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Ich bin nicht mehr stimmig bei XING

Identitätskrise! Sagt zumindest das Hauptquartier in Hamburg. Ich dagegen bin mir relativ sicher, dass ich Ritchie Pettauer heiße – zumindest behaupten das Facebook und mein Passport, ich bleibe durch meinen “falschen Namen” Ritchie Blogfried Pettauer nämlich unerkannt!

w00t? Werd wohl mal in Hamburg nachfragen, ob sich ein falscher ritchie darüber beschwert hat, dass ihn der richtige auf XING impersoniert. Oder muss ich zur Namensänderungsbehörde und mir “Blogfried” in die Geburtsurkunde eintragen lassen? Oder vielleicht sollte ich lieber beim Spielberg-Steve anfragen, ob er nicht einen modernen Web 2.0 Kafka-Actionthriller machen will? Ich wollte immer schon mal zwei aufwendig animierte XMLRPC-Interfaces auf Leben und Tod miteinander kämpfen sehen! Ach was, die sollen mein Profil doch einfach löschen.

Blogistan Panoptikum KW41 2008

The Second WebGeorg freut sich über seine brandneue D90, Gerald schreibt über die Nominierung von Google für die Big Brother Awards, Max präsentiert Menschen aus Lego und Peter weist auf eine Veranstaltungsreihe des IKW zum Thema geistiges Eigentum hin. Für mich war die Woche sehr erfreulich, das ESET Gewinnspiel erfreut sich zahlreicher Teilnehmer und die Blogcatalog Gruppe floriert. Mein Videosetup krieg ich langsam auch in den Griff, also werd ich mich nächste Woche wieder dem Running Gag Redesign widmen. Und weil das noch länger dauern könnte, hat der Frosch heute hier offiziell seinen Logodienst angetreten :mrgreen:

The Second Web

Ein 16jähriger Österreicher baut gerade The Second Web, ein neues Internet im Internet mit eigenem DNS-System und “Browser im Browser”, das allerdings auch aus dem “normalen” Netz erreichbar ist, siehe z.B. Facebook im Second Web [via Speyburn]. Das klingt alles nur auf den ersten Blick extrem absurd (aber schon allein dafür müsste man das Projekt unterstützen), allerdings weiß Julian ganz genau, was er da tut:

The main idea about the “Second Web” is to create a new, exciting way of advertising. We know that The Second Web would never replace the first one, because it’s based on it. So all we’re doing is selling virtual “domains” on a surreal Second Internet.

In der Tat ist das Projekt gut mit der Million Dollar Homepage oder dem Million Dollar Wiki vergleichbar: und der kurzfristige Hype funktioniert, seit dem Launch im September wurden 5.000 (!) Domains verkauft und zahlreiche Berichte in Mainstream-Medien veröffentlicht. Was wieder mal zeigt: mit der richtigen Storyline lässt sich ein alter Gag erfolgreich reaktivieren. Garantiert wird die Uptime des 2nd Web für mindestens fünf Jahre – ich frage mich, ob Google die “Domainadressen” in der Form http://www.thesecondweb.net/browse:Das-Auto.com überhaupt indiziert (der Doppelpunkt!), aber das rauszufinden, ist mir allemal 20$ wert: datadirt.net, datenschmutz.net, ritchie.web und seo.us gehören mir :mrgreen:

SEO-News der Woche

Im SEO-Handbuch wird erklärt, wie man auch nach erfüllter Mission nicht arbeitslos wird (nennt sich xTended SEO), Searchlab hat herausgefunden, wo der Feuerfuchs wohnt und der Webstandard hat eine kleine, aber umso feinere Liste deutschsprachiger SEO-Seiten zusammengestellt.

Verlink-Schweinereien: Das Blog ist da, und keine Sau verlinkt? Dann wird’s Zeit für Reiffix’ 12 Tipps für mehr Links, von supasauba bis särrr schmützig:

Der Urvater aller schmutzigen Methoden: Spam. Glaube dazu braucht man nicht mehr sagen, versende deinen Artikel an Blogger, nerve was das Zeug hält, die Quote der Verlinkung wird gering sein, aber ein paar werden dennoch drauf anspringen. Merke, auch negative Links sind Links.

Die Flucht aus Akismet: Gerald beschreibt seine Begegnung der dritten Art mit dem Akismet Support und widerlegt die alte These “Einmal im Spamfilter, immer im Spamfilter”:

Akismet gibt Usern i.d.R. eine zweite Chance, wer die obige Antwort genau liest, der sieht aber auch, es gibt wohl keine dritte Chance. Also sorgsam aufgepasst, andernfalls war es das mit dem lustigen Kommentieren oder Trackbacken. Wer z.B. glaubt er könne frisch durch die Gegend trackbacken, ohne einen Link oder Bezug zur Zielseite im eigenen Artikel zu haben, der wird dank Akismet schnell eines Besseren belehrt.

Xing für Dummies: Torsen hat ein eBook zum ergiebigen Thema “Xing richtig einsetzen” geschrieben. Auch wenn ich mich dem Beschreibungstext Nirgends sonst findet man eine solch geballte Ladung an Entscheidungsträgern. keineswegs anschließen kann: für Xing-n00bs stehen da ein paar wertvolle Tipps drin, speziell in punkto Profilerstellung.

Finanzkrise: Calcanis hat keine Angst

Eleganter als Jason Calcanis im Guardian könnte man die Auswirkung der Welt-Finanzmarkt-Krise aufs Online-Marketing nicht charakterisieren. Seit Jahren erkläre ich meinen Kunden, die häufig glauben, dass “Zuseherquoten” und “Auflagen” die harten Währungen seien, dass kein anderes Medium genauer mess- und auswertbar ist als das Internet – und unter anderem auch aus diesem Grund einen extrem effizienten Einsatz von Marketing-Budgets erlaubt:

Companies are going to have to get profitable, break even or go away. The down market favours the small two-, three-, four-person company, not the huge company with 100 people losing half a million dollars a month. The big companies are going to have to sell off their assets. You’ll see Yahoo probably sell 10 or 20 companies they bought, you’ll see layoffs. It will be a flat market for years. But the internet will do well in terms of advertising, because when the market goes down, people want measurable advertising, and the internet is the most measurable, performance-based advertising. Newspapers, magazines, radio and television and outdoor advertising will suffer the most; and the internet will actually suffer the least. So it’ll actually be good, long-term, for the internet.

Lob der Prokrastination

Sascha Lobo und Kathrin Passig haben im Rowohlt Verlag ein schönes Büchlein veröffentlicht: Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin besticht schon durch den Klappentext:

Ein Trostbuch für Betroffene: Wer prokrastiniert, ist nicht nur nicht krank, sondern oft nur ein kleines Bewusstseinsschrittchen vom Glück entfernt. Das meiste, was uns drängend im Nacken sitze, sei nämlich gar nicht wert, beachtet zu werden.

Time to clean out the closet – die FAZ hat ein lesenswertes Interview mit dem Autorenduo veröffentlicht, in dem mit gängigen kulturpessimistischen Klischees ordentlich aufgeräumt wird:

[…]Phaidros habe mit der Erfindung der Buchstaben Schein statt Weisheit verbreitet. So geht es heute mit dem Internet, einer Kulturtechnik von ähnlicher Größe wie Buchstaben. Das Geplärre ist kaum mehr zu ertragen. Natürlich fördert das Netz die Prokrastination, ebenso wie Bücher, Filme, Strickmode zum Selbermachen, Sport und die Kapernernte; alles, was gut und richtig ist, fördert die Prokrastination, weil es Beschäftigungsvolumen absaugt von den doofen, lästigen Dingen.

Ich hab mir das Büchlein grad bestellt… klingt sehr unterhaltsam.

Video der Woche

Beim Wordcamp in New York präsentierte Matt Mullenweg einen Ausblick auf das ab November verfügbare WordPress 2.7. In der Pipeline sind jede Menge Neuerungen: das Admin-Interface wird hübscher und mächtiger, eine API erweitert die Anbindungsmöglichkeiten an Drittservices und und und… WP-Blogger dürfen sich freuen!

Please enable Javascript and Flash to view this Viddler video.

