitung nur auf Papier. Als eMagazin erfolgte der Launch Mitte Mai, ab sofort gibt's Nullzeit zweimonatlich im Print, die PDF-Ausgabe wird weiterhin im Netz veröffentlicht. Das kleine Format lässt nicht allzu viel Spielraum für spacy-Layouts, die Optik ist aber insgesamt recht gut gelungen. Selbst bin ich zwar gerne von Wasser umgeben, allerdings kein Taucher - trotzdem liest sich die Ausgabe interessant, enthält tolle Fotos und informiert über so exotische Zeitvertreibe wie das Apnoe-Tauchen, wo es darauf ankommt, möglichst lange ohne Ausrüstung unter Wasser zu bleiben.

Nullnummer als pdf

Zur Tauffeier des neuen Verlagskindes am vergangenen Mittwoch kam auch Prof. Dr. Hans Hass, der gemeinsam mit seiner Frau nicht nur das moderne Gerätetauchen begründete, sondern in seinen faszinierend Dokus diese schwerelose, blaue Unterwasserwelt Millionen Zusehern näher brachte - ich kann mich noch gut an seine Aufnahmen erinnern, die mich als Zehnjährigen unglaublich faszinierten.

Weiß-Magazin? Weis-Magazin? Vice Mag!

Ebenfalls als Nummer eins und auch gratis neu am österreichischen Printmarkt: das Vicemag. Niko Alm gibt heraus, Stefan Häckel chef-redaktioniert. Vice ist bereits in zahlreichen Ländern zum beliebten Lifestyle-Kompagnon geworden, verbindende thematische Klammer sind Trends:

Was vor zwölf Jahren als Subkultur-Fanzine begann, ist mittlerweile zu einem der einzigartigsten Medienunternehmen der Welt geworden. Vice ist das erste kostenlose international verbreitete Lifestyle- und Szene- Magazin der Welt, mit einer derzeitigen weltweiten Auflage von 866.000 Exemplaren, davon 100.000 in Deutschland. Die Vice-Leser erkennen neue Trends, machen sie sich zu Eigen, und stellen so auf der ganzen Welt die Weichen in Sachen Style und Kultur. In der Marktforschungsanalyse The Cassandra Report wurde Vice in den letzten drei Jahren als der No. 1-Trendsetter-Titel genannt.

Schräge Fotos, lockerer Schreibstil und keine Berührungsangst mit schwierigen Themen machen Vice zu einer Art FHM für die Dibo-Generation, überzeugen kann man sich davon am zugehörigen Blog, Zitat:

Wenn du denkst, dass konzeptionelle Kunst Gewichse ist, dann holt sich Martin Creed gewaltig einen runter. Er hat vor ein paar Jahren den Turner Preis für die Installation 'The lights going on and off' gewonnen. (Interview mit Martin Creed

Neben Kunst und Kultur kommen auch politische Themen, eben Vice-mäßig aufbereitet, keineswegs zu kurz:

Woher kommt Kokain, und wer baut das Zeug an? Niemand, denn in Bolivien werden Koka-Blätter angebaut, nur wir Deppen im Westen machen Blow draus. Der fesche VBS-Korrespondent Trace Crutchfield ist nach Bolivien gefahren um sich dort umzusehen. Und ja, er trifft sogar Evo Morales. Fünf Episoden knallharter Journalismus warten auf euch. (Bolivian Marching Power)

Ein Teil der Inhalte wird für die Österreich-Ausgabe produziert, ein Teil syndiziert. Die englischsprachigen Artikel können die hierzulande eher düstere Fremdsprachensituation tendenziell nur verbessern und zeichnen sich ebenso durch Wortwitz aus, der allerdings bei weitem nicht so verkrampft-bemüht wirkt wie beim FHM. Außerdem richtet sich Vice thematisch zu etwa gleichen Teilen an Männlein und Weiblein.

Am besten in der ersten Ausgabe gefielen mir das Interview mit dem Verteidiger Saddam Husseins und die Story über den erfolgreichen Verkauf diverser Exkremente und natürlich die Fixrubrik "DOs and DON'Ts", in der die große Kunst des Fauxpas zelebriert wird. Vice ist gratis in ausgewählten Shops erhältlich.

