| 30. Januar 2010 | ||
| 9:00 | bis | 18:00 |
ATV, datenwerk und datenschmutz laden am 30. Jänner 2010 in Media Center St. Marx zu einem themenspezifischen Barcamp: beim Videocamp Vienna 2010 stehen jene Bewegtbilder, die in den letzten Jahren auch im Internet laufen gelernt haben, im Fokus: die verschiedenen Sessions werden sich mit Videoproduktion und Gestaltung (natürlich mit Schwerpunkt auf HD) ebenso beschäftigen wie mit Video-Hosting, Vermarktung und Best-Podcast-Practices. Die Veranstaltung will den Wissensaustausch unter Video-Geeks fördern - für Infrastruktur und Catering ist gesorgt, die Teilnahme ist komplett gratis. Aber: die Listenplätze sind auf ca. 80 Teilnehmer beschränkt, die Hälfte der Plätze ist bereits vergeben.
Willkommen zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datenschmutz. Viel Wundersames gibt es diese Woche wieder zu berichten von Twitter Listen, Wave-Anleitungen und Social Media Kampagnen. Ritchie fliegt übrigens morgen zum World Blogging Forum und wird live vom der Konferenz berichten, allerdings nicht hier, sondern ausschließlich auf datadirt.net, damit die nicht-deutschsprachige Web 2.0 Interessierte und Konferenzbesucher ebenfalls mitlesen können. Aber nun ohne weitere Umschweife zu unseren Highlights aus den letzten sieben Tagen Social Media Wahnsinn:
Anderswo in Kärnten sitzt man um diese Zeit beim Frühshoppen, wir Barcamper saßen dagegen am Vormittag beim Photoshoppen - digitale Fotografie war einer der Schwerpunkte des zweiten Klagenfurter Barcamp-Tages. Eine von Ed Wohlfahrt initiierte ausführliche Diskussion über das Management eigener und fremder Online-Reputationen mit Ausflügen in SEO- und Juristerei-Gefilde stellte ein Highlight des Nachmittags dar. Hier meine restlichen Bilder vom Sonntag und ein Resumée des zweiten Barcamp-Tages:
Zum Kick-Off stellte Martin Gratzer den Workflow mit Adobe Lightroom 2 vor (gebenedeit unter den Grafikprogramm!), anschließend erfuhren die versammelten Fotografen anhand eines Live-Beispiels, mit welchen Tools man im Handumdrehen Panoramen erstellt. Dank Session-Hopping hörte ich endlich mal einen Vortrag von Jana: sie analysierte in ihrem Beitrag zur Twitterforschung den Microblogging-Service anhand des anthropologischen Modells des Initiationsritus. Jetzt weiß ich auch, warum immer alle so von Janas Vorträgen begeistert sind - hochinteressant und äußerst amüsant zugleich! Die Twitterforscherin sucht übrigens auskunftsfreudige 140-Zeichen-Fans:
Ich bin auf der Suche nach Personen, die ich kurz zur ihrer Twitternutzung interviewen darf - ich freue mich über Interessebekundungen via Kontaktformular auf meinem Google-Profil.
Vor dem Mittagessen stellte dann Ulrich die Altersberger Webgenossenschaft vor - der Modellversuch "ein Dorf geht online" zäumt das Social Media Pferd sozusagen von der lokalen Seite her auf:
Hochgradig spannend wurde es bei der 3D-Druck Session: diese Technologie steckt noch in den Anfangsschuhen, aber Open-Source Baukits sind bereits verfügbar. Eine herrliche Gelegenheit, um über die Zukunft kapitalistischer Verwertungsketten zu spekulieren: bis selbstreproduzierende 3D-Drucker die Weltherrschaft übernehmen, wird's wohl noch ein Weilchen dauern (hoffentlich ist Arnold dann noch fit!), aber in nicht allzu ferner Zukunft könnten Gebrauchsgegenstände wie Geschirr durchaus aus dem hauseigenen 3D-Printer kommen. Ob dann wohl copyrightgeschützte Tellerdesigns via Bittorrent vertrieben werden?
Nach angeregten Gesprächen beim Nudelbuffet war's Zeit für "Linux on the Desktop" und die einleitend erwähnte Session zur digitalen Reputation. Ed brachte einige sehr amüsante und auch drastische Beispiele, bei denen die Diskussion schnell ins Rollen kam. Ein wichtiges Learning: anstatt sich wie die Supermächte im Kalten Krieg paranoid aufs übelste aller Szenarien vorzubereiten, sollte man nicht die helle Seite der Macht vernachlässigen: affirmatives Reputations-Management heißt eben keinesfalls, Pseudonyme zu verwenden, sondern für adäquate Positionierung der eigenen Webpräsenz zu sorgen. In den meisten Fällen stellen ja ohnehin die User selbst kompromittierendes Material online und wundern sich dann über allfällige Konsequenzen.
Die anschließende Heimfahrt gestaltete sich äußerst entspannt: ich hatte ja eigentlich Panik vor überfüllten Zügen ob des Ferienendes, speziell weil ich mit schwerem Gepäck (sprich Skiausrüstung) unterwegs war. Aber dank Gerhard, der Martin, Max und mich über den Highway nach Hause brachte, musste ich den Twitter Train nicht besteigen. Die Aufbereitung des Materials ist noch längst nicht abgeschlossenen: die Videos aller Sessions gehen demnächst online, Georg arbeitet an einem Barcamp-Photosynth.
Abschließend bleibt mir nur mehr zu sagen: vielen Dank ans gesamte Organisationsteam! Die Zeit verging wie im Flug, die Kärntner Kasnudeln schmeckten vorzüglich, die Karaoke-Session bleibt unvergesslich (so klingt's, wenn zwei Affiliate Marketer Finger im Po singen - und schon ist die Online Reputation dahin :mrgreen:) und der 9./10. Februar 2010 (der angepeilte Termin fürs nächste Barcamp in Kärnten) sind bereits mit kleinen grünen Lindwurm-Stickern im Outlook markiert. Ed hat's bei der Vorstellungsrunde ja sehr treffen formuliert: bei einem Barcamp nimmt jeder das mit, was alle gemeinsam in den großen Kochtopf rein schmeißen. Diskussion, Austausch und Weiterbildung brachten hohen Mehrwert für alle Beteiligten - ich freu mich schon aufs nächste Mal!