Und das wär’s auch schon wieder! Nächste Woche gibt’s zwei ausführliche Interviews, einmal mit einem der Macher von Wahltotal und mit der Trainerei, einem Zusammenschluss gendersensibler-Gruppendynamiker. Außerdem im Plansoll: ein geniales WordPress-Plugin für den eigenen Glossar. Ich wünsche einen nahezu unvorstellbar großartigen Sonntag, wir lesen uns morgen.

Xing Usability = Crap

nixlogoJa, alle wissen, dass Xing eine Müllseite ist, aber trotzdem muss man sich ab und an den Frust von der missbrauchen User-Seele schreiben – wozu zahlt man schließlich die Deppensteuer fürs Verschicken von Nachrichten? Ich hab mich heute seit längerer Zeit wieder mal eingeloggt und dabei ist mir so richtig aufgefallen, dass die Geschäftsführung anscheinend jeden Euro für Werbung und keinen Cent für Usability ausgibt. Aber kein Wunder – die haben ja nicht mal eine interne Entwicklungsabteilung, sondern arbeiten mit einem externen Partner, was deutlich zeigt, dass Xing die Entwicklung der Plattform keinesfalls als Kerngeschäft ansieht.

Akuter Anlass meines Unverständnisses: Xing ist das einzige mir bekannt Social Network, das es nicht für nötig hält, im Hauptmenü mit kleinen Ziffern die Zahl der neuen Nachrichten und Kontaktanfragen anzuzeigen. Das ließe sich sogar noch leichter beheben als die zweite Lächerlichkeit: wenn ich an einen meiner Kontakt eine Nachricht schicken möchte, dann kann ich das direkt von dessen Profilpage aus tun. Klicke ich aber im Nachrichten-Menü auf “neue Nachricht”, dann öffnet sich eine Listenauswahl mit *allen* Kontakten. Das sieht so sexy aus:

Xing Adress-Auswahl-Screen

Hallo, Erde an OpenBC: schon mal was von Auto Completion gehört? Nachdem ja schon die Timeline konzeptlos von Facebook abgekupfert wurde, wäre das mal ein featuren, das zu kopieren sich lohnte.

Einzige “Sortiermöglichkeit”: der Anfangsbuchstabe des Nachnamens. Das ist natürlich besonders lässig, wenn man von einem flüchtigen Kontakt nur den Vornamen im Kopf hat… Ich bin ja direkt verwundert, dass die Namen überhaupt alphabetisch sortiert sind und nicht einfach in Zufallsreihenfolge gelistet werden. Eigentlich will ich den Betreibern ja keine gratis Usability-Ratschläge geben, aber die Vergangenheit hat wohl deutlich gezeigt, dass dort eh niemand Blogs liest :mrgreen:

Twitter Szenarien und Tipps

Als ich vor knapp zwei Jahren meinen ersten Twitter-Account angelegt habe, wusste ich noch nicht so recht, was genau ich denn eigentlich mit diesem Short Message Service anfangen soll. Inzwischen hat sich das Web 2.0 rasant weiterentwickelt – und die Einsatzszenarien werden immer vielfältiger.

Zum einen wollten immer mehr Seiten wissen, was ihre User gerade so treiben: sogar Xing hat mittlerweile das Facebook-Status-Update kopiert. Aber wozu auf x Seiten immer das gleiche Gsatzerl reinschreiben, wenn Twitter ganz hervorragend als zentraler Einzeiler-Aggregator funktioniert?

Für Facebook existieren ebenso wie für WordPress bereits diverse Plugins, mit denen sich die Tweets mehr oder weniger elegant ins eigene Profil respektive Blog integrieren lassen und mit Twhirl steht ein Desktop-Client für Mecks und PCs zur Verfügung, mit dem man komfortabel mehrere Accounts bespielen kann. Der Grundstein zum eigenen “Twitter-Imperium” wäre damit bereits gelegt; in den letzten Tagen hab ich ausgiebig recherchiert und ein paar recht brauchbare Tools gefunden, die ich der werten LeserInnenschaft keineswegs vorenthalten möchte.

Twitter und WordPress

Die einfachste Form, Twitter in die eigene Seite zu integrieren, besteht in der Einbindung eines Code-Snippets, welches die aktuellste Short-Message anzeigt. Dazu sind gar keine externen Werkzeuge nötig, besagtes Snippet kann man sich bei Twitter direkt auf der eigenen Profilpage abholen – wahlweise auch als Flash-File. (siehe rechte Menüspalte “Put your updates on your site!”)

Aber natürlich geht’s auch viel komplizierter, oder, wie wir Webzwei-Nullen Nuller vorzusgweise sagen, elaborierter. Zum Beispiel könnte man Alex Kings Twitter Tools an Bord holen damit in zwei Richtungen synchronisieren: einerseits postet das Plugin auf Wunsch jeden neuen Blogbeitrag als Twitter-Message samt Tinyurl-Link zur Originalstory. Aber es geht auch anders rum: wer möchte, kann jede einzelne Twitter-Message als Blogbeitrag anlegen lassen.

Für die meisten BloggerInnen dürfte diese Variante allerdings wenig Sex-Appeal besitzen… massiv viele 140-Zeichen Berichte machen bekanntlich noch keinen Blogsommer. Trotzdem lassen sich mit der Autoposting-Funktion lustige Dinge anstellen, wenn man folgendermaßen vorgeht:

  1. Eine neue, leere Kategorie für die Twitter-Postings anlegen
  2. Diese bei den twitter-Tools als Posting-Kategorie einstellen.
  3. Anschließend besagte Kategorie von der Startseite, vom Archiv etc. exkludieren

Et voila: schon hat man alle eigenen Tweets in der WP-DB rumliegen, den passenden RSS-Feed dazu und kann in weiterer lustige Schweinereien anstellen – dafür braucht’s nicht mal besonders viel (SEO) Fantasie…

Twitter und Facebook

Da geht ebenfalls einiges – Facebook User können auf ganze Latte von Applikationen zurückgreifen; aber das mühsame Durchforsten des App-Verzeichnisses kann man sich sparen: Twittervision ist der heiße Scheiß: die Lokalisations-Erweiterung für Twitter ist sauber umgesetzt, lässt sich als kleine Box in der linken Profilspalte oder als große in der mittleren einfügen und – am allerwichtigsten – schickt Updates an den Facebook-Feed, sodass neue Tweets auch brav in der Timeline auftauchen.

Twitter und der lokale Desktop

twhirl, seines Zeichens multi-account fähiger Twitter-Client für den Desktop, setzt auf Adobes Air-Umgebung auf und verwaltet beliebig viele Twitter-Identitäten. Mit anderen Worten: die guten alten Facebook Fake Personae bekommen zu allem Überfluss auch noch einen Twitter-Account.

Twitter und das Hendi

Natürlich kann man Twitter via SMS beschicken; das ist schließlich Sinn und Zweck der Übung. Auf Smartphones mit beispielsweise Windows Mobile können allerdings Viel-Twitterer, die über kein SMS-Package verfügen, auch jeden gTalk fähigen Client verwenden: denn via Googles Instant Messenger lässt sich Twitter ebenfalls füttern; man trägt einfach nur den eigenen Account als Kontakt ein, und schon fallen die SMS-Gebühren unter den Tisch. Im Rahmen meiner persönlichen Machbarkeitsstudie hab ich mich für das exzellente Freeware-Programm OctroTalk entschieden, das für verschiedene Handy-Betriebssysteme verfügbar ist.

Selbstverständlich will die obige Aufzählung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern bloß einen ersten Überblick über die Möglichkeiten der Twitter-Integration ins eigene kommunikative Setup bieten. Natürlich gibt’s noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten – über Tipps und Anregungen freu ich mich natürlich, und daher möchte ich dieses Posting mit einer Frage beenden: LiebeR datenschmutz LeserIn, wie verwenden Sie Twitter?

Digitalks-Impressionen

Gestern war Digitalks Time – hat großen Spaß gemacht, vor einer so interessierten ZuhörerInnenschaft einige Beobachtungen und Vermutungen zum Thema Social Networks darzulegen. Danke fürs Interesse und die Fragen; aber vor allem DANKE an Meral für die Organisation der gesamten Eventreihe.