Vice Party mit Imatra Voima

Legendär sind die nur mit Einladung betretbaren Vice-Parties bereits in anderen Ländern; und das werden sie hierzulande auch ganz schnell werden. Super Line-Up auf zwei Floors, viele, viele hübsche Menschen beiderlei Geschlechts (yeah! I did it! Ich hab nicht Partygirls geschrieben!) und Gratisdrinks: diese Antithese zur überteuerten Landdisco kann einiges. Wer beim nächsten Mal dabei sein will, muss sich rechtzeitig eine Einladung über die Vice-Homepage sichern. Kost' nix, wie so oft im Leben muss man nur zur richtigen Zeit am richtigen (virtuellen) Ort sein.

Am Mittwoch jedenfalls erbebten die zwei Floors des Projekt Space unter den mächtigen Bässen von Imatra Voima, Pungent Stench, The Killians, DJ Pure, Wolfy & Jim, Reznik & Nic Jagger sowie Felix the Houserat und Paul Raal. Absolut Vodka floss dabei in Strömen - die einzig wirkungsvolle Strategie gegen die Hochtemperaturen am bisher heißesten Abend des Jahres. Gelungenes Erstlingsheft, perfekte Party. Vice rockt.

the gap ist auch neu

Okay, nicht ganz neu, das Heft trägt aber erstmals in schickes grasgrünes Westerl und schreibt in der topaktuellen Ausgabe Nummer #77 schwerpunktmäßig über Tirol ("Piefke Sage Revisited"), Testosteron-Legende Hugh Hefner (Untertitel: Pornopop-Schickschnack. Gestern: Playboy. Heute: ein anachronistischer alter Herr der Softsexindustrie.), Philippovitsch Quehenberger und David "Twin Peaks suckt" Lynch. Die Kolumne, die Sie, lieber Leserin, natürlich längst hier gezogen (aber nicht inhaliert!) haben, ist natürlich auch mit dabei. Und dieses runde Paket gibt's völlig umsonst an der Popchronik-Ausgabestellen Ihres Vertrauens und in der Premium-Version (für die Non-Ballungsgebietler) auch käuflich erwerbbar bei Dealern bunt bedruckter Papiere.

Der gebloggte ÖVP-Parteitag: die Resultate

Erfolg, Misserfolg? Der richtigen Ton(fall) oder Missethon? Quantitativ schaute einiges heraus an Nachberichterstattung beim live gebloggten Parteitag der ÖVP, die Zentralperspektive über alle Artikel gibt's auf technorati.

Ein Highlight politischer Berichterstattung sind Helge's Sieben Gründe, warum die ÖVP für mich unwählbar bleibt, Zitat:

4. Positionierung als Sicherheitspartei. Die ÖVP befindet sich mit den Rechtsparteien in einem unschönen Wettbewerb, wer Bürger- und Asylrechte stärker beschneidet. Mehr Sicherheit = weniger Freiheit. Österreich ist sicher genug, nicht aber frei genug.

Wahre Worte findet derselbe Autor auch zum Thema Instrumentalisierung:

Ich habe die Einladung trotzdem angenommen, denn die Instrumentalisierung läuft auch in die Gegenrichtung. Ich weiß, dass hier viele Funktionäre von der ÖVP mitlesen. Ich werde die Gelegenheit nutzen, euch meine Position zu einigen eurer Positionen zu verraten. Und vor allem: Es beginnt die Ära der partizipativen, vernetzten Demokratie. Auch wenn es mehr Sinn machen würde, wenn Politiker selbst bloggen und mit der Blogosphäre ins Gespräch treten als wahllos ein paar Blogger einzuladen - die Aufmerksamkeit wird der bloggenden Zunft nutzen. Auch wenn wir uns dafür ein bisschen instrumentalisieren lassen müssen

Heinz Wittenbrink findet so manche Formulierung unfreiwillig komisch:

Ein paar skurrile Sager stehen zum Glück nicht für die große Mehrheit der Statements ("Wir bauen auf einen Wertekanon, der nicht von den Minaretten und den Muezzinen verkündet wird, sondern von den Glocken und den Kirchtürmen in unserem Land".) Andreas Khol lässt es sich nicht nehmen, in wenigen Sätzen das Gegenteil der Botschaft von Wilhelm Molterer zu verkünden, aber das scheint niemand zu kümmern.

