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Blogistan Panoptikum KW51 2009

In der letzten Woche habe ich die datenschmutz Fanpage auf Facebook ausführlich überarbeitet, ein paar Einladungen verschickt und ein Update ausgesandt – von der Resonanz bin ich völlig stoked! Vielen Dank an alle Leserinnen und Leser, die in den letzten zwei Tagen ds-Fans auf Facebook geworden sind und meine Fan-Zahl mit derzeit 547 mehr als verdoppelt haben. Danke dafür!

Und das bringt uns auch schon mitten ins Thema, nämlich die vergangene Woche: Linzerschnitte und datenschmutz haben die vorweihnachtlichen Web 2.0 Trends für Sie gewohnt penibel dokumentiert. Und es scheint durchaus nicht übertrieben, von punktuell auftretender Hassliebe zu sprechen. Also probieren Sie bloß nicht die “Web 2.0 Suicide Machine” aus und sagen anschließend, wir hätten Sie nicht gewarnt… Weiterlesen

Blogistan Panoptikum KW50 2009

Für den Web-Strategen Jeremy Oywang aus Silicon Valley ist das Realtime-Web nicht schnell genug: deshalb sprach er auf der LeWeb Konferenz über das “Intention-based web”, quasi zukunftsgerichtete Services: denn solche Einrichtungen wie der öffentliche Facebook-Kalender erlauben es, eine potentielle Zukunft mit kontextuellen, personalisierten mixed-reality Erfahrungen anzureichern. Ein Punschfabrikant könnte beispielsweise bereits wissen, dass morgen beim Youtube-Kinoabend im MuQa durstige Blogger anwesend sein werden und spontan für Catering sorgen – schöne neue Social Media Welt! Doch trotz dieser großartigen Zukunftsaussichten präsentieren Linzerschnitte und datenschmutz wie gewohnt den Rückblick auf die letzten sieben Tage. Keine Kristallkugeln, stattdessen neueste Geschichten aus neuester Geschichte!

Hype der Woche: Formspring

Judith aka Linzerschnitte Der 2-wöchige Hype um Foursquare wird nun offensichtlich von Formspring.me abgelöst. Formspring.me ist ein Ableger vom Formularservice Formsping.com und erlaubt anonymen oder benamsten Usern, anderen Usern auf deren Profil beliebige Fragen zu stellen oder Usern zu folgen. Einbindung der Question Boxes auf Blogs, via Twitter, Facebook und TumblR sind möglich (siehe blog.datenschmutz.net) und erinnern etwas an die Yahoo Answers Application für Facebook. Customizen der eigenen Profilseite ist übrigens auch möglich.

Alles Weitere sollen die Herrschaften selbst erklären:

YouTube Preview Image

Was die mögliche Anonymität der Fragesteller anbelangt, bin ich persönlich noch unschlüssig, was ich davon halten soll. Ich denke, es war Robert Scobble, der meinte: “Wer in mein Wohnzimmer kommt, der kann sich auch vorstellen”…

Übrigens hier die Formspring-Profile der Panoptikum-Autoren für Fragen jeder Art:
www.formspring.me/linzerschnitte
www.formspring.me/datadirt

Big Brother Stipendium für 2010, net.artist Residencies im Edith-Russ-Haus

ritchie aka datadirt Nein, hier soll keinem jungen Menschen geholfen werden, ein kuscheliges Plätzchen im Reality-TV zu ergattern, vielmehr will die UBIT Projekte und Aktivitäten unterstützen, welche “die Zivilgesellschaft im Bereich Datenschutz und Menschenrechte” stärken und vergibt zu diesem Behufe ein Stipendium von 12 x €400 für das Jahr 2010:

Das Stipendium wird von der UBIT Wien (Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie in der Wirtschaftskammer Wien) in Form einer monatlichen Überweisung von Eur 400,- für die Dauer von 12 Monaten (in Summe EUR 4.800,-) auf das Konto des/der StipendiatIn ausbezahlt.

Bedingung sind ein Hauptwohnsitz in Wien und ein Geburtsdatum nach dem 1. Jänner 1975 sowie nachweisbare aktive Tätigkeit für Bürgerreche und/oder Datenschutz, die Bewerbung erfolgt formlos (max. 2 Seiten) bis zum 10. Jänner 2010 unter Angabe aller projektrelevanten Daten an stipendium@bigbrotherawards.at. Folgende Aktivitäten kommen Frage:

* aufbereiten von Grundlagen und Basiswissen
* verfassen von Positionspapieren und Stellungnahmen
* gestalten von Illustrationen und Graphiken
* vorbereiten von Aktionen und Veranstaltungen
* organisieren öffentlichkeitswirksamer Kampagnen
* entwickeln relevanter Applikationen und Tools

Der Stipendiat wird von der Jury bestimmt, nach Abschluss des Projekts präsentiert der glückliche Gewinner die Ergebnisse im Rahmen eines q/Talks.

Und weil wir gerade beim Thema Stipendien sind: für net.artists, die schon immer mal einige Wochen in Niedersachsen verbringen wollten, ist der richtige Augenblick gekommen, denn:

Die Stiftung Niedersachsen vergibt für die Monate Juli bis Dezember 2010 drei sechsmonatige Arbeitsstipendien am Edith-Ruß-Haus für Medienkunst Oldenburg. Die Ausschreibung richtet sich an internationale Künstler, die sich mit Neuen Medien beschäftigen. Es gibt keine Altersbeschränkung. Die Stipendien sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Eine internationale Jury sichtet die Projektvorschläge und entscheidet über die Stipendienvergabe. Für die Stipendiaten besteht eine zeitweilige Residenzpflicht. Sie werden in die Aktivitäten des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst integriert.

Die Bewerbung erfolgt online – eingereicht werden kann bis zum 28. Februar.

Realtime-Websearch als neues Google-Feature

Judith aka Linzerschnitte Seit es die Twittersearch und Twitter-Trending Topics gibt, wissen wir die Realtimesearch und Realtime-Relevanz-Rankings mehr und mehr zu schätzen. Nun hat Google angekündigt, neben der personalisierten Suche auch die Realtime-Search auszuweiten. Als Quelle für die Suche sollen Dokumente aus Facebook, Twitter, Myspace und anderen Quellen herhalten:

The importance of relevance has gone through the roof as the amount of information out there is growing. Relevance has become the critical factor.

Heißt es von Seiten der Google Entwickler. Und aussehen wird dies in etwa so:

Google Realtime Rankings

Wenn das nun mal keiner Adelung von Social News und den maßgeblichen Social Media Plattformen durch Google gleichkommt….

Maria Fekter, schick doch Werner weg!

ritchie aka datadirt Für einiges Aufsehen sorgte Ende November ein öffentlich Brief an die österreichische Innenministerin, in dem Werner “Werquer” Reiter die in letzter Zeit immer häufiger als Schotter-Mitzi titulierte Hardlinerin bittet, doch ihn anstelle von Arigona Zogaj abzuschieben:

Jetzt hätte ich aber eine Idee, die zwar meine berufliche Karriere beendet, aber vielleicht die von Arigona Zogaj absichert. Das Mädchen ist jung, mittlerweile gut gebildet und sie hat Potenzial, hier in Österreich ordentlich Steuern zu zahlen. Die zahle ich zwar auch, aber ich glaube, dass ich auch im Kosovo irgendwie durchkommen würde. – Jedenfalls aber besser als Arigona Zogaj. Sehr geehrte Frau Bundesminister, was halten Sie von dem Vorschlag? Sie schieben mich in den Kosovo ab und Arigona bleibt hier.

Die “Einwanderungsquote” gliche sich jedenfalls aus – und Österreich müsste der Welt an diesem für das Land hochpeinlichen Beispiel nicht demonstrieren, dass hierzulande wohl “Sippenhaftung” gilt – denn auf welche Art auch immer Arigonas Eltern ins Land gelangt sind – dass die damals minderjährige nun brutal aus ihrem Lebensumfeld gerissen werden muss, ist einfach unfassbar:

Was halten Sie von dem Deal? Die Einwandererquote bleibt unbeeinflusst. Recht bleibt Recht und irgendwie ist es viel menschlicher, wenn ein glatzköpfiger Mann um die 40 statt einem jungen sympathischen Mädchen in den Kosovo gehen muss.

Gutes tun für die… Electronic Frontier Foundation

ritchie aka datadirt Weihnachtsgeschenke, Geeks, Gutes tun – wie kriegt man all das bloß unter einen Hut? Unsere Superhero-Freunde von der EFF (Eletronic Frontier Foundation) eilen mit neuen, unentbehrlichen Goodies zu Hilfe:

effsuperheroes

Die EFF setzt sich für digitale Bürgerrechte ein – ihr gehören zahlreiche Internet-Legenden wie Cattlefarmer John Perry Barlow, John Gilmore, Ed Felten und viele andere an. Gute Sache als Gegengewicht zur “Corporate Dictatorship” im Bereich Urheberrecht und finanziert durch Spenden:

EFF is a donor-funded nonprofit and depends on your support to continue successfully defending your digital rights. Litigation is particularly expensive; because two-thirds of our budget comes from individual donors, every contribution is critical to helping EFF fight — and win — more cases.

Und genau darum geht’s – mit einer Unterstützer-Mitgliedschaft ab $25 (entweder für sich selbst oder als Geschenk) gibt’s dieses hübsche T-Shirt, das ein für allemal klarstellt: der Träger ist einer von den guten Piraten!

Kommt das providerlose Google-Phone?

ritchie aka datadirt Die Gerüchte, dass Google ein Android-Phone im Eigenvertrieb auf den Markt bringen möchte, verdichten sich. Das “Nexus One” wird von HTC gebaut und ohne SIM-Lock angeboten. Mindestens so spannend wie die Nachricht selbst (gähn!) ist die Berichterstattung im Spiegel Online – die ist nämlich bestens als Lehrstück in Sachen Primär-Content und Zirkularität geeignet:

Das “Wall Street Journal” und Blogs berichten, der Suchmaschinenkonzern werde ein eigenes Telefon auf den Markt bringen.

Spon erwähnt der Vollständigkeit halber aber auch gleich, dass Google selber bloggte und Twitter darüber berichteten, dass andere Blogger über Googles Blogbeitrag getwittert haben oder so. Auch die FuZo “requotet” fleissig, und dabei heißt’s doch sonst immer, Blogger täten voneinander abschreiben… Da lesen wir doch lieber gleich TechCrunch und erfahren dort:

It will be called the Google Phone (update the official name is “Nexus One”) and will launch in early January, 2010. It won’t be sold by any one carrier, but instead will be an unlocked GSM phone.

Laufen wird das Werkl unter Android 2.1 (vielleicht kann man bis dahin ja auch schon IMAP E-Mails zwischen verschiedenen Ordner verschieben), wie jedes neu angekündigte, noch nicht verfügbare Gerät ist das Gadget voll super, unvorstellbar schnell und bringt Wunderfeatures aus der Zukunft wie Text-to-Speech für E-Mails. Wir warten mit unserem Urteil auf den Reality Check.

George Lucas und die Canon-SLR-Kameras

ritchie aka datadirt Was als “Neben-Feature” begann, verändert gerade nachhaltig die Welt der Filmproduktion: die Canon EOS5d sowie die brandneu EOS 7D erlauben jedem Laien, bestechende HD-Filme zu drehen. Die Qualität ist dank der Optiken besser als die vieler vergleichbarer professioneller Kameras – und zwar so gut, dass mittlerweile sogar Kapazunder wie George Lucas sich für die Feinheiten der SLR-Filmerei interessieren. Der Star Wars Regisseur lud kürzlich David Bloom auf seine Ranch ein, um sich in die Feinheiten der Canon-Modelle einführen zu lassen:

Head of post production Mike Blanchard phoned me up 3 weeks later to see if I could come over and consult about the potential of using video DSLRs for their productions. […] Of course I phoned Mike back said yes please! 5 days staying at Skywalker Ranch as their guest and showing them how to get the best out of the Canon 5DmkII and the Canon 7D. They also wanted to be shown how to use the EX3, Letus Ultimate and Nanoflash.

Spannend für alle Hobby-Filmer – interessant finde ich vor allem die Zacuto-Zusätze: Viewfinder und dem Schulterstativ scheinen recht komfortables Arbeiten auch bei längeren Sessions zu erlauben.

18x Chrome erweitern

ritchie aka datadirt Firefox ist nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Extensions so populär – langsam gibt’s auch die ersten Erweiterungen für Chrome, darunter ein Passwort-Synchronisierungs-Service analog zum beliebten XMarks für FF. Lifehacker hat 18 Extensions gelistet, die den Download angeblich wert sind – und anders als beim Füchslein soll durch Erweiterungen die Performance angeblich kaum einbrechen:

Actually, rating these extensions by “worth the slowdown,” as is often the case with Firefox, doesn’t seem applicable here. Chrome renders pages just as snappily on a Linux install with eight extensions loaded, and the memory use seems not all that different. Your mileage may certainly vary.

Video der Woche

Achtung, höchst meditatives Multimedia-Produkt: diese Kollaboration zwischen finnisch-japanische Kollaboration zwischen Jopsu Ramu und Shun Kawakami nennt sich “Urban Abstract” und besteht aus 40 fünfsekündigen Clips, die eine augenschmeichlerische Melange ergeben – ‘njoy:

Lesetipps der Woche

  • Das Auto als Fetisch: Harald Welzer war lange genug anonym, jetzt ist er offiziell Autoholiker: denn Klimawandelpanik, Grünbewusstsein und Ottomotoren lassen sich wunderbar vereinbaren: es ist sogar okay, fünf Autos zu besitzen, solange man nicht damit fährt.
  • Frankreich, die Politik und Social Media. In Frankreich geht man mit Wählern/Usern seitens der Politik ein bisschen anders um. Ein bisschen rauer nämlich. Da wurden die launige Poster im derstandard.at wohl in Grund und Boden geklagt werden. Möglicherweise beginnt sich das aber langsam zu ändern. (Artikel empfohlen von @karli
  • )

  • SEO wird nutzlos. Wiedermal. Tatsächlich? Denn Totgesagte leben bekanntlich länger. Wer sich über die naiven Hoffnungen der SEO-Gegner amüsieren möchte, die auf einem lustigen kleinen Google Video beruhen – bitte hier entlang.
  • Hannes Treichl erklärt diese Woche, warum Bloggen nicht mehr für jeden Hotelier eine Option ist….
  • WordPress.com verzahnt sich enger mit Twitter: Ab sofort kann man auch via Twitter Updates posten.

Und das war’s auch schon wieder für diese Woche – mal sehen, ob das formspring-Ding in sieben Tagen immer noch heiß ist oder vom nächsten 5-Minutes-of-Fame Twitter-Klon abgelöst wird. Wir wünschen in jedem Fall einen entspannten Restsonntag, danke für Ihre Aufmerksamkeit und lesen uns morgen im Social Web.

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Blogistan Panoptikum KW49 2009

Jedes Jahr eine erneute Enttäuschung: kein Krampustreiben in Wien! Dafür bloß “überteuerter Glühwein auf überfüllten Weihnachtsmärkten” (=Klischeesatz der vorjährigen Wintersaison), ausbleibendes Schneetreiben und erbitterte Jagd auf originelle Geschenke. Möchten Sie dem ganzen Wahn entfliehen, dann lehnen Sie sich entspannt zurück: datenschmutz und Linzerschnitte blicken garantiert nicht auf den 24, sondern sieben Tage zurück – denn trotz der fallenden Außentemperaturen brodelt die Blogosphäre wie eh und je.

Die perfekte Facebook-Fanpage

ritchie aka datadirt Social Media Anleitungen für Firmen und Brands kursieren in großer Zahl, in den meisten Fällen ist’s schade um die vergeudete Lesezeit. Wer sich theoretische Abhandlungen sparen will und eine leicht verständliche Anleitung sucht, dem sei Jesse Stays Gastbeitrag auf Techipedia ans Herz gelegt: “How to create the perfect Facebook Fan Page” erklärt alle wichtigen Schritte von der Erstellung eines Custom-Tabs über die optimale Logo-Größe bis hin zu SEO-Überlegungen. Lesen und umsetzen, denn wie Jesse völlig richtig schreibt:

As you can see, a Facebook Page is a powerful tool that you can use to enhance and strengthen your brand naturally using the tools Facebook provides. Be sure to leverage this tool, customize it, and make it work to get your brand in front of as many people and their friends as possible.

Jesse, Gründer und CEO von Socialtoo.com, hat übrigens eine hervorragende Einführung für alle geschrieben, die sich näher mit den Untiefen der Facebook-Programmierung beschäftigen möchten: FBML Essentials

Sind wir nicht alle ein bisschen …krank?

Judith aka Linzerschnitte Wer zuviel twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden. Klingt wie der übliche Kulturpessimismus wohlmeinender Eltern aus Zeiten des Fernsehen-Hypes: “Du kriegst noch ganz eckige Augen”.

Götz Mundle, Psychotherapeut und Spezialist im Fachgebiet der Psychosomatik wird in der Jänner-Ausgabe von “Psychologie heute” aber erklären, was genau er damit meint. Manche Menschen, so Mundle, stürzten sich in das

“mediale Dauerfeuer, um persönliche Probleme zu verdrängen. Statt auf ihre innere Stimme und Warnsignale ihres Körpers zu hören, betäuben sie sich mit Müll aus dem Internet. Wer es als quälend empfindet, offline zu sein, und wem es nicht gelingt, einen Tag in der Woche komplett ohne diese Medien auszukommen, hat ein handfestes Problem.

Besagtes mediales Dauerfeuer erhöhe außerdem die Produktion der Stresshormone Kortisol und Adrenalin, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit leiden.” Mundle: “Langfristig kann ein Burn-out-Syndrom die Folge sein.”

Nun ja, Mediziner und ihre Warnungen sind eine Sache. Bevor aber die gesamte Social Media Branche wegen Digital Burn Out in einer Psychomatik-Spezialklinik landet und die Krankenkassen noch mehr in den Ruin treibt, empfehlen wir (uns) für heute: Auch offline ist es hin und wieder ganz nett & Gute Nacht (nachdem Sie beim Fertiglesen des Panoptikums noch reichlich Kortisol ausgeschüttet haben).

Anm. von datenschmutz: Ich kontere mit der Gegenthese: “Wer zu wenig oder gar nicht twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden.” Widerleg das, Mundle! Oder, wie Mundl gesagt hätte: “Mei Twitta is ned deppat!”

Mobile Internetnutzung steigt rasant

ritchie aka datadirt Online-Umfragen sind immer so eine Sache: selbst wenn es heißt, es nahm “eine repräsentative Stichprobe von über 1.000 Internetnutzern teil” muss man im Zweifelsfall davon ausgehen, dass die Daten über irgendwelche Popup-Layer gesammelt wurden und eher arbiträr als signifikant sind. Dennoch zeigt eine aktuelle Umfrage, die Scout24 gemeinsam mit Innofact durchgeführt hat, dass – oh Überraschung – mobiles Internet längst kein Exotendasein mehr fristet: jeder zweite Nutzer war schon mal mit seinem Handy online, jeder vierte nutzt häufig mobile Services:

Mit 60 Prozent Nutzung und 29 Prozent intensiver Nutzung sind Männer die Vorreiter beim mobilen Internet. Die mobilen Surfer interessieren sich zu 71 Prozent stark für Nachrichten, 59 Prozent zählen Navigationstools zu ihren beliebtesten mobilen Services. 51 Prozent erfreuen sich an Mobile Shopping.
Knapp 70 Prozent der befragten Online-Nutzer würden für mobile Applications extra zahlen, sofern der angebotene Dienst ihnen einen persönlichen Mehrwert bringt.

Bildbearbeitung online – ein Picnik!

Judith aka Linzerschnitte Vor einigen Tagen war ich gezwungen, auf dem PC meines Vaters zu arbeiten. 13”-Röhrenmonitor, gefühlte 500 MB Arbeitsspeicher, Internet Explorer, keine Flash Updates etc. Und: Ich brauchte ein Bildbearbeitungsprogramm. Nicht einmal Standardsoftware war zu finden, von dem mir vertrauten Photoshop ganz zu schweigen.

Da wagte ich den Versuch und googlte nach einem Online-Bildbearbeitungsprogramm. Ich wählte das erstbeste namens Picnik und war begeistert. Fotos skalieren, zuschneiden und grundsätzliche Bildbearbeitungstechniken ohne sich registrieren zu müssen, Bilder in verschiedenen Formaten und Qualitäten abspeichern, großartige Usability (kein Nachlesen erforderlich) und noch zusätzliche Tipps und Erklärungen. Wer sich registriert, kann seine Fotos außerdem automatisch bei FlickR, Facebook usw. uploaden. Das Service wird mittlerweile in Deutsch angeboten, für $24,90 pro Jahr ist auch eine Premiumversion erhältlich, die unter anderem Layers unterstützt. Wem Photoshop immer schon zu viele und zu komplizierte Funktionen hatte und außerdem zu teuer war, der wird in der Cloud glücklicher.

Obama weiß, was du einkaufst

ritchie aka datadirt Weil auf die USA fokussierte Terroristen natürlich die Warenwirtschaft ihres kapitalistischen Erzfeindes nicht auch noch unterstützen wollen, kaufen sie die Bauteile für ihre Bomben vorzugsweise in Europa. Also lassen die netten Politiker ihre Freunde von der Homeland Security natürlich in die Konten blicken – wenn auch seit neuestem nur für 6 Monate:

Deutschland, Österreich und Ungarn machten demnach durch ihre Enthaltung den Weg frei.
Den Kritikern des Abkommens ist es gelungen, die Laufzeit von ursprünglich zwölf auf neun Monate herunterzuhandeln. Allerdings bleibt das EU-Parlament unberücksichtigt – und zwar nur einen Tag vor Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags, der den Volksvertretern ein Mitspracherecht in Sicherheitsfragen gibt.

Die Detailregelungen des Abkommens sind ein Hammer und verdienen es, an dieser Stelle näher beleuchtet zu werden (Swift-Volltext):

Das US-Finanzministerium kann, dem neuen Abkommen zufolge, nicht einfach die Daten abholen, sondern muss einen möglichst genau definierten Antrag stellen. Wenn der angesprochene Finanzdienstleister nicht in der Lage ist, den angeforderten Datensatz eindeutig zu identifizieren, muss er eine größere Datenmenge an die für die Kooperation mit den USA verantwortliche nationale Polizeibehörde übermitteln, die sie dann an die USA weitergibt. Die Verwendung der Daten ist explizit auf Terrorfahndung beschränkt. Außerdem dürfen die Daten nicht zum automatisierten Profiling sowie im Rahmen von Data-Mining-Aktionen verwendet werden. Daten, die sich als nutzlos für die Fahnder herausstellen, müssen spätestens acht Monate nach deren Überprüfung gelöscht werden. Ein Richtervorbehalt bei den Anfragen ist nicht vorgesehen.

Unglaublicherweise stellt diese Situation allerdings sogar ein “Verbesserung” gegenüber dem Status von vor 2006 dar, als US-Behörden ohne jegliche rechtliche Grundlagen massenhaft Finanzdaten auswerteten. Dass sich .at, .de und .ch ihrer Stimmen enthielten, lieferte der Opposition einiges an Munition, bleibt aber unverständlich – ebenso wie der Kommentar der österreichischen Innenministerin:

Maria Fekter (ÖVP) bezeichnete das Interimsabkommen in einer Mitteilung vom Montag als “unbefriedigend”. Sie habe sich daher der Stimme enthalten.

Wow – wirklich eine beruhigende Haltung der Regierung in Sachen Europapolitik! Wenn uns irgendwas nicht passt, dann sagen wir – nix.

Social Media: No Joy with the ROI?

Judith aka Linzerschnitte Ist Social Media aus wirtschaftlicher Sicht nur eine weitere Blase an überzogenen Erwartungen und Goldgräbertum, wie Community TV in den 90ern, Multitext in den 2000ern und nahezu alles, was mit Interaktion und Medien zu tun hat? Manches weist darauf hin:
Firmen, auf deren nichtige Eigenwerbung man sich im Social Web gerne verzichten könnte, ernennen sich plötzlich zur Social Media Agentur und sprechen von Mehrwert – und man fragt sich: Wenn sie selbst im Social Web keinen Mehrwert bieten, wie wollen sie diesen ihren Kunden vermitteln? Social Media Berater, deren Schlüsselqualifikation es ist, einen Twitteraccount mit mehr als 500 Followern und Grundkenntnisse von WordPress zu haben, vermehren sich wie Schweingrippeviren. Und jeder Round Table oder XY-Tag beinhaltet Social Media Slots, wo mit heißer Luft nicht gegeizt wird.

Letztendlich gibt es ihn aber, den ROI von Social Media. Und wer weniger in Kampagnen denkt, sondern daran, Digital Relations aufzubauen, wird ihn früher oder später selbst erleben. Hier einige Beispiele dafür:

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Fickfreie Zone: die Top-Suchworte

ritchie aka datadirt Das Jahr neigt sich seinem Ende zu, folgerichtig werfen die Suchmaschinenbetreiber ihre Statistikbots an – aus den aktuellen Hitparaden lässt sich so mancher Trend ablesen. Dass kommerzielle Angebote zum Thema Fortpflanzung an Relevanz verloren hätten, möge aber keinesfalls voreilig gefolgert werden: XXX-Suchworte filtern die Betreiber bedauerlicherweise aus. Dass die einen nicht unbeträchtlichen Teil des Gesamtvolumens ausmachen, legt eine aktueller Untersuchung des schwedischen World Internet Institute nahe:

Men det är inte bara unga män som sexsurfar, även bland kvinnor är det nu 7% som uppger att de besöker sidor med sexuellt innehåll.