Nett war’s gestern… und meine Stimmbänder haben bis zum Ende brav durchgehalten :-) Am Vormittag hatte ich drei Stunden lang Uni-Vorlesung, allerdings musste ich da nicht übermäßig viel sprechen, weil einige Präsentationen am Programm standen: Peter Vitouchs Buch “Fernsehen und Angstbewältigung” kannte ich als Wiener Publizistizist natürlich, digitale Bildmanipulation ist mir nicht fremd (die Präsentation war allerdings äußerst gelungen) – aber über die Unterschiede zwischen Ultras und Hooligans weiß ich erst seit gestern Bescheid.

Um 19:00 ging’s dann los im Museumsquartier – es war ein sehr spannender Abend mit einigen neuen Bekanntschaften; da geht eben nix über die guten alten IRL-Events, heute im Lauf des Tages folgte die “Nachbereitung” auf Xing und Facebook: und die ist einfach sehr viel praktischer als die klassische Visitenkartenlade – außerdem hab ich natürlich gleich den Loudhail Feed abonniert. Eine kurze Version meines Vortrags mit einigen Zukunfts-Spekulatiönchen gibt’s auf oe1.orf.at nachzulesen. Im Anschluss an den “offiziellen” Teil folgten intensive Gespräche bis zur netculture-Space Sperrstunde :-)

Robert, unbarmherziger Chronist der Web 2.0 Szene, hat alles fotografisch festgehalten und dabei ein unglaublich schmeichelhaftes Portrait von mir gemacht; wenn ich nicht wüsste, dass ich den Vortrag völllig nüchtern gehalten hab, dann würd ich mir denken: “Bamm Oida, der Typ is bummzua!”

digitalks

Das nette Foto gibt’s mit der ungestellt fröhlichen Runde gibt’s bei Digitalks – und Andrea hat mir heute eine “Antwort” auf mein handgezeichnetes Comic-Bild geschickt:

social networks

Heute Abend: Digitalks zum Thema Social Networks

digitalksIn wenigen Stunden habe ich die Ehre und das Vergnügen, vor der illustren Digitalks Runde einen Vortrag über Social halten zu dürfen. Iris Lamprecht wird Facebook, MySpace und LinkedIn vorstellen, Michael Ghezzo spricht über Xing und ich werde den Abend mit ein paar allgemeinen Überlegungen zum Status Quo des Social Web 2.0 eröffnen. Mehr über das infernalische infernalische Vortragendentrio gibt’s auf Merals Blog nachzulesen – ich freu mich schon auf heute Abend, der netculture space im MuQa dürfte wohl recht voll werden. Aus gegebenem Anlass daher an dieser Stelle einige Überlegungen bzw. Thesen, denen ich mich bzw. die sich mir aufdränge/n:

digitalks: Social Networks

Thema der heutigen Digitalks-Gesprächsrunde sind Social Networks oder soziale Netzwerke. Im Zuge des Web 2.0 Hypes entwickelte sich dieser Begriff so rasch zum Terminus Technicus, dass man fast vergessen könnte: “there is no unsocial online software.” Als “soziale Netzwerke” bezeichnen wir ja auch das Geflecht unserer non-virtuellen Beziehung; in einer Gesellschaft, die immer größere Anteile ihrer Wertschöpfung digital erwirtschaftet, ist in einem ersten Schritt die Abbildung und in einem zweiten die Ausweitung solcher real-world Netzwerke ins Internet die unausweichliche Konsequenz.

Freilich haben die technologischen Entwicklungen der letzten fünf Jahre – Stichwort Ajax, RSS etc. – eine neue Generation von Homepages ermöglicht: hier werden keine statischen Informationen präsentiert, die von Usern (eventuell) kommentiert werden können, sondern die sozialen Interaktionen selbst generieren die Medieninhalte von Seiten wie Facebook oder Xing. Zum Thema Social Net habe ich meine wilde Mischung aus Vermutung, Spekulation und Analyse – ganz lutheranischer Tradition folgend – in die Form dreier Thesen gegossen und sorgfältig erkalten lassen: Heute muss gebloggt werden, frisch GesellInnen, seid zur Hand!

1. Es gibt keine unsoziale Online-Software
In Anlehnung an Friedrich Kittlers “There is no software” lohnt die Frage, ob das Attribut “Social” vor dem Begriff “Network” nicht eventuell eine Tautologie darstellt.

2. Auf Marktdiversifizierung folgt Dis-Augmentierung
Der Fokus einer Analyse sozialer Netzwerke liegt in der Regel auf einzelnen Services. Dabei ist das genuin Neue von FlickR, Youtube und Co. *nicht* in einzelnen (multimedialen) Services zu suchen, sondern in der Bereitstellung von Exchange-Formaten (Stichwort RSS). Die Rekombination verschiedener Datenströme mit Tools, die sich rasant in Richtung Massenkompatibilität entwickeln, erlaubt – auf der pessimistischen Seite – Datamining ungeahnten Ausmaßes, macht aber andererseits das Umrühren in der Datensuppe auch für nicht-professionelle Data-Miner möglich.

3. Social Networks sind Wechselstuben
Die Valorisierung sozialer Kontakte ist ein hochgradig experimentelles Feld – das wir sich in den nächsten 2 Jahren auch nicht ändern. Georg Frank hat in seinen Büchern über Aufmerksamkeitsökonomie sehr hellsichtig und vorausschauend beschrieben, wie die Aggregation von Aufmerksamkeit als Austauschsystem funktioniert; wie sich der pragmatische Wechselkurs zwischen letzterer und Real-Money gestaltet, entscheidet derzeit das freie Spiel von Angebot und Nachfrage.

Wie, Sie nutzen Social Networks?

Oder vielmehr: Wie nutzen Sie Social Networks? Und wo liegen die (zweifellos berechtigten) datenschutz-technischen Vorbehalte, wie groß ist das Ver-/Misstrauen der Heavy und Casual User? Wie freizügig wird mit persönlichen Daten umgegangen? Derlei Fragen geht Johannes Nagl von der FH Technikum Wien im Rahmen seiner Diplomarbeit nach.

Das Thema lautet Datenschutz in Social Communities, die Diplomarbeit entsteht am Masterstudiengang Multimedia- und Softwareentwicklung. Johannes schreibt dazu:

Große Betreiber wie studiVZ, Facebook und Xing sind in den letzten Wochen oftmals in die Medien gekommen. Änderungen in den AGBs, personalisierte Werbung und fälschliche Berichte über den Verkauf von Benutzerdaten haben das Thema Datenschutz in den Mittelpunkt der Medien gebracht.

Die Teilnahme dauert rund 10 bis 15 Minuten, wer später über das Gesamtergebnis informiert werden möchte, kann am Ende des Fragebogens (freiwillig) seine E-Mail Adresse hinterlassen – wenn das Missbrauchsmisstrauen es zulässt :-)

zum Fragebogen

A propos Umfrage: von 3.12.07 bis 31.01.08 erhob die Forschungsgruppe Kooperationssysteme mittels einer Umfrage die private Nutzung von Social Networking Services – die ersten offiziellen Ergebnisse sind nun am Blog verfügbar. Die genaue Auswertung läuft noch, doch bereits die ersten Ergebnisse bieten interessante Einblicke. Über zweieinhalbtausend TeilnehmerInnen füllten Fragebogen komplett aus – eine Schlussfolgerung geht bereits klar hervor: Social Networks werden vor allem von jüngeren SurferInnen intensiv genutzt. Die grafische Auswertung gibt’s als pdf-File.

Naymz: wieviel ist mein Netzwerk wert?