Und Tom Schaffar wiederum lässt wenig gute Haare an der Eigenpräsentation der Partei:

Ich würde mittlerweile gerne etwas Positives schreiben, einfach um nicht nur als Meckerer aufzutreten. Ich will auch etwas anderes als Mitschriften von Reden bieten. Der Terminplan an "wichtigen" Reden ist allerdings ziemlich vollgestopft - und die sind nunmal einfach grauenhaft. Wer sich hier eine Öffnung der ÖVP erwartet hat, wurde bisher enttäuscht. Es dominiert das Nichtssagende und ernüchternd Altbekannte. "Modern denken, menschlich Handeln", scheint auf der Videowall dauerhaft auf - Molterer wurde mit einer Roboteranimation angekündigt. Keine Bewegung auszumachen. Ja sogar Standpunkte sucht man mühsam.

Selbst der ansonsten recht diplomatische Dieter Rappold hat so seine Probleme mit den Witzchen des Andreas Khol:

Oh mein Gott - da wird mir wirklich schlecht. Es folgen Verweise aufs Alte Testament und rückwärtsgewandtes Wertegefasel - Kohl meint, wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht - ja Herr Kohl, das gebe ich gerne zurück, fragt sich wer da nicht ganz dicht ist...

Georg Pichler schlägt mit seiner Berichterstattung teilweise in dieselbe Kerbe - In-Group Witzchen scheinen bei Außenstehenden nun mal tatsächlich nicht besonders gut anzukommen:

Wortspiel am Rande: "Die Grünen sind bekanntlich eng verbandelt mit dem Begriff NGO. Ich finde, das passt sehr gut: ‘Non-Governmental Organization'." Soll ich lachen oder weinen? Ich glaube Tom unterdrückt neben mir gerade einen aufkommenden Brechreiz mit Mineralwasser.

Rein quantitativ betrachtet hat die ÖVP mit ihrer Einladungsaktion für den Gegenwert von ein paar Zugtickets und Übernachtungen eine Menge Resonsanz im Netz bekommen - dass diese dann großteils doch negativ ausfällt, steht auf einem anderen Blatt. Ist jede Werbung gute Werbung? Wenn das Ziel darin besteht, dass sich möglichst viele Bürger mit den Inhalten der eigenen Partei auseinandersetzen, dann ja. Wenn die Absicht freilich in der Generierung positiver Eindrücke bestanden hat, dann ging der Schuss ins Netz wohl eher nach hinten los. Mal sehen, ob's beim Experiment bleibt oder ob Blogger hinkünftig gern gesehene Gäste auf Parteiveranstaltungen sein werden. Die Medienabteilung der ÖVP hat vorerst wohl mit der Auswertung der Berichte und Kommentare zu tun - ein qualitativ-meinungsforschender Mehrwert lässt sich auf jeden Fall generieren.

Beten und Rauchen

Laff-a-day ist immer für Pointen gut, einige der besten treffen exakt unter die Gürtellinie. Der folgende Witz ist jugendfrei und schreit nach Übersetzung: Ariel und Jonah befinden sich am zur Synagoge, als Ariel fragt: "Glaubst du, dass es in Ordnung geht, wenn ich während des Betens rauche?"

"Frag doch einfach den Rabbi," schlägt Jonah vor. Also geht Ariel zum Rabbi und fragt ihn: "Rabbi, ist mir erlaubt zu rauchen, während ich bete?" "Nein, das darfst du nicht," antwortet der Rabbi, "denn dies wäre eine Respektlosigkeit gegenüber unserer Religion und unseren Traditionen!"

Ariel erzählt seinem Freund von der Antwort des Rabbi, und der meint nur: "Das überrascht mich nicht, du hast ja auch die falsche Frage gestellt - lass es mich mal versuchen." Also geht Jonah zum Rabbi und fragt ihn: "Rabbi, ist es mir erlaubt zu beten, während ich rauche?" Worauf der Rabbi freudig antwortet: "Auf jeden Fall, mein Sohn. Auf jeden Fall."

Ansonsten geht's ja eher so zu auf der Liste:

What are some popular lies parents tell their children?
Just because a girl has tattoos or pierced nipples doesn't make her easy.
Your grandmother was not a cheap whore in a piano bar!
You know how I take your temperature in your butt? Well, uncle Steve was just taking Mommy's temperature.
Don't tell your mother that you saw me run over Fluffy. Tell her you saw some Puerto Ricans do it.
And the number one lie told by parents: I'm your father!

Ach ja, abonnieren kann man die meiner Meinung beste Daily Jokes Liste aus den USA hier.

Also doch erstes Leben?

Wenn literarisch interessierte Anthropologen dem "Blick von Außen" ein Setting verschaffen wollen, so versetzen sie sich gern in die Rolle eines außer-irdischen Besuchers, der über das gar merkwürdige Leben auf der Erde berichtet. Martin Reichert tut für die Taz das gleiche und beschreibt das "Computerspiel" First Life aus der Perspektive eines 2nd Life Bewohners.