Sexsurfar… hehe. 7% wär in der Tat nicht so wenig… die offizielle Hitparade wird indes in Deutschland von Megan Fox angeführt, während die Österreicher am häufigsten nach “Wien”, “Youtube” und “Österreich” (wtf?) suchten. Dass URL-Suchbegriffe wie “ebay” oder “gmx” ebenfalls stark in den Top 10 vertreten sind, hat übrigens mit der Direkt-Weiterleitungsfunktion aktueller Browser zu tun, allerdings zählt ein solcher Aufruf eben auch als Suchvorgang.

Bei Yahoo dagegen bleibt’s weiterhin schwül, windig und orientierungslos: die Top Begriffe lauten Wetter, Routenplaner, Wikipedia (sic!), Telefonbuch, Horoskop und Erotik. Wer die Schweinegrippe überstanden, für seinen Opel die Abwrackprämie kassiert, einen Apfelkuchen verspeist und anschließend mit Monica Lierhaus und Lady Gaga beim Echo 2009 einen “Sturm der Liebe” entfachte, lag komplett im Plansoll.

Noch eine Topliste: RSS-Technologien

ritchie aka datadirt ReadWriteWeb hat mit der Veröffentlichung der “traditionellen” Best-Of Listen begonnen. Dass in den “Top Mobile Web Products” ausschließlich Android- und iPhone-Apps vertreten sind, mag auf einen gewissen redaktionellen Bias schließen lassen (und dass die Top-10-Semantic-Apps Liste überhaupt gefüllt werden konnte, verwundert), aber im Beitrag über die Top 10 RSS & Syndication Technologies of 2009 habe ich ein interessantes Service gefunden:

Echo, from JS-Kit is a reverse syndication service for distributed social media conversations. It brings back tweets and other mentions to the page they refer to. The service is growing fast and becoming more sophisticated every week. New features come so fast and furious that it’s overwhelming but the end result is an experience that brings the dispersed social web back together again.

Grundsätzlich nichts, das nicht andere Plugins auch leisten könnten – die Twitter-Kommentare importiere ich schon längere Zeit via Backtype. Allerdings beherrscht Echo auch noch Unified Login und synchronisiert alle Importe mit dem WP-eigenen Kommentarsystem. Werd ich mir demnächst mal näher ansehen, immerhin bin ich ein großer Fan von Premium Services und Echo kostet $48 pro Jahr. In diese Kategorie fällt auch Fever, der Feedreader für Geeks: es handelt sich nicht um lokale Software, sondern um eine am eigenen Webserver gehostete mobile-taugliche Software. Mit $30 ein günstiges Weihnachtsgeschenk für alle, die keine Steckdosen für neue Hardware-Gadgets mehr frei haben.

Ritchies Video der Woche

Gerade mal 12 Jahre alt ist dieser äußerst talentierte Schlagzeuger – die Rhythmus- und Tempi-Wechsel in diesem Solo sind unglaublich – muss man gehört und gesehen haben! (Gefunden in Karola Rieglers Facebook Feed):

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Judiths Video der Woche

Einmal noch, okay? Dann mach ich wieder mal eine Pause mit Katzencontent. Aber dieses eine Mal muss noch sein….

Lesetipps der Woche

  • Steve Gillmor hat auf TechCrunchIT einen ausgedehnten Beitrag über die strategische “Aushungerung” Twitters durch Friendfeed veröffentlicht, in dem er auch auf die Problematik der “data ownership” eingeht.
  • Lesetipp/Weihnachtswunschlistentipp: Gmail-User aufgepasst: Das Gboard ist da! Ein USB-Board, mit dem ohne Scrollen auf Gmail navigiert werden kann. Kostenpunkt 19 Dollar – www.gboard.com

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der Rückschau und somit in der Gegenwart angekommen – wir hoffen, Sie hatten einen sanften Flug und freuen uns, Sie bald wieder an Bord des Blogistan Panoptikums begrüßen zu dürfen. Bitte geben Sie aus Sicherheitsgründen einen Kommentar ab, bevor Sie diesen Beitrag verlassen. Linzerschnitte und datenschmutz wünschen einen geruhsamen Restsonntag und einen beachtlichen Start in die kommende Woche; wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
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Blogistan Panoptikum KW47 2009

Das Jahr neigt sich unweigerlich seinem Ende zu – bei den Kalenderproduzenten steigt die Nervosität ins Unermessliche, Motorradfahrer müssen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und die Weihnachtsbeleuchtung – keine Spur von Energiesparlampen – ist an. Trotz zunehmend winterlicher (Miss)Verhältnisse friert in der Blogosphäre aber gar nix ein: da wird Altbekanntes neu aufgewärmt, neues Heißes auf Trinktemperatur abgekühlt und syndiziert, was das Zeug hält: Business as usual eben, dessen letzte sieben Tage Linzerschnitte und datenschmutz wie gewohnt für Sie zusammengefasst haben.

HYPE: Foursquare.com

Judith aka Linzerschnitte Facebook war der Liebling der Medien 2008, 2009 wurde und wird Twitter in den Mainstream-Himmel gehyped – but who’s next?
Wenn man Mashable Glauben schenkt, dann wird 2010 foursquare.com die Spitze des Hype Cycle erklimmen!

Foursquare.com erinnert auf den ersten Blick ein bisschen an die Android App Latitude: Man legt Orte an, an denen man sich regelmäßig bewegt, checkt ein, wenn man diese aufsucht, informiert seine Freunde darüber. Erweitert wird das ganze um den Faktor “addictive Game” – wie bei Farmville oder der guten alten Zombie oder Mafia Application auf Facebook wird das ganze durch ein Gratifikationssystem, dem Sammeln von “Badges” gefördert. Wer am meisten Badges hat, wird zum “Mayor” der Location. Nun, wir werden sehen, ob Spieltrieb oder Datenschutzbedürfnisse siegen. Eines lässt sich jedenfalls schon fix feststellen: Geotagging ist wirklich totally “in”, auch Twitter springt auf den Verortungszug auf.

Pete Cashmore hat noch mehrere Parallelen zwischen Twitter und foursquare.com ausgemacht:

The parallels with Twitter are numerous. As technology early adopter and popular blogger Robert Scoble wrote in September: “Go back three years ago. Twitter was being used by the same crowd that is playing with Foursquare today. (…) This week Foursquare debuted the singular piece that launched Twitter into the stratosphere: an API.

PS: Bis vor kurzem war Foursquare nur für Städte in den USA freigeschalten, nun sind schon einige Städte mehr dabei!

Radiospotting: Web-Präsentation ist online

ritchie aka datadirt Bald ist das Linzer Kulturhauptstadtjahr zu Ende – und eines der spannendsten Projekte ging zwar offline im Oktober zu Ende, ist aber mittlerweile lückenlos online dokumentiert. Beim Projekt Radiospotting präsentierten 13 Autoren ihre Stories an verschiedenen Plätzen mittels lokaler Radiosender:

Seit Paul Watzlawick wissen wir: Kommunikation entsteht beim Empfänger. Diesen Gedanken aufgreifend, werden an 13 Orten in Linz (z.B. Stifterhaus, Nibelungenbrücke, Neuer Dom,…) lokal begrenzte Radiosender Arbeiten von 30 internationalen SoundkünstlerInnen über den Äther schicken. Grundlage für die akustischen Arbeiten waren 13 Orte und deren Geschichten, welche von renommierten oberösterreichischen Autorinnen und Autoren geschrieben wurden. Ohrenzeuge kann dabei jeder werden, der sich mit einem Radio an die einzelnen Orte begibt, die Frequenz einstellt und seine Ohren spitzt.

Unter dem Menüpunkt tune in! kann man nun alle Beiträge auch ohne Linz-Besuch nachlesen und -hören. Auf Radio Fro gab’s eine begleitende Doku-Serie, die einzelnen Beiträge sind ebenfalls online dokumentiert.

Google Chrome OS

Judith aka Linzerschnitte Wir haben bereits im letztwöchigen Panoptikum darüber berichtet: Tod dem Desktop, Tod Microsoft! Dieser Kampfspruch scheint bei Google nicht unter das Mission Statement “don’t be evil” zu fallen. Dem Konkurrenten Microsoft wird einmal mehr gnadenlos der Kampf angesagt, diesmal an seinem angestammten Platz, dem Desktop. Auf dem Desktop verfügt Microsoft über Heimvorteile, darum wird er von Google einfach als redundant erklärt. Das Betriebssystem Chrome OS wird daher in der Cloud, genauer gesagt im Browser angesiedelt. dieses Video erklärt schon mal, wie Google Chrome funktionieren soll.

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Allerdings ist das Chrome OS nicht für Laptops geschaffen: laut Mashable ist ein Solid-State-Drive angeblich Voraussetzung:

Chrome OS doesn’t support drivers and will not run on your laptop: The Google operating system won’t be running on your Dell or Macbook anytime soon – it only works with solid-state hard drives. It is meant for Netbooks. Many hardware manufacturers are going to have to tweak their netbook designs to support Chrome OS.

Dann warte ich vielleicht doch noch ein bisschen mit der Anschaffung eines Netbooks…

Facebook weicht List-Policy auf

ritchie aka datadirt Beim Filtering the Stream Roundtable frage Loic Le Meur Facebook VP Bret Taylor, warum 3rd Party Apps kein Zugriff auf die Freundeslisten gewährt werde – Twitter erlaubt dies. Und wider Erwarten scheint Facebook das tatsächlich vor zu haben:

Taylor said that Le Meur’s request seemed “reasonable” and continued “we should do that.” “We’re not working on that. But we should be,” he continued. So there you go, done deal. Great. It would seem that soon, third parties should have access to the list filters that Facebook uses.

Im Zeitalter von Social Graphs und personalisierter Information spielt dies keine geringe Rolle, denn:

If there were a way to merge Twitter Lists and Facebook Friend Lists, third-party services could provide a valuable new service: Easy-to-make Facebook and Twitter social graph mashups.

Automatic Captions für Youtube Videos

ritchie aka datadirt Am offiziellen Google-Blog wurde letzte Woche bekannt gegeben, dass Youtube Videos ab sofort automatisch erstellte Untertitel anbietet. Seit längerem können Video-Uploader Untertitel anbieten, nun geht Big G in punkto Accessibility mit Voice Recognition Technologie noch einen Schritt weiter:

To help address this challenge, we’ve combined Google’s automatic speech recognition (ASR) technology with the YouTube caption system to offer automatic captions, or auto-caps for short. Auto-caps use the same voice recognition algorithms in Google Voice to automatically generate captions for video. The captions will not always be perfect (check out the video below for an amusing example), but even when they’re off, they can still be helpful—and the technology will continue to improve with time.

Auch das manuelle Untertiteln von Beiträgen wird einfacher: es reicht, ein simples Text-File hochzuladen, das auto-timing Feature sorgt für die Einblendung der Untertitel an der passenden Stelle. Wie das genau funktioniert, zeigt folgendes Demo-Video:

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Facebook becoming lame for young folks?

Judith aka Linzerschnitte Diese berechtigte Frage stammt von niemand geringerem als Guy Kawasaki (bzw. seiner Twitter-Assistentin). Meine Antwort: Ja, ein bisschen schon. Denn nicht nur ältere Schwestern sondern auch Eltern und andere Verwandte und womöglich auch Lehrer, Chefs und Kunden überfluten Facebook zunehmend und stalken bzw. geben das Gefühl, gestalkt zu werden. Manche davon laden einfach die Fotos von Opas letzter Geburtstagsfeier hoch, die einen nicht gerade so cool aussehen lassen, wie man gerne hätte. Doch wie so oft hat das Social Web da auch schon eine Lösung bereit, oder zumindest eine Selbsthilfegruppe. Auf myparentsjoinedfacebook werden Sie geholfen!

So, you finally caved. You’ve accepted a friend request from your Mom, Dad, crazy Aunt Ida, and your college roommate’s newly divorced mother. Well here’s your chance to get back at them for taking away your public privacy.
Email us at: myparentsjoinedfacebook@gmail.com because we want to laugh at your Mom’s ridiculous Facebook status and the embarrassing message your Dad wrote on your wall too!

Blogazines vs. Blog

ritchie aka datadirt “Für jeden Artikel das gleiche Template – das ist doch langweilig!” Das denken sich einige Blogbetreiber mit gesteigerten grafischen Ambitionen und legen ebenso viel Wert auf grafische Gestaltung einzelner Artikel wie auf deren Inhalt. Smashing Magazine hat ein beindruckendes Feature über diese “Blogazines” zusammengestellt – und zwar thematisch passend ebenfalls in aufwendigem Layout. Die Frage ” We have some of the most creative and inspiring designers in our profession, so why don’t we show our true potential in our blog articles?” mag durchaus berechtigt sein, aber Dustin Curtis hat völlig recht mit seiner Anmerkung zu HTML und CSS:

The biggest disadvantage is that CSS and HTML are terrible technologies that weren’t designed for page layout. They were designed for structured content presentation, like for a newspaper, where all the elements throughout the website are the same and are re-used. But I’m trying to make a magazine, where the content and presentation are inextricably mixed and unique. The way presentation CSS is supposed to be decoupled from the content HTML is totally counter to the mission I am trying to accomplish, and it makes coding the articles frustrating, messy and time-consuming.

Agenturfail der Woche: Zertifizierter Social Media Koordinator

Judith aka Linzerschnitte Wo Honig ist, da sind auch (Schmeiß)fliegen. Social Media und seine/ihre Handhabung erfordert vor allem zwei Dinge: grundlegendes Interesse in Kommunikation und einigermaßen normale Umgangsformen. Der Rest kommt von selbst. Aber nicht, wenn es nach einer Salzburger Agentur geht. Da versucht man, aus Social Media eine Profession zu machen – wer also ein paar Wochenende Zeit und läppische 990 Euro investiert, der darf bekommt von der Agentur ein Zertifikat verliehen und darf sich “Social Media Koordinator” nennen/schimpfen. Anmelden kann man sich übrigens auch via Facebook – und der Weg vom Computer-Illiterate zum SM-Star ist ein kurzer:

. In einer drei Tage dauernden Ausbildung erfahren die künftigen Social Media Koordinatoren alles, was sie für eine erfolgreiche Performance im Web 2.0 benötigen.

Buttons mit CSS

ritchie aka datadirt Submit-Buttons, RSS-Buttons, Button-Buttons… Photoshop darf heute mal länger schlafen, denn Onkel Janko holt die große CSS-Bastelkiste aus dem Keller. Genau sowas hab ich gesucht:

Designers have many reasons to style buttons, including to make them more attractive and to enhance usability. One of the most important reasons, though, is that standard buttons can easily be missed by users because they often look similar to elements in their operating system. Here, we present you several techniques and tutorials to help you learn how to style buttons using CSS. We’ll also address usability.

Wirklich tolle Anleitung – demnächst kriegt mein “submit-Button” unter dem Mailinglist-Formular ein neues Styling verpasst! :mrgreen:

Twitter: Zahlen, Fakten, Spekulationen

ritchie aka datadirt “How many roads must a man walk down?” Wir wissen’s bis heute nicht – kein Wunder: immerhin verbläst der Wind die Antwort. In der digitalen Welt bleiben keine solchen Unsicherheiten bestehen. Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wieviele Tweets pro Tag im Durchschnitt verschickt werden? 27,3 Millionen pro Tag sind es, berichtet PR 2.0 basierend auf aktuellen Pingdom-Zahlen. Das macht pro Jahr dann 10 Milliarden Micro-Messages, wobei CNET erst vor einem Monat über das 5-milliardste Tweet berichtete.

Auch bei den Clients gibt’s neue Zahlen: das Web-Interface führt immer noch mit weitem Abstand (46,8 Prozent), ganz und gar nicht dicht gefolgt von Tweetdeck (8,48 Prozent). Seesmic kommt auf 1,1 Prozent, alle anderen Client zusammen erreichen 37,14%. Die ganze Tortengrafik hat ReadWriteWeb.

Ziemlich unsicher ist indes, was mit der SUL, der heiligen “Suggested Users List” geschieht – Twitter will sie, zumindest in der jetzigen Form, los werden:

The benefits to getting on the list are great indeed. Users added to the SUL, gained on average of 53,000 new followers after being on the list for a week and 170,000 within the first month. Some users even gained as many as 370,000 in the first 30 days.

Womit genau, weiß noch niemand – aber die Gerüchteküche über einen Authority-Algorithmus läuft derzeit noch heißer als sonst. Dabei ist doch alles maßlos überschätzt, kontert New Comm Biz häretisch unter dem Titel “Twitter doesn’t create influence, it reaveals it”:

Twitter didn’t make anyone influential. Twitter only exposes and amplifies influence. If you look at the top 100 Twitter accounts, the only person/company that Twitter made influential was @Twitter. Everyone else was already influential in their own right.

Von SuperTweetern geht’s nahtlos zu den Supertweets, Scobleizers neuem Steckenpferd. Twitter will ja definitiv Werbung zulassen, aber die wird, so Scoble, in Form von Metadaten ausgeliefert:

Think about all the metadata that exist OUTSIDE of the Tweet. How about you mouse-over a Tweet to see a new slide-down UI that shows you all the metadata.

Wow – wirklich super! Werbung mit eingebautem Pop-Up Blocker in der Tat “Advertising we love” :mrgreen:

Judiths Video der Woche

Warum spielen Frauen Fußball? Weil es der Fußballplatz der beste weil sozial anerkannte Ort für einen Bitchfight ist:

Ritchies Video der Woche: Ficker oder Nicht-Ficker?

Das ist hier die Frage… [via Web-Newspaper.de] Und genau deshalb fahren wir im Inland mit dem Zug! :evil:

YouTube Preview Image

Lesetipps der Woche

  • “Es bedurfte nur eines Tweets”: Die “Twitterrevolution Iran Election” hat den reflektierten Social Media Nutzer eines gelehrt: Oft ist eine gehypte Revolte auf Twitter nicht mehr als heiße Luft. Doch Social Media kann mächtig sein. Wie mächtig dokumentierte Alan Rusbridger, Chefredakteur der britischen Tageszeitung “The Guardian”. Eine “klassische” PR Firma namens Trafigura und die Anwaltskanzlei Carter-Ruck durften so auf die harte Tour lernen, dass sich die Zeiten geändert haben.
  • Quantenrechner-News: Bis vor kurzem habe ich hinter dem Mond gelebt. Ich wusste nicht, was ein Quantenrechner ist. Nun, wo ich dieses neue, zukünftige Buzzword aufgeschnappt habe, verfolge ich alle News zum Thema. So auch diese. Laut Hype Cycle der Gartner Company wird der Quantenrechner in spätestens 10 Jahren übrigens “the next big thing!.
  • Twitter und Facebook machen jeden zum Affiliate-Marketer, schreibt Gastautor Steve Poland in einem lesenswerten Gast-Posting auf TechCrunch. Bestes Zitat: “The adult industry has always been ahead of the curve, but I digress.”
  • Ikea rules: Es gibt dann auch noch Agenturen, die sich im Bereich des Social Media Marketings ein bisschen mehr einfallen lassen. Was dabei rauskommt, zeigt diese wirklich nette Video.

Und damit sind wir auch schon wieder rasend schnell am panoptischen Fluchtpunkt angelangt, sprich: rückblickend werden wir Ihnen erst wieder in sieben Tagen eine Woche zusammenfasst haben – bis dahin: danke für Ihre Aufmerksamkeit, schönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW46 2009

Die datenschmutz-Redaktion im Blogistan-Panoptikum Fieber: Eifrig wird getippt, verifiziert, herumtelefoniert, Brieftauben bringen Nachrichten aus aller Welt, Ballonfahrer werfen Infopakete über Wien ab – jeden Sonntag bricht erneut Hektik in der Redaktionsstube aus, denn es gilt, Millionen Tweets, Blogbeiträge und Status-Updates in einen einzigen Rückblick zu pressen. Linzerscnitte und datenschmutz haben auch diesen Sonntag wieder für Sie die große Hydraulikpresse angeworfen und begrüßen die hochverehrte Leserschaft zu einem Mitternachts-Snack ins virtuelle Zirkuszelt – fast wie Palazzo, nur ohne Dinner und Artisten.

Twitter-Erbsenzählerei

Judith aka Linzerschnitte Dass Twitter sich im Wachstum befindet, merkt man nicht nur an der ausufernden Berichterstattung der Mainstream-Medien. Wieviele User gibt es aber jetzt genau? Wieviele kommen jeden Monat hinzu? Wieviele Follower hat der durchschnittliche Twitteruser, wie splitten sich seine Tweets in Replies, Retweets und ähnliches -diese Fragen stellen sich neben wirklich an Twitter interessierten Menschen vor allem die vielzählen Social Media Consultants! Und Sistrix war so frei, diesem Bedürfnis Befriedigung zu verschaffen – und wie immer ist die Stichprobe sehr repräsentativ ausgefallen:

Da Twitter sich leider nicht in der Lage sah, mir einen Datenbank-Dump auf einem USB-Stick zuzuschicken, musste ich einen anderen Weg finden, um an eine ausreichende Datengrundlage zu kommen. Glücklicherweise hat Twitter eine recht umfangreiche API, die bei der richtigen Sonne-Mond-Konstellation sogar manchmal funktioniert. Wenn man sich bei Twitter anmeldet, erhält man eine aufsteigende Nummer (ID). Aktuell liegt diese Nummer bei rund 85 Millionen. Ich habe nun ein kleines Script geschrieben, das die Daten von Twitter-Accounts über die API abfragt und speichert. Rund 10% aller Accounts scheinen mir ausreichend, um aussagekräftige Schlüsse zu ziehen.

Das Orakel von Delphi spricht

ritchie aka datadirt Salvia Divinorum habe sich das Orakel von Delphi vor seinen mehrdeutigen Zukunftsprojektionen “reingezogen”, heißt es. Über die Konsumationsgewohnheiten des Teams rund um die Internationale Delphi-Studie 2030: Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien, sicher ist nur so viel:

Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Medien für die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ist größer als je zuvor. Um Einblicke in die langfristigen Entwicklungen dieser Branchen zu erhalten, hat der Münchner Kreis gemeinsam mit dem EICT, Deutsche Telekom und TNS Infratest sowie den Förderern und Unterstützern Siemens, Vodafone, Focus, VDE, SAP, Alcatel-Lucent Stiftung, IBM sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Studien „Zukunft der deutschen IKT“ sowie “Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien” durchgeführt.

Das Baby kam als gesundes PDF-File mit einem Gewicht von 18MB auf die Welt und ist für Eilige auch als Executive Summary verfügbar. Aber nur hier auf datenschmutz gibt’s die Ultra-Executive Frosch-Version, sozusagen die Small-Talk Version fürs Büro:

Haben Sie schon die letzte Woche erschienene Delphi-Studie gelesen? Der “Mediensektor wird durch Digitalisierung nachhaltig beeinflusst und verändert.”

Alternativ-Version für Old Media Verlagshäuser, bei denen aufgrund bevorstehender Kündigungswellen wegen des “Scheiß Internet” (siehe nächsten Beitrag) dieses Bonmot makaber wirken könnte:

Schrottprämie hin oder her: Ich warte noch 504 Monate mit Autokauf! In der letzte Woche erschienen Delphi Studie über das Jahr 2030 steht: “IKT wird im Automobil die Sicherheit und Effizienz erhöhen.”

Viren und ihre Ziele

ritchie aka datadirt Der Preis für den schrägsten Vergleich der Woche geht an Maestro Shoemoney, der von einer National Geographic Docu über den Schweinegrippen-Virus nahtlos zu Online-Businessmodellen überleitet:

One of the things the show also talked about is how many people don’t know that a virus goal actually NOT to kill people. Its goal is to reproduce and sustain life for as long as possible. When it’s living in a human and the human dies then it dies too.
So how does this apply to internet marketing?
Well everyone is trying to create something “viral”. But most of the time they don’t have an end goal. I know some of the most gifted programmers/designers in the world who have created some of the most viral websites on the internet yet can’t figure out how to profit from them.

Twitter automatisiert Retweets – Jetzt wird’s ernst!

Judith aka Linzerschnitte Plötzlich war es da. Und dann auch schon wieder weg. Das von Twitter angekündigte Retweet-Feature gab letzte Woche auf einigen weniger Twitterprofilen ein kurzes Gastspiel, darunter auch auf meinem. Und natürlich hab ich das Retweeten gleich ausprobiert. Bei Mouse-Over erschien auf dem Tweet neben Reply die Option “Retweet”. Nach dem Klicken erschien ein Dialogfenster, und fragte den User, ob man diesen Tweet wirklich retweeten möchte. Nach dem “OK” war der Tweet dann auch schon retweetet – ohne die Möglichkeit des Editierens oder die Notwendigkeit, die Nachricht gegebenenfalls auf 140 Zeichen zu kürzen. Der Retweet erschien nicht in meiner eigenen Timeline, dafür aber in der Timeline meiner Follower. Jedoch nicht mit meinem Avatar, sondern als “Forward” des Originaltweets inklusive mit einem kleinen Textlink (“retweeted by xy”).