Fast täglich sprießen neue Social Networks aus dem Boden, und zahlreiche Experten prognostizieren für die nähere Zukunft eine deutliche Marktkonsolidierung. Dennoch tauchen immer wieder Netzwerk-Ideen auf, die weit über untereinander verlinkte Visitenkarten mit Suchfunktion hinausgehen. Die Betreiber des amerikanischen Business-Netzwerks Naymz etwa scheinen die aufmerksamkeitsökonomischen Theorien Georg Francks zu ihrem Credo gemacht zu haben. [Ö1 Netzkulturkolumne, veröffentlicht auf oe1.orf.at]

Als der Wiener TU-Professor im Jahr 2005 seinen Nachfolge-Band zu der von ihm als “Aufmerksamkeitsökonomie” bezeichneten virtuellen Daten-Wirtschaft veröffentlichte, erklärte er, dass erst noch Modelle gefunden werden müssten für die direkte Umrechnung von Aufmerksamkeit in “harte” Währung , also Barvermögen. Dass in einer komplexen und hoch differenzierten Mediengesellschaft Ruhm und Aufmerksamkeit per se einen gewaltigen Wert darstellen, wissen interessierte Betrachter nicht erst seit Supermodel- und Pop-Castingshows. Abseits des Starsystems etablierten sich im Internet zwar eine ganze Reihe von Free-Services – die tatsächliche Umrechnung von Mikro-Aufmerksamkeit in ökonomische Werte ist allerdings nach wie vor ein weitgehend unbeackertes Feld.

Die Plattform Naymz.com mag noch nicht vollständig ausgereift sein, spannend wird die Seite aber durch ihr Businessmodell, das in eine gänzlich andere Richtung als Facebook und Co. zielt. Denn während letztgenanntes Netzwerk und seine Epigonen versuchen, über umfassende und ansprechende Features eine riesige User-Community aufzubauen, die nach freiwilliger Angabe möglichst vieler persönlicher Daten in weiterer Folge zielgenau mit Werbung torpediert werden kann, lockt Naymz potentielle Kunden mit direkter Valorisierung ihrer wertvollen privaten Daten und ihrer Netzwerkkontakte. Wie Xing richtet sich die Seite dabei nicht in erster Linie an Privatpersonen, sondern an “Professionals” und Freiberufler auf Auftragssuche.

Zwar existieren für Facebook diverse Rating-Applikationen, die den “populärsten” Freund des eigenen Netzwerks küren sollen oder ähnliche Bewertungs-Systeme implementieren. Und natürlich sind User mit überdurchschnittlich vielen Kontakten bei fast allen Spielen und Applikationen im “Vorteil”, da die meisten Zusatzprogramme Bonusfeatures erst nach dem Versand möglichst vieler Einladungen freischalten. Doch was bei Facebook auf der spielerischen Ebene verbleibt, wird von Naymz in handfeste Währung verwandelt. Das gesamte Netzwerk beruht auf der altbekannten Empfehlungsmechanik: je mehr registrierte User eine bestimmte Person “empfehlen”, desto höher deren Punktestand. Zusätzliches virtuelles “Kapital” lässt sich durch Einladungen und die möglichst vollständige Komplettierung des eigenen Kapitals erwerben. Aus den insgesamt erzielten Punkten errechnet Naymz den sogenannten “RepScore” (Abk. für Reputationswertung), aus dem sich wiederum der RepLevel errechnet, eine Bewertung zwischen eins und zehn. Wer nun – sei es aufgrund vieler Einladungen oder Empfehlungen – Level 10 erreicht, kann Premium-Features der Plattform nutzen, die ansonsten nur zahlenden Pro-Usern vorbehalten bleiben: dazu gehört etwa ein genaues Tracking der Besucher auf der eigenen Profilseite sowie von Naymz geschaltene und bezahlte Google-Anzeige, die bei einer Suche nach dem eigenen Namen oberhalb der Suchergebnisse erscheint – eine einfache Möglichkeit, in Zeiten der Jobsuche für aktuelle Daten und steuerbare Webpräsenz zu sorgen. Ganz gemäß den beiden Credos der Seite: “Establish your good name. Promote your good name.”

Wie sich die in Chicago ansässige Firma in den nächsten Monaten entwickelt und ob das Konzept auf breiter Basis aufgeht, wird zu einem hohen Grad von den angebotenen Zusatzfeatures abhängen. Derzeit sind vergleichsweise wenige europäische User registriert, diese Demographie kann sich aber erfahrungsgemäß rasch ändern. In punkto geschäftliche Online-Präsenz und Valorisierung von Kontakten bringt Naymz die Konkurrenz durch innovative Ansätze auf jeden Fall gehörig ins Schwitzen.

Interview mit Naymz-Gründer Tom Drugan

naymzÜber die amerikanische Social Plattform Naymz, die einige sehr spannende und innovative Wege beschreitet, habe ich vor kurzem berichtet. Tom Drugan, einer der Mitgründer des amerikanischen Start-Ups, hat mir via E-Mail einige Fragen zur Business-Community der next generation erzählt – und da noch in diesem Jahr lokalisierte Versionen am Programm stehen, kann sich Xing schon mal warm anziehen.

Mein virtueller Interviewpartner ist bei Naymz für die corporate communication zuständig – und sozusagen ein alter Marketing-Hase, wenn man im Online-Business überhaupt schon diese Bezeichnung verwenden kann:

Tom Drugan is currently the Co-founder of Naymz.com, a leading online identity management company. Tom is responsible for the development and communication of the Naymz vision and brand, while also developing and deploying marketing strategies for customer acquisition and retention.

Mehr Infos gibt’s natürlich auf Toms Naymz Profil. Das Interview haben wir auf Englisch geführt, die deutsche Übersetzung ist von mir – die Originalversion für QuellenforscherInnen folgt weiter unten.

Interview mit Tom Drugan (deutsche Übersetzung)

Worin liegt die Hauptstärke von Naymz im Vergleich zu anderen Social Networks?

Tom: Die Profile, die unsere Mitglieder anlegen, erreichen typischerweise sehr hohe natürliche/organische Platzierungen bei Google und anderen Suchmaschinen beim jeweiligen Namen als Keyword. Anders als die meisten Social Networks verwendet Naymz mit dem RepScore System eine zusätzliche Bewertung, die auf dem Vertrauen (Trust) der User untereinander basiert.

tom druganNaymz ist ein offenes network, da man keine Gebühren dafür bezahlen muss, wenn man als registriertes Mitglied andere Mitglieder kontaktieren möchte, mit denen man noch nicht in Verbindung steht. Andere professionelle Social Networks wie LinkedIn verlangen dafür mindestens 10$/Monat. (Anm. d. Übersetzers: vgl. Xing, dort muss man ebenfalls Geld einwerfen, um Messages an Mitglieder schreiben zu dürfen – gratis funktioniert das nicht einmal an die eigenen Kontakte.) Zusätzlich offeriert Naymz ein optionales Premium-Service, das $4,95/Monat kostet – das Upgrade ist komplett optional. Unsere Premium-Mitgliedschaft umfasst folgende Vorteile:

  • Wir platzieren bezahlte Anzeigen auf Google, Yahoo und MSN bei der Suche nach Namen unserer Mitglieder, sodass auch User, sodass jeder sicher sein kann, dass sein Name in SMs an erster Stelle auftaucht.
  • Detaillierte Reports über die Besucher des eigenen Profils halten den User am laufenden darüber, von wem er gesucht wird und wie das Profil gefunden wurde. Diese Funktion bieten Facebook, LinkedIn, Myspace und Co. nicht.
  • Das Trufina Identitäts-Verifikations-System ist integriert; es ermöglicht Usern eine sichere Weitergabe ihrer Online-Identität. (derzeit nur US)

Wird es lokalisierte Sprachversionen geben?

Tom: Dieser Punkt steht definitiv auf unserer To-Do-Liste. Wir hoffen, dass wir im Lauf dieses Jahres lokalisierte Versionen anbieten können.

Wie sehen deine Pläne für die nähere Zukunft aus?

Tom: Wir haben eine Menge Verbesserungen und Ergänzungen in Planung. Eines unserer nächsten Features werden personalisierte Domains für unsere Mitglieder sein (z.B. pettauer.name) und die zugehörigen E-Mail Adressen (ritchie@pettauer.name). Wir werden außerdem zusätzliche Privacy-Optionen einbauen und Naymz durch die Integration von OpenID und Googles OpenSocial noch offener machen.


Interview with Tom Drugan – original English Version

What’s the primary strength of Naymz compared to other social networks?

