Ich wünsche all meinen Stamm- und Gelegenheitslesern sowie allen, die sich zufällig und/oder irrtümlich auf diese Seite verirren, ein maximal die persönlichen emotionalen Bedürfnisse befriedigendes Dezemberfest. Mit anderen Worten: fröhliche Weihnachten! Meine Geek-Wunschzettel folgt weiter unten.

Die süßen Feigen aus der Türkei sind auf allen Märkten zu haben - eine hervorragende Gelegenheit, beim letzten Gang zu brillieren, bietet dieses simple aber effektvolle Dessert. Einfach zuzubereiten und dennoch eine Geschmacksexplosion herbstlicher Intensität. Und zugleich meine Rezept-Premiere im weiten Reich der Nachspeisen, denn eigentlich fühle ich mich bei der Zubereitung salziger Essbarkeiten im großen und ganzen weit wohler. Aber mal sehen - vielleicht ist dieses Rezpt ja der erste Schritt zu meiner Patisserie-Karriere
Beim Vanilleeis verlasse ich mich auf die Eisdiele meines Vertrauens, wer eine Eismaschine und Erfahrung mit derselben hat, kann sich natürlich persönlich ans Werk machen. Geschmacklich recht brauchbar finde ich auch das Bio-Vanilleeis von Spar, ganz im Gegensatz zum Eigenmarkenprodukt von Billa, dessen schwarze Pünktchen bei so minimaler Vanillenote wohl kaum von feinsten Schoten stammen dürften.
Mit der Zubereitung von Palatschinken, auch Omelette, Crêpes oder Pfannkuchen genannt (auf die feinen lokalen Bedeutungsunterschiede der einzelnen Bezeichnungen möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen), muss sich ohnehin jeder Hobbykoch auseinandersetzen: denn die dünnen, pfannengebratenen Teigfladen braucht man schließlich auch zur Herstellung von Frittaten, die Königin unter den Rindssuppeneinlagen. Zu diesem Behufe kann zur Anschaffung einer Palatschinkenpfanne nur geraten werden, denn die macht dank ihres super-flachen Rands das Gelingen zum Kinderspiel.
Cassis gehört zu den klassischen "Bar-Likören", der aufgrund seiner komplexen Geschmacksnote gerne für Gin- und Wodkadrinks herangezogen wird. Für dieses Rezept sollte man eine eher säuerliche Marke heranziehen, ich bin ziemlich begeistert vom Cassis der Destillerie des Grazers Franz Bauer aus der Serie "Liqueur Classique". Und Feigen schließlich sind dankbare Früchte, sie schmecken nicht nur hervorragend, sondern lassen sich auch im Handumdrehen "filettieren". Beim Einkauf drauf achten, dass die Früchtchen keine verfärbten Stellen haben, weich dürfen sie nicht nur, sondern müssen sie sogar sein, ansonsten kann von reif keine Rede sein. Keine unbegründete Angst vor schlimmen Kindheitserlebnissen: mit den schrecklichen getrockneten Feigen aus Nikolaustagen haben die frischen Früchte geschmacklich wenig zu tun. So denn - auf zur Zubereitung!
Für die Palatschinken
Für die Feigenfüllung
zusätzliche Zutaten
Zuerst den Palatschinkenteig zubereiten: die Eier mit der Milch und einer Prise Salz gut versprudeln, nach und nach das Mehl zugeben, bis ein flüssiger Teig entstanden ist. Vor dem Ausbacken die Füllung zubereiten: Die Feigen halbieren und das rote Fruchtfleisch samt Kernen mit einem Teelöffel herausschaben, in einer Schüssel sammeln. Anschließend die größeren Stücke mit dem Löffel ein wenig Zerteilen (geht sehr einfach, da das Fruchtfleisch reifer Feigen sehr weich ist).