Außerdem implementiert tauchte im Sidebar Menü ein neuer ReTweet-Filter auf und kurze Zeit später erschien dort auch ein Link auf ein Feedback-Formular, in dem ich sogleich mein Missfallen über das neue Feature kund tat – mit Erfolg, tags darauf war es verschwunden! (und vorläufig zurückgekehrt am 13.11.);) Digiom machte mich dann auf einen Blogbeitrag von Twitter-CEO Evan Williams aufmerksam, der erklärt, warum die Retweet Funktion so ist, wie sie ist. Besonders interessant und zutreffend fand ich den Absatz über den “Lärm”, den manche notorischen Retweeter verursachen:

Noisiness. Let’s face it: Some people over-retweet. You may be interested in what they personally say, but you don’t need to know about every link and charity cause they pull their RT-happy trigger finger on. The only choice you have today is deciding if the benefit of getting their occasional gems is worth the cost of their retweetarrhea.

Aber auch wenn Retweets eine schlimme Form von “Stream Pollution” sind, editiere ich meine eigenen RTs natürlich, um meinen Senf dazuzugeben. Das Retweet Feature, so wie es bisher geplant war, würde ich wohl nur in manchen Situationen einsetzen – und ansonsten beim klassischen, manuellen “RT” bleiben.

Social Info-Dubletten filtern

ritchie aka datadirt Anomaly Systems arbeiten an einem neuen Projekt, das Geeks helfen will, die Redundanz in der persönlichen Informationsflut einzudämmen, indem Dubletten aus Twitter, Friendfeed und verschiedenen Feed-Quellen eliminiert und zusammengehörige Einträge gruppiert werden. Lous Gray hat Cadmus getestet und ist recht angetan:

In my testing of Cadmus, I found it correctly detected retweets, replies from others to the original sender, copies of tweets sent to FriendFeed, and other topically-related items, even if they did not share keywords. Cadmus was even able to find similar updates that were hours or days apart.
On average, each refresh of Cadmus filtered around 10 percent of my updates. For runs that included 3,000 or so updates, 300 individual items would be grouped or filtered – and testing of a smaller account in the low hundreds also showed a similar 10 percent filter rate. In fact, the more updates I filtered, the higher the percentage filtering would be found. In a run comprising more than 8,000 items, almost 1,000 were “related”.

Tod dem Traffic

Judith aka Linzerschnitte Zeitungen wie “Der Standard” oder “Die Kronenzeitung” haben nach dem Tod von Jörg Haider und Michael Jackson schnell Dossiers über die verstorbenen Persönlichkeiten online gestellt und diese mit Google Adwords beworben. Sie wollten gefunden werden, sie wollten Traffic und User auf ihre Seiten locken. Das wollen eigentlich alle Medienunternehmen. Alle, nein einen großen Medienkonzern gibt es da, der sich wohl demnächst einen Consultant in Sachen “Negative SEO” (Copyright @navofignorance) suchen wird: Rupert Murdoch. Er hat die Nase voll davon, dass die “content kleptomaniacs” Google & Co. seinen hochwertigen journalistischen Content einfach zu Customized Online-Newspapers zusammenwürfelt. Darum will er seinen Content nun …verstecken.

Und Douglas Rushkoff, Professor für Media Studies findet diese Idee gut:

Of course, Murdoch’s remarks are really just a trial balloon. He has initiated a conversation—but one that few of us are in a position to back up with a multibillion-dollar media empire. By suggesting that he is ready to pull the plug on universally searchable news, he is inviting other publishers in the same position to consider taking the same leap.

Mal sehen, ob die anderen Lemminge Rupert Murdoch folgen würden…

Es trendet schon wieder, aber diesmal lokal

ritchie aka datadirt Dass Twitter in absehbarer Zeit Geo-Info in Tweets integrieren will, wurde bereits im August angekündigt – nun zeichnet sich ab, dass die neue API-Funktionen auf absehbare Zeit jedem Städtchen sein eigenes Trendbarometer verschaffen wird, wie Ben Parr auf Mashable berichtet:

The new API will open up the ability for Twitter apps to figure out what’s trending in a pre-defined set of locations. This means that while San Francisco will almost certainly have a set of local trends, my hometown of Princeton, IL (7200 residents) probably will not, at least in the beginning.

Dazu passt auch ganz hervorragend der Beitrag How Social Media is taking the News local von Leah Betancourt, ebenfalls auf Mashable:

“I sense inevitability is setting in with media companies with regard to social media. Those that thought… it was a fad that would quickly fade away are beginning to resolve themselves to the cold reality that social media is here to stay and will have to play a role in news coverage and audience building for a long time to come,” Briggs said.

Das Thema Bürgerjournalismus haben wir auch am World Blogging Forum ausführlich diskutiert – Tenor: die Tools und Möglichkeiten sind, wie die ökonomischen Grundlagen einer partizipativen Berichterstattung aussehen können, ist dagegen noch recht unklar: erste Versuche mit Beteiligung der User an den Werbeeinnahmen verlaufen für alle Beteiligten bislang noch nicht übermäßig einträglich.

Betriebssystem, verchromt

ritchie aka datadirt Chrome OS wird innerhalb einer Woche zum Download bereit stehen, weiß Michael Arrington. Googles im Juli angekündigten PC-Betriebssystem dürfte damit wohl das raschest entwickelte OS aller Zeiten sein. Über den Umfang der unterstützten Hardware sind noch keine Details bekannt, sicher ist aber, dass vorerst nur bestimmte Devices unterstützt werden:

We expect Google will be careful with messaging around the launch, and endorse a small set of devices for installation. EEE PC netbooks, for example, may be one set of devices that Google will say are ready to use Chrome OS. There will likely be others as well, but don’t expect to be able to install it on whatever laptop or desktop machine you have from day one. Google has previously said they are working with Acer, Adobe, ASUS, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments, and Toshiba on the project.

Über genaue Details der Softwarearchitektur ist bislang wenig bekannt. Big G entwickelt sein OS allerdings nicht von Null auf, sondern es beruht auf einem nicht näher spezifizierten Linux-Kernel. Avisiert wird die immer populärere Gruppe der Netbooks, deren Löwenanteil immer noch mit dem 8 Jahre alten XP auskommen muss. Chrome OS dagegen soll schlank und ressourcenschonend sein und dem Chrome-Browser eine optimale Systemumgebung bieten. Ich bin da relativ skeptisch, da es mir wesentlich wichtiger ist, gewohnte Software auch am Netbook verwenden zu können – das erfordert zwar in vielen Fällen etwas mehr Geduld als am Desktop, erhöht den Unterwegs-Nutzwert aber immens. Mehr über Google Chrome erfährt man in diesem TechCrunch Beitrag.

Sie nennen es Sprouten

ritchie aka datadirt Das neue Social-Network für Unternehmer und KMUs konzentriert sich ganz auf die berufliche Seite des Microblogging-Lebens und stellt daher konsequenterweise auch die Frage: “What are you working on?” statt “What are you doing?” Es reicht ohnehin schon Echtzeit-geplagten Entrepreneuren also nicht mehr, sich mit LinkedIn Messages zu bombardieren, weiß The next web:

Sarah Prevette, the founder and CEO, believes that “Sprouter can provide the forum for real-time networking and collaboration so everyone can benefit from mistakes and successes.”. Indeed it does and after it’s beta launch back in August 2009, it’s providing it’s user with a unique space to market themselves, their ideas and businesses.

Mit anderen Worten: das Zeitalter der EPUs ist vorüber, denn kein KMU kann in Zukunft auf einen CSO – Chief Sprouting Officer verzichten können. Einziges Distinktionskriterium gegenüber dem großen Vorbild: Sprouter beherrscht Threading, also die von Foren gewöhnte Einrückung zusammengehöriger Konversationen. Der Name steht für “Keim, Spross, Trieb” – ich bezweifle allerdings stark, dass die Business-Welt ein eigenes Twitter-Network braucht. Prädikat: “Sprout Inhibition” (Keimungsunterdrückung)

The ConversationList

Judith aka Linzerschnitte Wenige Wochen nach ihrer Einführung ist es schon wieder ruhig um die Twitterlisten geworden. So richtig kann wohl niemand was damit anfangen. Oder doch?
The Conversation-List ist in etwa die Anti-These zur Karteileichen-Liste – dort finden sich 25 oder mehr Personen, mit oder über die man im Gespräch ist.

The list is automatically updated daily, so that it always reflects the people that you are paying attention to right now. If you @reply (or @mention) someone, they’re added to your list. If you stop talking to that person, they drop off your list.

Klingt nett, installiert sich quasi wie von selbst, und kann auch einfach wieder entfernt werden. Hilft’s nix, schadet’s nix: conversationlist.com.

PS: schon irgendwer einen echten Nutzen für die Twitterlists entdeckt? JohnOn geht ja beinhart davon aus, dass Google Twitter bald für 6 Milliarden gekauft haben wird müssen:

That’s the headline I think we’ll see soon enough, when Google gets over itself and swallows the bitter pill. The mistake was already made… more than once… when Google failed to truly demonstrate the value of Twitter to its future. Had it offered a sweet enough deal, it could have bought Twitter before. Everyone has a price. But with each passing week, Google (and the rest of us) see more and more clearly just how essential Twitter is to Google’s future. And each week, the cost of acquiring Twitter goes up.

Die schlimmste aller Fragen

ritchie aka datadirt …hat Christ Walker der Cyber-Entität Scobleizer gestellt, noch dazu auf Twitter: Any advice on getting followers?

It’s the worst question in social media. Sorry Chris for picking on your question. It’s actually a question lots of people wonder, but it’s the kind of thing that no one really can answer.
Why?
Because we’re not in control of who follows us. So, I’d rather not think about it. I rather think about things I CAN control. What are those?
1. What I write about.
2. Who I follow.
3. Who I hang out with.
4. The lists I follow and steal from.

Also bitte, lieber Scoble: Wer stiehlt denn? Wir remixen doch bloß!

Scheiß-Internet-Preis für die Grünen

ritchie aka datadirt Die Grünen sammeln Auszeichnungen wie andere Parteien Strafzettel in Brüssel. Durften sich die an Einmischung in in- und oder externe Affären wenig interessierte Partei in diesem Jahr bereits für die Forderung nach Internet-Sperren bereits über den Big Brother Jackpot freuen, so knallten gestern erneut die Korken:

Die Wiener Grünen sind die ersten Träger des Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten. Er belohnt sie für das “Kommunikationsdesaster” rund um die Grünen-Vorwahlen. Durch die Ablehnung eines Teils interessierter Nichtmitglieder zur aktiven Teilnahme an den parteiinternen Abstimmungen über die Kandidaten für die kommende Gemeinderatswahl hat die Partei einen Teil der Wiener Webszene enttäuscht.

Es kann nicht leicht gewesen sein, sich gegen diese übermächtige Konkurrenz durchzusetzen, und ich beneide die Jury nicht um die gewiss schwierige Entscheidungsfindung. Und die Nominierungsliste hat es definitiv verdient, an dieser Stelle in voller Länge wieder gegeben zu werden:

1. Nominierung: die ORF ON-Direktoren für 15 Jahre fehlende Barrierefreiheit im Scheißinternet und generelle Ignoranz; denn ORF ON endet als Versorgungspostenpool, der sich in der Konzeption von ORF-Dörfern und TV-Theken ergeht, anstatt eine umfassende Internetstrategie zu entwickeln.

2. Nominierung: Plagiatsjäger Stefan Weber für seine Leistungen als Blockwart eines konservativen Wissenschaftsbetriebes, der Studierenden Dummheit und Internetkriminalität vorwirft, anstatt Überlegungen über einen zeitgenössischen Wissenschaftsbetrieb des Web 3.0 zu machen.

3. Nominierung: der Bühnenabend “Menschmaschine” im Rabenhof in der Kategorie fehlgeleitetes Infotainment für die Leistung, das Web 2.0 auf die Formel “Beidlwitze” zu reduzieren.

4. Nominierung: Ibrahim Evsan – stellvertretend für alle Social Media Gurus, die den Übergriff der Technik (“Fixierungscode”) predigen und gut daran verdienen.

5. Nominierung: Armin Thurnher in der Kategorie beleidigter Leitartikler; große Verdienste um die österreichische Medienlandschaft sind noch lange kein Freibrief für unreflektiertes Gegrantel.

6. Nominierung in der Kategorie Abmahnwahn: Jako und Jack Wolfskin für ihren unglaublichen juristischen Umgang mit Kleinst-Bloggern und Hobby-Bastlern mit Netzzugang

7. Nominierung in der Kategorie ProfilneurosendistinktionsgewinnlerInnen: ein paar KolumnistInnen (u.a. Doris Knecht und Polly Adler/Angelika Hager) für ihre medialen Anti-Social-Media-Koketterien.

8. Nominierung: die Wiener Grünen für ihre missglückte politische Kommunikation im Netz und das Verpassen einer einmaligen Chance.

9. Nominierung: Franz Medwenitsch für seine jahrelange Tätigkeit als Blockierer von fairen Verwertungsmodellen und diesbezüglicher lobbyistischer Begleitung von allen Gesetzesnovellen auf staatlicher und gemeinschaftlicher Ebene.

10. Nominierung: Wolfgang Schüssel – fürs Lebenswerk in der Bereitung internetfreier Minuten, denn er strafte die von ihm ungeliebte “Internetgeneration” mit einer miserablen Telekom-Regulierungspolitik ab.

Wenn Häuser sich schlafen legen

ritchie aka datadirt Nein, es gibt wirklich kaum eine bessere Metapher für die Krise der Immobilienindustrie – und wären die Häuser näher beieinander gestanden, dann hätte es auch noch einen Domino-Effekt gegeben. Was genau hier [Foto] passiert ist, weiß Mish [via @muesli]:

  1. An underground garage was being dug on the south side, to a depth of 4.6 meters.
  2. The excavated dirt was being piled up on the north side, to a height of 10 meters.
  3. The building experienced uneven lateral pressure from south and north.
  4. This resulted in a lateral pressure of 3,000 tons, which was greater than what the pilings could tolerate. Thus the building toppled over in the southerly direction.

Judiths Video der Woche: Katzencontent, again!

Clean your screen. Wenn ich meine Katze dazu überreden könnte, das zu machen… ach wäre das Leben schön.

Ritchies Video der Woche

Vielleicht kann Religion die Menschheit doch noch retten – zumindest drängt sich dieser Gedanken bei Jesus 2000 auf:

Aber damit’s nicht heißt, ich würde hier im Panoptikum bloß religiösen Fanatismus verbreiten, hier noch eine Perle von Rocketboom, nämlich die Kulturgeschichte des beliebten Audio-Produktions-Plugins Autotune. Merke: It’s not a vocoder!

Lesetipps der Woche

  • Der Social Officer soll den Corporate-Dampfer sicher durch stürmische Twitter-Wogen lenken, doch wie findet man ihn? So nicht, mein altitudebranding.com
  • Gaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Und vor allem: glaube nie, was in einer Nielsen Umfrage steht. Demnach befindet sich der US-TV-Konsum nämlich auf einem All-Time-High, gegen das Amy Winehouse nüchtern wirkt.
  • Tod den Holzmedien: Zuerst waren es die Zeitungsverlagen, jetzt geht das Virus auf die klassischen Verlage über: Tod dem bedruckten Holz, diesmal ist der Gemischtwarenhändler und Kindle-Schöpfer Amazon schuld. Denn den Verlagen laufen die Autoren weg, geradewegs in Amazons Arme. Ob die Autoren von den üblichen Shares wissen? 70: 30 zu Gunsten des Verlages?
  • Twitter Microsyntax – Die Fortsetzung: Der “Erfinder” des Hashtags, Chris alias Factory Joe, schlägt einige neue Zeichen für Twitter vor! Genau, wenn man etwas verkomplizieren vereinfachen kann, soll man es selbstverständlich tun! Lasst uns eine Microfachsprache kreieren, damit uns endlich niemand mehr versteht und die Twitter Coaches ein neues Seminarbetätigungsfeld finden.

Und das war auch schon wieder unser wilder Galopp-Ritt durch sieben Tage Social Media. Danke für Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und lassen Sie sich auch weiterhin nicht durch Echtzeitmedien vom Panoptikum-Konsum abhalten – und vor allem nicht von Kommentare und Anregungen. Wir wünschen schöne restliche Sonntagsminuten, einen erquicklichen Wochenbeginn und lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
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Blogistan Panoptikum KW45 2009

Willkommen zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datenschmutz. Viel Wundersames gibt es diese Woche wieder zu berichten von Twitter Listen, Wave-Anleitungen und Social Media Kampagnen. Ritchie fliegt übrigens morgen zum World Blogging Forum und wird live vom der Konferenz berichten, allerdings nicht hier, sondern ausschließlich auf datadirt.net, damit die nicht-deutschsprachige Web 2.0 Interessierte und Konferenzbesucher ebenfalls mitlesen können. Aber nun ohne weitere Umschweife zu unseren Highlights aus den letzten sieben Tagen Social Media Wahnsinn:


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Blogistan Panoptikum KW44 2009

Nach der urlaubsbedingten Pause geht es heute an dieser Stelle wieder mit dem gemeinsamen Wochenrückblick von Linzerschnitte und datenschmutz weiter. Unvorstellbares hat sich schon wieder zugetragen: Twitter unterstützt mit der neuen Funktion “Lists” ein Komfortfeature, mit dem avanciertere Clients schon lange glänzen, die deutsche Regierung steht zur 2-Klassen-Medizin und die 2. Klasse kriegt zukünftig nur mehr Soylent Green. Aber wir greifen schon wieder davor, dabei sollten wir doch eigentlich zurückblicken!

The revolution has been televised (copyright by @digiom)

Judith aka Linzerschnitte Ja, jetzt ist es endlich soweit: Auch wir Österreicher dürfen bei der Cloud-Revolution mitspielen! Lange haben wir uns leid gesehen, nun darf auf auch hierzulande eine Web 2.0-Revolution exekutiert werden! Mit allem, was zum Web 2.0 dazugehört: Facebook Gruppen, Flickr, Twitter, Hashtags, Blogs, Wikis, Livestreams. Auch würde es Inhalte geben, wurde kolportiert. [/Sarkasmus]

Seit 10 Tagen wird das Wiener Audimax besetzt, und was da an Protestinfrastruktur aus dem Boden gestampft wurde ist ziemlich beeindruckend. So sehr, dass die Medienberichterstattung sowohl in Old- als auch in New Media sich mehr um Livestreams, Voküs und Facebook-Gruppen zu drehen scheint, als um Inhalte. Doch darüber sind alle sich einig: Die Uni-Besetzer in ganz Österreich kann man nur unterstützen. Die Zustände an den Unis sind schon lange unerträglich und die Unterzeichnung der Bologna-Erklärung kommt rückwirkend gesehen einem bildungspolitischen Waterloo gleich. Mein persönliches aktuelles Frusterlebnis in Sachen Bologna-reformierte Uni: Die neuen, verschulten Studiengänge schließen berufsbegleitendes Studieren vollständig aus.

audimax-besetzungGenauso tragisch ist der völlige Ausschluß von Studenten und Mittelbau aus sämtlichen entscheidenen Gremien, eine kleine Entdemokratisierung, die uns die schwarz-blaue Koalition vor 8 Jahren bescherte. Und wer so etwas wie das akademische Schlußlicht Europas ist, sollte universitäre Platzprobleme nicht mit Zugangsbeschränkungen lösen. Denn hätte es in den späten 90er Jahren Zugangsbeschränkungen gegeben, hätten wohl viele Jugendliche wie ich, die nicht aus Akademikerfamilien stammen, niemals den Entschluß gefasst, sich das mit dem Studium mal anzusehen. Gegen die Einführung der Studiengebühren hab ich schon vor Jahren demonstriert – dann allerdings meine Meinung revidiert: Nach Einführung der Studiengebühren habe ich (wenn auch zeitversetzt) doch einige merkliche Verbesserungen an den Unis gesehen und würde Studiengebühren kombiniert mit einem entsprechenden Stipendienwesen durchaus für sinnvoll erachten. Zum Thema “Sexismus an Unis” fällt mir fast nur eins ein: Niemals wieder ist mir an einem Ort so wenig Sexismus untergekommen, wie an der Uni – zumindest aus Studentensicht. Davon abgesehen hat dieses Thema mit dem Kern der Debatte wenig bis nichts zu tun.

Nichtsdestotrotz ist aber auch die Slacktivism Rate bei #unibrennt ziemlich hoch. Fast 24.000 Unterstützer auf Facebook, 1.300 weitere bei der Gruppe “ArbeitnehmerInnen unterstützen die Uni-Proteste”. Klingt großartig. Bei einer geplanten Kundgebung der “ArbeitnehmerInnen” am Nachmittag des 1.11.2009 sind dann von 130 fix angemeldeten und 200 “maybes” knapp 15 Leute erschienen. Und im Audimax auf etwa 50 weitere Besetzer gestoßen. Nicht verwunderlich, neun Tage Besetzung und Protest fordern ihren Tribute. Aber mal ehrlich: in Österreich gibt es knapp 200.000 Studierende – sind alle bisher zuhause gebliebenen mit den Zuständen an Österreichs Unis zufrieden?! Also, Ärsche hoch, Freunde, so schnell kommt die Gelegenheit nicht wieder, etwas verändern zu können – oder es zumindest zu versuchen.

Bleibt nur mehr zu hoffen, dass die Revolution und ihre Basisdemokratie nicht ihre Kinder frisst. Amen.

PS: Wer real unterstützen will: http://wiki.unsereuni.at
Wer lieber beim Slacktivism bleibt: Facebook Gruppe “Unsere Uni”, Facebook Gruppe “ArbeitnehmerInnen unterstützen Uni-Proteste”, Facebook Page TU Wien brennt
Twitter: @ugrazbrennt
www.unsereuni.at
FlickR: Uni brennt, FlickR Gruppe

Facebook wird weniger viral

ritchie aka datadirt Zynga und Playfish, die zwei größten Anbieter von Social Games auf Facebook, haben gut lachen: sie erzielen mit ihren Spielchen Millioneneinkommen, während Host Facebook noch immer keine positiven Cash-Flow generiert. Die diversen Notification-Messages sollen zukünftig gravierend eingeschränkt werden, wie VentureBeat berichtet:

Facebook is having one-on-one meetings with some of its larger developers detailing a series of changes that could significantly affect the way applications are spread through the social network. […] From what we hear, Facebook is reshuffling all the traditional channels like notifications and requests that developers use to reach new users and tucking them away in harder-to-reach parts of the Web site. The idea is to give users more control over the information they see on their homepage.

Kurz gesagt Spiele werden sich nicht mehr so einfach viral verbreiten, und mit den nervigen Dauer-Requests dürfte auch bald Schluss sein. VentureBeat kennt noch mehr Details: so sollen alle Notifications mittelfristig in die Inbox wandern. Spielehersteller werden sich zukünftig als verstärkt auf bezahlte Werbung verlassen müssen, um ihr Publikum zu finden.

Gemeinsame Feinde verbinden

ritchie aka datadirt Gerald Wagner hat in der FAZ über Facebook nachgedacht und bringt unter dem mehr als hochtrabenden Titel “Eine Soziologie von Facebook” einige relativ lose Gedanken zum Ausdruck. Von der provokanten Eingangsfrage bis zu ihrer Beantwortung braucht der Autor aber gerade mal einen Absatz:

Facebook ist zum neuen Leitmedium des Internets geworden. Lernen wir von Facebook entscheidende Verschiebungen im Sozialen, neue Vergesellschaftungsformen, gar auf Kosten der alten?
[…]
Sollte Facebook, wie es vielerorts behauptet wird, stellvertretend für eine Kultur der “neuen Verknüpfungsformen” stehen, wäre es eine Verbindung von größter Beliebigkeit mit Folgenlosigkeit.

Der Essay ist unbedingt lesenswert, weil er in seiner bemerkenswert verständnislosen Kritik das größte Social Network mit einer Art Personenregister verwechselt und dann zum Schluss kommt, dieses funktioniere nicht so gut wie ein Polizeicomputer:

Ist das Insistieren auf dem Recht auf Neuanfänge, auf Häutungen und Brüche im Leben nicht viel zeitgemäßer als das bleischwere Herumwühlen von Facebook in meiner Vergangenheit? Sind wir nicht gerade darum in den Achtzigern nach Berlin gegangen? Nicht bei Facebook. Mit fröhlicher Penetranz zieht es aus entlegenen Winkeln meiner Biographie einen Kronzeugen der Kontinuität hervor. Es gibt kein nachtragenderes Medium. Damit beharrt dieses Netzwerk eigentlich auf einem Leitmotiv der qualitativen Sozialforschung, nämlich von der narrativen Identität der Persönlichkeit auszugehen. Das Netz verspricht, jedem seine Geschichte erzählen zu können. Dass die auf ein paar durchquerte Institutionen und verblichene Gesichter zusammenschrumpft, scheint keinen Unterschied zu machen.

Ich jedenfalls habe noch keine Beschwerde darüber gehört, dass ein “Telefonbuch ja bloß Nummern, Namen und Adressen enthält”.

Stehst du auf der Liste?

Judith aka Linzerschnitte Dieser Satz hat nun eine völlig neue Bedeutung: Waren bisher meistens Gratiseintritte zu mehr oder weniger exklusiven Events mit dieser Frage in Verbindung zu bringen, geht es nun darum, auf möglichst vielen Twitterlisten zu stehen – und wenn nicht dass, dann wenigstens möglichst viele Twitterlisten anzulegen. Twitterlists gibt den Usern die Möglichkeit, mehrere Tweeper thematisch zu filtern und diese Listen beliebig zu betiteln. Alle Infos dazu gibt’s am offiziellen Twitter Blog.

Tweetdeck und Seesmic Desktop User haben bei den Twitterlists wahrscheinlich eh nur gelangweilt gegähnt, kennen beide Clients das Feature unter der Bezeichnung “groups” ja schon länger. Bald soll auch eine Synchronisation via Twitter API möglich sein.