Tom: The profiles that our members create typically get very high natural/organic ranking in Google and other search engines for the particular name of that member. Unlike most other social networks, Naymz adds a layer of trust to our members profiles through our RepScore scoring system. Naymz is an open network in that we do not charge our members to contact others in our community whom you may not have had a connection with. Other professional social networks such as LinkedIn charge a minimum of $19/month for this ability. Naymz has an optional, premium service, which costs $4.95/month. Upgrading is completely optional. Our premium level subscriptions include:

  • We pay Google, Yahoo, and MSN to place a sponsored result at the top of the listings for your name so you can be assured you own your personal brand in the search engines.
  • Detailed reports about visitors to you profile so you have a better idea of who might be checking you out and how they found your profile. This is something that Facebook, LinkedIn, MySpace, and other social networks do NOT provide.
  • Trufina identity verification which provide individuals with a secure means of verifying and sharing their online identity (currently only available in the US, but UK will be available in 2008.

Are you planning on launching localized services in different languages?

Tom: Yes, this is certainly on our list of to-do’s. We hope to offer Naymz in different languages sometime in 2008.

What are your plans for the near future?

Tom: We have a lot of exciting product enhancements in plan for this year and beyond. In the near future, we are working on providing the ability for our members to acquire personalized domain names (i.e. www.pettauer.name)and email addresses(ritchie@pettauer.name). We are also working on adding additional privacy options and making Naymz more open by offering OpenID sign-in on our site and joining Google’s OpenSocial platform.

Social Networking auf Speed: Naymz.com

naymz“Empowering reputable professionals” lautet der Claim eines der innovativeren (und zugleich skurrileren) Social Network Projekte der jüngeren Web 2.0 Geschichte. Die Plattform Naymz, gegründet im März 2006 in Chicago, Illinois von Nolan Bayliss, verbindet Reputationsmanagement und SEO auf ungewöhnliche Weise. Im Gegensatz zu anderen Business-Netzwerken schreibt sich die Seite *nicht* in erster Linie die Kommunikation der MitgliederInnen untereinander, sondern die Bewerbung der einzelnen Profilnamen auf ihre orangen Fahnen.

Um das Konzept zu verstehen, muss man ein wenig ausholen: analog zu anderen Social Networks bewertet Naymz den einzelnen User anhand des sogenannten “Rep Scores”, stuft also die “Reputation” seiner Klienten weitgehend transparent ein. Der Rep Score richtet sich nach diversen Faktoren: einerseits bekommt man Punkte für die möglichst vollständige Komplettierung des eigenen Profils, andererseits erhält man Punkte für sogenannten “Endorsements”, also Empfehlungen: denn eine Spezialität von Naymz besteht darin, dass man jede Person aus dem eigenen Adressbuch öffentlich “empfehlen” kann, inklusive eines Beschreibungssatzes. Also kurz gesagt: eine virtuelle Multiplikation der guten alten Empfehlungsschreiben. Deren inflationärer Gebrauch alleine macht die Plattform noch nicht interessant – spannender ist die zugrunde liegende Idee der Verrechenbarkeit zweier nicht ohne weiteres kompatibler Währungen: die Plattform-Mechanik implementiert auf unerwartete Weise den feuchten alten Traum der direkten Verrechnung der Währung “Aufmerksamkeit” in Moneten. Und das funktioniert so: basierend auf dem Rep-Score erhält jeder User einen sogenannten Rep-Score Level – die Zuweisung erfolgt dynamisch je nach Wachstum des Netzwerks:

Your RepScore Level is assigned based on your point total relative to all other Naymz Users. Levels range from 1 to 10 with 10 being the highest. You get Perks on Naymz based on your RepScore Level.

Spannend an der ganzen Sache ist, dass Naymz der zahlenden Kundenschar Premium-Features bietet, in erster Linie Google-Werbeschaltungen mit dem eigenen Namen (für SEOs kein Asset, für alle anderen eine preiswerte Gelegenheit, bei der Namenssuche an Stelle 1 aufzutauchen) und in zweiter Linie genaues Tracking der BesucherInnen des eigenen Profils. Naymz Premium kostet $4,95/Monat bzw. $47,50/Jahr, wer allerdings einen Rep-Score Level von 10 erreicht, erhält die angesprochenen Features gratis. Da ich aufgrund einiger eingeladener User gleich nach fünf Tagen RepScore 10 erreicht habe, sieht die Google-Ergebnisseite bei der Suche nach “Ritchie Pettauer” nun folgendermaßen aus:

naymz google placement

Wie gesagt: für mich stellt die Werbeeinblendung an sich keinen Wert dar, da ohnehin datenschmutz an erster und pettauer.net an zweiter Stelle auftauchen. (Sonst hätt ich ja wohl auch ein gravierendes Problem, meinen Kunden zu erklären, warum sie mich für SEO bezahlen sollten *g*) Dennoch finde ich die von Naymz bezahlte Einblendung (bis zu maximal 10$/Tag, Änderungen jederzeit vorbehalten) eine nette Idee für alle Social Networker, die keine eigene Webseite betreiben. Die Koppelung von Netzwerk-Aktivität an real money finde ich spannend; bin gespannt, ob Xing demnächst ähnliche Features (analog zu der von Facebook inspirierten “Timeline”) offeriert. Ganz nett gemacht ist bei Naymz auch das Visitor Tracking:

naymz tracking

Bedienung und Design erweisen sich an manchen Stellen als durchaus noch verbesserungswürdig, grosso modo aber findet man sich ganz gut zurecht. Eigenen RSS-Feeds lassen sich problemlos in Profil einbinden, die Privacy-Optionen sind transparent – wer möchte, gibt nur ausgewählten Usern Zugriff auf die eigenen Profildaten. Einige Features an der Plattform allerdings stimmen nicht nur Schlingel skeptisch: dass Naymz etwa Punkte für die Verifikation zusätzlicher E-Mail Adressen anbietet, lässt den Gedanken an Mail-Trading durchaus aufkommen (1).

Alles in allem eines der innovativeren Social Networks, denen ich in letzter Zeit einen Besuch abgestattet habe – wenn auch, wie die meisten derartigen Seiten, mit deutlich us-lastiger Community. Mal sehen, wie sich die Plattform entwickelt – die Macher haben jedenfalls einige Prinzipien des Social Web viel konsequenter umgesetzt als die Konkurrenz, daher glaube ich, dass Naymz (zumindest für den englischsprachigen Jobmarkt) auch in Kürze eine ernst zu nehmende Rekrutierungsbörse werden könnte.

Registrieren bei Naymz.com


(1) datenschmutz empfiehlt für solche Zwecke die gute alte Catch-All Domain… und einen scharf eingestellten Spamfilter.

Xings Entgegenkommen kennt keine Grenzen

“Warum schreibt mir die Frau meines Zahnarztes auf Xing eine Nachricht?” frug ich mich heute beim E-Mail Lesen am Communicator. Nur um gleich darauf zu bemerken, dass ich sozusagen Opfer einer Gleichheitstäuschung wurde – zufällig teilen sich der Bewahrer meiner bissigen Seite und eine Xing-Moderatoren denselben Familiennamen… und Sie haben völlig recht, werteR LeserIn, dies rechtfertigt noch keinen Blogeintrag, wohl aber der Inhalt des offiziellen Newsletters – Schrein des Abstoßes ist nämlich niemand ungeringerer als die Xing-Werbung.

Beziehungsweise deren zahlende Rezipientinnen, also die Premium Kunden. Aber alles der Reihe nach. Denn erstmal war ich verblüfft, weil die Absenderin als Texterin, und nicht als Xing-Mitarbeiterin eingetragen ist, aber das Rätsel löste sich im Footer relativ rasch:

Einen Newsletter an mehrere Tausend Mitglieder verschicken wir nur bei begründeten Anlässen. Wir gehen davon aus, dass Werbung auf Premium-Profilen, vor allem weil für die Betroffenen unsichtbar, einen solchen Anlass darstellt.

Das tut sie, das tut sie. Geschenkt, die Spampolizei bleibt im Revier. Die Sache verhält sich nämlich folgendermaßen:

Xing blendet Fremdwerbung in Ihre Profilseiten ein. Gehen Sie also bitte NICHT davon aus, dass wenn Sie keine Werbung sehen, auch keine da ist.

Da ist also was da, was auch da ist, wenn’s scheinbar gar nicht da ist? Tja, dynamische Medien sind in dieser Beziehung richtige Beit’ln, wie man in Wien sagt, oder in den Worten des Xing-Newsletters:

Da Premium-Mitglieder in *passiver* Weise werbefrei bleiben und keine Werbung sehen, können Sie diese Werbung weder auf der eigenen Profilseite, noch auf der Profilseite anderer Mitglieder wahrnehmen. Sie ist dennoch da, sichtbar für alle Nichtpremium-Mitglieder. Es handelt sich dabei um wechselnde Werbeschaltungen.