Als nächstes den Zucker in einer nicht beschichteten Metallpfanne bei mittlerer Hitze dunkelbraun karamellisieren. (Achtung: zuerst sieht's so aus, als ob sich gar nix tun, dann schmilzt der Zucker und alles geht sehr rasch: immer gut Umrühren und gegebenenfalls die Hitze verringern, um ein Abrennen zu vermeiden!), das Feigenfruchtfleisch beigeben und mit dem Cassis aufgießen. Die Zimtstange in den Topf geben und solange köcheln und rühren, bis sich der am Topfboden erstarrte Zucker aufgelöst hat. (Je nach Flüssigkeitsmenge eventuell ein wenig Wasser nachgießen.) Die Stärke mit ein wenig kaltem Wasser anrühren, zur Feigen-Cassis-Mischung gießen, nochmal aufkochen lassen und von der Platte nehmen.
Vor dem Ausbacken der Palatschinken einen Schuss kohlensäurehaltiges Mineral- oder Sodawasser vorsichtig unterrühren, dadurch wird der Teig flaumiger. Acht dünne Palatschinken backen (keine Sorge: spätestens bei der achten klappt die schwungvolle Wurf-Wende-Technik, probieren lohnt sich :mrgreen:), mit dem Großteil der Feigenmasse füllen, ein wenig zur Dekoration aufheben.
Je zwei Palatschinken und zwei "Kugeln" Vanilleeis auf einem Teller anrichten, mit etwas Feigen-Confit garnieren und mit Staubzucker bestreuen. Und dann die Komplimente einheimsen.
Es geht die Legende, dass manche Freaks im Zeitalter allgegenwärtiger Home-Espresso-Technologie ihren morgendlichen Kaffee immer noch mit den guten alten "analogen" Bialetti-Kaffeekochern, die man auf die Herdplatte stellt, zubereiten. Diesen urbanen Mythos kann ich bestätigen Dafür gibt's mannigfaltige Gründe: Auflehnung gegen die Nespresso-Diktatur, zu kleine Küche, Abneigung gegen komplizierte Kaffeemaschinenreinigung... wie auch immer: der klassische kleine Braune lässt sich mit ein paar Gewürzen ganz hervorragend pimpen.
Wer braucht schon überteuerten amerikanischen Zuckersirup mit Kaffeearoma, wenn er richtigen Kaffee haben kann? Damit der Espresso á la Chai auch richtig Spaß macht, sollte man sich allerdings mit anständigen Zutaten versorgen: gerade bei Gewürzen gibt's Riesenunterschiede: im Zweifelsfall empfiehlt sich ein Marktbesuch beim Gewürzhändler Ihres Vertrauens. Die Bialetti-Mokka-Kocher kosten bei Amazon weniger als 20 Euro - also kein Grund, die Lebensversicherung für den Erwerb der Espressomaschine vorzeitig aufzulösen.
Espresso-Kanne wie gewohnt mit Wasser füllen, Zwischenteil einsetzen. Die Kardamon-Samen und die Nelkenpfeffer-Körner zerstampfen und zusammen mit der in kleine Stücke gebrochenen Zimtrinde und den Nelken *unten* in den Kaffee-Behälter einfüllen, mit Espressopulver abdecken. Oberen Teil aufschrauben und Kaffee wie gewohnt zubereiten.
In der Zwischenzeit Milch erwärmen (nicht kochen!) und aufschäumen - dazu eignen sich diese batteriebetriebenen 1-Euro-Milchquirler, die immer mal irgendwo zwischen Eduscho und Ikea auftauchen, ganz hervorragend. Den fertigen Kaffee in ein hohes Glas oder eine breite Tasse gießen, nach Belieben mit braunem Zucker süßen, mit aufgeschäumter Milch aufgießen und -finalmente - eine Prise Zimt drüberstreuen. Das macht munter und schmeckt superlecker - wohl bekomm's! datenschmutz übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliches spontan auftretende "Chai-Coffee" Suchtverhalten