Ach ja, und wer schon immer mal in San Francisco beim coolsten Startup der Welt arbeiten wollte – Twitter is hiring!

Air 2.0 in Adobes Pipeline

ritchie aka datadirt Nicht bloß heiße Luft: AIR hat sich als beliebte Plattform für Social Media Clients fest etabliert, mit der zweiten Auflage wollen die Adobe Labs ihrem Framework neue Features verpassen. ReadWriteWeb weiß, warum effizienterer Umfang mit Speicherressourcen dringend notwendig ist:

The New York Times for example, one of the most new-media capable old-school institutions in the US, recently asked its staff to stop using the AIR app Tweetdeck because it’s such a memory hog. That’s probably one of the reasons why Times staff appears to be posting to Twitter less these days.

Weiters wird AIR 2.0 Multitouch-Gesten und lokales Audio-Encoding beherrschen – bis zum Release werden aber noch einige Panoptika ins Land ziehen, Adobe plant die erste Jahreshälfte 2010 an. Jede Menge nicht unbedingt nützlicher, aber zumindest hübscher Air-Applikationen findet man übrigens auf refreshingapps.com/.

Suchergebnis-Reputation-Management

ritchie aka datadirt Große neue Erkenntnisse hat der Beitrag im offiziellen Google Blog auch nicht zu bieten – zumindest der Tipp “zuerst nachdenken, dann veröffentlichen” kann getrost als alter Hut gelten:

The first step in reputation management is preemptive: Think twice before putting your personal information online.

Interessanter ist das schon der Teil übers “proaktive Publizieren”: wenn man lästige Infos schon nicht los wird, weil der Webmaster der Drittseite partout nicht agieren will, muss man eben gegensteuern. Google empfiehlt dazu unter anderem, eine öffentliche Profilseite im eigenen Haus anzulegen: in der Tat eine oft übersehene Funktion, die das Potential hat, mittelfristig Xing und LinkedIn überflüssig zu machen.

Der Post-Journalismus Journalismus

ritchie aka datadirt Doc Searl berichtet über eine Round-Table Diskussion zum Thema “Geld verdienen mit Medien im 21. Jahrhundert”, an der unter anderem Sherry Turkle und Virginia Postrel teilnahmen. Die Zusammenfassung ist unbedingt lesenswert und fasst die Verwobenheit von Technologie, Wirtschaftsorganisation und Medienmodellen sehr gut zusammen:

he Net employs a principle called end-to-end. Among other things, it assumes that the bulk of intelligence is at the ends of the network — with people and the devices serving them — rather than in the middle, where the phone companies used to be, back when they thought, as old-fashioned formerly modern industrial companies, that most of the network’s intelligence should reside, and make decisions for us.

Mobile Themes für WordPress.com Blogs

ritchie aka datadirt WordPress.com Blogs sind ab sofort standardmäßig mit Mobile Themes ausgestattet, wie ReadWriteWeb berichtet. Zwar kommen moderne Smartphone mit leistungsfähigen Browsern, doch allein schon aufgrund des kleineren Displays und der schnelleren Ladezeiten empfehlen sich optimierte Templates. Wer sein Blog selbst hostet, hat die Qual der Wahl zwischen dem iPhone-optimierten WPTouch und Carrington Mobile. Beide Themes kommen als Plugins daher und lassen sich in Windeseile konfigurieren. Denn:

From the slow emergence of mobile reading and publishing to the unwillingness of carriers to solve bandwidth problems, it’s clear that the mobile web is still in its very early stages. For now, little things like this make a very big difference.

Kühe furzen zuviel

ritchie aka datadirt So manches langgezogene “Muhhhh!” könnte in Wahrheit ein klimaschädigender Darmwind sein, glaubt man Lord Stern, einer der “führenden Experten für Klimawandel” (wobei ich mir sicher bin, wodurch genau sich Expertentum in diesem Bereich auszeichnet). Als er jung war, gab’s noch lustige Promille-Straßenrennen, bald wird einem die Polizei den Führerschein auch ab 0,5 Gramm tierischem Eiweiß in der Atemluft abnehmen:

Und er prophezeit gar, dass der Fleischverzehr in Zukunft gesellschaftlich so geächtet sein wird, wie es heute das Autofahren in betrunkenem Zustand ist. “Ich bin jetzt 61 und die Einstellung gegenüber Alkohol am Steuer hat sich seit meiner Studentenzeit radikal verändert”, so Lord Stern. Der Ökonom rät den Teilnehmern der Weltklimakonferenz Ende Dezember in Kopenhagen, darauf hinzuwirken, dass die Preise für Fleisch erhöht werden.

Das Methan der Kühe (CH4) sei als Treibhausgas 21mal effektiver als jenes furchtbar schädliche CO2, das beispielsweise Menschen beim Ausatmen produzieren. Wollen wir bis Ende des Monats eine unmittelbar bevorstehende Klimakatastrophe verhindern, gibt’s also nur zwei Varianten: entweder werden *alle* bis Ende der Woche Vegetarier. Vorher gibt’s aber noch eine große Schlachtplatte samt Café Latte, die ganzen Kühe müssen ja weg. Oder die Franzosen hören auf, soviel alten Käse zu essen – das könnte der Menschheit eine Verschnaufpause von mehreren Jahrzehnten verschaffen.

Keine Alternative zur Schweinegrippe in Sicht

ritchie aka datadirt Was als relativ harmloser Twitter-Virus begann, entwickelte sich zu einem medialen Flächenbrand, an dem selbst Telepolis nicht mehr vorbei kommt:

In Deutschland zieht das Zwei-Klassen-System nun ganz offiziell als Regierungspolitik ein. Während die Regierung für das gemeine Volk 50 Millionen Pandemrix-Impfdosen mit Wirkverstärker vom Pharmakonzern Glaxosmithkline bestellte, orderte man für das Kabinett, die Bundesbehörden und die Bundeswehr 200.000 Celvapan-Impfdosen von Baxter. Sie sind ohne Wirkverstärker und sollen verträglicher sein.

Ein einziges PR-Desaster, diese Schweinegrippe – nach der jahrhundertelangen Ächtung des Schweinefleisch durch Moslems nun das: kein Wunder, das Verschwörungstheoretiker komplexe Pläne vermuten. Die Welt Online hat umfassend recherchiert:

So schnell wie die Schweingrippe verbreiten sich wilde Theorien dazu: Tote Schweine in China, fiese Industriefarmen in Mexiko sowie eine Verschwörung von al-Qaida und mexikanischen Drogenkartellen – all dies sind nur einige der Erklärungsversuche, die sich um den Ausbruch der Krankheit ranken.

Eines steht jedenfalls fest – exotische Tiere sind wenig gefährdet, ein mm>Schneckenschnupfen oder Hummer Hirnsausen eigenen sich nicht für die Massenhysterisierung. Doch ich zittere mit Alinaluna um die armen Lämmchen:

Mal gibt’s die Vogelgrippe-Heute kräht kein Hahn mehr danach….
Vormals war es BSE …..Die Kuh macht auch kein Muh mehr…..
Ich warte bis das mit den Schweinen vorbei ist denn dann kommt die Schafseuche….Mäh.

Foto der Woche

Judith aka Linzerschnitte Halloween ist nicht jedermanns Sache. Ich verweigere mich dem jährlichen Kürbis-Zirkus aus Prinzip. Aber dieses Foto fand ich dann echt genial. (Copyright by Burt Zinsler / Facebook):

facebook-burt-zinsler

Ritchies Video der Woche: Found Footage: San Francisco 1958

Das folgende Material hat Jeff Altman im Nachlass seines Großvaters gefunden – die 50er-Jahre Aufnahmen der Fahrt durch San Fran versprühen einen ganz besonderen Retro-Charme:

Judiths Video der Woche

Sonnenuntergänge am Meer hat jeder schon mal gesehen – aber wohl kaum jemand hat sich daran jemals sattgesehen. Schon gar keine käsigen, sonnenunverwöhnten Ösi-Touristen am Strand von El Palmar an der Costa de la Luz, Spanien.

Lesetipps der Woche

  • “Pumpkin-Carving” ist eine Kunst, die geübt sein will: Mashable hat unter anderem einen WordPress- und einen RSS-Kürbis zu bieten.
  • Scobble mag den Google Reader nicht mehr, denn der sei langsam und mühsam in punkto Freundesverwaltung, sagt Robert.
  • Digg kauft WeFollow und will die Echtzeit-Fähigkeiten mit dem Twitter-Portal steigern (TechCrunch).
  • Das neue Social Network, für jene, denen Social Networks schon beim Halse raushängen… alleinr!
  • Nicht ganz so prominent gelegen, wie der neue Helmut-Zilk-Platz mitten in Wien, aber immerhin: Nach Twitter wurde bereits eine Straße benannt.
  • Nein, nicht nur den öffentlich-rechtlichen Sendern und dem armen Professor Hademar Bankhofer soll die gute alte Schleichwerbung verboten werden – auch Blogger sollen in Zukunft Ethik vor SCHGGG (Schleichwerbung für Geile Gratis Gadgets) verboten sein… Anm. von dd: fda!!! (full disclosure always :mrgreen:)

Und das war’s auch schon wieder mit dem Zurückschauen auf 7 Tage mal 24 Stunden mal 60 Minute mal 60 Sekunden, also 604.800 Blogosphärenwochen-Momente. Danke für Ihre hochgeschätzte Aufmerksamkeit, bleiben Sie uns und unserem RSS-Feed treu! Linzerschnitte und datenschmutz wünschen immens erkleckliche Restsonntagsminuten und einen grandiosen Start in die kommende Woche – wir treffen uns morgen im Social Web.

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Blogistan Panoptikum KW41 2009

Willkommen zur wöchentlichen wilden Achterbahnfahrt durch die High- und Lowlights einer Woche Blogosphären-Business. Und in der Tat trugen sich in den seit letztem Sonntag vergangenen 10.080 Minuten wunderliche Dinge zu. Ihre aufmerksamen Chronisten Linzerschnitte und datadirt haben wie jede Woche die virtuellen Bleistifte gespitzt und einige Anekdoten für Sie zusammengetragen. Übrigens entsteht dieses Panoptikum noch immer im totalen Old-School Modus via Google Docs – aber die müde, überreizte Generation der 30Jährigen braucht eben etwas länger zum Umstieg auf Wave :mrgreen:

Virtuelle Vermächtnisse wie verwalten?

ritchie aka datadirt Wir lachen, weinen, lernen, kommunizieren und leben im Netz. Aber das Leben endet bekanntlich irgendwann. Freitag.de stellt die spannende Frage, was im Fall des Ablebens denn eigentlich mit unserem digitalen Vermächtnis geschieht:

Obwohl immer mehr Menschen ihr Leben online führen, kümmert sich kaum jemand darum, was nach dem eigenen Ausloggen für die Ewigkeit mit dem digitalen Nachlass geschehen soll. Versäumte Vorkehrungen für das digitale Nachleben können den Hinterbliebenen, denen es obliegt, die Angelegenheiten der Verstorbenen zu regeln, allerdings erhebliche Probleme bereiten. So kann es sich ohne Passwörter und Usernamen schwierig gestalten, Zugang zu wertvollen Webdomains oder Online-Accounts oder auch bloß zu auf dem PC gespeicherten Fotos und Dokumenten zu bekommen.

Dabei handelt es sich nicht unbedingt bloß um Memorabilien von persönlichem Wert – wie der Artikel schildert, kann sich etwa der Zugriff auf ein PayPal-Konto im Todesfall ganz schön schwierig gestalten, was allerdings keine Überraschung ist, denn schließlich müssen sich derartige Dienstleister vor Betrugsversuchen absichern. Dass Internet ist erst seit vergleichsweise kurzer Zeit ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens und letztendlich auch Besitzes, und im englischsprachigen Raum gibt es bereits erste virtuelle “Nachlassverwalter-Services”. Im Medienkunst-Kontext war meines Wissens nach der etay Sarcophagus – Mission Eternity das erste Projekt, welches die Frage nach dem “digitalen Vermächtnis” thematisierte. Man kann das ganze natürlich auch wesentlich pragmatischer angehen: es ist sicherlich keine blöde Idee, einer vertrauenswürdigen Person einen USB-Stick mit allen relevanten Infos und Passwörtern (die Software Keepass eignet sich sehr gut dafür) zu geben – und falls mit dem Vertrauen dann doch nicht so weit her ist, kann man die Daten problemlos mit einem Master-Passwort sichern und dieses gemeinsam mit dem Testament hinterlegen.

Google Cloudboard

Judith aka Linzerschnitte Während ich mir noch überlege, wozu ich eigentlich Google Wave einsetzen könnte (noch dazu, wo in meinem Corporate Life, wo Wave Sinn machen würde, der Internet Explorer zwangsverordnet ist), kommen die Googler schon mit der nächsten Innovation aus ihren stylischen Nerdlöchern gekrochen. Das Google Clipboard soll Daten von verschiedensten Google Services leichter serviceübergreifend verfügbar machen:

Google tests a service called Cloudboard, an online clipboard that should make it easy to copy data between Gmail, Google Docs and other Google services. The service is not publicly available yet, but there are many references to it.

Twitter auf die Spitze treiben

ritchie aka datadirt Die einen beschweren sich über Essens-Tweets, die anderen beschäftigen sich intensiv mit dem anderen Ende der Nahrungsverwertung und finden ganz neue Wege, einen Twitter-Stream zu implementieren:

Known Gentleman Randy Sarafan decided to make this office chair to help “accurately document and share [his] life as it happens,” which is as admirable a cause as there ever has been to open a Twitter account. The setup is surprisingly complex: A natural gas sensor does the sniffing; an Arduino does the thinking; a Squidbee wireless module does the communicating; Twitter does the sharing. It’s a feat, to be sure.

Als Gizmodo den Beitrag veröffentlichte, hatten Randys Darmwinde gerade mal 131 Followers, mittlerweile verfolgen bereits knapp 4.000 Fans jede vom Office Chair dokumentierte Blähung – gute Sache, bis irgendwann mal olfaktorische Interfaces zum Standard werden… [via Stefan / www.wellnesstunes.com]

Tatort Livestream

Judith aka Linzerschnitte Facebook Livestreams wohin das Auge reicht: Nachdem am 16. September dieses Jahres der erste Facebook Livestream bei einem deutschsprachigen Fernsehsender (zur Sendung Am Punkt bei ATV) startete, gibt es seit dem heutigen Sonntag schon den nächsten. Und zwar beim sonntäglichen Hochamt der Krimitraditionalisten – dem Tatort auf ARD. Als Premiere diente das 20jährige Jubiläum von Tatortkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Mich als alten Tatortfan freut so ein live gestreamter Tatort natürlich sehr; schon seit längerem zeichnet sich auf Twitter ab, dass der Tatort ein echtes Fanthema ist. Wir sehen uns dann nächste Woche, wenn Ivo Batic und Franz Leitmayr, das Münchner Tatort-Team erstmals, ge- und bestreamt werden!

Die Reste vom Livestream-Feste

PS: Sollten Sie eben bemerkt haben, dass es der Facebook Livestream ist, der ihr Leben erst vollständig macht – hier werden Sie geholfen.

Fahr nicht so schnell! Mir wird schlecht!

ritchie aka datadirt Aus aktuellen Wave-Release Anlass behauptet Christian Stöcker im Spiegel Online, dass das Netz seine Nutzer abhänge. Nun habe ich als alter Hip Hop Head natürlich ganz und gar nix gegen Abhängen und Kopfnicken, gemeint ist in diesem Fall allerdings einmal mehr die gute alte Total-Zerspragelungen der Online-Aufmerksamkeit:

Die gute Nachricht: Das Internet und seine ständig wachsenden Möglichkeiten sollten eigentlich dabei helfen, Zeit zu sparen. Schließlich wird Post jetzt mit Lichtgeschwindigkeit zugestellt, Informationen sind blitzschnell verfügbar.
Die schlechte Nachricht: De facto aber tut das Internet das gleiche wie jedes neue Informations- und Kommunikationsmedium seit Erfindung der Keilschrift – es nimmt mehr Zeit, Aufmerksamkeit und damit Energie in Anspruch, als es freisetzt.

Der Beitrag ist absolut lesenswert und mag als Dokumentation einer in der Tag beispiellosen Informations-Beschleunigung sicherlich recht haben, übersieht allerdings beim Konstatieren der immer größer werdenden Kluft zwischen Mainstream und Geek-Avantgarde allerdings, dass gerade im Hinblick auf das Überangebot die natürliche Selektion im gleichen Maße an Geschwindigkeit zulegt, wie neue Services aus dem Netz-Boden sprießen. Vor allem der tiefe Graben zwischen 14-19 Jährigen und Mittdreißigern entspricht in keinster Weise meiner täglichen Social Media Erfahrung.

Blame Drew’s Cancer Update

ritchie aka datadirt Sehr gute Nachrichten: Drew geht’s besser – wir haben im Panoptikum schon mal über Drew Olfanoffs geniale Aktion “Blame Drew’s Cancer” berichtet: nach seiner Krebsdiagnose forderte Drew Twitter-User auf, seiner Krebserkrankung die Schuld für alles Mögliche zu geben – die Aktion Blame Drew’s Cancer schlug ziemliche Wellen. Und letzte Woche hatte Louis Gray sehr Erfreuliches zu berichten:

Ten chemo treatments into the promised dozen, Drew is seeing the light at the end of the tunnel. The doctors have given him a very positive diagnosis, which doesn’t mean he’s completely put cancer in the rear view mirror, but he has turned the corner. Even when he is feeling the inevitable fatigue, aches, nausea and other side effects of his treatment, he is progressing closer to this specific finish line.

Aber das ist noch nicht alles – Drew wollte die Fundraising-Aktion fortsetzen, indem er seinen Twitter-Account @Drew für eine Spende von 10k an Livestrong verkaufen wollte. Mashable berichtete, andere Medien griffen die Story auf – aber dann ging’s noch weiter:

The next day brought a big bombshell. On Saturday, Drew Carey bid $25,000 for the @Drew name, and in a bigger commitment, promised to increase his bid to a massive $100,000 if he were to reach 100,000 followers on Twitter by Drew (Olanoff’s) birthday this November 9th. And even though Carey started at only 13,000 followers at the time, he is nearing 50,000 in only a few days’ time. It’s incredible.

Derzeit hat Drew Carey schon 73k Followers – die 100 dürften sich bis zum 9. November locker ausgehen – ich bin @DrewFromTV jedenfalls gerade gefolgt. Tolle Aktion: Kompliment und weiterhin alles Gute für Drew!

Videos von den A1 Innovation Days

ritchie aka datadirt Almcamp-bedingt konnte ich die A1 Innovation Days und das zugehörige Mobile Camp im September nicht besuchen – die Diskussionen um die Monetarisierbarkeit mobiler Services dürften sich interessant gestaltet haben:

Fazit der A1 InnovationDays war: Das mobile Ökosystem ändert sich. Smartphones und die entsprechenden Betriebs-Systeme bieten vielfältigste neue Möglichkeiten. Davon profitieren zuerst einmal die Anwender. Um daraus auch echtes Business zu entwickeln, müssen Smartphonehersteller, Technologieunternehmen, Entwickler und Mobilfunkbetreiber enger zusammenrücken um den Zugang zu den neuen Services so einfach wie möglich zu machen.

Am offiziellen mobilkom-Blog gibt’s zwei Videos mit Impressionen aus der mobilen Zukunft. Dort findet man auch top-aktuelle Zahlen zur aktuellen Social Network Nutzung in Österreich. Laut der Befragung sind wir bei der Freundschafts-Schließung wählerischer als der internationale Durchschnitt:

Bereits 59 % der ÖsterreicherInnen nutzen Social Networks. Der bekannteste und meist genutzte Dienst heißt Facebook: 82 % der 500 Befragten kennen Facebook, 41 Prozent verwenden es zumindest gelegentlich. Die höchste Nutzungsrate gibt es mit 82 % bei den 14 bis 29-Jährigen, ihnen geht es besonders um die Pflege sozialer Kontakte und um Selbstinszenierung. Auch bei den 50- bis 60-Jährigen sind bereits 34 % Netzwerk-Mitglieder. Sie suchen vor allem nach Informationen. Zurückhaltend sind die ÖsterreicherInnen bei Freundschaften: in Österreich hat im Schnitt jeder 70 Freunde auf Facebook – international hingegen sind es durchschnittlich 120.

Die besten Katzen: Die CamCat

Judith aka Linzerschnitte Regelmäßige Leser des Panoptikums wissen: Hier herrscht ein erbitterter Krieg zwischen Katzen- und Hundefreunden (Judith = Team Katzen). Da Kollege Datenschmutz nicht davor zurückschreckt, das Panoptikum mit Hundefotos zu spicken [Anm. des Kollegen Datenschmutz: es gibt diese Woche nicht mal eine Hundefoto! Das Panoptikum braucht eine neue Rubrik: den “Hund der Woche”!], muss an dieser Stelle für ausgleichende Gerechtigkeit gesorgt werden. Aus diesem Anlass präsentiere ich hier eine Katze, die Nerdherzen höher schlagen lässt:

Camcat

Die Camcat ist an einem Seil befestigt, welches wiederum über ein (unwegsames) Gelände gespannt wird. Die Camcat erzeugt Kamerafahrten aus der Vogelperspektive, zum Beispiel über eine große Menschenmenge hinweg. Die CamCat erreicht zwischen 30 und 70 km/h, kann aber auch in der HighSpeed-Variante mit bis zu 130 km/h verwertbare Bilder erzeugen. Anwendungsbeispiele finden sich von Hollywood Schinken wie “Troja” oder Robbie-Williams-Konzertfilmchen bis zu großen Sportevents.
Das beste zum Schluss: Bei der Camcat handelt es sich um ein österreichisches Qualitätsprodukt.

T-Mobile im Glück

ritchie aka datadirt Auf wienerisch nämlich: denn in der österreichischen Bundeshauptstadt bedeutet “ins Glück steigen”, dass die eigene Schuhsohle nähere Bekanntschaft mit einem Häuferl Hundekot macht. Und mitgestiegen sind, wie TechCrunch berichtet, eine Menge Sidekick User:

Wow. T-Mobile and Danger, the Microsoft-owned subsidiary that makes the Sidekick, has just announced that they’ve likely lost all user data that was being stored on Microsoft’s servers due to a server failure. That means that any contacts, photos, calendars, or to-do lists that haven’t been locally backed up are gone. Apparently if you don’t turn off your Sidekick and make sure its battery doesn’t run out you can salvage what’s currently stored on the device, otherwise you’re out of luck: Microsoft/Danger is describing the likelihood of recovering the data from their servers as “extremely low”.

Ein wirklich grandioses Desaster und zweifellos eine Negativ-Premiere am weiten Feld des Cloud Computing. Doch damit nicht genug! Man kann sich auch ohne Sidekick so richtig ärgern, wie Georg Holzer berichtet:

Sympathie sammeln die Mobilfunker so nicht! Wer bei T-Mobile Austria eine simple technische Auskunft braucht (etwa die Einstellungen für sein T-Mobile-Datenmodem), wird an eine Mehrwertnummer verwiesen. Der Anruf bei der Technikhotline 0900/676 676 kostet 88 Cent pro Minute.

Und dass die 3G-Qualität mittlerweile sogar in Wien immer lausiger wird, ist auch nicht nur mir aufgefallen… ich freu mich jedenfalls schon aufs Auslaufen meiner Bindungsfrist – speziell seit mir bei der letzten Vertragsverlängerung ein Smartphone teurer als die Unlocked-Version auf Amazon angeboten wurde: dem Magenta-Riesen scheint wohl das Kleingeld auszugehen – kleiner Tipp: kleinere Plakate bei gesponserten Veranstaltungen tun’s auch – dann gehen sich zukünftig vielleicht sogar ordentliche Backup-Systeme und eine kostenfreie Hotline wieder aus :evil:

Foto der Woche

Entrant von telmo32 hat sofort meine Aufmerksamkeit eingefangen – fantastische Bildkomposition und überaus gelungene Lichtführung:

Judiths Video Woche

Wir haben einen anstrengende Woche hinter uns und eine nicht weniger anstrengende vor uns. Und da braucht man hin und wieder mal was uneingeschränkt Positives, oder?

Oder? Na also. High Five!

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Judiths Bonusvideo der Woche

Stichwort Katzencontent. Man lässt Katzen nun mal nicht alleine. Schon gar nicht, solange sie noch klein und niedlich sind und ihre Krallen noch keine größeren Schäden anrichten…

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Ritchies Video der Woche

Darf man der eigenen Wahrnehmung trauen? Aber natürlich! Wem denn sonst? In der weiten Welt des 3D-Modellings fällt das gar nicht immer so leicht, wie :weareom: zeigt:

Und wer etwas mehr Zeit und ein großes Herz für Action und Kampfsport hat, dem sei “Turbo” von Jarrett Lee Conaway ganz dringend ans Herz gelegt:

TURBO is a high adrenaline short film in the tradition of The Karate Kid and Tron. It tells the story of Hugo Park (Justin Chon, Twilight) a misspent youth whose only outlet for angst is a 4D fighting videogame called “Super Turbo Arena”. When Pharaoh King (Jocko Sims, Crash the Series), the Michael Jordan of cyber-sports, announces a tournament to determine who will join his pro-team, Hugo sets his eyes on the prize.

Wirklich verdammt gut gemacht!