Ein eigenartiger Eindruck mag etwas durchwegs entstehen, wenn, sagen wir mal, beim Besuch der Profilseite des Marketingleiters von T-Mobile dessen Geschäftspartner Orange Werbung eingeblendet bekommt… Das hat Xing auch bereits erkannt, und zwar schon heute, nach nur wenigen Monaten oder Jahren (kA, wie lange die Werbung schon auf den Profilseiten eingeblendet wird):

NEUES FEATURE: Auf vielfachen Protest seitens der Mitglieder hat Xing heute die Möglichkeit geschaffen, die Werbeschaltungen aus dem Profil ausblenden zu können

It’s not a bug removal, it’s a feature! Und warum sollte man auch KundInnen, die pro Monat EUR 5,95 für ihren Premium-Account bezahlen – also mehr, als Hetzner für einen Shared Webspace mit 2 GB und mysql DB haben möchte – standardmäßig werbefreie Profilpages anbieten? Die “Premium World” sowie die Möglichkeit, private Nachrichten zu verschicken, müssen doch wirklich genügend anreizen bieten, oder? Naja, wieder mal ein guter Gag mehr aus dem Hause Xing, ich hab mich gerade sehr über den Newsletter amüsiert.

Update: Lars Hinrichs hat am openBLOG ein *sehr* umfangreiches Statement veröffentlicht:

The discussion arose because, frankly, we didn’t think of everything in advance. What happened was that non-Premium users were seeing ads when they visited Premium Members’ profile pages. […] Our members objected to this, and we acted to change this as soon as we heard. It has taken us 24 hours to implement after announcing the change, and this option is now available in Premium Members’ individual settings.

Gretchen(um)frage: Wie hältst du’s mit Facebook?

Beim vorgestrigen Blögtail-Punsch-Special (Fotos gibt’s auf Besser gehts immer)) diskutierten Hannes, Oliver Nitz (er schreibt für die Telekom die Denkbloggade) und ich angeregt über Stärken, Schwächen und Zukunft verschiedener Social Networks.

Dabei tauchten schnell spannende Fragen auf wie:

  • Hat Facebook trotz nervender Zombies und Vampires das Potential, sich um Digital Home und zentralen Hub zu entwickeln?
  • Wird Xing jemals mehr werden als eine uncoole Visitkartenverwaltung?
  • Traut sich Facebook, Open Social vom Konkurrenten Google zu integrieren? (Ich vermute mal stark, dass genau das passieren wird.)
  • Warum hat LinkedIn ein derart crappiges und unsympathisches Benutzerinterface?
  • Wird Facebook mit dem Start der deutschsprachigen Version StudiVZ schlucken?
  • Stellen solche Social Networks die erste pragmatische Umsetzung von Georg Franks Ökonomie der Aufmerksamkeit dar?

Oliver und ich waren uns recht einig darüber, dass wir Facebook als “näher” erleben – was sich ganz banal z.B. darin äußert, dass wir Facebook-Messages sofort lesen, während Xing in recht unregelmäßigen Abständen aufgerufen wird. Hannes mit seinen 3000 Xing-Kontakten ist da natürlich ein Sonderfall… er verwendet FB eher privat und Xing im beruflichen Bereich, bei mir gibt’s da einen recht gleitenden Übergang. A propos Übergangsphänomen: ist der FB-Erfolgt dem Phänomen der Neuheit geschuldet oder Indikator für großes Potential? Die einzig richtige Antwort: man weiß es (noch) nicht genau. Unser Gespräch hat mich jedenfalls auf die Idee gebracht für eine neue datenschmutz-Umfrage – die soll ein kleine Stimmungsbild bzw. eine Momentaufnahme ergeben, ich bin jedenfalls gespannt auf die Ergebnisse. Und auf Kommentare und Meinungen zum Thema wär ich ebenfalls sehr gespannt:

[poll=8]

Facebook: Die Seite mit den vielen Gesichtern

Motiviert durch das rasche Wachstum von Xing, Myspace, FlickR und Co. versuchen fast täglich neue Social Networks, eine breitenwirksame Community aufzubauen. Doch während der Mehrzahl der “Copycats” der Erfolg verwehrt bleibt, freut sich derzeit vor allem ein Anbieter über steigende Userzahlen. Facebook punktet durch in erster Linie durch seine flexible Erweiterbarkeit und hat von den Vorgängern einiges gelernt. [Ö1 Netzkulturkolumne, zuerst veröffentlicht auf oe1.orf.at]

Dabei wirkt die amerikanische Plattform auf den ersten Blick eher unspektakulär: weder kann der User das Design seines Profils anpassen, noch stechen auf den ersten Blick irgendwelche besonderen Features ins Auge. Die Standardfunktionen wie Kontakt-, Termin- und Fotoverwaltung bieten ebenfalls wenige Überraschungen, und so fragen sich viele Neulinge, worauf der Hype eigentliche zurückzuführen ist. In der Tat erschließen sich die Stärken der Plattform frühestens auf den zweiten Blick.

Die kleinen Feinheiten

Das Erstellen der eigenen Kontaktliste erleichtert Facebook Neueinsteigern durch verschiedene Import-Filter für die Adressbücher beliebter E-Mail Clients und Webmail-Services. Ein zentraler Punkt, denn neben der geographischen Herkunft dient das eigene Freundesnetzwerk als Basis für alle weiteren Funktionen. Was Usability und Benutzerführung betrifft, verlässt sich die Plattform nämlich ganz auf die angeborene Neugier des gemeinen Internetnutzers: ein Klick auf den Hauptmenüpunkt “Photos” etwa führt keineswegs auf Anhieb zu den selbst hochgeladenen Bildern, sondern zu einer Übersichtsseite, auf der die neuesten Alben der eigenen Kontakte präsentiert werden. Das verleitet natürlich schnell mal zum Durchklicken – und diesen Ansatz verfolgt Facebook konsequent quer über die gesamte Plattform. Zusätzlich unterteilen Ländernetworks und Geo-Matching die riesige Userbasis in Subgruppen und erleichtern die Suche nach Veranstaltungen und Kontakten in unmittelbarer Nähe.

Andere erfolgreich andocken lassen

Die Betreiber von Facebook haben verstanden, dass in Zeiten des Rapid Web Development kein noch so motiviertes Programmiererteam produktiver sein kann als der ganze Rest der Welt und bezieht seine User aktiv in die Weiterentwicklung ein: dank der umfassend dokumentierten Schnittstellen kann jeder eigene Facebook-Applikationen programmieren und im zugehörigen Verzeichnis veröffentlichen. Diese je nach Aufgabengebiet kleineren oder größeren Plugins erweitern den Funktionsumfang um eine inzwischen riesige Zahl nützlicher und nutzloser Features: von diversen Computerspielen über ein Plugin, das anhand der Facebook-Kontakte die “Small World Theory” überprüft bis hin zu diversen virtuellen Geschenk-Services, Informationsdiensten und Kommunikationstools reicht das Spektrum. Die Seite selbst stellt bloß das grundlegende Framework zur Verfügung, erst die Zusatz-Programme sorgen für den unschlagbaren Funktionsumfang – und haben bereits zahlreichen talentierten Programmierern ein beachtliches Einkommen verschafft, denn Ruhm und Ehre sind nicht die einzige Motivation, selbst Erweiterungen zu entwickeln: jeder Applikationsprogrammierer hat die Möglichkeit, Werbung in seine Software zu integrieren und damit ein attraktives Zusatzeinkommen zu lukrieren.

Facebook fungiert somit auch als zentraler Hub, denn zahlreiche andere Web 2.0 Services lassen sich mittels Software-Erweiterung ins eigenen Profil integrieren: anstatt die User zu zwingen, eigenen Services zu benutzen, versteht sich Facebook als Meta-Plattform und setzt Paradigmen des Web 2.0 konsequenter um als jedes andere Netzwerk: die ursprüngliche US-College Nische hat Facebook jedenfalls längst verlassen.