Das ergibt einen köstlichen Testbericht ganz im Stile der derzeit überall gern publizierten "Mein erster Besuch im Vergnügungspark der Linden Labs" Zeugenberichte:

Versuchte man, die ganze Welt des "First Life" zu erkunden, müsste man beispielsweise "Billigflieger" in Anspruch nehmen, eine Bezeichnung, die insofern irreführend ist, als sie doch einiges kosten. Ein Flug nach Paris etwa wird für 29 "Euro" angeboten, grob umgerechnet wären das 5.400 Linden-Dollar. Umsonst ist hier eigentlich so gut wie gar nichts zu haben, außer der für Menschen lebensnotwendigen Luft zum Atmen - das "Klima" ist hier sowieso eine ziemlich wichtige Angelegenheit. Der Springer Verlag hat im "First Life" eine eigene Zeitung, die an jeder Ecke angeboten wird, und wenn die Titelseiten recht haben, steht das "First Life" vor seinem baldigen Ende.

Überhaupt geht's in First Life relativ rauh zu, auch wenn viele behaupten, dass wie immer bei medialen Innovationen Sex die hinter allem steckende Triebfeder und First Life nur ein großes unvirtuelles Puff sei:

Es gibt hier Niederlassungen und Werbetafeln von Firmen, die einem aus dem Second Life bekannt vorkommen, etwa Sony und Toyota. Auch die Menschen sehen zum Teil aus wie Avatars. Braungebrannte und breitschultrige Männer und großbusige, braungebrannte Frauen mit langen Beinen - ist aber eher die Minderheit, und wenn man sie anspricht, ob sie vielleicht Lust auf Ficken hätten, kann das ziemlich schmerzhafte Folgen haben, also seien Sie auf der Hut. Als Mensch ist man "verletzlich", so kann das Wasser zum Beispiel aus dem Körper rinnen, und dann ist man tot, "game over". Wenn einen nicht vorher ein lärmendes Auto mit Blaulicht ins Krankenhaus fährt. Die Dinger gibt es hier überall, und sie machen einen irrwitzigen Krach. Eine der vielen Details, die das "First Life" zu einem prickelnden Erlebnis, ja: einem wahrhaftigen Abenteuer machen.

Fazit - ein total überhpytes Spektakel eben!

Und man fragt sich auch immer mehr, was das hier eigentlich soll. Die Menschen sehen größtenteils ziemlich scheiße aus und wollen weder mit einem reden noch mit einem schlafen. Man weiß nicht, wer sie wirklich sind und was sie wollen. Sie haben nichts Besseres zu tun, als Euros nachzujagen, und stehen nicht mal offen dazu, dass sie es nur auf Sex abgesehen haben.

Markus Keuschnigg: All by myself.

foto by maych - http://www.flickr.com/photos/mayra/21750145/
 Foto:maych

In diesem Gastbeitrag geht's um die "sexuelle Amateur-Revolution" im Internet, um fleischeslüstige Videoportale und die Freude am Exhibitionismus - der Gastautor Filmchefredakteur von the gap, wär ein idealer Gastvortragender für die Arse Electronica!

Porno-Portale wie YouPorn befördern nicht nur die Fleischeslust in unbekannte Gegenden, sie reißen auch Mauern zwischen Privatem und Öffentlichem, Laien und Profis, Artigem und Abartigem ein. Ein Schadensbericht von Markus Keuschnigg, erschienen in the gap #74/2007. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Kolumne #65 (Dezember 2005)

Der Zeitgeist. Ein faltbarer Post-Weihnachtsdialog über die feuchteste Zeit im Jahr.
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Der Chronist der Vista-Witze

Demetri Martin ist Amerikaner und hält die alt-erwührdige Berufstradition des Witzeerzählers hoch. Seine erste CD gibt's auf Amazon - doch weil Martin eben ein modernen Alleinunterhalter ist, macht ihn Microsoft zum Star einer Viral-Kampagne rund um Windows Vista.

Auf Clearification.com wird in bisher drei Episoden und einigen Schnippseln eine absurd-komische Story erzählt: alles dreht sich um die Aufnahme Demetris in ein seltsames "Insitute for Advanced Personhood". Die weiteren drei Webisodes folgen im Dezember und Jänner - der abstrus-komische Stil macht jedenfalls Lust auf mehr. (Folgen, nicht Vista)

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