Mehr Bildschirmlektüre: Lesetipps der Woche

  • Wir haben’s an dieser Stelle schon mal erwähnt, aber es kann nicht oft genug gesagt werden: Jana Herwig aka @digioms Essay über Liminality and Communitas in Social Media: The case of Twitter. ist ein Must-Read für jeden, der sich professionell und/oder wissenschaftlich mit Microblogging beschäftigt. Punkt.
  • Twitter aus Investorenperspektive: Robert J. Moore, Mitgründer von RJMetrics, hat auf TechCruch einen lesenswerten Beitrag über Twitter-Metrics veröffentlicht – die Bewertung der Firma mit 1Mrd Dollar mag in der Tat übertrieben sein, aber die statistischen Daten überraschen durchaus: “In other words, the users who stick around actually tweet so frequently (and at such a rapid pace compared to their first month) that they more than make up for the lost activity of those who churned after the first month. This is a very powerful and unexpected statistic.”
  • Den Complete Guide to Videoblogging hat Leah Betancourt für Mashable geschrieben – und so übertrieben der Titel sein mag, ein paar gute Tipps findet man in dem Text durchaus.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Rückblicks – also quasi in der Gegenwart – angelangt. Bleibt uns nur mehr, Ihnen fröhlich-beschwingte Restsonntagsminuten zu wünschen. Input und Themenvorschläge sind natürlich nach wie vor jederzeit willkommen – herzlichen Dank für Ihre hochgeschätzte Aufmerksamkeit, wir lesen uns morgen.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW39+40 2009

Nach dem letztwöchigen, Almcamp-bedingten Ausfall des Wochenrückblicks melden sich Linzerschnitte und datadirt wieder pünktlich zurück – denn es geschehen immer noch Zeichen und Wunder inner- und außerhalb der Blogosphäre. Da wettern Herausgeber gegen die Schlechtigkeit sozialer Medien, während anderswo bereits unified Video Messaging Inboxes errichtet werden. Kein Wunder, dass da so mancher nicht mehr ganz durchblickt – aber zum Glück gibt’s ja das datenschmutz Panoptikum :mrgreen:

Parallel-Universum Twitter

Judith aka Linzerschnitte Wer in letzter Zeit mal wieder mit einem seiner verbleibenden, Twitter-resistenten Kontakte kommuniziert hat, wird das Gefühl kennen: Tweeper und Nicht-Tweeper teilt ein kaum mehr zu überbrückender Gap. Darüber schreibt auch Louis Gray diese Woche:

Twitter is practically becoming a parallel Internet. It may live on HTTP, but don’t let that fool you. Over time, most folks may tell you the T’s in HTTP stand for “Tweet Tweet”.

Das einstmals simple Twitter wird durch seine User immer mehr gepimpt (TweetDeck, Tweetlater…) und extended (twitpic, twitsay..). Und: Was nicht auf Twitter verlinkt wurde, existiert vielleicht gar nicht…

12seconds launcht Multi-Plattform Video-Messaging

ritchie aka datadirt 12seconds glaubt wie seinerzeit Telefongesellschaften in den 70ern fest daran, dass die Zukunft der Kommunikation dem Video-Messaging gehört. Derzeit kommen aber nur iPhone User in den vollen Komfort-Genuss des neuen, frei erhältlichen Clients – hier geht’s zum Download. Clients für andere Smartphones sollen folgen, derweilen müssen sich Nicht-Appler mit der Browser-Applikation auf 12seconds zufrieden geben – aber auch mit der kann man die eigene Freundesschar aufs feinste mit Bewegtbildbotschaften belästigen, belustigen und/oder (sexuell) stimulieren:

We know you are and want to strongly encourage you to use the messaging application on 12seconds.tv. You’ll notice now that you have an inbox and that you can send video messages to anyone on Facebook or Twitter. You can also push video to your friends who have the iPhone application which is fun. That’s kind of cool, eh? Record something on your webcam and push it to someones phone!

Lebst du noch oder wavest du schon?

Judith aka Linzerschnitte Seit dieser Woche gibt es offiziell eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Web 2.0. Jene, die schon eine der begehrten Google Wave Invites haben, und jene die noch hoffen, eine zu bekommen. (Die Panoptikum Autoren wurden übrigens auch mit Invites bedacht, HA!) Doch aus der Zwei-Klassen-Gesellschaft wird anscheinen schon eine Drei-Klassen-Gesellschaft – hinzu kommt nun neu jene Kaste, die bereits wieder über Google Wave hinweg ist! So zum Beispiel Robert Scoble, der in Google Wave so etwas wie die Perfektionierung der Unproduktivität sieht. Folgende Ratschläge hat er für Neo-Waver parat:

DO NOT ADD EVERYONE. Get a close personal friend, or a coworker to play with this and don’t publicize that you’re using it until you are sure you can deal with the productivity hit you’ll take here.
DO NOT ASSUME THIS IS A TWITTER KILLER. It is not. It’s not even a good sharing engine, far worse than FriendFeed is. I’d recommend using a private room over on FriendFeed first.

Fazit: Google Wave ist also wieder nicht “the next big thing” nach Twitter. Soll uns recht sein, wir haben eh noch lang nicht alles gesagt, was sich in 140 Zeichen sagen lässt.

Kollaborieren ohne Wave

ritchie aka datadirt Passend zum obigen Beitrag hat Lifehacker eine Liste von 10 alternativen Online-Collaboration Tools zusammengestellt. MediaWiki, Google Groups, Mindmeister… die Alternativen sind zahlreich, teilweise kostenpflichtig und verströmen definitiv nicht den Sex-Appeal, des neuen Google Produkts. Aber nicht traurig sein, sondern die Erinnerung anwerfen: bei Gmail war’s genauso – Dramaturgie-Meister Christian Mikunda nennt das die “Magie des Verbotenen Ortes”. Und wenn der erste Hype mal abgeflaut ist, dann kriegt jeder mehr Einladung, als er brauchen kann. Außerdem scheint noch so manches Feature zu fehlen:

There are also still key features of Google Wave that we have yet to fully implement. For example, you can’t yet remove a participant from a wave or define groups of users, draft mode is still missing and you can’t configure the permissions of users on a wave. We’ll be rolling out these and other features as soon as they are ready — over the next few months.

Armin Thurnher web-debattiert

ritchie aka datadirt “Web-Medien sind parasitär. Sie verlassen sich auf alte Medien und recherchieren nicht selbst.” Das und noch viel mehr sagte der Herausgeber der Wiener Stadtzeitung Armin Thurnher bei seinem Vortrag am ISPA-Summit. Unter anderem auch, dass soziale Netzwerke die Absenz im Dialog ebenso fördern wie eine Steigerung des Narzissmus, und Journalisten, die Twitter und Facebook nutzen, würden sich ohnehin selbst ausreichend bestrafen. Janas Kommentar über den eigenartigen Auftritt nur anschließen:

Was er als motorische Störungen wahrnimmt, ist vermutliche die kognitive Bindung zwischen Auge, Hand und Bildschirm, die bei der Computernutzung zu beobachten ist. Diese bindet die Aufmerksamkeit, das ist richtig – ging Thurner etwa am Bildschirm seiner Mitarbeiter vorbei, und war gekränkt, dass diese dem Schirm und nicht ihm Aufmerksamkeit zollten? Wie kann er überhaupt feststellen, dass diese gerade soziale Netzwerke benutzen – schaut er ihnen von hinten über die Schulter auf den Monitor? Von wegen Sozialverhalten: Ich kenne niemanden, der ein solches Verhalten schätzt – freilich macht es die an Arbeitsplätzen waltende Hierarchie oft schwierig zum Chef zu sagen, er solle einem bitte nicht dauernd auf den Bildschirm starren.

Im Übrigen bin ich der Meinung, Armin Thurnher soll sich lieber weiterhin dem Bereich Print zuwenden. Denn dass er die arme Ingrid Brodnig via Twitter ausrichten lässt, verschiedene Meinungen seien gewünscht, verdient in der Tat ein kräftiges ROFL:

Thurnher wird im nächsten Falter auf die Webdebatte eingehen. Wir wollen eine richtige Diskussion führen. Verschiedene Meinungen gewünscht!

Wenn das Postfach “njet” sagt

ritchie aka datadirt Guy Kawasaki hat im datadirt-Interview seine “alles-löschen-was-älter-ist-als-30-Tage-Regel” erklärt, Lawrence Lessig, Mastermind der CC-Lizenzen, erklärte schlicht seinen E-Mail “Bankrott”:

Das soll bedeuten, dass er eine Mail per CC an alle Adressen in seinem Posteingangsfach geschrieben hat, in der Lessig erklärt, dass er auf bisher unbeantwortete Mails nicht mehr antworten kann, weil jeden Tag nach der Ausfilterung von Spam immer noch 200 private Mails bei ihm ankommen. Die Lösung sei, einfach alle Mails zu löschen und mit einem frischen, leeren Mailaccount wieder anzufangen. So lange, bis sich dieselbe Situation wieder eingestellt haben wird.

Mathias Mertens stellt in seinem Essay die gute alte Frage nach der Medienkompetenz – und kommt zu dem Schluss:

Wir wissen noch gar nicht, was E-Mail eigentlich ist. Wir benutzen es ganz selbstverständlich, und wir gehen auch mehr oder weniger gewieft damit um, aber das, was wir uns selbst davon erzählen, ist seltsam mehrdeutig. Wenn man überlegt, mit welchen Kommunikationsformen E-Mail in Konkurrenz steht, beziehungsweise welche sie abgelöst hat, dann kommen nur zwei in Frage: Brief und Telefon. Und unser Verständnis von E-Mail pendelt genau zwischen diesen beiden vertrauten Formen hin und her – unentschlossen und deshalb problematisch.

Spannender Punkt – ich wäre jedenfalls dafür, auf medien-kulturellem Weg eine Antwort-Zeit-Erwartungshaltung von mindestens einer Woche zu implementieren :mrgreen:

Virale Dummheit

Judith aka Linzerschnitte Nicht immer sind es die gute Ideen, die sich viral verbreiten. Das hat sich diese Woche gezeigt, als ATV Reporter Martin Thür einem Hinweis via Twitter nachging, dass Justizministerin Claudia Bandion-Ortner das “Pilotprojekt” ihrer deutschen Kollegin “Zensurursula” Netzsperren beobachtet und gegebenenfalls auch in Österreich einsetzen möchte. Direkt darauf angesprochen gab die alpenrepublikanische Sarah Palin folgendes Kommentar von sich:

Zur Erinnerung: Warum Netzsperren dumm sind und damit rein gar nix gegen Kinderpornografie ausgerichtet werden kann, darf man hier noch mal nachlesen. “Argumentarium: Netzsperren gegen Kinderpornografie?” von Michael Eisenriegler.

Technorati ändert Bewertungsgrundlage

ritchie aka datadirt Das Technorati-Monster gibt in letzter Zeit wieder verstärkt Lebenszeichen von sich – Venture Beat berichtet gar von einer Anpassung des Algorithmus, der eigentlich seit längerer Zeit niemanden mehr interessiert:

Technorati is about to make some big changes to the way it measures how important bloggers are. That means its top-100 list of the most influential bloggers is going to change. Some bloggers may be delighted by the changes, while others who drop in the rankings may howl in protest

Basically, the company is going to reduce the costs of indexing the blogosphere and reporting the results on its Technorati.com site, which is a major blog search engine. It is not going to index the blogosphere just for the sake of saying it can do so. It is also going to put more emphasis into its business which pays the bills: the Technorati Media ad network, which serves ads to more than 400 sites, not just Technorati.com

Technorate verbrennt immer noch jede Menge Geld, langsam soll mal was in die Kassen zurückfließen. Das hauseigene Ad Network rennt eher schlecht als recht (Keiner will mehr auf Banner klicken, siehe Lesetipp am Ende des Panoptikums.) und Cheffe Richard Jalichandra muss scheint dringenden Handlungsbedarf zu haben. Mal sehen, wie die Technorati-Story weitergeht.

Finde den Doktor

ritchie aka datadirt Ärzte-Bewertungsportale boomen und blühen – kein Wunder, denn wer will seine Gesundheit schon die Hände eines menschenverachtenden Quacksalbers legen? Von besonderem Interesse sind dabei natürlich nicht nur die Kontaktdaten und Sprechstunden, sondern die Bewertungen anderer Patienten. Wie hoch die Trefferquote liegt, weiß allerdings allein Äskulap – und wer weiß: vielleicht stellen geschäftstüchtige Mediziner (die in Österreich ohnehin mit recht strengen Werbeverboten belegt sind) demnächst eigene Social Media Spin Doktoren ein. Die könnten dann beispielsweise gleich mal auf Docfinder.at tätig werden, einem frisch gelaunchten Ärzteportal der vorher beschriebenen Sorte. Die Seite befindet sich noch im Beta-Stadium und verfügt zwar über eine umfassende Kontaktliste, in der auch Apotheken vertreten sind – die Zahl der Bewertungen hält sich noch in engen Grenzen, sorgt aber bereits jetzt fallweise für Erheiterung:

Dr. XYZ ist aufgrund seiner einfühlsamen, kompetenten und netten Art sehr zu empfehlen! Außerdem ist ein großes Plus seine STÄNDIGE Erreichbarkeit, auch bei noch so banalen Fragen, was ich persönlich sehr zu schätzen weiß, da ich unter großer Hypochondrie leide (Hervorhebung durch datadirt). Ich könnte mir keinen besseren Frauenarzt wünschen. Außerdem hat er mich auch privat in ein Sanatorium zur Entbindung begleitet und bestens betreut!

Und wir wissen ja – Lachen ist bekanntlich die beste Medizin!

Persönlich finde ich Dr. XYZ locker, lässig und sympathisch. Die Kontrolle geht schnell, ist aber gründlich. Einmal musste ich während der Behandlung länger im Behandlungsstuhl warten als er von einem Behandlungsraum zum nächsten wechselte- was etwas unangenehm war. Werde aber wieder hingehen.
[…]
Neben der professionellen Betreuung und Beratung wird an manchen Tagen auch Mundhygiene angeboten. Obwohl ich meine Zähne gut pflege habe ich mir einmal eine Mundhygiene gegeben. War danach ein gutes Feeling.

Als Adressverzeichnis ist Docfinder bereits jetzt recht nützlich, mal sehen, was im Lauf der Zeit aus der Seite wird – in Deutschland gab es in der Vergangenheit schon einige Rechtsstreitigkeiten aufgrund negativer Patientbewertungen.

Foto der Woche

Heute zur Abwechslung mal ein Oeuvre aus der Kategorie “Post-Production” – aber wie wir ja spätestens seit Vilém Flusser Wissen, ist ohnehin jeder Fotoapparat eine Konstruktionsmaschine… da fällt das bisschen Retusche kaum noch ins Gewicht. Et voilá: Flight 888 von H. Koppdelaney:

Ritchies Video der Woche

“Twitter is ruining my life” sagt Shane Nickerson. Vorsicht: wacklige Autokamera und Fucking Strong Language! Twitter equals Satan! Fuck! :evil:

Judiths Video der Woche

Herbst wird’s und damit genau die richtige Jahreszeit für melancholisch-pathetische Franzosen-Mucke á la Phoenix. Da es hier aber um’s Video der Woche geht, gibt’s diese Woche eines der gelungensten Mashups ever zu sehen. Phoenix’ “Lisztomani” versus “The Breakfast Club”.

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Lesetipps der Woche

  • The Horror the Horror: Nur noch 87 Tage, dann ist auch 2009 Geschichte. Um gut auf das nächste Jahr vorbereitet zu sein, hat Nerdcore bereits den Horror Calendar 2010 veröffentlicht. Dann auf ein schauriges Jahr 2010.
    PS: Für jene Panoptikum Leser, die auf haarige Angelegenheiten stehen, empfiehlt sich übrigens auch der Kalender des Vereins Österreichischer Frettchenfreunde.
  • Wie man aus einem schwammigen Thema wie Viral Marketing immer wieder neue Theorien und Tutorials ableiten kann, ist mir an sich ein Rätsel. Wer dies aber mit soviel Verve die viralen Würfel wirft, hat es verdient, zumindest als Lesetipp erwähnt zu werden.
  • Schlechte Zeiten für Media-Agenturen: keine Sau klickt mehr auf die guten, alten Banner und Ratlosigkeit macht sich mit Verspätung breit, bei der Silicon Alley Insider berichtet.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende dieses Wochenrückblicks angekommen – die nächste Ausgabe gibt’s wieder pünktlich in sieben Tagen Danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir wünschen einen schönen Restsonntag und lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW38 2009

Soeben noch auf der Futura-Showbühne, und schon wieder mitten im Rückblicken: in den letzten drei Tagen war die Gadget-Dichte bei der größten österreichischen Elektronik-Fachmesse selbst für meine Verhältnisse ungewohnt hoch – eine Reihe von Podcasts folgt in den nächsten Tagen. Aber wir sind ja nicht hier, um nach vorne zu blicken, sondern es geht… nach hinten los: sieben Tage nach hinten, um genau zu sein. Denn in der Blogosphäre geht Unheimliches vor: plötzlich kann man mit Twitter telefonieren, Nintendo Games im Browser spielen und Zeitungen, die aussehen wie Zeitungen, online lesen. Linzerschnitte und datadirt haben sich nicht erschrecken lassen und präsentieren Ihnen den furchtlosesten Wochenrückblick aller Zeiten!

The Internet didn’t steal the audience, we lost it.

Judith aka Linzerschnitte Während die Verleger (und auch die Musikindustrie) hierzulande noch denjenigen beschimpft und für ihren Misserfolg verantwortlich macht, den sie eigentlich tätscheln und hätscheln sollte, ist man in the US of Ä wiedermal einen Schritt weiter. Michael Skoler von der Nieman Foundation for Journalism der Harvard University hat sich damit beschäftigt, warum die Leser/Seher den Mainstream Medien abspenstig geworden sind – und wie man sie gleichzeitig via Social Media zu Usern der eigenen Angebote machen kann:

Only the savviest of journalists are using the networks for the real value they provide in today’s culture—as ways to establish relationships and listen to others. The bright news organizations and journalists spend as much time listening on Twitter as they do tweeting.

Wie weit Journalisten hierzulande davon noch entfernt sind, zeigt ein Blick in die Followerlisten der “twitternden” Reporter: Die meisten folgen fast ausschließlichen ihren Berufsgenossen. “Kollegenorientierheit” heißt der Fachausdruck für diesen journalistischen Zugang, in dem es eher darum geht, die Kollegen mit dem eigenen Fachwissen zu beeindrucken, als sich an der Zielgruppe zu orientieren. Nun denn, liebe twitternde Journalisten in Österreich – lernt mal schnell dazu, sonst finden eure kleinen Plänkeleien bald unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt!

Dein TwitterFon macht Ring

ritchie aka datadirt Jajah launchte eine Telefonlösung für Twitter namens JAJAH@call, wie thenextweb berichtet:

You’ll be able to make phone calls via Twitter free of charge to anyone in the world, so long as they follow you back and have JAJAH accounts.
@calls are made without revealing your number and without needing to know the number of the person you wish to call – all you need is their Twitter username.

Klingt zu gut, um wahr zu sein? In der Tat könnte Jahjah damit ein großer Wurf gelungen sein, zumindest solange es den Providern weiterhin gelingt, die technisch unbegründete Trennung zwischen Sprach- und Datentelefonie weiter aufrecht zu erhalten. Ein Gespräch zu starten ist in etwa so schwierig, wie ein Tweet abzuschicken:

To make a call simply send a tweet with “@call @username” where the ‘username’ is the Twitter name of the person you wish to call. If that person follows you on Twitter, a free two-minute call – the verbal equivalent of a Tweet – will be initiated.

Klingt spannend, ich werd das sicher demnächst ausprobieren – vor allem praktisch für kostenspielige Auslandstelefonate.

Nintendo Games im Browser spielen

ritchie aka datadirt Stan Schroeder weist auf Mashable auf eine großartige Zeitvertreibs-URL hin: mit Ben Firshmans JSNES Simulator kann man eine Reihe von älteren Nintendo-ROMs im Browser spielen – die Emulation läuft komplett in JavaScript. Interessant nicht nur als Zeitvertreiben, sondern auch als JIT-Compiler Kraftprobe. Und die ergibt erstaunliche Ergebnisse:

Yes, it works in Firefox (Firefox) 3.5 and in Safari (Safari) 4, but thanks to its JavaScript optimizations, it runs about 10 times faster in Chrome.

Das entspricht eigentlich ganz meinen Erfahrungen mit dem aktuellen 3.5er Feuervogel, der nicht nur im Vergleich zu Chrome, sondern sogar zum 3er-Vorgänger unglaublich lahmt. Ich hoffe, dass die FF-Entwickler die Stabilitäts- und Performanceprobleme in den Griff bekommen, denn aufgrund der Add-On Vielfalt ist Firefox für Webprofis nach wie vor unersetzlich.

Total bimedial: Am Punkt

Judith aka Linzerschnitte Persönliches Highlight der Woche war der Launch des neuen Diskussionsformat “Am Punkt” auf ATV und damit verbunden der erste Einsatz für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitten-und auch Subnet Gemeinschaftsprojekt. “Am Punkt” ist das erste bimediale Format eines österreichischen Fernsehsenders und dank Subnet/Michi Kamleitner auch das erste Format mit einem Facebook Livestream. Das Prinzip ist einfach: Auf dem Weblog blog.atv.at/ampunkt wird montags ein Thema für die Sendung veröffentlicht. Von diesem Zeitpunkt an können User/Seher Fragen stellen; per Mail (ampunkt@atv.at), via Video, Twitter oder Facebook. Während der Live-Sendung kommt noch der Facebook Livestream hinzu, der ebenfalls am Blog eingebunden ist. Sensationelles Ergebnis der Premiere: Mehr als 800 User-Kommentare über die verschiedenen Feedback-Kanäle – und ein Marktanteil von über 5 Prozent bei der eher fernsehunwilligen Zielgruppe der 12 – 29-Jährigen. “Am Punkt” gibt’s immer mittwochs um 21.50 Uhr auf ATV.

Vertrauen ist keine Erfindung des Social Web

ritchie aka datadirt In Old School vs. New School Marketing beschreibt Lisa Barone eine lehrreiche Konversation mit ihrem Vater, dem sie einige Social Media Marketing Bücher geschickt hatte::

After reading the books, he called me this morning. To yell at me. In Italian.
What the hell was wrong with me? Why was I insulting him? Did I think he was an idiot? He’s a successful business man. He knows all about trust and customers and building relationships and running a small business. He had been doing it for years. The information I sent him was nothing new. Why haven’t I learned to cook yet?

Fazit des Artikels: Vertrauen war schon immer der wichtigste Erfolgsfaktor, allerdings trägt das Internet den Word-of-Mouth Effekt weit über geographische Grenzen hinaus:

The basic principles of business and marketing haven’t changed. However, that doesn’t mean people are any better about implementing them. Today’s empowered consumer means that “the basics” are more important than ever. Because now if someone doesn’t like you, it’s not just them and their three friends that hear about it. We all hear.

Big G News: Google kauft reCAPTCHA und launcht Fastflip

ritchie aka datadirt Die allgegenwärtigen Captchas nerven Internet-User jeden Tagen – und sind doch eines der wenigen probaten Mittel gegen die total Ver-Spam-Bottung des Internet. Das populäre und von vielen Third-Party Webmastern eingesetzte reCAPTCHA System zeichnet sich durch Crowd-Sourcing-Mehrwert aus, die User greifen OCR-Software bei schwierigen Fällen sozusagen unter die Arme:

But there’s a twist — the words in many of the CAPTCHAs provided by reCAPTCHA come from scanned archival newspapers and old books. Computers find it hard to recognize these words because the ink and paper have degraded over time, but by typing them in as a CAPTCHA, crowds teach computers to read the scanned text.

Das Google sich nun reCAPTCHA einverleibt hat, ist nur konsequent – der Mehrwert für Google Books ist gewaltig. Und wo wir schon beim Thema Papier sind: ebenfalls vergangene Woche launchte Google offiziell den neuen Newsreader Fastflip:

Fast Flip is a new reading experience that combines the best elements of print and online articles. Like a print magazine, Fast Flip lets you browse sequentially through bundles of recent news, headlines and popular topics, as well as feeds from individual top publishers.
[…]
To build Google Fast Flip, we partnered with three dozen top publishers, including the New York Times, the Atlantic, the Washington Post, Salon, Fast Company, ProPublica and Newsweek. These partners will share the revenue earned from contextually relevant ads. This gives publishers an opportunity to introduce new readers to their content. It also tests our theory that being able to read articles faster means people will read more of them, driving more ad revenue to publishers.

Auffällig ist, wie stark sich Fast Flip an konventionellem Print-Layout orientiert – und noch bemerkenswerter finde ich, dass traditionelle Verlagshäuser im Taumel des Niedergangs sich wohl langsam mit der Vorstellung abfinden, zukünftig als Content-Generatoren mit Affiliate-Beteiligung zu überleben, bis sie dann endlich von Google gekauft werden :mrgreen:

Details zum neuen Twitter ReTweet-API

ritchie aka datadirt Wir haben bereits darüber berichtet, dass Twitter die bislang “informelle” ReTweet Funktion (also das Kennzeichnen von weitergeleiteten Tweets mit RT, quasi ein Pendant zum E-Mail Forward) in die nächste API-Version als Core-Feature integrieren wird. CNET News kennt einige Details zur Implementation. Besonders spannend: der ReTweet-Faktor könnte sich zu einer Art Pagerank-Äquivalent entwickeln – und bei mehr als 100 ReTweets gibt’s einen Cut-Off:

What’s interesting is that the new format, assuming that this is how the timeline ends up looking, can provide a quick, one-glance way to see just how influential a given Twitter user or individual tweet is, adding a new dimension to measuring Twitter influence beyond the follower count. If you see a lot of little retweet icons, for example, you might stop and take a closer look at a tweet (or the user behind that tweet) that you might otherwise have skimmed past.
What’s also interesting is that it looks like retweet counts get cut off at 100, with higher ones displayed as simply “100+.” I’m guessing that, say, CNN Breaking News generally gets a lot more than that.