Die dunkle Seite der Datenmacht

Je höher die Datenqualität einer Social Media Plattform, desto einfacher lassen sich die damit generierten Daten für alle möglichen Zwecke missbrauchen: zielgruppengenaue Werbeschaltung stehen am harmloseren Ende der Skala, geheimdienstliche Begehrlichkeiten wurden Facebook nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Verflechtung mit US-regierungsnahen Investoren nachgesagt. In der Tat scheint die Datenqualität auf Facebook sehr hoch zu sein, und trotz der feingliedrig konfigurierbaren Profil-Privatsphäre sollte jedem Facebook-Nutzer klar sein, dass sowohl Profildaten als auch das Nutzerverhalten im Zweifelsfall eben nicht nur für “Freunde” einsehbar sind.

Ein rasantes Wachstum steht der amerikanischen Plattform in Europa dennoch bevor: obwohl Facebook bislang so gut wie keine Anstrengungen unternommen hat, um auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen, entscheiden sich immer mehr User für den Full-Service Provider Facebook. Gratisnutzung, unbegrenzter Speicherplatz für Fotos und der beschriebenen Funktionsumfang scheinen weit mehr Anziehungskraft zu haben als lokalisierte Sprachvarianten: denn bisher ist die Seite ausschließlich in Englisch verfügbar – spätestens im nächsten Jahr allerdings wollen die Betreiber Dependancen in der EU eröffnen.

Facebook
Small World Theory – Six Degrees of Separation
Facebook-Profil des Authors

Von Xing nach Facebook wechseln: Kontakte exportieren

Xing kostet in der Premium Version Geld, und die braucht jeder, der die Plattform vernünftig nutzen möchte. Außerdem heißt das dort vorherrschende Paradigma Nachnamen Ernst und mit Vornamen Tierischer… und Alternativen stehen inzwischen genügend zur Verfügung. Das Problem dabei: Xing ist alles andere als kontaktfreudig, wenn’s um den Export beziehungsweise die Migration der eigenen Kontakte geht. Wer bereits viel Zeit und Mühe in den Aufbau seines Ex-OpenBC Netzwerks investiert hat, möchte natürlich sein Adressbuch exportieren und auf eine neues Netzwerk, z.B. Facebook, mitnehmen. Das geht nicht ohne ein paar kleine Umwegen, ist aber prinzipiell möglich.

Der Nachteil dabei: um das eigenen Adressbuch automatisch zu exportieren, benötigt man einen Premium Account bei Xing. Normalerweise gibt’s immer wieder mal 3-Monats Testangebote, wer Freerider-Status hat und den automatischen Export nutzen möchte, kommt nicht umhin, zumindest einmal den Mitgliedsbetrag für einen Premium-Monat auszugeben.

Export fürs Ei-Fon?

Seit kurzem bietet Xing eine neue, zumindest für mich recht verwirrend benannte Funktion an: mittels des Buttons “Mobile export (iPhone)”, zu finden in der rechten oberen Ecken am Adressbuch-Screen, lassen sich die Kontakte als vcf-Card exportieren. Die Funktion steht nur Premium-Mitgliedern zur Verfügung – nach Aktivierung wird die vcf-Datei generiert und steht ein paar Minuten später auf der persönlichen Startseite zum Download bereit.

Xing erzeugt dabei nicht eine vcf-Card pro Kontakt, sondern schmeißt das gesamte Kontaktverzeichnis in eine einzelne vcf-Datei – ich bin am Import in Outlook und Thunderbird gescheitert (es wurde immer nur der erste Kontakt gespeichert), ein Blick mit Ultraedit verriet außerdem, dass alle Umlaute zerschossen wurden. Weiterer Nachteil: Fotos werden nicht mit-exportiert. Erfolgreich war ich mit dem Import meiner Xing-Kontakt in Outlook erst mit der zweiten Methode:

Xing Kontaktimport mittels Outlook-Plugin

Recht komfortabel funktioniert der Abgleich mittels Xing Outlook-Plugin. Nach Download und Installation der rund 2MB großen Datei muss Outlook neu gestartet werden, anschließend taucht im Hauptmenü der neue Punkt “Xing” auf. Bevor man mit irgendeiner Synchronisierung beginnt, empfiehlt es sich in jedem Fall, ein Backup der Kontakte anzulegen.

[Dazu erstellt man mit der rechten Maustaste oder mit Datei -> neu -> Ordner einen Subfolder für Kontakte und kopiert anschließend alle Einträge dort hinein – ganz Vorsichtige exportieren anschließend eine Backup-Datei. Dies stellt sicher, dass bei allfälligen Fehleingaben (und die kommen bei Synchro-Vorgängen durchaus mal vor) ein vollständiges Backup zur Verfügung steht.]

Prinzipiell stehen nun zwei Möglichkeiten zur Auswahl: entweder sucht man mit dem Plugin nach den eigenen Outlook-Kontakten in Xing und/oder lädt erstere dazu ein, an dem Businessnetwork teilzunehmen. Uns interessiert in diesem Zusammenhang allerdings der letzte Menüpunkt: mit Xing Kontakte importieren kopiert man das gesamte Xing-Adressbuch einen Outlook-Kontaktordner – inklusive Fotos und mit allen Daten. Dazu kann man entweder den Standard-Folder verwenden oder einen vorher angelegten leeren Ordner wählen. So sieht das Xing-Plugin während des Kontakt-Imports in Aktion aus:

xing export

Ist das Xing-Adressverzeichnis dann in Outlook importiert, wird der Rest zum Kinderspiel: Facebook bietet ebenfalls ein Plugin an, genauso gut funktioniert aber die Export-Methode: die soeben importierten Xing-Adressen werden als “Text-Datei, komagetrennt (für Windows)” exportiert und anschließend in Facebook wiederum importiert. So kann man im Nu jenen Kontakten, die bereits bei FB registriert sind, eine Einladung schicken – und gegebenenfalls Benachrichtigungen über den “Netzwerkwechsel” an weitere E-Mail-Adressen schicken.

Club 2.0: The Making of

Oder: andertags bei Max: Hannes, Heinz, der Gastgeber und ich begaben uns auf die Kossatz’sche Couch – ganz ohne Therapeut, dafür mit Kamera. Projektname: Club 2.0. Mission: ein Videopodcast zu unseren Lieblingsthemen.

Unsere erste Unterhaltung spannte den Bogen von Hasstiraden für und wider Apple über Xing-Absonderlichkeiten bis hin zum Facebook Hype. Die erste Sendung geht demnächst Online – und während normalerweise das Making Of erst nach dem Release folgt, machen wir’s Web 2.0 Style umgekehrt und Bottom Up: hier also erstmal die zeit-geraffte Entstehung unseres ersten Club 2.0, minütlich festgehalten von einer Webcam.

YouTube Preview Image

PS: Nein, ich hab’s nicht mehr rechtzeitig zum Friseur geschafft.

Facebook – die ersten Eindrücke

facebookBisher hab ich über Facebook nur gelesen, am Wochenende bin ich endlich mal dazu gekommen, mein Profil einzurichten – und mein erster Eindruck in Bezug auf Features und Usability ist ganz hervorragend. So erweiterbar und flexibel war Social Marketing noch nie – die Betreiber haben jedenfalls die guten Ansätze der Konkurrenz konsequent weitergedacht und aus deren Fehlern gelernt.

Die ganz und gar nicht webzweinullige Politik Xings, essentielle Funktionen nur für zahlende Mitglieder bereit zu stellen, hat mir noch nie besonders behagt. Und während Xing sich ganz auf die Business-Klientel kapriziert, bietet Facebook ein wesentlich umfangreicheres Portfolio an. Registrierung und Import der eigenen Kontakte (in meinem Fall via Outlook-CSV, man kann aber auch bestehende Webmail-Adressbücher etwa von Gmail oder Yahoo nutzen) klappt problemlos: mit den Matching-Funktionen ist das Bekanntschafts-Netzwerk schnell aufgebaut. Facebook organisiert seine Mitglieder durch Zugehörigkeiten zu geographischen und thematischen Networks. Dank Matching-Algorithmen (“people you might know”) bleibt der Wunsch nach Geselligkeit nicht lange unerfüllt.