Wie werde ich am häufigsten ge-re-tweet-et?

Judith aka Linzerschnitte Gespannt wartet die Twitteria bereits auf die Implementierung des neuen “Retweet” Features auf Twitter. Erste Einblicke gibt es bereits (siehe vorigen Beitrag) – und auch eine gewisse Retweet-Müdigkeit bei dem einen oder anderen Twitteruser lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Karrierebibel hat sich diese Woche mal Retweet-Statistiken genauer angesehen und den besten Zeitpunkt ausfindig gemacht, um einen Retweet-werten Tweet auszusenden: Immer mittwochs, gegen 17 oder 22 Uhr. Und dazu gibt’s noch folgende Tipps:

  • Schreiben Sie keinen Eintrag, der länger ist als durchschnittlich 120 Zeichen (140 ist das Maximum bei Twitter). Grund: Die anderen brauchen noch Platz für den ReTweet-Kopf: RT @IhrName.
  • ReTweeten Sie selbst. Wer sich an der Mundpropaganda nicht beteiligt, kann auch nicht auf eigenen Tratsch hoffen. Übertreiben sollten Sie es aber auch nicht damit.
  • Wenn Sie retweetet werden möchten, sollte Ihr Eintrag auch einen Nutzen bieten. Ob Humor, Erkenntnisse oder eine interessante Fundstelle im Netz – alles ist erlaubt. Nur keine Selbstpreisungen.

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Comicempfehlung: Ulli Lusts Autobiographie

Judith aka Linzerschnitte “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” heißt der autobiographische Comic meiner lieben Freundin Ulli Lust. Und im Gegensatz zu uns Normalsterblichen hat Ulli vor allem eines: etwas zu erzählen. Ach ja, und auch das Talent, diese Erzählungen kunstvoll in Worte und Bilder zu fassen. Mit 17 Jahren setzte sich die damalige Punkerin Ulli mit einer Freundin per Autostopp für zwei Monaten nach Sizilien ab und lernte dort das Leben von seinen schönen und auch sehr unschönen Seiten kennen. Mafia, harte Drogen, Vergewaltigung und falsche Freunde inklusive. 25 Jahre später hat sie diese Reise in einer Comic Autobiographie festgehalten, von der die FAZ meint, er sei eine Sensation.
Eine Leseprobe gibt’s im PDF-Format, Ullis elektronischer Comicverlag ist unter Electrocomics.com zu finden, bei Amazon kann man bereits vorbestellen

Foto der Woche: Checking the Hood

Laertes hat Oola auf ihrem Wachtposten geknipst. Dass Hunde aufmerksam ihre Umgebung studieren, ist nicht weiter außergewöhnlich – die Sitzposition dagegen durchaus:

oola

Ritchies Videos der Woche

Diese Woche konnte ich mal wieder nicht entscheiden – zuerst mal zum Ernst des Lebens: Das AdWords System ist weder ein Buch noch trägt es sieben Siegel – allerdings fällt es Anfängern nicht gerade leicht, die Entstehung des AdRanks zu verstehen, der einen gravierenden Einfluss auf den Klickpreis hat. Dieses Video beseitigt alle Klarheiten: Googles Chefbuchhalter Hal Varian erklärt, wie die Ad Auctions funktionieren: ein Must-See für jeden AdWords-Nutzer!

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Noch unterhaltsamer: Facebook Manners and you. Großartiges Tutorial über Beziehungs-Dos and Don’ts im Stil von 50er-Jahre Benimmfilmchen:

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Judiths Video der Woche

Nachdem Herr Datenschmutz auch diese Woche wieder den einen oder anderen Wuff bemüht, um Sie, werte Leser, auf die Hundeseite zu ziehen, muss auch etwas für die Katzenseite getan werden. Und die lieben Kätzchen machen es mir einfach – denn selbst beim Wassertrinken sind Katzen einfach nur cool,. Verschwenderisch, aber geradezu gottgleich.

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Lesetipps der Woche

  • Nicht unbedingt zum Lesen, aber dafür zum Angucken und verwenden: Six Revisions hat 22 “Awesome Adobe Air Applications for Designers” zusammengestellt – nicht alle sind Awesome, aber Freeware-Freunden finden durchaus einige Schmankerl.
  • Auf 3rd Party Betreiber angewiesen zu sein, kann sich schnell als Bumerang erweisen – Andy Oram argumentiert am O’Reilly Radar ausführlich für dezentralisierte Social Networks.
  • Gefundenes Fressen für Geeks mit Faible für historische Forschungen: die Geschichte der augmentierten Realität
  • Das Weiße Haus stellt einen Social Media Archivar ein – Mashable kennt die Job Description.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Rückblicks angelangt – vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Nächste Woche werden auf datenschmutz die Gewinner der Albertina-Führung und des Herzlos-Krimis bekannt gegeben – bleiben Sie dran! Linzerschnitte und datadirt wünschen einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW37 2009

Diese Woche änderte Twitter die Nutzungsbedingungen, was für reichlich Diskussion in Micro-Blogosphäre und Blogosphäre sorgte. Noch immer ist unklar, wie genau das Business-Modell funktionieren soll, aber momentan scheint Werbefinanzierung durchaus wahrscheinlicher als die Einführung von Pro-Accounts. Ebenfalls überraschend, wenn auch nur für mich persönlich: am Samstag hat Facebook meine Account gesperrt – meines Wissens nach grundlos, aber ich versuche gerade, der Sache nachzugehen. Besonders unangenehm dabei: derzeit habe ich keinen Zugriff auf den Ad-Manager, mit dem ich meine laufenden Kampagnen verwalte und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Vorgehensweise rechtlich zulässig ist – aber ich werde die p.t. Leserschaft natürlich über meinen “Präzedenzfall” am laufenden halten. Aber weil ich ohne FB am Wochenende plötzlich so viel Zeit hatte, konnte ich endlich wieder mal ausgiebig neue WordPress-Plugins testen. In letzter Zeit erschienen einige geniale Erweiterungen, Details dazu in Kürze in einem eigenen Beitrag. Und: am Montag gibt’s ein neues Gewinnspiel (Stichwort: Albertina) und am Dienstag das Guy Kawasaki Interview in voller Länger. Aber nun genug vorausgeschaut, Linzerschnitte und datadirt blicken wieder drei Tage zurück.

Wann ist ein Business-Model Betrug?

ritchie aka datadirt Shoemoney, wie gewohnt scharfer Beobachter von IRL-Marketing-Strategien, hat eine interessante Anekdote vom Jahrmarkt zu erzählen:

Last Sunday I went to the Nebraska State Fair with my wife and 2 girls. While walking around I came across a interesting “booth”. Had a great eye catching headline of “Are You Going To Heaven?” with a nice red FREE sticker on the side. After eavesdropping on a couple people while waiting for my wife (and 2 daughters) to return from the bathroom, the gig is this. He asks you 2 questions. 1) What is your deepest darkest sin? and 2) Do you accept Jesus Christ as your savior? After you answer those questions he tells you for $50.00 he will tell you if you will go to heaven or not if you passed away right now.

Ausgehend von diesem ausgesprochen paranormalen Service stellt er die Frage, wann ein Business-Modell denn eigentlich Betrug sei – und stellt als Gedankenexperiment einen wirklich bösen Service für werdende Eltern vor. Erinnert mich irgendwie an Clifford Stoll’s Silicon Snake Oil: Second Thoughts on the Information Highway.

Facebook führt das “@” zum Taggen ein

Judith aka Linzerschnitte Unsere Freunde von Facebook wurden ihrem Ruf als Copycat und Möchtegern-Twitter-Double diese Woche wieder gerecht. Seit dieser Woche nämlich hat das “@” aka “ät” aka “Klammeraffe” aka “diese komische Spirale da” Einzug gehalten in die Wallpost und Status Updates des Unsocial Networks. Wie bei Twitter auch kann mit dem “@” ein Freund getagged werden, der Name verlinkt mit dem jeweiligen Profil. Neben Freunde können auch Events und Gruppen verlinkt werden.

As you type the name of what you would like to reference, a drop-down menu will appear that allows you to choose from your list of friends and other connections, including groups, events, applications and Pages. Soon, you’ll be able to tag friends from applications as well.

Der wesentliche Unterschied zu Twitter: das @ verschwindet mit der Veröffentlichung des Updates bzw. Posts, Details kennt das offiziell Facebook Blog.

Die Top Mobile Media Experten

ritchie aka datadirt GigaOm stellt die Top 15 Social Media Influencers vor:

Hundreds of startups, giants like Nokia and Motorola and disruptors such as Apple and Google are all positioning themselves for what is going to be a bonanza as big as the wired Internet. Below are GigaOM editors’ top 15 most influential people in the Mobile Internet; together they make up the inaugural Mobilize 15 Influencers, a list that is going to be published annually in tandem with our Mobilize conference.

Und weil wir bekanntlich im Social Web unterwegs sind, dürfen die Besucher über die Reihenfolge abstimmen. Europäer ist auf der Liste übrigens keiner vertreten – dabei tut sich auch hierzulande einiges, Stichwort: Mobile Camp. Dieses von A1 finanzierte Barcamp findet am 26./27. September im Rahmen der A1 Innovation Days bei der Telekom (Lassallestraße 9, 1020 Wien) statt – bisher haben sich bereits über 130 Teilnehmer angemeldet. Wird sicherlich sehr spannend. Ein Besuch geht sich bei mir aber leider nicht aus da ich zur gleichen Zeit beim von mir mit gesponserten Almcamp im Maltatal sein werde.

Micro-Blogging vor 100 Jahren

ritchie aka datadirt So modern ist Twitter auch wieder nicht – meint die englische Daily Mail. Bereits vor 100 Jahren benutzte man Postkarten, um sich kurze tagesaktuelle Meldungen zukommen zu lassen:

Fans of Twitter and Facebook may believe they are pioneers in the world of social networking. But 100 years before micro-blogging and status updates, Edwardian Britain was using the humble postcard for just the same purpose. […] Researchers have calculated that almost six billion postcards – an average of 200 per person – were posted in Britain over a nine-year period from 1901 and 1910. Since post was delivered up to 10 times a day in major cities, the medium allowed users to write and respond quickly and cheaply.

Schau an, schau an – ganz ohne Steampunk wurde also schon damals mit großem Genuss über alle möglichen Belanglosigkeiten geredet. Smileys dürften allerdings noch nicht en vogue gewesen sein…

Twitter macht dumm

Judith aka Linzerschnitte Wer kurzfristige Beachtung möchte, muss einfach nur was Dummes tun. Das haben die Terroristen und Amokläufer dieser Welt dank der hervorragenden Mitarbeit des Erfüllungsgehilfen Massenmedium bereits mehrfach bewiesen. Wer für Gewalttätigkeit zu gut erzogen ist, der erreicht einen ähnlichen und nachhaltigeren Effekt auch meist mit etwas Kulturpessimismus. Bester Beweis diese Woche: Dr. Stacy Alloway!

Wer viel Zeit mit sozialen Netzwerken wie Facebook verbringt, verbessert ein Schlüsselelement zur Intelligenz, die für Erfolg in unserem Leben sorgt.(…) Twitter soll den gegenteiligen Effekt haben.

Genau. Und Computerspiele generieren Massenmörder.

Papierverlagspaniken

ritchie aka datadirt Heulen und Zähneknirschen hin oder her: die klassische Verlagsbranche ist zum Sterben verurteilt, denn blöderweise wird die Erstellung des lästigen Kontännts, den man braucht, um die weißen Flächen zwischen den Werbungen aufzufüllen, immer teurer. Ohne neue Business-Modelle und Ideen sieht’s wirklich duster aus, nur die Kronenzeitung in Österreich bleibt verschont, sonst müsste Armin Thurnherr am Ende noch seinen letzten Editorial-Stehsatz über den Mediamil-Komplex ändern. (Warum man den überaus unsympathisch verbohrten Kriegstreiber-Deppen Cato den Älteren paraphrasiert, werd ich allerdings nie verstehen.) Aber zurück zum Thema: The Equity Kicker hätte da ein paar Vorschläge, quasi Inspiration für verzweifelte Verleger:

In the news industry, it is the news itself that has become abundant. Making a trip to the corner shop and buying a paper to find out what is happening in the world has shifted from being the only option to being the least good of a thousand options. I prefer to check Techmeme and Twitter, but there is the choice of thousands of other sites, aggregators and services that can deliver to your desktop or mobile. Moreover, there is no exclusivity in news per se – getting the headline from one place is pretty much equivalent to getting it from another.

The good news is that every abundance creates new scarcities and this is where the news industry must go to make money in the 21st century. The scarcities created (and enabled) by abundant news are interesting stories, thought provoking analysis, conversation and community, and trust/verification.

Tastaturshortcuts für den Google-Reader

ritchie aka datadirt “Eine Tastatur ist einfach schneller als ne Maus / mit diesen Shortcuts bin ich schneller wieder aus dem Reader raus”: Der Tägliche Webarbeiter hat Tipps zur Beschleunigung der RSS-Konsumation:

Google Reader has an extensive list of available shortcuts. It would take quite a bit of effort to learn how to use them all, so in this post I’m just going to share those that I use every day to make trawling through my feeds a little bit faster.

Mein neuer Favorit: v wie View original. Dieser Short-Cut öffnet den aktuellen Link in einem neuen Fenster. Auch nicht schlecht: Shift+a markiert alle Beiträge des aktuellen Feeds als gelesen.

DJ-Mix der Woche

Nach Video und Foto nun auch noch der Mix der Woche: diese Rubrik wird allerdings nicht jede Woche dabei sein, sondern nur wenn wir zufällig oder gezielt auf eine besonders gelungene Trackmontage stoßen – wie in dieser Woche auf Update von DJ Sight (Duzz Down Recordings). Man muss kein Hip Hopper sein, um zu den funky Grooves, die der Zeremonienmeister da auf Soundcloud serviert, zu diggen!

Foto der Woche

Mit Eternal Wanderer ist Mamnaimie eine außergewöhnliche Schwarz-Weiß-Komposition gelungen – aber sehen Sie selbst:

Black-and-White Beach

Judiths Video der Woche

Zwar schon älter, aber eben wiederentdeckt: Ein weiterer Beweis, warum Katzen einfach nur cool sind. Vor allem miteinander spielende Katzen. Die haben den retardiert sabbernden, infantilen Kötern einfach soooo viel voraus. [Anmerkung von ritchie: diese Aussage spiegelt nicht die Meinung des Blogbetreibers wieder, sondern deren genaues Gegenteil.] Voilá, das Katzenkatapult!

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Ritchies Video der Woche

Meine Videos der Woche gibt’s heute ausnahmsweise im Doppelpack – ich hab auf Vimeo zwei sehr schräge Animations-Filme gefunden, zwischen denen ich mich nicht entscheiden konnte – “My Day” von Eamonn O’Neill und “The Tourist” von Animalcolm. Viel Vergnügen!


Lesetipps der Woche

  • Die Schweiz und ihre Finanzgeheimnisse: Der Tagesanzeiger informiert über eine schwierige Liebesbeziehung eine bevorstehende Identitätskrise.
  • Und hier noch zwei unverzichtbare Inputs für Berufs-Paranoiker und schadensbegrenzende Online-Reputation Manager: TechCrunch berichtet über eine Lücke in Friendfeed, dank derer man im Namen beliebiger User Postings absetzen kann (Bravo! Normalerweise liefern Hacker solche Features nach.), und Louis Gray hat in danke Google jede Menge Facebook-Notizen gefunden.
  • Der selbsternannte deutsche Twitteradel hat diese Woche ein hochpathetisches Internetmanifest veröffentlicht. Nachzulesen zum Beispiel bei Stefan Niggemeier: eigentlich nicht besonders lesenswert und fast als peinlich einzustufen, hat der TExt doch sein Gutes, nämlich eine wesentlich amüsantere Gegenbewegung: das Internet Moneyfest.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unserer Rückblickerei angelangt. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit, wünschen schöne restliche Sonntagsminuten und einen guten Start in die kommende Woche – und lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW35 2009

Wäre dieser Zug ein Flugzeug, hätte ich schon längst von einer hübschen Stewardess Erfrischungen serviert bekommen und den Landeanflug hinter mir. Als zweitklassiger Fahr”gast” der ÖBB dagegen darf man von sauberen Waggons und funktionierenden Klima-Anlagen, Toiletten und anderen Unwichtigkeiten nur träumen. Doch sogar in der ersten Klasse musste ich mich heute von einer überschminkten, sehr altersungemäß gekleideten und drei Plätze weiter weg sitzenden “Mitreisenden” für mein mobiles Telefonieren rügen lassen: “Ich fahre ja nicht mit der ersten Klasse, um Ihnen zuzuhören!” Sie sagte das dermaßen unfreundlich, dass ich nicht umhin konnte zu fragen, ob sie denn wirklich glaube, dass die ÖBB in die 1.-Klasse-Waggons Moving Repeater einbaut, um zugleich den Reisenden das Telefonieren zu verbieten. “Stil kann man nicht kaufen”, erklärte sie mir beleidigt. Tja, blöd gelaufen: wer Ruhe beim Reisen haben will, braucht eben mindestens ein Motorrad oder ein Auto – Still kann man nämlich sehr wohl kaufen! (Falls Sie das hier lesen: die kurzen roten Haare passen wirklich überhaupt nicht zu Ihrer biestigen Art! Eine graue Melone, wie sie die Mutter von Jack in 30 Rock trägt, wäre viel angebrachter.) Aber genug der Real-Life-Flamewars, auch virtuell heben sich allerhand Zeige- und Mittelfinger – also ohne weitere Verzögerung auf zum heiteren Social-Web-Raten mit Linzerschnitte und datenschmutz. Heute zum ersten Mal mit dabei: unsere neue Fix-Rubrik “Pflichtlektüre der Woche”. Viel Vergnügen mit dem Panoptikum!

Dein Blog ist dein Königreich

ritchie aka datadirt Om Maliks plädiert in The Evolution of Blogging für mehr Sensibilität beim Thema fremd- vs. selbstkontrolliertes Publishing: wer seine gesamte Online-Präsenz in die Hände von Dienstanbietern gibt, auf deren Entwicklung und Strategie er keinerlei Einfluss hat, kann eines Tages mit einem blauen Auge respektive ohne diese Inhalte aufwachen. Om zitiert das aktuelle Beispiel des Short-URL Services tr.im:

First was the shutdown drama around a little-known URL-shortening service called Tr.im. While it’s since been resurrected, the incident showed me how by championing these URL-shortening services, we’re essentially putting the entire link economy in the hands of companies that are skating on thin ice during the peak of summer.

Facebook, Friendfeed, Twitter und Co. haben gezeigt, so Malik, dass ein verstärktes Interesse an Echtzeit-Kommunikation besteht. Blog-Publishing System wie WordPress bleiben dank ihrer Offenheit flexibel genug, um etwa eine Life-Feed Funktionalität via Plugin rasch nachzurüsten. Content war im Web 1.0 schon King, und daran hat sich rein gar nix geändert: aber die Frage lautet, ob die Produzenten die Publikation und Verbreitung ihrer Inhalte selbst kontrollieren. Social Media Services sind keine Charity-Veranstaltungen, sondern profit-orientierte Unternehmen – die Versprechen des Free-Web scheinen so verführerisch wie weiland Odysseus’ Sirenen, aber: wer die Daten kontrolliert, hält in der Informationsgesellschaft die Fäden der Macht in seiner Hand. Social Media Services sind mittlerweile zwar unverzichtbare “Extensions” der eigenen Webpräsenz, das “Mutterschiff Weblog” können und sollten sie keinesfalls ersetzen – in exakt diese Kerbe schlägt auch das Webworker-Posting Your blog is your mothership.

Twitter-Psychos

Judith aka Linzerschnitte Wer als Twitter-Marketer etwas auf sich hält, der überlässt nichts dem Zufall. Twitterpsych, die neue Twitter-App von Dan Zarella, analysiert die letzten 1000 Tweets eines Tweepers anhand zweier linguistischer Analyse-Alogorithmen (RID und LIWC). Unter anderem werden folgenden Komponenten erhoben: Soziales Verhalten, Moralischer Imperativ und auch der Faktor “Ruhm”. Ebenso wird analysiert, wie viele Smilies der User verwendet, worüber er hauptsächlich spricht, zu welcher Zeit usw. Außerdem werden gleichgesinnte User angezeigt. Und das ohne Passwort-Eingabe. Also das ultiamtive Psycho-Analyse-Intstrument für alle Marketiere. Leider oder glücklicherweise funktioniert Tweetpsych nur bei englischsprachigen Accounts in vollem Umfang: tweetpsych.com

Neu und genuin anders: TwitThis

ritchie aka datadirt Über Shoemoneys Beitrag mit dem vielversprechenden Titel How I used Twitthis to Get Over 15,000 Twitter Followers bin ich auf ein sehr interessantes Services gestoßen: TwitThis verbindet auf smarte Weise ReTweet-Funktionen mit Follower-Empfehlungen, Link-Shortening und Credit-Systeme. Klingt kompliziert? Nur für die Betreiber, das Interface für User wurde angenehm simpel gehalten. Genial:

Click the twitthis button you see on sites – according to Yahoo! the button is on over 10 million sites now including some HEAVY hitters like official government websites like texas.gov and oklahoma.gov as well as the new twilight movie. Everywhere you see a page where the twitthis button is (or in a feed) that you find interesting click it and tweet it! Also when you do tweet it you will be offered to follow a suggested user. If you do both of these things you gain points and increase the chance that you will be suggested for people to follow.

Wenn ich nicht schon PrettyLink Pro als eigenen URL-Shortener im Einsatz hätte, würde ich jeden meiner Links über TwitThis rausschicken, denn:

I want to be a suggested user. How do I earn TwitPoints?

  • Submit a URL to TwitThis and earn 5 TwitPoints.
  • Follow a suggested user and earn 10 TwitPoints

How are my TwitPoints used?

  • Each time someone follows you, it costs you 1 TwitPoint.
  • Every 1000 times you are the suggested user, it costs you 1 TwitPoint.
  • To keep the ecosystem fresh, users are taxed 10% of their TwitPoints daily.

Watson, ich meine: wir haben es hier mit einer Twitter-Train 2.0 zu tun! Der deutsche Sprachraumbleibt natürlich wie üblich außen vor, wer auf Englisch twittert, kann sich aber schon mal auf massiv viele Followers freuen. Im Shoemoney-Beitrag wird auch en detail beschrieben, wie man TwitThis via Feedburners Feedflare in den RSS-Feed integriert – unbedingt empfehlenswert!

Tracy – Ein Fall für den Online Reputation Manager

Judith aka Linzerschnitte Ähnlich nervtötend wie ein Versicherungsvertreter am Telefon ist der Online Reputation Manager im Web. Hinter jedem Satz vermutet er einen möglichen, lebenslänglichen Ausschlußgrund für zukünftige Jobs oder Lebenspartner und am liebsten würden die Online Reputation Manager uns genauso glattgestrickt und todlangweilig dastehen lassen, wie sie selbst sind. Trotz aller Vorbehalte gegen diese Zunft: Manchen Mensche täte es vielleicht nicht schlecht, einen solchen zu kontaktieren. Da wären zum Beispiel Agenturen, die sich mit ihrer Social Media Kompetenz rühmen und dann im Web 2.0 über die Inhouse-Kampagnen ihrer Kunden herziehen, an denen sie selbst nicht mitschneiden dürfen. Bei jener Dame namens Tracy wurden letzte Woche wohl einige Online Reputation Manager vorstellig. Tracy hat wohl ihre Facebook Wall mit den Private Messages verwechselte – und zwar ausgerechnet bei einer sehr intimen Botschaft:

Thank you too, Micheal, I had a great time as well. I’m glad you enjoyed my OTHER puss ;). I must admit I haven’t had sex in a while, so getting mounted by such a strong and powerful man was a pleasant surprise after so many long months of abstinence. […]

Keine Ahnung, ob es Fake oder Real ist. Aber selbst in diesem Fall sollte ein Online Reputation Manager nicht unbedingt von Nöten ist. Eher ist die Großzügigkeit der Leser dieser Botschaft gefragt, die sich selbst an der Nase nehmen und das Lästern mal sein lassen sollten. Sich einfach mal mit und für Tracy (oder den erfolgreichen Social Media Aktivitäten des Kunden) freuen und schon wird es im Social Web wieder ein bisschen lustiger.

Just in: Angeblich handelte es sich um einen Hack, wie The Coffee Desk berichtet:

So there’s a Facebook screenshot floating around in the Blogosphere depicting a woman with a very embarrassing status, as Mashable naively reports. Truth is, a Christian dating website was compromised by 4chan hackers and they used the information to take over the victims’ Facebook pages.

Faszinierend: bereits die ersten paar Kommentare zur Mashable-Story stellen die “Ente” richtig – da können papierene Medienprodukte einfach nicht mithalten!

A productivity plain

ritchie aka datadirt Zu viele Social Media Notifications sind der Tod der Produktivität – ich habe letzte Woche (notgedrungen) meinen Desktop neu aufgesetzt (akuter System-Disk Tod, Ursache: unbekannt) und peinlichst genau darauf geachtet, dass der Start-Up Folder leer bleibt. Wenn man Skype, Twitter und Co. nur on demand nutzt und die Ablenkungen minimiert, dann geht einfach mehr weiter, hat Jeremy kürzlich im Flieger festgestellt:

So this week I am going to whack all the notifiers… Now I am not going to go all 4-hour work week and only check my email 2x a day but I for sure need to cut back on the 0-second notifications.
It’s an amazing world we live in where communication happens so fast but it can be hard to be productive.

Wie twittern deutsche Unternehmen?

Judith aka Linzerschnitte Corporate Tweeper stehen unter ständiger Beobachtung: sie dürfen nicht zuviel und nicht zuwenig twittern, sie sollen Follower aufbauen und auch zurückfolgen, aber ja niemanden “belästigen” und auf jeden Fall sollen sie Dialogbereitschaft und Mehrwert bieten. Wie die Realität aussieht, hat eine deutsche Agentur untersucht. Fazit:

  • Nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) weist über 1000 Abonnenten (Follower) aus.
  • Der Follower-Durchschnitt liegt bei 661 Abonnenten (Median: 400 Follower).
  • Im Schnitt twittern die Unternehmen 13 Mal pro Woche.
  • 67 Prozent der Corporate-Tweets enthalten Links, in der Regel in Form einer Kurz-URL.
  • Nur 33 Prozent der Unternehmen verwenden @Relplies, kommunizieren also direkt mit anderen Twitterern.

Downloadlink zur Studie.

TweetLater heißt jetzt SocialOoomph

Zugegeben: auf Deutsch klingt “Umpf” etwas seltsam. Aber längerfristig macht die Entscheidung von Dewald, nicht bloß auf Twitter zu setzen, hochgradig Sinn. In wenigen Monaten entwickelte sich Tweetlater zum Platzhirsch unter den Premium-Mash-Ups; ich bin gespannt, welche neuen Ideen Dewald im Ärmel stecken hat:

To date we have been focusing on providing productivity solutions for Twitter users. We decided to change our name to allow for future expansion into other social media solutions, and to ensure that our brand does not conflict with any current or future legal rights of the Twitter organization.
To allay any speculation, we want to make clear that this is an unsolicited, proactive and preemptive action on our side.

Für Free- und Pro-User ändert sich außer der Adresse nichts; die alten Affiliate-Links werden ebenfalls weiterhin funktionieren, allerdings empfiehlt Dewald, in allen Links “Tweetlater” durch “Socialoomph” zu ersetzen.

Foto der Woche

Nein, Judith hat mich noch nicht (völlig) mit Katzencontent infiziert. Aber recubejims “Katzenklo” aka I’m all right, honest besticht nicht nur inhaltlich, sondern auch fotografisch:

katzenklo

Ritchies Video der Woche

A failed attempt: in diesem Video sehen wir das, was Piloten als “riskante Landung” bezeichnen. Allerdings handelt es sich glücklicherweise um einen ferngesteuerten Flieger, der – im Gegensatz zur Kamera – den Tauchgang unbeschadet überstand. Bei solchen Videos krieg ich immer immense Lust, mir einen RC-Heli mit Kamera zuzulegen…

Judiths Video der Woche

Nicht jede/r kann den Bullen so graziös und aufreizend reiten wie Kylie Minouge. Nicht grazil, nicht sexy – aber wesentlich lustiger:

YouTube Preview Image

Pflichtlektüre der Woche

  • How to kill your community in 6 steps – WordPress-Matt (Mullenweg) erklärt, wie man Communities kaputt macht – und derzeit scheint sich das Gros der Community-Manager geradezu sklavisch an seine Anweisungen zu halten.
  • Negatives Feedback zu Cash for Clunkers: die Ami-Version der Verschrottungsprämie wird bloß zu einem immensen Anstieg der privaten Verschuldungsrate führen, meinen die Kritiker.
  • Twitter wächst nach wie vor: Der Juli war ein guter Monat für unser aller liebster Microblogging-Dienst. Twitter hat mittlerweile über 51 Millionen Unique Visitors pro Monat, 60 Prozent davon von außerhalb der USA: Twitter Flew Above The 50 Million Uniques Mark For the First Time in July auf TechCrunch.
  • Philip Garrido, religiöser Fanatiker und Entführer von Jaycee Lee Dugard, hat einen Blog. Lesenswerter als die Blogbeiträge sind die Kommentare: voicesrevealed.blogspot.com

Und das waren auch schon wieder sieben Tage Social Media im Schnelldurchlauf – an dieser Stelle noch eine Anmerkung in eigener Sache: in den letzten Wochen gab es erfreulich viel Feedback zu unserem Blogistan-Panoptikum: Kommentare, Anmerkungen, Ergänzungen, Lob und Hasstiraden motivieren uns natürlich ungemein. Lassen Sie sich also durch nichts – aber auch wirklich gar nichts – davon abhalten, reichlich Gebrauch von der Kommentarfunktion zu machen: quasi “Comment as much as you can”! Sagen Sie uns, über welche Themen Sie gerne mehr/weniger lesen würden, erzählen Sie uns, wie Sie nach sechs Monaten Panoptikum-Dauerlektüre quasi über Nacht zum Social Media Officer Ihres Unternehmens wurden oder auch nicht: wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen! In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, schönen Restsonntag und: wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW34 2009

Schon wieder ist eine Woche verflogen – und während sich der Spätsommer langsam aber merklich in den Frühherbst verwandelt, wird im Social Web gemessen, gewogen und begutachtet, dass Kulturpessimisten bereits vor dem drohenden Aussterben von Forschungsfragen warnt. So gut wie kein Land halte sich nicht an die internationalen Fangverbote für gefährdete Untersuchungsarten, erzählte mir letztens im Vertrauen ein Mitglied des Internetrats. Das hält Linzerschnitte und mich aber keineswegs vom Rückblicken ab, denn in der Zweitauflage des Web 1.0 passiert so viel, dass der Nachdruck wohl auch bald vergriffen sein wird.

Twitter: Karteileichen los werden

ritchie aka datadirt Die letzten paar Spam-Wellen haben in den USA einen neuen Twitter-Trend ausgelöst: einige populäre Tweeter haben sich zu einem Clean Cut entschlossen und *alle* User entfollowed, um ganz von vorne zu beginnen. SocialToo bietet diese Funktion neuerdings sogar für harte Dollars an, Mutuality bietet die gleiche Funktion für laut, allerdings insgesamt nur 3mal für Accounts mit mehr als 1.800 Kontakten. Man muss nicht gleich ganz so radikal vorgehen, um die “Followed”-Zahl zu reduzieren: zwei sehr nützliche Services sind Twitoria (das allerdings ab den ersten 10k nicht mehr funktioniert) und das von mir präferierte Untweeps. Beide Mash-Ups dienen dazu, Accounts, die seit einem gewissen, einstellbaren Zeitraum (bei Twitoria zwischen einer Woche und 6 Monaten, bei Untweeps frei nach Tagen einstellbar) inaktiv sind, zu entfollowen. Twitoria benötigt dazu überhaupt nur den Usernamen, das Unfollowing geschieht händisch. Bei Untweep loggt man sich mit TwitterAuth ein, kann auf Wunsch eine Whitelist von zu schützenden Accounts erstellen und massen-entfolgt bequem via Mausklick. 3 Benutzungen pro Monat sind kostenlos, wer häufiger Untweepen möchte, muss via PayPal $1,37 für 3 Tage unlimited Access oder 5 Dollar pro Monat bezahlen. Für professionelle Twitter-Nutzer ein großartiges Tool, das bei meinen Tests aber ebenfalls Probleme hatte, die komplette Liste von Twitter zu fetchen – allerdings ist die im Fall von @datadirt mittlerweile auch schon ziemlich lang. Außerdem bietet Untweet die Option, eine Liste aller Accounts anzuzeigen, die man im Lauf der Zeit geblockt hat. Gute Gründe, warum man inaktive Accounts überhaupt loswerden will, nennt dieser Artikel von John Samuel.

The Future of News

Judith aka Linzerschnitte Während manch ein Vertreter der Old Media Sektion noch hofft, dass Social Media nichts anderes ist als eine Seifenblase, die bald zerplatzen wird, sieht Arianna Huffington, Mitbegründerin des Weblogs bzw. Onlinemagazins Huffington Post die Sache naturgemäß etwas anders. Anlässlich des Launches von “HuffPost SocialNews”, einer Facebook Integration auf Huffingtonpost.com via Facebook Connect schrieb Arianna Huffington einen Gastbeitrag auf dem Facebook Blog:

News has become an important element of community—something around which we gather, connect and converse. We all are part of the evolution of a story now—expanding it with comments and links to relevant information, adding facts and differing points of view. In short, the news has become social.

Facebook geht damit eine seiner wenigen Partnerschaften ein; ungewöhnlich deshalb, weil eine Application auf Facebook durch die offenen APIs der Plattform keine Partnerschaft im gewöhnlichen Sinn erfordert. Mal sehen, ob sich die Kooperation mit der Huffington Post eines Tages noch mal als strategische Partnerschaft herausstellt.

Neue deutschsprachige Twitter-Charts

ritchie aka datadirt Gerald Bäcks Liste zwitschernder Journalisten erfreut sich großer Beliebtheit und die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Gerald an einem elaborierten Twitter-Ranking arbeitet. Zuvor gekommen sind ihm einstweilen die Microblogosphären-Vermesser von Twop. “Wer misst, misst Mist”, lernt bekanntlich jeder Studiosus der Naturwissenschaften, da machen natürlich auch Rankings keine Ausnahme. Die Erklärung klingt aber durchwegs plausibel:

The Global Twopcharts are tracking the most followed Tweeters in the German language. We are taking into account the follow behavior of tweeters and filtering out tweeters who are excessively following, in order to avoid noise from “if you follow me, I will follow you back” behavior. Unfortunately there are many tools which are just encouraging mass following, and we are trying to determine which tweeters have appealing content, and can attract followers without tools and tricks.
The tweet chart is a subset of the twop-chart, so it is not trying to find the most active tweeter in the Universe, but is ranking the tweet frequency of the twop-1000.

Wenn allerdings die Tweet-1000 bloß eine umsortierte Ansicht der Twop-1000 darstellen, dann verstehe ich nicht, warum ich mit meinem deutschsprachigen Account ritchie_tweets in der einen Liste auf Platz 928 und in der anderen gar nicht vertreten bin.

40 Prozent der Twitter-Nachrichten “nichtiges Geschwätz”

Judith aka Linzerschnitte Die Austria Presse Agentur schickt pro Woche wohl ca. 200 Meldungen über die Ergebnisse mehr oder weniger relevanter Studien aus. Eine dieser Meldungen wurde diese Woche fleißig von diversen Old-Media-Plattformen veröffentlicht. Inhalt: Eine Marketing-Agentur aus Texas hat eine Studie veröffentlicht, der Conclusio lautet: 40 Prozent aller Twitter-Nachrichten sind “nichtiges Geschwätz”. Die Tatsache überrascht an sich nicht wirklich, zeigt aber, dass manche Marketing-Agenturen das “Social” in “Social Media” wohl immer noch nicht ganz deuten können. Achja, ebenfalls Ergebnis der Studie: Unternehmenswerbung und Spam machten nur 5,85 beziehungsweise 3,75 Prozent der Kurznachrichten aus.

Anm. von ritchie: Nur 40%? Da wurde wohl ein systematischer Messfehler verbrochen. Ich würd eher meinen: 98 Prozen! :mrgreen:

Facebook User mit Contests kaufen

ritchie aka datadirt Allfacebook.com verrät Tipps und Tricks für Facebook-Contests, mit denen sich Traffic und Fanbase von Pages beträchtlich steigern lassen:

Facebook currently has no limitation on the number of fans users can invite to a public profile which makes invitations one of the most important components of generating fans. So how on earth do you get users to invite their friends? Contests of course! Contests are probably the single best tool for driving more users to your public profile if you encourage fans to invite their friends.

Ganz billig wird die Sache dann allerdings doch nicht, denn Nick O’Neill empfiehlt “Cash Prizes” für die Contest-Gewinner. Aber im Vergleich zu anderen Formen der FB-Lead-Generierung denke ich ebenfalls, dass für Social-Media werbende Firmen Gewinnspiele in Form von Wettbewerben die Waffe der Wahl darstellen.

Dani Terbu startet mit Coolhunting.at

ritchie aka datadirt “Because catching up is the new looking ahead” lautet das Motto von Dani Terbus druck- bzw. pixelfrisch gestartetem Weblog Coolhunting.at. Ich finde das Design mit dem 9er-Grid auf der Startseite sehr gelungen, die Themen sind unter der gemeinsamen Klammer “Trends” breit gestreut. Unter anderem geht’s darum, dass the gap Facebook mag, fußfreie Strumpfhosen und Guy Kawasakis Vortrag im September:

Guy Kawasaki ist im September in Wien und hält einen Vortrag. Und coolhunting ist nicht nur dabei, sondern natürlich mittendrin und wird voraussichtlich als Live-Bloggerin vom Event berichten.

Ich freu mich schon auf den Vortrag am 10. September – und vor allem auf mein Video-Interview mit dem Meister; hier geht’s zur Anmeldung.

Charles Schumann: Die Barkeeping Legende spricht

Judith aka Linzerschnitte …mit dem Playboy. Was Mixen angeht, sind des Meisters Bücher für mich sowieso der Maßstab aller Cocktail-Theorie, aber dass der Wegbereiter der Cocktailkultur ein so cooler Hund, wusste ich bisher nicht. Hier zwei Zitate aus dem Interview:

Playboy: Erklären Sie uns: Was ist eine Bar?
Schumann: Eine Bar ist ein Ort, den man als Wohnzimmer betrachtet. Wo man zu Hause ist und trotzdem gehen kann, wann man will.
Playboy: Was unterscheidet eine gute Bar von einer schlechten?
Schumann: Dass man als Gast nicht merkt, dass Geld verdient werden muss. Wenn die Bar überschaubar ist, kann man mit dem Barkeeper reden, muss aber nicht. Eine gute Bar ist sicher nicht Cocktails mixen. Das steht für mich nicht einmal an zweiter Stelle.
[…]
Playboy: Wie wichtig sind Cocktail-Moden? Nehmen wir Caipirinha, eigentlich doch ein widerliches Zeug, oder?
Schumann: Stimmt nicht, Caipirinha ist kein widerliches Zeug! Das ist ein klassisches brasilianisches Getränk. Nein, vorsichtig sein muss man mit Gemüse und Obst und Kräutern. Wenn eine Bar nur noch Gemüsestand ist, kann man gleich zum Viktualienmarkt gehen.

Übrigens: demnächst startet auf ATV.at und Cocktail-Blog.com unsere Cocktail-Mixing Videoserie, mehr dazu in Kürze. Ich sag nur: wir lüften alle Geheimnisse um Malcolm Lowry, Black Russian, Daiquiri und Co.

Photo der Woche

Dieses Foto fällt eindeutig in die Kategorie “gelungener Schnappschuss”. Fotograf moriza sagt dazu:

It was a lucky shot. I saw the moment and the camera worked.

ubahnblur

Ritchies Video der Woche

“Signs” heißt dieses wunderbare und für ein Online-Video fast biblisch lange 12-Minuten-Lehrstück über The thing that keeps you going – drauf gestoßen bin ich bei Neelaa.

Judiths Video der Woche

“We all wanna be Prince” – dieser Botschaft ist an sich schon nicht mehr viel hinzuzufügen, aber wenn sie von Felix Da Housecat ist, ein basslastig und mit einem Party-Prince-Poser-Video daherkommt, mutiert das Ganze zu einem sehr stimmungsvollen Wochenendausklangs-Video.

Felix Da Housecat – We All Wanna Be Prince

Und schon nähern sich rasant die letzten Buchstaben dieses Blogistan-Panoptikums. Aber keine Sorge: mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit beginnt morgen eine neue Woche und in sieben Tage werden wir erneut zurückgeblickt haben. In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW33 2009

Fast allen großen Religionen dieser Welt gilt der Sonntag als der Tag des Blogistan-Panoptikums. Da machen auch wir atheistischen Laizisten keine Ausnahme und zelebrieren die Tradition mit dem gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datadirt auf sieben Tage ganz normalen Social Media Wahnsinn. Von während der Wehen twitternden Twitter-Gründer Ehefrauen bis zur specklastigen Feinkostabteilung reicht das Themenspektrum, kurzum: dieses Panoptikum hat wieder mal alles, also ohne weitere Ausschweifungen direkt in medias res:

Codename: Project Retweet

Judith aka Linzerschnitte ritchie aka datadirt Am 13. August brachte Mashable die Breaking News: Project Retweet verhilft der altbekannten Best-Practice zu offiziellem Feature-Status. Beim Retweeten setzt man ein “RT” an den Beginn der weiterzuleitenden Nachricht, in gewisser Weise handelt es sich um ein Äquivalent der E-Mail-Forwarding-Funktion (z.B. RT @linzerschnitte oder RT @datadirt). Retweets könnten sich – analog zu Backlinks bei Google – zu einer Art Twitter-Popularitäts-Währung entwickeln, die Integration die API und in weiterer Folge in 3rd Party Apps ist daher ein logischer Schritt. Noch sind aber nicht alle Details bekannt:

1. You can see if someone retweets a link with a small line that says “Retweeted by ___” under the tweet and the time when the tweet was sent.
2. Hovering over a tweet will soon make two options appear: Reply and Retweet. Reply is already supported by Twitter – it’s that little arrow that appears on the right when you hover over a tweet.
3. Clicking on the “Retweet” button will confirm if you really want to retweet this tweet to all of your followers
4. The retweet is done. It apparently shows the people that have retweeted it in your timeline. We’re unsure as to how many people can be listed in the “Retweeted by” section of any tweet.

Journalistische Qualitätsmaßstäbe

ritchie aka datadirt Früher: Check, Cross-Check, Re-Check, Double-Check Jackson, wie die Zeitungswissenschaftler zu sagen pflegten. Heute dagegen: Retweet, Retweet, Nix-Check. Denn wie digiom richtig stellt:

NEIN, Sony hat KEINE Selbsthilfegruppe für Social Media-Abhängige gegründet! Das wäre eine eigene Studie wert: Inwieweit stimmen geretweetete Kurzdarstellungen mit der tatsächlichen Nachricht überein? Recht häufig klafft dazwischen eine gewaltige Lücke – z.B. auch in dem von Nicole Kolisch analysierten Fall ‘Twittensnobelpreis’, in dem Mark Pfeifle, “ein (ehemaliger) Sicherheitsberater der (ehemaligen) US-Regierung” vorgeschlagen hatte, dass Twitter für den Friedensnobelpreis nominiert werden solle. Was wurde re-re-re-tweetet? “Twitter für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.” Klingt natürlich toll – da ehemalige Sicherheitsberater aber noch immer nicht das Vorschlagsrecht bei der Vergabe des Friedensnobelpreises haben, war’s natürlich Blödsinn.

Sehr lesenswertes Posting über multiple Social Media Wahrheiten: unbedingt auch die Videos im Beitrag anschauen – Bruno Kammerls Megawoosh ist verdammt gut gemacht.

Facebook: Ein Durchlauferhitzer für Eitelkeitsdramen?

ritchie aka datadirt Das legt zumindest eine aktuelle Studie aus dem CyberPsychology & Behavior Journal nahe:

The report concludes that there is a “significant association between time spent on Facebook and jealousy-related feelings and behaviors experienced on Facebook.”

Das alte Bon-Mot “Was ich nicht weiß, macht mich heiß” findet also seine Fortsetzung im Social Web der Zwischenmenschlichkeiten. Man könnte natürlich auch sagen: je mehr Kommunikation, desto mehr Missverständnisse :-)

adjix schaltet Link-Werbung

ritchie aka datadirt Twitter hat Link-Shortener Services zu ungeheurer Popularität verholfen. Je nach Eleaboriertheitsgrad bieten die verschiedenen Services bloß die Basics oder weitergehende Features wie etwa Klick-Tracking Statistiken. adjix geht einen anderen Weg, schaltet via Frameset relativ dezente Werbung über die verkürzten Links und beteiligt den Nutzer an den Einnahmen.

Für mich hat sich, seit ich PrettyLinkPro einsetze, das Thema 3rd Party Short-URL Services völlig erledigt. PLP verbindet flexible, frei anpassbare Statistik-Reports mit einer ganzen Reihe von Cloaking-, Word-Replacement und Twitter-Publishing Funktionen und erlaubt über den “PrettyBar” optional auch das Einblenden von (Eigen)Werbung. Ein weiterer relevanter Unterschied zwischen 3rd Party Services und PLP besteht in der Zeit-bezogene Sicherheit (wer weiß, ob TinyURL und Co. ewig bestehen). Grundsätzlich wäre adjix ein interessantes Tool für Power-Tweeter – aber gegen PrettyLinkPro und Short-URLs auf der eigenen Domain kommt der Service nicht an.

Social Networking verkommt zur Gammelfleischparty!

Judith aka Linzerschnitte Vor einigen Wochen erzählte Axel Maireder von einer aktuellen Studie über Social Networks, die an der Uni Wien durchgeführt wurde. Eines der erstaunlichsten Ergebnisse: aus nicht nachvollziehbaren Gründen würden viele Teenager mit ca. 16 Jahren, nach zwei jähriger Social-Networks-Aktivität plötzlich Reißaus nehmen und die diversen Plattformen mehr und mehr zu einer Gammelfleisch-Party mutieren. Über die Gründe wusste man zum damaligen Zeitpunkt noch nichts Genaueres. Ein Artikel im britischen The Guardian lieferte diese Woche allerdings erste Interpretationsansätze zu dieser Massenflucht: Die coolen Kids hauen ab, weil ihre Eltern (und Lehrer) plötzlich in den Social Networks auftauchen! Und das ist ihnen einfach URpeinlich…

Although their love of being online shows no sign of abating, the percentage of 15- to 24-year-olds who have a profile on a social networking site has dropped for the first time – from 55% at the start of last year to 50% this year. In contrast, 46% of 25- to 34-year-olds are now regularly checking up on sites such as Facebook compared with 40% last year.

Liebe Leser, wir gehören nun wohl alle offiziell zum alten Eisen!

Keine kleine Spende

ritchie aka datadirt Wie die FutureZone berichtet, will Facebook im Allgemeinen “kommerzielle Userprofile” verbieten und im Speziellen das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden:

Das Soziale Netzwerk Facebook hat am Dienstag erneut Änderungen bei den Nutzungsbestimmungen vorgeschlagen. Diese beinhalten unter anderem ein Statement, dass private Nutzerprofile nicht dazu verwendet werden dürfen, kommerzielle Gewinne zu erwirtschaften. Konkret angeführt wird das Verkaufen von Statusmeldungen an Anzeigenkunden. Werbekunden dürfen freilich weiterhin bezahlte Anzeigen schalten.
Facebook geht mit dieser neuen Regelung den gegenteiligen Weg des Microblogging-Diensts Twitter. Mit dem Dienst Sponsored Tweets können Twitter-Nutzer ihre 140-Zeichen-Nachrichten an Werbekunden verkaufen.

Dazu wäre noch anzumerken, dass es sich bei SponsoredTweets *nicht um ein offizielles Twitter-, sondern ein 3rd Party Service handelt, genauer gesagt um ein Start-Up von Izea. Ich hab mich dort mal umgeschaut und kann die ganze Sache (noch) nicht ernst nehmen: Beim Launch wurde aufs Affiliate Programm vergessen, Anzeigenkunden gibt’s noch so gut wie keine. Um einiges früher dran war übrigens Magpie, über das man wenigstens sagen kann, dass es so vor sich hindümpelt :mrgreen:

Dass Werbekunden auch weiterhin bezahlte Anzeigen schalten dürfen, ist allerdings beruhigend. Und wer seine Statusmeldungen trotzdem verkauft, sollte sie wenigsten mit [bezahlte Quasi-Anzeige] kennzeichnen, damit Facebook die betroffenen Accounts auch zuverlässig sperren kann *rofl*

Facebook erhält Twitter-ähnliche Suchfunktion

Judith aka Linzerschnitte Bisher war Facebook ein riesiger Moloch, der eine Unmenge Daten in sich hineinfraß, hermetisch abschottete und nichts nach außen dringen ließ. Das wird die Plattform auch weiterhin bleiben – vorerst. Aber um mehr Übersichtlichkeit zu gewähren gibt es ab sofort eine bereits teilweise implementierte Suche. Ähnlich der Twittersearch werden die Suchergebnisse laufend aktualisiert, außerdem kann man in der Suche nun filtern: nach Pages, Gruppen usw. Und dann wäre da noch das neue Schlüsselfeature: die Keywordsuche mit dem Filter “Everyone”!

The new Everyone filter makes Facebook like Twitter in search, but it will take some time for people to learn to use Facebook the way they do Twitter, and it’s not clear that the two models will mesh well on one social platform.

Erstmals lässt Facebook also zu, dass die Schranken des eigenen Freundeskreises durchbrochen werden. Keyword-Search auf Facebook – das bedeutet wohl feuchte Träume für die gefühlten 78 Prozent Marketer und Partyveranstalter auf Facebook…

TweetMeme vs. TechMeme

ritchie aka datadirt In der Schlacht der Aggregationsgiganten 2.0 – Tech-, TweetMeme, SocialMedian und Co. sind die neuen Diggs – scheint Tweetmeme vorerst klar Sieger vorne zu liegen. TechMeme verlässt sich auf multiple, nicht dokumentierte Quellen:

At this moment, the must-read stories in technology are scattered across hundreds of news sites and blogs. That’s far too much for any reader to follow.
Fortunately, Techmeme arranges all of these links into a single, easy-to-scan page. Story selection is accomplished via computer algorithm extended with direct human editorial input. Our goal is for Techmeme is to become your tech news site of record.