Jedes Mitglied kann neue öffentliche oder private Gruppen anlegen – neben “Austria” bin ich gleich mal der Barcamp Senza Confini Truppe beigetreten. Das Matching-Prinzip zieht sich durch die ganze Plattform: Events von Freunden sind sofort sichtbar, so bin ich auf Anhieb auf den mir vorher noch unbekannten OpenCoffee Club Vienna #3 im großartigen WerkzeugH, das beim Event-Profil direkt mit dem zugehörigen Tupalo-Spot verlinkt ist – Jeez, dieses ganze Web 2.0 Ding fängt wirklich an zu funktionieren!

Extrem lästig sind übrigens anfänglich die dauernden Captchas, die bei jeder neuen Freundesanfrage auftauchen – nach einer Verifikation des Accounts via SMS-Code allerdings entfällt zum Glück die Eingabe. Mit der telefonischen Verifikation trägt Facebook dazu bei, die Plattform spamfrei zu halten: dies gelingt offensichtlich derzeit noch viel besser als bei myspace und Co.

Auch von Vorteil: Soweit ich das bisher beurteilen kann, bedienen sich auf Facebook alle registrierten User bei öffentlichen Infos durchwegs der englischen Sprache – das halte ich durchwegs für einen Vorteil, da so die länderübergreifende Sprachbarriere gleich von vornherein wegfällt.

Weitere Features

Die Möglichkeit, die eigenen Fotoalben auch nicht-registrierten Usern zugänglich zu machen etwa qualifiziert die Seite durchaus als Ersatz für FlickR, so man auf die verschiedenen Auflösungsstufen der Fotos verzichten kann. Das eigentliche “Killerfeature” allerdings sind die sogenannten Facebook-Apps: eine riesige Anzahl dieser Zusatzmodule wartet darauf, das eigene Profil zu pimpen: von der Anzeige der eigenen Blogpostings bis zu verschiedensten Spiele-, Musik-, Dating-, Business- und sonstigen Erweiterungen reicht das Portfolio. Jeder, der eine entsprechende Idee hat und über die nötigen Programmierkenntnisse verfügt kann aufgrund der umfassend dokumentierten API eigene Module einreichen: und da Facebook in den letzten Monaten gewaltig im Aufwind war, kann keine andere Plattform mit einer solche Bandbreite an Tools aufwarten.

vorläufiges Fazit: myspace, Xing und Co. können sich warm anziehen: Facebook hat aus den Fehlern und Schwächen seiner Vorgänger gelernt und präsentiert als erste Web 2.0 Community kein Full-Feature-Angebot, sondern ein solides Framework, in das jeder seine eigenen Applikationen reinhängen kann: und diese Vorgehensweise garantiert einzigartige Flexibilität. Ich werd mal ein paar passende Apps für mein Profil suchen…

Blogvorstellungen: GreenSmilies und Unterneuntupfing

Willkommen zur aktuellen Blogvorstellungs-Runde: im Themenfokus stehen Grüne Smilies und ein Schweizer Satiremagazin: auch wenn es sich bei beiden Blogs keineswegs zum todernste Machwerke handelt, so steckt doch ernsthaft viel Arbeit dahinter.

Und wie immer gilt: wer hier mit seinem/ihrem Blog vorstellt werden möchte, sagt via Kommentar oder Kontaktformular Bescheid: kann ein bisschen dauern, da bereits einige Review-KandidatInnen auf der Warteliste stehen. Im Übrigen gilt der gute alte Stehsatz aus der Bezirkszeitung: “Unverlangt eingesandte Manuskripte können nicht retourniert werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.”

GreenSmilies

Zumeist gelb ist bloß das mittlere Licht an der Ampel. Wer jedoch glaubt, dass die guten alten Smilies immer in dieser Farbe daherkommen, kennt Michaels Blog noch nicht. Auf GreenSmilies.com spielt mehrmals wöchentlich großes grünes Kino im Mikroformat. Aber Schreiben ist in dem Fall Silber und Gucken Gold – hier einer meiner vielen Favorites:

doggysmilie

Ob Geschichte der grünen Smilies oder ein Smilie-Lexikon, bei Michael gibt’s massig Hintergrundinfos – vor allem aber die Einwohnerschaft des Blogs selbst, und die ist mittlerweile auf beachtliche Größe angewachsen. Überblick verschafft das Smilie-Album.

Ebenfalls sehr praktisch für die Fans der Grünlinge: Michael packt immer wieder mal ein paar seiner Kreationen zu Packs für andere Software, aktuell zum Beispiel bietet er ein fertiges Package für Miranda an. Auch WordPress lässt sich ohne weiteres umrüsten – bei mir steht der Totalumstieg auf grüne Smilies jedenfalls ganz oben auf der Liste. Für verschiedene Sonderwünschen und “Spezialanfertigungen” hat der Blogbetreiber immer ein offenes Ohr – ich habe vom Maestro diesen wunderbaren Gesellen bekommen: pirat

Unterneuntupfing aktuell

unterneuntupfingUNTERNEUNTUPFING Aktuell ist ein länderübergreifendes non-kommerzielles Satireprojekt für den karitativen Zweck, wenn es mal groß ist soll es eine Menge Gutes tun,” sagen die Betreiber, und dem kann man ja nun wirklich nicht widersprechen. Den humorvollen Leser erwarten schräge Beiträge aus Rubriken wie Politik, Gesellschaft, Gesundheit und Web 2.0. Getreu dem Motto “viel Wahnsinn muss gerecht verteilt werden” richtet sich die Seite an den gesamten deutschen Sprachraum. Selbstredend möchte Unterneuntupfing auch etwas über seine LeserInnen erfahren – sehr zu empfehlen als Einstiegslektüre ist die Umfrage Wer sind unsere werten Leser?.

Den bisherigen Ergebnissen nach zu urteilen ist die Quote an Selbstausbeutern besonders hoch – wer also nicht CEO einer fiktiven Visitkartenfirma ist und täglich sein Xing-Profil pflegt, der darf darauf hoffen, hier Gleichgesinnte zu treffen. Auch gleich ordentlich zur Sache gehen die Tipps zur Profi-PC-Entschlackung.

Blögtail statt Longtail: Comdao lädt zur Vernetzung

bloeggerBlögger.at, eine Initiative von Comdao, soll nach dem Willen der Initiatoren die Vernetzung der österreichischen Blogosphäre vorantreiben. Und zwar durchaus nicht nur im Web, sondern auch in der Welt 2.0. Der erste Streich besteht in der Organisation eines Treffens in Wien.

Ich glaub ja nicht an Ländergrenzen quer durch Blogistan; die Sprache ist das entscheidende Kriterium. Zwischen .de, .at und .ch zu differenzieren macht imho wenig Sinn: lokalbezogene Infos sind ein Sonderfall, aber hier auf datenschmutz zum Beispiel hab ich wesentlich mehr deutsche als österreichische Leser. Eines allerdings würd ich jederzeit unterschreiben: die Blogger können sich nicht wie Münchhausen weiland selbst, sehr wohl aber gegenseitig an den Haaren des jeweils anderen aus dem Sumpf der Mainstream-Bedeutungslosigkeit herausziehen. Sprich: Blogs leben nun mal von Vernetzung, und Ideen lassen sich zwar auch über Instant Messenger wälzen, aber das gute alte Face-to-Face Schwätzchen hat eben auch so seine Qualitäten. Und so liest sich die Missionsbeschreibung:

Ein unkomplizierter Treffpunkt für Blogger, Blog-Leser und Interessierte, angehende Blogger und klassische Medienleute. Ziel ist die Schaffung eines unkomplizierten Raumes zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch, für Networking und Ideensuche.

Die facts:

  • Blogtail *Vienna #1
  • bandini’s Cocktailbar, Mahlerstraße 9, 1010 Wien
  • 5. September 2007, ab 20:00 Uhr

Speziell für unseren Blogtail gibt es einen gleichnamigen Blogtail Cocktail zum Sonderpreis von 5 Euro :)

Na denn – prost! Ich weiß noch nicht, ob ich am 5. September in Wien bin, aber falls ja, dann werd ich auf jeden Fall vorbeischauen; es könnte durchaus voll werden, denn Hannes hat eine Menge Einladungen verschickt.