TweetMeme setzt ganz auf Twitter-RTs (siehe auch weiter oben) und liegt derzeit in der Gunst der User klar weiter vorne. Die Zahlenbasis ist durchwegs beeindrucken: für einen Platz in den Top-in-7-Days Charts braucht man derzeit rund 5.000 Retweets, für einzelne Kategorien wie Security reichen aber auch schon 5 Stück für einen Platz in der Top-in-24-hourse Liste.

Gebärfreuden

Judith aka Linzerschnitte Letzte Woche hat es auf Twitter wieder mal richtig gemenschelt. Denn es gibt sie noch – die Menschen, die Twitter zur Befriedigung privater Kommunikationsbedürfnisse nutzen – und nicht nur zur beruflichen Selbstdarstellung und als Trafficgenerator für die eigene Website. In diesem besonderen Fall gewährt @Sara, Ehefrau von Twitter CEO Evan Williams sehr private Einblicke:

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Nun, auch aus privaten Meldungen kann man einige interessante Schlüsse ziehen – so verrät dieser Tweet wohl, dass man auf die Twitter-Monetarisierung noch länger warten wird müssen…

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Anm. li schni: Bei @ev handelt es sich um Twitter-CEO Evan Willams… Mashable kennt weitere intime Details.

Baconize it, suckers!

ritchie aka datadirt Moslems finden Schweine ganz und gar nicht lecker, weite Teile der westlichen Welt tragen dagegen stolz Schildkappen mit der Aufschrift “Baconize it”. Naja, eigentlich habe ich eine solche Schildkappe nur bei Frank in 30 Rock gesehen – aber wie auch immer: geräucherte Sau-Teile, in dünne Streifen geschnitten und liebevoll als “Speck” betitelt (Nachfrage unnötig: ja, die Osttiroler sind die Weltmeister in der Herstellung dieser Delikatesse), umhüllen gegrillten Schafkäse, finden ihren Weg zwischen Burgerhälften, auf morgendliche Eierteller… falls Sie Vegetarier sind und Ihnen an dieser Stelle bereits schlecht ist, entschuldige ich mich – ich hätte Sie vorwarnen sollen, aber besser später als nie: es wird noch schweinischer! Auf Recipestar.com finden Afficionados ein liebevolles Tutorial mit dem vielsagenden Titel How to use Bacon to make your life incredible & amazing. Mein Favorit:

Attach bacon to your hard drive.
Every time you download a large file, the smell will be glorious.

Auf derselben Seite gibt’s auch ziemlich unterhaltsame Quizzes rund ums Thema Feststoffzufuhr durch den Mund. Ich bin übrigens “extremelely experienced in the foods of the world”, und wenn mich ein Kannibale essen würde, “I would most likely taste like barbequed beef”. Mhmmm, yummy!

Foto der Woche

Großartiger B/W Shot eines Kicksportkampfes von Latente Le Balene Fossili al Governo. Das Bild heißt übrigens Lo sport di quelli che si tirano i calci in faccia:

kickbox

Ritchies Video der Woche

Joe Simon hat Regie geführt beim neuen Video von Mutiny Bikes, das ab September auf DVD und Blue-Ray erhältlich sein wird. Auf Vimeo gibt’s den Trailer zu “Let’s get mystical” und weitere Videos einer der weltweit besten BMX-Crews. Die Jumps und die Kameraarbeit sind ein Hammer, ich freu mich auf die Vollversion:

Judiths Video der Woche

Die Welt ist wieder sicher!
Der Online Reputation Manager ist tot, hoch lebe die absolute Datensicherheit! Google bietet nun das lang erwartete, absolute Datenschutzkonzept: Das Google Opt Out inklusive Google Opt Out Village.

YouTube Preview Image

Über die Mietpreise in Opt-Out Village sind noch keine näheren Details bekannt – Ihre Web-Chronisten Linzerschnitte und datadirt bleiben selbstverständlich Woche für Woche für Sie am laufendenden. Danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns am Montag.

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Blogistan Panoptikum KW32 2009

Das große Social Media Erdbeben der letzten Woche zeigt seine Nachwirkungen: denn wenn Twitter und Facebook zur gleichen Zeit Schluckauf haben respektive nicht mehr erreichbar sind, dann bleibt Millionen Nerds weltweit nichts anderes übrig, als vor die Tür zu gehen. Die unmittelbar bedrohlichste Auswirkung allerdings spüren unsere hochverehrten Stammleserinnen und Leser am eigenen Monitor: dieses Panoptikum hat sich eiskalt um volle 2 Tage verspätet! Der Absatz von Sonnenschutz-Mitteln und After-Sun Lotions sei ums 33-fache gestiegen an jenen schicksalhaften #Fail-Tagen, ergab eine Untersuchung des abhängigen Instituts für Anti-UV Kosmetik. Sofort tauchen die wildesten Gerüche Gerüchte auf, die auch sofort willig weiter-verbreitet wurden: der KGB wars! Aber bitte, die Herren und Damen Drehbuchautoren mussten aus James Bond ja eine verweichlichte, post-feministische Figur machen – das haben wir nun davon. Siehe dazu auch unsere erste News, also auf zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt.

DoS-Attacke auf FB, Youtube & Twitter

Judith aka Linzerschnitte Die Russen kommen! Und wenn sie schon nicht kommen, dann sind sie zumindest schuld. An der zeitgleichen DOS (Denial of Service)-Attacke auf Facebook, Youtube und Twitter in der vergangenen Woche nämlich. Das meint zumindest der georgische Blogger Cyxymy. Der hat nämlich Konten auf Facebook, Youtube und Twitter, welche anscheinend das Ziel der Hackerattacke des FSB, des russischen Geheimdienstes und KGB-Nachfolgers waren.

Vielleicht wurde der Angriff nur von gewöhnlichen Hackern ausgeführt, aber ich bin mir sicher, dass der Auftrag dazu von der russischen Regierung kam.

Grund für die Attacke sollen die kritischen Äußerungen des Bloggers über die Kaukasus-Politik der Russen sein. Gut, damit wäre also alles geklärt – und nein, wir haben das nicht erfunden, siehe ZDNet.

Lehrbeispiel: Lernen vom Big Fail

ritchie aka datadirt Wenn Real Estate Companys ihre Mieter wegen Twitter-Rufschädigung verklagen, dann der Bumerang ganz plötzlich zurückkommen: die betroffene Mieterin hat zwar nur 20 Followers, was die Forderung von $50.000 nur umso absurder erscheinen lässt. Copyblogger kennt die ganze Story:

If you haven’t heard the story yet, a Chicago real estate company called Horizon Realty Group filed a lawsuit against one of its tenants on Monday. She apparently made a snarky remark on Twitter, claiming that the company “didn’t care” about mold in her apartment. Horizon is suing her for libel, looking for $50,000 in damages to their reputation.
She only had about 20 followers, so this looked like a pretty harsh David and Goliath story. Unfortunately, Horizon’s legal and PR teams forgot what happened to Goliath. By Tuesday afternoon, the story of Horizon’s lawsuit had hit trending topics on Twitter. Which means that a peevish remark made in front of 20 people has now found its way to hundreds of thousands.

Tja… mit einer simplen Rückmeldung hätte diese PR-Katastrophe einfach abgewendet werden können. Mit dieser Story hat sich Horizon jedenfalls einen Platz im Olymp der Twitter-Marketing-Fails redlich verdient.

Friendfeed von Facebook gekauft

Judith aka Linzerschnitte Diese Meldung hat wieder mal ein wahres Twitter-Gewitter losgelassen: Facebook kauft Friendfeed. Friendfeed, der Social Media Aggregator, gilt als Vorbild für Google großangekündigte Kommunikationsrevolution Google Wave. Mit Facebook im Rücken kann Friendfeed, das alles kann, aber niemand kennt oder primär nutzt, wahrscheinlich seinen Untergang in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Google ist damit in zweierlei Hinsicht eins ausgewischt: 1. Friendfeed existiert und funktioniert bereits jetzt. 2. Friendfeed wurde von einer Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter gegründet. Im offiziellen Presse-Release auf Facebook heißt es dazu:

“Facebook and FriendFeed share a common vision of giving people tools to share and connect with their friends,” said Bret Taylor, a FriendFeed co-founder and, previously, the group product manager who launched Google Maps. “We can’t wait to join the team and bring many of the innovations we’ve developed at FriendFeed to Facebook’s 250 million users around the world.

TechCrunch hat das erste Interview mit Bret Taylor (Friendfeed-Mitgründer) und Chris Cox, Vize-Präsident von Facebook. Was weiter passiert, scheint aber noch unklar zu sein, wie dieser Beitrag am FriendFeed-Blog nahelegt:

FriendFeed.com will continue to operate normally for the time being. We’re still figuring out our longer-term plans for the product with the Facebook team.

Neue Spam-Welle auf Twitter

ritchie aka datadirt Twitter-Account Phishing scheint nach wie vor äußerst lukrativ zu sein. Mashable berichtet über eine neue Spam-Welle, deren Auslöser noch unbekannt ist:

Yesterday we noticed a strange occurrence on Twitter (Twitter): hundreds, if not thousands of Twitter accounts were sending out spam links, all at once. Most of these accounts weren’t your usual spam accounts, but regular Twitter users with real accounts, followers, and tweets. Then, the flood suddenly stopped. We wondered if it was just a strange group of accounts or a one-time attack. Now we’re fairly certain that isn’t the case.

Wie immer gilt: wer auf Nummer sicher gehen will, ändert am besten wöchentlich sein und bei Verdacht auf Hi-Jacking sein Passwort. Und nicht vergessen: die Änderung muss auf allen Clients und Services nachgezogen werden, denn permanente Log-In Versuche mit einem veralteten Passwort können ebenfalls zur (temporären) Account-Sperre führen.

30 Dollar fürs Time-Coverfoto

ritchie aka datadirt Die Journalismus-Honorare sind nicht nur im deutschsprachigen Raum im Keller. Georg Holzer berichtet über ein besonders drastisches Beispiel:

Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazine sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus. […] Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.

In Österreich dagegen sieht die Lage völlig anders aus, wie Georg in dem lesenswerten Beitrag beschreibt, denn der Zugang zum fotographischen Hochamt ist streng geregelt:

Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen – wie gesagt: einzigartigen – Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.

Ich hoffe nur, ich darf weiterhin Fotos für mein Blog machen :mrgreen:

Google kauft Video-Softwarefirma

Judith aka Linzerschnitte Nicht nur Facebook, auch Google war in der letzten Woche wieder mal in Kauflaune. Diesmal hat man sich den Video-Spezialisten On2 Technologies einverleibt, um damit der Online-Videoabteilung des Konzerns, manchen als “Youtube” bekannt, ein hübsches Geschenk zu machen. On2 ist übrigens spezialisiert auf Video Codecs. Wikipedia meint dazu:

Es (Anm. li schni: On2) ist Hersteller einer Reihe wichtiger Video-Codecs, wie unter anderem VP3, der Grundlage für den freien Codec Theora, dem mit Version 8 von Adobe Flash eingeführten Codec (VP6) für Flash Video und den für die chinesische Enhanced Versatile Disc (EVD) vorgesehenen Video-Codecs (VP5 und VP6).

Fassen wir zusammen: Open Source Codec Theora, VP6 für Flash Videos und noch irgendetwas chinesisches (EVD). Vielleicht bald die neuen Standard-Video Codecs.

Avancierter Export für WordPress

ritchie aka datadirt BloggingPro stellte kürzlich ein äußerst interessantes Plugin für Viel-Blogger vor: der Advanced Exporter erspart viel Mühe, wenn man beispielsweise ein Blog in mehrere aufteilen und die Kategorien einzeln exportieren möchte:

With it, you can easily export a single category of a blog to import into another. That is something many people have wanted an easy way to do for a long time. You can also use the restrictions to create multiple WXR files in case you can’t import a single large file. Also worthy of note as that this plugin was entered into the WeblogToolsCollection plugin competition for 2009.

20mal WordPress pimpen

ritchie aka datadirt Out-of-the-Box kann unser Lieblings-CMS mittlerweile schon einiges – doch wer sich von der Masse abheben möchte, muss auf Bells-and-Whistles setzen. Das Designmag stellt zwanzig Add-Ons vor, für deren Umsetzung allerdings grundlegende Web-Programmierkenntnisse erforderlich sind. Der Aufwand zahlt sich aus:

One of the reasons WordPress is so popular is because of its flexibility. Designers, developers, and bloggers have plenty of options. In this post we’ll look at a combination of tutorials for improving a WordPress-based site, and plugins that can provide added functionality that will bring new possibilities.

Alle Methoden sind ausführlich in einzelnen Tutorials beschrieben – eine gute Gelegenheit, sich näher mit Erweiterungsmöglichkeiten für WordPress zu befassen.

Ketzerisches Gespräch der Woche: Niko Alm versus Andreas Khol

Judith aka Linzerschnitte Ich war mir nicht sicher, ob der intellektuelle und feinsinnige Diskurs zwischen Gerhard Dörfler und HC Strache (Dörfler, Regent der Provinz Kärnten: “Wenn sich der Heinzl benimmt, haben wir kein Problem.” Strache: “Schau, jetzt hat er den Heinzl zum österreichischen Türken erklärt.”) über das Universum an sich und den Sinn des Lebens im Speziellen das Gespräch der Woche werden sollte. Dann hab mich aber aus persönlichen Gründen doch für Niko Alm versus Andreas Khol entschieden. Es wird Zeit, dass die Welt erfährt, dass alle Menschen gleich, aber christlich-konservative Politiker doch wesentlich gleicher sind:

Andreas Khol: An sich tun Sie mir ja als Atheist leid. Sie repräsentieren vier Prozent der Bevölkerung. Dass 96 Prozent sich irren, kann ich mir nicht vorstellen.

Hier das komplette Interview – und ein paar ergänzende Anmerkungen von Niko.

Foto der Woche

Achtung – hier kommt ein Vogel, der nix mit Twitter zu tun hat! Jimmy Davao hat den weißen Flieger samt Reflexion perfekt aufs Bild gebannt:

vogel-klein

Judiths Video der Woche – Flieg, Fernsehturm Berlin!

Kein Stern, der deinen Namen trägt. Aber: Ein Phallus, der mit dir zum Himmel fliegt. Stoff für so manche Flugträume!

Ritchies Video der Woche

“A thousand shades of White” nennt icescapes diese grandiosen Aufnahmen aus dem Ilulissat Eis-Fjord in Grönland:

These images were filmed during the 2006 Climate Change College, during which 6 students from the UK and the Netherlands ventured into the arctic wilderness to be trained as climate change ambassadors. Based on the experiences and knowledge gathered on several locations in Greenland, they launched various initiatives raising public awareness around the topic of climate change.

Und außerdem kommen Hunde drin vor – was will man mehr? :mrgreen:

Und damit sind wir auch schon am Ende des dieswöchigen Rückblicks angelangt – besten Dank für Ihre Whuffies, wir halten weiter die Augen und Ohren offen. Bis zum nächsten Panoptikum, wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW31 2009

Schon wieder neigt sich ein Sonntag zur Neige, liegt eine ereignisreiche Woche hinter uns, ist im Social Web kein Kiesel auf dem anderen geblieben. Aber zum Glück gibt’s ja das Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt. (Virtuelle) Weltendeutung hat in unserem Kulturkreis eine ehrenvolle Tradition und darf keinesfalls mit gewöhnlichem Hirnwichsen (Aufpolieren der grauen Zellen, vom Ausdruck “die Schuhe wichsen” = auf Hochglanz polieren. Nicht, was Sie dachten.) verwechselt werden. Doch bevor es hier zu theoretisch wird an dieser Stelle nochmal der Hinweis auf die Abschlussparty zur N97 Verlosung: Jedenfalls fröhlich und auf Wunsch auch feucht gefeiert wird ab 19:00 im Werkzeug-H, Details auf Facebook. Aber nun genug der Prognosen, wir richten unseren Blick eine Woche zurück.

Der typische Teutonen-Tweeper

Judith aka Linzerschnitte Gleich vorweg, die Ergebnisse der Twitterumfrage von Thomas Pfeiffer umfasst eigentlich die Tweeper des gesamten deutschsprachigen Raums – aber Alliterationen in Überschriften sollen ja immer besonders gut ziehen. Was man immer schon geahnt hat, wird durch die Twitterumfrage verifiziert – die deutschsprachigen Tweeper sind ein hochgradig homogenes Grüppchen, und das ist der Archetyp:

Jung (32 Jahre), männlich (74%) und gebildet (78% haben Abitur). Zwei von drei betreiben einen eigenen Blog und schreiben über Technik, Web 2.0-Themen oder Privates. Jeder zweite stammt aus der Medien- oder Marketingbranche und jeder Vierte ist Führungskraft oder Unternehmer/in.

Nicht wirklich überraschend also. Aber immerhin, einen Aspekt gibt es da, der mir bisher nicht explizit bewusst war:

Frauen, so könnte man sagen, verstecken sich eher und wählen Fantasienamen.

Hmm. True.

Rechtsstreit bedroht Skype

ritchie aka datadirt Skype könnte für eBay zum Kuckucksei werden, wie die Times Online berichtet. 2005 hatte das Auktionshaus die Online-Telefon-Firma für 2,6 Milliarden Dollar gekauft und plante in näherer Zukunft ein Spin-Off samt Börsengang. In der Auseinandersetzung mit der schwedischen Firma Joltid, einem Start-Up der Skype-Mitgründer Niklas Zennstrom und Janus Friis, geht es um Core-Technologien von Skype, bei deren Nutzung angeblich Lizenzbedingungen verletzt wurden. Die Auswirkungen könnten sich als drastisch erweisen:

EBay admitted in a regulatory filing that it might have to close down the company. It said it was trying to develop alternative software but if that did not work, or if eBay lost the right to the original software: “Skype would be severely and adversely affected and the continued operation of Skype’s business as currently conducted would likely not be possible.”

Zwar sieht man der Verhandlung angeblich gelassen entgegen, arbeitet aber bereits an Alternativen:

“Although Skype is confident of its legal position… Skype has begun to develop alternative software to that licensed through Joltid. However, such software development may not be successful, may result in loss of functionality or customers even if successful, and will in any event be expensive,” eBay said.

Auch anderswo wird diese Woche mit gerichtlichen Bandagen gekämpft: TweetMeme-Gründer Nick Halstead bezichtigt ReTweet des Plagiarismus:

He had to look no further than the code for the retweet button itself. The code below is what he found, which he says is “an exact copy of our own retweet button code with the word ‘tweetmeme’ replaced with ‘retweet'”.

Pretty Link Pro gelauncht

ritchie aka datadirt Blair Williams hat mit Pretty Link eines der für Pro-Blogger genialsten WordPress-Plug-Ins überhaupt geschaffen. Die Software ermöglicht die Nutzung der eigenen Domain als Short-URL-Service: äußerst nützlich für Twitter, aber auch zum Managen von Forward und zum Erstellen leicht zu merkender Adressen. Bereits die Free-Version liefert Statistiken und Cloaking-Funktionen. Aber Blair hat nochmal tief in die Trickkiste gegriffen und vor wenigen Tagen die Pro-Version veröffentlicht, die es wirklich in sich hat: detaillierte Statistiken, integrierte ReTweet-Funktion und ein ausgefeilter Cloaking- und Keyword-Replace Mechanismus (inkl. Split-Testing!) rechtfertigen die 97$ für eine Lifetime-Lizenz auf bis zu fünf Blogs auf jeden Fall. Ab September wird Pretty Links teurer, wer WordPress nutzt und twittert, sollte schnell zuschlagen – eine ausführlichere Review folgt demnächst.

I quit the iPhone

Judith aka Linzerschnitte Apfel-Anbeter sind bekanntlich prädestiniert für große Gefühle, und diese Woche schlug der Drama-Pegel bei einigen iPhone-Besitzer ziemlich heftig aus. Nachdem man bei Apple wieder mal den Möchtegern-Monopolisten raushängen ließ und die Application “Google Voice” aus dem App Store warf, gingen offensichtlich einige Liebesbeziehungen zu Ende. Einer davon wird von Michael Arrington auf Techchrunch im Rosamunde-Pilcher-Style betrauert:

I have loved the iPhone, but now I am quitting the iPhone.

This is not an easy decision. Was there in January 2007 when it was announced and I bought the first iPhone as soon as it was available. (…) But I’m not going to upgrade to the iPhone 3GS. Instead, I’m abandoning the iPhone and AT&T.

Die ganze Seifenoper gibt es auf TechCrunch.

Nach sozialer Relevanz filtern

ritchie aka datadirt Immer mehr Experten bezweifeln die baldige Marktreife semantischer Technologien – der Cuil Fehlstart in die Bedeutungslosigkeit hat dazu gewiss beigetragen. Immer mehr Bedeutung dagegen misst man dem “Social Rank” zu: denn Informationen aus dem eigenen erweiterten Freundeskreis sind vielleicht nicht unbedingt relevanter, aber in der Regel vertrauenswürdiger als “neutrale” Quellen. Dass sich daraus ein selbstverstärkender Effekt ergeben könnte, liegt auf der Hand: die Schlüsselherausforderung bei der Informationssuche liegt meiner Meinung nach nicht zuletzt im richtigen Quäntchen “Entropie” oder Zufall. Außerdem spielt der jeweilige Kontext eine wichtige Rolle – ReadWriteWeb stellt dazu ein paar spannende Überlegungen:

But each level more likely indicates degrees of social proximity than relevance per se; although in some cases closer proximity may very well indicate greater relevance. The problem is that relevance is highly contextual. It depends on many factors, such as your profession, your search query, your friends, your friends’ knowledge about those topics, and the information that is publicly recorded in their activity streams.

Watercooler-Conversations von, mit und über Twitter

Judith aka Linzerschnitte So kannten wir sie, und so liebten wir sie – die alte Twitter Homepage. Diese Woche wurde das Microblogging-Web-Portal einem Relaunch unterzogen, der aus technischer Sicht so minimal war, dass es anscheinend nicht mal dem FailWale aufgefallen ist – doch bei näherem Hinsehen verbirgt sich hinter dem kleinen Relaunch ein großer Paradigmenwechsel. Der alte Selbstbeschreibungstext lautete:

Twitter, this is a service for friends, family, and co-workers to communicate and stay connected through the exchange of quick, frequent answers to one simple question: What are you doing?

Nun sieht die Sache nicht nur anders aus, sie hört sich auch anders an:

Share and discover what’s happening right now, anywhere in the world.

Einen Interpretationsansatz für diese neue Strategie liefert gleich der Social Media Guide Mashable:

The Goal of Twitter’s New Homepage? Be the World’s Water Cooler!

Tipps für den Social Media Workflow

ritchie aka datadirt Zuerst die richtigen Plattformen wählen, eine geeignete Strategie definieren und diese konsequent und effizient verfolgen – so einfach kann es sein. Andererseits kann man sich auch leicht übernehmen (oder “zersprageln”, wie der Wiener sagt) und vor lauter neuen Social Web Services den Sinn und Zweck nicht mehr erkennen. Wichtigste Richtschnur: Wo finde ich meine Community, wo unterhalten sich Kunden, die an meinem Produkt interessiert sind? Predigerliteratur findet man allen Ecken und Enden, vom Longtail hat jeder schon mal gehört – aber gute Tipps zum Workflow sind selten, die Angst vor der Überforderung wächst. P. Morgan Brown hat eine äußerst lesenswerten Beitrag mit dem Titel Identifying a social media workflow verfasst, der einen hervorragenden Einstieg in die Frage “sollte ich mitmachen?” bietet:

Change always feels uncomfortable. And unless you’re forced out of that comfort zone it’s difficult to take the steps you need to take to get out and move forward. So what I try to do when talking to people who feel overwhelmed by the prospect of social media is talk to them about email. And cell phones. Because I often speak to and work with people who are older than me I ask them “Do you remember doing your job without email and cell phones?” Invariably they say “yes,” and then they smile knowing where I am going with these questions.

Foto der Woche

Extranoise hat das Treppenhaus der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg in Berlin – Linienführung und Farbgebung des Bildes finde ich grandios gelungen:

treppenhaus

Ritchies Video der Woche

Storytelling, Dramaturgie, Framing, Lichtführung, Tiefenschärfe… alles genau geplant. Oder einfach am Heimweg vom Festival die Cam rausgeholt und ein paar spontane Aufnahmen vom Sonnenaufgang gemacht. Zitat von Regisseur Giugesco: “Sunrise is one of the greatest things in life. it’s a pity that i don’t see it very often.” Geht mir auch so – und: Wow!

Linzerschnittes Video der Woche

Dass Touristen Versicherungsgebäude abfilmen, kommt sicher nicht besonders oft vor. Der Uniqua Tower in Wien an der Aspernbrücke ist allerdings eines der privilegierten Bauwerk, dank einiger Studenten der Universität für Angewandte Kunst, die sich lustige Dinge mit LED Grids ausdachten.
Nicht gar so ausgefallen wie LED Grids, dafür aber optisch noch um einiges beeindruckender ist diese Projektion auf die Hamburger Kunsthalle:

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres gemeinsamen Wochenrückblicks angelangt, und somit bleibt uns nur mehr zu sagen: auf eine neues! Doch bevor wir Ihnen das nächste Panoptikum präsentieren können, müssen die nächsten sieben Tage erst vergehen. In diesem Sinne: danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns morgen!

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